Experiment mit Web 2.0

Was passiert eigentlich, wenn man einfach einen Blog-Beitrag schreibt, in dem ohne Sinn und Zusammenhang eine Reihe von Begriffen auftaucht, die gerade besonders gefragt sind bei Suchmaschinen oder bei so genannten „Social Bookmarkers“? Folgt eine Flut von Besuchern? Oder können die Maschinen den nicht gegebenen Zusammenhang erkennen? Keine Ahnung – und Grund, ein Experiment zu starten.
Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, also einen der unten stehenden Begriffe als Suchwort eingegeben haben und hier gelandet sind – dann sind die Maschinen eben doch einfacher reinzulegen, als ich gedacht habe. Kein Wunder, dass man im Internet manchmal Schwierigkeiten hat, wirklich das zu finden, was man sucht.
Wenn Sie aber einfach neugierig auf diesen Beitrag waren und nicht aus Versehen hier gelandet sind, umso besser.
In jedem Fall Danke für den Besuch – und seien Sie vergewissert: das kommt nicht wieder vor. Ein Experiment reicht.

Die Suchbegriffe:

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30. April: Ein besonderer Tag

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai war früher ein besonderer Tag, ein Tag für die Menschen, ihre Beziehungen und Freundschaften. Auch heute ist das teilweise noch so, was sich zum Beispiel im Brauch des Maibaum-Stellens erhalten hat.

Deswegen soll der heutige Tag auch ein ganz besonderer für das Fan-Projekt werden – wir gehen einen Schritt weiter. Die Hauptseite www.star-command.de wird heute neu publiziert. Außerdem haben wir ein neues Forum eröffnet, das langsam beginnend immer weiter wachsen soll. Auch die, die gerne Geschichten schreiben, sollen hier ihren Platz finden.

Ja, wir haben für die Schreiber auch eine internationale Gruppe eingerichtet bei ICQ. Viel neues für einen Tag. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass wir das Blog auf die Hauptseite verschoben haben. Auf diese Weise können interessierte Besucher gleich auf der Startseite die neuesten Informationen nachlesen. Über die Register oben kommt man auf die Informationsseiten darüber, wer und was STAR COMMAND genau ist.


Die ICQ Group:
Bhelghors SciFi Writing Group

ICN Links: BILDblog

Heute wollen wir anfangen, uns mit den Links zu befassen, die es auf unseren Seiten so gibt. Den Anfang macht eine Seite, die unter „ICN Internetmedien“ aufgeführt ist: BILDblog.de.

Über die Zeitung, um die sich dieses Blog dreht, muss eigentlich kein Wort mehr verloren werden. Noch immer ist es Deutschlands größte Tageszeitung, die seit 1952 erscheint. Günter Wallraff war unter falscher Identität als Reporter tätig, um ihre Methoden zu entlarven und schrieb mehrere Bücher darüber. Heinrich Böll verarbeitete den Sensationsjournalismus, für den diese Zeitung steht, in seinem Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum„.

Seit damals hat die Welt sich stark gewandelt. Als neues Medium kam im Juni 2004 ein Blog hinzu, dessen Beiträge versuchen, mit den Veröffentlichtungen in der Zeitung Schritt zu halten. Den Anfang bildete am 6. Juni 2004 ein sehr kurzer Beitrag unter der Überschrift „Frage zum Anfang“: „Muss/darf man eigentlich irgendwelche Angehörigen einfach am Grab fotografieren?“ Seit damals wird unter die Lupe genommen, was da gedruckt (oder online gestellt) mit GROSSEN BUCHSTABEN verkündet wird, sei es, dass man die Angehörigen des ehemaligen Ministers Jürgen W. Möllemann zum Jahrestod seines Todes an dessen Grab fotografierte (worauf die oben genannte Frage Bezug nahm) oder wenn redaktionelle Beiträge sehr deutlich mit Werbung verbunden wurden. Schon am 30. Juli 2004, also knapp zwei Monate später, war BILDblog.de so beliebt geworden, dass man die Kommentarfunktion abschalten musste, weil die Bearbeitung der Kommentare sonst überhand genommen hätte. Zum Jubiläum gestalteten die Fans der Seite Werbepostkarten, die sich satirisch-kritisch mit dem Boulevard-Blatt auseinander setzten.

Einer der bisherigen Höhepunkte war der 8. Februar 2006, als die Moderatorin Charlotte Roche in der Harald-Schmidt-Show auftrat und dabei ein T-Shirt mit der Internetadresse www.bildblog.de trug. Damals waren die „Macher“ vom BILDblog selbst völlig überrascht, denn diese Aktion machte Charlotte Roche aus eigenem Antrieb, vermutlich wegen des Ärgers, den sie mit der großen Zeitung nach dem Tod ihrer Brüder hatte. Aber a propros „Macher“, wer sind die Leute hinter dem Blog eigentlich. Laut Selbstauskunft sind sie „eine Handvoll Journalisten, unterstützt von den zahllosen Hinweisgebern und Hinweisgeberinnen aus der Leserschaft. Verantwortlich für BILDblog sind die Medienjournalisten Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis, die dafür die B-Blog GbR gegründet haben. Hinter BILDblog stehen keine anderen Unternehmen, keine Verlage, Parteien oder Organisationen.“

Rund 40.000 Besucher täglich lesen dieses „Watchblog“, das schon zu einem Zeitpunkt entstand, als die Initiatoren noch nicht einmal wussten, was ein „Watchblog“ überhaupt ist. Mit dem Erfolg kamen auch Auszeichnungen, der „Best of the Blogs Award“ der „Deutschen Welle“, der „Grimme Online Award“, der „Leuchtturm-Preis“ des „Netzwerk Recherche“ und den dritten Preis des LeadAward.

Alles dies ist – wie es sich gehört – aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Und so geht es weiter, Tag für Tag, wann immer eine neue Ausgabe der Zeitung mit den vier Buchstaben erscheint.

Das BILDblog: www.bildblog.de

Du Depp hast noch keine Wettaktien!

„Wie bitte?“

Das war meine erste Reaktion, als ich heute den Spam-Filter meiner eMail-Adresse kontrollierte. Eine Mail brüllte mir im Betreff entgegen: „Du Depp hast noch keine Wettaktien!“ Die Aussage stimmt insoweit, als dass ich keine Wettaktien habe. Warum auch? Doch was ist das für ein Tonfall? Glauben die allen Ernstes, dass ich durch eine Beleidigung dazu animiert werde, mir solche Aktien zuzulegen?

Oder ist das eine neue Masche? Sollte ich mir das für mein Buch auch einfallen lassen? eMails mit Betreffzeilen wie „Du Blödmann hast das Buch noch nicht gekauft“? Oder „Lies das, Idiot!“?

Nein, lieber nicht. Ich habe die Spammer und ihre Maschen noch nie verstanden. Da täglich einige der Mails kommen, in denen Potenzmittel, Antidepressiva oder günstige Hypotheken angeboten, müssen diese ja wohl auch einen gewissen Erfolg haben, soll heißen, jemand muss das Zeug doch kaufen. Ansonsten würden sie es ja nicht machen. Aber mich nerven diese Mails nur. Die Sache mit den Aktien ist etwas, das in letzter Zeit verstärkt aufkommt, wobei die ersten Mails so getan haben, als sei es ein seriöser Tipp, sozusagen Insiderwissen. Der neue aggressive Tonfall hat mich dann doch überrascht. Wer reagiert auf sowas?

Das Mysterium hat mir bisher keiner erklären können. Welchen Markt haben Produkte, die über Spam-Mails angeboten werden? Und ist es das wirklich wert, den Ruf der Firma zu ruinieren? Immerhin sind Firmen, die Spam versenden, nicht sonderlich geachtet – dachte ich jedenfalls. Erst vor kurzem wurde veröffentlicht, dass Spam-Mails 76,3 % am eMail-Verkehr ausmachen. Das muss man sich mal vorstellen, für jede „normale“ Mail, die man schreibt, werden durchschnittlich 3 Spam-Mails verschickt.

Ich persönlich wünsche mir Spam dahin zurück, wo her hergekommen: In einen Sketch von Monty Python. Daher: Statt Spam lieber „Monty Python’s Spamalot„!

KNUTe Nachrichten aus Infantilien

Huhuuu!

Willkommen zu einem weiteren Bericht unter der „KNUTe“. Heute geht es um die „KNUT-Menschen“, die nur „KNUTes“ für die Menschheit wollen und ihr schon zum Frühstück „KNUTella“ aufs Brötchen schmieren, damit sie nicht ins 11-Uhr-Loch fällt…

Hilfe, ich kann nicht mehr. So viele schlechte Wortspiele in einem Satz. Aber dafür gibt es eine Entschädigung. Wiglaf Droste vom „Deutschlandradio Kultur“ betrachtet die Berichterstattung um den Berliner (Eis)Bär aus einem anderen Winkel: der benutzten Sprache „Kitsch-Deutsch“ (vielleicht ist das der Anfang für ein neues Wörterbuch „Deutsch – Kitsch / Kitsch – Deutsch“).

Seinen Artikel findet man hier.

In meiner letzten Verlautbarung habe ich die Prognose gewagt, dass der Hype zu verflachen beginnt. Doch wie sich Teile der Presse mit Gewalt dagegen wehren, darauf macht nicht nur Wiglaf Droste aufmerksam, sondern auch das „BILDBlog“, indem es darlegt, wie aus längst veröffentlichten Details noch mal schnell „aktuelle Berichte“ werden (siehe hier!)

Und selbst wenn der Hype endgültig vergessen sein sollte, das wird voraussichtlich nur bis kurz nach Weihnachten so sein. Denn dann feiert IKEAKnut!

Huhuuu!
Siegfried der Waldkauz

ASTROCOHORS Space Cruise: Reiseziele

Die Unterseite „SPACE CRUISE“ von ASTROCOHORS hat sich aus der Idee entwickelt, für Clubs, Treffs oder Vereine Tipps anzubieten, wohin sie einen Tages- oder auch Mehr-Tagesausflug machen könnten. Inzwischen ist daraus etwas mehr geworden. Ursprünglich ging es, ähnlich wie bei der „Raumflotte“, nur um den deutschsprachigen Raum. Inzwischen sind auch Nachbarländer dazu gekommen. Stück für Stück soll sich die Seite weiter entwickeln, wobei das Hauptaugenmerk auf Europa gerichtet bleiben soll.

Für Reisen sind auch verschiedene Service-Seiten hinzu gekommen, ein Urlaubsplaner, ein Internetshop für Zubehör (Koffer, Brustbeutel und ähnliches) sowie ein Newsletter, der über die neuesten Angebote unseres Partner-Reisebüros informiert. Nach der Umgestaltung der ASTROCOHORS-Seite befindet sich diese Seite auch noch in der Neugestaltung. Bisher sind nur Baden-Württemberg und Bayern nach neuem System erstellt und vom Layout her angepasst, die Niederlande sind nach neuem System erstellt, aber das Layout ist noch das Alte. Das neue System beinhaltet die Möglichkeit für die Leser unserer Seite, selbst Einträge zu erstellen oder die Einträge zu kommentieren. Selbstverständlich gelten für diese Einträge und Kommentare die Regeln im Impressum.

Die Ziele sind nach Freizeitparks, Tierparks und Zoos, Erlebnisbäder und Museen sortiert. Über sie gibt es eine Kurzinformation, sowie einen Link, der auf die entsprechende Webseite führt. Auch hier haben die Leser die Möglichkeit, den jeweiligen Link zu bewerten auf einer Skala von 1 bis 10 und damit anderen Besuchern Hinweise zu geben.

Die Seite ist erreichbar unter der Subdomain: http://spacecruise.astrocohors.de.

Post aus der Zukunft…

Eine Frage: Gibt es tatsächlich so viele Leute, die mit dem Umgang des Internets so unsicher sind, dass sie auf die offensichtlichsten Tricks hereinfallen?

Heute habe ich zwei Mails bekommen. Schnell zur ersten: Eine Mail, die angeblich von der Anwaltskanzlei Olaf Tank stammt. Ich soll xxx,00 Euro zahlen. Nein, das „xxx“ stammt nicht von mir, das steht so in der Mail. Weitere Informationen erhalte ich, wenn ich den Anhang – eine ZIP-Datei – betrachte. Natürlich handelt es sich um den plumpen Versuch, mir einen Virus oder Trojaner auf den Rechner zu bugsieren. Mehr darüber gibt es hier und hier nachzulesen.

Und während ich diesen Beitrag schreibe, erreicht mich schon wieder eine Mail von der gleichen Anwaltskanzlei. Der Inhalt: Absolut identisch. xxx,00 Euro soll ich zahlen, in den Anhang schauen, blabla… Der einzige Unterschied ist die Betreffzeile. Während sie bei der ersten Mail „AZ:“ und eine Nummernkombination lautet, wurde die Abkürzung in der zweiten Mail mit „Aktenzeichen“ ausgeschrieben. Interessanterweise ist dann in der Mail selber nur vom „Aktenzeichen XXXXXXXX/XX“ die Rede. Also, wer auch eine solche Mail erhält, in der behauptet wird, man hätte sich auf irgendeiner Homepage angemeldet und damit einen rechtsgültigen Vertrag geschlossen – den Anhang nicht herunterladen und nicht anschauen.

Dann habe ich noch eine zweite Mail bekommen… aus der Zukunft!

Ja, richtig, denn laut den Angaben wurde diese Mail an mich am 18. März 2029 verschickt. Will etwa jemand aus der Zukunft mit mir Kontakt aufnehmen? Der (anonyme) Schreiber macht mich auf ein Objekt aufmerksam, das man in der Berliner U-Bahn gefunden habe, einen (Zitat) „unbekannten Flugkoerper“, der allerlei komische Sachen mache und eine „Totzone“ errichtet habe. Mehr könne ich erfahren, wenn ich auf den in der Mail angegebenen Link klicke.

Okay, Schluss mit „Akte X“… auch diese Mail hatte das Ziel, mir einen Virus unterschieben, diesmal über den Weblink. Das habe ich nicht selbst ausprobiert, sondern nach Recherchen im Internet gefunden (Bericht dazu hier).

Was lernen wir daraus? Unbekannten Absendern darf man nicht trauen, nicht mal denen aus der Zukunft. Aber wussten wir das nicht schon vorher?

ASTROCOHORS Raumflotte: Fans, Clubs, Trekdinner und mehr

Die Abteilung „Raumflotte“ der ASTROCOHORS-Webseite dreht sich um die Fans von Science Fiction, aber nicht nur der Science Fiction, auch der Astronautik, Astronomie und allem, was zum Thema Weltraum und Zukunft gehört. Und es muss nicht unbedingt ein Club sein, der existieren muss, um hier aufgeführt zu sein. Ein Treff oder ein Trekdinner genügt auch.

Auf der Seite sind diese Clubs, Verein, Treffs, Trekdinner… oder was auch immer… nach Bereichen sortiert aufgeführt. Österreich und die Schweiz haben jeweils eine Liste, Deutschland ist nach den 10 Postleitzahlen-Regionen aufgeteilt. Wenn man in einer Gegend wohnt, in der zwei Regionen bei einander liegen, lohnt es sich vielleicht, in der Liste von beiden mal zu schauen, wenn man auf der Suche nach gleichgesinnten ist.

Wie auch bei den anderen Listen, so können sich neue Clubs oder Treffs selbst eintragen, einzige Bedinung ist, dass eine Webseite vorhanden ist. Allerdings werden die Einträge nochmal kontrolliert, bevor sie endgültig in die Liste aufgenommen werden.

Die Seite ist unter dieser separaten Adresse zu finden: http://raumflotte.astrocohors.de

Unter der KNUTe – ein Hype fängt an zu verflachen

Huhuuu!

Oder auch „knuten Tag“! Ich bin Siegfried, der Waldkauz, und wisst Ihr, was das „Knute“ ist daran? Ich habe keinen Hype ausgelöst. Knut, der Eisbär, schon. Aber wie das so ist mit einem „Hype“, der kommt und kann auch ganz schnell wieder gehen. Bei Knut hat es jetzt wohl angefangen. Das merkt man daran, dass manchen Presseleuten die Meldung, Knut habe „gefressen und geschissen“ tatsächlich einen Bericht wert ist (man schaue mal hier) oder aber dass sich die Mitteilung, Knut habe seine Zahnschmerzen überstanden, sich als Schlagzeile zwischen Berichte über den Amoklauf von Blacksburg (USA) einschmuggelt (dazu hat Stefan Niggemeier hier etwas dazu zu sagen).

Ein weiteres Anzeichen ist wohl, dass die Domain „youknut.com“ (sowas gibt’s wirklich!) auf eBay zum Verkauf angeboten wurde (berichtet zumindest die Zeitung mit den GROSSEN Buchstaben). Denn eine solche Domain verkauft man nur dann, wenn man befürchten muss, dass sie in nächster Zeit drastisch an Wert verliert. Sowieso, wenn man auf eBay den Suchbegriff „Knut“ eingibt, bekommt man über 1500 Auktionen angezeigt. Und was das alles angeboten wird… Schmuck, T-Shirts, Stofftiere, Überraschungs-Ei-Figuren aus dem Jahr 1992 (toll, dass man 15 Jahre zuvor schon wusste, was für einen Hype ein kleiner Eisbär mal auslösen würde), einen kleinen Eisbär, der eine Eistüte hält… Sieht ein bisschen wie die „Alles muss raus!“-Aktionen mancher Supermärkte aus.

Aber wisst Ihr was? Wenn man bei eBay den Suchbegriff „Siegfried“ eingibt, kommt man immerhin auf über 1400 Auktionen. Pass auf, Eisbär, ich bin dicht hinter Dir!

Ich geh dann mal wieder in den Wald. Weckt mich, wenn der Hype vorbei ist – aber nicht vor in zwei Stunden, okay?

Huhuuu!
Siegfried der Waldkauz

Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils

Picard: „Wie es bei Shakespeare hieß: ‚Tötet alle Anwälte!'“
Q: „Das wurde dann ja auch getan!“
Picard: „Und führte zu dem Grundsatz ‚Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils!'“
(Jean-Luc Picard und Q diskutieren im Pilotfilm „Encounter at Farpoint“ der Serie „Star Trek – The Next Generation“ darüber, wie sich das Rechtssystem auf der Erde kurzzeitig fehlentwickelt hat.)

Die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND berichtet heute – wie einige andere Medien auch – von einem Gespräch mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Darin stellt jener fest, dass die im deutschen Rechtssystem verankerte so genannte „Unschuldsvermutung“, nachdem ein Mensch, der eines Verbrechens bezichtigt wird, so lange als unschuldig zu behandeln sei, bis seine Schuld zweifelsfrei bewiesen sei, im Kampf gegen den Terrorismus nicht gelten dürfe. Damit will er quasi die ganze Bevölkerung der Republik unter Terror-Verdacht stellen und deren Fingerabdrücke sammeln.

Aber wo soll das hinführen? Nach Schäubles Aussage müsse die Verhinderung von Anschlägen oberste Priorität haben gegenüber allem anderen – auch den persönlichen Rechten. Wie weit will man gehen? Soll es legal sein, bei einem leichten Verdacht einen Menschen einfach mal eben so einzusperren, nur weil dieser eventuell an einem Anschlag beteiligt sein könnte? Und wenn sich dann herausstellt, dass er unschuldig ist, was dann? Was das für die Reputation dieses Menschen bedeutet, kann man sich nur zu gut ausmalen. „Der X ist verhaftet worden“, wird es am Arbeitsplatz heißen, „wegen Terrorverdacht!“ – „Das wusste ich schon immer! Der war mir doch schon immer verdächtig!“ Und das hängt einem nach, auch wenn letztlich die Unschuld bewiesen wird.
Und was soll alles legal werden, damit man einen Anschlag stoppt? Soll es in Zukunft legal sein, unter dem Deckmantel der „Anschlags-Verhinderung“ einen Unschuldigen zu erschießen? Und wenn sich hinterher dessen Unschuld herausstellt, was sagt man dann den Hinterbliebenen? „Oh, tut uns leid, Ihr Sohn / Mann / Vater / Bruder / Freund // Ihre Tochter / Frau / Mutter / Schwester / Freundin starb für den Kampf gegen den Terrorismus?“

Ich denke, Schäubles Äußerung ist geeignet, eines zu beweisen: Dass er auf dem Ministerposten, den er momentan innehat, untragbar geworden ist. Er hat doch bei seiner Amtseinführung einen Eid darauf abgelegt, die Verfassung zu schützen – und nicht, sie zu demontieren. Vielleicht sollte er sich dessen bewusst werden, bevor er das nächste Mal eine solche Idee ausbrütet.

Nachtrag:

Einige Beiträge im Internet zum gleichen Thema:

„Stasi 2.0“ von Dataloo
Tagesschau: „Schäuble will Unschuldsvermutung nicht gelten lassen“
Tagesschau: „Schäubles Pläne sind hysterisch“