50 Jahre MONTY PYTHON

5. Oktober 1969: Die BBC strahlt die erste Episode von MONTY PYTHON’s Flying Circus aus. Herzlichen Glückwunsch zum 50. von unserer Seite! Eine Auswahl der besten Sketche aus der Serie gibt es hier: klick!

Umzüge

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Wer sich gewundert hat, warum hier nicht so viel gepostet wurde in letzter Zeit: Umzug! Neue Erfahrungen und so. Details liefer‘ ich nach.

Aber warum dann die Mehrzahl (Umzüge) im Titel? Ganz einfach: Nach dem physikalischen Umzug (heißt man das so) ist nun der erste digitale Umzug erledigt: Das STAR COMMAND Communiqué ist auf die neue Adresse

blog.phan.pro

umgezogen. Die alte Adresse ist aber auch immer noch zu erreichen.

Als weitere Neuigkeit: In Ergänzung der Videos von den verschiedenen Kanälen wurde hier experimentell die erste Kurzgeschichte veröffentlicht, die hinter den Kulissen des „Phantastischen Projekts“ spielt. Ein Experiment, mal sehen, wie es sich entwickelt.

STAR WARS Episode VII: Das Erwachen der Macht – Rezension

Photo by Simon Zhu on Unsplash
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Vorbemerkung: In „Das Erwachen der Macht“ passiert einiges, das man nicht unbedingt wissen möchte, bevor man den Film gesehen hat, wenn man sich die Spannung nicht verderben lassen möchte. Deswegen werde ich die allgemeine Rezension so unkonkret lassen, wie es geht. Bei einigen Punkten füge ich Zahlen an, die auf Fußnoten verweisen. Für diese Fußnoten gilt: SPOILER! Hier werde ich konkret benennen, um was es geht und auch Handlungsverläufe verraten. Also soll keiner sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt. In diesem Sinne, hier ist die eigentliche Rezension:

Es war einmal vor langer Zeit in einer Galaxis weit, weit von hier entfernt: Rund 30 Jahre nach der Zerstörung des zweiten Todessterns ist die Galaxis nicht ruhiger geworden. Luke Skywalker ist verschwunden und wird verzweifelt von seiner Schwester gesucht. Der Grund seines Verschwindens: Er hat versucht, den Jedi-Orden neu aufzubauen, doch einer seiner Schüler wurde zur dunklen Seite der Macht verführt. Daraufhin hat er das Unterrichten aufgegeben und sich auf die Suche nach dem ersten Jedi-Tempel gemacht.

In der Galaxis gibt es zwei Großmächte, die sich gegenüber stehen: Die neue Republik und die „Erste Ordnung“, die aus den Trümmern des Imperiums entstanden ist. Anführer ist der mysteriöse Snoke, sein Handlanger ist Kylo Ren, Lukes ehemaliger Schüler. Dazwischen steht der „Widerstand“, eine Kämpfergruppe, die von General Leia Organa angeführt wird und die versucht, die Erste Ordnung in die Schranken zu verweisen. Doch das wird immer schwieriger, zumal die „Erste Ordnung“ ihre neue Basis, die „Starkiller Base“, in Betrieb genommen hat. Dazu wurde ein ganzer Planet zu einer riesigen Hyperraumkanone umgebaut.

Hinzu kommt, dass Kylo Ren genauso wie Leia Luke Skywalker finden möchte. Er ist besessen von Darth Vader und will dessen „Werk“ vollenden: den letzten der Jedi zu töten. Einer der besten Piloten des Widerstands, Poe Dameron, hat nun endlich einen Hinweis auf Skywalkers Aufenthaltsort gefunden, ein Chip, den er in einem Dorf auf der Wüstenwelt Jakku ausgehändigt bekommt. Doch die Erste Ordnung ist ihm schon auf den Fersen, das Dorf wird von Sturmtruppen erobert, Damerons X-Wing schwer beschädigt und er so am Starten gehindert. Bevor er festgenommen wird, kann Poe den Chip seinem Astro-Droiden BB-8 übergeben und schickt ihn weg. Die Bevölkerung des Dorfes wird von den Sturmtruppen hingeschlachtet. Lediglich ein Truppler eröffnet nicht das Feuer: FN-2187, der zuvor einen Kameraden sterben sah und nun Zweifel an seiner Aufgabe bekommt. Obwohl ihn die Sturmtruppler-Kapitänin Phasma zurechtweist und zur Konditionierung schickt, will er bei der Drecksarbeit für die Erste Ordnung nicht mehr mitmachen. Kurzerhand holt er Poe Dameron unter einem Vorwand aus dem Inhaftierungsblock von Kylos Sternzerstörer und überredet ihn dazu, einen TIE-Jäger zu stehlen, um zu entkommen. Der TIE wird jedoch angeschossen und stürzt auf Jakku ab. FN-2187, der kurz zuvor von Dameron den Namen „Fin“ bekommen hat, ist mitten in der Wüste auf sich allein gestellt. Er läuft los und findet eine Siedlung. Dort trifft er auf die Schrottsammlerin Rey, die ihrerseits in der Zwischenzeit BB-8 aufgegriffen hat. Doch die Erste Ordnung ist nicht weit…

„Es machte den Kossalflug in weniger als vierzehn Parsec!“ – „Zwölf!“

Ich bin ein Star-Wars-Fan schon seit der Zeit, als die Filme noch den Titel „Krieg der Sterne“ trugen. Ich habe damals mit den Comics das erste „Expanded Universe“ verfolgt und später mit den Romanen von Timothy Zahn und den neuen Comics auch das zweite „Expanded Universe“ verfolgt, das nun ebenfalls für ungültig erklärt wurde. Der Schritt war zwar radikal, aber durchaus richtig, den in diesem Universum gab es ein paar Handlungsstränge, die nicht sehr gut gelungen waren (zum Beispiel kam plötzlich der Imperator wieder zurück, wobei es sich herausstellt, dass er vor seinem Tod einen Klonkörper geschaffen hatte und seine Seele einfach in diesen transferierte). Außerdem hatten die Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, Michael Arndt und J.J. Abrams so völlig freie Hand beim Entwerfen der Geschichte für die neue Trilogie, ohne sich mit allzu viel bereits geschriebenem beschäftigen zu müssen.

Und um es kurz zu machen: Ich bin begeistert von dem Film. Zwar kann man sehr viel wiedererkennen in der Handlung, aber es gibt auch viel Neues und es werden neue Wege beschritten. So wird zum Beispiel der Hintergrund von Kylo Ren genauer beleuchtet [1], anstatt ein Geheimnis daraus zu machen. Außerdem verhält sich tatsächlich mal keine Figur „idiotisch“.

Photo by Simon Zhu on Unsplash
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Oha, ein Bruch. Ja, was ist das denn? Ich weiß ja nicht, warum Sie auf diesen Artikel gekommen sind, denn ich habe ihn definitiv erst im Mai 2019 beendet, das heißt, wortwörtlich Jahre nachdem ich ihn begonnen habe. Komische Sache, was? Die ganze Zeit war dieser Artikel unvollendet geblieben, obwohl ich ihn veröffentlichen wollte, und zwar unmittelbar nachdem ich den Film gesehen hatte. Ich habe es nicht getan. Das lag allerdings nicht daran, dass ich meine Meinung über den Film geändert hätte.

NEIN!

Ich finde die Sequel-Trilogie immer noch gut und zu dem Zeitpunkt, da ich dies schreibe, freue ich mich auf Episode IX. So!

Nein, diese Kritik habe ich nicht mehr fortgesetzt zu schreiben, weil ich mich selbst nicht unter Druck setzen wollte. Ich habe „Das Erwachen der Macht“ direkt am Erstveröffentlichungstag gesehen und mich direkt noch rangesetzt, diesen Artikel zu schreiben. Dann hörte ich auf, weil ich die Filmpremiere mit einem Besuch im Europa-Park verband. Und es gab noch anderes zu sehen und zu erleben. Damit blieb die Kritik erstmal unvollendet, selbst als die Fortsetzung „Die letzten Jedi“ ins Kino kam.

Ohne es anfänglich im Sinn gehab zu haben, habe ich damit aber etwas getan, von dem ich finde dass sich so mancher Kritiker eine Scheibe abschneiden kann: Abstand gewinnen! Wirken lassen! Wieder Zuschauer sein! Ich sehe viele Kritiker – manchmal möchte ich auch „so genannte“ Kritiker schreiben -, die den Film verrissen haben und offenbar sicherstellen wollten, dass andere ihn auch schlecht finden, ohne ihn gesehen zu haben. Das gleiche gilt mittlerweile für „Die letzten Jedi“. Und ja, tatsächlich gibt es Menschen, die jetzt (knapp sieben Monate vor der Premiere!) schon wissen, dass auch Episode XI („Der Aufstieg Skywalkers“) schlecht sein wird. In einem Essay kam dann eine interessante Frage auf:

„Kann man einen Film auf eine falsche Weise sehen?“

Diese Frage würde ich mittlerweile mit „ja“ beantworten. Und damit sind wir beim Problem der „professionellen Kritiker“ – beziehungsweise auch denjenigen, die sich für sowas halten. Ich war ja ein begeisterter Fan von Doug Walker, den „Nostalgia Critic“ von Channel Awesome. Doch je länger ich mir die Reihe anschaue, desto weniger gefällt mir, was da getan wird. Seine Kritiken arten mittlerweile in Parodien aus und potenzieren so das Problem, das am Anfang der Serie nicht so ganz offensichtlich war: Der Zwang, sich auf Teufel-komm-raus über einen Film lustig machen zu müssen. Hinzu kommt der Zeitdruck, wie der Name verrät, hat der „Nostalgia Critic“ mal angefangen, indem er alte Filme verarbeitet hat, die der Erinnerung vielleicht nicht so ganz standhalten und heute eher merkwürdig wirken. Der zeitliche Abstand war groß genug und es gab keinen Zwang, sich einen ganz bestimmten Film vorzuknöpfen, wenn es noch nicht genug Ideen dazu gab.

Doch nun ist das anders: Der „Nostalgia Critic“ nimmt sich Filme vor, kaum dass sie ins Kino gekommen sind und unterliegt damit dem Druck, den ich erwähnte. Er muss nun irgendwas finden, über das er sich lustig machen kann. In die gleiche Kerbe schlägt übrigens die Reihe „Everything Wrong about“ (vom Kanal Cinema Sins), die angeblich Filme auf Filmfehler untersucht und diese präsentiert. Dabei nehmen sie es nicht so ganz genau und behaupten schon mal Dinge, die so im Film gar nicht vorkamen (wer sich darüber informieren will, der YouTuber Shaun hat verschiedene Machwerke von Cinema Sins auseinander genommen („Mad Max„, „The Empire Strikes Backund viele andere). Dass es tatsächlich viele Zuschauer dieser Videos gibt, die diesen – in meinen Augen schlechten – Parodieversuch für bare Münze und als Kritik nehmen und deswegen Filme schlecht finden, ohne sie gesehen zu haben, wird dabei mit der Ausrede „Ist doch alles nur Spaß!“ abgetan. Nein, denn wenn ich mir diese Videos anschaue, stelle ich fest, dass sie eigentlich immer weniger lustig und eigentlich nur noch boshaft sind.

Und was ich ebenso erschreckend finde, sind die radikalen Reaktionen und die Selbstüberschätzung von manchen. Die neuen Star-Wars-Filme hatten ihr Publikum und Leute finden sie gut. Dann kommt jemand daher, dem der Film nicht gefallen hat. Das ist noch legitim. Was dann folgt, allerdings nicht mehr: „Mir hat das nicht gefallen, also ist der Film schlecht!“ – „Disney schuldet den Fans eine Entschuldigung!“ – „Die Fans wollen [dies und das, siehe Fußnote 2] nicht!“

Wie arrogant und überheblich ist das denn? Eine Person, der etwas nicht gefallen hat, bildet sich ein, für „die Fans“ sprechen zu können? „Die Fans“ von Star Wars gibt es doch überhaupt nicht! Fans sind eine ungemein heterogene Gruppe, da sind alle möglichen Typen dabei. Und eben auch Leute, denen die neuen Star-Wars-Filme gefallen. Sogar Leute, denen die Prequels gefallen haben. Aber denen spricht man das Recht auf eine Meinung ab, die seien halt keine „wahren“ Fans.

Ach so?

„Wahre“ Fans… vielleicht auch „reine“ Fans? Klingt für mich wie ein Kult. Das Wort „Fan“ kommt ja ursprünglich von „fanatic“, also „Fanatiker“. Und bei manchen scheint das wirklich zu stimmen. Leider sind diejenigen, die in „wahre“ und „falsche“ Fans unterscheiden, sehr laut und sehr hartnäckig. Alles, was sie in Bezug auf Star Wars hören, wird sofort in deren Sinn interpretiert. Als Disney ankündigte, die eigentlich aufgegebene letzte Staffel von „Star Wars – The Clone Wars“ doch noch zu produzieren, wurden sofort Stimmen laut, die spekulierten, dass das Disneys Entschuldigung bei „den Fans“ sei für „Die letzten Jedi“.

Als der Trailer für „Der Aufstieg Skywalkers“ rauskam, war sofort das Geschrei groß, das könne ja nichts werden. „Dead on Arrival“ schrieb jemand, obwohl wir nicht die Spur einer Ahnung haben, was die genaue Handlung von Episode IX sein wird. Ich bedauere diese Menschen, denn sie werden nie diese Aufregung spüren wie ich sie spürte, als der Trailer ins Dunkel abblendete, es totenstill wurde… und auf einmal das Lachen des Imperators zu hören war. Ja, ich freue mich auf den Film.

Das Wort „Fanatiker“ leitet sich etymologisch von dem lateinischen „fanaticus“ ab, was wörtlich übersetzt „wahnsinnig, aber göttlich inspiriert“ bedeutet. Schade, dass es so viele „Fans“ gibt, die den Teil mit „göttlich inspiriert“ irgendwie total vermissen lassen und sich lieber dem puren Wahnsinn hingeben.

Niemand muss eine Geschichte oder einen Film mögen. Aber dann ist man halt jemand, dem etwas nicht gefällt. Man ist nicht der Sprecher für „die Fans“ oder berechtigt, eine Entschuldigung zu fordern.

Mir zum Beispiel hat der Asterix-Band „Gallien in Gefahr“ nicht gefallen. Ich fand weder die Idee zur, noch die Absicht hinter der Geschichte gut. Aber deswegen erwarte ich nicht, dass sich Uderzo persönlich bei mir dafür entschuldigt.

Können wir uns bitte wieder wie zivilisierte Menschen benehmen?

Die Fußnoten

[1] Kylo Ren ist der Sohn von Han Solo und Leia Organa. Das gibt dem Umstand, dass ausgerechnet Luke mit seiner Ausbildung versagt hat, eine besonders tragische Note und erklärt sehr gut seine Bessessenheit von Darth Vader, der ja sein Großvater ist. Muss ich das hier hinschreiben? Ja, diese Fußnote stammt noch aus den ursprünglichen Teil. Ich lass das mal da.

[2] Hier kann man verschiedene Dinge aufzählen, starke Frauenrollen, Reys Herkunft als „Nobody“, Luke, der sich von der Macht abgetrennt hat…

Das muss alles raus!

Na, gut in den November gekommen? Halloween gut verbracht? Schön, dann könnt Ihr ja mal schauen, ob Ihr von diesen Gegenständen hier was brauchen könnt! Denn ich muss rausräumen, und es gibt Dinge, die ich nicht einfach entsorgen möchte (noch dazu, da sie zum Teil originalverpackt sind). Also gibt es alle diese Sachen auf der Internet-Auktionsplattform meines Vertrauens. Klickt es doch einfach mal an:

retho-vom-see auf eBay

Die Welt ist kompliziert – und das ist auch gut so

Bei den Krautreportern gibt es einen sehr guten Text über die Komplexität der Welt und was Journalismus tun kann, um Vereinfachungen entgegen zu wirken. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung eines Textes von Amanda Ripley und Texte wie dieser sind der Grund, weswegen ich gerne einen monatlichen Beitrag zahle, um die Krautreporter zu unterstützen. Dieser spezielle Text ist allerdings auch für Nicht-Abonnenten zu lesen:

Die Welt ist kompliziert – und das ist auch gut so“ bei den Krautreportern

Aus der Abteilung „Den Schuss nicht gehört…“

Schwimmerin

Schwimmerin

Neulich war ich mal wieder auf einer Online-Dating-Plattform unterwegs. Unter den weiblichen Profilen, die ich mir ansah, ist mir eines aufgefallen, denn darin stand wie folgt:



Was ich mag:

* Strandspaziergänge
* Sonnenuntergänge
* Mit Freunden unterwegs sein
* Große, gut gebaute Männer

Was ich hasse:

* Unehrlichkeit
* Unpünktlichkeit
* Oberflächlichkeit

Aha…

Disclaimer: Der Autor dieser Zeilen ist 1,72 m groß.

YouTube, wir müssen reden… schon wieder! – Nacktheit und Pornographie

Epic Fail: Freediver Girl Doris hat Probleme mit einem Regenschirm. Screenshot von ihrem YouTube-Video.

Screenshot von YouTube: Der Kanal von Freediving Girl Doris ist gelöscht.
Screenshot von YouTube: Der Kanal von Freediving Girl Doris ist gelöscht.

Eine Frage an die geneigte Leserin, den geneigten Leser: Wer wusste, dass der erste Pilotfilm, mit dem Jim Hensons „Muppet Show“ beworben werden sollte, den Titel „Sex & Violence“ trug? Ja, richtig, so hieß er. Um es genau zu nehmen, er hieß „The Muppet Show – Sex & Violence“. Ja, „Sex und Gewalt“. Und was kam heraus? Die Sendung beginnt mit einem steinernen Schriftzug „Sex and Violence“, dazu verkündet ein Sprecher: „Ladies und Gentlemen, wir präsentieren das Ende von Sex und Gewalt im Fernsehen!“ Auftritt Crazy Harry, der den Schriftzug in die Luft sprengt.

Das ganze wurde also für einen Gag so aufbereitet, vermutlich weil Jim Henson genau wusste, dass er damit maximale Aufmerksamkeit erregen konnte. Es hat also eine sehr lange Tradition, dass man mit Titeln falsche Erwartungen schürt, die dann ganz anders aufgelöst werden. In dem Fall eben für einen Gag.

Das Problem ist, dass manche Menschen nur die Überschrift lesen und sich – wenn es um etwas geht, das sie emotional berührt – echauffieren. Wenn dann einer anderer genauer hinsieht, stellt man fest, dass davon nichts übrig bleibt. Das gibt es bei Artikelüberschriften oder bei Titeln von Videos auf YouTube. Und da sind wir beim Thema. Algorithmen sind nämlich auch so ein bisschen wie Leute, die nur die Überschrift lesen. Die Algorithmen von YouTube machen da keine Ausnahme. Wenn ein Video also einen scheinbar eindeutigen Titel trägt, kann das Ärger geben, auch wenn im Video selbst sich das ganze als Werbemasche oder Gag herausstellt. Das Problem ist nur: So ein Irrtum kann bei YouTube schwerwiegende Konsequenzen haben und bis zum Löschen des eigenen Kanals führen. Und das ist Freediver Girl Doris passiert.

Epic Fail: Freediver Girl Doris hat Probleme mit einem Regenschirm. Screenshot von ihrem YouTube-Video.
Epic Fail: Freediver Girl Doris hat Probleme mit einem Regenschirm. Screenshot von ihrem YouTube-Video.

Wie der Nickname sagt, handelt es sich bei Doris um eine Apnoetaucherin, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Videos von ihren Apnoetauchgängen gepostet hat. Sie war im Meer unterwegs oder im Pool oder im Y-40, dem tiefsten Tauchpool Europas, der in Norditalien steht. Die Videos waren unterschiedlich, oft zeigten sie Doris beim Apnoetauchen, wie sie eine bestimmte Tiefe erreichte oder eine bestimmte Zeit. Da sie Wissenschaftlerin ist, nutzte sie ihre Fanbasis auch, um aufzurufen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Es gab ein paar Videos mit Challenges zu diesem Thema. Und dann gab es Gag-Videos. Doris versuchte beispielsweise, einen Schirm unter Wasser aufzuspannen, was ihr nur leidlich gelang. Eines ihrer Videos beinhaltete eine besondere Herausforderung: Ein Striptease. OH! STRIPTEASE! ERREGUNG! AUFRUHR! Na ja, oder auch nicht. Was geschah in dem Video? Doris hatte über ihren Badeanzug noch Kleidung angezogen, tauchte in die Tiefe und versuchte, sich innerhalb eines Atemzugs dieser Kleidung zu entledigen. Das ist alles. Es gibt kein Video, das wirklich mehr nackte Haut zeigt als sie in ihrem Badeanzug oder Bikini (letzterer ist auf dem Bild über diesem Absatz zu sehen).

Seit irgendwann Anfang Dezember ist Doris‘ Kanal verschwunden. Wer ihn über die Stichwortsuche sucht, findet ihn nicht mehr, wer den Link noch hat, landet auf einer Seite, die so aussieht wie der Screenshot ganz oben. Der Kanal wurde gelöscht wegen „wiederholter oder schwerwiegender Verstöße gegen die YouTube-Richtlinie zu Nacktheit oder pornographischen Inhalten“. Was ist da passiert? Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  1. Der Algorithmus hat von allein eines ihrer Videos, das das Wort „Striptease“ im Titel trägt, gefunden, dann noch andere entdeckt und ihren Kanal an das System weitergemeldet, das den Kanal automatisch gelöscht hat.
  2. Menschen, die entweder Doris oder ihr Engagement im Bezug auf den Klimawandel nicht leiden können oder auch nur die Video-Überschriften gelesen haben, haben mit Absicht Videos gemeldet, worauf das System den Kanal löschte.¹

Freediver Girl Doris im Badeanzug - auch nicht mehr nackte Haut zu sehen. Bild: YouTube Screenshot
Freediver Girl Doris im Badeanzug – auch nicht mehr nackte Haut zu sehen. Bild: YouTube Screenshot

Wie gesagt, es gab nicht mehr nackte Haut zu sehen als in anderen Videos, in denen Menschen Badekleidung tragen, auch. Irgendwas oder irgendwer hat also das System getriggert, das daraufhin eine Entscheidung getroffen hat. Und das ist höchst problematisch. Auf Twitter hat Doris geschrieben, dass sie selbst nicht weiß, was passiert ist. Und das passt zur nicht vorhandenen Kommunikation von YouTube. Anstatt erstmal die Leute anzuhören und sie Stellung beziehen lassen, werden sofort Tatsachen geschaffen. Eine Beschwerdestelle gibt es nicht. Und wenn einem das Konto gelöscht wurde, hat man ja überhaupt keine Möglichkeit mehr, direkt mit YouTube in Kontakt zu treten. Außer man richtet ein neues Konto ein und versucht irgendwie mit dem Support Kontakt aufzunehmen, was auch nicht funktioniert (falls Ihr das nicht glaubt: Versucht mal, auf der Webseite von YouTube eine eMail-Adresse zu finden, an die man schreiben kann – irgendeine eMail-Adresse).

Was auch noch wesentlich ist: Es gibt keine Möglichkeit für die Fans eines Kanals, mit YouTube Kontakt aufzunehmen und denen zu schreiben, dass hier ein Irrtum vorliegt. Die einzige Möglichkeit ist das, was ich hier tue. Es wird nichts bringen, fürchte ich, ich möchte es aber dennoch tun. Warum? Ganz einfach: Weil das die Situation ist, die schon mal beschrieben wurde. Vor einiger Zeit wurde aus irgendwelchen Gründen ein Konto eines bekannten YouTubers mit vielen Abonnenten gekündigt. Der YouTuber hatte die entsprechende Reichweite und die Abonnenten sind auf die Barrikaden gegangen, was letztlich dazu führte, dass YouTube den Kanal wieder herstellte. Damals hieß es dann, ja, der kann das machen, aber was ist, wenn das jemanden passiert, der nicht so viel Reichweite hat? Wir wussten damals schon die Antwort: Gar nichts wird passieren. Und so ist es: Der Kanal von Freediver Girl Doris ist immer noch im Limbus verschwunden. Seit über einem Monat.

Das war der Grund für diesen Artikel. Vielleicht tauchen – Pointe nicht beabsichtigt – noch ein paar mehr auf, die die Probleme ansprechen mit dem Meldesystem. Dass echte Menschen sich die Videos anschauen sollen, bevor ein Konto gelöscht wird. Dass man mit dem Kontoinhaber erstmal Kontakt aufnimmt und ihm Gelegenheit gibt, Stellung zu beziehen. Dass Konten nicht gelöscht, sondern erstmal „auf Eis“ gelegt werden, bis dieser Prozess abgeschlossen ist. Ja, das macht alles etwas komplizierter. Aber viel freundlicher für die Produzenten, die schließlich die Inhalte herstellen, wegen derer man auf YouTube kommt.

Alternativen zu Videoplattformen jetzt mal allgemein gesprochen sind schwierig. Denn YouTube ist nun mal die Nummer 1, und wenn man Videos auf der eigenen Seite hostet, kommt man einfach nicht auf die Reichweite, zumindest nicht als „Einzelproduzent“. Ich weiß das, ich habe es mit dem Taucherblog „FlatFluteDivers“ mal versucht, aber wieder verworfen. Man muss mindestens zu mehreren sein und die Seite entsprechend bewerben können. Die Seite müsste ständig neues liefern. Man müsste einen Verbund aufmachen. Und wer steckt schon Zeit und Mühe in ein unbekanntes Projekt, wenn es auf der „großen“ Seite so viel einfacher ist? Ja, YouTube bietet einen gewissen Komfort, den man nicht so einfach einholen kann.

Und was wäre die Lösung? YouTube müsste was tun. Ob sie was tun können oder wollen, weiß ich nicht. Immerhin gab es beim Thema „Urheberrechtlich geschützte Musik“ ja schon Verbesserungen zugunsten der Videoproduzenten. Vielleicht tut sich irgendwann hier auch was. Oder wir warten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Bis dahin bleiben Kanäle wie der von Doris und einigen anderen wohl verschwunden, während man sich fragt, wie genau da gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen wurde. Und falls jetzt jemand sagt: „Ja, ein Bikini zeigt ja schon viel nackte Haut.“ Das mag sein, aber es gibt genug Videos auf YouTube, in denen ebenfalls Frauen in Bikinis zu sehen sind, und die wurden nicht gelöscht. Da sich Doris – wie bereits erwähnt – auch politisch engagiert, ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass ihr Kanal einfach nur gemeldet wurde, um ihr eins auszuwischen. Sie mag zwar nur eine Stimme unter vielen sein, die sich für Maßnahmen gegen den Klimawandel engagieren, aber jede verstummte Stimme spricht nicht mehr gegen die „Lüge!“-Brüller an, die versuchen, den Diskurs zu kapern. Außerdem gibt es Menschen, die sich einfach toll fühlen, wenn sie das Projekt eines anderen, das ihnen nicht passt, kaputt machen können.

 

CONCLUSIO: YouTube bietet viel Komfort, aber wie auch schon der Götz von Berlichingen wusste: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten!“ Gerade der Umstand, dass es nahezu unmöglich ist, mit irgendjemanden bei YouTube in Kontakt zu treten, macht es sehr schwierig. Genau aus diesem Grund sollten vor einer Löschung eines Kontos mehrere Stufen zwischengeschaltet sein, die einem Kontoinhaber die Möglichkeit geben, zu Vorwürfen Stellung zu beziehen. Juristisch gesehen macht YouTube natürlich alles richtig, die Nutzer befinden sich auf der Plattform dieses Anbieters und der hat das Recht, Leute auszuschließen, aus welchen Gründen auch immer. Genauso wie ich das Recht habe, Leute hier auszuschließen und es bei einigen Trollen auch schon tun musste. Aber hier habe ich mich persönlich davon überzeugt, dass der Troll ein echter Troll ist und das auch öffentlich kommuniziert. Von YouTubes Seite kommt nichts außer Standardphrasen.

 

 

¹ Es gibt bei jedem Video die Möglichkeit „Melden“. Wenn ein User diese anklickt, wird ihm eine Liste präsentiert, warum er das Video melden möchte, es sind so Stichworte wie „Rechteverletzung“, „Kindesmissbrauch“ oder „Spam“ dabei. Ganz oben auf der Liste: „Pornographische Inhalte“. Klickt man diesen Punkt an, kann man noch differenzieren: „Eindeutige sexuelle Handlungen“, „Nacktheit“, „Anzügliches Material aber ohne Nacktheit“, „Video mit Minderjährigen“, „Titel oder Beschreibung ist unangemessen“ und „Pornographische Inhalte anderer Art“. Gerade der Punkt „Anzügliches Material aber ohne Nacktheit“ ist sehr unspezifisch und kann für vieles benutzt werden.

 

Die Macht ist zurück im Kino: Spektakulärer Kinostart von STAR WARS Episode VIII: Die letzten Jedi

(c) Lucasfilms

(c) Lucasfilms
(c) Lucasfilms

Star Wars schreibt einmal mehr Kinogeschichte: Mit rund 1,625 Mio. Besuchern und einem Einspielergebnis von knapp 20 Mio. Euro an vier Tagen ist Stars Wars: Die letzten Jedi nicht nur mit Abstand der beste Kinostart des laufenden Jahres gelungen, sondern der zweitbeste Filmstart aller Zeiten. Das neueste Kapitel der Star Wars-Saga ist seit Donnerstag deutschlandweit zu sehen und begeistert weltweit Fans und Kritiker.

Auf faszinierende und unerwartete Weise setzt Star Wars: Die letzten Jedi die Handlung aus Star Wars: Das Erwachen der Macht fort. Im neuen epischen Abenteuer der Skywalker-Saga werden uralte Mysterien der Macht entschlüsselt und erschütternde Enthüllungen aus der Vergangenheit kommen ans Tageslicht.

Star Wars: Die letzten Jedi vereint erneut alte und neue Helden vor der Kamera: Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern und Benicio Del Toro gehören zur eindrucksvollen Besetzung des Films, der von Kathleen Kennedy und Ram Bergman produziert wurde. Als ausführende Produzenten zeichnen J.J. Abrams, Tom Karnowski und Jason McGatlin verantwortlich. Rian Johnson schrieb das Drehbuch und führte Regie.

Der Film startete am 14. Dezember 2017 im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany in den deutschen Kinos.

Quelle: The Walt Disney Company