Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.
Nachdem der Versuch einer Neuauflage von YPS als Zeitschrift für erwachsen gewordene Fans ein geradezu durchschlagender Erfolg gewesen war, ging die Redaktion mit neuem Schwung an die Sache ran, drehte hier und da an den Stellschrauben und brachte knapp ein Vierteljahr nach dem spektakulären Neustart das zweite Heft der neuen Reihe heraus: Nr. 1259. Als Gimmick gab es einen weiteren Klassiker: Die Maschine, die viereckige Eier macht, allerdings mit einem neuen, gegenüber den klassischen Heften geänderten Verfahren.
Was die Trennung von Comics und Artikeln betrifft, so wurde das in dieser Ausgabe etwas anders gehandhabt als zuvor: Gab es im letzten Heft noch zwei Abteilungen mit Comics – einer Abteilung mit neuen Comics und einer mit Nachdrucke von klassischen, bereits in YPS erschienenen -, so gibt es dieses Mal alle Comics zusammen am Ende des Heftes, egal ob neu oder alt.
Die Artikel in diesem Heft:
Leserbriefe
Presseschau
Fans und Fakten
Extrablatt
Gestern und heute
Azubi der Angst
Peter Illmann
Gimmick
Neue Gimmicks
Heiße Geräte
Zu den Sternen!
Lara Croft
Konsolenkrieg
Selber machen
Ausstellung
Roboter an die Macht
YPS-Quiz
Peter Wiechmann
Die Comics:
Der letzte Bulle
Finnen von Sinnen
Phantomias
Zauber
Gespenster GmbH
Pif und Herkules
Thomas der Trommler
Yps, Kaspar, Patsch und Willy
Das Gimmick
Wie gesagt, ein weiterer Klassiker: Ei hart kochen, Schale entfernen, in die Maschine damit und ab in den Kühlschrank. Nach einger Zeit hat man dann ein würfelförmiges Ei. Ein besonderer Gag als stapelbare Eier für den Frühstückstisch.
Die Artikel
Hier wird die Mischung aus „neu und spannend“ und „alt und nostalgisch“ beibehalten. Als „Legende“ in dieser Ausgabe wird nicht nur Peter Illmann (der Moderator der in den 1980er Jahren legendären Musiksendung „Formel 1“) interviewt, sondern auch Peter Wiechmann. Wiechmann ist bekannt für unzählige Comics, die er im Laufe seiner 45jährigen Karriere geschrieben hat. Eines seiner Werke ist „Thomas der Trommler“, von dem auch eine Episode in dieser Ausgabe abgedruckt wurde.
Die Comics
Bei den Comics fällt natürlich sofort die Episode von „Pif & Herkules“ ins Auge: Diese ist nämlich kein Nachdruck, sondern eine noch nie auf Deutsch erschienene Neuerzählung. Allerdings erkennt der YPS-Fan sofort, dass es eine Änderung gegeben hat: Der bisher unter dem Namen „Belpomme“ bekannte Professor aus den Geschichten heißt ab hier aus irgendeinem Grund „Reagenz“. Die anderen Klassik-Comics sind Nachdrucke aus alten YPS-Heften, einschließlich der „Yps, Kaspar, Patsch und Willy“-Episode zum Gimmick.
Der Gesamteindruck
Der Redaktion ist es gelungen, das zu halten, was in der vorigen Ausgabe angefangen wurde. Die Änderungen im Konzept sind minimal und passend (Zusammenfassung der Comics am Heftende). Auf der letzten Seite gibt es diesmal auch einen Hinweis darauf, wann das nächste Heft erscheint – aber das war’s auch schon. Es gibt keine Ankündigung, welches Gimmick dann erscheinen wird. Vielleicht dachte man, dass ein Vierteljahr eine zu lange Zeit ist, um die Vorfreude auf das nächste Gimmick aufrecht zu erhalten, im Gegensatz zu früher, wo man ja nur eine Woche warten musste. Die Erfolgsgeschichte ging aber unvermindert weiter.
Schon seit ein paar Tagen ist das neueste Abenteuer des kleinen Galliers Asterix im handel zu haben, Band 36. Es trägt den Titel „Der Papyrus des Cäsar“ und ist der zweite Band, der von dem neuen Team Jean-Yves Ferri und Didier Conrad geschrieben wurde. Offenbar ist es bei „Asterix“ üblich, dass jedes zweite Abenteuer in der Heimat spielt, und nach der Reise zu den Pikten im vorigen Album ist nun also eine Geschichte dran, die innerhalb der Grenzen Galliens ihren Lauf nimmt. Gut, mit Einschränkung: Die Helden bleiben innerhalb der Grenzen Galliens, ihren Anfang nimmt die Geschichte aber in Rom, bei Julius Cäsar. Selbiger ist nämlich unter die Autoren gegangen. „Kommentare zum Gallischen Krieg*“ soll das Werk heißen und der Welt die Einzigartigkeit Cäsars vor Augen führen. Seinem Berater Syndicus stößt bei dem Werk nur eine Passage auf: das Kapitel „Rückschläge im Kampf gegen die unbeugsamen Gallier von Aremorica“. Haarklein und ziemlich ehrlich hat Cäsar hier seine Händel mit den Galliern um Asterix und Obelix aufgezeigt. Syndicus ist allerdings der Meinung, dass das niemand zu wissen braucht. Wenn Cäsar diese ganzen Sachen einfach verschweigt, wird er als Held dastehen. Und überhaupt – die Gallier! Wer in Rom weiß schon von denen? Cäsar stimmt zu und so wird eine Rolle aus dem Gesamtpapyrus entfernt. Allerdings gibt es einen nubischen Schreiber namens Bigdatha, der die Rolle in Sicherheit bringt und dem gallischen Aktivisten Polemix zuführt. Polemix will dieses Kapitel aus Cäsars Geschichte unbedingt an die Öffentlichkeit bringen, zuerst muss er sich aber vor den Römern retten. Dazu flüchtet er in das gallische Dorf, von dem in dem Papyrus so viel die Rede ist. Doch Syndicus lässt nicht locker und will die Herausgabe der Papyrusrolle mit Hilfe der Truppen, die um das gallische Dorf stationiert sind, erzwingen. Miraculix sieht nur eine Möglichkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen: Während das Dorf die römischen Legionen ablenkt, brechen er, Asterix, Obelix und Polemix in den Karnutenwald auf. Dort soll Archäopterix, der weiseste der Druiden, sich den Inhalt der Rolle einprägen, damit die Geschehnisse mündlich überliefert werden können…
Das neue Abenteuer nimmt – ganz in der Tradition von Asterix – neben den historischen auch deutliche Bezüge zur Gegenwart. Polemix etwa wurde nach dem Wikileaks-Aktivisten Julian Assange gestaltet und auch die Handlung lehnt sich an dessen Geschichte an: Unbequeme Wahrheiten, die die Regierenden gern verschweigen möchten, ein kleiner Einzelkämpfer aber ans Licht bringen möchte. Auch wird wieder Gegenwartstechnologie ins Asterix-Zeitalter übertragen, etwa mit den Brieftauben, die zum Versand von Kurznachrichten gedacht sind. Sehr originell finde ich auch die Idee, dass die Gallier ihr Horoskop lesen, das aber nicht nach Sternzeichen, sondern ganz in keltischer Tradition nach Bäumen aufgeteilt wird. Auch hier gibt es kritische Anmerkungen zum Zeitgeschehen, etwa wenn Methusalix und Obelix ihr Horoskop zu ernst nehmen und Miraculix dazu meint, dass es ein seltsames Phänomen sei, wenn die Menschen alles glauben, nur weil es aufgeschrieben wurde.
Der Geschichte selbst liegt eine raffinierte Idee zugrunde und Einzelgags, Runninggags und die Handlung selbst bilden eine gute Einheit. Die Gags wirken nie aufgesetzt oder in die Handlung hineingezwungen und die Übersetzung tut ihr übriges, den Spaß ins Deutsche herüberzubringen. Bestes Beispiel der Leistung der Übersetzung ist eine Kaskade von Wortspielen über Bäume in einer Szene, als sich ein paar Römer als Bäume tarnen, um das gallische Dorf auszuspionieren. Natürlich ist nicht jede Szene und jeder Gag vollständig gelungen. Etwas merkwürdig fand ich beispielsweise die Einhörner im Karnutenwald**, aber nach dem Besuch in Atlantis in „Obelix auf Kreuzfahrt“ sind wohl auch pure Fantasy-Momente Teil des Asterix-Kosmos. Der Handlung geliegt es aber, die Schwächen auszugleichen, beziehungsweise, sie macht es einfach, darüber hinweg zu sehen.
Conrad, dem Zeichner, gelingt es immer noch, den Zeichenstil von Uderzo fast perfekt zu kopieren. Alle Figuren, die man bereits kennt, sehen exakt so aus wie von Uderzo gezeichnet, und neue Figuren passen sich perfekt in das Bild ein. Ein eigener Stil blitzt ab und zu, allerdings sehr selten einmal durch.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das neue Album sehr gut gefallen hat. Es ist zwar kein großer Klassiker, aber eine gute Geschichte, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. „Asterix“ befindet sich mit diesem Zeichner/Autoren-Team auf einem guten Weg. Habe ich was vergessen? Ach ja, die traditionelle Schlussformel, mit der man offenbar jede Asterix-Rezension beenden muss: BEIM TEUTATES!
*= Das hat einen realen Hintergrund, denn der echte Julius Cäsar schrieb das Werk „Comentarii de Bello Gallico„. Cäsars „Macke“, die in den Asterix-Alben immer dargestellt wird, nämlich dass er von sich selbst in der dritten Person („er“) spricht, stammt aus dem „Bello Gallico“. Cäsar hat dieses tatsächlich auch in der dritten Person verfasst, um den Anschein der Objektivität vorzugeben.
**= Streng genommen muss man aber auch sagen: Da der Karnutenwald selbst in dieser Form nie existiert hat (Goscinny und Uderzo haben sich vom gallischen Volk der Karnuten und ihren Gebräuchen inspirieren lassen, den Wald allerdings erfunden), können dort selbstverständlich auch Einhörner leben. Ich fand’s nur ein wenig merkwürdig.
YPS war ursprünglich eine Kinder- und Jugendzeitschrift, die im Oktober 1975 das erst Mal erschienen ist und als erste auf dem deutschen Markt eine Beilage hatte, das so genannte Gimmick. Über 1200 Ausgaben sind erschienen, bevor das Heft von seinem ursprünglichen Verlag Gruner + Jahr an Egmont Ehapa verkauft wurde. Sinkende Auflagenzahlen sorgten dafür, dass YPS schließlich eingestellt wurde. Dann gab es einen neuen Anlauf, das neue YPS sollte sowohl neue junge Leser begeistern, als auch die „alten Hasen“ von damals bei der Stange halten. Dieser Spagat funktionierte allerdings nicht so, wie sich die Macher das vorgestellt hatten und YPS wurde ein zweites Mal eingestellt. Aber ein altes deutsches Sprichwort sagt, aller guten Dinge sind drei. Allerdings muss man hier dazufügen, dass das Sprichwort durch die Lautverschiebung der deutschen Sprache uminterpretiert wurde und von daher in seiner Originalfassung nicht so ganz in diesen Zusammenhang passt; ursprünglich hieß es nämlich „Aller guten Thinge sind drei“ und bezog sich auf die „Thing“ genannten altgermanischen Ratsversammlungen, bei denen eine Dorfgemeinschaft Regeln für das Zusammenleben aufstellte (ähnlich einem Gemeinderat) und bei denen auch Recht gesprochen wurde. War nun jemand aus der Gemeinschaft eines Vergehens beschuldigt wurde, so war er verpflichtet, sich vor dem Thing einer Verhandlung zu stellen. Da man aber – wie heute auch – zum Termin des nächsten Things vielleicht schon was vorhatte, wurde dem Beschuldigten eine gewisse Zeit eingeräumt. Spätestens beim vierten Thing nach der Anschuldigung musste er vor dem Rat erscheinen, tat er das nicht, wurde er in Abwesenheit verurteilt, ohne sich verteidigen zu können. Der Beschuldigte hatte also „drei Thinge gut“, daher „aller guten Thinge sind drei“, und durch die Lautverschiebung von „th“ zu „d“ im Deutschen wurde aus „Thing“ „Ding“.
Irgendwie bin ich jetzt gerade abgeschweift… aber da sind wir auch schon im Thema: YPS wollte nicht nur Unterhaltung bieten, sondern die Leser sollten auch etwas lernen, entweder über spezielle Serien und Lexikas, die im Heft abgedruckt wurden, oder durch die Comics selbst, in denen immer mal wieder verschiedenste Sachen eingebracht und erklärt wurden.
Nachdem YPS das zweite mal eingestellt worden war, war der Redaktion aber wohl aufgefallen, dass der Großteil der Leser des zweiten Anlaufs die YPS-Fans von damals waren, die mittlerweile erwachsen sind. Und so kam jemand auf die Idee, einen weitere Neuauflage zu starten und sich dabei gezielt an die heutigen Erwachsenen zu wenden. Das bedeutete, YPS wurde zum Magazin, in dem nun auch Artikel abgedruckt werden sollten. Ende des Jahres 2012 war es dann soweit: die Neu-Neuauflage ging mit der Nummer 1258 an den Start. Und die Resonanz war überwältigend.
Dies ist die erste Ausgabe der „neuen Ära“ von Yps.
Der gewandelte Inhalt
Die Gewichtung im „klassischen Yps“ lag mehr auf den Comics, Artikel waren in der Minderzahl. Für das neue Yps beschloss man, das anders anzugehen: Mehr Artikel und mehr Themen, die man abdecken konnte. Da das Heft aber auch ein Magazin sein sollte, brauchte man ein Thema. Es wurden gleich mehrere gefunden. An erster Stelle natürlich die Nostalgie: Was war das damals (1970er / 80er / 90er Jahre) für eine Zeit, was war damals modern, welche Autos wurden gefahren, welche Spielekonsolen gab es damals schon? Dann aber auch ein Vergleich: Wie haben sich die Dinge von damals weiterentwickelt? Der Schwerpunkt hier wurde recht techniklastig gewählt, aber es geht auch in den wissenschaftlichen Sektor hinein. Ein drittes Themengebiet wurde die „erwachsene“ Betrachtung von Dingen, die die Leser von Yps als Kinder interessiert haben: Wie ist es zum Beispiel wirklich, ein Spion zu sein?
Numm 1258 wurde der Testballon – und war innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft, so dass eine zweite Auflage (mit gelbem Cover) nachgedruckt wurde. Kurz darauf wurde von Seiten des Verlags Egmont Ehapa verkündet, dass Yps fortan vierteljährlich erscheinen würde.
Folgende Artikel und Reportagen finden sich in diesem Heft:
Chronik
Fans & Fakten
Extrablatt
Prominente Fans
Gimmick
Neue Gimmicks
Inteview Comiczeichner
Die Akte Y
Gestern und Heute
Dinosaurier finden
Rüdiger Nehberg
Krieg der Systeme
Fahrzeuge
Michael Groß
Ein Dutzend Kunststücke
Und diese Comics:
Neue Comics (Ruthe, Pondus, Nicht Lustig, Zombilennium)
Mode-Comic
Yinni + Yan
Yps + Co
Hombre
Die Chronik beschäftigt sich natürlich mit der Geschichte von YPS, angefangen im Herbst 1975 bis zum 11. Oktober 2012, als Nr. 1258 erschien. Es werden verschiedene Fakten zu Yps und die „Nebenserien“ vorgestellt.
Unter Fans & Fakten geht die Nostalgie schon los: Fans von damals zeigen Bilder von damals und von heute. Außerdem werden Ergebnisse einer Facebook-Umfrage präsentiert.
Das Extrablatt war lange Zeit das, was eBay, Facebook und ähnliche Webseiten heute sind. In diesem Heft werden daraus „Kleinanzeigen von erwachsenen Kindern für Gleichgesinnte“.
Die Prominenten Fans outen sich „im Zeichen des Ypsilon“ und erzählen, was sie mit Yps erlebt haben.
Das Gimmick, die Urzeitkrebse, hat natürlich seine eigene Seite, wo alles über Aufzucht und Pflege der kleinen Wasserbewohner erzählt wird.
Neue Gimmicks werden auf einer Doppelseite vorgestellt, aber dabei geht es nicht um Ideen, die eventuell in einem der nächsten Hefte landen, nein, es geht um Gimmicks, die zu groß und / oder zu teuer sind, um sie als Heftbeilage zu präsentieren.
Das Interview mit dem Comiczeichner wurde in dieser Ausgabe geführt mit Heinz Körner, dem Zeichner der Abenteuer des YPS-Fernsehteams „Yinni + Yan“.
Die Akte Y erzählt vom wahren Leben als Geheimagent – soweit diese Information nicht geheim ist, natürlich.
Gestern und Heute beschäftigt sich mit der Entwicklung verschiedener Dinge, zum Beispiel Fahrrädern, Uhren oder dem Walkman.
In der Reportage Dinosaurier finden schaut der Redakteur einem Paläontologen über die Schulter auf der Suche nach Fossilien.
Rüdiger Nehberg wird in diesem Heft noch selbst befragt, in zukünftigen darf er selbst etwas über das Überleben in der Wildnis schreiben.
Krieg der Systeme geht zurück in die Anfangszeit der Computerspielsysteme. Es wird ein Blick darauf geworfen, welche Systeme es damals gab und wie diese um einen neu entstehenden Markt kämpften.
Fahrzeuge wurde eine weitere Dauerrubrik: Ein Rückblick auf die Autos (und sonstigen Fortbewegungsmittel) aus der Kindheit und Jugend der Yps-Leser.
Michael Groß ist ein bekannter Schwimmer, der in den 1980er Jahren dreimal olympisches Gold gewann. Er steht in diesem Heft Christian Kallenberg Rede und Antwort.
Ein Dutzend Kunststücke sind Zaubertricks, mit denen man mit wenig Hilfsmitteln jede Party etwas aufpeppen kann.
Die Comics waren in dieser Ausgabe noch strikt getrennt nach neu und alt. In kommenden Ausgaben sollten diese zusammen am Ende des Heftes folgen. In 1258 allerdings gab es die neuen Comics zwischen Seite 26 und 35 und die alten von Seite 81 bis 97. Bei den „Klassikern“ ist Yinni + Yan mit dabei und natürlich einer der YPS-Comic zum Gimmick „Urzeitkrebse“. Mit „Hombre“ findet tatsächlich auch ein Schwarz-Weiß-Comic seinen Weg in dieses Heft.
Außerdem gab es noch einen Fragebogen, aber keine Ankündigung für die nächste Ausgabe. Man schien sich da wirklich unsicher zu sein, was nach zwei Fehlversuchen auch irgendwie verständlich ist. Vermutlich knallten die Sektkorken in der Redaktion, als der Verlag meldete, man müsse das Heft nachdrucken.
Bei der Verpackung fällt auf, dass die Plastikhülle stabiler ist als die „weiche Hülle“ früher, was aber vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass das Heft in dieser Hülle auch verschickt wird. Außerdem scheint nicht bei allen Zeitungshändlern angekommen zu sein, dass YPS seit dieser Ausgabe für Erwachsene gedacht war. In vielen Läden fand sich das Heft zwischen Kinder- und Jugendzeitschriften mit Beilage.
YPS Nr. 1258 war ein Versuchsballon, aber das darf man nicht im Sinne von „reinem Experiment“ sehen. Die Struktur und der Inhalt waren schon sehr durchdacht und große Änderungen am Konzept waren eigentlich keine mehr nötig. Lediglich hier und dort wurde ein wenig geändert.
Etwas merkwürdig in diesem Heft war lediglich die „Modenschau“ mit Yps + Co, wo verschiedene Kleidungsstücke und Accessoirs präsentiert wurden, an denen sich dann Yps und seine Freunde versuchen durften. Da der Comic 8 Seiten einnahm, aber jedes Bild mindestens eine halbe Seite groß war, hatte das ein wenig den Anschein von Seitenfüller, noch dazu, da die ersten und letzten zwei Seiten lediglich jeweils ein Bild zeigten. Aber der Ausrutscher ist angesichts der Qualität des Rests verzeihbar.
Herbst 2012 sah den Neustart von YPS. Frühjahr 2013 sollte es weitergehen.
Was bisher geschah: Der Versuch der Rebellen, die imperialen Anlagen von CYMOON zu sabotieren, gelingt. Doch es ist zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und dem Sith-Lord Darth Vader gekommen. Lukes Selbstvertrauen ist auf dem Nullpunkt, da er Vader nichts entgegenzusetzen hatte. Vader wiederum ist brennend daran interessiert, den Rebellen, der den Todesstern zerstört hat, in seine Finger zu bekommen. Er heuert Kopfgeldjäger an. Leia macht sich indessen Sorge um die Zukunft der Rebellion. Die Rebellen brauchen dringend eine neue Basis.
„Du hattest Recht. Ich sollte Dich lebendig ausliefern. Aber das heißt nur, Du solltest noch ‚atmen'“.
– Boba Fett
Luke Skywalker ist nach Tatooine zurückgekehrt. Er hofft, in Kenobis Hütte etwas zu finden, das ihn in seinem Streben, ein Jedi zu werden, weiterhelfen wird. Aber nicht nur er sucht in der Hütte nach etwas Brauchbarem, auch die Sandleute – und ein skrupelloser Kopfgeldjäger…
Gleichzeitig brechen Leia Organa und Han Solo in einem gestohlenen Shuttle des Imperiums auf, um einen Planeten zu finden, auf dem sie eine neue Rebellenbasis errichten können (die alte auf dem Mond von Yavin IV musste geräumt werden, da sie ja dem Imperium bekannt war). Han verhält sich nicht sonderlich geschickt bei einer überraschenden Begegnung mit zwei TIE-Jägern und führt die Prinzessin notgedrungen zu einem alten Schmugglerversteck. Doch dort kommt es zu einer folgenschweren Begegnung…
Rezension
Jetzt erkennt man so langsam ein Muster: Während der Handlungsbogen um Luke und seinen Versuch, mehr Wissen über die Wege der Jedi herauszufinden, in diesem Heft ein vorläufiges Ende findet, beginnt ein anderer Handlungsbogen und Leia und Han Solo. Und der Handlungsbogen um Luke dürfte direkt in den nächsten führen, der in Heft 4 beginnt. Auch diesem Comic gelingt es, den Hintergrund der Filme mit Leben zu füllen. Das Auftreten von Boba Fett ist sehr gut umgesetzt, so dass man mehr über die Verbindung zwischen ihm und Vader erfährt (und das ist mehr als in „Das Imperium schlägt zurück“, wo ja nicht einmal sein Name genannt wird). Es gibt allerdings auch etwas, das mir etwas negativ aufgestoßen ist, da es sich hierbei allerdings um einen wichtigen Plot-Punkt handelt, hier estmal eine…
SPOILERWARNUNG! Ab hier Weiterlesen auf eigene Verantwortung!
Gene Roddenberry hatte für „Star Trek – The Next Generation“ etliche Vorgaben gemacht, was die Geschichten um die ENTERPRISE-D enthalten durften und was nicht. Unter anderem hatte er von vornherein ausgeschlossen, dass es Geschichten um plötzlich auftauchende Familienangehörige der Hauptfiguren, von denen man vorher noch nie gehört hatte, geben sollte. Roddenberry mag ein paar merkwürdige Entscheidungen um TNG getroffen haben, aber mit dieser Vorgabe hatte er absolut Recht. Eine Geschichte zu entwerfen, in der eine der Hauptfiguren plötzlich und überraschend Besuch von einem Verwandten bekommt, von dem noch nie zuvor die Rede war oder dass der Figur noch nicht mal bewusst war, dass es diesen Verwandten gibt, ist einfallslos und platt. Eine solche Geschichte schreibt sich fast von selbst, da das Spannungselement immer das gleiche ist: Die große Frage, wo kommt der / die Fremde her? Warum wusste man bisher nichts von ihm / ihr? Und wie reagiert die Hauptfigur auf die Anwesenheit dieser fremden Person, die gleichzeitig doch zur Familie gehört? Oder falls die Hauptfigur doch von der Existenz des Familienmitglieds wusste, warum hat sie es bisher geheimgehalten? Man sieht, die Möglichkeiten, eine Geschichte draus zu entwickeln, sind begrenzt. Wenn man schon dergleichen einführen will, ist es wichtig, irgendwann mal vorher einen Fingerzeig zu geben, dass es da jemand geben könnte. Das ist wesentlich raffinierter, aber auch schwieriger, da der Fingerzeig nicht so auffällig sein darf, dass die Leser / Zuschauer schon ahnen, was da kommt.
Warum ich über sowas schreibe? Ganz einfach: Die Person, die Leia und Solo überrascht, als die beiden auf einem fremden Planeten unterwegs sind und eine Unterschlupfmöglichkeit für die Rebellen suchen, stellt sich als Sana Solo vor – Han Solos Frau! Das ist bemerkenswert besonders im Hinblick darauf, dass Han seit dem Abflug von der Rebellenflotte die ganze Zeit versucht, mit Leia zu flirten. Das Auftauchen einer Ehefrau erscheint hier nur als Trickeffekt, denn der Weg ist vorgezeichnet. Es gibt nur drei Möglichkeiten:
Sie ist wirklich Han Solos Frau. Das wäre… mäh.
Sie ist irgendwie Han Solos Frau, oder aber auch nicht wirklich. Auch… mäh.
Sie ist gar nicht Han Solos Frau. Das wäre… mäh.
Ich weiß nicht, was die Autoren geritten hat, schon in dieser frühen Phase des neuen Expanded Universe auf so einen Trick zurückzugreifen. Ich hoffe, dass die Auflösung dieser Geschichte im nächsten Heft doch irgendwie überraschender ist, als es sich im Moment ankündigt.
Bemerkenswert ist übrigens auch, dass die Enthüllung von Solos Frau den Cliffhanger dieses Handlungsstrangs bildet. Das ist ja gleich ein doppeltes Klischee.
Leider ein Minuspunkt in einer ansonsten gut gelungenen Geschichte. Was Luke Skywalker und Darth Vader angeht, so bin ich schon auf den neuen Handlungsbogen „Vader“ gespannt.
Am heutigen 13. Oktober gibt es das große Jubiläum zu feiern: YPS wird 40 Jahre alt, am gleichen Tag 1975 – einem Montag – erschien die legendäre Ausgabe Nr. 1, während die Gruppe ABBA mit dem Hit „SOS“ sich an die Spitze der deutschen Charts setzte. Grund genug, dass wir uns hier dem Heft widmen, seiner Geschichte und etwas ausführlicher der Neuauflage, die seit 2012 recht erfolgreich auf dem Markt ist. Den Auftakt bildet diese Episode mit der Geschichte des Heftes bis zu seiner zweiten Einstellung, dann gibt es wöchentlich eine neue Rezension zu den neuen Heften seit 2012, bis wir mit der aktuellen Reihe wieder aufgeschlossen haben. Wem dieser Artikel hier, der zudem zur Hauptsache aus Fakten aus der Wikipedia besteht, zu lang ist, dem gefallen vielleicht die Videos „Die Rückkehr von YPS“ aus der Videoreihe vom „Phantastischen Projekt“, Teil 1 ist hier, Teil 2 hier und Teil 3 hier.
YPS Nr. 1 / (c) Gruner + Jahr
Was ist YPS?
Yps ist ein Comic–Magazin, das von 1975 bis 2000 sowie von 2005 (Testausgabe) bis 2006 (3 Testausgaben) als Zeitschrift für Kinder erschien und seit 2012 als Comicheft für Erwachsene herausgegeben wird.[1] Im Oktober 2012 erschien zunächst eine Testausgabe, die sich nun an 30- bis 45-Jährige richtete, die mit der Zeitschrift groß geworden sind. Seit März 2013 erschiendie Zeitschrift vierteljährlich, seit Anfang 2015 im Zwei-Monats-Rhythmus.
Jedem Heft liegt ein Gimmick (oft ein Spielzeug oder ein Scherzartikel) bei; dies hob es in den ersten Jahrzehnten seines Erscheinens von anderen Comic-Magazinen für Jugendliche ab.
Das Konzept von Yps basierte auf dem französischen Heft Pif Gadget, das ursprünglich unter dem Namen Vaillant, le jeune patriote (Vaillant, der junge Patriot) eine Jugendzeitschrift der kommunistischen Partei Frankreichs gewesen war, die zuerst während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund erschien. In den 1960er Jahren wurde die Zeitschrift wesentlich weniger politisch, blieb jedoch locker an die kommunistische Partei angebunden; der Name wurde geändert zu Vaillant, le journal le plus captivant (Vaillant, die spannendste Zeitschrift). Die spätere Titelfigur Pif le chien (Pif der Hund), die 1948 für kurze Schwarz-Weiß-Strips in der kommunistischen Tageszeitung L’Humanité erfunden worden war, erschien darin erstmals 1952 und wurde 1965 zur Hauptfigur. Ab 1967 erschien sie unter dem Titel Vaillant, le journal de Pif. Ab 1969 wurde das Gadget (Gimmick) dazugenommen und die Zeitschrift als Pif Gadget neu gestartet. Sie war daraufhin für einige Jahre außerordentlich erfolgreich und stellt bis heute im Comicbereich unübertroffene Rekorde von mehr als einer Million verkaufter Hefte einer einzigen Ausgabe auf, was einige internationale Nachahmer- und Lizenzausgaben hervorbrachte, darunter auch das deutsche Yps. Aus Pif Gadget wurden für Yps zahlreiche Gimmicks (z. B. die Urzeitkrebse) und Comics (z. B. Pif und Herkules) übernommen, jedoch von Anfang an durch eigene Comics deutscher Zeichner ergänzt. Im Gegensatz zu Pif Gadget war Yps stets eine unpolitische Zeitschrift.
Neben den Comics lag ein Schwerpunkt von Yps auf kreativer Beschäftigung, neben den oftmals zusammenzubauenden Gimmicks zum Beispiel mit Bastelbögen, die in manchen Heften das Niveau professioneller Kartonmodelle erreichten (etwa bei den über mehrere Hefte verteilten Modellen von New Scotland Yard oder der Saturn-V-Rakete), und auf Hintergrundinformationen z. B. zu naturwissenschaftlichen Themen, die manchmal an das aktuelle Gimmick angelehnt waren. Das Niveau dieser Beiträge wurde in den ersten Jahren beibehalten, später lag der Schwerpunkt mehr auf Unterhaltung. Yps wurde bereits kurz nach Erscheinen sehr populär und war eines der erfolgreichsten und auflagenstärksten Comicmagazine der 1970er und frühen 1980er Jahre.
YPS Nr. 201: Mein erstes YPS-Heft / (c) Gruner + Jahr
Die Originalausgabe von YPS: Nr. 1 bis 1253
Vor dem Start der Reihe brachte der Hamburger Verlag Gruner + Jahr im Sommer 1975 nur in Hessen fünf Testausgaben heraus. In diesen Heften kam das namensgebende Känguru Yps noch nicht vor, ebenso fehlte die Reihe Yinni und Yan, die ab der regulären Ausgabe 1 bis kurz vor der Einstellung der Reihe fast immer vertreten war. Stattdessen wurde das Gimmick von der Figur Gulliver vorgestellt, welche offenbar beim Leser nicht ankam. Ein Großteil der Comics wurde in den ersten regulären Ausgaben wiederverwendet. Vom 13. Oktober 1975 an erschien das Magazin regelmäßig wöchentlich. Yps erschien im Phasenvertrieb, d. h. es erschienen nicht alle Ausgaben überall gleichzeitig. In Bayern lag die wöchentliche Ausgabe beispielsweise immer neun Wochen hinter denen im restlichen Bundesgebiet. Auch in Österreich und der Schweiz waren die veröffentlichten Ausgaben nicht synchron mit denen in Deutschland. Daher verwenden die Yps-Hefte auch keine Ausgabedaten, sondern wurden lediglich der Reihenfolge nach durchnummeriert, was eine zeitliche Einordnung der verschiedenen Ausgaben heute schwierig macht.
1999 kaufte der Konkurrenzverlag Egmont Ehapa (Micky Maus) von Gruner + Jahr die Rechte an Yps. Die Erscheinungsweise wurde auf zweiwöchentlich geändert, die Seitenzahl von 48 auf 32 Seiten gesenkt und alle langjährigen Comicserien außer dem Yps-Känguru aus dem Heft entfernt. Aufgrund der schlechten Verkaufszahlen wurde das Heft mit Nr. 1253 vorerst eingestellt. Die letzte reguläre Ausgabe erschien am 10. Oktober 2000 – drei Tage vor dem 25. Jubiläum.
Der zweite Versuch: YPS Nr. 1254 – 1257
Am 18. August 2005 brachte der Egmont Ehapa Verlag nach fünf Jahren Pause die Nummer 1254 mit einer Auflage von 150.000 Heften heraus. Als Zielgruppe gab der Verlag die 23- bis 32-Jährigen an; das Heft enthielt außer Lucky Luke und dem Yps-Känguru keine Comicserien aus der alten Zeit. Vom 13. März bis 8. Mai 2006 erschienen drei weitere Testausgaben. Nach Unternehmensangaben reichten die Verkaufszahlen nicht für ein monatlich erscheinendes Yps-Magazin aus. Der Verlag ließ die Möglichkeit offen, bei veränderten Rahmenbedingungen oder mit einer tragfähigen neuen Idee die Serie fortzusetzen.
Nr. 1254 (August 2005): Die Geldmaschine
Nr. 1255 (März 2006): Urzeitkrebse
Nr. 1256 (April 2006): Alarmanlage
Nr. 1257 (Mai 2006): Finger-Fussball
Der Neuanfang: YPS Nr. 1258 / (c) Egmont Ehapa Verlag
2012 – Die Auferstehung: YPS Nr. 1258 – …
Am 25. April 2012 kündigte Egmont Ehapa an, Yps neu aufzulegen. Das neue Yps werde sich mit Themen wie Mode, Automobil und Technik befassen. Laut Egmont Ehapa sollen die „Themen von damals inhaltlich und optisch in die jetzige Lebenswelt der Leser“ übersetzt werden. Das Magazin wurde vom Verlag als Erwachsenenmagazin bezeichnet, da es sich an 30- bis 45-Jährige, die mit dem alten Yps aufgewachsen sind, richtet und es Kindheitserinnerungen wecken möchte. Auch die Beigabe von Gimmicks sei geplant. Die redaktionelle Leitung werde Christian Kallenberg, ehemals Chefredakteur des FHM-Magazins, übernehmen. Dieser kündigte an, es werde versucht, „den Geist von Yps, dieses positive Alles-mal-auszuprobieren, in das neue Yps zu übertragen“.
Die erste Ausgabe mit einer Startauflage von 120.000 Exemplaren erschien am 11. Oktober 2012 (dem 37. Jubiläum von Yps) zum Preis von 5,90 Euro. Es handelt sich hierbei um eine Einzelausgabe. Bei Erfolg wäre dann ab 2013 ein regelmäßiger Erscheinungsrhythmus geplant. Am 13. Oktober 2012 war in den meisten Verkaufsstellen das Magazin schon vergriffen, auch der Online-Shop des Verlags Egmont-Ehapa hatte keine Exemplare mehr und die Urzeitkrebse könnten nicht schnell genug für neugedruckte Ausgaben nachgeliefert werden. Am 19. Oktober 2012 ist eine digitale Ausgabe für das iPad erschienen. Durch diesen Erfolg erschien Yps seit März 2013 regelmäßig alle drei Monate und seit März 2015 zweimonatlich.
Ein typisches YPS-Gimmick: Die Brieftasche für Geheimagenten.
Was sind Gimmicks?
Das Gimmick war eine Beilage zum Heft, z. B. ein Spielzeug, und sollte einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Gimmicks, wie beispielsweise die Urzeitkrebse, Agenten- und Überlebensausrüstungen, Solarzeppelin, Zaubertricks und U-Boot-Bausätze sind legendär und wurden zu Kultobjekten. Das Gimmick in Heft 1 war ein kleines Schleuder–Katapult aus Kunststoff. Mit einem gewissen Abstand vor Heft „Nr.1“ war jedoch zuvor ein Pilotheft erschienen, dessen Gimmick in zwei länglichen Kapseln bestand, die durch eine kleine Stahlkugel im Inneren auf schrägen Flächen hinabpurzelten (das Gimmick erschien später noch einmal in einem anderen Heft). Manche Gimmicks wurden kontrovers diskutiert, z. B. gab es mit Gimmick Nr. 263 (erschienen am 18. Oktober 1980) drei echte tote Tropen-Schmetterlinge in Kästen und bei den „mexikanischen Springbohnen“ waren der Auslöser für das Springen lebende Larven der MotteLaspeyresia saltitans. Es gab auch höherwertige Gimmicks, die allerdings meist in Spezialausgaben (Yps Extra, Yps Spezial und Yps Grün) herausgebracht wurden, wie z. B. ein MW–Radio zum Selberbauen oder kleinere technische Modellbausätze wie die Marsraupe (eine Art Mars-Rover).
Das häufigste Gimmick waren die Urzeitkrebse (Artemia nyos), die insgesamt 20 mal als Beilage zum Heft erschienen, gefolgt vom Yps Abenteuerzelt, welches 15 mal Gimmick war. Generell wurden die verschiedenen Serien jährlich in leicht abgewandelter Form wiederholt, so z. B. die Abenteuer-Serie (in der Regel mit dem Abenteuer-Zelt), die Detektiv– und die Agentenreihe. Oft bezogen sich auch die Comics von Yps & Co. oder Yinni und Yan auf das Gimmick. Zu der Detektivreihe gab es auch oft Rätselkrimis, z. B. von Wolfgang Ecke zum Mitdenken und -kombinieren. Populär wurden auch die Mitgliedsausweise für Agenten- oder Detektivclubs oder einfach nur als Yps-Mitglied, wodurch auch ein Augenmerk auf ein Miteinander, bzw. gemeinsames Erleben der Gimmicks durch die gleichaltrigen Leser gelegt wurde.
Auch einige der damals neuartigen Play-BIG– und Playmobil-Figuren wurden als Gimmick verwendet, z. T. zum Selberanmalen (die Stifte gab es dann in der nächsten Ausgabe).
Typischer YPS-Comic: „Yinni + Yan“ / (c) Gruner + Jahr
Comics
Im Laufe der Zeit wurde in YPS eine große Anzahl Comics verwendet, darunter auch bereits bekannte Figuren wie diverse Asterix– oder Lucky-Luke-Serien, die gekürzt auf verschiedene Ausgaben verteilt wurden, oder in den Spätjahren Garfield. In den frühen Ausgaben bis circa 1980 gab es auch noch Fotoserien (Black Beauty nach der gleichnamigen Serie) und eine Vielzahl an realistisch gezeichneten Comics (Davy Crocket, Peter Horn, Hombre, Thomas der Trommler, Wangaroo, Captain York, Gerfried, u. a.), die später kaum noch verwendet wurden.
Die Nummern in der folgenden Auflistung der vertretenen Comics beziehen sich nur auf den Zeitraum, die Reihen waren nicht zwangsläufig in jeder dieser Ausgaben vertreten:
Eigenproduktionen
Yps & Co. (ab Ausgabe 1 als einseitiger Comic (Yps, Kaspar, Patsch und Willy) zum Gimmick, ab Ausgabe 88 zusätzlich mit eigenständigen Geschichten)
Hombre (Ausgabe 145–252, Zeichner: Rafael Mendez, Texter: Peter Wiechmann)
Gespenster GmbH (Ausgabe 165–1239), Zeichner: Josip (165-380), Rojas (450-616) (Comicon); Kipkacomics (617-1239); Texter: Peter Wiechmann, Fred Kipka, (Kipkakomiks)
Gries, Gram & Grimm (Ausgabe 400–417)
Jimmy das Gummipferd (Ausgabe 422–462, basierend auf Geschichten, die 1953 bis 1957 von Roland Kohlsaat für die Beilage Sternchen des Stern gezeichnet worden sind)
Die letzte Seite eines jeden Heftes war – mit Ausnahme der Zeiten, als nicht sicher war, wie es mit YPS weitergehen sollte -, der Ankündigung des nächsten Heftes vorbehalten, so dass man sich eine Woche lang drauf freuen konnte. An diese Tradition möchte ich anknüpfen: Im nächsten Artikel dieser Reihe geht es um YPS Nr. 1258: Die Urzeitkrebse! Der Artikel erschein in einer Woche an dieser Stelle!
Und ach ja: Alles Gute zum Jubiläum – und auf die nächsten 40 Jahre!
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Grundlage für diesen Artikel ist der Wikipedia-Eintrag „YPS„, Autoren siehe hier. Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern eingebundener Mediendateien stehen im Text darunter. Die Bilder sind selbst fotografiert.
Was bisher geschah: Ein Stoßtrupp der Rebellen, bestehend aus Prinzessin Leia, Han, Chewbacca, Luke und den Doiden R2D2 und C3PO sind in die Anlangen der imperialen Produktionswelt CYMOON 1 eingedrungen, um deren Hauptreaktor zu sabotieren und die Anlagen so zu zerstören. Die Aktion läuft allerdings nicht so wie geplant: Zuerst stoßen die Rebellen auf gefangene Sklaven, dann wird C3PO, der den Millenium Falcon bewachen soll, von Einheimischen auseinander genommen und verschleppt, und dann taucht auch noch Darth Vader persönlich auf.
„Die dunkle Seite gewinnt immer, Obi-Wan. Das solltest Du inzwischen wissen.“
– Darth Vader
Um zu entkommen, müssen die Rebellen mehrfach ihre Kreativität spielen lassen. Nach der kurzen Begegnung mit Luke Skywalker ist Darth Vader wie besessen, ihn in seine Finger zu bekommen. Er erkennt, dass Luke von Obi-Wan unterwiesen worden sein muss, aber noch kein Jedi ist. Während sich den Rebellen eine ganze Streitmacht entgegenstellt, gelingt es Chewbacca, C3PO zu retten und den Falken startklar zu machen. Luke fliegt mit einem Speederbike zurück in die Fabrik, da es imperialen Offizieren mittlerweile gelungen war, die Kernschmelze des Reaktors aufzuhalten. Vader nimmt ihn ins Visier, im letzten Moment – und vor der Explosion des Reaktors – können sich allerdings alle an Bord des Falken in Sicherheit bringen und flüchten. Aber die Episode hat bei allen bleibenden Eindruck hinterlassen: Vader fliegt nach Tatooine, um mit Jabba the Hutt Kontakt aufzunehmen. Nach dem Verlust von CYMOON braucht das Imperium neue Materialwege. Außerdem rekrutiert Vader ein paar Kopfgeldjäger, um Luke zu finden. Luke seinerseits ist völlig demotiviert. Die Begegnung mit Vader hat ihm gezeigt, dass er nicht mal in Ansätzen ein Jedi ist. Da er nicht weiß, wer ihn unterweisen soll, beschließt er, Kenobis Haus auf Tatooine aufzusuchen, in der Hoffnung, dort antworten zu finden. Doch dort schwärmen gerade die Kopfgeldjäger aus…
Rezension
Die Geschichte geht rasant weiter wie in Band 1 und wieder gelingt den Autoren diese Balance zwischen dem, was schon bekannt ist und der neuen Geschichte: Obwohl man weiß, wohin die Handlung führen muss, fragt man sich doch, wie es genau weiter geht. Durch das Einführen der Kopfgeldjäger bekommt die entsprechende Szene in „Das Imperium schlägt zurück“ etwas mehr Hintergrund und deren Auftauchen kommt nicht ganz so plötzlich und unerwartet. Einen kleinen Kritikpunkt meinerseits gibt es allerdings: Durch eine geschickte Überleitung drückt sich die Geschichte darum, genau zu erklären, wie die Rebellen auf CYMOON sich zum Falken retten konnten. Da hätte ich mir ein wenig mehr Kreativität erhofft. Aber das ist wie gesagt nur ein kleiner Kritikpunkt. Die Geschichte ist gut geschrieben und die Zeichnungen von der gleichen hohen Qualität. Die Filmfiguren sind sehr gut getroffen und neue Figuren fügen sich nahtlos ein. Der Boden für die Zukunft wird gut vorbereitet: In einer Besprechungsszene an Bord des Rebellenflaggschiffs ist nicht nur General Dodonna zu sehen (aus Episode IV), sondern auch Mon Mothma und Admiral Ackbar.
Es ist zwar erst Heft 2, aber ich muss sagen, bislang bereue ich das Abonnement der Comicreihe nicht. Ich bin gespannt auf das Finale der Geschichte „Skywalker Strikes“, das im Oktober erscheinen wird.
Der junge Rebellenpilot Luke Skywalker hat die größte Waffe des GALAKTISCHEN IMPERIUMS, den TODESSTERN, zerstört. Die imperialen Streitkräfte sind in Unruhe und die Rebellen versuchen, ihren Vorteil zu nutzen, indem sie in den fernen Tiefen des Weltraums eine wagemutige Offensive starten – in der Hoffnung, das Imperium ein für alle Mal zu besigen, um der Galaxis endlich wieder die Freiheit zurück zu bringen…
„Ich habe viele Väter getötet. Da musst Du schon konkreter werden.“
– Darth Vader zu Luke Skywalker
Die Offensive als „wagemutig“ zu bezeichnen, ist dabei noch eine Untertreibung: Ein kleines Vorauskommando, bestehend aus Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker, Chewbacca, R2D2 und C3PO dringt auf die corellianische Industriewelt CYMOON 1 vor. Sie wollen den Hauptreaktor der dortigen Fabrik zur Explosion bringen, was die Anlangen, in denen das Imperium einen großen Teil seiner Fahrzeuge fabrizieren lässt, zerstören würde. Zunächst funktioniert alles nach Plan, doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder: Luke entdeckt einen Zellentrakt mit Gefangenen, die er befreien will, der Millennium-Falke, der für die Flucht gedacht war, wird von einheimischen Plünderern auseinander genommen und außerdem trifft ein Unterhändler des Imperiums ein, der eigentlich darauf eingestellt ist, ein Geschäft mit Jabba dem Hutten unter Dach und Fach zu bringen: Darth Vader…
2015 – Das STAR-WARS-Jahr
Nun werden die Schatten, die die Episode VII von STAR WARS vorauswirft, immer massiver: Mit „Skywalker schlägt zu!“ beginnt das neue „Expanded Universe“. Nachdem Disney Lucasfilm übernommen hatte, wurde verkündet, dass das bisherige „Expanded Universe“, also alle Fortsetzungen der ursprünglichen Trilogie in Romanen, Comics und Spielen, für obsolet erklärt wird. Gültigkeit haben einzig und allein die Filme und die Serien „Clone Wars“ und „Star Wars Rebels“ – und alles, was neu produziert wird. Dazu wurde bei Lucasfilm ein Kreativteam eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, die Kontinuität in diesem neuen Universum zu überwachen. Tatsächlich gab es zuvor ja ein paar Widersprüche, da sich Autoren Dinge einfallen ließen, die nicht zu den Filmen passten oder im Nachhinein durch Ereignisse in den Serien wieder geändert wurden.
Das Kreativteam hat den großen Vorteil, dass es die Entwicklungen bei STAR WARS direkt beeinflusst und man nicht durch Filmhandlungen plötzlich unangenehme Überraschungen erleben kann. Bei der ersten STAR-WARS-Comicreihe, die Ende der 1970er Jahre produziert wurde, kommt es beispielsweise zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und einem Fremden, der Obi-Wan Kenobi in jungen Jahren gekannt hat. Dieser Fremde berichtet, vor langer Zeit habe Obi-Wan dessen Heimatwelt mit „seinen beiden Schülern“ besucht: Anakin Skywalker und Darth Vader. Der Comic entstand, bevor „Das Imperium schlägt zurück“ in die Kinos kam und der Autor wusste nicht, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.
Die „Lücken“ zwischen den offiziellen Filmen sollen „Nebenfilme“, Romane und Comics auffüllen. Der erste „Nebenfilm“, der davon handelt, wie die Rebellen am Anfang von Episode IV an die Baupläne des Todessterns gekommen sind, soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Die Roman-Reihe „Aftermath“, die die Ereignisse unmittelbar nach Episode VI behandelt, soll im September – zumindest auf Englisch – in den Buchhandel kommen. Und schon im Frühjahr wurde die neue Comic-Reihe gestartet, die in diesem Monat hochoffiziell bei Panini Comics auf Deutsch erscheint.
Rin in de Kartoffeln, rut ut de Kartoffeln*
Die erste Comic-Reihe in den 1970er und -80er Jahren wurde von Marvel Comics herausgebracht. Die Reihe wurde eingestellt, nachdem nach Episode VI der Hype abzuflachen begann und George Lucas erklärte, er werde die Prequels erstmal nicht in Angriff nehmen. Als STAR WARS wieder populärer wurde, erwarb die Comicschmiede Dark Horse die Rechte. Aber nachdem Lucasfilm und alle STAR-WARS-Rechte an Disney übergegangen waren, wollte der Mutterkonzern auch die Comics zu einer eigenen Firma heimholen: Marvel Comics, das 2009 von dem Konzern erworben worden war. Man kann sagen, die STAR-WARS-Comics sind wieder dort, wo sie mal angefangen haben.
Allerdings hat sich einiges geändert: die „alten“ Marvel-Comics hatten mehr als einmal das Problem, dass die Darstellungen die Filmcharaktere nicht sonderlich gut wiedergaben und oft nur entfernt an das jeweilige Vorbild erinnerten, außerdem war die Handlung häufig ziemlich übertrieben. Sie folgten außerdem keiner Richtung, da die Autoren ja – wie bereits erwähnt – nicht wussten, in welche Richtung der jeweils nächste Film gehen würde, also durfte nichts passieren, was eventuell der Filmreihe hätte widersprechen können. Entsprechend plätscherten die Geschichten so vor sich hin und die Autoren gaben sich redliche Mühe, zum Erscheinen der neuen Filme die Handlung so hinzubiegen, dass sie einigermaßen passte. Am besten gelungen war ihnen das tatsächlich aber in den Bänden, die unmittelbar vor Episode VI spielten und die tatsächlich beleuchteten, wie die Rebellen an die Pläne des zweiten Todessterns gekommen waren.
Nun ist alles anders. Zum einen sind die Filme und ihre überraschenden Wendungen bekannt, zum zweiten wurde mit John Cassaday ein Zeichner verpflichtet, der einen sehr realistischen Zeichenstil pflegt. Nicht nur sind die Filmcharaktere sehr gut zu erkennen, auch die Figuren, die neu dazu kommen, sind individuell und realistisch gestaltet. Aber halt… wir sind schon mitten drin in…
Die Handlung – Rezension
Das vorliegende Heft, das offiziell am 25. August erscheint, trägt die Nummer 1 und es beinhaltet die Hefte 1 und 2 der US-Ausgaben „Skywalker Strikes“. Die Hefte sind im amerikanischen Comicformat gehalten, haben 68 Seiten Umfang und sind durchgehend farbig. Neben den eigentlichen Comics beinhaltet das Heft zudem zehn Seiten mit redaktionellen Beiträgen, also Leserbriefen, Informationen zu Büchern und Spielen, sowie Zusatzinformationen zu Charakteren und Ausrüstungsgegenständen. Die redaktionellen Seiten zeigen, dass sich dieser Comic (auch) an ein jüngeres Publikum, die Geschichte selbst ist allerdings etwas völlig anderes, als die bunten Marvel-Comics von 1977. Im Gegenteil, auch wenn der Humor nicht zu kurz kommt, so ist die Handlung dramatisch gehalten und spannend geschrieben. Außerdem wird auf einen gewissen Realismus geachtet. Darth Vader ist ein skrupelloser Sith-Lord, der auch mal ein paar Sturmtruppler vor sich als lebende Schutzschilde schweben lässt, um Laserbeschuss abzuwehren. Und als es zu einer Begegnung zwischen ihm und Luke Skywalker kommt, ist Luke kein Gegner für ihn – natürlich nicht, Luke ist ja noch kein Jedi. Der dunkle Lord braucht nur zwei Handbewegungen, um Luke zu entwaffnen, und Luke braucht das Eingreifen seiner Freunde, um gut aus der Sache herauszukommen. Sehr gut wird in der Geschichte herausgearbeitet, wie Vaders Neugier an Luke geweckt wird, die ihn schließlich – am Anfang von „Das Imperium schlägt zurück“ – dazu bringen wird, die Galaxis nach dem jungen Rebellen zu durchsuchen, der den Todesstern zerstört hat.
Damit kommen wir zu einer natürlichen Klippe, die der Comic umschiffen muss, und das tut er verdammt gut: Das Interesse des Lesers zu wecken, damit dieser weiterlesen möchte, auch wenn man eigentlich schon weiß, wohin die Geschichte führen wird. „Skywalker Strikes“ beziehungsweise „Skywalker schlägt zu“ umfasst sechs Teile (also drei Hefte der deutschen Ausgabe) und ja, als ich am Ende von Heft 1 angekommen war, war – und bin – ich gespannt darauf, wie es jetzt wohl weitergeht.
zl;hng (zu lang; hab’s nicht gelesen**): Gesamteindruck
Diese Nummer 1 ist ein sehr vielversprechender Auftakt für das neue „Expanded Universe“ von STAR WARS. Panini hat zudem gut daran getan, mit der Zählung der Hefte von vorne zu beginnen, auch wenn zuvor schon 125 Ausgaben erschienen sind, denn es ist wirklich so, wie es die offizielle Mitteilung vom Verlag sagt: Der Beginn einer neuen Ära. Der Comic macht Lust auf mehr und wenn es so weitergeht, ist es eine gute Überbrückung bis zum Dezember, wenn wir dann endlich Episode VII im Kino sehen dürfen.
Der offizielle Erscheinungstermin für Heft 1 ist der 25. August, aber schon am 22. August wird der STAR-WARS-Comic-Tag gefeiert. In vielen Comic-Shops wird an diesem Tag mit einem Gratis-Comic, exklusiven Variant-Cover-Editionen der Nummer eins, natürlich auch der Normalausgabe und weiteren Aktionen rund um den Krieg der Sterne die neue Star-Wars-Comic-Ära eingeläutet.
Hier im COMMUNIQUÉ werde ich auch in Zukunft einen Blick in die Hefte werfen, hoffentlich ohne zu viel zu verraten. Heft 2 ist für den 23. September angekündigt.
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* = auf Hochdeutsch: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, umschreibt ein wörtliches „hin und her“, zuerst macht man das eine und dann doch wieder das andere.
** = Wörtliche Übersetzung von „tl;dr“ = „too long; didn’t read“. Definition laut der Wikipedia: „„[Der Text war] zu lang; [ich habe ihn] nicht gelesen“, wird als Antwort auf einen als überlang empfundenen Beitrag gesetzt. Die Abkürzung wird manchmal auch vom Autor eines längeren Beitrags selbst ergänzt und leitet dann eine kurze Zusammenfassung ein.“ [Eintrag in der Wikipedia siehe hier, Autoren hier, der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar]
In den Top 10 war gerade Falco mit „Rock Me Amadeus“ ganz oben, Deutschland war zweigeteilt in Ost und West (allerdings nur noch für fünf Jahre, was zum damaligen Zeitpunkt aber noch keiner ahnte), Commodore stellte den Amiga Heimcomputer vor und Daniel Küblböck, der Jahre später durch die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ wuseln sollte, wurde geboren. Und noch etwas anderes entstand in diesem Jahr, genauer gesagt, im August: die Idee, die später „Das Phantastische Projekt“ werden sollte.
Schreiben hatte mich schon immer fasziniert und Geschichten ausdenken auch. Meine Idee war: Wenn ich vielleicht jeden Tag – so wie bei Tagebucheinträgen – ein wenig an einer Geschichte schrieb, könnte daraus Stück für Stück etwas größeres werden.
In diesem Jahr verbrachte ich einen Teil der Sommerferien – wie schon häufiger zuvor – bei Verwandten in der Nähe meiner Geburtsstadt Diez. Am 7. August machten wir eine Tour nach Limburg und in einem Geschäft kaufte ich mir ein Tagebuch in der Art, wie sie damals gerade modern waren: im China-Stil. Beziehungsweise, wenn das stimmt, was in den Büchern eingedruckt ist, dann wurden sie auch tatsächlich in China – in Shanghai – hergestellt.
Am Abend schließlich fing ich an mit meinem „Epos“, und der erste Satz, den ich schrieb, lautete: „Irgendwo im Weltall, fern der Erde, lag ein Planet…“ Und damit fing alles an.
Aus Bucheinträgen wurden mit Schreibmaschine beschriebene Seiten. Als ich eine neue Struktur in die Geschichten brachte, schrieb ich das ganze Konzept erneut ab (ja, liebe Kinder, so war das damals, nix mit „halt mal schnell auf dem Bildschirm ändern“, Manuskripte wurden handkorrigiert und dann nochmal abgetippt). Schließlich „hackte“ ich es in den Computer und schrieb und schrieb…
Parallel begann ich mit dem Filmen. 1987 bekam ich meine erste Filmkamera zum Geburtstag, noch im Format SUPER 8. Aber auch hier gab es noch unüberwindbare Hürden: Wer sollte diese Filme, die ich damals erstellte, jemals zu Gesicht bekommen? Eine Veröffentlichungsplattform gab es noch nicht. Trotzdem filmte ich weiter und weiter, wechselte zu Video und kaufte mir schließlich einen Casablanca Schnittcomputer von MacroSystem (allerdings gebraucht bei eBay). Hier begann ich, erstmals mit digitalem Schnitt zu experimentieren.
Die Bemühungen waren dabei nicht immer von Erfolg gekrönt, bedingt dadurch, dass ich zwischen 1987 und 1994 zwei Schulabschlüsse (Mittlere Reife und Fachhochschulreife) machte, eine Ausbildung anfing, dann in den Zivildienst ging und eine weitere Ausbildung aufnahm, war das Nebenbei nicht immer einfach zu organisieren. Mal ganz davon abgesehen, dass sich mein soziales Umfeld ständig änderte. Eben, auch soziale Netzwerke im Internet gab es damals noch nicht, und viele Kontakte, die ich aufgebaut hatte, gingen im Lauf der Zeit verloren. Auch scheiterten so viele kleine Dinge, zum Beispiel versuchte ich, für die Videoreihe mir T-Shirts im Stil einer Uniform, wie sie Sternflotten-Offiziere tragen würden, bedrucken zu lassen. Es gab damals in der Stadt nur einen Laden, der das machte – und es war eine Katastrophe. Über vier Monate hinweg war ich mindestens einmal die Woche in dem Laden und der Auftrag für das Probe-T-Shirt, der eine Woche hätte dauern sollen, zog sich über 16 Wochen hin. Und das Resultat war eher… na ja.
Aber langsam begann, das Zeitalter des Internets zu dämmern. Manche Dinge wurden einfacher. Zum Beispiel Texte zu publizieren. Ja, selbst gedruckte Bücher herauszubringen. Und letzten Endes auch Videos. So konnte ich einige Ideen, die ich schon lang mit mir herumtrug, endlich realisieren. Zwar lief es auch weiterhin nicht immer glatt, aber parallel durfte ich einige Erfahrungen machen, bei denen ich vieles lernte, was mit später half.
Und nun sitze ich hier und schreibe einen Text für den Tag, an dem sich der Anfang zum 30. Mal jährt.
Heute
Aber genug der Nostalgie – was gibt es für die Zukunft? Zunächst mal bei den beiden Hauptseiten: da bleibt es wie gehabt. Das STAR COMMAND Communiqué hat sich etabliert und wird gelesen, deswegen werden hier weiter die Texte veröffentlicht, auf der Seite vom „Phantastischen Projekt“ direkt die ganzen Videos.
Die Videoreihe vom Phantastischen Projekt wird sich etwas ändern, auf dem Kanal werden in Zukunft mehr „Making of“- und „Hinter den Kulissen“-Videos erscheinen, da ich den fiktiven Handlungsstrang, den ich bisher verfolgt habe – und auch weiter verfolgen werde -, zusammen mit den Rezensionen auf einen eigenen Science-Fiction-Kanal verlegen möchte. Das wird in Zukunft ASTROCOHORS sein.
Die Entwicklungen der anderen Abteilungen, sowohl die ErlebnisPostille, als auch Summertime Parcs, haben schon begonnen und gehen einfach weiter.
Quysthali soll auch weitergehen, aber ich muss hier erst noch die richtige Motivation finden. Mich entsetzt immer mehr, wenn ich mitbekomme, wie erwachsene Menschen solche Fiktionen, wie ich sie in meinen Geschichten verarbeite, für bare Münze nehmen und an unheimliche Mächte oder magische Kräfte glauben, wobei sie jede Rationalität hinter sich lassen. Da weiß ich noch nicht ganz, wie ich weitermache.
Ich habe hier ja auch immer wieder mal Einsatzerlebnisse aufgeschrieben, grade um den falschen Bild von Notfallrettung, das in den Medien gezeichnet wird, wenigstens ein bisschen entgegen zu wirken. Heute bin ich nun über eine Seite gestolpert, die nur aus solchen Berichten besteht, und zwar über den Alltag auf einer Notaufnahme: die „Notaufnahmeschwester„. Dieses Blog muss ich mir doch gleich mal abonnieren, denn die Schreiberin (ich vermute mal, dass es sich um eine Dame handelt, wäre es ein Mann, dann wäre der Titel des Blogs ja auch noch ironisch, und das wäre mehr als ich fassen kann) hat nicht nur einen unvergleichlichen Schreibstil mit der Art von Humor, die man in dieser Art von Beruf halt nun mal kriegt, sondern macht Referenzen zu so vielen Dingen, es ist… es ist… einfach unglaublich:
Außerdem werd ich das Blog mal hier auf die Startseite pinnen, damit es noch mehr Leute finden. Gut, damit genug der Lobhudelei. Warum seid Ihr noch nicht drüben und lest die Beiträge der Notaufnahmeschwester? Abmarsch, hier gibt’s nichts mehr zu sehen!
Die Situation gab es bei Asterix schon einmal: Der Band, der korrekt übersetzt eigentlich den Titel „Rose und Schwert“ („La Rose et le Glaive“) tragen müsste, durfte in Deutschland nicht so heißen, weil es schon ein literarisches Werk mit diesem Titel gab. Also einigte man sich auf den deutschen Titel „Asterix und Maestria“.
Mit dem neuen Band 36, der am 22. Oktober erscheinen soll, ist nun etwas ähnliches passiert. Der Band trägt im Original den Titel „Le Papyrus de César“, auf Deutsch sollte er „Cäsars Geheimnis“ heißen. Nun stellte sich heraus: das geht aus rechtlichen Gründen nicht, denn es gibt schon ein Buch, das so genannt wurde. Egmont Ehapa hat nun verkündet, dass der deutsche Titel geändert und damit an den Originaltitel angepasst wird. Band 36 wird „Der Papyrus des Cäsar“ heißen.
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