Advanced Ads – Noch ein schamloser Werbebeitrag

Und so fand sich eine Lösung… Wer häufiger mal auf dieser Webseite war, der wird feststellen, dass sich der Text der Leiste unten, die wegen der Cookie-Gedöns-Verordnung eingeblendet wird, geändert hat. Der Grund ist Dank eines wunderbaren Plugins, das einen Großteil der Probleme, die die DSGVO mit sich gebracht hat, gelöst hat: Advanced Ads.

Es ist unglaublich, wie viel Mühe allein schon in der kostenlosen Version von Advance Ads steckt. So ist es zum Beispiel möglich, Menschen, die die Werbecookies von Google und Co ablehnen, Anzeigen einzublenden, die keine Cookies setzen (und daher nicht so effektiv sind, aber man nimmt ja, was man kriegt). Nur wer ausdrücklich auf „Einverstanden!“ klickt, bekommt Adsense-Anzeigen geliefert, wobei diese auf allen Webseiten des Projekts nunmehr unpersönlich gehalten sind. Soll heißen: Die Anzeigen schauen nicht mehr nach, was der User, der die Webseite besucht, sonst noch für Interessen hat, sie orientieren sich strickt am Inhalt der Webseite.

Advanced Ads war vorher schon eine große Hilfe, denn auf diese Weise musste man nicht mehr Anzeigen händisch einbinden und korrigieren, sondern kann sie an einem Ort – nämlich im Plugin – bearbeiten. Das ist dann besonders schön, wenn ein Werbelieferer sich mal wieder dazu entschließt, auf eine andere Plattform umzuziehen.

Deswegen an dieser Stelle die Empfehlung des Plugins Advanced Ads für Webseitenbetreiber, die ihre Seite auf der Basis von WordPress laufen lassen.

Disclaimer: Das Plugin ist in seiner Basisversion kostenlos, daher fließt auch kein Geld an den Betreiber dieser Webseite. Ich bin einfach nur begeistert und mache die Werbung auch gerne so!

Tapfere neue Welt…

„In a brave new world
With just a handful of men
We gonna start all over again!“
– „Brave New World“ aus „Jeff Wayne’s Musical Version of The War of the Worlds“

„Das ist das erste, was wir tun: Tötet alle Anwälte!“
– William Shakespeare: „König Heinrich VI“

Nun ist es also passiert und die neue Datenschutzgrundverordnung ist in Kraft getreten. Was wurde nicht alles diskutiert. Und auch ich habe mir für das Projekt Gedanken machen müssen, wie ich mit dieser bürokratischen Monstrosität, dieser juristischen Missgeburt umgehe. Denn dass diese Verordnung in Deutschland ein gewaltiger Griff in den Lokus ist, zeigte sich allein daran, dass man auf viele drängende Fragen von den wichtigen Stellen die Antwort bekam: „Wissen wir nicht, müssen die Gerichte entscheiden.“ Soll heißen, irgendein argloser Webseitenbetreiber soll seinen Kopf hinhalten und gegen eine möglicherweise ungerechtfertigte Abmahnung irgendeiner windigen Anwaltskanzlei gerichtlich vorgehen – ohne zu wissen, wie es ausgehen wird und ob ihn das Ganze nicht wirtschaftlich ruinieren wird. Ich habe keine Lust darauf, diese Person zu sein und Maßnahmen getroffen, die mancher vielleicht als zu weit gehend bezeichnen würde, aber mir egal. Andere Leute haben breitere Schultern als ich, sollen die das Problem lösen.  Aber welche Maßnahmen wurden ergriffen?

Abschaffung des Newsletters

Die wenigen verbliebenen Newsletter-Abonnenten haben es schon erfahren, hier also nochmal in aller Deutlichkeit: Nach über zehn Jahren wird der Newsletter vom Projekt abgeschafft. Gut, die Zahlen haben immer weiter abgenommen, so dass sich sowieso die Frage stellte, wie es weitergehen sollte. Aber die neue Verordnung stimmte mich nicht unbedingt positiv zum Thema, den Newsletter zu erhalten. Ursprünglich war er vor über 10 Jahren aufgebaut worden und avancierte zum Anlaufpunkt für die Abonnenten der damaligen NetRoman-Reihe. Die höchste jemals erreichte Zahl war 1700 Abonnenten, nach dem Ende der Reihe fiel diese auf 500, die immer noch über Neuigkeiten vom Projekt informiert werden wollten. Letztes Jahr waren immer noch 233 Leser übrig. Ich hatte die Überlegung, ob ich den Newsletter nicht neu starten sollte, doch ich wollte, dass jeder Abonnent wirklich freiwillig dabei ist. Deswegen wurde die Datenbank nicht einfach automatisch umgezogen, sondern ein Newsletter verschickt, in dem genau das erklärt wurde und sich jeder, der immer noch dabei bleiben wollte, im neuen Formular neu anmelden musste. Dabei wurden auch gewisse Sachen korrigiert, so zum Beispiel der Umstand, dass bei dem alten Newsletter Name und Vorname mit angegeben werden konnte. Solche Funktionen kamen raus, man brauchte nur noch die eMail-Adresse und damit fertig. Rund 50 Abonnenten sind mitgekommen.

Doch die DSGVO macht Vorschriften, von denen ich wie gesagt nicht weiß, ob ich sie einhalten kann. Unter anderem müssen die Daten sicher gespeichert sein, also richtete ich für die Hauptseite des Projekts eine SSL-Verschlüsselung ein. Dann wurden Zweifel laut, ob das wohl ausreicht und ob ich überhaupt würde nachweisen können, dass die Daten geschützt sind, wenn einer danach fragt. Das war das Todesurteil für den Newsletter. Zu dem Zeitpunkt, da dieser Artikel erscheint, ist das Newsletter-Plugin von dieser Webseite entfernt und alle Adressen endgültig und unwiderruflich aus der Datenbank gelöscht.

Wer also tatsächlich Neuigkeiten aus einem oder mehreren verschiedenen Abteilungen des Phantastischen Projekts empfangen will, muss entweder den entsprechenden RSS-Feed abonnieren oder den eMail-Verteiler von FeedBurner (gehört zu Google, hier gibt es eine Vereinbarung zur Datenverarbeitung, die Google Europa unterschreibt und sich dazu verpflichtet, gaaaanz vorsichtig zu sein).

Kommentar-IP löschen und Kommentarfeld um Zusatz ergänzen

Das Erfassen der Kommentar-IP hatte einen ganz praktischen Hintergrund: Um Spam zu vermeiden, sind die Blogs des Projekts standardmäßig auf „Benutzer muss schon einen genehmigten Kommentar geschrieben haben, bevor weitere Kommentare automatisch genehmigt werden“ eingestellt. Sprich, einem Kommentator, der schon mal kommentiert hat, wird automatisch vertraut. Mit dem Löschen der IP-Adresse ist diese Funktion außer Kraft gesetzt, so dass jeder Kommentar einzeln moderiert werden muss (und auch wird). Das ist ein mordsmäßiger Aufwand für einen kleinen Webseitenbetreiber, deswegen kann es etwas dauern, bis irgendwelche Kommentare freigeschaltet werden.

Der Zusatz, der beim Kommentieren mit angegeben werden muss, zeigt sehr deutlich, was die Leute, die diese Monstrosität von einer Vorschrift geschaffen haben, von den Leuten, die das Internet nutzen, denken: Alles unmündige Digital-Troglodyten, die keine Ahnung haben. Der Zusatz weist nämlich darauf hin, dass Kommentare und Angaben, die man in den Feldern macht, gespeichert werden. NEIN! Doch! OH!

Social Media Plugins mit Shariff

Ich war von den Social Media Buttons, die man so sah, nicht so begeistert, als ich erfuhr, dass diese schon beim Anzeigen mit der Heimatwebseite (also Twitter oder Facebook) Kontakt aufnahmen und Daten übertrugen. Man musste also nicht mal auf die Buttons klicken, um etwas zu teilen. Das Computermagazin c’t hat sich dem ganzen angenommen und ein Plugin mit Namen „Shariff“ geschrieben. Hier werden die entsprechenden Buttons angezeigt und man kann über diese ganz einfach Inhalte teilen, allerdings werden keine Daten übertragen, bevor der Nutzer nicht auf den Button geklickt hat. Die Daten sind also sicher.

Außerdem verfügt Shariff noch über ein paar andere, nützliche Funktionen, zu denen ich aber gleich komme.

Anonymisierte Besucherdatenauswertung

Ich habe nie Google Analytics verwendet, sondern den FlashCounter. Der anonymisiert die IP, so dass die Besuche keinen Personen zugeordnet werden können. Doch im letzten Moment kamen mir Zweifel. Leider ist der FlashCounter wohl eine Art „Nebenprojekt“ der Macher, die eigentlich IT-Lösungen anbieten. Da von dort in letzter Zeit keine Rückmeldung kam, war ich mir unsicher, ob die Anonymisierung, wie sie in der FlashCounter-Statistik gemacht wird, ausreicht, mal ganz davon abgesehen, dass der FlashCounter Cookies setzt. Ich bin nun komplett auf die Server-Auswertung umgestiegen, bei der keine IP-Adressen gespeichert werden.

Entfernung von automatisierter Werbung

Die automatisierte Werbung von zum Beispiel Google Adsense oder anderen Affiliate-Netzwerken habe ich entfernt und experimentiere gerade mit einfachen Bilddateien, sprich, so wie früher: Es wird ein Bild angezeigt, das mit einem Affiliate-Link versehen ist. Erst wenn auf das Bild geklickt wird, landet der Besucher auf der Webseite des Affiliates, vorher werden keine Daten übertragen. Eventuell werde ich auch verstärkt Textlinks zum Einsatz bringen, gerade in der ErlebnisPostille oder der EXPEDITION R. Auf den meisten Webseiten ist aber derzeit keine Werbung zu sehen (was die hämischen Kommentatoren freuen wird, die immer darauf bestehen, dass man seinen Inhalt gefälligst kostenlos zur Verfügung zu stellen habe, denn das Internet ist ja eine anarcho-syndikalistische Kommune, in der jeder mal eine Woche lang Exekutive spielen darf).

Projekt-Finanzierung

Das heißt, dass das Projekt erstmal ein großes Verlustgeschäft wird. Ich habe bisher keine riesigen Umsätze gemacht, aber es war immer gut ausreichend, um zumindest das Webhosting zu finanzieren und genug, damit ich es beim Finanzamt angeben musste (jeder Cent ist versteuert!). Aber das folgt nur einem generellen Trend.

Der erste große Einbruch kam mit der Verkündung von YouTube, kleine Kanäle mit wenig Abonnenten und Aufrufzeiten von der Monetarisierung auszuschließen. Ja klar, das war auch nicht viel, aber es hat seinen Teil dazu beigetragen. Jetzt fällt also auch noch die personalisierte Werbung weg, zumindest so lange, bis man sich einig ist, was geht und was nicht. Und das kann dauern.

Und hier springt das ein, was ich oben schon erwähnt habe: Shariff! Das Plugin hat nämlich nicht nur Social Media Buttons, sondern auch welche von verschiedenen Bezahldiensten wie Patreon, Flattr oder PayPal. Eine Bezahlschranke gibt es auf den Blogs des Projekts nicht, aber wenn dem einen oder anderen vielleicht der eine oder andere Artikel gefallen hat, kann man über diese Buttons einen kleinen Obulus abgeben.

Andere Dinge

Es wurden noch ein paar andere Änderungen vorgenommen, Plugins deaktiviert und gelöscht und dergleichen mehr. Und jetzt kann man nur noch abwarten. Irgendwie deprimierend.