Batman – The Dark Knight und andere: Parallele Dimensionen und ihre Manifestationen

Die Batman-Comic-Geschichte „Ende einer Legende“ (Original: „To Kill a Legend“) von Alan Brennert, Dick Giordano und Adrienne Roy aus dem Jahr 1981 beginnt verstörend für Bruce Wayne. Er hat einen Alptraum, in dem die Ereignisse um den Tod seiner Eltern wiederholt werden. Da er danach nicht mehr einschlafen kann, legt er das Batman-Kostüm an und begibt sich in die Nacht. Es dauert nicht lang, und er wird Zeuge eines Überfalls. Er kann die Täter überwältigen, doch einer von ihnen flieht. Er folgt ihm in eine Sackgasse, wo plötzlich Nebel aufkommt, in dem der Verbrecher verschwindet. Batman durchquert den Nebel ebenfalls – und findet sich plötzlich am anderen Ende von Gotham City wieder, genauer gesagt in der Gasse, in der seine Eltern ermordet wurden. Und gerade als ihm der Verbrecher zu entkommen droht, kommt Robin dazu und hält ihn auf. Batman ist überrascht – Robin sollte eigentlich auf dem Weg nach Europa sein.

Genau in dem Moment taucht ein Fremder auf, den Batman mit „Phantas“ (Original: „Phantom Stranger“) anredet. Er hat alles, was geschehen ist, arrangiert, um Batman eine einmalige Chance zu bieten. Es gibt, so erklärt er, viele parallele Universen, mit vielen Erden. Auf einer davon wurden 40 Jahre zuvor Bruce Waynes Eltern ermordet. Der junge Bruce schwor Rache und wurde zu Batman. 20 Jahre zuvor sah der Bruce Wayne dieser Welt, wie seine Eltern starben. Nun seien wiederum 20 Jahre vorbei, und der Zyklus wird sich auf einer dritten Erde wiederholen – Thomas und Martha Wayne werden sterben, es sei denn, Batman reist in diese parallele Welt, um es zu verhindern. Phantas hat auch eine einleuchtende Begründung: Trotz seiner ganzen Heldentaten fühlt sich Bruce immer noch mitschuldig am Tod seiner Eltern. Nun kommt er die Chance, es ungeschehen zu machen – zumindest in einer parallelen Welt.

Batman und Robin reisen in die Parallelwelt. Ihre erste Begegnung mit dem erst achtjährigen Bruce Wayne lässt Robin schmunzeln, macht ihn aber auch nachdenklich. Bruce ist ein verzogener Millionärs-Balg. Wie wird sich sein Charakter entwickeln, wenn er den Tod seiner Eltern nicht miterleben muss und nicht zum Verbrecherjäger wird? Während Batman nach Joe Chill – dem zukünftigen Mörder des Ehepaar Wayne – sucht, geht Robin in Zivil als Dick Grayson in die Bibliothek von Gotham City. Sehr zu seinem Entsetzen findet er heraus, dass es auf dieser Parallelwelt keinerlei Heldemmythologie gibt, keinen Herakles, keinen Robin Hood, nichts. Als er die Sternenkarten durchsieht, muss er feststellen, dass die rote Sonne, um die Krypton – der Heimatplanet von Superman – kreist, auch nicht existiert. Also wird es Superman auf dieser Welt nicht geben. Haben die beiden überhaupt das Recht, das Schicksal aufzuhalten und dieser Welt möglicherweise ihren einzigen Superhelden vorzuenthalten?

Als es schließlich jedoch zur Konfrontation kommt, lässt auch Robin alle Bedenken fallen. Sie greifen ein, Batman bringt den Mörder seiner Eltern zur Strecke, bevor er zuschlagen kann. Sofort taucht Phantas wieder auf und bringt sie zurück – ihre Aufgabe auf dieser Welt sei erledigt. Was aus dem jungen Bruce Wayne wird, erfahren sie nicht.

Aber der Leser erfährt es: Beeindruckt von dem Fremden im Fledermauskostüm, der ihn und seine Eltern gerettet hat, ändert sich der Charakter des Jungen. Er wird ruhiger, beschäftigt sich mit Büchern – und er trainiert, denn eines Tages wird er Batman sein, aber nicht aus Rache, sondern aus Respekt vor dem Leben.

Die Möglichkeit paralleler Dimensionen hat viele Menschen fasziniert, seit deren Existenz  – zumeist im Zusammenhang mit Science-Fiction-Geschichten – diskutiert wird. Manche gehen gar so weit, die Möglichkeit von Paralleluniversen herzunehmen, um zu beweisen, dass Gott nicht existiert. So weit möchte ich nicht gehen, mir geht es um etwas anderes, den parallelen Welten von Geschichten. Eine Geschichte kann tatsächlich in verschiedenen Parallelwelten existieren, und seit es die neuen Medien gibt, sogar noch mehr. Verschiedene Faktoren sind es, die zur Entstehung dieser Welten beitragen. Um das darzulegen, möchte ich in die Welt, oder besser gesagt, die Welten des „dunklen Ritters“ zurückkehren.

  • Batman

Batman wurde 1939 von Bob Kane und Bill Finger als Comic entwickelt. Es handelte sich um einen typischen Superhelden, der das Verbrechen bekämpft. Doch er sollte anders sein als beispielsweise Superman. Superman sah seine Berufung zum Superhelden in den besonderen Kräften, die er als Bewohner eines anderen Planeten auf der Erde hat, getreu dem Motto: „Der Gebrauch der Kräfte, die man hat, ist man denen schuldig, die sie nicht haben.“ Batman hingegen sollte ein „normaler“ Erdenbürger sein, also überlegte man sich eine Motivation für ihn. Diese wurde schließlich der Tod seiner Eltern, den er im Alter von 8 Jahren mit ansehen musste. An deren Grab schwört der junge Bruce Wayne, seine Heimatstadt Gotham City vom Verbrechen zu befreien. Er eignet sich diverse Kampftechniken und ein umfangreiches Wissen über Kriminologie an. Eine Fledermaus, die sich in sein Arbeitszimmer verirrt hat, inspiriert ihn dazu, sich die Geheimidentität „Batman“ zuzulegen und ein entsprechendes Kostüm zu tragen, das die Verbrecher in Angst und Schrecken versetzen soll. Die Motivation für seine Taten war Vergeltung für den Tod seiner Eltern. Dieses Ziel verfolgte er mitunter auch mit äußerster Gewalt.

In den 1960er Jahren änderte sich das Bild, als eine Fernsehserie und schließlich ein Kinofilm über den Mann im Fledermauskostüm entstand. Die Serie war allerdings zur Hauptsache von ihrer Selbstironie geprägt und nahm das Genre, dem sie angehörte, mehr als einmal auf den Arm. Batmans Ausrüstung wurde so unglaublich erweitert, dass sein Gürtel irgendeine Ausrüstung gegen fast alles hatte, vom „Bat-Anti-Hai-Spray“ bis zum „Bat-Taschentuch“. In der Serie ging es darum, wie Batman und sein Compagnon Robin mit der ständigen Bedrohung der Stadt durch irgendwelche Superschurken Herr werden. Haarsträubende Schlussfolgerungen führten ihn stets auf die richtige Spur, und am Schluss siegte das Gute. Batmans Motivation geriet in den Hintergrund, genauso wie die seiner Gegner, die eben einfach „Bösewichte“ waren. Man könnte sagen, in dieser parallelen Welt, die das Fernsehen erschaffen hatte, herrschte kein psychologischer Tiefgang. Vermutlich erzählt man sich hier die Legende von Robin Hood genau so, wie Mel Brooks sie in „Helden in Strumpfhosen“ dargestellt hat (und da befindet sich der hiesige Batman in guter Gesellschaft, der selbst welche trug) und möglicherweise befindet sich in der Nachbarstadt des Gotham dieser Erde das Polizeihauptquartier der „Police Squad“, in der Frank Drebbin sein Unwesen trieb.

Ende der 1980er Jahre tat sich ein weiteres Paralleluniversum auf, das wiederum ganz anders aussah, wenngleich auch wieder eine psychische Ebene ins Spiel kam. Tim Burton produzierte den ersten Film einer neuen Batman-Reihe, die es auf vier Teile bringen sollte. Die Bewohner dieser Parallelwelt hatten einen gewissen Sinn für den übermäßigen Kitsch, wenn man sich betrachtet, wie Gotham City aussieht. Aber die Motivation von Bruce Wayne, sich des Nächtens eine dunkle Rüstung anzuziehen und sich über die Dächer der Stadt zu hangeln auf der Suche nach Verbrechern, wurde wieder in den Fokus genommen. In dieser Realität waren allerdings ein paar Fakten verändert. So wurde beispielsweise der Kriminelle Jack „Joker“ Napier statt Joe Chill zum Mörder des Ehepaar Wayne.

Vor einigen Tagen kam nun der dritte Teil der so genannten „Dark Knight“-Trilogie um Batman in die Kinos. Hier wurde die Geschichte erneut von vorne erzählt, erneut mussten Thomas und Martha Wayne sterben, damit ihr Sohn zum Superhelden werden konnte. Im Gegensatz zu der humorigen Variante und der Popcorn-Kinoversion wurde alles etwas düsterer und auch realistischer dargestellt – soweit man hier von „realistisch“ sprechen kann.

  • Star Trek

Bei Star Trek hat man öfters mal mit Paralleluniversen gespielt und auch mit alternativen Zeitlinien. Meistens wurde durch irgendetwas die Zeitlinie verändert und es war die Aufgabe der Serienhelden, diese Änderung wieder in Ordnung zu bringen. Dann entschloss das Studio sich dazu, das Star-Trek-Franchise zu „rebooten“ und tat das wiederum mit einer alternativen Zeitlinie. Ich gebe zu, als „Star Trek“ in die Kinos kam, hatte ich bedenken, dass Kirk, Spock und die Besatzung der Enterprise ganz am Ende die ursprüngliche Zeitlinie wieder herstellen würden. Es war ein mutiger und richtiger Schritt, das nicht zu tun. Denn so war es nicht einfach irgendein „Reboot“, dieser Reboot passte genau in die Multiversen von Star Trek.

  • James Bond

Genau die letzte Bemerkung kann man leider auf James Bond nicht übertragen. Auch hier sah man die Notwendigkeit, einen Reboot zu machen, allerdings in einer verwirrenden Konstellation. Bond wird mit „Casino Royale“ als Agenten-Neuling in die Gegenwart geholt, die ganze Geschichte von „Doktor No“ bis „Stirb an einem anderen Tag“ hat in diesem Universum nie stattgefunden. Trotzdem ist „M“ in beiden Universen die gleiche Person.

Gut, bei James Bond hätte man noch dazu das Problem gehabt, dass eine Erklärung mit „Paralleluniversen“ überhaupt nicht reingepasst hätte. Bei aller Phantastik, die zu den Bond-Geschichten gehört, das wäre selbst für den scheinbar unsterblichen Superagenten eine Spur zu dick gewesen. Außerdem gab es ja schon zwei parallele Universen, das der Romane und das der ursprünglichen Filmreihe. In den Romanen hat Bond beispielsweise in „Man lebt nur zweimal“ ein Kind mit Kissy Suzuki, in den Filmen nicht.

Durch den Neustart ist Bond in der Gegenwart angekommen, ohne die „Altlasten“ tragen zu müssen. Man hat sich nämlich nicht getraut zu erklären, warum Bond alle paar Filme sein Aussehen ändert und dabei ständig jünger wird. Und ein Bond mit dem Aussehen von Daniel Craig, der aber seit den 1960er Jahren bereits beim MI6 arbeitet… das wäre auch schon wieder Science Fiction.

  • Kampfstern Galactica

Bei „Kampfstern Galactica“… tja. Ein weiterer Neustart und eine leichte Andeutung im Pilotfilm der neuen Serie, wo man sah, dass die Cylonen mal so aussahen, wie in der alten Serie, das war’s dann aber auch. Ansonsten schien es den Autoren eine Freude zu sein, die Elemente der klassischen Galactica völlig umzudrehen, zum Beispiel indem man aus ursprünglich männlichen Charakteren nun weibliche machte.

Mit der neuen Serie konnte ich nicht allzuviel anfangen, sie hatte einige gute Ideen, aber die Ideen, die ich nicht so gut fand, gingen mir umso mehr auf den Keks. Dieser ganze Paranoiaplot, dass Cylonen nun so aussehen können wie Menschen und man nicht weiß, ob jemand ein Cylone oder ein Mensch ist, das war mir zu viel. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass die Serie so endete, wie ich mir das Ende für die usrprüngliche Serie vorgestellt hatte. Nicht dass mich das versöhnt hätte.

  • Perry Rhodan

Ja, nicht einmal die größte Science-Fiction-Serie der Welt bleibt vom Reboot verschont. Mit „Perry Rhodan Neo“ wird die bekannte Handlung der ersten Bände in eine Welt verlagert, die unserer ähnlicher sieht als sie es in den Heftromanen tat. Immerhin griff damals Perry Rhodan bereits im Jahr 1971 in die Geschichte der Erde. Das muss man sich mal vorstellen, wäre es Realität, würde ich zur ersten Generation gehören, für die es fast von Geburt an normal gewesen wäre, zu wissen, dass es Außerirdische wirklich gibt.

  • Conclusio

Die Gedanken zu diesem Artikel trage ich schon lang mit mir herum. Sie sind unausgereift, da ich stark von anderen Dingen eingespannt war. Ich denke aber, dass so ein Wunsch nach einem „Reboot“ etwas zutiefst Menschliches ist. Wir wollen Dinge mal aus einer anderen Perspektive sehen oder dass etwas einen völlig anderen Weg nimmt. Oder man möchte es dem Zeitgeist anpassen. Damit neue Leser oder Zuseher die Möglichkeit haben, sich in dieser Welt zurecht zu finden.

 

Davon mal abgesehen – wünschen wir uns nicht manchmal, wir könnten von einem bestimmten Zeitpunkt unseres Lebens aus völlig neu starten?

STAR TREK Girl – Aha, STAR TREK lives…

In den Zeiten, als es noch nicht selbstverständlich war, dass es STAR TREK noch gab (also nach der ersten Absetzung der Originalserie), erfanden die Fans eine Phrase, die ihre Gefühle umschrieb: „STAR TREK lives!“ Tatsächlich, auch wenn es mir peinlicherweise nicht bewusst ist, scheint der Satz immer noch (oder wieder) zuzutreffen: Meekakitty, eine 20jährige junge Dame (deren richtiger Name Tessa Violet ist) hat ein Lied aufgenommen, in dem sie davon singt, für ihre große Liebe das „STAR TREK Girl“ zu sein. Der Text ist recht clever und spricht von einer Menge Kenntnis gerade über die „alten“ Serien. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet. Es sit irgendwie erfrischend, dass so ein Lied nicht dann auf den Markt kommt, wenn ein Hype sowieso auf dem Höhepunkt ist (das Video wurde am 26. Januar bei YouTube eingestellt). Erfolgreich ist es trotzdem.

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Ja, STAR TREK lives.

Hier gibt’s das Lied als Download:

Star  Trek  Girl  -  Star  Trek  Girl  -  Single

STAR TREK – Der neue Film 2009

STAR TREKIn einer fernen Zukunft: Ein Raumschiff der Sternenflotte trifft auf eine Anomalie im Weltraum, wird beschossen und schwer beschädigt. Der Kommandant des feindlichen Schiffes, ein Romulaner,  will mit dem Captain des Sternflottenschiffes verhandeln, wozu er selbigen zu sich an Bord kommen lässt. Doch der Captain wird getötet und der Feind eröffnet erneut das Feuer. Der momentane kommandierende Offizier, ein gewisser Kirk, lässt das Schiff evakuieren und schützt die davonfliegenden Notshuttles dadurch, dass er den Feind mit dem eigenen Schiff rammt. Kirk kommt dabei ums Leben, doch seine Frau entkommt, die während der Flucht einen Sohn auf die Welt bringt: James Tiberius.

Selbiger James Tiberius Kirk wächst zu einem rebellischen jungen Mann heran, der nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Dann jedoch begegnet er nach einer für ihn nicht unbedingt positiv verlaufenden Schlägerei dem Sternflottenkapitän Christopher Pike, der ihn auffordert, der Sternenflotte beizutreten. Kirk nimmt die Herausforderung an und durchläuft die Akademie in drei statt vier Jahren. Gerade zu diesem Zeitpunkt taucht das Schiff wieder auf, das 25 Jahre zuvor das Raumschiff von Kirks Vater zerstört hat. Es greift einen verbündeten Planeten an. Die Sternenflotte schickt mehrere Raumschiffe zur Unterstützung, unter anderem die nagelneue USS ENTERPRISE. Mit an Bord: James T. Kirk…

Natürlich passiert noch sehr viel mehr in dem Film, aber wenn man die Beschreibung zu ausführlich macht, läuft man Gefahr, zu viel zu verraten. Deswegen habe ich diese Rezension in zwei Bereiche aufgeteilt. Ich werde in dem ersten Abschnitt hier nicht zu sehr auf Einzelheiten eingehen, um denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, keine Überraschungen zu verraten. Ich werde rechtzeitig davor warnen, wenn der zweite Abschnitt beginnt, in dem ich dann ins Detail gehe.

Der neue Film aus der „Star Trek“-Reihe trägt den überraschenden Titel „Star Trek“, und er soll im wahrsten Sinne des Wortes das Franchise neu beleben. „Star Trek“ dümpelte seit einiger Zeit so vor sich hin, der letzte Kinofilm („Star Trek – Nemesis“) war nicht zu berauschend vom Ergebnis her und die letzte Fernsehserie („Enterprise“) wurde nach vier Staffeln eingestellt. Nun wollte man zu den Wurzeln der ursprünglichen Fernsehserie (hierzulande auch als „Raumschiff Enterprise“ bekannt) zurückkehren und zeigen, wie sich die Legenden Kirk, Spock, McCoy und all die anderen kennengelernt haben und zu den Helden, wurden die man kennt. Deswegen erhielt der Film im Vorfeld gerade von Fans einige Schelte. Natürlich würde das Design des Films modern sein, wie würde man das mit dem Canon der Serie in Einklang bringen? Überhaupt der Canon, würde sich die Handlung nicht in zu viele Widersprüche zur bekannten Serie verwickeln?

Die Antwort lautet: Nein. „Star Trek“ ist ein Film, der Spaß macht, weil man alle diese Probleme auf eine „Trek-Weise“ gelöst hat (mehr dazu im zweiten Abschnitt). Die Handlung geht sehr auf die Charaktere (allen voran Kirk und Spock) ein und man erfährt sehr viel über denen Motivation. Ehrlich gesagt, in diesem Film habe ich zum ersten Mal Spocks innere Zerrissenheit nachvollziehen können, ein Kind zu sein, das halber Mensch und halber Vulkanier ist. Fans werden die bekannten Figuren und ihre Marotten wiedererkennen, was auch den hervorragenden Schauspielern geschuldet ist. Und wer mit „Star Trek“ nicht so vertraut ist, braucht keine Angst zu haben, sich hier nicht zurecht zu finden. Die Handlung enthält viel Humor und eine ordentliche Portion Action. Die Spezialeffekte – von denen es nicht wenige gibt – stammen aus der Effektschmiede von George Lucas, ILM.

Natürlich ist auch das Design dem Zeitgeist angepasst. Man sieht und hört zwar den Geist des Originals, aber alles ist sehr modern, vom Design der Hülle der ENTERPRISE über die Ausstattung der Brücke bis zu den Uniformen. Der Film ist für Fans und Nicht-Fans gleichermaßen geeignet, natürlich vorausgesetzt man mag Science Fiction. In der Tat glaube ich, dass er geeignet ist, neue Fans für das Franchise zu finden. Ich bin begeistert und kann es nur empfehlen, sich „Star Trek“ anzusehen.

Soweit der allgemeine Teil. Nun kommt eine Werbeunterbrechung, danach geht es mit dem zweiten Abschnitt weiter. ACHTUNG! Im zweiten Abschnitt wird auf die Handlung eingegangen, wenn Sie sich also die Überraschung nicht verderben wollen, dann lesen Sie nicht weiter!

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Die „Trek-Weise“, die ich oben beschrieb, ist so einfach wie überzeugend: Die ganze Geschichte ist eine Zeitreise mit einer alternativen Zeitlinie. Zeitreisen gab es in „Star Trek“ immer schon („Star Trek IV“, TNG: „Yesterday’s Enterprise“, DS9: „Trials and Tribble-ations“ und viele mehr) und meistens war die Handlung eine Verletzung der Zeitlinie, die „repariert“ werden musste. Aus der „Classic“ Serie sticht hier „City on the Edge of Forever“ hervor, als McCoy versehentlich durch ein Zeitportal geht und einen schweren Eingriff in die Geschichte vornimmt, so dass die Föderation nie gegründet wird. Kirk und Spock folgen ihm, um das zu korrigieren.

In dem neuen Film erleben wir das ganze nun aus der Sichtweise der geänderten Zeitlinie selbst – und nichts wird repariert. Als erste Details der Handlung bekannt wurden, gab es einen Aufschrei unter manchen Fans. Kirk hat seinen Vater nie kennengelernt, weil er gestorben ist? Hat Kirk nicht mehrfach seinen Vater erwähnt bei „Classic“? Und einiges mehr. Doch durch die geänderte Zeitlinie wird das alles erklärt.

„Star Trek“ hatte bei der Themenwahl in den letzten Jahren eher nicht so das glückliche Händchen. Das Problem war, dass man Konzepte übernahm, die schon andere gemacht hatten. Das ist durchaus legitim, denn auch „Star Trek“ kann das Rad nicht neu erfinden. Allerdings hatte man bei vergangenen Konzepten vergessen, ein „Trek-Element“ mit reinzubringen. Bei „Voyager“ traute man sich an das Konzept einer Science-Fiction-Serie mit einem über mehrere Episoden reichenden Handlungsbogen heran – aber das hatte „Babylon 5“ zuvor schon mit Erfolg getan. Dann wollte man mit „Enterprise“ ein Prequel produzieren – nachdem die Prequel-Episoden von „Star Wars“ erfolgreich waren. Doch es fehlte etwas, das „Star Trek“ ausmacht. Bei „Star Wars“ beispielsweise warteten die Fans schon seit Jahren auf die Vorgeschichte, wie Anakin Skywalker zu Darth Vader wurde. „Enterprise“ hingegen war einfach „noch ’ne Serie“.

Die Idee, ein Franchise „neu zu starten“, hatten schon die Macher von „James Bond“ und „Battlestar Galactica“. Und sie hatten es mit Erfolg durchgezogen. Nun tut es also auch „Star Trek“ – und die Idee mit dem Romulaner, der aus der Zukunft kommt und die Zeitlinie verändert, bringt genau das für die Reihe typische Element mit hinein. Denn dadurch wird ein direkter Bezug zu den bisherigen Serien hergestellt. Bei Bond und Galactica wurde einfach nochmal von vorne angefangen. In welcher Relation die neuen Geschichten zu den alten stehen (ob es also zwei parallele Universen gibt, bei dem in einem James Bond wie Roger Moore aussieht und im anderen wie Daniel Craig), wird nicht erwähnt. Gut, bei Bond würde es nicht ganz passen, bei Galactica möglicherweise, aber auf jeden Fall passt es zu „Star Trek“. Der Bezug zur Originalreihe wird auch durch das Auftauchen von Leonard Nimoy als „alter Spock“ deutlich hergestellt. Genauso deutlich wird durch ihn auch auf die Geschichte hingewiesen, die nun anders verläuft, mit allen Widersprüchen, die entstanden sind. Da waren die Autoren sogar recht mutig, gerade mit den Ereignissen um Vulkan und Spocks Eltern, die einen starken Eingriff in das Universum von „Star Trek“ bedeuten. Dabei hilft die alternative Zeitlinie – von hier an ist alles erlaubt und möglich. Allerdings, und das ist auch gut so, haben es die Autoren nicht übertrieben und die bekannten Charaktere gut gezeichnet. Und die Schauspieler setzen das wunderbar um.

Stellt sich die Frage: Wird die Zeitlinie wieder repariert? Meiner Meinung nach muss sie das nicht. Und eigentlich kann sie das auch nicht. Das Problem ist: Der Auslöser für die Racheaktion der Romulaner ist ein Ereignis in einer Zukunft, die nun nicht mehr in dieser Weise existiert. Und ich habe von einer Theorie gelesen, dass man eine Zeitlinie sowieso nicht direkt manipulieren kann. Doctor Who, die Hauptfigur aus der gleichnamigen SF-Serie, würde nun sagen, das liegt daran, dass Zeit nicht linear ist, sondern mehr so „wibbly-wobbly timey-wimey“. Die Theorie, die ich meine, besagt, dass eine Manipulation an der Zeitlinie dazu führt, dass ein Paralleluniversum entsteht, während die ursprünglich Zeitlinie in einem anderen Universum erhalten bleibt. Das heißt, auch die „Star Trek“-Fans können beruhigt sein: In einem Paralleluniversum existiert die Zeitlinie, wie wir sie aus „Classic“ kennen, weiter. Wir sehen hier eben nun eine andere Variante. Und die kann man sowieso nicht ändern.

Außerdem: Was würden Sie sagen, wenn man Ihnen sagen würde, dass das Leben, wie Sie es kennen, leider nur aufgrund einer Zeitlinienmanipulation zustande gekommen ist? Würden Sie es riskieren, diese Manipulation rückgängig zu machen, ohne zu wissen, ob die Alternative wirklich besser ist?

Angeblich soll ein weiterer Film bereits beschlossene Sache sein.  Ich persönlich freue mich darauf, noch mehr Abenteuer aus dieser Zeitlinie zu sehen. Und ich kann es nur nochmal wiederholen: Der Film ist empfehlenswert.

STAR COMMAND Communiqué Nr. 6

Online-Version des Newsletters vom Phantastischen Projekt

Liebe Leserin, lieber Leser,

wieder ist ein Vierteljahr vorbei und damit Zeit für das neueste Communiqué vom Phantastischen Projekt. Und dieses Vierteljahr stand ganz unter dem Zeichen der Veränderung. Mehr dazu gibt es demnächst. Die folgenden Themen standen zwischen Januar und März 2009 an:

Nachdem David Tennant seinen Rückzug von der britischen Science-Fiction-Serie „Doctor Who“ erklärte, haben die Fans gespannt darauf gewartet, wer der neue Doktor wird. Am 3. Januar wurde das Geheimnis gelüftet.

Ein Blick auf die Ereignisse von Staffel 6 der Serie „CSI Miami“, die eine Pause einlegte und erst vor ein paar Wochen wieder aufgenommen wurde.

Zurzeit läuft die neueste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“. Eine kritische Anmerkung zum Umgang mit den Kandidaten dort gibt es in einem Artikel der FAZ, auf den in diesem Bericht hingewiesen wird.

Ein Beitrag im Stil von Bastian Sick.

Als erste der „CSI“-Serien fand die akutelle Staffel von „CSI: NY“ in einem spannenden Finale ihr Ende. Hier ein Rückblick auf die Ereignisse.

Und der dritte Rückblick, diesmal auf die bisher gesendeten Folgen der Staffel 8 von CSI.

Eine etwas andere Ansicht der „Fünften Jahreszeit“.

Angesichts der kontroversen Diskussion um Sinn und Unsinn der RTL-Serie „112 – Sie retten Dein Leben“ wird mit diesem Beitrag eine neue Artikelreihe begonnen, die die wirkliche Arbeit der Rettungsdienste beleuchten und auch aufzeigen soll, dass das Leben spannend und abwechslungsreich genug ist, als dass man da allzu viel dazu erfinden müsste.

Wenn man mit der Bildbearbeitung nicht wirklich so umgehen kann wie man möchte, dann kommen „Photoshop-Katastrophen“ dabei heraus, Bilder, auf denen irgendwas nicht stimmt. In diesem Artikel gibt es einen Hinweis auf ein Blog, das sich nur solchen Bildern widmet.

In den letzten Wochen hat der Amoklauf von Winnenden die Gemüter erregt und für allerlei politischen Blindaktionismus gesorgt. In einem offenen Brief haben sich nun die Angehörigen einiger Opfer zu Wort gemeldet. Dieser Artikel ist eine Reaktion auf den Brief.

Die ASTROCOHORS WebRoman-Reihe ist ebenfalls neu gestartet. Von Januar bis März sind folgende Episoden erschienen:

Für das zweite Vierteljahr haben wir einiges in der Planung. Mehr darüber gibt es natürlich im Blog vom STAR COMMAND Communiqué oder per eMail.

Viel Spaß beim Lesen und bis bald!

STAR COMMAND Communiqué
Redaktion

Mitglied der USS EUROPE

Wie ich zur USS EUROPE kam, ist ein großer Zufall. Durch mein wiederentdecktes „Fantum“ für Star Trek war ich auf der Suche nach Merchandise und fand im Katalog des wunderbaren Bücherversandes „Transgalaxis“ ein Kochbuch. Ja, ein Kochbuch, „Recipies through Time and Space“ hieß es. Ich habe es mir bestellt, da ich zu der Zeit gerade dabei war, nach vorne zu blicken und irgendwann mit eigener Wohnung auf eigenen Beinen stehen wollte. Also, wenn ich mich schon ein Kochbuch zulegte, warum dann nicht eins von Star Trek?

In diesem Kochbuch befand sich eine Werbeseite für den Star-Trek-Fanclub „Starfleet“, denn eine Abteilung dieses Clubs hatte das Kochbuch zusammengestellt. Ich fand das aufregend, ein Club, der wie die Sternenflotte organisiert war. Vielleicht bot sich so die Möglichkeit, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Tatsächlich fand ich auch eine Abteilung in meiner Nähe, nämlich die USS EUROPE. Und schließlich war ich im Oktober zum ersten Mal bei einem Treffen dabei, auch wenn Tübingen ein ganzes Stück von mir zu Hause weg war. Aber so war es nun mal, der Süden Deutschlands war ein großer, weißer Fleck auf der Star-Trek-Fankarte.

Der Newsletter der USS EUROPE vom Oktober 1993, zusammen mit anderen Dingen. Bild: Thorsten Reimnitz

Aus dieser Begegnung ist viel hervorgegangen, langjährige Freundschaften und ein neuer Schub für mein Projekt. Einstweilen veröffentlichte ich meine Geschichten im Newsletter der EUROPE, dem „Ambassador“.