PHAN.PRO #158: Die vielen Gesichter von Captain Future

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Das ist ein Upload von PHANTUM, dem Podcast vom Phantastischen Projekt – und wenn man es genau nimmt, ein Re-Upload einer alten Episode. Die Episode wurde in einen Podcast umgewandelt, da Probleme mit Anime-Produzenten aufgetaucht sind. Diese ganze Geschichte gibt es im Detail hier:

Das Phantastische Projekt im Internet:

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Neu

Ja ja, neu. Alles neu. Liegt am Datum. Der eine Tag benannt nach einem Papst, der nächste Tag benannt nach dem Umstand, dass der Ticker für das Jahr um eins weitergestellt wurde. Wurde dabei willkürlich festgelegt. Irgendeinen Punkt hat es halt gebraucht. Orientiert sich sinnigerweise an der Nordhalbkugel, so dass dort beim Jahreswechsel immer Winter ist. Symbolisch für „zur Ruhe kommen“ oder so. Und wenn irgendwas ist, dann ist „zur Ruhe kommen“ umso wichtiger. Aber seit ein paar Jahren – oder Jahrzehnten? – ist ja immer was. Im Moment halt immer noch Pandemie. Und jetzt?

Also, wir haben 2022 und… ja, tatsächlich gibt es etwas neues hier. Auch wenn manche jetzt schon die Augen verdrehen und meinen: och ne, nicht schon wieder eine neue Struktur. Doch. Genau das. Ich habe zwar die Vermutung, dass das nicht die letzte Änderung sein wird, aber so langsam passt es mehr in die Richtung, die ich gehen möchte. Interessant, dass es für die Inspiration dazu eine Pandemie gebraucht hat. Aber so ist es nun mal.

Wer die Berichte, Videos und seit neuestem auch den Podcast hier verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass alles etwas zerstreut ist. Das liegt daran, dass Menschen Gewohnheitstiere sind. Die verschiedenen Abteilungen des Phantastischen Projekts sind nicht umsonst Abteilungen. Es gibt Menschen, die lesen – und schauen – gerne Beiträge zu einem Thema und der Rest interessiert sie nicht. Nehmen wir zum Beispiel die Campingplätze. Deswegen gibt es Summertime Parcs. Oder die „Reisenden Reporter“ für die Reisen. Und so weiter. In den Videos werden aber auch Geschichten erzählt, beziehungsweise, auch eine große Geschichte. Ja, schon bevor Disney mit dem Kram angefangen hat, gab es das hier. Ist aber auch kein Ding, „Story-Universen“ gibt es schon seit einiger Zeit und ich mag es einfach, wenn etwas in sich geschlossen ist und aufeinander aufbaut.

Dazu gehören immer mal wieder auch Geschichten, also geschriebene Geschichten. Und da wurde es etwas schwierig, denn seit den ersten Anfängen zurück Anfang dieses Jahrhunderts (wie das klingt!) kämpfe ich damit, wie ich den fiktiven Inhalt und die Tatsachenberichte von einander trennen kann. Vor allen Dingen ohne dass Leser hier abgeschreckt werden. Einen Schritt bin ich da letztes Jahr schon gegangen. Das Problem von manchen Zuschauern der Videokanäle war, dass sie dem Narrativ, das sich über verschiedene Kanäle erstreckte, nicht folgen konnten. Mit dem Zusammensetzen auf eine Seite in der chronologisch richtigen Reihenfolge hat das schon ganz gut geklappt. Aber da waren ja immer noch die Geschichten, nicht zuletzt auch hier im Blog, das eigentlich die Hintergrundinfos und andere Sachen liefern sollte.

Neu! Neu! Neu!

Nun, wie es der Zufall, das Schicksal oder auch das Fliegende Spaghettimonster so wollte, kam mir just zum Jahreswechsel eine Idee. Und ja, ich weiß, das klingt furchtbar kitschig und zurechtgedreht wegen dem Datum, aber ich habe Silvester gezwungenermaßen allein verbracht und da macht man sich schon mal den einen oder anderen Gedanken. Und ganz so neu ist der Gedanke nicht, er ist sozusagen „recycled“. Irgendwann im Verlauf des Jahres kam mir schon mal eine ähnliche Idee, nämlich die Fiktion chronologisch zusammenzufassen. Da ich das Universum dieser Geschichten „ACELS“ genannt habe, erkundigte ich mich, ob ich wohl eine Webseite mit diesem Namen aufsetzen konnte. Es stellte sich heraus, dass das keine gute Idee war. Obwohl ich den Begriff ACELS schon in den 1980ern für mich und meine Geschichten geprägt hatte, gab es inzwischen einige Unternehmen, die ACELS als Abkürzung führen. Also legte ich die Idee erstmal wieder auf die Seite.

Mal ganz davon abgesehen gab es 2021 noch ein paar andere Dinge, um die ich mich kümmern musste, aber das führt hier zu weit. Jedenfalls, eine Tour nach Lech am Arlberg trug zur weiteren Inspiration bei, aber erstmal wurde alles auf die Seite gelegt. Bis Silvester 2021. Wie gesagt, ich war gezwungenermaßen allein und ging durch meine Notizen und dann fügte es sich zusammen. Einfach so. Manchmal braucht es das eben.

Wer die Geschichte bis dahin verfolgt hat, weiß, dass zu diesem Zeitpunkt das Sonnensystem durch eine große Armada von Raumschiffen vom Rest der Galaxis abgetrennt ist. Daraus, so entwickelte ich die Geschichte weiter, entstand die Notwendigkeit, die Raumflotte des Sonnensystems eigenständig zu machen, da man keinen Kontakt zu irgendwem außerhalb von Sol hat. Und damit entstand die Webseite für die Fiktion:

www.astrocohors.solar

Ich werde in nächster Zeit immer noch daran herumschrauben, denn natürlich ist nicht alles fertig, aber der neue Geschichtenzyklus, der den Titel „Der Ippotis-Effekt“ trägt, beginnt heute. Ich habe auch Konzepte zu einzelnen Geschichten – meist Kurzgeschichten -, die ich auf den entsprechenden Webseiten unterbringen wollte, die nun langsam dort landen werden. Und dann bin ich gespannt, wie es weitergeht.

In diesem Sinne: 2022! Neu! Yay!

PHANPRO 157: Die #FERNGESPRÄCH Convention 2021 auf dem Arlberg – Ein Nachgang [Das Video]

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Im Oktober 2021 fand die erste #FERNGESPRÄCH Convention statt, nachdem die Reihe auf Twitch (und auch YouTube) sehr bekannt geworden ist. Dieses Video ist ein Nachgang der Convention. Den Inhalt gibt es auch in Textform und als Podcast zum einfachen Nachhören:
→ Der Text mit Bildern und weiterführenden Infos: https://phan.pro/2021/10/die-ferngespraech-convention-2021-auf-dem-arlberg-ein-nachgang/
→ PHANTUM-Podcast zum Nachhören: https://phantum.podigee.io/4-die-ferngespraech-convention-2021-auf-dem-arlberg-ein-nachgang

Die im Video erwähnten Bücher und weiteres Material (Links mit „*“ sind sponsored Links, was das bedeutet, steht weiter unten):

Ergänzung: Highlights der #Ferngespräche Con 2021 – hier gibt es einen Zusammenschnitt von WildMics.

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Das Krokodil und der Helm

Zu dem Zeitpunkt, da ich das hier schreibe, war eigentlich geplant, dass ich woanders bin. Leider lief es ein zweites Mal nicht so wie gedacht. Doch diesmal war es tatsächlich meine Entscheidung, und zwar wegen der Umstände. Ich lebe in Baden-Württemberg, einem der am schlechtesten durchgeimpften Bundesländer Deutschlands. Manche bezeichnen es sogar als „Impfgegnerhochburg“ und liegen damit vermutlich nicht falsch. Was ich hier tue, wird vermutlich nicht viel nutzen, ich versuche es aber trotzdem. Und zwar möchte ich helfen, dieses Plakat weiterzuverbreiten:

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Auf den Punkt! Von Anfang an wurde kommuniziert, dass die Impfung keinen 100%igen Schutz dagegen bietet, sich anzustecken, aber dass Menschen, die sich trotz Impfung infizieren, eine wesentlich geringere Viruslast haben, die Krankheit schneller vorbei ist und was das wichtigste ist: Schwere Verläufe kommen so gut wie gar nicht mehr vor. Das Problem ist, dass Impfgegner es sich bequem gemacht haben auf dem „Bett“, das die Geimpften bereitet haben – die Ansteckungen sind gesunken und ein Stück Normalität kehrte zurück. Damals wurde allerdings schon gewarnt, wenn wir jetzt nachlassen, laufen wir in die vierte Welle. Gratulation, diese vierte Welle ist jetzt da.

Wie schon erwähnt, Baden-Württemberg ist nicht berauschend, was die Impfquote betrifft. Wenn man sich die aktuelle Karte betrachtet, gibt es eine Linie, die quer durch Deutschland geht. Alles, was südlich dieser Linie liegt, hat schlechte Impfquoten und – oh Wunder! – hohe Inzidenzen. Doch die Politik hat völlig den Mut verloren und lässt sich von einer kleinen Gruppe sehr lauter Menschen treiben, denen es egal ist, wie voll die Intensivstationen werden und wie überlastet das medizinische Personal ist. Die Landesregierung von Baden-Württemberg „empfiehlt“, Veranstaltungen abzusagen. Mehr ist im Moment offenbar nicht drin.

In meinem Landkreis gibt es ein Problem: Da ich nicht mehr der Jüngste bin, wollte ich mich erkundigen, ob ich irgendwo meine Booster-Impfung, die in den nächsten Tagen fällig ist, machen lassen kann. Nur wird das hier komplett auf die Hausärzte abgewälzt, es gibt keine Impfaktionen und keine Impfteams (sollte es diese geben, so wird das nicht offen kommuniziert, die letzte Nachricht auf der Seite des Landkreises im Bezug auf Impfungen ist die Info, dass vor knapp zwei Monaten der Betrieb des Impfzentrums eingestellt wurde). Doch die Hausärzte wollen erst ältere Menschen boostern oder Nichtgeimpfte, die sich doch noch dafür entscheiden, die erste Impfung geben. Mal ganz davon abgesehen, dass die Arztpraxen sowieso gerade einen Ansturm erleben.

In den Nachbarlandkreisen ist das anders, dort werden verschiedene Impfaktionen angeboten, im Testzentrum oder per Impfmobil auf Parkplätzen von Einkaufszentren. Ich habe mich schon gefragt, ob ich wohl als „Fremder“ einfach in einen anderen Landkreis gehen und mir die Impfung abholen darf, oder ob das nur den Einwohnern des entsprechenden Kreises vorbehalten bleibt. Darüber findet man keine Information. Aber es ist sowieso egal, denn wo auch immer ich mich umgeschaut habe, gab es schon längst keine Termine mehr.

Es ist also klar, was jetzt getan werden muss: Wieder mehr Impfangebote schaffen, dass es nicht mehr heißt „entweder – oder“ (entweder alte Menschen boostern oder alle / entweder Erstimpfungen oder Booster), und was die Kontrollen betrifft, muss sich auch etwas ändern. Von mir aus lasse ich mich als geimpfter dann eben auch wieder testen, um noch mehr Sicherheit zu kriegen. Lustiger Fakt am Rand: Österreich hat letzte Woche für diese Woche angekündigt, es würde die 2G-Regel landesweit geben (also dass nur noch Geimpfte oder Genesene zum Beispiel ins Restaurant oder ins Kino dürfen), und schon gab es letztes Wochenende lange Schlangen an den Impfmobilen, hauptsächlich mit Erstimpfungen. Interessant, dass manche Menschen den Ernst der Lage erst erkennen, wenn es an Dinge geht, die sie direkt betreffen.

Wenn wir allerdings so „weiterwurschteln“ wie bisher, werden noch mehr Menschen angesteckt und auch noch mehr Menschen sterben. Ich finde es erschreckend, gerade wenn ich aus gewissen „Strömungen“ (*hustAnthroposophie*hust) wissenschaftsfeindliche Ablehnung höre, gegründet auf ideologischen Parolen. Oder wenn es sogar heißt, dass man den Tod von Menschen „annehmen“ müsste (siehe hier – Link führt zu Twitter). Das erinnert ein bisschen an „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ – Kali fordert wohl auch heute noch Menschenopfer.

Zurück zum Ausgang: Ich kann nur jeden ermutigen, das Poster von Ralph Ruthe, das es auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Download gibt, weiterzuverbreiten. Auf der Seite gibt es noch ein zweites Motiv. Für den Eigenbedarf ist es erlaubt, dieses herunterzuladen und auch auszudrucken. Vielleicht bringt es doch noch den einen oder die andere zum Nachdenken.

Du möchtest gerne etwas zu unserem Projekt beitragen? Hier sagen wir Dir, wie es geht!

Immer wieder mal erreichen uns Anfragen, ob man denn was zum Phantastischen Projekt beitragen könnte, einen Artikel, eine Rezension, eine Kurzgeschichte – oder etwas für ein Video oder den PHANTUM Podcast. Besonders seit der #Ferngespräch Convention hat das wieder etwas zugenommen, so dass wir uns entschlossen haben, mal etwas aktuelles darüber zu schreiben, wie das so funktioniert. Et voilà, hier ist der Artikel.

Bild: Storyblocks

Grundsätzliches

Wir sind Vorschlägen immer sehr offen und hören uns gerne Ideen an. Artikel und geschriebene Geschichten sind für ein Blog dieser Art natürlich besonders prädestiniert, aber wir lassen uns gerne auch von anderen Dingen überzeugen. Allerdings ist das Projekt im Moment noch so klein, dass wir keine Bezahlung in irgendeiner Art anbieten können. Da niemand von uns in die Zukunft schauen kann, wissen wir auch nicht, ob sich das mal ändern wird, deswegen wollen wir da auch nichts auf die Zukunft versprechen (obwohl es natürlich toll wäre). Des weiteren müssen wir ein paar Dinge regeln, bevor der erste Beitrag hier erscheinen kann, damit alles seine Richtigkeit hat.

Das hier wollen wir nicht

Wir kriegen aber auch andere eMails. In diesen werden wir gefragt, ob eine Veröffentlichung eines Artikels möglich ist und was das kostet. Oft soll es in diesen Artikeln um Online-Casinos oder etwas ähnliches gehen. Um es mal ganz klar zu machen: Egal wie verklausuliert man das bezeichnet, letztlich ist es nichts anderes als Werbung. Und Werbung, die nicht kenntlich gemacht wird, bringt nicht nur Ärger, sondern ist auch Betrug am Leser. An alle, die uns deswegen kontaktieren wollen: Lasst es, hier antwortet Euch niemand.

Und wir wollen…?

Wie schon geschrieben, sind wir sonst für Ideen immer offen. Artikel oder Geschichten bieten sich natürlich an, das Themengebiet ist ja breit genug. Aber auch Fotos oder Zeichnungen, Beiträge zu Videos oder vielleicht auch die Teilnahme an einem Onlineinterview oder einer Diskussion können wir uns gut vorstellen. Es muss dabei nicht bei einem einmaligen Beitrag bleiben. Wir geben dabei allerdings keinen Rhythmus vor, wer es schafft, einmal pro Woche etwas zu verfassen, soll es tun – wenn nicht, dann nicht.

Nehmt einfach Kontakt mit uns auf und schreibt, was Ihr Euch so vorstellt. Die eMail-Adresse dafür ist:

mitmachen [at] phan [Punkt] pro

Der 9. November: Ein prägender Tag der deutschen Geschichte

Ein bisschen hat es schon mit Aberglauben zu tun, dieses Festhalten an bestimmten Daten. Wenn Paare zum Beispiel zu bestimmten Glückszahlen heiraten oder wenn sich Zahlen doppeln. Oder der Geburtstag von jemand wichtigen genommen wird. Allerdings gibt es ein Datum, das prägend ist für die deutsche Geschichte, da an diesem Tag im Verlauf der Jahre immer wieder wichtige Ereignisse stattfanden, die das Schicksal der Republik in die eine oder andere Richtung beeinflussten. Auf diese Weise macht uns dieser Tag klar, wie nah Dunkelheit und Licht bei einander liegen. Schauen wir es uns mal an.

9. November 1918: Ausrufung der Weimarer Republik

Der wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Max von Baden verkündet angesichts der bevorstehenden Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und betraut Friedrich Ebert (SPD) mit den Amtsgeschäften. Eberts Genosse Philipp Scheidemann, der ihn im Februar 1919 als Regierungschef ablösen wird, ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die Deutsche Republik aus. Am selben Tag, jedoch einige Stunden später, verkündet Karl Liebknecht, einer der Anführer des linksrevolutionären Spartakusbundes, vom Berliner Stadtschloss aus eine als Räterepublik gedachte Freie Sozialistische Republik Deutschland.
In den nachfolgenden, regional teilweise bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den Verfechtern einer sozialistischen Räterepublik und denen einer pluralistisch-parlamentarischen Demokratie unterliegen die Anhänger des Rätemodells. Liebknecht selbst wird zwei Monate später zusammen mit Rosa Luxemburg am 15. Januar von reaktionären Freikorps ermordet. In der weiteren Folge wird im August 1919 das als Weimarer Republik bezeichnete erste demokratisch strukturierte Staatswesen in Deutschland konstituiert (benannt nach der in Weimar tagenden Nationalversammlung).

9. November 1923: Der von Adolf Hitler initiierte Putsch scheitert

Adolf Hitler, der bis dahin in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannte Parteichef der NSDAP, unternimmt einen Putschversuch gegen die demokratische Reichsregierung bewusst am 5. Jahrestag der Ausrufung der Republik. Das Unternehmen, das 16 Todesopfer fordert, scheitert bereits nach wenigen Stunden vor der Münchner Feldherrnhalle. Hitler nutzt den anschließenden Prozess, um sich als Führungsfigur der völkischen Bewegung zu inszenieren. Er wird zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, aber bereits nach neun Monaten „wegen guter Führung“ vorzeitig entlassen. Als er zehn Jahre später an die Macht gelangt und eine totalitäre Diktatur in Deutschland errichtet, erklärt er den 9. November zu einem Gedenk- und Feiertag. An ihm finden während der NS-Diktatur alljährlich staatliche Trauerfeiern statt, bei denen der sogenannten „Blutzeugen der Bewegung“ gedacht wird.

9. November 1938: Reichspogromnacht

Nach einem Mordanschlag auf einen deutschen Diplomaten in Paris inszenieren die Nationalsozialisten die Novemberpogrome (bis in die Gegenwart ist die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 oft auch unter dem euphemistischen Begriff „Reichskristallnacht“ bekannt). In der NS-Propaganda werden die vor allem von SA- und SS-Mitgliedern in Zivilkleidung begangenen Ausschreitungen als Ausdruck des „Volkszorns“ gegen die Juden dargestellt. In ganz Deutschland und Österreich werden jüdische Geschäfte und Einrichtungen demoliert, Synagogen in Brand gesteckt. Hunderte von Juden werden innerhalb weniger Tage ermordet. Diese Ereignisse markieren den Übergang von der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden in der Diktatur des Nationalsozialismus. Während des Zweiten Weltkriegs mündet der nationalsozialistische Antisemitismus in den heute als Holocaust bezeichneten industriell betriebenen Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Juden und weiteren ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen in den Vernichtungslagern des NS-Regimes.

9. November 1989: Der Mauerfall

Die Berliner Mauer wurde in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach über 28 Jahren ihrer Existenz geöffnet. Die Vorbereitung einer von Seiten der DDR-Regierung kontrollierten Öffnung begannen bereits im Oktober 1989: Walter Momper, damals Regierender Bürgermeister von West-Berlin, wusste nach eigenen Angaben seit dem 29. Oktober aus einem Gespräch mit Ost-Berlins SED-Chef Günter Schabowski und Ost-Berlins Oberbürgermeister Erhard Krack davon und traf seinerseits entsprechende Vorbereitungen für eine Öffnung der Mauer im Dezember 1989.
Die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze verdeutlicht und verstetigt den Erfolg der friedlichen Revolution in der DDR, dem am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland die deutsche Wiedervereinigung folgt (siehe auch Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990) und Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik).
Als Datum des Mauerfalls ist der 9. November zeitweilig als Nationalfeiertag des vereinigten Deutschland im Gespräch. Auch aus Rücksicht auf das Gedenken an den 9. November 1938 wird im Einigungsvertrag 1990 (Art. 2 Abs. 2 EV) jedoch der 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit bestimmt.

9. November 2021: ?

Und was kommt danach? Nun liegt es an uns, welche zukünftigen Ereignisse am 9. November – oder an jedem anderen Tag – zu einem Tag der Erinnerung führen. Ich hoffe, dass es Erinnerungen sein werden, an die wir uns gerne erinnern. An diesem Tag müssen wir beides tun, die Mahnung der dunklen Seiten hören und die Hoffnung auf die hellen Seiten bewahren. Vielleicht wird diese Liste dann schon bald ergänzt werden um etwas, das den Gang der Republik auf positive Weise beeinflusst hat.

Es ist an uns.


Quelle: Wikipedia-Eintrag „9. November (Deutschland)„, Autoren siehe hier. Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.