Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.
Sechsunddreißig Jahre, frisch und froh, mit dem Projekt nur weiter so… Ja, so hätte der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger es wohl ausgedrückt. Vorausgesetzt, er würde mein kleines Projekt kennen und es wäre ihm Wert, etwas dazu zu sagen. Mit anderen Worten: Emil Steinberger hat das so nie gesagt, ich habe ein Zitat aus einem Sketch genommen, verändert und hier eingesetzt, weil ich nicht wusste, was ich sonst schreiben soll. Die letzten anderthalb Jahren waren nun mal echt… speziell.
Letztes Jahr hätte das Projekt eigentlich einen runden Geburtstag gehabt, aber der hat sich ja dann erledigt gehabt. August 2020 war noch fester im Griff von Corona, als wir das jetzt sind. Die Inspiration fehlte, das Jubiläum richtig zu begehen, dann holen wir das halt eben dieses Jahr nach. Auch wenn die Pandemie noch immer nicht vorbei ist. Bei dem, was ich jetzt zu berichten habe, wird mancher, der das hier liest, vielleicht den Kopf schütteln.
Denn es gibt eine neue Reihe und ein paar neue Strukturen. „Was“, höre ich so machen fragen, „schon wieder neue Strukturen?“ Ja. Ich fürchte, kaum einer hat mich da wirklich verstanden. Es gingen bei mir schon Beziehungen in die Brüche, weil ich „so ordentlich“ sei. Nein. Bin ich nicht. Ich verursache Chaos, das ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen zu sortieren versuche. Ansonsten geht alles durcheinander. Beim Projekt ist das jetzt nötig. Jedenfalls meinem Gefühl nach, und da es mein Projekt ist, kann ich machen, was ich will.
Über die Jahre hinweg haben sich ein paar Reiseseiten im Projekt entwickelt. Eine davon wird einen neuen Titel erhalten und sie alle werden zusammengefasst unter der Bezeichnung „Quadrivium Club„. Die Transferarbeiten sind noch nicht alle abgeschlossen, aber ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird. Die Seiten sind:
Die große Videoseite tube.phan.pro wird mit acels.phan.pro verschmolzen und bringt ab sofort in chronologischer Reihenfolge alle Videoreihen des Phantastischen Projekts zusammen. Damit gibt es allerdings auch keine „Fremdvideos“ mehr (das Archiv dieser Videos wurde hier eingerichtet). Ausnahmen bilden die Videos des Kanals vom Phantastischen Projekt, die keine ACELS-Handlung beinhalten. Die kommen nämlich ab sofort auf der Hauptseite des Projekts – womit wir bei einer weiteren Neuerung sind: blog.phan.pro wird mit der Hauptseite zusammengeführt. Alles an einem Ort.
Die Science Fiction bleibt bei ASTROCOHORS. Das zumindest ändert sich nicht.
Als neue Reihe startet heute ein Podcast vom Phantastischen Projekt mit dem ominösen Titel „PHANTUM“. Die erste Folge wird in dem Moment veröffentlicht, da dieser Beitrag erscheint. Mehr Infos darüber folgen aber auch an dieser Stelle – bald!
So viel zum Auftakt des Jubiläumstages. Zum „Quadrivium Club“ gibt es noch eine Geschichte, die auch im Verlauf des Tages erscheint. Und weiter geht’s, immer vorwärts, Schritt um Schritt…
Der bekannte Talkmaster und Fernsehmacher Alfred „Bio“ Biolek ist heute verstorben. Ich möchte ihm in diesem kleinen Blog etwas Platz einräumen, denn er hat Anfang der 1970er Jahre etwas Erstaunliches geschafft: Er hat Monty Python nach Deutschland geholt. Damit war er der erste, das das gemacht hat, lange bevor die „Pythons“ sich an die Produktion von Kinofilmen wagten.
Die Produktion war die deutsche Version von „Monty Python’s Flying Circus“ und wurde entsprechend „Monty Pythons Fliegender Zirkus“ genannt. Graham Chapman, Terry Jones, John Cleese, Terry Gilliam und Eric Idle schrieben für zwei spezielle Folgen neue Sketche, völlig unabhängig von der englischen Originalserie. Für die erste dieser Folgen wurden die Sketche ins Deutsche übersetzt. Da aber die „Pythons“ auch die deutsche Fassung spielen sollten, griff man zu einem ungewöhnlichen Mittel. In einer Jubiläumssendung Jahre später beschrieb John Cleese, dass man den Comediens die deutschen Texte vorsprach und sie sprachen sie nach. „Wie Papageien“, so sagte Cleese, ohne dass sie genau wussten, was einzelne Worte oder auch Sätze bedeuten. Das merkt man manchmal, denn neben dem starken englischen Akzent hört man häufiger mal die falsche Betonung. Mein persönliches Highlight ist der Sketch mit den amerikanischen Touristen in Bayern, die ein sehr traditionelles Gasthaus besuchen. Vor jedem Gang treten zwei Ankündiger in bayerischer Tracht (Eric Idle und Graham Chapman) auf, die von traditioneller Musik begleitet werden und Sprüche bringen wie: „Wir haben die Karte übergeben in Bavaria – ja, in Bavaria, wo die Bäume aus Holz sind.“ oder „Wir haben sie (die Touristen) nass gemacht in Bavaria – ja, in Bavaria, und jetzt haben sie Schiss.“
Biolek ist in dieser Episode auch zu sehen und zu hören, zum einen spricht er den Kommentar zu einer ungewöhnlichen Olympiade (mit Disziplinen wie „Marathon der Blasenschwachen“ oder „200m-Brustschwimmen für Nichtschwimmer“) und er spielt einen Arzt in der Ärzteversion von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“.
Anlässlich des Todes von Alfred Biolek wollte ich das nur mal angemerkt haben. Über alle anderen Erfolge des Fernsehmachers haben andere schon genug geschrieben. Natürlich kannte ich ihn von klein auf vom Fernsehen. Wieder einer „von damals“, der seinen letzten Auftritt gehabt hat.
Der geneigte Leser mag es vielleicht wissen, aber zum Phantastischen Projekt gehören nicht nur einer, sondern mehrere Videokanäle, die nach unterschiedlichen Interessen geteilt sind: der eigentliche Videokanal vom Projekt, EXPEDITION R, Summertime Parcs, die ErlebnisPostille und die Flat Flute Divers. Und jetzt haben wir da etwas, das den Titel „Das Phantastische Spiel“ trägt. Aber was ist das?
Jeder der unterschiedlichen Kanäle ist nach Interessen ausgerichtet. Der eigentliche Kanal vom Phantastischen Projekt behandelt so ein bisschen die Hintergründe des Projekts, sowie allgemeine Dinge, Filme, Comics und mehr aus dem Gebiet von Fantasy, Science Fiction und manchmal auch darüber hinaus. Die EXPEDITION R hatte bislang den Schwerpunkt hauptsächlich auf dem Europa-Park, aber so langsam wollte ich das ausbauen. Die ErlebnisPostille geht um Reisen und Erlebnisse rund um den Planeten. Bei Summertime Parcs geht es um Unterkünfte auf Reisen, ursprünglich Ferienparks, aber auch das ist mittlerweile erweitert. Und zuletzt die Flat Flute Divers, hier geht es natürlich ums Tauchen und um die Umwelt. Dabei laufen auf allen Kanälen auch Geschichten, die erzählt werden, damit das ganze so eine Art Edutainment-Format wird. Bei Summertime Parcs wurde in einer Folge „das Spiel“ eingeführt, ein merkwürdiges Brettspiel, das eine Art Eigenleben zu führen scheint. Es stellt Aufgaben und verlangt dessen Lösung. Bisher hat das nur den Protagonisten von Summertime Parcs, Melville Gannett, betroffen.
Doch nun ist es anders. Ich möchte mal ein Experiment wagen, denn in dieser Saison wird eine Geschichte über alle Kanäle des Projekts hinweg erzählt. Das Spiel trickst die Mitglieder des Phantastischen Projekts aus, so dass Jack T. Greeley von der ErlebnisPostille den Kasten öffnet – und auf einen Schlag befinden sich die vier in der Welt des Spiels. Jetzt geht es darum, die angefangene Partie zuende zu spielen. Dabei bekommen die vier unterschiedliche Aufgaben gestellt. Aber warum geht es? Was passiert, wenn die erste Figur das Ziel erreicht?
Bisher gab es tatsächlich einzelne „Crossover“ zwischen den Kanälen. Aber eine lange Storyline über die Kanäle hinweg habe ich bisher noch nicht gemacht. Aber es ist etwas, das ich schon länger mal ausprobieren wollte. Dieses Jahr bietet die fast ideale Gelegenheit, denn solange der Shutdown noch andauert, kann ich keinen neuen Content produzieren, vielleicht wird die Wartezeit auf diese Weise überbrückt.
Auf YouTube werden die Episoden der Geschichte in einer Playlist gesammelt, die auf jedem Kanal veröffentlicht wird. So kann man der Handlung folgen. Natürlich werden die Kapitel auch bei https://tube.phan.pro, unserem Vlog, präsentiert. Dort gibt es auch die Möglichkeit, den Newsletter zu abonnieren, um keine neue Folge zu verpassen.
Wie lange die Geschichte läuft, kann ich noch nicht ganz absehen. Aber Stoff gibt es für ein paar Wochen. Und ganz am Ende soll auch der Kanal ASTROCOHORS mit eingebunden sein… aber das steht noch in den Sternen.
Wenn ein Wortbeitrag mit den Worten „Wie blöd ist die Menschheit eigentlich?“ anfängt, lohnt es sich in den meisten Fällen nicht, noch weiterzulesen. Der Ton ist schon gesetzt: Alle sind blöd, nur ich nicht. Wenn in dem Beitrag dann auch noch Halbwahrheiten mit dem Brustton der Überzeugung, garniert mit ein paar Beleidigungen in Richtung der Bundesregierung („Kanzlerkasperle“), dargeboten werden, weiß man: Hier geht es nicht darum, sachlich zu informieren, sondern nur um blanke Stimmungsmache. Dieser Beitrag wird gerade auf verschiedenen sozialen Medien geteilt, es handelt sich um einen Screenshot, der selbst von Facebook oder Twitter zu kommen scheint. Genau nachvollziehen kann man das nicht, denn eine Quelle wird – Überraschung! – natürlich nicht angegeben. Das große Problem sind die Halbwahrheiten und Gerüchte, die hier verbreitet werden. Da der Beitrag mittlerweile auch bei mir gelandet ist, sehe ich mich genötigt, hier ein paar Klarstellungen zu schreiben. In dem Beitrag geht es um die Wiederverwendung von FFP2-Masken.
Nach der Einstiegsbeleidigung mit der Frage, wie blöd die Menschheit eigentlich sei, heißt es in dem Beitrag: „Seit mehr als 50 Jahren werden FFP2 Masken (sic!) produziert, erforscht, verbessert, überprüft und deren Auswirkungen auf den Körper. Seit mehr als 50 Jahren steht in der Packungsbeilage das Ergebnis aus 50 Jahren Erfahrung u.a.: …“ Der Satz ist inhaltlich eine Katastrophe (es kann nicht seit 50 Jahren die Erfahrung aus 50 Jahren in der Packungsbeilage stehen, denn diese Erfahrung von 50 Jahren muss ja erstmal gemacht werden) und leitet eine Auflistung ein, in der es unter anderem heißt, FFP2-Masken schützen nicht vor Keimen, seien als Medizinprodukt nicht geeignet und dürfen nicht wiederverwendet werden.
Nach dieser Aufzählung folgt die Bemerkung, „das Kanzlerkasperle“ (sic!) habe gesagt, die Experten hätten sich die letzten 50 Jahre geirrt, „FFP2 Masken“ (sic!) schützen alle vor allem und am besten, wenn man sie bei 80 Grad im Ofen trocknet.
Der Zweck dieses Beitrags ist klar: Die Maßnahmen der Regierung anzugreifen und lächerlich zu machen. Nun kann man sicherlich die Maßnahmen der Regierung, beziehungsweise auch der Länderchefs kritisieren (langsame Durchsetzung, uneinheitliche Konzepte, „Wettlauf“ der Länder um die Schulöffnungen, um nur ein paar zu nennen), aber so eine Kritik sollte dann wenigstens klar, eindeutig und vor allem fundiert sein. Der geteilte Beitrag spielt vor allem mit der Empörung der Bürger und wird Wasser auf die Mühlen der Maßnahmengegner sein. Vor allem werden „der Regierung“ Worte in den Mund gelegt („FFP2-Masken schützen alle vor allem“), die so nie gefallen sind. Kein Wunder, dass keine Quelle für den Inhalt des Beitrags angegeben ist. Schauen wir uns die Behauptungen mal im einzelnen an.
Es wird behauptet, FFP2-Masken seien nicht als Medizinprodukt geeignet. Und hier sehen wir schon ein Problem: Die Auflistung sieht so aus, als sei sie aus irgendeinem Datenblatt abgeschrieben. Ich hätte das Datenblatt gerne selbst gesehen, um zu überprüfen, ob das, was da behauptet wird, wirklich so wortwörtlich drin steht. Ich habe nun ein Datenblatt der Firma 3M gefunden, in dem es sogar heißt FFP2- und FFP3-Masken seien für die „Pandemievorsorge“ geeignet (Quelle: hier). Eine andere Firma vertreibt FFP2-Masken sogar ausdrücklich als „medizinische Atemschutzmaske“ (Quelle: hier). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schreibt: „FFP2-Masken müssen mindestens 94 % und FFP3-Masken mindestens 99 % der Testaerosole filtern. Sie bieten daher nachweislich einen wirksamen Schutz auch gegen Aerosole.“ (Quelle: hier) Und genau das ist der Knackpunkt: Bei der Übertragung gerade auch des Corona-Virus sind die Aerosole das Ausschlaggebende. Das Virus bewegt sich in Tröpfchen mit (zum Beispiel wenn ein Mensch hustet oder niest und kleine Tröpfchen – eben Aerosole – aus Mund und Nase geschleudert werden). Um das Virus aufzuhalten, reicht es also, die Aerosole zu filtern. Und das erfüllt die FFP2-Maske (und noch besser die FFP3-Maske). Tatsächlich werden FFP2-Masken ja im medizinischen Bereich verwendet.
Ein zweiter Teil des Beitrags geht auf den Umstand ein, dass man FFP2-Masken nicht wiederverwenden darf. Das ist sogar grundsätzlich richtig, das schreibt auch das BfArM: „Grundsätzlich sind FFP-Masken vom Hersteller als Einmalprodukte und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen.“ (Quelle: siehe oben) Das Problem ist aber, und das hat auch das BfArM erkannt, dass FFP2-Masken nicht gerade billig sind. Wenn man also eine Anordnung herausgibt, wie es im Bayern gemacht wurde, dass in bestimmten Bereichen (öffentliche Verkehrsmittel, Geschäfte) der Zutritt nur noch mit FFP2-Masken gestattet ist, verursacht man ein Problem bei den Bevölkerungsschichten, für die die Anschaffung von ausreichend Masken finanziell schwierig ist1. Man weiß, dass die FFP2-Masken ein Einmalprodukt sind, aber man weiß auch, dass diese schlicht aus Gründen der Not mehrfach verwendet werden. Das könnte allerdings ein neues Problem verursachen, wenn Menschen Masken mehrfach tragen, die mit Keimen belastet sind, deswegen hat das BfArM eine Studie der Fachhochschule Münster gefördert, in der es darum ging festzustellen, ob eine Wiederverwendung unter bestimmten Bedingungen wohl doch möglich wäre.
Das Team, das für die Fachhochschule Münster geforscht hat, besteht aus Virologen, Mikrobiologen, Hygienikern, Chemikern, Physikern, Gesundheitsökonomen und Designern der FH Münster und WWU Münster. Das heißt, es waren Menschen am Werk, die sehr wohl wussten, was sie taten. Herausgekommen ist eine Empfehlungsbroschüre mit dem Titel:
„Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch im Rahmen einer epidemischen Lage„
Das klingt doch schon mal etwas anders als das, was der anonyme Schreiber des Ursprungsbeitrags hingerotzt hat. Erstens wird sehr deutlich klar gemacht, dass FFP2-Masken weiterhin Einmalmaterial sind. Das heißt, Betriebe, die Arbeitsbereiche haben, in denen FFP2-Masken Vorschrift sind, müssen weiterhin genügend Masken zur Verfügung stellen und dürfen diese nicht wiederverwenden. Es geht rein darum, ob bei der Verwendung im Privatgebrauch, wo die Bedingungen natürlich nicht so hart sind wie in einem beruflichen Umfeld, Ausnahmen gemacht werden können. Und das auch nur im Rahmen einer epidemischen Lage.
Die Möglichkeiten wurden wissenschaftlich untersucht, nicht nur im Bezug auf die Viruslast, sondern auch im Bezug auf das Material der FFP2-Masken. Denn was nutzt es, wenn ich durch Erhitzen im Backofen zwar alle Viren abtöten kann, die Maske dabei aber zerstöre. Dabei wurden zwei Möglichkeiten herausgearbeitet. Die eine ist, die Maske frei aufzuhängen und an der Luft trocknen zu lassen (allerdings muss sie für 7 Tage hängen bleiben). Die zweite ist, die Maske bei 80° C für 60 Minuten im Backofen aufzubereiten. Die Methode im Backofen ist allerdings ungeeignet für FFP2-Masken, die ein Plastikventil haben.
Wenn man FFP2-Masken für den Privatgebrauch auf diese Weise aufbereitet, kann man sie bis zu fünf Mal wiederverwenden. In der Broschüre wird auch vorgeschlagen, wie man FFP2-Masken mit der „7-Tage-Methode“ richtig verwenden kann. Außerdem werden noch allgemeine Hinweise gegeben, also zum Beispiel wie so eine Maske richtig getragen wird, wie man die Dichtigkeit überprüfen kann und mehr.
Das heißt, von dem hochempörten Beitrag, der die Menschheit en gros für blöd erklärt, Halbwahrheiten über gemachte Aussagen verbreitet und ansonsten nur für schlechte Stimmung sorgen will, bleibt nichts übrig. Wie so häufig. Wie gesagt, es gäbe sicher Gründe, konstruktive Kritik zu üben, aber die Empfehlung, FFP2-Masken für den Privatgebrauch aufzubereiten, ist wissenschaftlich fundiert.
Für die Freunde des Bewegtbildes hier noch ein paar Videoempfehlungen im Rahmen der Corona-Pandemie:
Update: Inzwischen habe ich einen Artikel gefunden, der einen Informationszettel enthält, in dem es um FFP2-Masken und die Wirksamkeit gegen Viren geht. Ob sich der Originaltext exakt auf diesen bezieht, weiß ich natürlich nicht, aber der Zettel kommt dem nahe, was da behauptet wird. Allerdings ist es so, wie ich schon geschrieben hab: Es kommt darauf an, dass die FFP2-Maske die Aerosole filtert. Der Zettel plus Erklärung findet sich bei MIMIKAMA: „Doch, FFP2-Maske schützt! Und zwar indem sie Partikel filtert„.
1= In dem Zusammenhang: Ich finde die Bezeichnung „sozial schwach“ für Menschen, die sich in dieser Situation befinden, eine Katastrophe. Das Problem ist hier nicht das „Soziale“, sondern das Geld. Solche Menschen wären also „finanziell schwach“, bzw. „monetär schwach“. Ich denke, es gibt mehr reiche Menschen, die man als „sozial schwach“ bezeichnen könnte.
Die Episode 8 der STAR-WARS-Reihe ist das, was man gemeinhin „kontrovers“ nennt. Teilweise wurden sowohl der Regisseur als auch die Schauspieler vom toxischen Teil der STAR-WARS-Fans heftig angegangen, was ein wenig tragikomisch ist, denn in diesem Film gibt einen Handlungsstrang, der von diesen toxischen Fans erzählt. Diesen Handlungsstrang wollen wir uns hier mal ansehen.
Es fällt mir schwer, für diesen Beitrag eine jubelnde oder auch nur nachdenkliche Überschrift zu finden. Ich denke „Das Ende von 2020“ trifft es ganz gut. Es erinnert an alte Filmserials aus den 1930er und 1940er Jahren, bei denen der Titel der letzten Episode gern mal „Das Ende des [Bösewichts]“ hieß und damit versprach, dass der Bösewicht nun endlich bekommt, was er verdient. Das Leben ist zwar kein Filmserial und nur weil 2020 vorbei ist, heißt das noch gar nichts. Aber vielleicht dürfen wir uns einen kleinen Strahl Hoffnung gönnen.
Das vergangene Jahr hat uns das Beste und das Schlechteste der Menschheit gezeigt. Wir haben erfahren, dass die Menschen, die sich um ihre Mitmenschen sorgen, zum Glück immer noch in der Mehrheit sind. Wir mussten aber auch lernen, dass diejenigen, denen andere ziemlich egal sind (man erinnere sich nur an: „Es trifft eh nur Alte und Kranke, lasst die doch sterben!“), das in einem wortwörtlich menschenverachtenden Sinn meinen. Wissensfeindlichkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit sind weiter verbreitet, als wir befürchtet haben. Aber nun sind wir gewarnt und können reagieren.
Ich hoffe, dass es mit 2021 nun aufwärts gehen kann. Danke an diejenigen, die so unablässig daran arbeiten, dass es besser wird und die sich dabei teilweise selbst in Gefahr bringen. Noch ist es nicht überstanden, aber wenn wir zusammenhalten, kriegen wir das hin.
Eine ruhige Zeit für die letzten Tage es Jahres 2020 und viel Kraft für alle, damit 2021 ein besseres Jahr wird.
Man kann ja nicht sagen, dass Heikedine Körting, die Chefin von EUROPA Hörspiele nicht umtriebig war. Neben Hörspielkultserien wie „Die drei ???“, „TKKG“ oder „Fünf Freunde“ produzierte sie für das Label noch Serien zu Kinofilmen, zum Beispiel „James Bond“ und „A Nightmare on Elm Street“ (!). Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Hörspiele von Flash Gordon, die im Zug des Filmes von Dino DeLaurentiis erschienen.
Tatsächlich hatte es zuvor schon Mitte der 1970er Jahre Flash-Gordon-Hörspiele gegeben. Aber erst mit dem Kinofilm nahm das richtig Fahrt auf. EUROPA war das Meisterstück gelungen, nicht nur die Rechte an der Handlung zum Flash-Gordon-Film und dessen Titellied (!) zu erwerben, sondern auch die Rechte für eine Fortführung der Reihe, basierend auf den Comics von Alex Raymond. So sind insgesamt 10 Folgen entstanden, bevor die Reihe endete, ohne die Handlung zu einem Ende zu bringen. Schauen wir mal kurz drüber.
Flash Gordon – Der Superstar im Reich der Sterne: Diese Folge deckt die Handlung des Kinofilms ab – Flash Gordon, Doktor Zarkov und Dale Arden fliegen nach Mongo, treffen auf Barin und Vultan und mit ihrer Hilfe stürzen sie den Imperator Ming. Ming verschwindet durch die magische Kraft seines Rings. Am Ende des Hörspiels fällt Flash auf, dass jemand den Ring mitgenommen haben muss.
Mings Rückkehr: Diese Folge dient als unmittelbare Fortsetzung der Kinofilmhandlung – Ming kehrt mit der Hilfe seines magischen Rings zurück. Flash und seine Gefährten setzen alles daran, den Ring zu zerstören, um Ming eine erneute Rückkehr zu verwehren. Zwei Dinge sind in diesem Hörspiel interessant, zum einen wird der von F. J. Steffens gesprochene Magier, der Ming mit Hilfe des Rings zurückholt, als „klein, grün und mit Ohren wie ein Esel“ beschrieben – was so grob dem Aussehen von Yoda aus „Star Wars“ entspricht. Zum anderen ist die Verräterin, die Mings Ring an sich bringt und so dessen Rückkehr erst ermöglicht, eine Person mit Namen Gräfin Sonja. Dabei handelt es sich um eine Figur, die im dritten Flash-Gordon-Serial von 1940 eingeführt wurde, dort ist sie eine Spionin für Ming in Barins Palast. Die Episode wurde geschrieben von H. G. Francis, der sich unter anderem einen Namen als Autor der Science-Fiction-Reihe „Perry Rhodan“ machte.
Die Sklavenjäger des Ming: Flash Gordon und seine Gefährten sind auf der Flucht vor Ming. Unterschlupf finden sie bei Barin in Arboria (oder auf Arboria?). Aber auch hier sind sie vor Nachstellungen nicht sicher. Doktor Zarkov wird zudem von einem wilden Tier (einem wilden Eichhörnchen!) gebissen und muss zur Behandlung ins Eisland Frigia.
Sieg über tödliche Gefahren: Ming hält Flash Gordon für tot und streckt seine Klauen nach Arboria aus. Sein Ziel: Er will das Kind von Barin und Aura, also seinen Enkel, in seine Hand bekommen. Flash hat allerhand zu tun, um das zu verhindern. Schließlich erfährt Ming jedoch, dass sein Todfeind noch lebt und Gordon beschließt, Arboria zu verlassen, um Barin, Aura und ihren Sohn nicht in Gefahr zu bringen.
Die Verräterin aus dem ewigen Eis: Flash Gordon und Dale Arden gehen in den Norden, ins Königreich Frigia. Die Herrscherin hier ist Königin Fria, eine glühende Anhängerin von Ming. Flash muss also seine wahren Ansichten vor ihr verbergen, während es gleichzeitig darum geht, einen geheimnisvollen Attentäter zu überführen. Außerdem treffen er und Dale Arden Doktor Zarkov wieder.
Brukka, der Feuergott: Auch im hohen Norden findet Flash keine Ruhe – Dale und Zarkov sind in die Hände der Riesen gefallen, die einem unheimlichen Wesen, dem „Feuergott“ dienen. Flash und Fria müssen zusammenarbeiten, um die Freunde zu retten.
Das grüne Ungeheuer: Ein riesiges Tentakelmonster bedroht Frigia. Flash, Dale, Zarkov, Fria und ein Team machen sich auf, es zu bekämpfen. Dabei kommt es allerdings zum Konflikt zwischen Fria und Dale, der Grund ist – wie es damals so üblich war – natürlich Flash. Am Ende des Hörspiels sehen Flash und seine Freunde ein, dass sie Frigia verlassen müssen, während Fria Rache schwört und vorhat, Ming einzuschalten.
Flucht zur Erde: Der Verrat von Fria kommt gleich am Anfang der Episode zum Tragen, Dale wird von Ming entführt, um Flash Gordon in eine Falle zu locken. Außerdem plant Ming einen Angriff auf die Erde. Flash hat nicht mehr sehr viel Zeit, doch dann macht er die Zeit zu seinem Verbündeten. Am Ende dieser Episode wird Ming (offenbar) hinters Licht geführt und dazu gebracht, sein eigenes Raumschiff zu sprengen, was das erneute Ende des Diktators bedeutet. Oder tut es das?
Die Bestie aus dem Weltall: Zurück auf der Erde werden Flash Gordon, Dale Arden und Doktor Zarkov Zeuge merkwürdiger Ereignisse. Ein amerikanisches Schiff wird von amerikanischen Flugzeugen beschossen. Die Besatzung des Schiffes macht einen merkwürdigen Eindruck. Schließlich stellen unsere Helden fest, dass diese unter dem Einfluss eines fremden Wesens stehen, das Menschen als Wirtskörper für die Eiablage braucht.
Das Tor des Unheils: Flash Gordon goes „Stargate“ – und das lange bevor es „Stargate“ überhaupt gab. Auf der Erde wird ein Teleportertor errichtet. Das Gegenstück dazu steht auf Mongo und wie Flash und seine Gefährten von Königin Fria erfahren, wurde Ming in Folge 8 wohl doch nicht in die Luft gesprengt, er lebt und will jetzt die Erde erobern. Flash gelingt es, das Teleportertor zu sprengen…
…doch dann war es vorbei. Folge 10 war die letzte der Reihe, schnörkellos wurde sie beendet, ohne die Erzählstränge zu einem Ende zu bringen. Es gibt Gerüchte, dass noch weitere Hörspiele produziert wurden, aber die Verkäufe wohl soweit zurückgegangen waren, dass sich eine Veröffentlichung nicht mehr gelohnt habe. Ob es diese Produktionen wirklich gegeben hat, weiß ich nicht (und selbst wenn, stellt sich immer noch die Frage, wie weit fortgeschritten die Produktion schon war – waren die Folgen wirklich schon fertig produziert, oder befanden sie sich noch in einer Vorstufe?). Auf jeden Fall schienen EUROPA die Verkaufszahlen von „Flash Gordon“ nicht mehr zu passen und man zog den Stecker.
Die Qualität der Hörspiele, die allesamt aus der Feder von besagtem H.G. Fancis stammen, ist unterschiedlich, aber meiner Meinung nach ist kein „Totalversager“ dabei. Was aus heutiger Sicht so ein bisschen merkwürdig wirkt, ist diese ständige Eifersüchtelei zwischen den verschiedensten weiblichen Figuren, die sich allesamt um Flash streiten. Davon abgesehen hat die Serie sehr spannende Momente.
Natürlich – wie man das von einer EUROPA-Produktion erwartet – wirkten auch hochkarätige Sprecher mit: Horst Frank, ein bekannter Schauspieler und Charakterdarsteller mit markanter Stimme, war der Erzähler. Flash Gordon wurde von Lutz Mackensy gesprochen, den man ungefähr zur gleichen Zeit im Fernsehen in der Serie „Der Androjäger“ sehen konnte und der später Horatio Caine in der deutschen Version von „CSI: MIAMI“ seine Stimme lieh. Doktor Zarkov (diesmal ohne Vornamen) bekam seine Bassstimme von Gottfried Kramer, der in der Hörspielreihe von „Tim und Struppi“ bei Maritim Kapitän Haddock sprach. Heidi Schaffrath war die Sprecherin von Dale Arden, deren ebenfalls markante Stimme in vielen Hörspielen, Synchronrollen und anderen Audioproduktionen zu hören war. Und last but not least Jürgen Thorman, der Imperator Ming nicht nur im Hörspiel, sondern auch im Kinofilm sprach (er ist übrigens der einzige Sprecher, der aus der Kinofilmproduktion in die Hörspielreihe wechselte1).
Die Musik stammte aus dem Archiv von EUROPA, deswegen hörte man auch so viele Melodien, die man zum Beispiel auch von den „Drei ???“ kannte. Einzig das Titellied, eine Coverversion von „Flash“ von Queen, blieb natürlich dieser Reihe vorbehalten.
H.G. Francis hat sich bei der Bearbeitung des Stoffes „Flash Gordon“, teilweise sehr exakt an die Vorlagen von Alex Raymond gehalten. Dabei sind ein paar Dinge mit reingerutscht, die heute natürlich etwas merkwürdig antiquiert wirken. Sagen wir es mal so, den Bechdel-Test würden wahrscheinlich nicht alle Folgen so ganz bestehen. Würde man so eine Reihe heute produzieren, müsste man da mehr überarbeiten und vor allem für mehr Konsistenz sorgen. Raymond hat eben, das habe ich auch schon geschrieben, eher spontan gearbeitet.
So verbreiten diese Hörspiele heute einen gewissen Hauch von Nostalgie.
1= Interessanterweise hat man in der deutschen Variante des Films noch mehr den Bezug zu „Star Wars“ hergestellt. Man findet fast alle Synchronsprecher von Hauptfiguren aus dem einen auch im anderen Film, nämlich Hans-Georg Panczak (Luke Skywalker / Flash Gordon), Wolfgang Pampel (Han Solo / Prinz Vultan), Heinz Petruo (Darth Vader / Klytus) und Frank Glaubrecht (Prinz Barin / Lando Calrissian).
Auch wenn es aus deutscher Perspektive so gewirkt hat, aber Flash Gordon war nie wirklich so ganz weg. Wie ich in den anderen Artikeln schon schrieb, lief die Comicserie munter weiter. Nach den Serials der 1930/40er Jahre wurden noch weitere Serien – diesmal fürs Fernsehen – produziert. Außerdem wurden die Serials zunächst zu Filmen umgearbeitet, dann aber ebenfalls im Fernsehen ausgestrahlt. Damit sie nicht mit der laufenden Fernsehserie „Flash Gordon“ verwechselt wurden, erhielten sie eine neue Titelergänzung, nämlich das Wort „Space Soldiers“. Das erste Serial hieß damit also vollständig „Flash Gordon – Space Soldiers‘ Adventures on Planet Mongo“, das zweite „Flash Gordon – Space Soldiers‘ Trip to Planet Mars“ und das dritte „Flash Gordon – Space Soldiers conquer the Universe“.
Eigentlich war es dann George Lucas, der Flash Gordon zurück auf die große Leinwand bringen wollte. Aber er konnte die Rechte nicht erwerben und schrieb daher „Star Wars“. In „Star Wars“ sieht man schon die Inspirationen, die Lucas eindeutig aus den alten Serials bekam. Am deutlichsten ist das zu sehen an dem Vorspann mit der davonfliegenden Schrift, das wurde nämlich bereits in „Flash Gordon conquers the Univers“ und in dem 1939 erschienenen Serial „Buck Rogers“ gemacht. Aber der Erfolg von Lucas‘ Film führte dazu, dass Ende der 1980er Jahre wieder ein Kinofilm mit Flash in Angriff genommen wurde, produziert von Dino DeLaurtentiis.
Die Handlung: Der Mond gerät langsam aus seiner Bahn und nähert sich der Erde. Das verursacht eine Reihe von Naturkatastrophen auf dem Planeten. Niemand außer dem ehemaligen NASA-Wissenschaftler Doktor Hans (sic!) Zarkov hat eine Erklärung, und dessen Erklärung klingt arg weit hergeholt: Eine außerirdische Macht greift die Erde an. Er baut eine Rakete, doch Munson, sein Assistent, weigert sich, einzusteigen und läuft davon. Zufällig macht aber ein kleines Flugzeug eine Notladung bei seinem – besser gesagt, in seinem – Labor. An Bord befinden sich der Football-Spieler Flash Gordon (Quarterback bei den New York Jets) und die Reiseleiterin Dale Arden. Zarkov zwingt sie unter Waffengewalt in seine Rakete, da er jemanden braucht, der mit ihm die Kontrollen bedient.
Eigentlich will er Gordon gehen lassen1, damit er der Welt berichtet, dass Zarkov unterwegs ist, den Angriff abzuwehren, aber ersterer versucht, den Doktor zu überwältigen. In dem Handgemenge prallt Zarkov gegen den Startknopf und die Rakete fliegt mit allen drei an Bord ins All.
Sie geraten in ein fremdes Kraftfeld, den „imperialen Vortex2„, in dem die seltsame Welt Mongo liegt, dem Herrschaftsbereich von Ming dem Gnadenlosen. Kaum gelandet werden sie auch schon dem Herrscher vorgeführt, in dessen Palast gerade eine Audienz stattfindet. Flash macht eine unbedachte Bemerkung, dass er Ming für einen „armen Irren“ hält. Ein Roboter gibt sie sofort an den Diktator weiter. Ming will Dale Arden für sich als „Kaiserin der Stunde“, Zarkov soll umprogrammiert werden und in der Geheimpolizei arbeiten und Flash soll hingerichtet werden. Die Hinrichtung findet auch statt, aber Mings Tochter Aura hat Gefallen an dem Erdenmann gefunden und funkt dazwischen. Sie bringt Flash zu ihrem Geliebten, Prinz Barin von den Baummenschen. Hier erlebt der Erdling einige Abenteuer und bringt schließlich einige Bewohner Mongos gegen Ming auf.
„Flash Gordon“ ist ein besonderes Erlebnis als Film. Die Ästhetik ist sehr den Comics von Alex Raymond angepasst, die Handlung in gewisser Hinsicht allerdings in die Gegenwart geholt. Es ist nun also kein fremder Planet / Komet mehr, der sich der Erde nähert, sondern Ming, der „seine geistigen Kräfte“ auf den Erdmond projiziert. Außerdem sind ein paar Figuren dazugekommen, die der Comic (und die Serials) nicht kannten: Klytus beispielsweise, die linke Hand des Imperators. Es ist fast ein Witz, aber Klytus wurde eindeutig von Darth Vader aus „Star Wars“ inspiriert, auch er trägt eine Maske und… nunja, ist die linke Hand eines Imperators. Allerdings hat Klytus‘ Maske ein bewegliches Kinnstück, bei dem man ihn reden sieht. So gesehen hat also ein Film, der von „Flash Gordon“ inspiriert wurde, wiederum einen Film über Flash Gordon inspiriert.
General Kala, die Kommandantin der Palastwache, stammt ebenfalls nicht aus den Comics. Ansonsten treffen wir Prinzessin Aura, Prinz Barin und Prinz Vultan von den Falkenmenschen wieder. Der Film folgt den Ereignissen aus Comic und Serial „so ungefähr“, Flash begegnet Barin, beide werden zu Vultan in seine schwebende Stadt gebracht, von dort aus geht es quasi zum Angriff auf Mings Palast. Das ganze wird mit passendem Pathos und – wie schon erwähnt – mit passender Kulisse und passenden Kostümen erzählt.
Zwei neue Elemente der Handlung, die ich besonders raffiniert finde, sind Zarkovs Tragödie und Mings Versuch, Flash auf seine Seite zu ziehen. Zarkovs Tragödie besteht darin, dass dieser erfährt, dass er genau das Falsche gemacht hat. Der Angriff auf die Erde war kein wirklicher Angriff, sondern nur ein Test. Hätten die Erdbewohner es für Naturkatastrophen gehalten, wäre alles gestoppt worden und sie wären verschont geblieben. Da Zarkov aber bewiesen hat, dass die Bewohner der Erde fähig sind, Raketen zu bauen und ihm – Ming – gefährlich werden können, muss die Erde vernichtet werden.
Der Versuch Mings, Flash auf seine Seite zu ziehen, geschieht, nachdem der Imperator die flüchtigen Erdenmenschen in Vultans Stadt gestellt hat. Er bietet Flash ein Königreich an. Nicht irgendein Königreich, sondern die Erde! Ming geht davon aus, dass die Erdenmenschen leicht zu regieren sind, nachdem sie kurz vor der Vernichtung standen. Flash lehnt natürlich ab.
Am Ende gibt es da noch etwas, das ich schon als Kind nicht verstanden habe, aber da war ich wohl eindeutig Captain-Future-geschädigt. Als der Angriff auf Mings Palast beginnt, stellt Flash eine Uhr ein, auf dem man sehen kann, wieviel Zeit der Erde noch bleibt. Mir stellten sich dabei zwei Fragen: Erstens, woher weiß Flash, wieviel Zeit der Erde noch bleibt? Und zweitens: Zeit noch bleibt bis was genau passiert? Und hier spielt meine Erfahrung von „Captain Future“ eine Rolle, dort wurde nämlich erklärt (Lernen durch Science Fiction, yeah!), dass es eine Grenze gibt, wenn sich zwei Himmelskörper einander nähern. Wird diese so genannte Roche-Grenze unterschritten, bricht der kleinere Himmelskörper unter der Einwirkung der Gezeitenkräfte des größeren auseinander. Da der kleinere Himmelskörper aber davor schon zusammengestaucht wird, kann man nicht „den einen“ Punkt ausmachen, ab dem dieser Himmelskörper auseinanderbricht, er fängt bei Annäherung quasi an zu zerbröseln, bevor seine Stabilität den Gezeitenkräften nicht mehr standhält und er ganz auseinanderfällt. Würde der Mond sich der Erde nähern, wäre die Roche-Grenze rechnerisch irgendwo zwischen 18.000 und 9.000 Kilometer von der Erde entfernt (der Mond ist normalerweise zwischen 350.000 und 400.000 Kilometer entfernt3). Da der Mond aber ein relativ unflexibles Stück Felsen ist, würden schon vor der Roche-Grenze große Stücke aus ihm herausbrechen, mit der gleichen Geschwindigkeit auf die Erde zustürzen und dort große Verwüstungen verursachen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Gezeitenkräfte des sich nähernden Mondes natürlich auch Auswirkungen auf die Erde hätten. Man muss es den Drehbuchautoren anrechnen, dass sie etwas neues in die Geschichte einbrachten (statt dieser „Komet / Planet, der sich der Erde nähert“-Geschichte), aber die Idee mit dem sich nähernden Mond war wohl nicht ganz zu Ende gedacht. Haben die sich vorstellt, dass nichts passiert, solange sich Mond und Erde nicht berühren? Das Gegenteil wäre der Fall, auch wenn der Mond kurz vor der Roche-Grenze wieder „umkehrt“, würden die Trümmerstücke auf der Erde großen Schaden anrichten. Außerdem hätte sich die Masse des Mondes reduziert und damit auch die Balance, in der sich Erde und Mond derzeit befinden.
Vermutlich denke ich zu viel drüber nach. Aber sowas hat mich tatsächlich damals schon beschäftigt. Meinen Spaß an dem Film hat es nicht getrübt.
Eine Sache noch: Flash Gordon kommt, wie ich auch schon bemerkte, aus einer recht rassistischen Vergangenheit. In diesem Film ist davon bis auf die Namensgebung allerdings nichts mehr übrig. Ming der Gnadenlose wird nicht als Asiate dargestellt, der Schauspieler, der ihn spielt, ist der Schwede Max von Sydow. Er hat zwar – wie in den Comics – eine Glatze und die Augenbrauen sind geschminkt, um Ming ein leicht teuflisches Aussehen, aber mehr ist da nicht. In späteren Inkarnationen hat man Ming sogar grüne Hautfarbe gegeben, um ihn völlig außerirdisch wirken zu lassen.
Der Film „Flash Gordon“ war eindeutig darauf hingearbeitet, dass er eine Fortsetzung erhalten sollte. Der Darsteller von Prinz Vultan, Brian Blessed, hat bei einer Convention gesagt, der zweite Teil sollte der Handlung des Serials von 1938 folgen und Flash gegen Ming und Azura, die Königin der Magie, kämpfen. Ming wiederum sollte durch seine eigenen magischen Kräfte überleben. Am Ende des Films wurde er von Gordon schwer verletzt, so dass er seinen eigenen magischen Ring gegen sich selbst richtete und sich scheinbar auflöste. In der allerletzten Szene vor dem Abspann, während schon der Schriftzug „The End“ eingeblendet ist, sieht man allerdings, wie eine fremde Hand den Ring aufhebt. Neben dem „The End“ erscheint ein Fragezeichen und man hört Mings Lachen. Dann beginnt der Abspann. Eigentlich ist es schade, dass es nie zu einer offiziellen Fortsetzung kam. Die Gründe, die die Fortsetzung verhinderten, werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben.
Und last but not least: die Filmmusik. Die geniale Musik von „Flash Gordon“ stammt von Brian May, dem Komponist von Queen. Auch ohne den Film dürften viele Leute das von Freddie Mercury gesungene „Flash! A-haaa!“ des Titelliedes kennen. Es war ein genialer Schachzug, den Soundtrack von einer Rockgruppe schreiben und singen zu lassen und so für noch mehr Verbreitung zu sorgen.
Der Film feierte dieses Jahr sein 40jähriges Jubiläum. Und jetzt fühle ich mich alt. Deswegen möchte ich diesen Artikel jetzt beenden, denn alte Menschen müssen früh ins Bett. Mir gefällt der Film, was mit Euch ist, weiß ich nicht, ich kann mich nicht um alles kümmern.
1= Zarkov will Gordon gehen lassen, weil Dale leichter ist. Wenn man es genau bedenkt, eigentlich eine logische Entscheidung.
2= Im deutschen wird „kaiserliche Galaxis“ daraus. Ein „Vortex“ ist schlicht und ergreifend ein Wirbel und so wie es aussieht, sollte es sich dabei tatsächlich weder um ein fremdes Sonnensystem noch um eine Galaxis handeln, sondern um etwas, mit dem Ming in der Lage ist, durch das Weltall zu „reisen“.
3= Alle Werte gerundet.
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