Schonungslos, direkt, authentisch – Dominik Forsters Weg aus der Drogensucht als Comic für Jugendliche
Crystal.Klar – Dominik Forsters Weg aus der Drogensucht als Comic für Jugendliche. Cover (c) Panini Verlag
Zusammen mit dem Suchtpräventionsprojekt blu:prevent hat der Panini Verlag eine Graphic Novel zur Suchtprävention auf den Weg gebracht: CRYSTAL.KLAR ist der autobiografische Comic von Dominik Forster über seinen Weg aus Drogenmissbrauch und Kriminalität, zurück ins Leben.
Als der Dominik Forster zum ersten Mal durch die Tore seiner neuen Schule in Nürnberg tritt, beginnt sein Leben als Außenseiter. Erst mit Drogen schafft es der schüchterne Junge cool zu werden. Dann werden Nächte länger, die Partys heftiger und die Drogen härter. Längst ist er der Teenager der Trenddroge Crystal-Meth komplett verfallen und sieht ganz „klar“: Nur als Dealer kann er sich seinen Lebensstil weiter leisten. Im Drogengeschäft geht es erst schnell aufwärts, mit vielen „Freunden“ wird er wird zum „Topdog“. Dann folgt ebenso schnell der Absturz – körperlich und sozial: er landet schließlich im Gefängnis. Entzug und Therapie helfen Dominik Forster aus dem Teufelskreis auszubrechen und ein selbstbestimmtes Leben zurückzugewinnen. Die Graphic Novel begleitet ihn auf einem Teil seines Weges: Sie zeigt ungeschminkt eine zerstörte Jugend im Würgegriff von Crystal-Meth. Wie schon sein Roman, ist auch der Comic ein Teil Selbsttherapie – vor allem aber ein Werkzeug der Suchtpräventionsarbeit, in der sich Dominik Forster heute engagiert. „Oft werde ich bei meinen Vorträgen gefragt, ob es den Roman nicht kürzer und anschaulicher gibt – mit dem Comic kann ich jetzt sagen: Ja, gibt es“, erklärt er im Interview mit Panini Comics TV (Ausgabe #46).
Die stimmigen und auf die Klientel zugeschnittenen Zeichnungen der Graphic Novel steuerte Adrian Richter bei, Stefan Dinter lieferte das Storyboard. Zusammen mit dem Autor schufen sie eine spannende, erschütternde und aufrüttelnde Geschichte im Stil der Kids unserer Zeit.
Das Comic-Projekt wurde in Kooperation mit blu:prevent, der Suchtpräventionsarbeit des Blauen Kreuzes in Deutschland, realisiert. Benjamin Becker, Leiter von blu:prevent, schreibt in der eigenen Pressemeldung zu Crystal.Klar: „Dass Drogen nicht gesundheitsförderlich sind, ist den meisten Jugendlichen klar. Doch viele fordern eine neue Ansprache in der Aufklärung, um sich selbst eine freie Meinung zu bilden und Risiken selbst einschätzen zu können. Diese Erfahrungen in der Jugend- und Präventionsarbeit haben uns ermutigt, gemeinsam mit Dominik Forster, dem Panini Verlag und der DAK-Gesundheit den Comic CRYSTAL.KLAR Realität werden zu lassen.“ Für die Suchtpräventionsarbeit von blu:prevent gibt es einen Auszug des Comics als kostenlose Din A5-Version, die vor allem für die Verteilung an Schulen, Beratungsstellen und in der Jugendhilfe vorgesehen ist (Altersempfehlung 14+). Interessierte finden alle Infos dazu im blu:prevent-Shop.
Die Graphic Novel gibt es überall im Comic- und Buchhandel und natürlich direkt über die Panini-Website.
Seien Sie der Captain, an den sich die Leute erinnern.
Zhaban in „Star Trek: Picard“
Die Galaxis ist nicht mehr die selbe. Vieles hat sich geändert, seit Admiral Jean-Luc Picard, ehemaliger Captain der USS ENTERPRISE, die Sternenflotte verlassen hat. Doch nun kehren Schatten der Vergangenheit mit Macht zurück und der Admiral muss entscheiden, was er tut. So könnte man die Prämisse der neuesten Serie des STAR-TREK-Universums umschreiben. Und ich muss zugeben, nachdem ich nun die erste Folge gesehen habe, bin ich begeistert, da hier eine Serie produziert wird, wie ich sie seit langem vermisst habe. Zumindest was STAR TREK betrifft. Aber der Reihe nach.
Ich war seit meiner Kindheit ein langjähriger Fan von STAR TREK. Meine Probleme mit dem Franchise begannen dann mit STAR TREK: ENTERPRISE*. Diese Serie wurde als der neueste große Wurf im STAR-TREK-Universum angekündigt, doch ich war von vornherein etwas reserviert, sollte es sich dabei doch um ein Prequel handeln, also eine Serie, die noch vor der Klassischen spielt. Das war eigentlich nicht das, was ich sehen wollte. Ich wollte sehen, wie es weitergeht. Die Produzenten wollten damit in die „wilden Forschertage“ der Sternenflotte zurückkehren. Meine Befürchtung war, dass damit eine Reihe von Anachronismen erzeugt würden, zum einen, was die Handlung betraf und zum anderen wegen des Designs. Man würde eine Reihe von Dingen, die mittlerweile in STAR TREK bekannt waren, nicht anbringen können, weil sie in der klassischen Serie oder noch später erst etabliert würden. Und man würde in diesen Tagen keine Serie produzieren können, die aussieht, als sei sie der Vorläufer einer Fernsehserie aus den 1960er Jahren, sprich: Das Design war sprichwörtlich schon dazu verurteilt, anachronistisch-unpassend zu sein**. Tatsächlich bestätigte der Pilotfilm schon meine Befürchtungen, als die Klingonen im Kinofilm-Design auftauchten und eine komplexe Handlung mit einem „temporären kalten Krieg“ aufgebaut wurde. Spätere Episoden widersprachen dann auch dem, was in bisherigen Serien festgelegt wurde und ich wurde mit ENTERPRISE nicht wirklich warm. Es dürfte sich um die STAR-TREK-Serie handeln, von der ich bislang die wenigsten Folgen gesehen habe.
Dann kamen die neuen Kinofilme und die erste Ankündigung führte bei mir erneut zur Ernüchterung: Ein Reboot also. Classic-Filme mit neuen Schauspielern, die Kirk, Spock, McCoy und all die anderen verkörpern sollen. Dann aber habe ich STAR TREK (nicht zu verwechseln mit STAR TREK: Der Film oder STAR TREK (Die Serie)) gesehen und entgegen meinen Befürchtungen hat mir der Film sehr gefallen. Denn der Neustart wurde in eine STAR-TREK-mäßige Handlung um Zeitreisen und veränderte Zeitlinien eingebaut. Damit konnte ich auch Abweichungen von der klassischen Serie eher akzeptieren. Leider war JJ Abrams‘ Aufguss von „Der Zorn des Khan“ mit Namen STAR TREK INTO DARKNESS da schon wieder eine Enttäuschung (etwas ähnliches sollte ich dann später mit STAR WARS Episode VII und IX erleben, aber das ist eine gute Geschichte für eine andere Zeit). Andererseits hat mir STAR TREK BEYOND wieder ganz gut gefallen und es ist schade, dass die Reihe nun offenbar so sang- und klanglos beendet wurde. Man hätte ihr zumindest ein Finale gönnen können.
Von der Leinwand sollte STAR TREK dann auf den Bildschirm zurückkehren: STAR TREK DISCOVERY wurde angekündigt, und siehe da, wieder ein Prequel. Der Unterschied zu ENTERPRISE sollte sein, dass die neue Serie nicht 70 Jahre vor Classic, sondern rund 10 Jahre davor spielt. Meine alten Befürchtungen meldeten sich. 10 Jahre vor Classic war die Zeit zwischen dem ersten Pilotfilm „The Cage“ und der klassischen Serie selbst (in der Serie wird gesagt, „The Cage“ spiele 13 Jahre zuvor). Mir war klar, dass die neue Serie vom Design her natürlich wieder einen Anachronismus bilden würde. Ich selbst hatte in der Zwischenzeit versucht, mit ENTERPRISE warm zu werden, indem ich mir einen eigenen Head Canon*** zusammenbaute, in dem ENTERPRISE bereits eine geänderte Zeitlinie darstellte, die nun zu den neuen Kinofilmen führen würde, anstatt zu Classic. Aber sehr weit war ich nicht gekommen. Nun also eine weitere Prequel-Serie. Tatsächlich habe ich die auch gesehen, und zwar alle Folgen, die bis jetzt herausgekommen sind. Sie sind auch gar nicht so schlecht (ja, ich weiß, das ist ein blödes Lob), aber der Anachronismus springt einen förmlich an. Nicht nur werden bekannte Charaktere völlig umgekrempelt (Harry Mudd), sondern auch munter anachronistische Logikfehler produziert, über die man um der Handlung willen einfach hinweg sieht (zum Beispiel wird etabliert, dass eine der Brückenoffizierinnen der DISCOVERY einen schweren Unfall hatte und mit Roboterteilen quasi als Cyborg wieder rekonstruiert wird – aber als später Pike seinen Strahlenunfall hat, ist alles, was die Techniker der Sternenflotte hinkriegen, ihn in einen Stuhl mit einem blinkenden Lichtchen zu setzen?).
Doch plötzlich wurde noch eine Serie angekündigt. Vielen Dank an dieser Stelle für die Geduld, ja, wir kommen jetzt zu STAR TREK: Picard. Diese neue Serie sollte nun also (endlich) eine Fortsetzung sein und Patrick Stewart selbst sollte in seiner Rolle als Picard zurückkehren. Nicht nur das: Erste Details, die bekannt wurden, ließen durchscheinen, dass die Zerstörung der romulanischen Heimatwelt durch eine Supernova, die den Auslöser für die alternative Zeitlinie in STAR TREK (nicht zu verwechseln mit STAR TREK: Der Film und STAR TREK (die Serie)) bildete, nicht nur als Ereignis in der neuen Serie festgeschrieben wurde, sondern sogar der Auslöser für die Handlung sein würde. Durch erste Trailer erfuhren wir schließlich, dass auch Brent Spiner als Data, Jonathan Frakes als William T. Riker und Marina Sirtis als Deanna Troi zu sehen sein würden. Und endlich hatte ich das Gefühl: Ja, das könnte tatsächlich eine Serie sein, wie ich sie sehen wollte. Und die große Besonderheit war noch, dass die Serie zeitgleich in der Original- und der synchronisierten Fassung starten würde, was sie schließlich vergangenen Freitag tat.
AB HIER: ACHTUNG SPOILER!
Die Handlung: Jean-Luc Picard, Admiral a. D., lebt inzwischen auf seinem Weingut in Frankreich, dem Chateau Picard. Mit der Sternenflotte hat er vor langer Zeit gebrochen, da diese nicht mehr für die Ideale einstand, die er so lange Zeit hochgehalten hat. Anlässlich eines Interviews zum Jahrestag der Supernova, die die romulanische Heimatwelt und viele Kolonien vernichtet hat, kommt auch zutage, was genau passiert ist: Nachdem klar war, dass die Supernova nicht aufzuhalten war, baten die Romulaner die Föderation um Hilfe. Unter der Federführung von Admiral Picard sollten in den Schiffswerften von Utopia Planitia auf dem Mars unzählige Rettungsfähren hergestellt werden, die die romulanische Bevölkerung in Sicherheit bringen sollten. Doch ein Trupp von Androiden griff die Anlagen der Werften an. In Folge der Attacke wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die zur einer völligen Verwüstung des roten Planeten und zum Tod aller sich dort befindlichen Lebewesen führte. Die Politik der Sternenflotte zog sowohl die falschen Schlüsse als auch den Schwanz ein, man machte nämlich die Romulaner indirekt für die Vernichtung des Mars verantwortlich und blies die ganze Rettungsaktion ab (mit anderen Worten: klassisches Victim Blaming), in einem zweiten Schritt wurde die Entwicklung von künstlichen Lebensformen im Bereich der Föderation vollständig untersagt. Der erste Schritt führte dazu, dass die Romulaner ganz auf sich gestellt waren und die meisten bei der Explosion von Romulus‘ Sonne starben, der zweite Schritt führte zur Einstellung sämtlicher praktischer Forschung auf dem Gebiet künstlicher Lebensformen.
Doch da meldet sich eine junge Frau mit Namen Dahj bei Picard. Sie beschreibt, dass sie von Männern in Kampfanzügen angegriffen worden sei und plötzlich „wie ein Blitz“ gewusst habe, wie sie sich gegen diese verteidigt. Und sie habe in ihrem Kopf das Bild von Picard gesehen. Der stellt mit Erstaunen fest, dass die junge Frau einem Bild sehr ähnlich sieht, das Data 30 Jahre zuvor gemalt hat. Der Titel des Bildes ist „Tochter“. Das würde einiges erklären, wirft aber auch neue Rätsel auf. Selbst Doktor Agnes Jurati, die für das Daystom-Institut im Bereich „Künstliche Lebensformen****“ arbeitet, kann da nur Vermutungen anstellen. Sie berichtet, dass Bruce Maddox sehr weit fortgeschritten war, was die Androiden-Forschung betrifft und es ihn sehr traf, als die Forschungsabteilung geschlossen wurde.
Und Dahj ist in ständiger Gefahr, denn die Gruppe, die die Angriffe auf sie koordiniert, gibt nicht auf…
Mein persönlicher Eindruck: Eine unglaubliche Episode, die mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte wird langsam entwickelt, auch wenn die Action-Sequenzen mit den Angriffen auf Dahj natürlich sehr schnell choreografiert sind. Patrick Stewart hat es immer noch drauf und man nimmt ihm seinen „Admiral a. D.“ absolut ab. Die Handlung nimmt geschickt ein paar Fäden auf, die bei STAR TREK -The Next Generation so ein bisschen liegengelassen wurden. Bruce Maddox beispielsweise, der in der Folge „Wem gehört Data?“ (engl. „Measure of a Man“) Data auseinander nehmen will, weil er in ihm nur eine Maschine sieht und er nach dessen Vorbild viele Datas konstruieren will. Maddox wird in „Datas Tag“ nochmal erwähnt, aber wir erfahren nie, ob er mit seiner Forschung Erfolg gehabt hat. Zumindest bist jetzt. Auch Datas Wunsch nach einem Nachkommen stammt aus der Serie, wo er ja tatsächlich kurzzeitig eine Tochter hatte („Datas Nachkomme“).
Was die Thematik betrifft, ist STAR TREK: Picard im wahrsten Sinne des Wortes auf der Höhe der Zeit. Während des Interviews wird zum Beispiel klar, dass die Vorbehalte gegen Romulaner so weit gehen, dass diese selbst in einer Notsituation nicht als Lebewesen angesehen werden und dass man sich um ihr Schicksal einen Dreck schert, auch wenn diese für die Notsituation, in der sie sich befinden, nichts können. Die letzten Andeutungen der Episode scheinen die Folgen dieser Arroganz noch mehr zu beleuchten, nämlich dass diese zu einer Radikalisierung der Romulaner führen.
Ich bin echt gespannt, wie die Reihe weitergeht. Zusammenfassend kann ich meine Gedanken und Gefühle um STAR TREK: Picard eigentlich nur in diesem Satz:
*= Okay, wenn man es ganz genau nimmt, schon bei VOYAGER, da die Serie bei mir sehr gemischte Gefühle hinterließ, aber ich dann doch gespannt war, was danach kommen sollte.
**= Auf der anderen Seite: Wenn die Produzenten den Mut gehabt hätten, STAR TREK: ENTERPRISE – oder später auch STAR TREK: DISCOVERY – mit Absicht im Stil der Serials der 1930er (wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“) oder der SciFi-Filme der 1950er (wie „Alarm im Weltall“ oder „Kampf der Welten“) zu produzieren, wäre ich mit Begeisterung dabei gewesen.
***= Für diejenigen, die das nicht wissen: Ein „Head Canon“ ist die persönliche Vorstellung, die jemand von einem bestimmten Universum von Geschichten hat und das jeder selbst gestalten kann. Wenn einem zum Beispiel eine Serie, die im gleichen Universum wie eine andere spielt, nicht gefällt, kann man für den eigenen „Canon“ beschließen, dass diese Serie nie passiert ist und sie ignorieren. Das Wort „canon“ kommt eigentlich aus dem Lateinischen und bedeutet „Maßstab“.
****= Natürlich nur theoretisch, einen Androiden konstruieren darf das Institut ja nicht mehr.
5. Oktober 1969: Die BBC strahlt die erste Episode von MONTY PYTHON’s Flying Circus aus. Herzlichen Glückwunsch zum 50. von unserer Seite! Eine Auswahl der besten Sketche aus der Serie gibt es hier: klick!
Vorbemerkung: In „Das Erwachen der Macht“ passiert einiges, das man nicht unbedingt wissen möchte, bevor man den Film gesehen hat, wenn man sich die Spannung nicht verderben lassen möchte. Deswegen werde ich die allgemeine Rezension so unkonkret lassen, wie es geht. Bei einigen Punkten füge ich Zahlen an, die auf Fußnoten verweisen. Für diese Fußnoten gilt: SPOILER! Hier werde ich konkret benennen, um was es geht und auch Handlungsverläufe verraten. Also soll keiner sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt. In diesem Sinne, hier ist die eigentliche Rezension:
Es war einmal vor langer Zeit in einer Galaxis weit, weit von hier entfernt: Rund 30 Jahre nach der Zerstörung des zweiten Todessterns ist die Galaxis nicht ruhiger geworden. Luke Skywalker ist verschwunden und wird verzweifelt von seiner Schwester gesucht. Der Grund seines Verschwindens: Er hat versucht, den Jedi-Orden neu aufzubauen, doch einer seiner Schüler wurde zur dunklen Seite der Macht verführt. Daraufhin hat er das Unterrichten aufgegeben und sich auf die Suche nach dem ersten Jedi-Tempel gemacht.
In der Galaxis gibt es zwei Großmächte, die sich gegenüber stehen: Die neue Republik und die „Erste Ordnung“, die aus den Trümmern des Imperiums entstanden ist. Anführer ist der mysteriöse Snoke, sein Handlanger ist Kylo Ren, Lukes ehemaliger Schüler. Dazwischen steht der „Widerstand“, eine Kämpfergruppe, die von General Leia Organa angeführt wird und die versucht, die Erste Ordnung in die Schranken zu verweisen. Doch das wird immer schwieriger, zumal die „Erste Ordnung“ ihre neue Basis, die „Starkiller Base“, in Betrieb genommen hat. Dazu wurde ein ganzer Planet zu einer riesigen Hyperraumkanone umgebaut.
Hinzu kommt, dass Kylo Ren genauso wie Leia Luke Skywalker finden möchte. Er ist besessen von Darth Vader und will dessen „Werk“ vollenden: den letzten der Jedi zu töten. Einer der besten Piloten des Widerstands, Poe Dameron, hat nun endlich einen Hinweis auf Skywalkers Aufenthaltsort gefunden, ein Chip, den er in einem Dorf auf der Wüstenwelt Jakku ausgehändigt bekommt. Doch die Erste Ordnung ist ihm schon auf den Fersen, das Dorf wird von Sturmtruppen erobert, Damerons X-Wing schwer beschädigt und er so am Starten gehindert. Bevor er festgenommen wird, kann Poe den Chip seinem Astro-Droiden BB-8 übergeben und schickt ihn weg. Die Bevölkerung des Dorfes wird von den Sturmtruppen hingeschlachtet. Lediglich ein Truppler eröffnet nicht das Feuer: FN-2187, der zuvor einen Kameraden sterben sah und nun Zweifel an seiner Aufgabe bekommt. Obwohl ihn die Sturmtruppler-Kapitänin Phasma zurechtweist und zur Konditionierung schickt, will er bei der Drecksarbeit für die Erste Ordnung nicht mehr mitmachen. Kurzerhand holt er Poe Dameron unter einem Vorwand aus dem Inhaftierungsblock von Kylos Sternzerstörer und überredet ihn dazu, einen TIE-Jäger zu stehlen, um zu entkommen. Der TIE wird jedoch angeschossen und stürzt auf Jakku ab. FN-2187, der kurz zuvor von Dameron den Namen „Fin“ bekommen hat, ist mitten in der Wüste auf sich allein gestellt. Er läuft los und findet eine Siedlung. Dort trifft er auf die Schrottsammlerin Rey, die ihrerseits in der Zwischenzeit BB-8 aufgegriffen hat. Doch die Erste Ordnung ist nicht weit…
„Es machte den Kossalflug in weniger als vierzehn Parsec!“ – „Zwölf!“
Ich bin ein Star-Wars-Fan schon seit der Zeit, als die Filme noch den Titel „Krieg der Sterne“ trugen. Ich habe damals mit den Comics das erste „Expanded Universe“ verfolgt und später mit den Romanen von Timothy Zahn und den neuen Comics auch das zweite „Expanded Universe“ verfolgt, das nun ebenfalls für ungültig erklärt wurde. Der Schritt war zwar radikal, aber durchaus richtig, den in diesem Universum gab es ein paar Handlungsstränge, die nicht sehr gut gelungen waren (zum Beispiel kam plötzlich der Imperator wieder zurück, wobei es sich herausstellt, dass er vor seinem Tod einen Klonkörper geschaffen hatte und seine Seele einfach in diesen transferierte). Außerdem hatten die Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, Michael Arndt und J.J. Abrams so völlig freie Hand beim Entwerfen der Geschichte für die neue Trilogie, ohne sich mit allzu viel bereits geschriebenem beschäftigen zu müssen.
Und um es kurz zu machen: Ich bin begeistert von dem Film. Zwar kann man sehr viel wiedererkennen in der Handlung, aber es gibt auch viel Neues und es werden neue Wege beschritten. So wird zum Beispiel der Hintergrund von Kylo Ren genauer beleuchtet [1], anstatt ein Geheimnis daraus zu machen. Außerdem verhält sich tatsächlich mal keine Figur „idiotisch“.
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Oha, ein Bruch. Ja, was ist das denn? Ich weiß ja nicht, warum Sie auf diesen Artikel gekommen sind, denn ich habe ihn definitiv erst im Mai 2019 beendet, das heißt, wortwörtlich Jahre nachdem ich ihn begonnen habe. Komische Sache, was? Die ganze Zeit war dieser Artikel unvollendet geblieben, obwohl ich ihn veröffentlichen wollte, und zwar unmittelbar nachdem ich den Film gesehen hatte. Ich habe es nicht getan. Das lag allerdings nicht daran, dass ich meine Meinung über den Film geändert hätte.
NEIN!
Ich finde die Sequel-Trilogie immer noch gut und zu dem Zeitpunkt, da ich dies schreibe, freue ich mich auf Episode IX. So!
Nein, diese Kritik habe ich nicht mehr fortgesetzt zu schreiben, weil ich mich selbst nicht unter Druck setzen wollte. Ich habe „Das Erwachen der Macht“ direkt am Erstveröffentlichungstag gesehen und mich direkt noch rangesetzt, diesen Artikel zu schreiben. Dann hörte ich auf, weil ich die Filmpremiere mit einem Besuch im Europa-Park verband. Und es gab noch anderes zu sehen und zu erleben. Damit blieb die Kritik erstmal unvollendet, selbst als die Fortsetzung „Die letzten Jedi“ ins Kino kam.
Ohne es anfänglich im Sinn gehab zu haben, habe ich damit aber etwas getan, von dem ich finde dass sich so mancher Kritiker eine Scheibe abschneiden kann: Abstand gewinnen! Wirken lassen! Wieder Zuschauer sein! Ich sehe viele Kritiker – manchmal möchte ich auch „so genannte“ Kritiker schreiben -, die den Film verrissen haben und offenbar sicherstellen wollten, dass andere ihn auch schlecht finden, ohne ihn gesehen zu haben. Das gleiche gilt mittlerweile für „Die letzten Jedi“. Und ja, tatsächlich gibt es Menschen, die jetzt (knapp sieben Monate vor der Premiere!) schon wissen, dass auch Episode XI („Der Aufstieg Skywalkers“) schlecht sein wird. In einem Essay kam dann eine interessante Frage auf:
„Kann man einen Film auf eine falsche Weise sehen?“
Diese Frage würde ich mittlerweile mit „ja“ beantworten. Und damit sind wir beim Problem der „professionellen Kritiker“ – beziehungsweise auch denjenigen, die sich für sowas halten. Ich war ja ein begeisterter Fan von Doug Walker, den „Nostalgia Critic“ von Channel Awesome. Doch je länger ich mir die Reihe anschaue, desto weniger gefällt mir, was da getan wird. Seine Kritiken arten mittlerweile in Parodien aus und potenzieren so das Problem, das am Anfang der Serie nicht so ganz offensichtlich war: Der Zwang, sich auf Teufel-komm-raus über einen Film lustig machen zu müssen. Hinzu kommt der Zeitdruck, wie der Name verrät, hat der „Nostalgia Critic“ mal angefangen, indem er alte Filme verarbeitet hat, die der Erinnerung vielleicht nicht so ganz standhalten und heute eher merkwürdig wirken. Der zeitliche Abstand war groß genug und es gab keinen Zwang, sich einen ganz bestimmten Film vorzuknöpfen, wenn es noch nicht genug Ideen dazu gab.
Doch nun ist das anders: Der „Nostalgia Critic“ nimmt sich Filme vor, kaum dass sie ins Kino gekommen sind und unterliegt damit dem Druck, den ich erwähnte. Er muss nun irgendwas finden, über das er sich lustig machen kann. In die gleiche Kerbe schlägt übrigens die Reihe „Everything Wrong about“ (vom Kanal Cinema Sins), die angeblich Filme auf Filmfehler untersucht und diese präsentiert. Dabei nehmen sie es nicht so ganz genau und behaupten schon mal Dinge, die so im Film gar nicht vorkamen (wer sich darüber informieren will, der YouTuber Shaun hat verschiedene Machwerke von Cinema Sins auseinander genommen („Mad Max„, „The Empire Strikes Back“ undvieleandere). Dass es tatsächlich viele Zuschauer dieser Videos gibt, die diesen – in meinen Augen schlechten – Parodieversuch für bare Münze und als Kritik nehmen und deswegen Filme schlecht finden, ohne sie gesehen zu haben, wird dabei mit der Ausrede „Ist doch alles nur Spaß!“ abgetan. Nein, denn wenn ich mir diese Videos anschaue, stelle ich fest, dass sie eigentlich immer weniger lustig und eigentlich nur noch boshaft sind.
Und was ich ebenso erschreckend finde, sind die radikalen Reaktionen und die Selbstüberschätzung von manchen. Die neuen Star-Wars-Filme hatten ihr Publikum und Leute finden sie gut. Dann kommt jemand daher, dem der Film nicht gefallen hat. Das ist noch legitim. Was dann folgt, allerdings nicht mehr: „Mir hat das nicht gefallen, also ist der Film schlecht!“ – „Disney schuldet den Fans eine Entschuldigung!“ – „Die Fans wollen [dies und das, siehe Fußnote 2] nicht!“
Wie arrogant und überheblich ist das denn? Eine Person, der etwas nicht gefallen hat, bildet sich ein, für „die Fans“ sprechen zu können? „Die Fans“ von Star Wars gibt es doch überhaupt nicht! Fans sind eine ungemein heterogene Gruppe, da sind alle möglichen Typen dabei. Und eben auch Leute, denen die neuen Star-Wars-Filme gefallen. Sogar Leute, denen die Prequels gefallen haben. Aber denen spricht man das Recht auf eine Meinung ab, die seien halt keine „wahren“ Fans.
Ach so?
„Wahre“ Fans… vielleicht auch „reine“ Fans? Klingt für mich wie ein Kult. Das Wort „Fan“ kommt ja ursprünglich von „fanatic“, also „Fanatiker“. Und bei manchen scheint das wirklich zu stimmen. Leider sind diejenigen, die in „wahre“ und „falsche“ Fans unterscheiden, sehr laut und sehr hartnäckig. Alles, was sie in Bezug auf Star Wars hören, wird sofort in deren Sinn interpretiert. Als Disney ankündigte, die eigentlich aufgegebene letzte Staffel von „Star Wars – The Clone Wars“ doch noch zu produzieren, wurden sofort Stimmen laut, die spekulierten, dass das Disneys Entschuldigung bei „den Fans“ sei für „Die letzten Jedi“.
Als der Trailer für „Der Aufstieg Skywalkers“ rauskam, war sofort das Geschrei groß, das könne ja nichts werden. „Dead on Arrival“ schrieb jemand, obwohl wir nicht die Spur einer Ahnung haben, was die genaue Handlung von Episode IX sein wird. Ich bedauere diese Menschen, denn sie werden nie diese Aufregung spüren wie ich sie spürte, als der Trailer ins Dunkel abblendete, es totenstill wurde… und auf einmal das Lachen des Imperators zu hören war. Ja, ich freue mich auf den Film.
Das Wort „Fanatiker“ leitet sich etymologisch von dem lateinischen „fanaticus“ ab, was wörtlich übersetzt „wahnsinnig, aber göttlich inspiriert“ bedeutet. Schade, dass es so viele „Fans“ gibt, die den Teil mit „göttlich inspiriert“ irgendwie total vermissen lassen und sich lieber dem puren Wahnsinn hingeben.
Niemand muss eine Geschichte oder einen Film mögen. Aber dann ist man halt jemand, dem etwas nicht gefällt. Man ist nicht der Sprecher für „die Fans“ oder berechtigt, eine Entschuldigung zu fordern.
Mir zum Beispiel hat der Asterix-Band „Gallien in Gefahr“ nicht gefallen. Ich fand weder die Idee zur, noch die Absicht hinter der Geschichte gut. Aber deswegen erwarte ich nicht, dass sich Uderzo persönlich bei mir dafür entschuldigt.
Können wir uns bitte wieder wie zivilisierte Menschen benehmen?
Die Fußnoten
[1] Kylo Ren ist der Sohn von Han Solo und Leia Organa. Das gibt dem Umstand, dass ausgerechnet Luke mit seiner Ausbildung versagt hat, eine besonders tragische Note und erklärt sehr gut seine Bessessenheit von Darth Vader, der ja sein Großvater ist. Muss ich das hier hinschreiben? Ja, diese Fußnote stammt noch aus den ursprünglichen Teil. Ich lass das mal da.
[2] Hier kann man verschiedene Dinge aufzählen, starke Frauenrollen, Reys Herkunft als „Nobody“, Luke, der sich von der Macht abgetrennt hat…
Star Wars schreibt einmal mehr Kinogeschichte: Mit rund 1,625 Mio. Besuchern und einem Einspielergebnis von knapp 20 Mio. Euro an vier Tagen ist Stars Wars: Die letzten Jedi nicht nur mit Abstand der beste Kinostart des laufenden Jahres gelungen, sondern der zweitbeste Filmstart aller Zeiten. Das neueste Kapitel der Star Wars-Saga ist seit Donnerstag deutschlandweit zu sehen und begeistert weltweit Fans und Kritiker.
Auf faszinierende und unerwartete Weise setzt Star Wars: Die letzten Jedi die Handlung aus Star Wars: Das Erwachen der Macht fort. Im neuen epischen Abenteuer der Skywalker-Saga werden uralte Mysterien der Macht entschlüsselt und erschütternde Enthüllungen aus der Vergangenheit kommen ans Tageslicht.
Star Wars: Die letzten Jedi vereint erneut alte und neue Helden vor der Kamera: Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern und Benicio Del Toro gehören zur eindrucksvollen Besetzung des Films, der von Kathleen Kennedy und Ram Bergman produziert wurde. Als ausführende Produzenten zeichnen J.J. Abrams, Tom Karnowski und Jason McGatlin verantwortlich. Rian Johnson schrieb das Drehbuch und führte Regie.
Der Film startete am 14. Dezember 2017 im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany in den deutschen Kinos.
Episode VIII beginnt quasi genau dort, wo Episode VII geendet hat: Kurz nach der Schlacht um die Starkiller-Basis. Die Erste Ordnung ist wild entschlossen, den Stützpunkt der Rebellen zu zerstören und damit das letzte Überbleibsel des Widerstands. Während sich Finn immer noch im Koma befindet, packen die Leute des Widerstands notdürftig alles zusammen und verlassen den Planeten. Es ist an Poe Dameron, einen Angriff auf das Flaggschiff der Ersten Ordnung zu fliegen, um den Transportschiffen Zeit zum Entkommen zu geben. Der Angriff läuft allerdings nicht so wie geplant, da die Erste Ordnung die Bomber des Widerstands abwehren und eine Attacke auf das Führungsschiff des Widerstandes fliegen kann, bei der General Leia Organa schwer verletzt und der Rest des Führungsstabes – einschließlich Admiral Ackbar – getötet wird. Ein Fluchtversuch der Widerstandsflotte bleibt ohne Wirkung, denn die Erste Ordnung ist in der Lage, die Schiffe im Hyperraum anzupeilen und hängt ihnen schon wieder an den Fersen. Der Widerstand versucht, mit Unterlichtgeschwindigkeit so viel Abstand zu halten, dass die Waffen der Sternzerstörer keine Wirkung haben, aber die Zeit läuft ab: Den Schiffen geht der Treibstoff aus! Finn, der aus dem Koma wieder erwacht ist, Poe und die Technikerin Rose entwickeln einen Plan, der Ersten Ordnung zu entkommen, indem Finn und Rose sich an Bord des Schiffes der Ersten Ordnung schleichen und den Hyperraumscanner genau so lange abschalten, dass die Widerstandsflotte entkommen kann. Doch dazu brauchen sie die Hilfe eines Spezialisten für Schlösser und Geheimcodes, und einen solchen finden sie nur in Canto Bight, der Kasinostadt…
Rey hat indessen den Jedimeister Luke Skywalker aufgespürt. Der ist mäßig begeistert davon, noch eine Schülerin auszubilden, da er sich wegen seines Versagens an Kylo Ren / Ben Solo grämt. Doch so leicht gibt Rey nicht auf. Während sie darauf wartet, dass Luke seine Meinung ändert, stellt sie fest, dass sie über die Macht mit Kylo in Kontakt treten kann. Sie versucht, ihn zu bekehren…
„Die Rebellion ist nicht vorbei. Der Krieg hat gerade erst angefangen!“ – Luke Skywalker
Erstmal ganz ohne Spoiler: „Die letzten Jedi“ ist ein sehr gelungener Film! Es sind Elemente vorhanden, die wir alle – und vor allem auch die Fans – kennen, aber es wird nicht einfach etwas wiederholt. Im Gegenteil, der Film erlaubt sich einige Brüche mit dem, was man von STAR WARS vielleicht erwartet hätte, und er macht das richtig gut. Vor allen Dingen die Auflösung ein paar drängender Fragen ist überraschender als mancher gedacht hat. Natürlich ist der Film nicht perfekt, aber die Momente, die – zumindest nach meinem Empfinden – nicht so gut sind, fallen kaum ins Gewicht, da die richtig guten Momente sie völlig überstrahlen. STAR WARS geht weiter und traut sich, eine neue Richtung einzuschlagen. Das ist gut und macht Lust auf mehr, auch auf die neue Trilogie von Episode X bis XII, die bereits angekündigt wurde. Erstmal bleibt aber abzuwarten, wie Episode IX den aktuellen Handlungsbogen abschließt.
DIE REZENSION GEHT WEITER: AB HIER SPOILER!
Okay, falls jemand Schwierigkeiten hatte, die Überschrift über diesem Absatz zu lesen: AB HIER SPOILER! Es werden wesentliche Teile des Handlungsverlaufs verraten und auch einige der Überraschungen. Also sagt nicht, Ihr seid nicht gewarnt gewesen.
Eine der großen Überraschungen in diesem Film ist zweifellos der Tod des großen Anführers Snoke (und ich hoffe, dass er nicht als halber Cyborg in der nächsten Episode wieder auftaucht). Das spielt nahtlos in die andere große Überraschung mit rein, wer Reys Eltern sind: Einfache Schrotthändler von Jakku, die ihre Tochter an Unkar Plukk verkauft haben. Ein Kritiker schrieb dazu, dass George Lucas der Film deswegen nicht gefallen werde, weil er doch dieses große Sternendrama über die „adlige Familie Skywalker“ produziert habe und eine „gewöhnliche Sterbliche“ wie Rey da nicht reinpasst. Das ist schon deswegen Unsinn, weil Anakin Skywalker selbst ja Sklave und Sohn einer Sklavin war. Im Gegenteil, es passt sehr gut zum Ton, den die Prequels ja schon angeschlagen hatten. Die Jedi waren sehr elitaristisch geworden, dabei ist eine Begabung in der Macht nicht etwas, das Ultraprivilegierten vorbehalten ist. Im Gegenteil, auch „gewöhnliche Sterbliche“ haben sie und es kommt letztlich darauf an, was man daraus macht. Mit dem Mord an Snoke hat Kylo Ren sich endgültig für eine Seite entschieden – und Rey wird ihm nicht folgen.
Selbst Yoda, der sich als Machtgeist materialisiert, hat eine Lektion gelernt: Das Versagen gehört mit dazu. Luke läuft vor allen Lebewesen der Galaxis davon, da er sich für sein Versagen schämt, das einen neuen Darth Vader erschaffen hat, doch Yoda, dessen Versagen immerhin den Imperator in seinem Amt installiert hat, belehrt ihn eines besseren: Man muss aus dem Versagen lernen. Die alten Jedi hatten vor der Rückkehr der Sith und den Klonkriegen keine wirkliche Herausforderung, was sie zur Überzeugung gebracht hat, fehlerfrei zu sein. Aber das ist niemand.
Noch eine Überraschung, die das Universum von STAR WARS noch offener macht, ist der Umstand, dass Poe, Finn und Rose einen raffinierten Plan ausarbeiten, der Anfangs mit ein paar Widrigkeiten zu kämpfen hat, aber aufzugehen scheint – bevor er grandios scheitert. Und damit meine ich nicht im Stil wie der Angriff der Rebellen auf den zweiten Todesstern scheitert, denn hier halfen die Ewoks dabei, das schlimme Ende doch noch abzuwenden, nein, der Plan scheitert völlig. Der Versuch, in das Flaggschiff der Ersten Ordnung einzudringen, wird entdeckt. Anstatt dem Widerstand eine Fluchtmöglichkeit zu bieten, passiert das Gegenteil, General Hux wird auf einen Fluchtplan der Widerstandskämpfer aufmerksam gemacht und schickt sich an, den Widerstand ganz auszulöschen.
Ja, es ist sehr viel los in den 150 Minuten, die der Film lang ist, und es wird nie langweilig. Nun möchte ich aber noch zu ein paar negativen Punkten kommen, die wie gesagt das Gesamtbild aber nicht allzu sehr trüben. Da ist zunächst einmal Captain Phasma. Die Figur wurde durch ihren eigenen Roman und die Comicreihe „Captain Phasma“ (Rezensionen zu Teil 1, Teil 2, Teil 3) mit einem ausführlichen Hintergrund versehen, in diesem Film spielt sie aber kaum eine Rolle, bevor sie in ein Flammenmeer stürzt und vermutlich stirbt. Das passt nicht ganz zusammen. Sie tritt auch erst kurz vor ihrem Tod in Erscheinung und bleibt den Rest des Filmes über unsichtbar. Poe Damerons Handlungsbogen – er darf nicht immer so ein Hitzkopf sein und Dinge zu sehr aus dem Bauch heraus entscheiden – ist leider eine Wiederholung, denn etwas ähnliches hat er schon in Roman und Comic erlebt. Man sollte allerdings erwarten, dass Dameron seine Lektion endlich lernt, nachdem er sie wiederholt machen durfte. Er zettelt eine Meuterei an, was verständlich ist, allerdings nicht, wie die Situation zustande kommt, und da sind wir bei einem anderen Kritikpunkt, der den Namen „General Holden“ trägt. Laura Dern spielt diese sehr überzeugend, der Konflikt zwischen ihr und Dameron hätte jedoch sehr einfach vermieden werden können, wenn Holden ihm einfach erklärt hätte, was genau der Plan der Führungsspitze ist. Sie hätte sich auch ausmalen können, dass die Art und Weise, wie sie ihn höchst arrogant abkanzelt, geradezu seinen Widerstandsgeist herausfordert.
Das Thema dieser Episode ist eindeutig „die Vergangenheit hinter sich lassen“. Natürlich hat das damit zu tun, dass die Zeit immer weiter fortschreitet und die Menschen, die heute noch da sind, morgen nicht mehr da sein werden. Schmerzlich haben das das Filmteam und die Fanwelt erleben müssen, als Carrie Fisher nach Abschluss der Dreharbeiten überraschend an einem schweren Herzinfarkt verstarb. In STAR WARS ist vieles möglich, Snoke könnte zurückkehren oder auch Phasma, ja selbst Luke, der am Ende des Films eins mit der Macht wird, könnte sich als Machgeist zurückmelden, doch General / Prinzessin Leia wird nicht wiederkommen. Die Geschichte aber geht weiter. Auch hier ist es wieder eine Frage, wie man damit umgeht. Kylo Ren verwendet den Sith-Ansatz, „lass die Vergangenheit sterben, töte sie, wenn Du musst!“ Oder aber man geht weiter, nimmt die Erinnerungen an vergangene Tage mit, lässt sich von ihnen aber nicht gefangen halten. An diesem Punkt befindet sich das STAR-WARS-Franchise jetzt. „Die letzten Jedi“ ist ein gelungener Beitrag zum Universum und ein mutiger Schritt nach vorne.
Und auch wenn die Spekulationen natürlich weiterlaufen werden, dürfen gerade die Fans Yodas Worte nicht vergessen: Man muss im Moment sein, im Hier und Jetzt, die Zukunft im Auge behalten, aber nicht auf Kosten des Augenblicks.
Was bisher geschah: Kurz vor der Vernichtung der Starkiller-Basis schafft es Captain Phasma, der Müllpresse zu entkommen, in die sie von Han Solo und Finn geworfen wurde. Als sie auf dem Computer zugreift, um Datenspuren zu löschen, die beweisen würden, dass sie es war, die den Schild der Basis deaktiviert hat, stellt sie fest, dass das schon jemand anders getan hat: Lieutenant Sol Rivas. Sie rekrutiert eine TIE-Pilotin mit ihrer Maschine und ihrer BB-Einheit und verfolgt Rivas, um ihn zum Schweigen zu bringen. Rivas landet auf einem kaum bekannten Planeten und wird von den R’ora, einer der dort lebenden Spezies, gefangen genommen. Phasma und die Pilotin nehmen Kontakt mit einer anderen Spezies, den Lupr’or, auf, um mehr über Rivas‘ Schicksal zu erfahren…
„Jemand wie ich überlebt. Egal um welchen Preis. Heute besteht der Preis im Zusammenführen loser Enden.“ – Captain Phasma
Phasma will ganz sicher sein, dass Rivas nicht überlebt, das Wort der Lupr’or, dass jeder Gefangene der R’ora sterben wird, reicht ihr nicht. Phasma hält eine Rede und überzeugt die Lupr’or davon, ihr im Kampf gegen die R’ora beizustehen. Nachdem sie ein abgestürztes Raumschiff entdeckt haben, verfügen sie sogar beschränkt über Waffengewalt, die ihnen Zutritt zur Festung der R’ora verschafft. Dort kommt es zum Kampf der Lupr’or gegen die R’ora, doch Phasma hat nur Sol Rivas im Kopf…
Ja, da ist dieser Comic doch gerade noch knapp rechtzeitig eingetroffen. „Knapp“ rechtzeitig deswegen, weil ich ihn nicht mehr lesen konnte, bevor ich „Die letzten Jedi“ sehen durfte. Aber rechtzeitig, da ich nun diese Rezension doch noch vor der von Episode VIII schreiben kann. Und a propros „Rezension“: Mehr als „Das Erwache der Macht“ zeigt uns dieser Comic erneut einen Einblick in den Hintergrund von Captain Phasma, teilweise sogar mit Rückblicken auf ihr früheres Leben. Damit bekommt die doch recht einseitig dargestellte Figur etwas Tiefe, allerdings nicht in der Art, dass man nun irgendeine Form von „Mitleid“ mit ihr hat. Lediglich ihre Motivation wird erklärt, sie bleibt die gleiche kalte Sturmtrupplerin, die wir schon kennen. Und sie ist sehr kompromisslos. Als beispielsweise die TIE-Pilotin sich bewundernd über die Rede äußert, mit der Phasma die Lupr’or zum Kampf gegen die R’ora aufstachelt, erwidert Phasma, dass das alles nur Mittel zum Zweck sei. Zwar wird sich durch diese Schlacht die Gesellschaft der Lupr’or grundsätzlich ändern (denn derartiges haben sie noch nie zuvor gemacht), aber das ist ihr völlig egal. Ihr geht es nur darum, Rivas zur Strecke zu bringen.
Noch eine Anmerkung: Die Comic-Reihe verlässt nun endgültig irgendeine Art von Chronologie. Während die ersten Comics zwischen Episode IV und V spielten, gab es immer wieder mal einzelne Ausbrüche, etwa mit der Geschichte, wie C3PO an den roten Arm gekommen ist, den er in „Das Erwachen der Macht“ hat. Mit dem Mix aus STAR WARS Annual und den Captain-Phasma-Comics der letzten Ausgaben wurde die Reihenfolge wieder verlassen, für die nächste Ausgabe ist eine Geschichte angekündigt, die sogar noch vor Episode I spielt: „Darth Maul“.
Und wie spielt nun der Captain-Phasma-Comic in Episode VIII rein? Kurz warten, die Rezension zu „Die letzten Jedi“ folgt…
Was bisher geschah: Kurz vor der Vernichtung der Starkiller-Basis schafft es Captain Phasma, der Müllpresse zu entkommen, in die sie von Han Solo und Finn geworfen wurde. Als sie auf dem Computer zugreift, um Datenspuren zu löschen, die beweisen würden, dass sie es war, die den Schild der Basis deaktiviert hat, stellt sie fest, dass das schon jemand anders getan hat: Lieutenant Sol Rivas. Sie rekrutiert eine TIE-Pilotin mit ihrer Maschine und ihrer BB8-Einheit und verfolgt Rivas, um ihn zum Schweigen zu bringen…
„Er sagt, diese R’ora hätten ‚unseren Freund‘ gefangen genommen. Und er sagt, das bedeutet, er wird bald tot sein.“ – Captain Phasma
Phasma verfolgt Sol Rivas in einem TIE-Jäger, wird allerdings von der Pilotin TN-3465 darauf aufmerksam gemacht, dass der TIE eigentlich repariert werden sollte und nicht voll einsatzklar ist. Anstatt Rivas abzuschießen bleibt Phasma nur die Möglichkeit, ihn zu verfolgen. Sie beobachtet, dass er auf dem Planeten Luprora landet. Sie und TN-3465 landen ebenfalls. In einer verlassenen Hütte finden sie Kleidungsstücke, mit denen sie ihre außerweltliche Herkunft zu verschleiern suchen. Kurz darauf machen sie eine unangenehme Begegnung mit der Tierwelt des Planeten, bevor sie auf Eingeborene stoßen…
Die zweite Geschichte aus dem „Star Wars Annual“ ist wieder eine „Stand Alone Story“ aus der Zeit der Rebellion: Prinzessin Leia ist auf Skorii-Lei und hat wichtige Informationen erhalten. Auf dem Weg zum Treffpunkt mit Han Solo und Luke Skywalker wurde sie allerdings schwer verletzt und liegt nun in der Hütte der Ingenieurin Pash Davane, die nicht weiß, was sie mit der prominenten Rebellenanführerin machen soll. Mittlerweile ist auch das Imperium angekommen und Kopfgeldjäger durchsuchen ebenfalls die Stadt. Nachdem Pash Medikamente besorgt hat, wird sie von Leia, die sie für bewusstlos gehalten hat, überwältigt. Allerdings sind Leias Probleme damit nicht erledigt, denn die Sturmtruppler fangen an, Gebäude für Gebäude zu durchsuchen…
Zunächst zur Phasma-Geschichte: Sie bildet – neben dem Roman „Phasma¹“ – einen wichtigen Baustein zur Überbrückung zwischen „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“. Es wird erklärt, wie sie der Explosion der Starkiller-Basis entkommen ist und was unmittelbar danach geschah. Leider wird das Heft mit den zwei abschließenden Teilen erst nach der Premiere von „Die letzten Jedi“ auf Deutsch erscheinen, das heißt, ich kann erst dann ein abschließendes Urteil abgeben. Bisher entwickelt sich die Geschichte jedoch recht gut und nimmt ein Handlungselement auf, das auch von Fans kritisiert wurde: Ist niemandem auf Starkiller aufgefallen, wer die Schilde deaktiviert hat? Es gibt ein paar Einblicke in Phasmas Charakter und beinahe hätte man sie sogar ohne Helm gesehen, aber der Zeichner versteht es, ihr Gesicht gut zu verstecken. Natürlich kann man so eine Enthüllung nicht in einem Comic abhandeln, wenn Phasma ohne Helm zu sehen ist, dann muss das natürlich in einem der Filme geschehen.
Dann zur „Star Wars Annual“-Geschichte: Diese würde ich als „routiniert“ beschreiben, sie ist interessant, leider wird es langsam repetitiv: Einer unserer Helden ist unterwegs, gerät in Nöte und muss sehen, wie er – beziehungsweise in dieser Geschichte sie – da wieder rauskommt. Und Leia, die mit jemand anderem klarkommen und von ihrer guten Absicht überzeugen muss, diese Geschichte hatten wir eigentlich schon in dem Sonderband „Prinzessin Leia„. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber eben auch nicht neu, noch dazu, da wir – die Leser – wissen, wie es ausgehen muss.
Tja, sieht so aus, als wäre die nächste Rezension dann die über „Die letzten Jedi“…
Nach ihren Schattenspringer-Graphic Novels nähert sich die Berlinerin dem Thema Autismus nun mit äußert unterhaltsamen und informativen One-Pagern. Quelle: Panini Comics
Es ist nun schon fast vier Jahre her, dass die Schattenspringer-Comics von Daniela Schreiter ihren Weg aus dem Internet in zwei Graphic Novels bei Panini gefunden haben und seitdem viele Leser begeistern. Die Art und Weise, wie die in Berlin lebende Asperger-Autistin in Wort und Bild über das Thema Autismus aufklärt und dabei gleichzeitig wundervoll zu unterhalten weiß, ist einzigartig. Ohne erhobenen Zeigefinger präsentiert sie einfach herrlich pointierte Szenen aus ihrem Alltag. Sie erlaubt einen sehr persönlichen und fesselnden Einblick in ihr Leben, dem man sich gar nicht entziehen kann. Jetzt ist mit Die Abenteuer von Autistic-Hero-Girl ein weiterer Comic-Band von Daniela Schreiter erschienen.
Die autobiografischen Schattenspringer-Bände, von denen der erste Danielas Kindheit als „das seltsame Kind“, der zweite ihre Pubertät bis zu dem Punkt, an dem sie (endlich) die Diagnose bekommt, beschreibt, helfen Nicht-Autisten dabei, zu sehen, wo im täglichen Miteinander die Stolpersteine sind, von denen man viele aus dem Weg räumen kann, wenn man sich mit dem Gegenüber ein wenig auseinandersetzt. Autisten wiederum erkennen sich selbst darin wieder und bekommen vermittelt, dass sie nicht alleine sind. Inzwischen werden die beiden Bestseller-Graphic Novels von auf Autismus spezialisierten Therapeuten, Einrichtungen und Verbänden als bildende Lektüre empfohlen – es herrscht noch immer großer Bedarf an Literatur zum lange Zeit tabuisierten Thema Autismus, die für alle Altersstufen geeignet und verständlich ist.
Während ihrer Recherchen zum dritten Schattenspringer-Band, der für 2018 bei Panini geplant ist, kam Daniela Schreiter die Idee zu Autistic-Hero-Girl. Die Figur der „Superheldin des Alltags“ verselbstständigte sich in ihren Zeichnungen als ihr Alter Ego, „denn manchmal“, so sagt Daniela, „komme ich mir vor, als bräuchte ich Superkräfte, um tagtägliche Situationen zu meistern, die Nicht-Autisten ganz normal erscheinen.“
Als Autistic-Hero-Girl kämpft sie nun in dem aktuell erschienenen Band, um Vorurteile aus der Welt zu räumen, die sich hartnäckig halten, wie zum Beispiel: „Alle Autisten sind wie Rain Man“. Aber auch gegen ihre eigenen Super-Gegner, wie den mächtigen Overlord Overload tritt sie an. Die Thematik des 64-seitigen, vollfarbigen Bandes im Cartoon-Format ist dieselbe wie bei den Schattenspringer-Ausgaben, aber die Herangehensweise ist eine andere: Durch die One-Pager, in denen sie die Momentaufnahmen ihres Lebens zusammenstellt, und die Superhelden-Metaebene wird das Ganze noch einmal pointierter dargestellt, ist aber nicht weniger informativ. Die Abenteuer von Autistic-Hero-Girl bietet den Lesern einen noch leichteren Zugang zum Thema Autismus und die perfekte Grundlage, um dann zu den Schattenspringer-Büchern zu greifen.
Ein „Was bisher geschah“ für die Nr. 27 der STAR WARS Comics ist nicht nötig, da das Heft zwei Geschichten beinhaltet, die außerhalb der bisherigen Reihe laufen.
„Jetzt vollenden wir unsere Mission. Wir bringen den Verräter zur Strecke, der es zuließ, dass die Starkiller-Basis vernichtet wurde… Lieutenant Sol Rivas.“ – Captain Phasma
Die beiden Geschichten des Comics sind zudem durch die Zeit getrennt. Der erste Teil des Heftes geht um Captain Phasma und spielt demzufolge also zur Zeit der Ersten Ordnung, Jahre nach dem Sturz des Imperiums. Um ganz genau zu sein beginnt die Handlung in den letzten Minuten von EPISODE VII. Captain Phasma, die von Han Solo und Finn in einen Müllschacht geworfen worden war, ist es gelungen, sich daraus zu befreien. Während um sie herum die Starkiller-Basis auseinander fällt, verwischt sie als erstes ihre Spuren und löscht alle Hinweise darauf, dass sie es war, die den Schutzschild der Basis deaktiviert war. Dabei entdeckt sie eine Aufzeichnung, dass sich vor ihr noch ein Offizier am Computer zu schaffen gemacht hat: Lieutenant Sol Rivas. Sie sieht eine gute Gelegenheit gekommen, von sich abzulenken und macht sich sofort an die Verfolgung von Rivas…
Die zweite Geschichte bringt uns wieder in die Zeit des Imperiums. Auf Coruscant lebt der Rebellenspion Eneb Ray unter dem Namen Tharius Demo. Es ist kurz nach der Vernichtung des ersten Todessterns. Prinzessin Leia hat eine Aufgabe für Eneb: Er soll gefangene Senatoren befreien, die durch das Imperium zum Tode verurteilt wurden. Dazu begibt er sich zum Gefängniskomplex Arrth-Eno, um einen raffinierten Plan auszuführen. Doch er muss feststellen, dass der Imperator ebenfalls sehr raffiniert sein kann…
Bleiben wir gerade mal bei der zweiten Geschichte, weil diese in sich geschlossen ist: Sie beginnt sehr langsam, offenbart dann aber ein paar sehr raffinierte Wendungen, die einmal mehr herausstellen, dass der Imperator den Rebellen auch durch seine Skrupellosigkeit überlegen ist. Moralische Überlegungen stellt er gar nicht an, er hat ein Ziel und er ist bereit, alles – außer sich selbst – diesem Ziel zu opfern. Die Geschichte ist eine passende Ergänzung zum Mythos des Imperators.
Die erste Geschichte um Captain Phasma besteht aus insgesamt vier Teilen und gehört zu dem Zyklus, der langsam zur EPISODE VIII führen soll. Wie man schon aus der Beschreibung sieht, soll der Comic erklären, wie Phasma aus dem Müllschacht und von der Starkiller-Basis entkommen konnte. Außerdem trifft sie im Verlauf der Handlung auf einen Droiden, der – soweit ich es verstanden habe – auch im Film eine wesentliche Rolle spielen soll. Auf diese Weise greifen die verschiedenen Medien direkt ineinander. Nun lässt sich über die Geschichte selbst noch kein finales Urteil bilden, immerhin handelt es sich hier nur um Teil 1 von 4, aber es ist ein vielversprechender Auftakt. Phasma wird ebenfalls in ihrer ganzen Skrupellosigkeit gezeigt, wie sie versucht, ihre eigene Tat (das Deaktivieren der Schilde der Starkiller-Basis) jemand anderem anzuhängen (und falls es jemand interessiert: Warum sie die Schilde in EPISODE VII einfach so deaktiviert hat, wird in dem Roman „PHASMA“ erklärt, der ihre Hintergrundgeschichte und ihren Charakter etwas mehr beleuchtet). Leider hat gerade diese Geschichte einen Wermutstropfen: Dem Autor ist der zeitliche Ablauf der Ereignisse auf der Starkiller-Basis durcheinander geraten. Die Geschichte wird von einem Countdown begleitet, der auf die volle Aufladung der Starkiller-Waffe gezählt wird. Die Handlung beginnt sechs Minuten vor der vollen Aufladung. Zum Zeitpunkt zwei Minuten vor der Aufladung berichtet Phasma, dass sie Kylo Ren und eine unbekannte Person bei einem Kampf mit Lichtschwertern beobachtet hat. Sie befindet sich dabei – natürlich – außerhalb des Hauptgebäudes am Wald. Eine Minute zuvor hat ein Wachposten sie angesprochen und von dem Gerücht erzählt, dass General Hux evakuiert worden sei. Das Problem bei ist: Die Starkiller-Waffe war bereits aufgeladen, als Kylo sich noch in der Basis befand. Es ist ja der große Moment in EPISODE VII, die Sonne verschwindet, die Dunkelheit legt sich über Kylos Gesicht und er durchbohrt Han Solo mit seinem Lichtschwert. Erst danach kommt es zum Duell zwischen ihm und Finn, beziehungsweise Rey (im Comic kann man nicht erkennen, mit welchem von beiden er sich gerade duelliert). Und General Hux wurde erst evakuiert, als der Reaktor der Starkiller-Basis bereits am Explodieren war, ebenfalls einige Zeit nach der vollständigen Aufladung der Waffe. Irgendwas ist hier also durcheinander gekommen und es wundert mich ein wenig, dass das niemandem aufgefallen ist.
Außerdem gibt es einen zweiten „Fehler“, aber der hängt mit einer ganz persönlichen Vorliebe von mir zusammen: Ich mag Chronologien, und mit diesem Heft wird die chronologische Reihenfolge endgültig aufgebrochen (es gab ja schon einmal eine Geschichte als Einschub, in der davon erzählt wurde, wie C3PO seinen roten Arm bekommen hat). Das stört mich ein wenig, mir wäre es lieber gewesen, einfach die Geschichten zwischen den Filmen der Original-Trilogie weiter zu erzählen. Stattdessen will man nun offenbar die Geschichten in loser Reihenfolge abhandeln.
Wenn alles so läuft wie geplant, dann wird die Geschichte um Captain Phasma allerdings leider erst zu Ende erzählt sein, wenn EPISODE VIII schon im Kino läuft: Der Film kommt am 14. Dezember heraus, das Ende der Reihe kommt in STAR WARS Comics Nummer 29, die voraussichtlich am 20. Dezember erscheint.
Abschließend bleibt zu sagen: Die Einzelgeschichte ist sehr stark und fügt einiges zum Mythos des Imperators dazu, die Geschichte von Captain Phasma macht neugierig auf mehr. Mal sehen, wie sich die Handlung hier weiter entwickelt.
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