EUROPA: Über seine Wurzeln und wiederholte Geschichte

Die Mythologie erzählt uns, dass Europe die Tochter des Königs Agenor war, die von Göttervater Zeus in Form eines Stieres nach Kreta entführt wurde. Da Zeus als Stier mit Europe schlief, gebar sie den Minotaurus, ein Wesen, das halb ein Mensch und halb ein Stier war. Doch zuletzt wurde der Erdteil „Europa“ nach ihr benannt.

Viele tausend Jahre später… Europa ist auf der Suche nach einer Identität. Manche Literaten lehnen das Bild der „Europa auf dem Stier“ und seine unterschwellige sexuelle Botschaft inzwischen ab. Ein neuer Gründungsmythos müsse her und einige verweisen auf Aeneas, der von Troja und den Griechen entkam und nach einigen Irrfahrten in Italien landete, wo seine Nachfahren später Rom gründeten. Das sei doch eine schöne Botschaft in einem Mythos verknüpft: Was man uns zerstört (Troja), das bauen wir wieder auf (Rom). Und wenn Politiker über Europa reden, fällt gerne die Phrase von den „christlich-jüdischen Wurzeln“. In großer Vereinfachung wird immer davon geredet, dass die ursprünglichen Völker Europas barbarisch und unzivilisiert waren, bis sie von Rom zivilisiert wurden, zunächst mit dem Schwert, später mit dem Christentum.

Dabei wird übersehen, dass unsere Vorfahren keineswegs die grunzenden Barbaren waren, für die sie gerne gehalten werden. Noch bevor es Juden in Europa gab und das Christentum überhaupt existierte, gab es Gesellschaften, die – entgegen aller späteren Propaganda – erstaunlich weit fortgeschritten waren. Und da liegen die eigentlichen Wurzeln, nach denen wir suchen müssen.

Das Wort „Barbar“ kommt aus dem Griechischen. Für die Griechen klangen fremde Sprachen eigenartig, so dass sie alle „Fremdsprachlinge“ mit dem Begriff „barbari“ versahen, das heißt „die Stotternden“. Dass der Begriff zur Umschreibung für primitive, rohe Volksstämme avancierte, ist der römischen Propaganda zu verdanken, die in ihren Schriften das Imperium hochlobte, während alle anderen Völker niedergemacht wurden. Am deutlichsten ist die Propaganda in Julius Cäsars „De Bello Gallico“ („Vom gallischen Krieg“) zu sehen. Dieses Werk beeinflusste lange Zeit das Bild, das man auch in moderner Zeit von den „Barbaren“ hatte. Cäsar nahm dabei ein Volk aufs Korn: die gallischen Kelten.

Würde man mit Hilfe einer Zeitmaschine zurückreisen in das 1. Jahrhundert vor Christus und einen Einheimischen in Zentraleuropa fragen, ob er wisse, wo man die Kelten finde, so würde der vermutlich keine Antwort haben. Der Begriff „Keltoi“ stammt – mal wieder – von den Griechen und bedeutet „die Tapferen, Edlen“. Aus der Sicht der Kelten gab es die Kelten nämlich nicht, obwohl sie einen ethnischen Kulturraum bildeten, der vom heutigen Spanien über England und Irland, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn und bis an Schwarze Meer reichte. Aber sie bildeten kein „Reich“, es gab unzählige Siedlungen, die miteinander in Kontakt waren, aber es gab keinen einheitlichen Herrscher. Glaubt man Cäsar, dann waren diese Kelten roh, unzivilisiert, dumme Bauern halt, die dem Römischen Imperium nichts entgegen zu setzen hatten.

Richtig? Falsch! Natürlich ist es schwierig, eine antike Kultur nach modernen Maßstäben zu bewerten. Aber man muss doch sehen, was die Römer als „unzivilisiert“ betrachteten, nämlich dass die Kelten ein anderes Leben führten als sie. Während die römischen Frauen beispielsweise keine Bürgerrechte hatten, sondern Zeit ihres Lebens unter der Aufsicht eines Mannes standen (zuerst des Vaters, eventuell noch eines Bruders, später des Ehemanns) und kein Eigentum besitzen durften, konnten die keltischen Frauen nicht nur Eigentum haben, sie konnten auch Macht erlangen und bei einer unglücklichen Ehe die Scheidung betreiben. In Rom war es üblich, ungewollte Kinder auszusetzen (sinnigerweise berichtet darüber ja sogar der Gründungsmythos der Stadt Rom, mit den Zwillingen Romulus und Remus, die ausgesetzt und von einer Wölfin gesäugt wurden), genossen die Kinder bei den Kelten besonderen Schutz, weil sie als unschuldig galten. Es gab sogar Regelungen über den Umgang mit Alten und Kranken.

Auch was technische Dinge des Alltags betraf, so waren die Kelten nicht so unbedarft, wie sie dargestellt wurden. Zwar bauten sie ihre Häuser aus Holz, aber sie befestigten ihre Städte – zum Beispiel Alesia, das von einem acht Meter hohen Steinwall umgeben war – und sie beherrschten die Kunst des Gold- und Eisenschmiedens. Diese Metalle kamen aus eigenen Bergwerken, die über ganz Frankreich verstreut lagen.

Die Städte der Kelten, die man später „Opida“ nannte, waren über ein Netz von befestigten Straßen miteinander verbunden und es wurde reger Handeln innerhalb des keltischen Raumes, als auch außerhalb, etwa mit Griechenland und Rom, getrieben. Durch ihre Goldminen waren die Kelten so reich, dass sie zum Beispiel selbst keinen Wein anbauten (was man sich angesichts der heutigen französischen Weine kaum vorstellen kann), sondern ihn lieber aus Italien importierten.

Was wollte nun Julius Cäsar in Gallien? Die offizielle Version: da er der Prokonsul von Gallien war, war es seine Aufgabe, Gallien zu beschützen. Aber das ist Geschichte, wie sie von den Siegern geschrieben wurde. Der wahre Grund war wie immer banal: Gallien verfügte über Reichtümer, die Cäsar dem Imperium einverleiben wollte. Also suchte er einen Anlass – und fand ihn: eine angebliche Invasion.

Die Invasion war in Wirklichkeit nur die Wanderung eines Volksstammes der Helveter. Sie wollten sich in einem anderen Gebiet niederlassen und hatten darum gebeten, bei ihrer Wanderung römisches Gebiet zu durchqueren. Cäsar beging einen – aus seiner Sicht – klugen Schachzug: er verweigerte ihnen die Passage durch römisches Gebiet, wodurch die Helveter gezwungen waren, gallisches Gebiet zu betreten. Cäsar gab nun vor, die Gallier vor den Invasoren schützen zu wollen und stoppte den Marsch… indem er von seinen Legionen alle Beteiligten – Männer, Frauen und Kinder – umbringen ließ. Danach schützte er immer größere Teile von Gallien, bis schließlich ganz Gallien erobert war. Ganz Gallien? Ich fürchte ja… leider haben sich auch Asterix und seine Mannen ihm nicht in den Weg gestellt.

Cäsar erwischte die Gallier kalt. Wie gesagt, der keltische Raum war zwar ein Kulturraum, aber es war kein Reich. Jeder Landstrich hatte seinen eigenen Herrscher und Cäsar nahm sie sich einen nach dem anderen vor. Als die Stämme Galliens sich darauf geeinigt hatten, den Krieger Vercingetorix zum Oberhaupt von allen zu machen, war es fast zu spät. Es gelang ihm zwar vor Gergovia, Cäsars Truppen einen Denkzettel zu verpassen, doch sein Waterloo fand Vercingetorix in Alesia.

Hier kann man sehr schön eine Lücke in Cäsars Argumentation ausmachen. Einerseits beschreibt er die Gallier als rohe Bauern, die der Macht des Imperiums nichts entgegen zu setzen hatten, andererseits fuhr er vor Alesia eine unglaubliche Kriegsmaschinerie auf. Er umgab die Stadt mit zwei Belagerungsringen, einen, um die Leute in der Stadt einzuschließen, und einen, um Nachschub von außen zu verhindern. Und das alles nur, um ein paar Bauern aufzuscheuchen? Nein, Cäsar wusste genau, mit wem er es zu tun hatte. Seine Strategie verhalf ihm zum Sieg.

Als Vercingetorix den Frauen, Kindern und Alten befahl, die Stadt zu verlassen und sich in römische Gefangenschaft zu begeben, um so wenigstens zu überleben, weigerte sich Cäsar, den Belagerungsring zu öffnen. Er spekulierte darauf, dass man sie in die Stadt zurückholen würde und dazu musste man natürlich das Tor öffnen. Das hätte eine Möglichkeit für einen Angriff gegeben. Als das nicht geschah, ließen die zivilisierten Römer die barbarischen Kelten vor ihrem Belagerungsring verhungern. Schließlich war es an Vercingetorix – und dieser kapitulierte. Um ihn zu erniedrigen, musste er vor Cäsar knien und seine Waffen niederlegen. Dann wurde er gefangen genommen und nach Rom gebracht.

Damit begann die systematische Auslöschung der gallischen Kultur, so nachhaltig, dass Wissenschaftler späterer Generationen einige Errungenschaften – wie zum Beispiel die Goldminen – für etwas hielten, das die Römer nach Gallien gebracht hatten. In Wirklichkeit war es umgekehrt, was die Römer brauchen konnten, wurde assimiliert (Schmiedekunst oder auch die Kunst, Münzen zu prägen), alles andere romanisisert. Auf den Holzbauten der Gallier entstanden die typisch römischen Steinhäuser, aus den Siedlungen wurden befestigte römische Städte. Der Bericht Cäsars tat sein Übriges, das Bild über die unzivilisierten Barbaren über lange Zeit zu prägen.

Zwei Dinge waren es, die Cäsar bei seinen Unternehmungen in die Hände spielten: die Gallier waren nicht zentral organisiert – und es gab kein Schrifttum. Für Rom gab es also nur seinen eigenen Bericht, wie er den Krieg in Gallien beschrieb. Und der Bericht war – wie gesagt – Propaganda. Sie war geeignet, Cäsars Karriere voranzutreiben und ihn zum Diktator auf Lebenszeit zu machen… bis sein Leben ein jähes Ende fand, als Verschwörer ihn auf den Stufen des römischen Kapitols niederstachen.

Östlich des Rheins gab es noch so ein Volk, in viele Stämme aufgeteilt und von den Römern als genauso barbarisch angesehen: die Germanen. Doch auch diese hatten ein ähnliches Straßennetz aufgebaut wie die Kelten und trieben Handel. Als die Römer in ihr Gebiet eindrangen, verließen sie sich auf ihre bewährte Strategie der Assimilation. Man erzog die Barbaren römisch, indem man sie zum Beispiel in die Armee aufnahm. Manche Menschen, besonders die Söhne von Stammesfürsten, wurden auch verschleppt und zwangsweise in die römische Armee aufgenommen. Die Römer dachten, sie könnten so die Familien der Verschleppten ruhig halten, indem sie garantierten, dass ihnen nichts geschah, so lange die Fürsten in der Heimat sich den Römern unterwarfen. Ein wenig ist hier schon die mafiöse Struktur der Schutzgelderpressung zu sehen, nur dass sich die Römer so vor Aufständen schützen wollten. Mal ganz davon abgesehen, dass sie sich vor den Barbaren als überlegen ansahen. Und ganz ehrlich, nach dem Bild, das von den Germanen gezeichnet wurde, würde man doch denken, ein Aufstand sähe so aus, dass ein paar bärtige Primitive sich Prügel und Äxte schnappen, einer grölt: „Angriff!“ und alle rennen auf die Römer zu und hauen einfach mal drauf. Strategie traut man ihnen nicht zu; und schon gar nicht, dass sie ihren Zorn im Zaum halten können, um einer vernünftigen Strategie zu folgen.

Doch da gibt es ein prominentes Gegenbeispiel: den Cheruskerfürsten Arminius. Er diente in der römischen Armee und kehrte schließlich nach Germanien zurück. Dann wurde dort von Kaiser Augustus (der herrschte um die christliche Zeitenwende) der Senator Publius Quinctilius Varus zum Statthalter ernannt. Der war inzwischen über 50 und durch lange Jahre im Dienst des Imperators bequem geworden. Er ließ die „Barbaren“ deutlich spüren, was er von ihnen hielt, behandelte sie schlecht und forderte Tribute. Außerdem waren es die Einheimischen gewohnt, ihre Fürsten selbst zu bestimmen und auch abzuwählen, wenn sie nicht mehr zufrieden waren. Varus jedoch blieb, wie ein Politiker der Neuzeit, an seinem Amt kleben. Die Wut – was man später als „furor teutonicus“ bezeichnete – gegen ihn Wuchs. Doch statt blindlings loszuschlagen, verfolgte Arminius eine perfide Strategie: er sorgte für kleine Streitigkeiten, die Varus schlichten durfte, um ihn in Sicherheit zu wiegen, während er eine Armee aufstellte. Dann, als die Zeit gekommen war, ließ Arminius eine Falschmeldung über einen Aufstand weiter im Norden verbreiten. Er selbst zog mit einer Armee los, um den Vorfall „zu untersuchen“, wohl wissend, das Varus gezwungen war, ihm zu folgen. In einem den Römern unbekannten Teil des Teutoburger Walds wurden Varus und seine Legionen in einen Hinterhalt gelockt und vernichtend geschlagen. Als Kaiser Augustus das hörte, soll er den berühmten Ausspruch „Vare, legiones redde!“ („Varus, gib die Legionen zurück!“; manche sagen auch „Vare, redde legionem meam!“, also „Varus, gib mir meine Legionen zurück!“) getan haben. Das freilich war ein schwieriges Unterfangen, denn von Varus kam nur der Kopf in Rom an, und ein Kopf ohne Körper ist nicht sonderlich handlungsfähig, außerdem existierten von den Legionen nur noch Knochen, die irgendwo im Teutoburger Wald zu Haufen aufgestapelt waren.

Einem Haufen Barbaren war es also gelungen, die großartige römische Armee zu schlagen. In den Querelen, die darauf folgten, zogen sich die Römer hinter den Rhein zurück.

Zurück zum Anfang des Beitrags: Europa wird klassisch immer aus der Sicht der Griechen und Römer gesehen. Und jene, die sich aufmachen wollen, einen Schöpfungsmythos zu finden, suchen dort danach. Doch wie wir gesehen haben, so einfach ist das nicht. Hätten beispielsweise die Gallier unter Vercingetorix Cäsar geschlagen, wer weiß, wie die Geschichte dann verlaufen wäre. Das bringt uns zu einem Punkt: Es gibt keinen Schöpfungsmythos über Europa. Die Geschichte von Europe und dem Stier hat nichts mit der Kultur Europas zu tun, es geht hier lediglich um die Namensgebung eines Erdteils. Auch Aeneas kann nicht herhalten, selbst wenn das „sich nicht unterkriegen lassen“ ein schönes Bild darstellt. Doch letztlich wird damit einem Imperium mit vielen Schattenseiten gehuldigt, das nicht dem Geist der Vielfalt, sondern der Vereinheitlichung und Assimilierung verschrieben war. Die Römer wollten die „Barbaren“ nicht einmal verstehen. Dass sie über lange Zeit die gleiche Strategie der Romanisierung der unterworfenen Völker anwandten, zeigt, dass sie alle diese Völker in einen Topf warfen und einfach mit dem Stempel „primitiv“ versahen.

Das Problem des Mythos ist, dass die Wurzeln Europas genau so vielfältig und verstreut sind, wie Europa es heute immer noch ist. Niemand in der antiken Welt hatte je an ein Europa gedacht, so wie man heute versucht, es aufzubauen. Die Kelten trieben untereinander und mit anderen Völkern Handel, aber niemand wollte sich zum „Herrscher aller Kelten“ aufschwingen und eine politische Vereinigung des Kulturraums erwirken. Die Römer haben mit Gewalt ihre Kultur verbreitet und alles eingestampft, was dabei im Weg war. Griechenland wandte sich in seiner Blütezeit politisch gesehen nicht nach Europa, sondern nach Asien und Ägypten.

Aeneas, Gaius Julius Cäsar, Vercingetorix, Arminius, Alexander der Große… sie alle haben zu ihrer Zeit ihre Spuren hinterlassen. Doch als Gründer eines modernen Europas taugen sie nicht. Ihre Zeit ist vorbei. Und kein mythischer Held erhob sich, damit 1957 die Römischen Verträge unterschrieben werden konnten. Das Europa von heute ist und bleibt ein Kind unserer Zeit.

Die Wurzeln aber sind vielfältig, und das ist gut so, denn ein Baum, der viele verästelte Wurzeln hat, der hat einen besonders sicheren Stand. Und aus unserer eigenen Kultur und Geschichte können wir sehr viel lernen, wenngleich sich die Geschichte trotz allem immer mal wieder wiederholt. Da brauchen wir gar nicht so arrogant in die weit entfernte Vergangenheit blicken, wir tun es immer noch. Ein Gaius Julius Cäsar brauchte einen Vorwand, um Gallien „beschützen“ zu dürfen, obwohl er in Wahrheit an dessen Rohstoffquellen wollte – er fand einen und eroberte das Land. Kommt uns das nicht bekannt vor?

Wenn wir also Europas Wurzeln fassen wollen, müssen wir allen Kulturen des Kontinents ihr Recht einräumen. Was den Gründungsmythos betrifft, da müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass irgendjemand in der Antike auch nur ansatzweise ein Bild von Europa im Kopf hatte, wie wir es heute zu schaffen versuchen. Diese Verantwortung liegt bei uns.

WIR SIND EUROPA!

Der Ausbau der ISS geht weiter

STS-118 MissionslogoSpace Shuttle Endeavour zum ersten Mal seit fast fünf Jahren wieder auf dem Weg ins All

Für Dienstag, 7. August 2007, 19:02 Uhr Ortszeit (Mittwoch, 8. August, 01:02 Uhr MESZ) war der Start der Mission STS-118, Space Shuttle Endeavour, vom Kennedy Space Center/Florida geplant gewesen. Der Start ist verschoben worden. Als neuer Starttermin wurde Mittwoch, der 8. August 2007, 18:36 Uhr Ortszeit (00.36 Uhr MESZ, Donnerstag, 9. August) festgelegt. Ursache der Verschiebung ist zusätzlicher Zeitbedarf für die Startvorbereitung, da ein Druckausgleichsventil in der Kabine der Endeavour ausgetauscht werden musste.

Zur Hauptaufgabe der siebenköpfigen Besatzung der Endeavour gehört neben der Montage des S5-Trusselementes an der Internationalen Raumstation ISS die Installation eines neuen Kreiselsystems zur Lagestabilisierung. Zudem wird ein neues Verbindungssystem „Shuttle – ISS“ getestet. Dieses System schafft die Möglichkeit, das Shuttle mit elektrischer Energie von der ISS zu versorgen. Damit kann der Aufenthalt der Raumfähren an der Raumstation verlängert werden. Im Flugplan ist optional vorgesehen, die Mission um drei Tage zu verlängern und um eine vierte Außenbordaktivität (EVA) zu erweitern, wenn die neue Anlage funktioniert wie geplant.

Eine Besonderheit der Mission ist die Aufgabe der Missions-Spezialistin Barbara R. Morgan. Sie wird im Programm „Teacher in Space“ Kinder von der ISS aus auf der Erde unterrichten. Astronautin Morgan nimmt damit die Arbeit der bei der Challenger-Katastrophe verunglückten Christa McAuliffe wieder auf.
Während des Fluges der Endeavour sind nominal drei Außenbordaktivitäten geplant.

Mit ihrem 20. Flug kehrt die Raumfähre Endeavour nach fast fünf Jahren wieder in den operativen Dienst zurück und absolviert den 119. Shuttleflug, der gleichzeitig der 22. Flug einer Raumfähre zur ISS ist. Die Endeavour wurde in den letzten Jahren grundüberholt wobei umfangreiche technische Modifikationen vorgenommen wurden, so zum Beispiel die Angleichung der Sicherheitsstandards und -einrichtungen an die der Shuttle Discovery und Atlantis.

Information: DLR – Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt / Bild: (c) DLR / NASA

DLR testet erstmals Wiederzündung eines kryogenen Raketenantriebs

Am 1. August 2007 wurde von der Versuchsmannschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dem Testgelände in Lampoldshausen zum ersten Mal ein kryogenes Oberstufentriebwerk unter Weltraumbedingungen, das heißt im Vakuum, wieder gezündet.

Damit konnte eine der wichtigsten Eigenschaften des von der französischen Firma Snecma neu entwickelten Vinci-Triebwerks nachgewiesen werden. Gleichzeitig wurde mit dieser Testreihe eine weitere Grundlage für die Entwicklung einer zukünftig leistungsstärkeren Version der europäischen Trägerrakete Ariane 5 gelegt. Die Fähigkeit zur Wiederzündung eines Oberstufentriebwerks ist die Voraussetzung für die Positionierung von mehreren Satelliten in verschiedenen Erdumlaufbahnen.

Premiere für die europäische Raumfahrt

Nachdem der Höhenprüfstand P4.1 und das Vinci-Triebwerk vorbereitet waren, erfolgte die Zündung des Raketenmotors um 16:38:40 Uhr. Die erste Heißlaufphase betrug 40 Sekunden, nach einer Wartezeit von weiteren 148 Sekunden erfolgte dann die zweite Zündung mit einer Heißlaufdauer des Triebwerks von 80 Sekunden.

Das Vinci-Triebwerk wird mit flüssigem tiefkaltem Wasserstoff, bei minus 250 Grad Celsius, und flüssigem tiefkaltem Sauerstoff, bei minus 180 Grad Celsius, den so genannten kryogenen Treibstoffen, betrieben. Der durch Wärmeeintragung des Verbrennungsprozesses verdampfende Wasserstoff wird gleichzeitig zum Antrieb der für die Einspritzung der Treibstoffe notwendigen Turbopumpen genutzt. Vinci arbeitet somit äußerst effizient und kann im Vakuum bis zu 18 Tonnen Schub erzielen.

Der Höhenprüfstand P4.1 in Lampoldshausen ist die einzige Testmöglichkeit für kryogene Oberstufentriebwerke in Europa. Diese in ihrer Bauweise einzigartige Anlage kann sowohl die im Weltraum vorherrschenden Umgebungsbedingungen für das Triebwerk simulieren, als auch die komplette Versorgung für das Triebwerk mit Treibstoffen sicherstellen. Die hochkomplexe und extrem leistungsfähige Anlage wurde im Auftrag der ESA vom DLR verantwortlich entwickelt und gebaut. Der Prüfstand P4.1, der im Jahr 2005 in Betrieb genommen wurde, stellt mit seinen notwendigen Testabläufen höchste Ansprüche an das Versuchsteam. Die verwendete Technologie zum Schaffen der Vakuumbedingungen bei laufendem Triebwerk ist eine Kompetenz, die beim DLR in Lampoldshausen aufgebaut wurde, und weltweit einmalig ist.

Das Institut für Raumfahrtantriebe beim DLR in Lampoldshausen betreibt Großprüfstände für Raketentriebwerke. Es werden neben dem Vinci-Triebwerk auch das Haupttriebwerk Vulcain 2 wie auch das Oberstufentriebwerk Aestus der europäischen Trägerrakete Ariane 5 getestet.

Quelle: DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Web 2.0: Der BBC-Beitrag für den Zink-Hermelin von Budapest

Nachdem es im vorigen Beitrag schon rausposaunt wurde: ja, das mit meinem besonderen Tag stimmt. Und da ich mir da was wünschen darf, wünsche ich mir ein paar Teilnehmer, die bei einer Blogkette helfen, die Autorität dieses Blogs (und wenn sie wollen, auch des anderen) etwas zu erhöhen. Wie das?

Der Infopirat und datenschmutz rufen gerade zu einer Aktion auf. Es geht um eine bessere Technorati-Wertung durch gegenseitige Aufnahme von Blogs in die dortigen Favoriten. Je mehr Technorati-Links man hat, desto höher die Autorität. Daher auch von dieser Stelle aus das Angebot: Wer mitmacht, bekommt auch von mir ein Favoriten-Link bei Technorati. Wie genau aber funktioniert das? Also:

  1. Mach Infopirat, datenschmutz und dieses Blog zu deinen Favoriten bei Technorati.
  2. Schreibe einen kleinen Beitrag bei Dir zum Thema Technorati Blogkette und fordere Deine Leser auf daran teilzunehmen (und auch zu Dir zu linken)
  3. Verlinke diesen, diesen und den Beitrag, den du gerade liest.
  4. Infopirat bzw. datenschmutz checken bei Technorati, ob Du sie verlinkt hast und fügen Dich dann ihren Favoriten bei Technorati hinzu. Das gleiche gilt für dieses Blog
  5. Sollte wir Dich übersehen, oder Du möchtest das ganze gerne beschleunigen, schreib hier einen Kommentar und füge Deinen “Add to Technorati” Link ein.

Klingt ein wenig wie ein Schneeballsystem, ist vielleicht auch eins, aber immerhin wird man hier nicht darum gebeten, irgendwelchen Leuten Geld, Gummibärchen oder andere Wertsachen zu schicken. Außerdem wird nicht der Schneeballsystem-übliche Fluch ausgesprochen („wenn Du die Aktion nicht an 7 andere Blogs weiterleitest, wird der Racheengel über Dich kommen“ oder so).

In diesem Sinne: Weitermachen!

Technorati Profile

Nachtrag: Es sind noch mehr Beiträge für den Zink-Hermelin von Budapest eingetroffen, hier mal eine Tabelle, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Mal ganz davon abgesehen, dass im Moment, da diese Zeilen verfasst werden (5. August, 22.15 Uhr), Technorati bzw. der „Add to Technorati“-Service nicht erreichbar sind.

BlogBeitragFav Link
ricdes dot comhttp://www.ricdes.com/blog/…Add to Technorati Favorites
Datenschmutzhttp://blog.datenschmutz.net/2007-08/…Add to Technorati Favorites
Wort|ge|fecht, dashttp://www.wortgefecht.net/…Add to Technorati Favorites
aptgetupdate.dehttp://www.aptgetupdate.de/…Add to Technorati Favorites
Seven.luhttp://www.seven.lu/blog…Add to Technorati Favorites
Draussen nur Kännchenhttp://kaennchen-blog.de/…Add to Technorati Favorites
teh geekosphere.orghttp://geekosphere.org/…Add to Technorati Favorites
Wissen belastethttp://wissenbelastet.com/…Add to Technorati Favorites
geocaching-blog.dehttp://geocaching-blog.de/…Add to Technorati Favorites
Goggi-Bloghttp://goggiblog.blogspot.com/…Add to Technorati Favorites
Anwälte in Vulkane werfenhttp://www.anwaelte-in-vulkane…Add to Technorati Favorites
Vienna22http://www.duba.at/…Add to Technorati Favorites
Kropihttp://www.kropi.de/2007/08/…Add to Technorati Favorites
Pascalmhhttp://pascalmh.de/index.php…Add to Technorati Favorites
Tipps-Archivhttp://www.tipps-archiv.de/technorati…Add to Technorati Favorites
Onmecohttp://www.onmeco.de/blog/smo/t…Add to Technorati Favorites
Greensmilies.comhttp://www.greensmilies.com/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
Blogformoney.dehttp://www.blogformoney.de/?p=93Add to Technorati Favorites
Ulf Theis Webdesignhttp://www.ulf-theis.de/internet/…Add to Technorati Favorites
Troll-Bloghttp://trollblog.de/technora…Add to Technorati Favorites
Alles Was Bewegthttp://alleswasbewegt.de/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
one59http://one59.wordpress.com/2007/08/03…Add to Technorati Favorites
Store4dogshttp://www.store4dogs.at/blog/…Add to Technorati Favorites
Voll Dollhttp://volldoll.de/?p=154Add to Technorati Favorites
Baynado’s Suchmaschinenbloghttp://www.baynado.de/blog/…Add to Technorati Favorites
Prinzzess’ Allerleihttp://www.prinzzess.biz/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
Das Phantastische Projekthttp://phantastik.wordpress.com/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
ASTROCOHORShttp://blog.astrocohors.de/?p=114Add to Technorati Favorites
Daves Bloghttp://dmay.net/blog/blogkette…Add to Technorati Favorites
Vielohrsophenhttp://vielohrsophen.de/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
Waiting for Annahttp://waiting.avengelina.de/?p=37Add to Technorati Favorites
Momworxhttp://momworx.de/blog-kette…Add to Technorati Favorites

—————-
Now playing: The Firm – Star trekkin‘
via FoxyTunes

Web 2.0: So macht man das heute

Es war einmal vor langer Zeit, da haben wir uns in diesem Blog schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie man wohl die Reichweite und Hörbarkeit des eigenen Blogs etwas anheben kann. Zwar sind die Rufe von damals schon lange verhallt, aber gerade in diesen Tagen wird das Web 2.0 ganz in diesem Sinne ausgespielt…

Infopirat und Datenschmutz haben eine Aktion eröffnet, mit der man das Verbreitungsgebiet seines Blogs – und seine Autorität – wesentlich vergrößern kann. Das Zauberwort lautet: Technorati. Auf dieser Plattform kann man andere Seiten als seine Favoriten abspeichern. Nun ist die Idee: wenn sich einige Leute gegenseitig in die Favoritenlisten aufnehmen, wird damit deren Autorität erhöht.

Also: Wer dies liest und spontan begeistert von der Idee ist, seinem Blog etwas mehr Backlinks zu gönnen, der möge an der Aktion teilnehmen. Es läuft folgendermaßen:

  1. Mach Infopirat und datenschmutz sowie dieses Blog zu deinen Favoriten bei Technorati.
  2. Schreibe einen kleinen Beitrag bei Dir zum Thema Technorati Blogkette und fordere Deine Leser auf daran teilzunehmen (und auch zu Dir zu linken)
  3. Verlinke diesen, diesen und den Beitrag, den du gerade liest.
  4. Infopirat und datenschmutz checken bei Technorati, ob Du sie verlinkt hast und fügen Dich dann ihren Favoriten bei Technorati hinzu. Das gleiche tun die Betreiber des ASTROCOHORS-Blogs.
  5. Sollte wir Dich übersehen, oder Du möchtest das ganze gerne beschleunigen, schreib hier einen Kommentar und füge Deinen “Add to Technorati” Link ein (das gleiche gilt für das Blog von Infopirat und datenschmutz, Links zu den Beiträgen siehe unter Punkt 3).

Wem die ganze Aktion noch nicht einleuchtet, der kann sie in den verlinkten Beiträgen nochmal nachlesen. In diesem Sinne: Fröhliches Bloggen!

Nachtrag: Die Sache zieht Kreise. Hier eine Tabelle mit dem Zwischenstand der teilnehmenden Blogs (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!):

BlogBeitragFav Link
ricdes dot comhttp://www.ricdes.com/blog/…Add to Technorati Favorites
Datenschmutzhttp://blog.datenschmutz.net/2007-08/…Add to Technorati Favorites
Wort|ge|fecht, dashttp://www.wortgefecht.net/…Add to Technorati Favorites
aptgetupdate.dehttp://www.aptgetupdate.de/…Add to Technorati Favorites
Seven.luhttp://www.seven.lu/blog…Add to Technorati Favorites
Draussen nur Kännchenhttp://kaennchen-blog.de/…Add to Technorati Favorites
teh geekosphere.orghttp://geekosphere.org/…Add to Technorati Favorites
Wissen belastethttp://wissenbelastet.com/…Add to Technorati Favorites
geocaching-blog.dehttp://geocaching-blog.de/…Add to Technorati Favorites
Goggi-Bloghttp://goggiblog.blogspot.com/…Add to Technorati Favorites
Anwälte in Vulkane werfenhttp://www.anwaelte-in-vulkane…Add to Technorati Favorites
Vienna22http://www.duba.at/…Add to Technorati Favorites
Kropihttp://www.kropi.de/2007/08/…Add to Technorati Favorites
Pascalmhhttp://pascalmh.de/index.php…Add to Technorati Favorites
Tipps-Archivhttp://www.tipps-archiv.de/technorati…Add to Technorati Favorites
Onmecohttp://www.onmeco.de/blog/smo/t…Add to Technorati Favorites
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Blogformoney.dehttp://www.blogformoney.de/?p=93Add to Technorati Favorites
Ulf Theis Webdesignhttp://www.ulf-theis.de/internet/…Add to Technorati Favorites
Troll-Bloghttp://trollblog.de/technora…Add to Technorati Favorites
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Store4dogshttp://www.store4dogs.at/blog/…Add to Technorati Favorites
Voll Dollhttp://volldoll.de/?p=154Add to Technorati Favorites
Baynado’s Suchmaschinenbloghttp://www.baynado.de/blog/…Add to Technorati Favorites
Prinzzess’ Allerleihttp://www.prinzzess.biz/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
Das Phantastische Projekthttp://phantastik.wordpress.com/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
ASTROCOHORShttp://blog.astrocohors.de/?p=114Add to Technorati Favorites
Daves Bloghttp://dmay.net/blog/blogkette…Add to Technorati Favorites
Vielohrsophenhttp://vielohrsophen.de/2007/08/04/…Add to Technorati Favorites
Waiting for Annahttp://waiting.avengelina.de/?p=37Add to Technorati Favorites
Momworxhttp://momworx.de/blog-kette…Add to Technorati Favorites

Technorati Profile

Experiment mit Web 2.0 – Neue Internetseite

So eine Gelegenheit gibt es nicht sehr häufig, deswegen wollen wir sie mal nutzen. Am heutigen 2. August ist nämlich ganz offiziell die Seite von einem unserer „Blogger der Kokosnuss“ online gegangen. Ja, ein paar mehr Informationen über Thorsten Reimnitz finden sich jetzt auf seiner persönlichen Seite. Wurde auch Zeit. Und die Gelegenheit? Nun, es ist eine Gelegenheit, die Verbreitungsgeschwindigkeit des Web 2.0 mal auszuprobieren. Entgegen der üblichen Taktik wird diese Seite nämlich nicht bei allen möglichen Suchmaschinen angemeldet, sondern einfach mal hier verlinkt. Gut, und noch bei ein paar anderen Gelegenheiten, wo sie dazu passt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Seite von den allmächtigen Crawlern aufgespürt und erfasst wird.

Diese neue Internetpräsenz findet sich hier!

“Jules Verne” im Europäischen Raumhafen angekommen

Nach einem Transport über den Atlantik per Schiff ist am 1. August das ATV „Jules Verne“ im Europäischen Raumhafen in Kourou (Französisch Guyana) angekommen. „Jules Verne“ ist ein automatisches Transfersystem, das für die Internationale Raumstation ISS gedacht ist. Eine Fotostrecke mit weiteren Informationen findet sich auf der offiziellen Seite der ESA hier.

Name und Designerlogo von Paolo Nespolis Mission zur ISS bekannt gegeben

ESPERIA Logo / (c) by ESA Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Italienische Raumfahrtagentur (ASI) haben heute ihre Wahl für den Namen der kommenden Mission des Astronauten Paolo Nespoli mitgeteilt, der im Oktober als Mitglied der Mannschaft des Space-Shuttle-Flugs STS-120 zur Internationalen Raumstation (ISS) starten wird.

Getauft wurde die Mission auf den Namen „Esperia“ – in Anlehnung an Hesperia, den griechischen Namen für das Abendland und im Besonderen Italien.Die Wahl dieses Namens steht zum einen für Nespolis Raumtransportermission zur ISS, die mit der Auslieferung des in Italien gebauten Verbindungsknotens Nr. 2 der Demonstration europäischer Technologie dienen wird, und zum anderen für das vorausschauende Engagement der ASI, die diese Fluggelegenheit ermöglichte, indem sie der NASA im Rahmen einer bilateralen Vereinbarung drei von der italienischen Industrie als Frachtcontainer entwickelte druckgeregelte Mehrzwecklogistikmodule (MPLM) bereitstellte.

Die ASI erhielt durch diese Vereinbarung sechs Fluggelegenheiten. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der ASI und der ESA wurde für die nun anstehende ASI-Fluggelegenheit Paolo Nespoli, Mitglied des Europäischen Astronautenkorps, ausgewählt. Die erste dieser Fluggelegenheiten durfte Umberto Guidoni wahrnehmen, der im April 2000 zehn Tage auf der ISS verbrachte. Der Vorsitzende der ASI, Professor Giovanni F. Bignami, und der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung und Exploration, Daniel Sacotte, haben auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris am 19. Juni eine Übereinkunft zwischen ihren beiden Einrichtungen über die gemeinsame Leitung dieser wichtigen Mission unterzeichnet.

Die ASI hat im Einklang mit dieser Übereinkunft den berühmten Designer Giorgetto Giugiaro und sein Unternehmen ItalDesign SpA als Sponsor mit dem Entwurf eines Missionslogos betraut. Das phantasievoll gestaltete Logo symbolisiert die zentrale Bedeutung der Mission „Esperia“ im Hinblick auf die Fertigstellung der ISS sowie als Etappe auf dem Weg zu einer weitergehenden Exploration des Weltraums – einem Unterfangen, an dem Italien und die ASI in Europa und auf internationaler Ebene maßgeblich beteiligt sind.

„Italien gehört zu den wichtigsten europäischen Raumfahrtakteuren“, betont Simonetta di Pippo, Direktorin für das Weltraumforschungs- und Explorations¬programm der ASI. „Die Mission „Esperia“ verdeutlicht Italiens langfristiges Engagement in der Weltraumexploration sowie unsere Visionen und Ambitionen für die Zukunft. Darüber hinaus stellt sie erneut die Kompetenzen der italienischen Industrie unter Beweis, die die Grundlage für unsere Investitionen in europäische Weltraumprogramme bilden, insbesondere in das Explorationsprogramm Aurora.“

Die Mission „Esperia“ ist Nespolis erster Flugeinsatz. Als Mitglied der siebenköpfigen Mannschaft von Flug STS-120 wird er bei der komplexen Mission zur Montage des von Thales Alenia Space gebauten Verbindungsknotens Nr. 2 eine tragende Rolle spielen, indem er vom Innern der Raumfähre aus vier Außenbordeinsätze koordinieren wird. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören die Durchführung eines Gemeinschaftsprogramms von ESA und ASI für humanphysiologische und biologische Experimente sowie die Unterstützung für die Wartung und den Betrieb der Bordsysteme des Orbiters.

„Dieser erste in Europa gebaute und nun startbereite Verbindungsknoten stellt für den weiteren Zusammenbau der ISS einen Schlüsselbaustein dar“, so Daniel Sacotte, „denn er bildet den Durchgang zum ESA-Labor Columbus, zum US-Labor Destiny und zum japanischen Experimentierlabor Kibo und dient als Andockmodul für das japanische Transferfahrzeug H-II. Der Verbindungsknoten verfügt ferner über einen Andockstutzen für die amerikanischen Raumtransporter sowie über Befestigungen für die MPLM. Wissenschaftler und Techniker auf der ganzen Welt blicken bereits gespannt auf die sichere Anbringung dieses Moduls.“

In die Mission „Esperia“ ist auch das italienische Ministerium für soziale Solidarität eingebunden. Nespoli wird auf seinem Flug als Repräsentant aller europäischen Bürger ihre Rechte auf Chancengleichheit in Erinnerung rufen und auf seine Reise mehrere Botschaften dieses Ministeriums mitnehmen.

Pressemitteilung und Logo (c) by ESA

Die Eroberung des Weltraums

Getreu dem Motto „Science Fiction und mehr„, mit dem dieses Blog überschrieben ist, wollen wir heute eine neue Reihe einführen, nämlich die Entwicklung der Raumfahrt und die Raumfahrt heute. Wie die Raumfahrt der Zukunft aussieht, das wissen wir dank der ASTROCOHORS-Geschichten :-).

Lange Zeit war Raumfahrt ein Thema für Phantasten, was mitunter auch am beschränkten Wissen über die Gestalt des „Raumes zwischen den Planeten“ lag. Noch im 19. Jahrhundert war man der Idee verfallen, dieser Raum könne nicht leer sein und erklärte die Anwesenheit eines unsichtbaren Stoffes, den so genannten „Äther“. Dieser „Äther“ solle fest genug sein, dass man Raumschiffe mit Schrauben versehen konnte, ähnlich wie Schiffe auf dem Wasser. Die Schiffe würden durch die „Ätherschraube“ genug Rückstoß erhalten, damit man zu anderen Welten fliegen konnte.

Dem Russen Konstantin Ziolkowski (1857-1935) und dem Deutschen Hermann Oberth (1894-1989) sind erste wissenschaftliche Erkenntnisse über Raketen und deren Technik zu verdanken, was 1923 in Oberths Grundgleichung der Raketentechnik mündete und das Konzept der Stufenrakete aufbrachte.

Ab 1910 entwickelte der US-Amerikaner R. H. Goddard (1882-1945) kleine Raketenmotoren mit Flüssigkeitsantrieb, ebenso wie der Südtiroler Astronom und Raketenpionier Max Valier (1895-1930). In den 1930er Jahren entdeckte das Militär die Raketenforschung für sich, so sah das Deutsche Reich darin beispielsweise die Möglichkeit, neue Waffen zu entwickeln, mit denen man die Bestimmungen des „Versailler Vertrags“ umgehen konnte. Einen großen Anteil an den Weiterentwicklungen hatte Wernher von Braun (1912-1977) – von Peenemünde 1934 und der A4 (dem Vorbild vieler sowjetischer/russischer und US-Raketen) bis zur Saturn V der Mondlandungen 1969-1972. Er und einige andere Ingenieure waren nach dem Krieg in die USA gebracht worden, da man dort – genauso wie in der Sowjetunion – das Potential ihrer Arbeit erkannt hatte. In den Folgejahren entsteht das, was man später den „Wettlauf ins All“ nennen wird, die beiden Großmächte versuchen, sich gegenseitig mit ihren Erfolgen zu übertrumpfen. Einen wahren „Sieger“ gibt es nicht, da beide Seiten etliche Erfolge für sich verbuchen können. Die Entwicklung geht wie folgt weiter:

  • 3. Oktober 1942: Eine A4-Rakete (auch als V2 bekannt) ist das erste von Menschen konstruierte Objekt, das die Grenze zum Weltraum durchstößt (85 km). Andere V2-Raketen sollen kurze Zeit später Höhen bis 120 km erreicht haben.
  • 21. Juli 1953: Das DLR (Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt) wird gegründet.
  • Juli 1955: Gründung des NAL (National Aerospace Laboratory of Japan)
  • 4. Oktober 1957: Sputnik 1, der erste von Menschenhand gebaute Satellit. (Sowjetunion)
  • 3. November 1957: Sputnik 2, brachte mit der Hündin Laika das erste Lebewesen ins All. (Sowjetunion)
  • 1958: Die NASA (National Aeronautics and Space Administration) wird gegründet. (USA)
  • 13. Dezember 1958: Etablierung des UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs).
  • 12. April 1961: Wostok 1, Juri Alexejewitsch Gagarin fliegt als erster Mensch in das Weltall. (Sowjetunion)
  • 1961: Gründung der CNES (Centre national d’études spatiales).
  • 1962: Gründung der ELDO (European Launcher Development Organisation) durch verschiedene europäische Staaten; nach der Aufnahme weiterer Staaten wird die Organisation noch im gleichen Jahr in ESRO (European Space Research Organisation) umbenannt.
  • 16. Juni 1963: Wostok 6, Walentina Wladimirowna Tereschkowa fliegt als erste Frau in den Weltraum.
  • April 1964: Gründung der ISAS (Institute of Space and Aeronautical Science) in Tokyo.
  • 18. März 1965: Woschod 2, Der erste Mensch Alexei Leonow verlässt ein Raumschiff und schwebt frei im Weltraum.
  • 3. Februar 1966: Luna 9 Erste weiche Landung auf einem anderen Himmelskörper, dem Mond. (Sowjetunion)
  • 21. Dezember 1968: Apollo 8, zum ersten Mal verlassen Menschen die Erdumlaufbahn. (USA)
  • 16. Juli 1969: Apollo 11, Start zur ersten Mondlandung. Neil Armstrong betritt am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond, gefolgt von Buzz Aldrin. Michael Collins (alle USA) fliegt das Apollo-Mutterschiff.
  • 1. Oktober 1969: Gründung der NASDA (National Space Development Agency of Japan).
  • 15. Dezember 1971: Venera 7, erste weiche Landung auf einem anderen Planeten, der Venus (Sowjetunion).
  • 1972: Gründung der ASA (Austrian Space Agency).
  • 1973: Die ESRO wird in eine einheitliche neue Organisation umgeformt, die ESA (European Space Agency).
  • 12. April 1981: Der Space Shuttle Columbia startet zu seinem Erstflug. Es ist das erste wiederverwendbare Raumschiff.
  • 1985: Gründung des BNSC (British National Space Centre).
  • 1988: Gründung der ASI (Agenzia Spaziale Italiana).
  • 1989: Gründung der CSA (Canadian Space Agency).
  • 20. November 1998: Mit dem Start des russischen Sarja-Moduls beginnt der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS, dem bisher größten Projekt in der Raumfahrt.
  • Oktober 2003: Aus den drei japanischen Organisationen NAL, ISAS und NASDA wird die JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency).

Und die Geschichte geht weiter… zum Beispiel in diesem Blog unter dem Stichwort „Raumfahrt“, wo wir in Zukunft aktuelle Mitteilungen zum Thema veröffentlichten werden.