Cyril Courage: Theoretische Unterlassung einer praktischen Tat

Es war einmal, das ist noch gar nicht so lange her, im Land jenseits der bunten Happiche, das da Absurdistan genannt wurde. In diesem Land, das uns allen näher liegt als uns lieb ist, lebt Cyril Courage. In Absurdistan erlebt Cyril etliche Abenteuer. Dies ist eins davon…

Hin und wieder kann es auch Cyril nicht vermeiden, einkaufen gehen zu müssen. Also begibt er sich in einen Laden, so wie das jeder von uns tut. Doch während er so am Regal steht, da nimmt er im Augenwinkel eine Bewegung war. Moment, was war das? Hat da der Mann, der ungefähr zwei Meter neben ihm steht, tatsächlich gerade etwas aus dem Regal genommen und in seine Tasche gesteckt? Ein Ladendieb? Cyril ist sich unsicher. Er hat nicht genau gesehen, was der Nebenmann getan hat. Aber er beschließt, so zu tun, als würde er sich intensiv mit der Warenauswahl beschäftigen, die vor ihm steht und hofft, dass es dem anderen nicht komisch vorkommt, dass er seine exorbitante Sorgfalt Damenbinden zuwendet. Doch tatsächlich! Knapp eine Minute später greift der andere Mann wieder ins Rega, nimmt etwas heraus und steckt es unauffällig in seine Manteltasche. Jetzt hat Cyril genug gesehen! Den Mann nicht aus den Augen lassend geht er ans andere Ende des Regals, wo eine Verkäuferin steht. Er erzählt ihr, was er gerade gesehen hat und sie alarmiert den Hausdetektiv, der keine zwei Minuten später am Ort des Geschehens eintrifft. Tatsächlich findet er bei einer Taschenkontrolle einiges Diebesgut und nimmt den Mann mit in sein Büro. Cyril Courage kommt auch mit, als Zeuge. Der Detektiv verständigt die Polizei und den Geschäftsführer.

Beide treffen kurz darauf im Büro des Detektivs ein und lassen sich die Situation schildern. Der Geschäftsführer ist außer sich. Er will eine Anzeige gegen den Ladendieb machen – und auch gegen Cyril Courage! Der versteht die Welt nicht mehr. Er hat doch schließlich den Ladendieb entdeckt! Ja, meint der Geschäftsführer, aber er hat ihn nicht sofort gemeldet. Cyril wehrt ab, schließlich sei er sich nicht sicher gewesen, denn den ersten Griff ins Regal hatte er nur flüchtig gesehen. Der Geschäftsführer jedoch meint, dass es theoretisch möglich gewesen wäre, dass der Dieb nach diesem Griff seinen Raubzug beendet und den Laden verlassen hätte. Dann hätte ihn Cyril womöglich nicht gemeldet und sich theoretisch der Beihilfe zur einer Straftat durch Unterlassen schuldig gemacht. Das ist auch, weswegen ihn der Geschäftsführer anzeigen will: theoretische Unterlassung einer praktischen Tat.

Cyril versteht die Welt nicht mehr. Noch weniger, als sich der Geschäftsführer das Diebesgut ansieht und brummend meint, das könne er sowieso nicht mehr verkaufen – und es dem Dieb schenkt.

Diese Situation ist absurd? In der Tat. Genauso absurd wie die Abmahnung an Stefan Niggemeier wegen eines Kommentars, den jemand in seinem Blog abgegeben hat. Dieser Kommentar, in dem offenbar Bezüge zum Nazi-Regime hergestellt wurden, war völlig daneben und auch juristisch fragwürdig. Das bestreitet niemand, nicht einmal Stefan Niggemeier. Deswegen hat er ihn ja auch sofort, nachdem er ihn gesehen hat, gelöscht. Das reicht jedoch der Firma, die mit dem Kommentar beleidigt wurde nicht. Niggemeier sei verantwortlich für den Kommentar, egal ob er schon gelöscht sei oder nicht. Inzwischen geistert jemand durch die Kommentar-Spalten der Blogs, die über die Sache berichten, der behauptet, von der abmahnenden Firma zu sein. Er stellt die Sache so hin, als würde Niggemeier versuchen, den Nazi-Kommentar zu verharmlosen (hat er gar nicht) und – und das ist der Gipfel – wiederholt das Zitat wortwörtlich! Als Begründung für die Abmahnung wird angegeben, dass dieser Kommentar ja, wenn Niggemeier nicht gleich am nächsten Tag, sondern erst einen Tag später nachgesehen hätte, einen Tag länger für alle zu lesen gewesen wäre (theoretisch).

Wir fassen zusammen: Stefan Niggemeier wird abgemahnt, weil er einen beleidigenden Kommentar, den man so nicht stehenlassen kann, theoretisch auch sehr viel später hätte löschen können, als er ihn gelöscht hat. Dann wird er beschuldigt, den Kommentar zu verharmlosen, was er gar nicht hat, und als Gipfel wird das Zitat, das Niggemeier nicht schnell genug gelöscht hat, nun in anderen Blogs in der Rechtfertigung der Abmahnung munter weiter verbreitet.

USS EUROPE: 15 Jahre Trekdinner Tübingen

„15 Jahre, frisch und froh – EUROPE, mach nur weiter so…“
Eine Textzeile aus dem Sketch „Telegrafenamt“ von Emil Steinberger, leicht abgewandelt und der Situation angepasst.

Die Brücke der EUROPE

Im Jahr 1993, wann genau, das weiß ich nicht mehr, wurde ich im TRANSGALAXIS-Katalog auf einen neuen STAR-TREK-Merchandise-Artikel aufmerksam. Es handelte sich um ein Kochbuch mit dem Titel „Recipes Through Time and Space“. Ich weiß auch nicht mehr, was genau mich dazu bewog, dieses Buch dann zu bestellen, jedenfalls tat ich es. In dem Buch befand sich ein Vorwort, in dem darauf eingegangen wurde, wer für diese Rezeptsammlung verantwortlich war, und zwar die Crew der USS SCORPION. Ich wurde neugierig. In dem Vorwort wurde von einem großen Fanclub in den USA erzählt, der sich „Starfleet“ nannte und verschiedene Abteilungen in verschiedenen Ländern der Erde hatte. Das waren die Schiffe, wie eben die USS SCORPION. Ich fand das Konzept interessant, denn in den Statuten dieses Fanclubs hieß es, dass sich jedes Schiff dazu verpflichtete, ein soziales Projekt zu unterstützen. Also meldete ich mich an und erhielt schon bald umfangreiches Material. Sehr zu meiner Freude gab es sogar ein Schiff in relativer Nähe meines Wohnorts, in Tübingen: die USS EUROPE 1792. Im Herbst 1993 war ich zum ersten Mal bei einem Treffen dabei.

Dieses Jahr feiert die EUROPE ein Jubiläum, seit ihrer Gründung 1992 sind 15 Jahre vergangen. Grund genug, das August-Treffen wieder einmal dort abzuhalten, wo man 15 Jahre zuvor angefangen hatte: in der „Wurstküche“ in Tübingen. Damals war die Mitgliederzahl noch so überschaubar gewesen, dass es reichte, einen Tisch im Lokal für das monatliche Treffen zu reservieren. Doch die Zahl nahm zu und es wurde schwieriger, da es bei den Treffen auch „Business“ zu besprechen gab. Die Geräuschkulisse des Gastraums war dafür nicht sonderlich gut geeignet, also suchte man nach einer neuen Möglichkeit. Die fand man schließlich im Wienerwald Tübingen, der über einen Nebenraum verfügte und für dessen Reservierung weder Miete noch Mindestumsatz verlangte. Ab Mitte der 1990er Jahre gab es allerdings Turbulenzen bei der amerikanischen „Starfleet“, eine sehr komplizierte Geschichte um Steuern, Kompetenzen und die Führung des Fanclubs, die Anfang des neuen Jahrhunderts dazu führen, dass die EUROPE die Starfleet verlässt und als Trekdinner, beziehungsweise Sci-Fi-Treff weiter geführt wird. Zwischendurch wechselt man noch ein paar Mal den Veranstaltungsort, landet jedoch letzten Endes wieder im Wienerwald, wo die Treffs auch heute noch stattfinden.

Besondere Ereignisse sind die Teilnahme der Gruppe an verschiedenen Conventions als Helfer, zu einer besonderen Herausforderung gerät die Unterstützung der Star Dream I in Mannheim. Aber es gibt auch Highlights, zum Beispiel die Begegnung mit „Starfleet“-Mitbegründer Eric Stillwell – inzwischen bei Paramount – auf der FedCon 3 in München.

1997 trifft sich die Gruppe an verschiedenen Wochenenden, um einen eigenen Film zu erstellen. Zwar hat man schon einen kleinen Vorstellungsfilm 1992 erarbeitet, doch diesmal wird es eine kleine Science-Fiction-Parodie.

In dem Film von 1992 konnte man auch sehen, dass die EUROPE bereits eine „Brücke“ hatte, dabei handelte es sich um eine Holzbrücke im Botanischen Garten von Tübingen (zu sehen auf obigem Bild). Daher war es beinahe eine Notwendigkeit, dass sich jene Mitglieder der Gruppe, die sich am 12. August 2007 zur 15-Jahres-Feier trafen, auf dieser Brücke versammelten wie 15 Jahre zuvor und ein Bild machen ließen.

„Wer hätte das damals gedacht…“, das waren die Worte, die beim anschließenden Zusammensein in der „Wurstküche“ am häufigsten fielen. Der Besuch an dem Ort, an dem „alles begann“, entwickelte sich noch zu einem Erlebnis. Zunächst waren wir gezwungen, die eigentlichen Plätze zu räumen, da ein Gewitter aufkam, was uns einen Einblick in „’s Urige“, den Keller des Lokals, verschaffte. Kaum dort angekommen, schlug ein Blitz in eine Überlandleitung ein und verursachte einen Stromausfall (nicht nur in Tübingen, sondern auch im Landkreis Zollernalb), wodurch das Treffen für ungefähr 15 Minuten beim Licht von Kerzen und der Notstrombeleuchtung weiterging. Trotzdem war die Stimmung gut und man ließ die letzten 15 Jahre Revue passieren. Etliche der Leute vom Anfang sind noch dabei, einige haben aber auch – meist berufsbedingt – die Gruppe verlassen. Leider ging der Kontakt mit ihnen im Lauf der Zeit verloren, aber falls jemand von Euch das hier liest und sich mal wieder melden will – eine eMail-Adresse steht hier im Impressum.

Da wir uns früher als sonst trafen, ging das Treffen auch früher als sonst zu Ende, aber schon einen Monat später werden wir uns wiedersehen. Auf die nächsten 15 Jahre…

Warum glaubt eigentlich jeder, dass er zum Komiker berufen sei?

In den 1970er gab es die ersten Fernsehsendungen von und mit Komiker Otto Waalkes. Otto, der zuvor nur Platten und Bühnenshows gemacht hatte, wusste das Medium Fernsehen gut zu nutzen. In einer seiner Sendungen gab es einen Sketch: Neblige Szenerie, düstere Stimme aus dem Off: Das Grauen würde einen erwarten, schlaflose Nächte… dazwischen immer wieder Gruselgestalten, die durchs Bild huschen. Dann: Das Grauen! Der Nebel lüftet sich… und hervor tritt Schlagersänger Heino mit der Gitarre unter dem Arm und singt „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Ja, kapiert! Das Grauen! Schlager! Heino! Hahahahahahahahaha! Ein Brüller! Was haben wir gelacht und uns auf die Schenkel geklopft!

Das waren noch Zeiten, als man den Humor jenen Leuten überließ, die Ahnung davon hatten, Loriot, Otto Waalkes, Rudi Carrell… Heute jedoch scheint es, als sei eine überwiegende Anzahl Menschen zum Komiker berufen. Das wäre für sich genommen noch nichts schlimmes, den Deutschen wird ja gerne die Humorlosigkeit nachgesagt und etwas mehr Humor täte jedem gut, aber es gibt unglaublich viele Leute, die meinen, sie seien unglaublich witzig. Das geht so weit, dass man jedes Wort, das man sagt, sich genau überlegen muss, um nicht Zielscheibe eines schon tausend Mal gebrachten Witzes zu werden, der mit der Zeit einfach nicht besser wird.

Die erste Gruppe der selbsternannten Komiker kann man mit dem Begriff „Epigonen“ versehen. Das sind jene, die das Programm eines bekannten Komikers nicht nur auswendig gelernt, sondern dessen CD zu Staub zermalen und geraucht haben. Solche Leute fallen dadurch auf, dass sie ständig Dinge sagen wie „Ja, hallo erstmal, ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten…“, „Ich bin’s, [gequäkt] ja-haa!“, „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.“ oder „Bleiben Sie dran, ich pfeif‘ auf Sie!“ Auf Knopfdruck – oder das entsprechende Stichwort – können diese Leute das komplette Programm eines Rüdiger Hofmann, Otto, Wigald Boning, Michael Mittermeier oder Michael „Bully“ Herbig abspulen. Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird, wenn man einen alten Gag in einen neuen Zusammenhang bringt, kann das mitunter lustig sein. Aber wenn man seit Jahren etwas wiederholt, was ein anderer sich mal ausgedacht hat, wird das auf die Dauer einfach nur nervig. Etwas mehr Originalität wäre schön gewesen, muss aber nicht sein… ahhh! Jetzt fange ich auch schon damit an! Es scheint sich dabei um ein Virus zu handeln!

Die zweite Gruppe lässt sich überschreiben mit dem Titel „Ich bin der neue [hier Komiker Ihrer Wahl einsetzen]“. Das sind Menschen, die alles irgendwie kommentieren oder ins (vermeintlich) Lustige drehen müssen. Bei der Arbeit beginnt es morgens schon. Ein Kollege kommt mit dem Fahrrad – schon darf man sich die ersten Bemerkungen zum Thema „Ständer“ anhören. Ein anderer fragt: „Und, was hast Du so das Wochenende getrieben?“ Antwort: „Das geht nur mich und meine Frau was an.“ Ha ha. Getrieben, schon kapiert. Oh, diese Kopfschmerzen…

Wehe, ein Kollege befindet sich in einem anderen Raum und man ruft ihn her. Er ruft: „Ich komme!“ Antwort eines anderen Kollegen: „Was, gleich hier? Sau!“ Ja ja, auch kapiert, „ich komme“. He, he. Ich bin ja so müde…

Es ist auch empfehlenswert, im täglichen Gespräch das Wort „Schlaufe“ anstatt „Öse“ zu verwenden. Warum? Na, raten Sie mal… meine Kopfschmerzen werden einfach nicht besser. Und sollte ein Haus oder ein Raum zwei Eingänge haben, sollte man es vermeiden zu sagen: „Ich komme von hinten.“, wenn man nicht zum fünfhunderttausendsten Mal den Spruch „von hinten kostet’s Hundesteuer“ hören will. Oh, mein Kopf… vielleicht hilft ja die dritte Aspirin.

Ebenfalls besondere Vorsicht gilt es zu haben, wenn man von Katzen erzählt. Wetten, dass irgendjemand den Begriff „Muschi“ ins Spiel bringt? Früher war das alles so harmlos, da konnte man seine Katze einfach „Muschi“ nennen. Gerade da ist es noch schwieriger geworden, denn ich erinnere mich an ein Lied aus dem Kindergarten, das hieß „Meine Katz‘ heißt ‚Mohrle'“. Schwarze Katzen wurden (in Süddeutschland) gern so genannt, aber das geht ja auch nicht mehr, da der Begriff „Mohr“ – und erst recht nicht dessen Verniedlichung „Mohrle“ – nicht mehr politisch korrekt ist. Und „Muschi“ ist irgendwann zwischen 1970 und 1999 ins Doppeldeutige abgerutscht.

Früher hieß es mal, die Sendung „Klimbim“ sei schlimm, was die sexuelle Anzüglichkeit betrifft. Aber im Gegensatz zu den heutigen Möchtegern-Komikern, die mit verklemmten Pseudobegriffen wie „Ständer“ oder „Muschi“ hantieren, wurde da wenigstens Klartext geredet. Inzwischen scheint es ja kaum noch was zu geben, was man nicht doppeldeutig verstehen kann und worauf man natürlich von den Komikern der zweiten Kategorie dann hingewiesen wird: „meiner ist länger“, „Busch“… die Liste ließe sich fortführen. Endlos!

Dann gibt es da natürlich noch die dritte Kategorie, das sind die Menschen, die wirklich witzig sind und wissen, wann sie welche Pointe anbringen können und dass sie ein- und denselben Witz nicht tausendmal wiederholen sollten. Aber um die geht es gerade nicht, tut mir leid! Also lassen wir sie mal außer Acht.

Um zum Anfang dieses Beitrags zurück zu kehren, wie kam ich überhaupt darauf, dies hier zu schreiben? Ich berichtete von dem Horror-Gag, den Otto schon in den 1970er Jahren brachte. Das ist nun also mindestens 30 Jahre her. Doch dann… ja, dann beschloss Marc Terenzi, seines Zeichens ehemaliger Sänger der Boygroup „Natural“, Ehemann von Sarah Connor, in diesem Jahr mit einem Freizeitpark ein Experiment zu machen. Offenbar mag er Experimente, ein anderes war ja die Vermarktung seiner Hochzeit auf Pro 7 unter dem Titel „Sarah und Marc in Love“ (was offenbar erfolgreich genug war, dass es zu dem Sequel „Gülcans Traumhochzeit“ geführt hat, die Frau, die mit Ihrer Hochzeit nicht nur einen Brötchenmillionär, sondern auch noch endlich einen Nachnamen bekommt). Das neue Experiment ist nicht so sehr für ihn eins, sondern mehr für den Partner, mit dem er es durchführt, denn diesen Oktober sollen im Rahmen von Halloween im Europa-Park Rust erstmals die „Terenzi Horror Nights“ stattfinden, bei denen er eine Grusel-Show mit echten Hollywood-Profis auf die Beine stellt.

Liebe Leserin, lieber Leser, was glaubt Ihr haben die Leute in den Foren, in denen es um den Europa-Park oder um Freizeitparks generell geht, geschrieben? „Horror-Show mit Marc Terenzi? Ich dachte, wenn der singt, ist das genug Horror. Hö hö hö!“ Ha. Ha. Brüller. Was haben wir gelacht und uns auf die Schenkel geklopft… über einen mindestens 30 Jahre alten Gag. Der war nicht mal originell. Natürlich muss man die Musik von Marc Terenzi (oder Heino) nicht mögen. Aber der Witz war schon so ausgelutscht, dass er einfach nur noch weh tut. Und das Schlimme: Er wurde nicht nur in einem Forum gebracht. Offenbar gibt es in jedem Forum eine Person, die dem Klassenclown in der Schule entspricht. Und alle diese Klassenclowns haben sich zusammengeschlossen zur „Achse des Schnöden“, zur „Koalition der Billigen“, zur „Allianz der Ignoranz“ und haben den Witz weiter getragen an Orte, wo man ihn schon längst kannte.

Manchmal ist weniger eben mehr. Und wenn irgendwann ein Freund erzählt, dass er einen Ständer bekommen und anschließend die Muschi seiner besten Freundin gebürstet habe, dann versucht einfach mal, dabei nichts Verfängliches zu denken: Der Mann ist Musiker. Nachdem man ihm einen neuen Notenständer geliefert hatte, musste er sich um eine Katze kümmern, die er gerade bei sich in Pflege hat, weil seine beste Freundin nämlich im Urlaub ist.

Das Leben kann so harmlos sein…

Die Technorati-Kette: Ein Zwischenstand

Puh – das kann ganz schön anstrengend werden. Gerade habe ich mich durch alle Leute geklickt, die dieses Blog oder das ASTROCOHORS-Blog bei Technorait als „Favorit“ angegeben haben und überall dort, wo noch ein „Fav“-Button zu sehen war, draufgeklickt. Der persönliche Zwischenstand lautet, dass das „Phantastische Projekt“ jetzt eine „Authority“ von 38 hat und auf Rang 162,428 aufgestiegen ist. Das ASTROCOHORS-Blog hat eine „Authority“ von 55 und Rang 105,673 (für beide: Stand im Moment, siehe Datum des Beitrags). Gegenüber dem Einstiegsrang von irgendwas bei acht Millionen ist das schon eine wesentliche Verbesserung.

Und hier noch der allgemeine Zwischenstand, eine Tabelle aller derzeitigen Teilnehmer:

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STAR TREK: Woher – wohin?

Gleich zu Beginn: Es war dieser Blogeintrag, der mich über STAR TREK resümieren ließ. In dem Blogeintrag werden Ausschnitte aus einer amerikanischen Talkshow wiedergegeben, die – zumindest was STAR TREK betrifft – beinahe schon historischen Wert hat. Sie entstand nämlich in einer Zwischenphase, zwischen TV-Serie und erstem Kinofilm. In dieser Show sind die STAR-TREK-Darsteller Walter Koenig, DeForest Kelley und James Doohan zu Gast, sowie Al Shuster (der damals die ersten Conventions organisierte) und der Autor Harlan Ellison.

Sie sprechen unter anderem über das, was man damals schon das „Phänomen Star Trek“ nannte. Die Serie war nach drei Jahren abgesetzt worden, wurde aber durch Wiederholungen und Verkauf ins Ausland immer bekannter und beliebter. Shuster berichtet davon, wie er zu seiner ersten Convention 300 Leute erwartete – und 3.000 kamen. Dabei wird aber auch nicht an kritischen Worten gespart, die vor allem von Harlan Ellison kommen. STAR TREK, so stellt er fest, hat ein paar interessante Aspekte aufgebracht, aber leider aus verschiedensten Gründen dort nicht weiter gemacht. Koenig beschreibt die Serie als „ein Sprungbrett“, von dem aus man starten könne, den sie habe verschiedenes möglich gemacht.

Was ist aus diesem Sprungbrett geworden? Wenn man es genau betrachtet, war die Serie irgendwann in eigenen Konventionen gefangen. Als THE NEXT GENERATION dem Ende zuging, ging es um die Frage, wie kann man das fortsetzen. Man wollte etwas anderes machen und entschied sich für die Raumstation DEEP SPACE NINE. Um den Übergang fließend zu gestalten, liefen die letzten Staffeln von TNG und die ersten Staffeln von DS9 parallel. Als die Produzenten sahen, dass zwei parallel laufende STAR-TREK-Serien auch ihre Zuschauer haben, wollten sie das wiederholen. Doch da wurde eine Konvention aufgebaut: Es sei nicht möglich, so hieß es, zwei Serien parallel laufen zu lassen, die „in der gleichen Gegend“ spielen. Es würde zu Handlungskonflikten kommen. Also war man gezwungen, sich auszuhelfen und hob VOYAGER aus der Taufe. Das Schiff wurde im Pilotfilm 75.000 Lichtjahre weit weg entführt und konnte so schnell nicht mehr zurück. Der große Handlungsrahmen der Serie war also die Reise nach Hause. Allerdings wurde es da schon merkwürdig, denn anstatt den direktesten und kürzesten Weg nach Hause zu nehmen, bog die VOYAGER des öfteren mal ab, hielt sich mal hier auf, mal dort… Nach dem Ende der Serie fing es dann an, noch merkwürdiger zu werden.

Offenbar hatte STAR TREK klammheimlich seine Vorreiterstellung abgegeben. Während der Beginn von DS9 noch „klassisch“ war, indem im Pilotfilm ein paar Rätsel aufgeworfen wurden, die vielleicht irgendwann mal gelöst werden würden (vorausgesetzt, es findet sich ein Schreiber dafür), macht sich im Verlauf der Serie der Einfluss des Konkurrenzprodukts BABYLON 5 bemerkbar. Diese Serie bewies, dass auch eine Science-Fiction-Serie mit großem Handlungsbogen erfolgreich sein kann, entsprechend wurden die Geschichten von DS9 immer zusammenhängender, bis auch dort schließlich Ereignisse eintraten, die dem alten „nach der Show ist vor der Show“-Schema (im Sinne davon, dass am Ende einer Episode der gleiche Zustand herrschen musste wie davor) völlig abschworen. VOYAGER hatte dann von vorneherein, wie bereits erwähnt, einen großen Handlungsbogen.

Auch nach dem Ende von VOYAGER begann man nun verstärkt, nach der Konkurrenz zu schauen. Es macht den Eindruck, als ob man nicht mehr den Mut hatte, selbst etwas zu wagen. Nachdem George Lucas mit Erfolg anfing, die Vorgeschichte seiner klassischen STAR-WARS-Filme zu produzierten, befand man offenbar, dass das mit STAR TREK auch gehen müsse. Man hatte nur eines übersehen: Seit den ersten drei Filmen waren die Fans in einer gewissen Erwartungshaltung gegenüber STAR WARS. Sie wollten endlich erfahren, wie sie denn nun beginnt, die große Geschichte. Mit der Ankündigung, diese Vorgeschichte zu verfilmen, trat George Lucas offene Türen ein.
Bei STAR TREK war das eigentlich nicht so. Die Fans waren eigentlich damit zufrieden, dass die Geschichte mit der Mission der ersten ENTERPRISE unter James T. Kirk begann. Doch die Produzenten hatten offenbar das Gefühl, das „CLASSIC“-Gefühl wieder herstellen zu müssen. Und das ging nur, indem man die Serie aus der modernen Zeit von DS9 oder VOYAGER in eine Zeit zurückführte, als es noch ein großes Abenteuer war, Raumfahrt zu betreiben, als die Männer noch Männer waren, die Frauen noch Frauen und kleine, wuschlige Wesen von Alpha Centauri noch kleine, wuschlige Wesen von Alpha Centauri. Die Lösung: ein STAR-TREK-Prequel mit Namen ENTERPRISE. Dass man damit die gewachsene Struktur der bisherigen Serien durchbrach, schien niemand zu stören. Genauso gab es einen Bruch in der Entwicklung, die bisher jeder neuen Serie allein schon durch die neuen, tricktechnischen Möglichkeiten anzusehen waren. ENTERPRISE wirkt wesentlich moderner als das klassische STAR TREK, das ja nun eigentlich später spielt.
Das Resultat: Ende der Serie nach 4 Jahren.

Und damit stand man vor einem Dilemma. Was tun? Was für ein Glück, dass mittlerweile die Serie BATTLESTAR GALACTICA recht erfolgreich wurde. Hier hatte man sich etwas getraut: statt eine Fortsetzung der Serie aus den 1970er- und 80er-Jahren zu produzieren, beschloss man, einfach noch mal von vorn anzufangen. Man scheute sich sogar nicht davor, das Geschlecht mancher Figuren zu vertauschen, ganz zu schweigen von charakterlichen Änderungen und Hintergrund. Die Rechnung ging auf, die Serie hatte Erfolg.
Bei den Produzenten von STAR TREK hat man das offenbar auch bemerkt, denn auf einmal hieß es, man müsse „das Franchise STAR TREK neu starten“. Geschehen sollte das mit dem nächsten Kinofilm, der (bis jetzt) einfach nur den Titel STAR TREK tragen sollte und zu einer Zeit spielen soll, in der sich die Hauptcharaktere der klassischen Serie, Kirk und Spock, erst kennenlernen. Ob das funktioniert? Keine Ahnung. Aber wiederum wurde offenbar ein großer Unterschied nicht wahrgenommen: der Neustart von BATTLESTAR GALACTICA hat deswegen so gut funktioniert, weil die Handlung der Serie damals nicht abgeschlossen war und weil sich nie ein so großes Fandom gebildet hatte, wie STAR TREK es – trotz allem – immer noch hat. Man konnte also etwas mehr wagen. Wenn man aber das „STAR TREK Franchise“ neu starten will und mit einem allzu radikalen Schnitt die Fans verärgert, ist das für das Projekt gefährlicher als hätte man einfach „noch irgendso einen ST-Film“ produziert.

In den Filmausschnitten, die in dem oben erwähnten Blogbeitrag gezeigt werden, wird auf das Problem bereits eingegangen – und das schon in den 1970er Jahren. Das Sprungbrett, wie Koenig es skizziert, wird nicht genutzt, nicht einmal von den Produzenten von STAR TREK selbst.

Also – wo geht es hin? Die Frage wird wohl erst Weihnachten 2008 geklärt werden. Der neue Film soll am 25.12. des Jahres in die Kinos kommen. Aktuelle Informationen darüber gibt es hier.

EUROPA: Über seine Wurzeln und wiederholte Geschichte

Die Mythologie erzählt uns, dass Europe die Tochter des Königs Agenor war, die von Göttervater Zeus in Form eines Stieres nach Kreta entführt wurde. Da Zeus als Stier mit Europe schlief, gebar sie den Minotaurus, ein Wesen, das halb ein Mensch und halb ein Stier war. Doch zuletzt wurde der Erdteil „Europa“ nach ihr benannt.

Viele tausend Jahre später… Europa ist auf der Suche nach einer Identität. Manche Literaten lehnen das Bild der „Europa auf dem Stier“ und seine unterschwellige sexuelle Botschaft inzwischen ab. Ein neuer Gründungsmythos müsse her und einige verweisen auf Aeneas, der von Troja und den Griechen entkam und nach einigen Irrfahrten in Italien landete, wo seine Nachfahren später Rom gründeten. Das sei doch eine schöne Botschaft in einem Mythos verknüpft: Was man uns zerstört (Troja), das bauen wir wieder auf (Rom). Und wenn Politiker über Europa reden, fällt gerne die Phrase von den „christlich-jüdischen Wurzeln“. In großer Vereinfachung wird immer davon geredet, dass die ursprünglichen Völker Europas barbarisch und unzivilisiert waren, bis sie von Rom zivilisiert wurden, zunächst mit dem Schwert, später mit dem Christentum.

Dabei wird übersehen, dass unsere Vorfahren keineswegs die grunzenden Barbaren waren, für die sie gerne gehalten werden. Noch bevor es Juden in Europa gab und das Christentum überhaupt existierte, gab es Gesellschaften, die – entgegen aller späteren Propaganda – erstaunlich weit fortgeschritten waren. Und da liegen die eigentlichen Wurzeln, nach denen wir suchen müssen.

Das Wort „Barbar“ kommt aus dem Griechischen. Für die Griechen klangen fremde Sprachen eigenartig, so dass sie alle „Fremdsprachlinge“ mit dem Begriff „barbari“ versahen, das heißt „die Stotternden“. Dass der Begriff zur Umschreibung für primitive, rohe Volksstämme avancierte, ist der römischen Propaganda zu verdanken, die in ihren Schriften das Imperium hochlobte, während alle anderen Völker niedergemacht wurden. Am deutlichsten ist die Propaganda in Julius Cäsars „De Bello Gallico“ („Vom gallischen Krieg“) zu sehen. Dieses Werk beeinflusste lange Zeit das Bild, das man auch in moderner Zeit von den „Barbaren“ hatte. Cäsar nahm dabei ein Volk aufs Korn: die gallischen Kelten.

Würde man mit Hilfe einer Zeitmaschine zurückreisen in das 1. Jahrhundert vor Christus und einen Einheimischen in Zentraleuropa fragen, ob er wisse, wo man die Kelten finde, so würde der vermutlich keine Antwort haben. Der Begriff „Keltoi“ stammt – mal wieder – von den Griechen und bedeutet „die Tapferen, Edlen“. Aus der Sicht der Kelten gab es die Kelten nämlich nicht, obwohl sie einen ethnischen Kulturraum bildeten, der vom heutigen Spanien über England und Irland, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn und bis an Schwarze Meer reichte. Aber sie bildeten kein „Reich“, es gab unzählige Siedlungen, die miteinander in Kontakt waren, aber es gab keinen einheitlichen Herrscher. Glaubt man Cäsar, dann waren diese Kelten roh, unzivilisiert, dumme Bauern halt, die dem Römischen Imperium nichts entgegen zu setzen hatten.

Richtig? Falsch! Natürlich ist es schwierig, eine antike Kultur nach modernen Maßstäben zu bewerten. Aber man muss doch sehen, was die Römer als „unzivilisiert“ betrachteten, nämlich dass die Kelten ein anderes Leben führten als sie. Während die römischen Frauen beispielsweise keine Bürgerrechte hatten, sondern Zeit ihres Lebens unter der Aufsicht eines Mannes standen (zuerst des Vaters, eventuell noch eines Bruders, später des Ehemanns) und kein Eigentum besitzen durften, konnten die keltischen Frauen nicht nur Eigentum haben, sie konnten auch Macht erlangen und bei einer unglücklichen Ehe die Scheidung betreiben. In Rom war es üblich, ungewollte Kinder auszusetzen (sinnigerweise berichtet darüber ja sogar der Gründungsmythos der Stadt Rom, mit den Zwillingen Romulus und Remus, die ausgesetzt und von einer Wölfin gesäugt wurden), genossen die Kinder bei den Kelten besonderen Schutz, weil sie als unschuldig galten. Es gab sogar Regelungen über den Umgang mit Alten und Kranken.

Auch was technische Dinge des Alltags betraf, so waren die Kelten nicht so unbedarft, wie sie dargestellt wurden. Zwar bauten sie ihre Häuser aus Holz, aber sie befestigten ihre Städte – zum Beispiel Alesia, das von einem acht Meter hohen Steinwall umgeben war – und sie beherrschten die Kunst des Gold- und Eisenschmiedens. Diese Metalle kamen aus eigenen Bergwerken, die über ganz Frankreich verstreut lagen.

Die Städte der Kelten, die man später „Opida“ nannte, waren über ein Netz von befestigten Straßen miteinander verbunden und es wurde reger Handeln innerhalb des keltischen Raumes, als auch außerhalb, etwa mit Griechenland und Rom, getrieben. Durch ihre Goldminen waren die Kelten so reich, dass sie zum Beispiel selbst keinen Wein anbauten (was man sich angesichts der heutigen französischen Weine kaum vorstellen kann), sondern ihn lieber aus Italien importierten.

Was wollte nun Julius Cäsar in Gallien? Die offizielle Version: da er der Prokonsul von Gallien war, war es seine Aufgabe, Gallien zu beschützen. Aber das ist Geschichte, wie sie von den Siegern geschrieben wurde. Der wahre Grund war wie immer banal: Gallien verfügte über Reichtümer, die Cäsar dem Imperium einverleiben wollte. Also suchte er einen Anlass – und fand ihn: eine angebliche Invasion.

Die Invasion war in Wirklichkeit nur die Wanderung eines Volksstammes der Helveter. Sie wollten sich in einem anderen Gebiet niederlassen und hatten darum gebeten, bei ihrer Wanderung römisches Gebiet zu durchqueren. Cäsar beging einen – aus seiner Sicht – klugen Schachzug: er verweigerte ihnen die Passage durch römisches Gebiet, wodurch die Helveter gezwungen waren, gallisches Gebiet zu betreten. Cäsar gab nun vor, die Gallier vor den Invasoren schützen zu wollen und stoppte den Marsch… indem er von seinen Legionen alle Beteiligten – Männer, Frauen und Kinder – umbringen ließ. Danach schützte er immer größere Teile von Gallien, bis schließlich ganz Gallien erobert war. Ganz Gallien? Ich fürchte ja… leider haben sich auch Asterix und seine Mannen ihm nicht in den Weg gestellt.

Cäsar erwischte die Gallier kalt. Wie gesagt, der keltische Raum war zwar ein Kulturraum, aber es war kein Reich. Jeder Landstrich hatte seinen eigenen Herrscher und Cäsar nahm sie sich einen nach dem anderen vor. Als die Stämme Galliens sich darauf geeinigt hatten, den Krieger Vercingetorix zum Oberhaupt von allen zu machen, war es fast zu spät. Es gelang ihm zwar vor Gergovia, Cäsars Truppen einen Denkzettel zu verpassen, doch sein Waterloo fand Vercingetorix in Alesia.

Hier kann man sehr schön eine Lücke in Cäsars Argumentation ausmachen. Einerseits beschreibt er die Gallier als rohe Bauern, die der Macht des Imperiums nichts entgegen zu setzen hatten, andererseits fuhr er vor Alesia eine unglaubliche Kriegsmaschinerie auf. Er umgab die Stadt mit zwei Belagerungsringen, einen, um die Leute in der Stadt einzuschließen, und einen, um Nachschub von außen zu verhindern. Und das alles nur, um ein paar Bauern aufzuscheuchen? Nein, Cäsar wusste genau, mit wem er es zu tun hatte. Seine Strategie verhalf ihm zum Sieg.

Als Vercingetorix den Frauen, Kindern und Alten befahl, die Stadt zu verlassen und sich in römische Gefangenschaft zu begeben, um so wenigstens zu überleben, weigerte sich Cäsar, den Belagerungsring zu öffnen. Er spekulierte darauf, dass man sie in die Stadt zurückholen würde und dazu musste man natürlich das Tor öffnen. Das hätte eine Möglichkeit für einen Angriff gegeben. Als das nicht geschah, ließen die zivilisierten Römer die barbarischen Kelten vor ihrem Belagerungsring verhungern. Schließlich war es an Vercingetorix – und dieser kapitulierte. Um ihn zu erniedrigen, musste er vor Cäsar knien und seine Waffen niederlegen. Dann wurde er gefangen genommen und nach Rom gebracht.

Damit begann die systematische Auslöschung der gallischen Kultur, so nachhaltig, dass Wissenschaftler späterer Generationen einige Errungenschaften – wie zum Beispiel die Goldminen – für etwas hielten, das die Römer nach Gallien gebracht hatten. In Wirklichkeit war es umgekehrt, was die Römer brauchen konnten, wurde assimiliert (Schmiedekunst oder auch die Kunst, Münzen zu prägen), alles andere romanisisert. Auf den Holzbauten der Gallier entstanden die typisch römischen Steinhäuser, aus den Siedlungen wurden befestigte römische Städte. Der Bericht Cäsars tat sein Übriges, das Bild über die unzivilisierten Barbaren über lange Zeit zu prägen.

Zwei Dinge waren es, die Cäsar bei seinen Unternehmungen in die Hände spielten: die Gallier waren nicht zentral organisiert – und es gab kein Schrifttum. Für Rom gab es also nur seinen eigenen Bericht, wie er den Krieg in Gallien beschrieb. Und der Bericht war – wie gesagt – Propaganda. Sie war geeignet, Cäsars Karriere voranzutreiben und ihn zum Diktator auf Lebenszeit zu machen… bis sein Leben ein jähes Ende fand, als Verschwörer ihn auf den Stufen des römischen Kapitols niederstachen.

Östlich des Rheins gab es noch so ein Volk, in viele Stämme aufgeteilt und von den Römern als genauso barbarisch angesehen: die Germanen. Doch auch diese hatten ein ähnliches Straßennetz aufgebaut wie die Kelten und trieben Handel. Als die Römer in ihr Gebiet eindrangen, verließen sie sich auf ihre bewährte Strategie der Assimilation. Man erzog die Barbaren römisch, indem man sie zum Beispiel in die Armee aufnahm. Manche Menschen, besonders die Söhne von Stammesfürsten, wurden auch verschleppt und zwangsweise in die römische Armee aufgenommen. Die Römer dachten, sie könnten so die Familien der Verschleppten ruhig halten, indem sie garantierten, dass ihnen nichts geschah, so lange die Fürsten in der Heimat sich den Römern unterwarfen. Ein wenig ist hier schon die mafiöse Struktur der Schutzgelderpressung zu sehen, nur dass sich die Römer so vor Aufständen schützen wollten. Mal ganz davon abgesehen, dass sie sich vor den Barbaren als überlegen ansahen. Und ganz ehrlich, nach dem Bild, das von den Germanen gezeichnet wurde, würde man doch denken, ein Aufstand sähe so aus, dass ein paar bärtige Primitive sich Prügel und Äxte schnappen, einer grölt: „Angriff!“ und alle rennen auf die Römer zu und hauen einfach mal drauf. Strategie traut man ihnen nicht zu; und schon gar nicht, dass sie ihren Zorn im Zaum halten können, um einer vernünftigen Strategie zu folgen.

Doch da gibt es ein prominentes Gegenbeispiel: den Cheruskerfürsten Arminius. Er diente in der römischen Armee und kehrte schließlich nach Germanien zurück. Dann wurde dort von Kaiser Augustus (der herrschte um die christliche Zeitenwende) der Senator Publius Quinctilius Varus zum Statthalter ernannt. Der war inzwischen über 50 und durch lange Jahre im Dienst des Imperators bequem geworden. Er ließ die „Barbaren“ deutlich spüren, was er von ihnen hielt, behandelte sie schlecht und forderte Tribute. Außerdem waren es die Einheimischen gewohnt, ihre Fürsten selbst zu bestimmen und auch abzuwählen, wenn sie nicht mehr zufrieden waren. Varus jedoch blieb, wie ein Politiker der Neuzeit, an seinem Amt kleben. Die Wut – was man später als „furor teutonicus“ bezeichnete – gegen ihn Wuchs. Doch statt blindlings loszuschlagen, verfolgte Arminius eine perfide Strategie: er sorgte für kleine Streitigkeiten, die Varus schlichten durfte, um ihn in Sicherheit zu wiegen, während er eine Armee aufstellte. Dann, als die Zeit gekommen war, ließ Arminius eine Falschmeldung über einen Aufstand weiter im Norden verbreiten. Er selbst zog mit einer Armee los, um den Vorfall „zu untersuchen“, wohl wissend, das Varus gezwungen war, ihm zu folgen. In einem den Römern unbekannten Teil des Teutoburger Walds wurden Varus und seine Legionen in einen Hinterhalt gelockt und vernichtend geschlagen. Als Kaiser Augustus das hörte, soll er den berühmten Ausspruch „Vare, legiones redde!“ („Varus, gib die Legionen zurück!“; manche sagen auch „Vare, redde legionem meam!“, also „Varus, gib mir meine Legionen zurück!“) getan haben. Das freilich war ein schwieriges Unterfangen, denn von Varus kam nur der Kopf in Rom an, und ein Kopf ohne Körper ist nicht sonderlich handlungsfähig, außerdem existierten von den Legionen nur noch Knochen, die irgendwo im Teutoburger Wald zu Haufen aufgestapelt waren.

Einem Haufen Barbaren war es also gelungen, die großartige römische Armee zu schlagen. In den Querelen, die darauf folgten, zogen sich die Römer hinter den Rhein zurück.

Zurück zum Anfang des Beitrags: Europa wird klassisch immer aus der Sicht der Griechen und Römer gesehen. Und jene, die sich aufmachen wollen, einen Schöpfungsmythos zu finden, suchen dort danach. Doch wie wir gesehen haben, so einfach ist das nicht. Hätten beispielsweise die Gallier unter Vercingetorix Cäsar geschlagen, wer weiß, wie die Geschichte dann verlaufen wäre. Das bringt uns zu einem Punkt: Es gibt keinen Schöpfungsmythos über Europa. Die Geschichte von Europe und dem Stier hat nichts mit der Kultur Europas zu tun, es geht hier lediglich um die Namensgebung eines Erdteils. Auch Aeneas kann nicht herhalten, selbst wenn das „sich nicht unterkriegen lassen“ ein schönes Bild darstellt. Doch letztlich wird damit einem Imperium mit vielen Schattenseiten gehuldigt, das nicht dem Geist der Vielfalt, sondern der Vereinheitlichung und Assimilierung verschrieben war. Die Römer wollten die „Barbaren“ nicht einmal verstehen. Dass sie über lange Zeit die gleiche Strategie der Romanisierung der unterworfenen Völker anwandten, zeigt, dass sie alle diese Völker in einen Topf warfen und einfach mit dem Stempel „primitiv“ versahen.

Das Problem des Mythos ist, dass die Wurzeln Europas genau so vielfältig und verstreut sind, wie Europa es heute immer noch ist. Niemand in der antiken Welt hatte je an ein Europa gedacht, so wie man heute versucht, es aufzubauen. Die Kelten trieben untereinander und mit anderen Völkern Handel, aber niemand wollte sich zum „Herrscher aller Kelten“ aufschwingen und eine politische Vereinigung des Kulturraums erwirken. Die Römer haben mit Gewalt ihre Kultur verbreitet und alles eingestampft, was dabei im Weg war. Griechenland wandte sich in seiner Blütezeit politisch gesehen nicht nach Europa, sondern nach Asien und Ägypten.

Aeneas, Gaius Julius Cäsar, Vercingetorix, Arminius, Alexander der Große… sie alle haben zu ihrer Zeit ihre Spuren hinterlassen. Doch als Gründer eines modernen Europas taugen sie nicht. Ihre Zeit ist vorbei. Und kein mythischer Held erhob sich, damit 1957 die Römischen Verträge unterschrieben werden konnten. Das Europa von heute ist und bleibt ein Kind unserer Zeit.

Die Wurzeln aber sind vielfältig, und das ist gut so, denn ein Baum, der viele verästelte Wurzeln hat, der hat einen besonders sicheren Stand. Und aus unserer eigenen Kultur und Geschichte können wir sehr viel lernen, wenngleich sich die Geschichte trotz allem immer mal wieder wiederholt. Da brauchen wir gar nicht so arrogant in die weit entfernte Vergangenheit blicken, wir tun es immer noch. Ein Gaius Julius Cäsar brauchte einen Vorwand, um Gallien „beschützen“ zu dürfen, obwohl er in Wahrheit an dessen Rohstoffquellen wollte – er fand einen und eroberte das Land. Kommt uns das nicht bekannt vor?

Wenn wir also Europas Wurzeln fassen wollen, müssen wir allen Kulturen des Kontinents ihr Recht einräumen. Was den Gründungsmythos betrifft, da müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass irgendjemand in der Antike auch nur ansatzweise ein Bild von Europa im Kopf hatte, wie wir es heute zu schaffen versuchen. Diese Verantwortung liegt bei uns.

WIR SIND EUROPA!

Web 2.0: Der BBC-Beitrag für den Zink-Hermelin von Budapest

Nachdem es im vorigen Beitrag schon rausposaunt wurde: ja, das mit meinem besonderen Tag stimmt. Und da ich mir da was wünschen darf, wünsche ich mir ein paar Teilnehmer, die bei einer Blogkette helfen, die Autorität dieses Blogs (und wenn sie wollen, auch des anderen) etwas zu erhöhen. Wie das?

Der Infopirat und datenschmutz rufen gerade zu einer Aktion auf. Es geht um eine bessere Technorati-Wertung durch gegenseitige Aufnahme von Blogs in die dortigen Favoriten. Je mehr Technorati-Links man hat, desto höher die Autorität. Daher auch von dieser Stelle aus das Angebot: Wer mitmacht, bekommt auch von mir ein Favoriten-Link bei Technorati. Wie genau aber funktioniert das? Also:

  1. Mach Infopirat, datenschmutz und dieses Blog zu deinen Favoriten bei Technorati.
  2. Schreibe einen kleinen Beitrag bei Dir zum Thema Technorati Blogkette und fordere Deine Leser auf daran teilzunehmen (und auch zu Dir zu linken)
  3. Verlinke diesen, diesen und den Beitrag, den du gerade liest.
  4. Infopirat bzw. datenschmutz checken bei Technorati, ob Du sie verlinkt hast und fügen Dich dann ihren Favoriten bei Technorati hinzu. Das gleiche gilt für dieses Blog
  5. Sollte wir Dich übersehen, oder Du möchtest das ganze gerne beschleunigen, schreib hier einen Kommentar und füge Deinen “Add to Technorati” Link ein.

Klingt ein wenig wie ein Schneeballsystem, ist vielleicht auch eins, aber immerhin wird man hier nicht darum gebeten, irgendwelchen Leuten Geld, Gummibärchen oder andere Wertsachen zu schicken. Außerdem wird nicht der Schneeballsystem-übliche Fluch ausgesprochen („wenn Du die Aktion nicht an 7 andere Blogs weiterleitest, wird der Racheengel über Dich kommen“ oder so).

In diesem Sinne: Weitermachen!

Technorati Profile

Nachtrag: Es sind noch mehr Beiträge für den Zink-Hermelin von Budapest eingetroffen, hier mal eine Tabelle, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Mal ganz davon abgesehen, dass im Moment, da diese Zeilen verfasst werden (5. August, 22.15 Uhr), Technorati bzw. der „Add to Technorati“-Service nicht erreichbar sind.

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Now playing: The Firm – Star trekkin‘
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Monty Python’s “Das Leben des Blogger”

Um noch einmal auf die Aktion von endl.de zurück zu kommen, das Blogger-Leben in Monty-Python-Szenen umzuschreiben (siehe hier), die ich mit „Die Blogger der Kokosnuss“ hier schon bedacht habe (was dann zu dem netten Untertitel dieses Blogs führte), so haben mich verschiedene Ereignisse der letzten Tage dazu inspiriert, eine weitere Szene zu bearbeiten. Die Inspiration kam durch neue Abmahnereien von Blogs, wie sie Stefan Niggemeier zum Beispiel hier beschreibt (noch mehr steht hier, hier, hier, hier und hier, außerdem gibt es eine Diskussion auf dem RA-Blog). Es geht mir dabei nicht so sehr um die aktuelle Sache an sich, jeder soll sein Recht bekommen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Allerdings scheint es langsam in Mode zu kommen, mit den Leuten vorher nicht mehr zu reden, sondern – wie in den USA – gleich mit dem Rechtsanwalt und einer kostenpflichtigen Abmahnung zu kommen. Manchmal hätte einfach eine freundliche eMail gereicht, um die Sache – eine Bezeichnung oder, wie auch schon geschehen, ein Foto – aus der Welt (beziehungsweise von der Homepage / dem Blog) zu schaffen. Keiner hätte Stress gehabt.

Die bearbeitete Szene stammt aus dem Film „Das Leben des Brian„. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, deren Haustieren, Bekleidungsstücken etc. etc. ist weder irgendwie so gemeint oder auch anders in jedem Fall ein ehrlich nicht bös gemeinter Zufall, echt ehrlich!

Szene 8: Eine Steinigungsstätte. Ein Rechtsanwalt mit ein paar Gehilfen stellt den zu steinigenden MC zur Rede. Eine große Menschenmenge hat einen Halbkreis um die Situation gebildet. 90% davon sind Frauen mit [falschen] Bärten, da Frauen zur Steinigung eigentlich nicht zugelassen sind. Im Umkreis stehen einige Medienjournalisten und betrachten das ganze argwöhnisch.

Anwalt: MC, Sohn des Neunzehn von ap…

MC: (zu einem Gehilfen des Anwalts, der ihn an einer Kette festhält) Was muss ich jetzt sagen? Ja?

Gehilfe des Anwalts: Ja.

MC: Ja.

Anwalt: Du bist von den Abmahnern für schuldig befunden worden, den Namen des Herrn genannt zu haben, und so sollst Du als Gotteslästerer zu Tode gesteinigt werden.

MC: Hören Sie, ich hatte gerade ganz wunderbar zu Abend gegessen, und da hab ich bloß in meinem Blog geschrieben: „Dieses Stück Heilbutt war ein Mahl für Jehova.“

Anwalt: Blasphemie! Er wiederholt seine Lästerung!

Frauen: (kreischend) Ja, hat er.

Anwalt: Habt ihr das gehört?

Frauen: (kreischend) Ja, haben wir. Wirklich.

Anwalt: (irritiert) Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?

Die Frauen schütteln alle die Köpfe und verneinen mit absichtlich tief gestellter Stimme. Der Anwalt wendet sich wieder MC zu.

Anwalt: Nun denn, kraft der Amtsgewalt, die mir verliehen…

Eine der Frauen wirft einen Stein, der MC trifft.

MC: Aua! Wir haben doch noch gar nicht angefangen!

Anwalt: (dreht sich um) Raus damit, wer war das? Wer hat den geschmissen?

Schweigen.

Anwalt: Wird’s bald? Wer hat ihn geschmissen?

Einige der Frauen zeigen auf die Übeltäterin.

Frauen: (kreischend) Sie war’s. (plötzlich, mit absichtlich tief gestellter Stimme) Er war’s. Er. Der da.

Übeltäterin: (mit sehr tiefer Stimme) Tut mir leid, ich dachte, wir hätten schon angefangen.

Anwalt: Abmarsch nach hinten.

Übeltäterin: (enttäuscht) Oje.

Sie geht nach hinten.

Anwalt: Es ist doch immer das gleiche, einer tanzt immer aus der Reihe. Also, wo waren wir?

MC: Hören Sie, ich weiß nicht, was daran Blasphemie sein sollte, wenn man einfach nur „Jehova“ sagt!

Die Frauen schnappen hörbar nach Luft.

Frauen: (mit hoher Stimme) Er hat es wieder gesagt! (mit tiefer Stimme) Er hat es wieder gesagt.

Anwalt: (zu MC) Du machst es nur noch schlimmer für Dich!

MC: Noch schlimmer? Wie könnte es denn noch schlimmer werden? (laut) Jehova, Jehova, Jehova…

Anwalt: Ich warne Dich! Wenn Du noch einmal „Jehova“ sagst…

Prompt kommt ein Stein aus der Menge geflogen und trifft ihn am Hinterkopf.

Anwalt: So! Wer hat den geworfen?

Frauen: (mit hoher Stimme) Sie war’s. Er war’s. (mit tiefer Stimme) Er war’s.

Sie deuten auf Frau P. Der Anwalt baut sich vor ihr auf.

Anwalt: Warst Du das?

Frau P: Ja.

Anwalt: Und…?

Frau P: Sie haben „Jehova“ gesagt.

Die Frauen kreischen alle auf und beschmeißen sie aus nächster Nähe mit Steinen. Sie fällt zu Boden. Schneller Schnitt auf die Reaktion der Medienjournalisten. Sie schütteln die Köpfe und raunen einander zu.

Anwalt: (laut) Aufhören! Hört auf, wollt Ihr wohl aufhören! Jetzt hört mal her, niemand steinigt irgendjemand, bevor ich nicht auf dieser Pfeife geblasen habe! Selbst wenn… und ich möchte, dass das absolut klar ist… selbst wenn jemand „Jehova“ sagt.

Eine kurze Pause. Dann schmeißen alle Frauen Steine auf den Anwalt, und er sackt zusammen. Fünf Frauen schleppen im Eilschritt einen riesigen Felsbrocken herbei und lassen ihn auf den Anwalt fallen.

Frau: Guter Wurf!

Alles applaudiert. Die Medienjournalisten schütteln traurig die Köpfe.

Monty Python’s Flying Circus

In den 1960er Jahren fand sich eine Truppe von Menschen zusammen, die das Programm der BBC um eine neue Variante von Comedy-Sendung erweitern wollte. Doch mal ganz ehrlich, was wäre passiert, wenn diese Leute, John Cleese, Eric Idle, Terry Jones, Terry Gilliam, Michael Palin und Graham Chapman sich für einen der anderen Namen entschieden hätten, die am Anfang diskutiert wurden? Wäre „A Horse, a Bucket and a Spoon“, „Sex and Violence“, „Owl-stretching Time“, „The Toad-elevating Moment“ oder gar „Gwen Dibley’s Flying Circus“ so einprägsam geworden wie das eigentliche Endresultat „Monty Python’s Flying Circus“? Nein, die Wahl war ausgezeichnet, obwohl damals – wie so oft – niemand ahnen konnte, was diese Idee nach sich ziehen würde.

Die Sendung brachte ein paar Neuerungen, zum einen trauten sie sich Dinge, die sich andere nicht trauten, schrammten mehr als einmal an der Grenze der Zensur und überschritten sie auch hier und da – tatsächlich gibt es einige Sketche, die der Schere zum Opfer fielen, in anderen wurden einzelne Worte nachträglich mit „harmloseren“ überspielt oder ganz ausgeblendet. Eine große Neuerung war, dass die einzelnen Sketche in den wenigsten Fällen eine Schlusspointe hatten, sondern nahtlos in den nächsten Sketch übergingen. Cleese meinte dazu, das sei in den 1960er Jahren in vielen Comedy-Programmen ein Problem gewesen: es wurde ein Sketch gespielt, der unglaublich komisch war, der aber dann völlig zerstört wurde durch eine schlechte Schlusspointe, die geschrieben worden war, um die Szene irgendwie zu einem Ende zu bringen. Das Dilemma hatte der „Flying Circus“ nicht.

Durch die provokante Art griffen die „Pythons“ genau das Fernsehen an, dem sie manchmal selbst zum Opfer fielen: Die doppelbödige Moral. Zum Beispiel gab es eine Episode, in der Graham Chapman als Teilnehmer des „Proust-Zusammenfass-Wettbewerb“ nach seinen Hobbies gefragt wurde und er antwortete, dies sei „Tiere erwürgen und masturbieren“ (original „strangle animals and masturbating“). Der BBC war das zu heikel, und so wurde das Wort „masturbating“ einfach ausgeblendet. John Cleese erklärte dazu in einer Jubiläumssendung Jahre später, er fand es interessant, dass es für die BBC offenbar in Ordnung ging, wenn ein Mensch „Tiere erwürgen“ als Hobby angibt, „masturbieren“ – was ja wesentlich harmloser war – offenbar aber nicht.

Obwohl die „Pythons“ ihren Humor für „nicht exportfähig“ hielten, wurden 1972 zwei deutsche Folgen produziert: „Monty Pythons Fliegender Zirkus“, die eine in Deutsch (ein Kleinod, die „Pythons“ sprechen tatsächlich selbst Deutsch, gaben aber hinterher zu, einfach nur „wie Papageien“ das wiederholt zu haben, was man ihnen vorgesprochen hatte), die andere in Englisch mit deutschen Untertiteln. Die komplette Serie wurde erst später ausgestrahlt, im Original mit Untertiteln, zunächst im österreichischen ORF, dann in den dritten Programmen und auch auf ARTE. In den 1990er Jahren traute man sich im Auftrag von SAT 1 an eine Synchronisation, die allerdings mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da etliche Fans diese Variante ablehnten. Manche Gags erwiesen sich als schlicht unübersetzbar.

Lang erwartet wurde nun eine Box, in der sich die komplette Serie auf DVD befindet und bei der mindestens die Original-Tonspur dabei ist, wenn nicht sogar ausschließlich. Und endlich ist sie erschienen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung mit 7 DVDs (Serie 1 bis 3 mit je 2 DVDs und Serie 4 auf 1 DVD), wobei man allerdings völlig auf die deutsche Tonspur verzichtet hat. Es ist die Serie im Original, die mit etlichen Untertiteln daher kommt – natürlich auch deutschen. Die Übersetzung ist ordentlich, auch wenn manchmal ein übler Hammer eingebaut wurde. Beispielsweise wird der Zwischentitel „Dim of the Yard“ mit „Dim aus dem Hof“ übersetzt, obwohl Dim als Inspektor von Scotland Yard, der Polizeibehörde, vorgestellt wird. Aber vermutlich wird das die Fans nicht groß stören, denen ist es wichtiger, das Original zu hören, etwa wenn der „tödliche Witz“ auf Deutsch erzählt wird: „Wenn ist das Nunstück git und Slotermeyer? Ja! Beierhund das Oder die Flipperwaldt gersput!“

Auf diese Weise bewahrt die Serie ihren Charme, wenn es auch manchmal etwas schwierig ist, den vielen sehr britischen Anspielungen zu folgen (beispielsweise wenn Lord Nelson beim tödlichen Sturz von einem Hochhaus brüllt „Kiss me, Hardy!“, was tatsächliche die letzten Worte des historischen Lord Nelson waren), in einigen Fällen ist es schlicht und ergreifend auch die Zeit, die ihren Tribut fordert, wenn Namen wie Raymond Baxter oder Robin Day fallen, die bei der BBC in den 1960er Jahren sehr bekannt waren, heute aber nicht mehr so geläufig sind. Wer hier mehr wissen will, dem ist mit den deutschen Übersetzungen der Drehbücher geholfen, „Monty Python’s Flying Circus – Sämtliche Worte Band 1“ und „Sämtliche Worte Band 2“, in denen all diese Anspielungen erklärt werden.

Die Serie ist sehenswert, der Preis ist angemessen – bei manchen Serien kostet eine Season doppelt so viel. Noch etwas? Nein, eigentlich nicht. Sie wollen noch mehr wissen? He – ich habe keine spanische Inquisition erwartet!

Haha! Niemand erwartet die spanische Inquisition!

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Im Gasthaus “Zur Goldenen Möwe”

Nach einem erfolgreichen Tag saßen wir gestern Abend noch im Gasthaus „Zur Goldenen Möwe“ in Ringsheim, um bei Speis‘ und Trank Ideen durchzuwälzen, beziehungsweise, die Ideen der letzten Wochen nochmal durchzugehen. Aber der Reihe nach.

Das Treffen kam spontan zustande, nachdem ein paar Mitglieder des Phantastischen Projekts am Europa-Park Fantreffen Sommer 2007 teilgenommen hatten. Da andere Mitglieder auch nicht fern waren, wurde Abends gegen halb acht das Treffen spontan verabredet. Und so kamen doch noch einige Leute zusammen, die einen der großen Tische des Gasthauses wohl nicht zur Gänze, aber zu einem Teil zu belegen vermochten. Während des festlichen Mahls wurden Gedanken ausgetauscht, besprochen, diskutiert. Und man fand, dass man auf einem gutem Weg war. Projekt X-3 wurde für gut befunden, genauso wie X-5. Aufgaben wurden neu verteilt und Termine gemacht.

Und bald wird sich das alles auflösen… 😉