Aktion “Grundgesetz”: Was hat Schäuble wirklich gesagt?

Nachdem die Aktion “Grundgesetz für Schäuble” (siehe hier) gut angelaufen ist und sich inzwischen auch Bundespräsident Köhler kritisch zu Wort gemeldet hatte, gibt es einige Politiker, die Schäuble in Schutz nehmen und sagen, er hätte nie die gezielte Tötung von so genannten “Gefährdern” gefordert. Also – was hat er wirklich gesagt?

Wie sollte man mit “Gefährdern” umgehen? Zitat Schäuble: “Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung einführen, wie in Amerika.” Und er denke darüber nach, ”solche Gefährder zu behandeln wie Kombattanten und zu internieren”. Guantanamo in Germany, quasi. Und “Gefährdern”, die man zum Beispiel nicht abschieben kann, könne man mit “Auflagen” bedenken. Zitat: “Etwa ein Kommunikationsverbot im Internet oder mit dem Handy.” A propros “Internet oder Handy”, hier will Schäuble möglichst schnell ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung auf den Weg bringen. Zitat: “Die Überwachung der Kommunikation ist lebensnotwendig.” Da hierfür eine Änderung des Grundgesetzes notwendig ist, geht das zum Glück nicht so schnell. Auch die Online-Durchsuchung von Computern durch Behörden wünscht sich der Innenminister, was aber im Vorfeld von IT-Experten bereits als “Schnapsidee” abgetan wurde (SpiegelOnline: “Angriff auf die Ahnungslosen” siehe hier).

Was war aber jetzt mit der gezielten Tötung? Das bezeichnet Schäuble wörtlich als “rechtliches Problem”, denn würde man beispielsweise Osama Bin Laden stellen, wären solche Fragen in Deutschland völlig ungeklärt. Zitat: “Wir sollten versuchen, solche Fragen möglichst präzise verfassungsrechtlich zu klären und Rechtsgrundlagen schaffen, die uns die nötigen Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus bieten.” Das Beispiel ist sehr ungeschickt gewählt, denn zum einen bezweifle ich, dass Osama Bin Laden in Deutschland aufkreuzt, zum anderen, sollte man ihn in Afghanistan wirklich stellen, ist das deutsche Recht wahrscheinlich das Letzte, was dann angewandt wird.

Im Klartext: Schäuble hat etwas gesagt, ohne etwas zu sagen. Nein, er hat die gezielte Tötung von Gefährdern nicht konkret gefordert. ABER: Er hat sie auch nicht konkret abgelehnt. Diese Frage “präzise verfassungsrechtlich” zu klären könnte natürlich auch dazu führen, dass ein für allemal festgelegt wird, dass die gezielte Tötung ohne Gerichtsbeschluss verboten ist und bleibt. Aber der nachgeschobene Satz, man müsse Rechtsgrundlagen schaffen, die “die nötigen Freiheiten” (merkwürdige Wortwahl, wenn es eigentlich darum geht, Freiheiten zu beschneiden) im Kampf gegen den Terror bieten, deutet durchaus an, in welche Richtung seine Gedanken gingen. Freiheit für den Kampf gegen den Terror, nicht für die Menschen.

Davon mal abgesehen: auch seine anderen Forderungen (Vorratsdatenspeicherung, Online-Überwachung, “Bundestrojaner”) stückeln an Grundrechten herum. Die Aktion “Grundgesetz für Schäuble” ist also nicht überzogen. Es geht darum, dem Innenminister klar zu machen, dass die Menschen, die dieses Gesetzeswerk damals verfasst und verabschiedet haben, sich viele Gedanken gemacht hatten und dass die Bürger in Deutschland die Freiheiten, die dieses Gesetz garantiert, wertschätzen und nicht wollen, dass man, nur weil es gerade opportun ist, daran herumschraubt.

In diesem Sinne: Weiter so!

Grundgesetz: One for you, one for me…

„Start spreadin‘ the news…“ Mit diesen Worten beginnt das Lied „New York, New York“ von Frank Sinatra. Ungefähr übersetzt bedeutet es „verbreitet die Neuigkeit“ oder etwas wörtlicher „fangt an, die Neuigkeit zu verbreiten“. Egal wie, diese Worte umschreiben, was wir mit einer Aktion machen wollen, die vor einigen Tagen begonnen wurde, und wir fordern ebenfalls dazu auf: „start spreadin‘ the news…“

Worum geht es? Phantastik-Projekt-Blogger Thorsten Reimnitz hat im ASTROCOHORS-Blog die Aktion „Grundgesetz zum Weitergeben bestellen“ aufgegriffen, die ursprünglich von Karans Blog stammt. Jeder Bürger kann sich nämlich beim Referat „Öffentlichkeitsarbeit“ des Deutschen Bundestages bis zu 3 Exemplare des Grundgesetzes kostenlos bestellen. Karans Idee war, dass jeder sich diese 3 Exemplare bestellen soll: eins für sich selbst, zwei zum Weitergeben (z. B. an Freunde oder Arbeitskollegen). Diese Idee wurde dann von Sven Scholz nochmals erweitert: man solle doch eins der Grundgesetze an Innenminister Schäuble schicken, als Reaktion auf dessen zuletzt verbreitete Ideen (Einsatz der Bundeswehr im eigenen Land, gezielte Tötung von „Gefährdern“ ohne Gerichtsurteil etc.).

Letzteres hat sich inzwischen zu einer großen Aktion ausgewachsen, an der sich nunmehr über 200 Blogs und zusätzlich etliche Foren beteiligen. Und es ist eine gute Aktion, dem Minister vor Augen zu führen, was das Wort „Demokratie“ eigentlich bedeutet und dass es Einwände gibt, die man ernst nehmen sollte. In den genannten Blogs finden sich weitere Links zu anderen, mit weiteren Informationen und zum Teil mit Bannern zu der Aktion.

Nachtrag: Die Aktion hat noch weitere Kreise gezogen, der Betreiber des Blogs „Frank Wettert“ hat verschiedene Magazine und Nachrichten-Redaktionen auf die Aktion aufmerksam gemacht. Richtige Reaktionen gibt es bisher offenbar keine, nur dass man die Nachricht an die entsprechenden Redakteure weitergeleietet habe. Aber was nicht ist…

Terrorgefahr contra MRSA

Im Beitrag zur ZDF-Sendung „2057“ hatten wir es schon mal kurz angesprochen, das profitorientierte Gesundheitssystem. Im Blog vom „Spiegelfechter“ wird nun eine interessante Frage aufgeworfen: Die Wahrscheinlichkeit, durch einen terroristischen Anschlag zu sterben ist – trotz aller Drohungen – immer noch geringer, als bei einem Haushaltsunfall oder durch MRSA, einen krankmachenden Keim, der gegen die meisten Antibiotika resistent ist (MRSA = Multiresistenter Staphylococcus Areus). Warum legt die Bundesregierung dann so viel Energie in die Bekämpfung des Terrorismus, während die Gefahr der MRSA-Verbreitung durch die immer weiter fortschreitende Verwendung von Billiglohn-Arbeitskräften sowohl im Pflege- als auch im Reinigungsbereich immer größer wird?

Der ganze Artikel über die „abstrakte Gefährdungslage“ befindet sich hier – unbedingt lesen!

Jemanden brutal erschießen…

Gerade bin ich im Fernsehen über einen Satz gestolpert, in dem es hieß, jemand wurde (Zitat) „brutal erschossen“.

Spontan stellte ich mir die Frage, ob es dann auch sowas wie „normal erschossen“ gibt. Und aus eigener Erfahrung – in meinem Beruf hatte ich es schon mit Opfern von Gewalttaten zu tun – würde ich sagen: nein. Erschießen ist immer brutal. „Brutalität“ umschreibt rohes, grausames, gewalttätiges Verhalten. Wenn einem ein Metallgeschoss mit hoher Geschwindigkeit in den Körper getrieben und man davon so schwer verletzt wird, dass man stirbt, dann ist das per se roh, grausam und gewalttätig. Das Adjektiv „brutal“ macht daraus einen etwas zynischen Pleonasmus.

Warum also diese Worthülse? Hat man vielleicht die Befürchtung, die Grausamkeit eines Verbrechens würde nicht deutlich genug sein? Unachtsamkeit, weil man gar nicht merkt, wie merkwürdig diese Wortkombination ist? Oder gibt es Medienschaffende, die schon nichts anderes mehr gewohnt sind, als dramatische Dinge noch mehr zu dramatisieren? Sind es wir, die Zuschauer, die in der „Sinnflut“, die täglich über uns hereinbricht, so abstumpfen, dass es einer solchen Dramatisierung bedarf, um bei uns Anteilnahme zu wecken?

Ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt ist das das erste Mal, dass mir sowas aufgefallen ist. Ich frage mich, wie viel da schon an mir vorbeigegangen ist, ohne dass ich es gemerkt habe. Und das bringt mich ins Grübeln.

Monty Python’s “Die Blogger der Kokosnuss”

Im Blog von endl.de ist eine sehr schöne Idee ausgearbeitet, nämlich bekannte Stellen aus Monty-Python-Filmen (oder TV-Shows) in „Blogger-Situationen“ umzuschreiben. Dort hat man das mit einer Szene aus „Das Leben des Brian“ gemacht und dazu aufgerufen, selbst etwas zu schreiben. Als Fan von Monty Python kann ich mir eine solche Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, nehme allerdings einen anderen Film:

7. Szene: Eine Wiese. Im Hintergrund ist eine Burg zu sehen, das „Castle of V.i.S.d.P.“, das allerdings verlassen zu sein scheint. Artus, der Chefredakteur, kommt des Wegs, hinter ihm sein Gefolgsmann Patsy, der zwei Kokosnüsse im Takt zusammenschlägt, um die Hufe eines Pferdes zu imitieren. Im Vordergrund schuftet sich ein Blogger auf seinen Knien ab und versucht mit bloßen Händen und einem Zweig, den Boden umzugraben. Etwas weiter ist eine Bloggerin zu sehen. Artus und Patsy reiten heran und kommen vor dem Blogger zum Stehen.

  • He! Alte Frau!
  • [dreht sich um] Ich bin ’n Mann!
  • Tut mir leid. Alter Mann, welcher Redakteur lebt dort in der Burg?
  • Ich bin siebenunddreißig.
  • Wie bitte?
  • Ich bin erst siebenunddreißig… Ich bin nicht alt.
  • Das tut mir leid, ich wusste nicht, wie ich dich anreden soll.
  • So sagt Dennis zu mir.
  • Das wusste ich nicht, dass du Dennis heißt.
  • Gefällt euch „Winkelried“ besser?
  • Nein, ich mag Namen, die auf „-is“ enden, Dennis, Willis, Isis…
  • Deswegen müsst ihr doch nicht gleich anfangen, Ostfriesenwitze zu erzählen. Was macht ihr denn so den Tag über?
  • Nun, ich bin Chefredakteur.
  • Ach, Chefredakteur sein ist auch nicht abendfüllend. Wie seid ihr das geworden, Chefredakteur? Ich wette, ihr habt den ersten Platz beim „Wolken-um-die-Ecke-schieben“ gemacht! Oder seid ihr der beste beim Sprücheklopfen, etwa mit „My Home is in Kassel“? Ihr klammert euch an ein überholtes imperialistisches Dogma, das die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit in dieser Gesellschaft aufrechterhält. Wenn es jemals irgendeinen Fortschritt geben soll …
  • [sie kommt dazu] Hier drüben gibt es richtig schönen Dung … Oh! Guten Tag.
  • Guten Tag, gute Frau … Ich bin Artus, der Chefredakteur… Kannst du mir sagen, wer dort in der Burg wohnt?
  • Chefredakteur der was?
  • Der Journalisten.
  • Wer sind denn die Journalisten?
  • Wir alle… Wir sind alle Journalisten, die wir für die Öffentlichkeit schreiben und berichten… Und ich bin euer Chefredakteur.
  • Ich wusste gar nicht, dass wir einen Chefredakteur haben. Ich dachte, wir seien ein autonomes Kollektiv.
  • Du machst dir was vor. Wir leben in einer Diktatur, in einer sich selbst erhaltenden Autokratie, die der Arbeiterklasse…
  • Fängst du schon wieder an mit deiner „klassenlosen Gesellschaft“?
  • Aber nur darum geht es doch. Wenn bloß…
  • [unterbricht ihn] Ihr guten Leute, ich bitt‘ euch, ich habe es eilig. Welcher Redakteur wohnt dort in der Burg?
  • Da wohnt niemand.
  • Aber wer ist dann euer Herr?
  • Wir haben keinen Herrn.
  • Was?
  • Ich hab’s euch doch gesagt, wir sind Blogger! Eine anarcho-syndikalistische Kommune, und jeder von uns darf schreiben und berichten. Außerdem darf jeder mal abwechselnd für eine Woche „Vierte Gewalt“ spielen.
  • Ja…
  • Wir schreiben gern über aktuelle Politik, aber eigentlich zur Hauptsache nur selbstreferenzielles Zeug…
  • Ja, verstehe …
  • … und lesen auch mal in anderen Blogs nach, um Artikel über deren Artikel zu schreiben…
  • Schweig.
  • … oder aber wir schreiben über das, was wir gerade tun, Wasser trinken, auf der Toilette sitzen, schlafen…
  • Schweig! Ich befehle dir, den Mund zu halten!
  • Befehlen, wie? Was glaubt er eigentlich, wer er ist?
  • Ich bin euer Chefredakteur.
  • Also, ich hab Euch nicht gewählt.
  • Chefredakteure werden nicht gewählt.
  • Und wie seid Ihr dann Chefredakteur geworden, mh?
  • Die Dame des Presserechts, deren Arm in feinste Seide schimmernd gekleidet war, hob sich aus den Tiefen des Wassers empor und reichte mir das Zepter, um also kundzutun, dass ich, Artus, durch göttliche Vorsehung bestimmt sei … Darum bin ich euer Chefredakteur .
  • Hört mal, komische Frauen, die rücklings in Teichen liegen und Zepter austeilen – das ist doch keine Basis für die unabhängige Kontrolle von einem Regierungssystem. Die „Vierte Gewalt“ muss einem Mandat der Massen entspringen und nicht irgendeiner verlogenen Wasserzeremonie.
  • Schweig still!
  • Glaubt ihr etwa, ihr habt die Macht, nur weil eine dahergelaufene Wasserschlampe euch mit’m Zepter zugewinkt hat?
  • Halt den Mund!
  • Ich mein, wenn ich durch die Gegend laufen und behaupten würde, ich sei der große Herrscher, weil mir irgend so eine angefeuchtete Schnepfe ein Zepter hinterhergeschmissen hätte – die Leute würden doch mit der Zwangsjacke kommen.
  • [packt ihn am Kragen] Wirst du jetzt endlich dein Maul halten? Halt dein Maul!
  • [laut] Aha! Da sehen wir die Gewalt, auf die sich das System der traditionellen Medien stützt!
  • Halt’s Maul!
  • [weitere Blogger werden von dem Geschrei angelockt und beobachten das Geschehen] Kommt und seht euch die Gewalt an, auf die sich das System stützt. Hilfe, Hilfe, ich werde unterdrückt!
  • Blöder Blogger! [er stößt Dennis in den Dreck und schickt sich an weiterzureiten]
  • Ohooo! Habt ihr das gehört? Habt ihr gesehen, wie er mich unterdrückt hat?
  • Los jetzt, Patsy [Sie reiten davon. Die Kamera zieht auf.]
  • [im Hintergrund verschwindend] Habt ihr alle gesehen, wie er mich unterdrückt hat? Ich hab’s euch doch die ganze Zeit gesagt …

Soweit mein Beitrag zum Thema, inspiriert durch einige Diskussionen und Äußerungen von Journalisten in letzter Zeit. Aber es ist alles reine Fiktion, Ähnlichkeiten mit realen Personen wäre zufällig. Vielleicht auch unvermeidlich.

Noch weitere Wortmeldungen?

Dein Grundgesetz für zu Hause!

Szene: Zwei Männer, Jones und Smith, betreten die Bühne. Sie reden im Original offenbar Englisch, sind aber sehr schlecht Deutsch synchronisiert.

Hallo Jones!

Hallo Smith! Hallo Publikum!

[Publikum applaudiert]

Jones, wie ist das, hast Du Dich schon mal rechtlos gefühlt?

Nun, Smith, das ist wahr, auch ich habe ich schon mal rechtlos gefühlt!

Und Du wusstest nicht, was Du tun konntest oder durftest?

Das ist richtig, ich wusste nicht, was ich tun konnte oder durfte.

Kamst Du Dir so richtig hilflos vor?

Ja, ich kam mir so richtig hilflos vor.

Aber Jones, das muss nicht sein!

Das muss echt nicht sein?

Nein, denn da gibt es doch was!

Da gibt es was? Was gibt es denn da?

[er holt ein Buch heraus] Da gibt es das GRUNDGESETZ!

Wow, das hätt‘ ich nicht gedacht. Wann kann ich denn so ein Grundgesetz verwenden?

Das ist das Tolle: Du kannst es immer und überall verweden, egal, ob bei der Meinungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit, der Religionsfreiheit. Es passt überall.

Es ist unglaublich! Ich muss mir an den Kopf fassen! Aber sag doch mal, so ein Grundgesetz, das überall gilt, das ist doch bestimmt unheimlich teuer!

Da liegst Du falsch, denn der Preis ist das Sensationelle daran: Es kostet Dich gar nichts!

Nichts? Wirklich nichts? Was ist mit Porto?

Auch nichts! Dieser wunderschöne und passgenaue Artikel ist vollkommen kostenlos.

[Publikum tobt]

Also, liebe Zuschauer, bestellen Sie noch heute bis zu 3 kostenlose Grundgesetze für zu Hause.

Ja, denn ich finde, jeder sollte eins haben!

Im Blog von Karan wurde eine nette Idee aufgebracht: Beim Bundestag kann jeder bis zu drei Exemplare des Grundgesetzes bestellen. Und da es bei all den Schnellschüssen zum Thema „Innere Sicherheit“ wichtig ist, sich zu erinnern, welche guten Sachen einstmals in diesem Gesetz beschlossen wurden, sollte jeder davon Gebrauch machen. Der Vorschlag lautet, 3 Stück zu bestellen, von denen man eins behält und die anderen beiden weitergibt. Daraus entstand dann wiederum der Vorschlag (in den Kommentaren von Karans Blog nachzulesen), eines dieser Exemplare an Innenminister Schäuble zu schicken – nur zur Erinnerung. 🙂

Was man mit den zwei zusätzlichen Exemplaren tut, bleibt jedem selbst überlassen. Und sich selbst einmal wieder damit zu befassen, die Idee finde ich gut und gebe Sie hiermit weiter. Und ich hoffe, sie wird noch weiter getragen. Das Grundgesetz in gedruckter Form kann man hier direkt online bestellen, Karans Blog habe ich oben bereits verlinkt.

Nachtrag (Update): Inzwischen hat sich das ganze zu einer Aktion ausgewachsen, an der sich über 200 Blogs beteiligen, sowie inzwischen auch Foren. Gleichwohl meldet das Referat „Öffentlichkeitsarbeit“ des Deutschen Bundestages, noch genügend Exemplare auf Lager zu haben (Quelle: hier). Grund genug für diesen Nachtrag – in einem Kommentar kam schon der Aufruf, sich an der Aktion „Grundgesetz für Schäuble“ zu beteiligen. Das soll hiermit nochmal bekräftigt werden. Informationen über die ganze Aktion, sowie die nötigen Adressen finden sich hier.  

Ein Satz zum Thema…

Ein Satz zum Thema „Todesschuss für potentielle Gefährder“, wie es durch Innenminister Schäuble aufgebracht wurde:

„Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“

Gedanken dazu darf sich jeder selbst machen. Wer will, darf diese in den Kommentaren kundtun. Aufgeschnappt habe ich das Zitat beim Spiegelfechter, in einem Artikel, in dem er über das Gebahren des o. g. Ministers sinniert.

Bewusstlose Journalisten

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt in seinem Blog über einen anderen Blog, nämlich dem der „Frankfurter Rundschau“. Grund genug, in diesem Blog hier auch noch was darüber zu schreiben. Niggemeiers Anlass, darüber zu schreiben, war eine Anmerkung im FR-Blog, dass man nicht erwarten solle, die Redaktion der Zeitung würde bei den Online-Blattkritiken mitdiskutieren. Dazu haben nun verschiedene Leute in seinem Blog Kommentare abgegeben. Unter anderem geht es auch darum, dass es kaum Zeitungsblogs gibt, in denen die Leser zu Einträgen so direkt Kommentare schreiben können, weil man die Zeitung in Verruf bringen kann, wenn man sich nicht zu 100 % klar ausdrückt.

Stimmt. Denn die Anmerkung im FR-Blog, die Stefan Niggemeier wiedergibt, endet mit dem Satz: „Ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten jedoch ansprechbar sein.“ Und in diesem Zusammenhang habe ich die Vokabel „ansprechbar“ noch nie gehört. Denn eigentlich ist „ansprechbar“ bzw. „nicht ansprechbar“ eine medizinische Bewertung des Bewusstseinszustands eines Notfallpatienten. Wenn also jemand schreibt, er werde „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ ansprechbar sein, klingt das medizinisch gesehen nach einem Koma-Patienten, der hin und wieder Wachphasen hat.

So schnell ist es passiert, dass man sich nicht 100 % klar ausgedrückt hat. Aber diesem Problem wird man immer wieder begegnen. Oder dem Problem, dass es immer wieder Leute geben wird, die einen einfach falsch verstehen wollen. Letztlich bleibt einem keine andere Wahl, als die eigene Position dann nochmals sehr klar auszudrücken. Und wenn dann immer noch jemand etwas falsch versteht, respektive falsch verstehen will, dann kann ihm auch nicht geholfen werden. Natürlich wollte der Redakteur des FR-Blog nicht ausdrücken, dass er hin und wieder bewusstlos ist, sondern dass er an der Diskussion teilnimmt, so weit es ihm möglich ist. Er hat es nur stark verkürzt ausdrücken wollen und wurde dabei missverständlich. Vielleicht war selbst der Tonfall des Satzes „erwarten Sie nicht, dass die Redaktion mitdiskutiert“ missverständlich gewählt, so dass das geschriebene Wort viel schroffer klingt, als es die Absicht des Schreibers war. Immerhin ist es der Zeitung anzurechnen, dass sie sich auf diese direkte Diskussion einlässt, die auch rege genutzt wird.

Der Vollständigkeit halber – und um Missverständnisse vorzubeugen – sei hier noch gesagt, dass die Geschichte dieses Beitrags hier auch etwas komplizierter ist. Nachdem der Satz im FR-Blog stand, wurde „The Daily Mo“ darauf aufmerksam und schrieb einen Beitrag, auf den wiederum Stefan Niggemeier aufmerksam wurde und einen Beitrag schrieb, auf den ich schließlich aufmerksam wurde und diesen Beitrag schrieb. Vielleicht wird jemand auf diesen Beitrag aufmerksam und schreibt selbst etwas darüber. Oder gibt einen Kommentar ab. Ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten ansprechbar sein. 😉

Ja, so funktioniert Web 2.0.

Manchmal schlägt der Blitz ein

So schnell kann es gehen – manchmal schlägt wirklich der Blitz ein. Die Inspiration kam und gab unseren „X-Projekten“ eine völlig neue Richtung. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Und wenn ich das hier mal so erwähnen darf, es ist etwas merkwürdig, den Zähler und den Page-Rank an der Seite zu sehen. Beides war im alten Blog etwas höher, der Page-Rank zuletzt bei 3. Aber mit dem 07.07.07 hat die neue Zeitrechnung begonnen, der Zähler startete bei 0 – und ebenso der Page-Rank. Letzterer ist von Google abhängig, nicht nur von der Bewertung, sondern auch, wann er überarbeitet wird. Kann morgen sein, nächste Woche, nächsten Monat… oder sonstwenn.

Auch mit dem Beitrag schreiben ist es eine gewisse Umgewöhnung. Aber es klappt. Keine Sorge.

Anfang ohne Probleme

Was wäre ein völlig problemloser Anfang? Vermutlich viel zu langweilig. Auch wenn es sich in diesem Fall nicht um einen Anfang im eigentlichen Sinn handelt, sondern mehr um einen Übergang, so ist es doch hier nicht langweilig. Wie wir festgestellt haben, wird diese Blogseite in manchen Browser (vornehmlich dem Internet-Explorer) falsch angezeigt. Die Spalte der rechten Seite wird komplett ans Ende der Seite verschoben. Woran das liegt, haben wir noch nicht festmachen können, haben aber die Vermutung, dass eine Beitragsüberschrift zu lang ist und nach rechts in den Rand ragt.

Firefox macht ohne Probleme mit, zwar steht die besagte Überschrift rechts über den Rand hinaus, aber die Spalte ist am richtigen Ort. Wir wollen sehen, ob wir das noch hinkriegen.

Nachtrag: Na, wer sagt’s denn? Ein kleines „und“ in den Titel eingefügt, der Titel wird neu formatiert, schon passt’s.