BILD Dir keine Meinung! Nimm lieber unsere! Griechenland, Varoufakis, Biedermeier und die Brandstifter

Wer die BILD-Zeitung liest, um sich zu informieren, der säuft auch Schnaps, wenn er Durst hat.

– Claus von Wagner, Kabarettist

Würg. Kotz. Spei. Was anderes fällt mir nicht mehr ein, wenn ich das hier lese: „Der Griechen-Teufel mit dem Einzack„. Vor ein paar Tagen schrieb ich noch, man solle nie glauben, dass das Niveau nicht noch tiefer sinken kann. Niveau hat keinen Boden und sollte es doch einen haben, sind die Typen von der BILD-Zeitung diejenigen, die immer mit der Schaufel im Anschlag stehen, um noch eine Etage tiefer zu graben und im Dreck zu wühlen. Oder um noch ein Zitat zu bringen:

Widerlich. Einfach widerlich.

– James Bond in „Goldfinger“

 

„CSI: Miami“ Staffel 6

(c) CBS DVD
(c) CBS DVD

Bei „Erlebnis Nordamerika“, der Abteilung unserer „ErlebnisPostille“, wurde just die Reihe der Rezensionen über die sechste Staffel der Serie „CSI: Miami“ abgeschlossen. Grund genug für uns, hier ebenfalls einen Überblick zu geben. Wer die aktuellen Rezensionen nicht verpassen möchte, kann die Beiträge von „Erlebnis Nordamerika“ auch direkt per RSS-Reader oder eMail abonnieren. Bei „CSI“ und „CSI: NY“ ist die sechste Staffel jeweils länger, daher folgen deren Beiträge noch.

In der sechsten Staffel von „CSI: Miami“ sind eine Menge Dinge passiert. Das DVD-Set berücksichtigt das, denn im Bonusmaterial gibt es unter anderem eine Dokumentation, die die Entwicklungen der Episoden und der Charaktere beleuchtet. Das schwerwiegendste Ereignis dürfte der Weggang von Gerichtsmedizinerin Doktor Alexx Woods (Khandi Alexander) sein, die noch in der letzten Folge der Staffel durch eine Nachfolgerin ersetzt wird. Außerdem gibt es verschiedene Dokumentationen, die die echten Mitarbeiter der Polizei und vom Kriminallabor in Miami zeigen. Wir erfahren dabei, wie nahe die Serie an der Realität ist und wo sie die Realität etwas verbiegt.

Das sind die Episoden der Staffel 6:

Medien

„CSI: Miami“ Staffel 6 bestellen bei:

 

Varoufakis, Jauch und die große Enttäuschung

Ja, der Tiefpunkt ist erreicht, was die „Berichterstattung“ über die Finanzkrise und Griechenland betrifft. Da hat „Le Bohémien“ mit seiner Kritik über die gestrige Sendung von Günther Jauch schon recht. Man braucht klarstellende Worte über Varoufakis‘ Aussagen, wie sie etwa Stefan Niggemeier hier findet.

Und ich? Ich kann es nicht fassen. Die Karriere von Günther Jauch begleite ich, seit er bei „Rätselflug“ dabei war oder zusammen mit Thomas Gottschalk moderierte. Nicht unbedingt weil ich ein Fan von ihm bin, sondern weil sich unsere Wege immer wieder kreuzten. Medial gesehen, nicht im realen Leben.

Ich hatte eine hohe Meinung von ihm. Meine Enttäuschung über das, was aus ihm geworden ist, fasst Ewan McGregor als Obi-Wan in dieser Szene sehr gut zusammen (Video ab Minute 7:10 anschauen, falls der Timecode nicht funktioniert): Obi-Wans Frust

Obwohl… ich befürchte, dass der Tiefpunkt doch noch nicht erreicht ist. Immer, wenn man glaubt, dass das so seit, passiert irgendwas, dass einem beweist, dass es immer NOCH tiefer geht. Und ich bin gerade am Überlegen, ob ich hier etwas ändern sollte. Eigentlich wollte ich verschiedene Themengebiete in diesem Blog nicht trennen, weil alles irgendwie zusammen gehört. Geschichten sollten auch Zukunftsvisionen bringen und von Gesellschaften handeln. Es sollte hier um die verschiedenen Geschichten (Science Fiction, Fantasy und mehr) gehen und um das, was dahinter steht. Aber ich bin mir selbst noch nicht sicher. Und bis ich mir sicher bin, wird es bunt gemischt weitergehen.

Ist doch wie in der Politik: Egal was passiert, einfach weitermachen. Merkt schon keiner.

LETZTEN ENDES, SIR TERRY, MÜSSEN WIR DEN WEG ANTRETEN – Terry Pratchett gestorben

Der Autor und Erfinder der so genannten „Scheibenwelt“, Terry Pratchett, ist gestern 66jährig im Kreis seiner Familie verstorben. Über seinen offiziellen Twitter-Account wurde sein Tod angemessen verkündet, in drei Tweets: der erste ist komplett in Großbuchstaben geschrieben, so wie in Pratchetts Romanen DER TOD spricht, der zweite beschreibt, wie Pratchett und DER TOD hinausgehen in die endlose Nacht und der dritte besteht schlicht aus den Worten „The End“ – Ende.

Die „Scheibenwelt„-Romane spielen – wie der Name sagt – in einer Welt, die auf einer Scheibe existiert, die von vier Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte stehen. Es handelt sich um eine Art mittelalterliche Fantasy-Welt mit der Hauptstadt Ankh-Mopork. Pratchetts Romane sind allerdings Parodien und Satire, die sich nicht auf Fantasy beschränkt, sondern sich auch aktuellen Themen widmet. Durch die Umsetzung als Fantasy-Version (zum Beispiel der Filmwelt von Hollywood in „Voll im Bilde*“) wurde die Absurdität mancher Dinge besonders hervorgehoben. Zudem war Pratchett ein sehr fantasievoller Autor, der unglaublich skurile Gedankengänge vollziehen konnte, so dass man ihn als den „Douglas Adams der Fantasy“ bezeichnete.

Nach einem Schlaganfall im Jahr 2007 wurde bei Pratchett Alzheimer diagnostiziert. Er veröffentlichte daraufhin viele Texte, die Alzheimer als Thema hatten, sowohl allgemein als auch auf seinen eigenen Erfahrungen basierend. Zudem spendete er viel Geld für die Alzheimer-Forschung. Gesundheitlich ging es ihm immer schlechter, letzten Juli musste er aus Rücksicht auf seine Verfassung eine Lesung ausfallen lassen.

Der Autor hinterlässt seine Frau und eine gemeinsame Tochter.

Mehr Informationen in diesem Artikel vom Pastemagazine.

 

* Link führt zu Amazon

 

Hier klicken, um den Inhalt von rcm-eu.amazon-adsystem.com anzuzeigen.

„Netter Planet, den nehmen wir!“ – Erde macht mobil…

Das privat finanzierte Raumfahrtprojekt „Mars One“ scheint sich zwar auf den ersten Blick nicht als Thema für einen Artikel in einem Blog über Esoterik und Pseudowissenschaft zu eignen. Aber bei genauer Betrachtung ist „Mars One“ genau so ein „Schmarrn“ wie Astrologie, Homöopathie und all der andere Unsinn, den ich bisher hier beschrieben habe.

– Florian Freistetter äußert sich kritisch über das geplante private Marsbesiedlungsprojekt „Mars One“ in „Der Mars ist unser!

Kachelmann, Troika, SWR-Tatort, CIA Folterreport und ein offener Brief an die Impfgegner

Die Sonne scheint und ich habe ein paar Themen, die ich heute früh gelesen habe und weitertragenswert finde. Vielleicht hätte ich zum einen oder anderen auch selber was geschrieben, aber ich finde im Moment nicht die Zeit dazu. Hier sind die Themen:

Kachelmann vs. Bild

Lukas Heinser besucht für das BildBlog den Prozess von Jörg Kachelmann gegen die Springer-Publikationen BILD und Bild.de, deren Berichterstattung auf dem Prüfstand steht.

 

Nimm mich! Mehrere Städte buhlen um den neuen SWR-Tatort

Ich wohne ja auch in einer Stadt in Baden-Württemberg, aber ich bezweifle, dass der neue Tatort aus Pfullendorf (oder der Kreisstadt Sigmaringen) kommen wird. Andere Städte machen sich da mehr Hoffnungen und geben zum Teil damit an, dass sie eine bekannte Kriminellenszene hätten. Mit anderen Worten: Es wird mit dem, was sonst gern verschwiegen wird, Werbung gemacht. Verkehrte Welt.

 

Alles Stasi außer Mami

Die Sprecherin des Vereins „Ständige Publikumsvertretung“, der die Ukraine-Berichterstattung des ZDF mehrmals kritisiert hat, sieht sich plötzlich im Fokus einer Anfrage bei der Stasi-Behörde. Gestellt hat die Anfrage ein so genanntes „Investigativteam“, dessen Leiter mit einer der kritisierten ZDF-Journalistinnen verheiratet ist.

 

„Macht ohne Kontrolle – Die Troika“ auf arte

Eigentlich gehören Videos ja auf die Vlog-Seite vom Phantastischen Projekt, aber das Thema ist wichtig genug, um den arte-Bericht hier auch nochmal zu erwähnen: Die Troika, die sich in staatliche Politik einmischt, ist jenseits aller Kontrolle.

 

CIA-Folterreport: Das hohe Lied der Sicherheit oder die Insolvenz der „westlichen Werte“

Ein paar Gedanken zum neuen CIA-Folterreport. Erschreckend, dass es so ein Dokument überhaupt geben muss.

 

Liebe Impfgegner, es wäre nett, wenn Sie mein Kind am Leben ließen!

Ein Artikel einer Pharmazeutin zum Thema „Impfverweigerer“ (ich weigere mich, diese Menschen als „Impfskeptiker“ zu bezeichnen, da sie das Impfen einfach nur stumpf ablehnen und „Skeptiker“ sind immerhin Argumenten zugänglich), der mit ein paar Vorurteilen aufräumt, mit denen sich das Impfen immer mehr konfrontiert sieht. Ich bin geimpft – auch aus beruflichen Gründen – und werde dieses Jahr meine fälligen Auffrischungen vornehmen lassen.

„Ich bin ein Hai, holt mich hier raus!“

Im amerikanischen Sprachgebrauch gibt es die Redewendung „to jump the shark“ oder auch „shark jumping“. Man verwendet sie im engeren Sinne, wenn man aussagen möchte, dass eine schon seit längerem laufende Fernsehserie ihren Höhepunkt längst überschritten hat und eigentlich am Ende ist, nicht unbedingt von den Zuschauerzahlen, sondern mehr, weil den Autoren keine neuen Ideen mehr kommen, langjährige Hauptdarsteller aussteigen oder man durch völlig überdrehte Ideen versucht, wieder Spannung in die Handlung zu bringen. Der Begriff enstand durch eine Episode der fünften Staffel der Serie „Happy Days“. Diese war lange erfolgreich gewesen, krankte aber so langsam an den zuvor beschriebenen Symptomen. Das wurde besonders deutlich, als eine der Hauptfiguren, Fonzie, eine Szene hatte, in der er mit Wasserskiern über einen Hai sprang – „he jumped the shark“. Diese Szene wirkte so lachhaft und überdreht, dass viele Zuschauer und Kritiker das Ende der Serie gekommen sahen.

Obwohl ich – ja, steinigt mich dafür – zugeben muss, „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ (besser bekannt als „Dschungelcamp“) nicht anzuschauen, sehe ich trotzdem Anzeichen, dass diese Serie  möglicherweise auch schon den „Sprung über den Hai“ gemacht hat, zumindest aber schon mal Anlauf dafür nimmt. Grund für meine Annahme sind zwei Artikel von Stefan Niggemeier. Für den einen breche ich hier sogar mit dem Prinzip, wegen des Leistungsschutzrechts nicht mehr auf Presseverlage zu verlinken: In der FAZ schreibt Niggemeier über die Metaebene vom Dschungelcamp. Bisher war das das, was gerade ihn wohl so besonders daran gereizt hat, der Umstand, dass die Sendung alles irgendwie aufs Korn nahm, die Kandidaten, die eigenen Moderatoren, den eigenen Sender (RTL), ja sogar das eigene Konzept. Doch in dieser aktuellen Kritik stellt er fest, dass das mit der Metaebene über Psychospielchen mit den Teilnehmern und Szenenauswahl immer höher geschraubt wird, so dass nach oben nicht mehr viel Luft bleibt (FAZ: „Dschungelcamp-Tagebuch: Nackt auf der Metaebene„). Selbst ihm wird das also scheinbar zu viel.

Ganz aktuell hat Niggemeier dann noch einen Artikel veröffentlicht, wo er selbst die Metaebene betritt, ja, betreten muss: „Dschungelcamp-Journalismus: Wie buchstabiert man ‚Vorab-Meldung‘?“ Er, der sonst eher selbst über das Dschungelcamp berichtet, berichtet über die Berichterstattung zum Dschungelcamp. Das Problem für die meisten Zeitungen ist nämlich, dass die neueste Folge aus dem australischen Busch so spät kommt, dass in Deutschland der Redaktionsschluss schon vorbei ist. Die Sendung selbst anschauen, eine Rezension schreiben und in den Druck geben, dafür reicht die Zeit nicht. Also gibt RTL täglich eine Vorabmeldung heraus, die eine Sperre enthält: Der Inhalt darf nicht publiziert werden, bevor nicht die aktuelle Folge gelaufen ist. Aus dieser Vorabmeldung basteln sich die Zeitungen ihre IBES-Artikel zusammen, die dann am nächsten Morgen erscheinen können, obwohl keiner der Redakteure die Sendung wirklich selbst gesehen haben kann. Das rächte sich nun, denn die Meldung, die RTL herausgab, enthielt ein paar Fehler, beschrieb sie doch die Dschungelprüfung, der sich Maren Gilzer in der Sendung vom 24.01. unterziehen musste (das „Un-Glücksrad“) in gewissen Details falsch. Niggemeier fiel das auf und er stellte fest, dass die „Bild am Sonntag“, die sich auf die „Vorabmeldung“ stützte, die gleichen Fehler drin hat (und übrigens auch die offizielle RTL-Mitteilungsseite zur Sendung, zumindest noch zu dem Zeitpunkt, da dieser Artikel entstand, wohingegen Niggemeier in einem Nachsatz seines Artikels bemerkt, dass die falschen Details im ePaper der „Bild am Sonntag“ korrigiert wurden).

In den Kommentaren des Artikels wird zurecht gerätselt, wie das passieren konnte. Bei den falschen Details handelt es sich keinesfalls um einfache Vertipper. War hier jemand nur extrem unaufmerksam oder wollte man die Journalisten ärgern, die sich ja voll und ganz auf die „Vorabmeldung“ verlassen müssen? Man weiß es nicht, aber es wirkt – nach so vielen Jahren „Dschungelcamp“ – irgendwie aus der Reihe gefallen. Warum jetzt und warum ausgerechnet bei so was auffälligem? Ein Lapsus oder Korrosionserscheinungen?

Zusammengenommen ergeben beide Artikel ein etwas unrundes Bild vom „Dschungelcamp“. Wie ich am Anfang schrieb, vielleicht ist der „Sprung über den Hai“ noch nicht geschehen, aber zumindest wird schon kräftig Anlauf genommen. Das heißt aber erstmal auch noch gar nichts. Erst wenn die Quote nicht mehr stimmt, wird man direkte Konsequenzen ziehen.

Und was lernen wir daraus? Ähm… nichts. Wenn Sie es bis hierhin durchgehalten haben, haben dann Sie einen Artikel gelesen, der über einen Artikel berichtet, der über einen Artikel berichtet, in dem ein Fernsehsender über eine eigene Sendung berichtet. Stellen Sie sich mal vor, das würde ich hier häufiger machen.

Was mache ich hier eigentlich? Äh… ist hier irgendwo ein Hai im Zimmer?

KRAUTREPORTER Perlen: „Die Anstalt“ und „Charlie Hebdo“

Ich selbst habe ja das Projekt „Krautreporter“ unterstützt und bin eigentlich recht zufrieden mit dem, wie es sich darstellt. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotential, aber so schlimm wie manche andere finde ich die Unzulänglichkeiten nicht. Und natürlich sagt mir auch nicht jedes Thema zu, aber ein Magazin, das mir zu 100% gefällt, das müsste ich selbst produzieren lassen. Und dann hieße es wahrscheinlich „Mein hochinteressantes Magazin“.

Heute möchte ich jedenfalls zwei Beiträge weiterempfehlen, die mir in den letzten Tagen besonders aufgefallen sind. Vielleicht mache ich das in Zukunft häufiger, mal sehen.

 

Frankreich nach dem Anschlag: „Freunde streichen sich von ihren Freundeslisten“

Krautreporterin Victoria Schneider ist nach Paris gereist, um der Stimmung dort nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ nachzugehen. Zuvor war ein Aufruf an die Unterstützter von „Krautreporter“ ergangen, man möge ihr bitte Kontakte in Frankreich vermitteln, damit sie ein möglichst vielschichtiges Bild bekommt. Zeitgleich fand eine Debatte mit den Lesern bei Krauterporter selbst statt. Dieser Artikel gibt einen guten Überblick und verspricht, dass Victoria Schneider bald ihren ersten Bericht schickt.

 

„Bei manchen Artikeln hatten wir wahrlich das Gefühl, wir sitzen schon im Schützengraben.“

Stefan Niggemeier interviewt Max Uthoff, Claus von Wagner und Dietrich Krauss von der Sendung „Die Anstalt“ über das erste Jahr der Satiresendung, nachdem Urban Priol sie abgegeben hat.  Lesenswert!