Aus aktuellem Anlass: Attentatspornografie mit BILD TV

Als ich noch in die Schule ging, war ich Mitglied der dortigen Schülerzeitung. Und wie es so ist, wenn man Teenager ist, so langsam beginnt man die Welt um sich herum anders zu begreifen als vorher. Zum Beispiel wurde mir unter anderem durch die Werke von Günter Wallraff bewusst, dass die so genannte BILD-„Zeitung“ kein harmloses Quatschblatt ist, das halt ab und zu mal übertreibt und hauptsächlich als Unterhaltung anzusehen ist, sondern dass dort Menschen hauptberuflich wahre Ereignisse in ihren Berichten verdrehen und verfälschen und so auch schon Existenzen vernichtet haben.

Da ich selbst in meiner Kindheit in einem Haushalt aufwuchs, in dem in den 1970er Jahren diese „Zeitung“ jeden Tag auf dem Wohnzimmertisch lag, hatte ich auch ein paar unangenehme Erinnerungen, denn das, was ich als Kind dort las, machte mir Angst. Später begriff ich, dass das natürlich die Absicht der Schreiberlinge dieses Pamphlets war. Es ging nie darum, Fakten zu vermitteln, sondern Emotionen. Sehr genau wurde vorgeschrieben, was man zu empfinden hatte. Person X böse. Habt Angst vor Minderheit Z! Politiker Y gut. Und falls sich jemand fragt, wer das Fundament für die Verschwörungsmythoswirrwutzis (zumindest mit)gelegt hat, die der Gesellschaft heute so Probleme machen, der findet auch hier die Antwort: Wie selbstverständlich hat die so genannte BILD-„Zeitung“ wirrsten Unsinn als wahre Tatsachen verkauft. Ich erinnere mich noch an die Schlagzeilen anlässlich der „Planetenparade“, die irgendwann in den 1970ern stattfand. Bei diesem Ereignis stehen alle Planeten unseres Sonnensystems in einer Reihe hintereinander, wie Perlen auf einer Schnur. Da die Umlaufzeiten der einzelnen Planeten sehr unterschiedlich sind, kommt so ein Ereignis nur sehr selten vor. Und wenn man es genau nimmt, passt das Bild nicht so richtig, denn wirklich „direkt hintereinander“ standen die Planeten wohl nur bei einem Ereignis im Jahr 1128, bei allen anderen Paraden waren sie „dicht zusammen“ (und wer sich mit Astronomie beschäftigt, der weiß, dass „dicht zusammen“ in astronomischen Maßstäben immer noch verdammt weit von einander entfernt ist). In BILD gab es damals mehrere Artikel, an die ich mich noch gut erinnern kann, weil sie darüber spekulierten, was das Ereignis bedeuten könnte: ERDBEBEN!! FLUTEN!! KATASTROPHEN!! UND WAS NOCH??? Denn wenn die Planeten alle so dicht zusammen sind, dann beeinflussen sie sich gegenseitig!! Wer’s nicht glaubt, der soll doch das BILD-Horoskop lesen, da wird ja auch davon berichtet, wie die Planeten das Leben der Menschen beeinflussen!!1 Gewaltige Kräfte wirken auf die Erde ein und wer weiß, was dann passiert.

Naja, BILD hätte nur mal ernsthafte Astronomen fragen müssen, dann hätten sie gewusst, was passiert: Nichts. Auch wenn die Planeten so nah zusammen kamen wie schon lange nicht mehr, waren sie doch immer noch weit genug von einander entfernt, als dass sie sich beeinträchtigen könnten. Aber das gab halt keine schmissige Schlagzeile. Wobei das doch mal nett wäre, ein Schlagzeile im Stil von: ASTRONOMEN SICHER: „PLANETENPARADE“ WIRD UNSER LEBEN NICHT BEEINTRÄCHTIGEN! ALLES WIRD SO SEIN WIE IMMER!

Gesellschaftlich absolut inakzeptabler Journalist (Symbolbild).
Photo by Andrés Gómez on Unsplash

Regelmäßig wurde damals auch von Außerirdischen berichtet, die die Erde besuchten und sogar Lebenstipps gaben. In einem Bericht sollen die Außerirdischen einem Zeugen zugerufen haben: „Was als Krebs bekannt ist, kommt von den Zähnen.“ Raffiniert, was? Eine Aussage, die konkret genug erscheint, so dass sie wirklich eine Hilfe sein könnte, auf der anderen Seite aber wiederum zu vage ist, als dass man irgendwas damit anfangen könnte. Natürlich alles Unsinn, wer sich ernsthaft damit beschäftigt weiß, dass es „den Krebs“ nicht gibt, sondern dass unter diesem Begriff viele unterschiedliche Tumorerkrankungen zusammengefasst sind. Deren Ursachen sind genauso unterschiedlich. Aber unabhängig davon blieb natürlich bei manchen Menschen eines hängen: Außerirdische haben die Erde besucht und sind real. Wundert sich da noch jemand, dass die übelsten Verschwörungsmythen, die eigentlich manchmal eine ganz gute Science-Fiction-Geschichte ergeben würden, als Wahrheit in den entsprechenden Kreisen verbreitet werden? Der YouTuber „Bücheronkel“ nimmt es regelmäßig auf sich, solche wirren Geschichten zu lesen und satirisch einzuordnen, zum Beispiel, wenn „Trump und die Außerirdischen … weltweit Kinder [retten]“ (Video vom Bücheronkel, hier Video bei der GWUP mit weiterführenden Links).

Dass dieser Quatsch Schaden anrichtet und angerichtet hat, ist eine Sache. Es gibt aber noch etwas, das wesentlich dunkler ist – sozusagen die dunkle Seite der dunklen Seite der Macht. Deswegen darf in dieser Aufzählung natürlich Heinrich Bölls berühmtes Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (Untertitel: „Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann“) nicht vergessen werden, das die bekannte Vorbemerkung enthält:

Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.

Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum, dtv Verlagsgesellschaft, 1. Edition (1. Januar 1976), ISBN 978-3423011501

Böll hat die Methoden dieser „Zeitung“, die er selbst am eigenen Leib erfahren musste, in seinem Roman dargestellt. Günter Wallraff hat in späteren Büchern (die Trilogie „Der Aufmacher – Der Mann, der bei BILD Hans Esser war“, „Zeugen der Anklage“ und „Das BILD-Handbuch“) bestätigt, dass es sich hierbei nicht um Versehen oder schlampige Arbeitsweisen handelt, sondern um Vorsatz. Es werden eben nicht nur hanebüchene Geschichten geschrieben, sondern tatsächliche Ereignisse verdreht und zurechtgebogen, um einem widerwärtigen Narrativ zu folgen. Es wird ein Feind ausgemacht und eine Geschichte dazu erzählt. Wenn die Fakten nicht passend, werden diese entweder passend interpretiert oder auch einfach erfunden.

Daher darf last but not least genauso natürlich eines der bekanntesten Zitate in dem Zusammenhang nicht fehlen:

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.

Max Goldt über die Bildzeitung, Mein Nachbar und der Zynismus, in: Der Krapfen auf dem Sims, Alexander Fest Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8286-0156-1, Seite 14

Warum schreibe ich das aber alles? Ganz einfach: Als ich damals alle diese Texte über die Arbeitsmethoden dieser „Zeitung“ las und mich daran erinnerte, wie real für mich als junger Jugendlicher die absurden Ängste waren, die in den Artikeln geschürt wurden, da verfiel ich der Illusion, dass das irgendwann ja mal vorbei sein muss. Wie kann es sein, dass ein Schmierblatt permanent das Leben und die Existenz von Menschen in den Dreck zieht und / oder vernichtet und ungeschoren davon kommt? Als ich älter wurde, in den 1980er Jahren, zeichnete sich die kommende Informationsgesellschaft bereits ab und auch in meinem Freundeskreis herrschte die Hoffnung, dass die Gesellschaft sich weiterentwickelt und sich derartiges von selbst erledigt.

Als vor einigen Jahren das „BILDblog“ gegründet wurde, war das ein erstes Zeichen, das sich das Thema nicht nur nicht „erledigt“ hatte, sondern immer noch relevant war. Die Reaktion einiger Redakteure der BILD-„Zeitung“ sprach dann auch Bände, denn trotz aller Beweise des Gegenteils wurde stramm behauptet, in den Artikeln dieses Machwerks würde nicht gelogen. Und jetzt geht es leider weiter. BILD macht ab morgen Fernsehen. Oder besser gesagt, „Fernsehen“, um im Bild zu bleiben (Pointe durchaus nicht unbeabsichtigt). Wir laufen damit tatsächlich Gefahr, anstatt einer fortgeschrittenen Gesellschaft, die vielleicht auch mal wieder zivile Diskurse über Meinungsverschiedenheiten führt, die deutsche Variante der amerikanischen Dreckschleuder „Fox News“ zu kriegen. Wie schlimm es ist und wieviel schlimmer es noch kommen wird, berichten Mats Schönauer und Moritz Tschermak bei Übermedien unter dem Titel: „Das kommt dabei heraus, wenn ‚Bild‘ Fernsehen macht„. Es handelt sich dabei um einen Auszug aus ihrem Buch „Ohne Rücksicht auf Verluste – Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet“. Und mit einem Zitat aus diesem Buch möchte ich diesen Artikel beenden:

Das hat sie offensichtlich nicht daran gehindert, heute mit dem „Todesdrama bei Familie Jauch“ aufzumachen und um den bigotten Zusatz „Traurige Weihnachten für den TV-Liebling“ zu ergänzen. Mit Verlauf: Ich verbringe kein trauriges Weihnachten, aber insbesondere meine Frau und unsere Kinder sind über Ihre Berichterstattung traurig, entsetzt und sehr wütend. Mit dieser Art widerlichen Voyeurismus knüpfen Sie an die dunkelsten Zeiten der BILD an, die ich inzwischen für überwunden hielt.

Günther Jauch in einem Brief an BILD-Chefredakteur Julian Reichelt, zitiert nach Mats Schönauer, Moritz Tschermak: Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet, Kiepenheuer und Witsch 2021, ISBN 978-3462053548, Seite 8

Nicht nur Sie, Herr Jauch, ich hatte auch gedacht, dass diese Zeiten überwunden seien. Stattdessen haben wir den Rückwärtsgang eingelegt und fahren mit Karacho darauf zu. Helft bitte mit, die Notbremse zu ziehen, bevor wir an die Wand fahren. Klärt darüber auf, was passiert. Der Artikel bei Übermedien ist dabei eine Hilfe, das dazugehörige Buch natürlich auch, genauso wie das BILDblog.

Das Buch von Mats Schönauer und Moritz Tschernak kann man hier bestellen: Ki-Wi Verlag (das ist kein Affiliate-Link, er führt direkt zur Seite des Verlags Kiepenheuer und Witsch – der Betreiber dieser Webseite erhält dafür nichts… außer vielleicht ein paar Karmapunkten, falls Ihr an dergleichen glaubt).

Hier nochmal alle relevanten Links:


1= Bevor es zum Aufschrei kommt, nein, die Verbindung zwischen den Katastrophen, die die „Planetenparade“ angeblich verursachen soll und dem täglichen Horoskop in der BILD-„Zeitung“ hat nicht die „Zeitung“ selbst hergestellt. Das habe ich hier als Witz geschrieben, denn es ist völlig gleich. Die Horoskope solcher Tageszeitungen werden nicht „ermittelt“ (oder wie auch immer die Astrologen auf ihre ständig falschen Vorhersagen kommen), die saugt sich eine Schreibkraft aus den Fingern.

Die Auswüchse des Kapitalismus: Geld mit noch mehr Geld kaufen

Liebe Leserin, lieber Leser, ich weiß nicht, ob Dir ein Mann bekannt ist, der sich selbst „Crazy Russian Hacker“ nennt. Falls nicht, möchte ich ihn gerne vorstellen. Sein bürgerlicher Name – zumindest wenn man der englischen Wikipedia trauen darf – ist Taras Vladimirovitsch Kulakov, kurz Taras Kul. Er wurde 1987 in der Ukraine geboren, also noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. 2006 kamen er und seine Familie in die USA. 2009 richtete er seinen ersten YouTube-Kanal ein. Seither sind noch zwei weitere Kanäle dazu gekommen, der erfolgreichste hat im Moment 11 Millionen Abonnenten.

Ja, ich höre es schon: „Alles schön und gut, aber warum erzählst Du das?“ Weil ich dem Kanal seit längeren folge, seine Veränderungen miterlebt habe und auch den Sturz in ein Loch, das man als „Kaninchenbau des Extremkapitalismus“ bezeichnen kann. Taras Kul hat auf seinem Kanal „CrazyRussianHacker“ mit Wissenschaftsexperimenten und so genannten „Life Hacks“ angefangen, das hat sich aber mittlerweile drastisch geändert. Heutzutage zeigt er Dinge, die er auf eBay oder AMAZON gekauft hat und testet diese. Immer häufiger sind da allerdings sehr merkwürdige Sachen dabei. Und immer häufiger fallen ziemlich hohe Beträge. Da werden mal eben „Junk Drawers“ (also eine ziemlich wüste Sammlung von Sachen, die andere Leute nicht mehr haben wollen) im Wert von mehreren hundert Dollar gekauft. Immer wieder sind auch Edelmetalle dabei, Silber, Gold und Platin.

Photo by Jp Valery on Unsplash

Die Sache, der ich aber diesen Artikel widmen möchte, ist etwas, das schon etwas länger her ist und mich ehrlich gesagt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. Wenn man die Geschichte des Kanals verfolgt, stellt man fest, dass Taras Kul ganz im Kapitalismus amerikanischer Prägung aufgegangen ist. Wie schon erwähnt wird eingekauft, was das Zeug hält und in Videos präsentiert. Dabei kann es sein, dass er auch mal mehrere Videos täglich zu YouTube hochlädt. Hier habe ich mich schon gefragt, was er mit dem ganzen Krempel macht. Es gibt Dinge, von denen er explizit sagt, dass er sie behält (er sammelt zum Beispiel Messer), aber gerade wenn er die Testvideos macht, sind auch Dinge dabei, die nicht oder nicht gut funktionieren. Was passiert mit diesen Sachen?

Außerdem sammelt er Münzen, vorzugsweise echte Silbermünzen. Vor einiger Zeit präsentierte er allerdings einen Geldschein, den er auf eBay erstanden hatte. Es handelte sich dabei um eine Tausend-Dollar-Note. Er hat sie für das vierfache des Nominalwertes erstanden.

Ja, lasst das mal sacken: Da ist ein Mensch, der ein Stück Papier, auf dem drauf steht „Wer dieses Papier im Laden zeigt, kriegt Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von tausend Dollar.“, für 4000 Dollar gekauft. Glaubt Ihr mir nicht? Hier ist das Video, in dem er den Schein zu einem Münzladen bringt, um ihn schätzen zu lassen. Bei Sekunde 13 sagt er, wieviel er dafür bezahlt hat. Aber das ist ja noch nicht alles. Der Münzladen hat den Schein zum Schätzen eingeschickt, damit festgestellt wird, was er einem Sammler in diesem Zustand wert ist.

Und jetzt haltet Euch fest: Es sind 4800 Dollar (Quelle: Video hier)!

Was zur Hölle ist das? Kapitalismusception? Geld wurde ursprünglich mal erfunden, damit man nicht immer die Tauschgüter umrechnen und sich fragen muss, wieviel Hühner wohl ein Schwein ergeben. Es war ein Mittel zum Zweck. Aber jetzt ist die Menschheit soweit, dass ein bedrucktes Blatt Papier, auf dem steht „Eine Kuh Wert“ gegen vier Kühe eingetauscht werden kann, weil das Blatt Papier besonders schön aussieht und es noch nicht so viele Leute in der Hand hielten? Vor allem finde ich den Unterschied krass: Kul kauft ja eben auch Goldbarren und Silbermünzen. Die haben einen echten Materialwert (der ebenfalls durch die Knappheit dieser Materialien bestimmt wird, aber das ist nochmal was anderes). Wenn er beispielsweise eine dieser Münzen einschmilzt, hat er Silber mit einem gewissen Gegenwert. Der Tausend-Dollar-Schein ist und bleibt ein Stück Papier. Es handelt sich nicht einmal um ein Kunstwerk. Kein Rembrandt oder Picasso hatte ihn in der Hand und hat ihn bemalt. Er stammt aus einer Druckerpresse, so wie viele andere Scheine auch. Der Staat garantiert, dass man Waren und Dienstleistungen für das Stück Papier bekommt – in der Höhe des aufgedruckten Betrags. Aber offenbar gibt man inzwischen gern viel mehr Geld aus, um nominal weniger Geld zu haben. Es ist nicht zu fassen.

Ach übrigens, ich hätte da ein besonderes Angebot: Einen Fünf-Euro-Schein aus meiner Geldbörse, zusammengefaltet. Stammt aus der Zeit von vor der Pandemie! Ja, seit Beginn der Pandemie zahle ich hauptsächlich bargeldlos, seither blieb dieser Schein unberührt in meinem Geldbeutel. Er ist kunstvoll geknickt, und zwar von mir selbst. Das zusammen macht ihn unglaublich wertvoll. Und zwar so ungefähr… 55 Euro pro Monat. Wer sich auf unserer Patreon-Seite (klick hier) für das Level „Sinnlos. Völlig sinnlos.“ anmeldet, der bekommt den Schein zugeschickt, auf Wunsch auch mit Autogramm (von mir). ABER SCHNELL MACHEN !!!!einself!!!! Schließlich gibt es diesen Schein NUR EINMAL!!!

PHANTUM – Folge 1: Die PHANTUM-Bedrohung

Was ist „PHANTUM“? PHANTUM ist ein Podcast, ein ganz neuer Podcast. So neu, dass wir immer noch mit der Luftpolsterfolie spielen. Heute ist Jubiläumstag beim Phantastischen Projekt, deswegen wollen wir viel Neues auf den Weg bringen. Eine neue Sache ist eben ein Podcast. Und hier – TADA! – ist er:

Tatsächlich ist PHANTUM ein Akronym für „Phantastisches, herausragende Angelegenheiten, Neuigkeiten, Tiefsinniges und mehr“. Es soll dabei unter anderem um die Themen gehen, die auf dem Videokanal vom Phantastischen Projekt bislang zu kurz gekommen sind. Und das ist nicht die einzige Neuigkeit heute! Wie sagt man auf Englisch so schön? Stay tuned…

PHAN.PRO – Das Jubiläum

Sechsunddreißig Jahre, frisch und froh, mit dem Projekt nur weiter so… Ja, so hätte der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger es wohl ausgedrückt. Vorausgesetzt, er würde mein kleines Projekt kennen und es wäre ihm Wert, etwas dazu zu sagen. Mit anderen Worten: Emil Steinberger hat das so nie gesagt, ich habe ein Zitat aus einem Sketch genommen, verändert und hier eingesetzt, weil ich nicht wusste, was ich sonst schreiben soll. Die letzten anderthalb Jahren waren nun mal echt… speziell.

Letztes Jahr hätte das Projekt eigentlich einen runden Geburtstag gehabt, aber der hat sich ja dann erledigt gehabt. August 2020 war noch fester im Griff von Corona, als wir das jetzt sind. Die Inspiration fehlte, das Jubiläum richtig zu begehen, dann holen wir das halt eben dieses Jahr nach. Auch wenn die Pandemie noch immer nicht vorbei ist. Bei dem, was ich jetzt zu berichten habe, wird mancher, der das hier liest, vielleicht den Kopf schütteln.

Chaos und Ordnung. Photo by Brett Jordan on Unsplash

Denn es gibt eine neue Reihe und ein paar neue Strukturen. „Was“, höre ich so machen fragen, „schon wieder neue Strukturen?“ Ja. Ich fürchte, kaum einer hat mich da wirklich verstanden. Es gingen bei mir schon Beziehungen in die Brüche, weil ich „so ordentlich“ sei. Nein. Bin ich nicht. Ich verursache Chaos, das ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen zu sortieren versuche. Ansonsten geht alles durcheinander. Beim Projekt ist das jetzt nötig. Jedenfalls meinem Gefühl nach, und da es mein Projekt ist, kann ich machen, was ich will.

Über die Jahre hinweg haben sich ein paar Reiseseiten im Projekt entwickelt. Eine davon wird einen neuen Titel erhalten und sie alle werden zusammengefasst unter der Bezeichnung „Quadrivium Club„. Die Transferarbeiten sind noch nicht alle abgeschlossen, aber ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird. Die Seiten sind:

Die große Videoseite tube.phan.pro wird mit acels.phan.pro verschmolzen und bringt ab sofort in chronologischer Reihenfolge alle Videoreihen des Phantastischen Projekts zusammen. Damit gibt es allerdings auch keine „Fremdvideos“ mehr (das Archiv dieser Videos wurde hier eingerichtet). Ausnahmen bilden die Videos des Kanals vom Phantastischen Projekt, die keine ACELS-Handlung beinhalten. Die kommen nämlich ab sofort auf der Hauptseite des Projekts – womit wir bei einer weiteren Neuerung sind: blog.phan.pro wird mit der Hauptseite zusammengeführt. Alles an einem Ort.

Die Science Fiction bleibt bei ASTROCOHORS. Das zumindest ändert sich nicht.

Als neue Reihe startet heute ein Podcast vom Phantastischen Projekt mit dem ominösen Titel „PHANTUM“. Die erste Folge wird in dem Moment veröffentlicht, da dieser Beitrag erscheint. Mehr Infos darüber folgen aber auch an dieser Stelle – bald!

So viel zum Auftakt des Jubiläumstages. Zum „Quadrivium Club“ gibt es noch eine Geschichte, die auch im Verlauf des Tages erscheint. Und weiter geht’s, immer vorwärts, Schritt um Schritt…

Alfred Biolek’s Fliegender Zirkus

Der bekannte Talkmaster und Fernsehmacher Alfred „Bio“ Biolek ist heute verstorben. Ich möchte ihm in diesem kleinen Blog etwas Platz einräumen, denn er hat Anfang der 1970er Jahre etwas Erstaunliches geschafft: Er hat Monty Python nach Deutschland geholt. Damit war er der erste, das das gemacht hat, lange bevor die „Pythons“ sich an die Produktion von Kinofilmen wagten.

Die Produktion war die deutsche Version von „Monty Python’s Flying Circus“ und wurde entsprechend „Monty Pythons Fliegender Zirkus“ genannt. Graham Chapman, Terry Jones, John Cleese, Terry Gilliam und Eric Idle schrieben für zwei spezielle Folgen neue Sketche, völlig unabhängig von der englischen Originalserie. Für die erste dieser Folgen wurden die Sketche ins Deutsche übersetzt. Da aber die „Pythons“ auch die deutsche Fassung spielen sollten, griff man zu einem ungewöhnlichen Mittel. In einer Jubiläumssendung Jahre später beschrieb John Cleese, dass man den Comediens die deutschen Texte vorsprach und sie sprachen sie nach. „Wie Papageien“, so sagte Cleese, ohne dass sie genau wussten, was einzelne Worte oder auch Sätze bedeuten. Das merkt man manchmal, denn neben dem starken englischen Akzent hört man häufiger mal die falsche Betonung. Mein persönliches Highlight ist der Sketch mit den amerikanischen Touristen in Bayern, die ein sehr traditionelles Gasthaus besuchen. Vor jedem Gang treten zwei Ankündiger in bayerischer Tracht (Eric Idle und Graham Chapman) auf, die von traditioneller Musik begleitet werden und Sprüche bringen wie: „Wir haben die Karte übergeben in Bavaria – ja, in Bavaria, wo die Bäume aus Holz sind.“ oder „Wir haben sie (die Touristen) nass gemacht in Bavaria – ja, in Bavaria, und jetzt haben sie Schiss.“

Das Schloss von Arrgh aus dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ – Photo by Marleen Mulder-Wieske on Unsplash

Biolek ist in dieser Episode auch zu sehen und zu hören, zum einen spricht er den Kommentar zu einer ungewöhnlichen Olympiade (mit Disziplinen wie „Marathon der Blasenschwachen“ oder „200m-Brustschwimmen für Nichtschwimmer“) und er spielt einen Arzt in der Ärzteversion von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“.

Anlässlich des Todes von Alfred Biolek wollte ich das nur mal angemerkt haben. Über alle anderen Erfolge des Fernsehmachers haben andere schon genug geschrieben. Natürlich kannte ich ihn von klein auf vom Fernsehen. Wieder einer „von damals“, der seinen letzten Auftritt gehabt hat.

RIP.

„Das Phantastische Spiel“ – was ist das?

Der geneigte Leser mag es vielleicht wissen, aber zum Phantastischen Projekt gehören nicht nur einer, sondern mehrere Videokanäle, die nach unterschiedlichen Interessen geteilt sind: der eigentliche Videokanal vom Projekt, EXPEDITION R, Summertime Parcs, die ErlebnisPostille und die Flat Flute Divers. Und jetzt haben wir da etwas, das den Titel „Das Phantastische Spiel“ trägt. Aber was ist das?

Photo by Max Felner on Unsplash

Jeder der unterschiedlichen Kanäle ist nach Interessen ausgerichtet. Der eigentliche Kanal vom Phantastischen Projekt behandelt so ein bisschen die Hintergründe des Projekts, sowie allgemeine Dinge, Filme, Comics und mehr aus dem Gebiet von Fantasy, Science Fiction und manchmal auch darüber hinaus. Die EXPEDITION R hatte bislang den Schwerpunkt hauptsächlich auf dem Europa-Park, aber so langsam wollte ich das ausbauen. Die ErlebnisPostille geht um Reisen und Erlebnisse rund um den Planeten. Bei Summertime Parcs geht es um Unterkünfte auf Reisen, ursprünglich Ferienparks, aber auch das ist mittlerweile erweitert. Und zuletzt die Flat Flute Divers, hier geht es natürlich ums Tauchen und um die Umwelt. Dabei laufen auf allen Kanälen auch Geschichten, die erzählt werden, damit das ganze so eine Art Edutainment-Format wird. Bei Summertime Parcs wurde in einer Folge „das Spiel“ eingeführt, ein merkwürdiges Brettspiel, das eine Art Eigenleben zu führen scheint. Es stellt Aufgaben und verlangt dessen Lösung. Bisher hat das nur den Protagonisten von Summertime Parcs, Melville Gannett, betroffen.

Doch nun ist es anders. Ich möchte mal ein Experiment wagen, denn in dieser Saison wird eine Geschichte über alle Kanäle des Projekts hinweg erzählt. Das Spiel trickst die Mitglieder des Phantastischen Projekts aus, so dass Jack T. Greeley von der ErlebnisPostille den Kasten öffnet – und auf einen Schlag befinden sich die vier in der Welt des Spiels. Jetzt geht es darum, die angefangene Partie zuende zu spielen. Dabei bekommen die vier unterschiedliche Aufgaben gestellt. Aber warum geht es? Was passiert, wenn die erste Figur das Ziel erreicht?

Bisher gab es tatsächlich einzelne „Crossover“ zwischen den Kanälen. Aber eine lange Storyline über die Kanäle hinweg habe ich bisher noch nicht gemacht. Aber es ist etwas, das ich schon länger mal ausprobieren wollte. Dieses Jahr bietet die fast ideale Gelegenheit, denn solange der Shutdown noch andauert, kann ich keinen neuen Content produzieren, vielleicht wird die Wartezeit auf diese Weise überbrückt.

Auf YouTube werden die Episoden der Geschichte in einer Playlist gesammelt, die auf jedem Kanal veröffentlicht wird. So kann man der Handlung folgen. Natürlich werden die Kapitel auch bei https://tube.phan.pro, unserem Vlog, präsentiert. Dort gibt es auch die Möglichkeit, den Newsletter zu abonnieren, um keine neue Folge zu verpassen.

Wie lange die Geschichte läuft, kann ich noch nicht ganz absehen. Aber Stoff gibt es für ein paar Wochen. Und ganz am Ende soll auch der Kanal ASTROCOHORS mit eingebunden sein… aber das steht noch in den Sternen.