Das Krokodil und der Helm

Zu dem Zeitpunkt, da ich das hier schreibe, war eigentlich geplant, dass ich woanders bin. Leider lief es ein zweites Mal nicht so wie gedacht. Doch diesmal war es tatsächlich meine Entscheidung, und zwar wegen der Umstände. Ich lebe in Baden-Württemberg, einem der am schlechtesten durchgeimpften Bundesländer Deutschlands. Manche bezeichnen es sogar als „Impfgegnerhochburg“ und liegen damit vermutlich nicht falsch. Was ich hier tue, wird vermutlich nicht viel nutzen, ich versuche es aber trotzdem. Und zwar möchte ich helfen, dieses Plakat weiterzuverbreiten:

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Auf den Punkt! Von Anfang an wurde kommuniziert, dass die Impfung keinen 100%igen Schutz dagegen bietet, sich anzustecken, aber dass Menschen, die sich trotz Impfung infizieren, eine wesentlich geringere Viruslast haben, die Krankheit schneller vorbei ist und was das wichtigste ist: Schwere Verläufe kommen so gut wie gar nicht mehr vor. Das Problem ist, dass Impfgegner es sich bequem gemacht haben auf dem „Bett“, das die Geimpften bereitet haben – die Ansteckungen sind gesunken und ein Stück Normalität kehrte zurück. Damals wurde allerdings schon gewarnt, wenn wir jetzt nachlassen, laufen wir in die vierte Welle. Gratulation, diese vierte Welle ist jetzt da.

Wie schon erwähnt, Baden-Württemberg ist nicht berauschend, was die Impfquote betrifft. Wenn man sich die aktuelle Karte betrachtet, gibt es eine Linie, die quer durch Deutschland geht. Alles, was südlich dieser Linie liegt, hat schlechte Impfquoten und – oh Wunder! – hohe Inzidenzen. Doch die Politik hat völlig den Mut verloren und lässt sich von einer kleinen Gruppe sehr lauter Menschen treiben, denen es egal ist, wie voll die Intensivstationen werden und wie überlastet das medizinische Personal ist. Die Landesregierung von Baden-Württemberg „empfiehlt“, Veranstaltungen abzusagen. Mehr ist im Moment offenbar nicht drin.

In meinem Landkreis gibt es ein Problem: Da ich nicht mehr der Jüngste bin, wollte ich mich erkundigen, ob ich irgendwo meine Booster-Impfung, die in den nächsten Tagen fällig ist, machen lassen kann. Nur wird das hier komplett auf die Hausärzte abgewälzt, es gibt keine Impfaktionen und keine Impfteams (sollte es diese geben, so wird das nicht offen kommuniziert, die letzte Nachricht auf der Seite des Landkreises im Bezug auf Impfungen ist die Info, dass vor knapp zwei Monaten der Betrieb des Impfzentrums eingestellt wurde). Doch die Hausärzte wollen erst ältere Menschen boostern oder Nichtgeimpfte, die sich doch noch dafür entscheiden, die erste Impfung geben. Mal ganz davon abgesehen, dass die Arztpraxen sowieso gerade einen Ansturm erleben.

In den Nachbarlandkreisen ist das anders, dort werden verschiedene Impfaktionen angeboten, im Testzentrum oder per Impfmobil auf Parkplätzen von Einkaufszentren. Ich habe mich schon gefragt, ob ich wohl als „Fremder“ einfach in einen anderen Landkreis gehen und mir die Impfung abholen darf, oder ob das nur den Einwohnern des entsprechenden Kreises vorbehalten bleibt. Darüber findet man keine Information. Aber es ist sowieso egal, denn wo auch immer ich mich umgeschaut habe, gab es schon längst keine Termine mehr.

Es ist also klar, was jetzt getan werden muss: Wieder mehr Impfangebote schaffen, dass es nicht mehr heißt „entweder – oder“ (entweder alte Menschen boostern oder alle / entweder Erstimpfungen oder Booster), und was die Kontrollen betrifft, muss sich auch etwas ändern. Von mir aus lasse ich mich als geimpfter dann eben auch wieder testen, um noch mehr Sicherheit zu kriegen. Lustiger Fakt am Rand: Österreich hat letzte Woche für diese Woche angekündigt, es würde die 2G-Regel landesweit geben (also dass nur noch Geimpfte oder Genesene zum Beispiel ins Restaurant oder ins Kino dürfen), und schon gab es letztes Wochenende lange Schlangen an den Impfmobilen, hauptsächlich mit Erstimpfungen. Interessant, dass manche Menschen den Ernst der Lage erst erkennen, wenn es an Dinge geht, die sie direkt betreffen.

Wenn wir allerdings so „weiterwurschteln“ wie bisher, werden noch mehr Menschen angesteckt und auch noch mehr Menschen sterben. Ich finde es erschreckend, gerade wenn ich aus gewissen „Strömungen“ (*hustAnthroposophie*hust) wissenschaftsfeindliche Ablehnung höre, gegründet auf ideologischen Parolen. Oder wenn es sogar heißt, dass man den Tod von Menschen „annehmen“ müsste (siehe hier – Link führt zu Twitter). Das erinnert ein bisschen an „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ – Kali fordert wohl auch heute noch Menschenopfer.

Zurück zum Ausgang: Ich kann nur jeden ermutigen, das Poster von Ralph Ruthe, das es auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Download gibt, weiterzuverbreiten. Auf der Seite gibt es noch ein zweites Motiv. Für den Eigenbedarf ist es erlaubt, dieses herunterzuladen und auch auszudrucken. Vielleicht bringt es doch noch den einen oder die andere zum Nachdenken.

Summertime Parcs – Der Anfang

Ich weiß nicht mehr genau, wie und wo ich auf die Center Parcs aufmerksam wurde. Ich weiß nur noch, dass ich meine damalige Freundin nicht lange überreden musste, dort Urlaub zu machen. Es klang sehr verlockend und war es letzten Endes auch: Urlaub in einem Ferienpark, der ein großes Schwimmbad hatte und noch andere Aktivitäten anbot. Außerdem war das meiste überdacht, so dass man auch bei schlechterem Wetter die Möglichkeit hatte, etwas zu unternehmen.

Aqua Mundo im Center Parcs Het Heijderbos. Bild: Thorsten Reimnitz

Unsere Wahl fiel auf Het Heijderbos in Heijen (Niederlande), wegen des Jungle Domes, einer Einrichtung, die nicht jeder der Parks hat. Es war ein wunderbarer Urlaub, der erste seit langem.

Abends im Bungalow saßen wir zusammen und fantasierten vor uns hin – könnte man irgendwie ein Magazin rausbringen mit Reisetipps für Ferienparks? Oder eine Videoreihe? Aufnahmen hatten wir ja schon gemacht. Hier wurde der Grundstein für das gelegt, was später „Summertime Parcs“ heißen sollte.

EUROPA-PARK – Ein Besuch mit Folgen

Sinnigerweise war es eine Reportage über die Eröffnung des Freizeitparks Euro-Disney bei Paris am 12. April 1992, die bei mir und einigen Kollegen die Idee hervorbrachte, mal wieder einen Besuch im Europa-Park zu machen. Wie das aber so ist in großen Gruppen – und vor allem beim Rettungsdienst -, es dauert alles etwas, bis man es organisiert hat.

Der Eingang vom EUROPA-PARK in den 1990er Jahren. Bild: Thorsten Reimnitz

Wir fragten uns durch den Kollegenkreis, am Ende waren wir drei, die den Weg von Überlingen nach Rust auf sich nehmen würden. Die Euphorie, die die Idee anfangs hervorgerufen hatte, wurde offensichtlich doch nicht so sehr von den Kollegen geteilt.

Keiner konnte ahnen, was dieser Besuch nach sich ziehen würde. Die Eindrücke, die in dem Park auf mich einstürmten, forderten geradezu dazu heraus, irgendwie umgearbeitet zu werden. In den folgenden Jahren ging ich immer häufiger in den Park und ließ mich inspirieren. In einem ruhigen Eck in einer ruhigen Minute ist so manche Geschichte entstanden. Und mehr…

Und das alles begann hier, an diesem Tag…