G8 in Heiligendamm: Sinn, Wahrheit, Realität und Standpunkte

„Warum hast Du mir das verschwiegen? Du hast mir erzählt, (Darth) Vader hätte meinen Vater verraten und ermordet!“
„Dein Vater wurde von der dunklen Seite der Macht verführt. Er war nun nicht mehr Anakin Skywalker, er wurde Darth Vader. Als das geschah, war der gute Mann, der Dein Vater einst war, vernichtet. Ich habe Dir also die Wahrheit gesagt… von einem gewissen Standpunkt aus.“
„Von einem gewissen Standpunkt aus?“
„Luke, auch Du wirst noch lernen, dass viele Wahrheiten, an die wir uns klammern, von unserem persönlichen Standpunkt abhängig sind.“
(Obi-Wan Kenobi und Luke Skywalker diskutieren über die Wahrheit der Aussage, dass Darth Vader Anakin Skywalker getötet habe, obwohl beide ein- und dieselbe Person sind in STAR WARS Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter.)

Zurzeit treffen sich die so genannten „G8-Staatschefs“ in Heiligendamm an der Ostsee. Das ist soweit jedem bekannt. Wem es nicht bekannt ist, der muss die letzten Tage und Wochen in einer zugenagelten Kiste mitten in der Wüste Gobi zugebracht haben. Der Berichterstattung darüber konnte man nicht entkommen, in keinem Medium. Berichtet wurde über die Sicherheitsmaßnahmen und darüber, wie Leute dagegen demonstrieren wollen. Das wirft die Frage auf: Worum geht es bei G8 eigentlich von der Sache her? Die Tatsache, dass diese Gipfeltreffen die so genannten „Globalisierungsgegner“ auf den Plan ruft, lässt vermuten, dass es damit etwas zu tun hat. Gleichzeitig wird aber immer wieder betont, die G8 wären keine „Weltregierung“.

Das wäre auch etwas zu viel verlangt. Zur G8 gehören die USA, Japan, Russland, Kanada, Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland. Insgesamt vereinen diese 8 Länder 63 % der weltweiten Wirtschaftskraft, obwohl in ihnen nur 13 % der weltweiten Bevölkerung lebt. Dass diese „Großen 8“ trotzdem Entscheidungen treffen, die Konsequenzen für den ganzen Planeten haben, ist einer der Hauptkritikpunkte der Gegner. Aber wird bei dem Gipfel überhaupt etwas entschieden? Nicht so richtig, denn in vielen Punkten – Umweltschutz, Hedgefonds und einige andere – sind die Differenzen so groß, dass man nicht allzu viel erwarten kann und es Leute gibt, die jetzt schon davon reden, das der Gipfel gescheitert sei.

Entsprechend gibt es politisch interessierte Leute, die sich gegen den G8-Gipfel zur Wehr setzen mit Hilfe ihres verbrieften Rechts auf freie Meinungsäußerung. Sie wollen ihren Standpunkt klarmachen. Leider sind da – wie zum Beispiel auch im Fußball – Menschen dabei, die diese Gelegenheit einfach nutzen wollen, ihren unterdrückten Aggressionen freien Lauf zu lassen. Und schon geraten wir in den Sog von Ereignissen, die erneut die Frage nach Wahrheit stellen. Denn in Rostock kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei. Hinterher wurde groß über diese Auseinandersetzung in den Medien berichtet, obwohl einige Leute, die vor Ort waren, diese Demonstration ganz anders erlebt haben (wie zum Beispiel hier beschrieben). Und was die Zahl der Verletzten betrifft, so muss sogar von offizieller Seite zurückgerudert werden (wie der NDR hier berichtet).

Der merkwürdige Nachgeschmack der Sache ist jedoch eine Meldung, und die kam nicht von irgendwem, sondern von „der“ Presseagentur in Deutschland schlechthin, nämlich der „Deutschen Presseagentur“, kurz „dpa“. Ein Globalisierungsgegner mit Namen Walden Bello soll demnach gesagt haben: „Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir gar nichts.“ Das Zitat diente daraufhin verschiedenen anderen Medien (Bild, Spiegel Online, B.Z., weitere Berichte der dpa, Stuttgarter Nachrichten, diverse Schweizer Zeitungen, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Kölnische Rundschau sowie diverse Blogs) als Mittel, um zu widerlegen, den Demonstranten gegen den G8-Gipfel ginge es um friedliche Demonstrationen, sondern dass die Krawalle von den Rednern auch noch angestachelt worden seien.
Dass Walden Bello in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt hat, nämlich: „Vor zwei Jahren hat es geheißen: Wir sollen den Krieg nicht in die Diskussion mit reinbringen. Wir sollen uns nur auf Armutsbekämpfung konzentrieren. Aber ich sage: Wir müssen den Krieg hier mit reinbringen. Denn ohne Frieden kann es auch keine Armutsbekämpfung geben.“, wird nur in einem kurzen Clip auf myvideo.de dargestellt. Es dauert drei Tage, bevor die dpa sich korrigiert (Stefan Niggemeier dokumentiert die Ereignisse hier sehr schön und deutlich). Eine ehemalige Mitarbeiterin der dpa, Christiane Link, veröffentlich daraufhin ihre Einschätzung und stellt dar, dass den Korrespondenten der dpa keine Alleinschuld trifft. Jeder Journalist hätte die Meldung überprüfen können, vor allem, da sie kurz nach den Ereignissen bereits im Internet in Blogs kursierte und hier auch darauf hingewiesen wurde, was Bello wirklich gesagt hatte (ihr Bericht steht hier). Sie findet nicht so sehr die – trotzdem problematische – Falschmeldung der Agentur bemerkenswert, sondern mehr, mit welcher blinden Gläubigkeit sie übernommen und von niemandem angezweifelt wurde, obwohl doch in Heiligendamm eine ganze Horde von Journalisten sitzt, die sich ihr eigenes Bild hätten machen oder im Zweifelsfall im Internet hätten nachschauen können.
Das ganze treibt noch seltsamere Blüten. Wie „Taxman Tom“ feststellt, geht es inzwischen so weit, dass sich Blogs mit dem „Schwarzen Block“ solidarisieren und ganz unverblümt die Ansicht verkünden, Gewalt gegen den Staat / die G8 / Sachen, die mir nicht gehören / Leute, die nicht ich sind sei nicht nur legitim, sondern notwendig (Taxman bezieht hier seine Position gegen die Gewaltsympathisanten).

Die ganze Sache ist nicht einfach, aber sie wird einfach gemacht, indem sie einfache Dinge reduziert wird. Man redet lieber in Schlagworten, sehr gerne von der „Gesellschaft“, die besser werden soll. In Science-Fiction-Geschichten, die in einer weit entfernten Zukunft spielen, gab es meistens ein traumatisches Ereignis, das die Menschheit schlagartig besser machte (Dritter Weltkrieg, Großdiktatur oder ähnliches). In der Realität ist es sehr viel schwieriger. Viele Standpunkte, viele Wahrheiten und vieles sehr unangenehm. Wie uns zum Beispiel das Gipfelblog an dieser Stelle darauf hinweist, dass wir uns gerne selbst als „Umwelt-Gutmenschen“ sehen, obwohl wir uns in vielen Dingen völlig anders verhalten und es nicht einmal merken. Mit seiner facettenreichen Berichterstattung ist das Gipfelblog daher auch sehr lesenswert. Denn es vermittelt nicht nur eine Sichtweise, sondern viele. Genau das ist das Schwierige, diese vielen Sichtweisen unter einen Hut zu bringen, die vielen verschiedenen Wahrheiten zu berücksichtigen, so dass sich ein großes Ganzes ergibt. Ob dem G8 das gelingt, muss sich zeigen. Nicht nur heute oder in einer Woche, sondern in den kommenden Jahren.

Sehr schön wäre es natürlich, wenn in ungefähr 50 Jahren in einem Geschichtsbuch stehen würde: „Beim G8-Gipfel 2007 im deutschen Heiligendamm wurde ein Durchbruch geschafft, der eine Entwicklung einleitete, die der Menschheit seither Frieden und steigenden Wohlstand bescherte.“ So wird es aber definitiv nicht sein. Denn das klingt sehr nach einer einfachen Lösung, wie man sie in einem Zukunftsroman verwenden könnte. Außerdem geben wir damit zu viel Verantwortung an einige wenige Leute ab. Das darf nicht sein, denn damit würden wir es uns viel zu bequem machen. Wir sind gefragt.

„Ich glaube nicht, dass das System funktioniert.“
„Wie würdest Du es Dir denn vorstellen?“
„Wir brauchen ein System, in dem die Politiker sich zusammensetzen und ein Problem besprechen, sich darauf einigen, was das beste für das gesamte Volk ist und es dann tun.“
„Das ist genau das, was wir machen. Das Problem ist nur, dass oft keine Einigkeit erzielt wird.“
„Nun, dann sollte man es eben erzwingen.“
„Wer denn? Wer sollte sie dazu zwingen?“
„Weiß ich nicht. Irgendjemand.“
„Du?“
„Ich meine nicht mich.“
„Aber irgendjemand.“
„Jemand, der weise ist.“
„Das hört sich sehr nach einer Diktatur für mich an.“
„Na ja. Wenn es funktioniert…“
(Anakin Skywalker und Padmé Amidala diskutieren über Demokratie und eine „alternative Regierungsform“ in STAR WARS Episode II: Der Angriff der Klon-Krieger)

Nachtrag: Das erste Treffen der “Neuzeit”

So, jetzt gibt es noch etwas nachzuholen, und zwar eine kleine Vermeldung zun ersten Treffen der „Neuzeit“, wie es scherzhaft jemand genannt hat. So langsam kommt der SF-Treff Bodensee wieder auf die Beine.

Am 31. Mai / 1. Juni 2007 trafen sich SF-Fans aus der ganzen Bodensee-Region. Da die Fans aus insgesamt 4 Ländern kamen (D, A, CH und F!), war der Ort für dieses Treffen sicherlich richtig gewählt: der EUROPA-PARK in Rust. Wir hatten einen angenehmen Aufenthalt, auch wenn er für manche wegen eines abendlichen „Beinahe-Hotelbrands“ fast zu einem Abenteuer ausgeartet wäre. Darum merke: Wenn Dir drei mit Atemschutz bewaffnete Feuerwehrleute mit laufender Kettensäge in einem Treppenhaus entgegenkommen, solltest Du Dir Gedanken machen.

Davon abgesehen waren die zwei Tage sehr gelungen, wir entdeckten Atlantis und etliches mehr. Zu Mittag wurde am ersten Tag der griechische Imbiss ausprobiert, am zweiten das Schlossrestaurant „Balthasar“.

Nun liegt es an den Teilnehmern, aus dieser Veranstaltung wieder eine regelmäßige zu machen. Der Anfang ist immerhin getan!

ICN Links: dieGesellschafter.de

Vor über einem Jahr, im März 2006, ging das Gesellschafter-Projekt online. Es bietet der Zivilgesellschaft vielfältige Möglichkeiten der Diskussion, der Vernetzung und des Engagements. Fast eine Million Menschen haben das Projekt bereits im Internet besucht, ihre Diskussionsbeiträge würden ausgedruckt mehr als 10 000 Buchseiten füllen. Die Sammlung bietet keine Gebrauchsanweisung für richtige oder falsche Politik, aber sie erlaubt einen tiefen Blick in das Reservoir utopischen Denkens in unserer Gesellschaft – und zeigt die Bereitschaft, sich für eine bessere Welt auch zu engagieren.

Die rund 5.000 positiven Beschreibungen einer idealen, friedlichen Gesellschaft bilden das Herzstück des Gesellschafter-Projektes, das die „Aktion Mensch“ im März 2006 gemeinsam mit über 90 Partnern gestartet hat. Denn sie bringen Haltungen, Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Sehnsüchte zum Ausdruck, von denen zwar nicht erwartet wird, dass sie sich in ihrer idealen Form realisieren lassen, die aber dennoch gesellschaftliche Wirkung entfalten. In einer Zeit, in der öffentliche Güter und Räume durch umfassende Privatisierungen verloren gehen, in der Medien zunehmend eher wirtschaftliche als publizistische Absichten verfolgen und in der Politiker lieber über Wege als über Ziele reden, bildet die Spiegelung eines gesellschaftlichen utopischen Bewusstseins einen wichtigen Kontrapunkt: „Das Rechte zu finden, um dessentwillen es sich ziemt zu leben, organisiert zu sein, Zeit zu haben, dazu gehen wir, hauen wir die phantastisch konstitutiven Wege, rufen was nicht ist, bauen ins Blaue hinein, bauen uns ins Blaue hinein und suchen dort das Wahre, Wirkliche, wo das bloß Tatsächliche verschwindet – incipit vita nova [das neue Leben beginnt].“, schrieb Ernst Bloch in seiner Einleitung zu „Geist der Utopie“ (1918).

Zur Arbeitsweise des Projektes gehört es, immer wieder Auszüge der online generierten Texte in Offline-Medien zu transferieren, wo sie ihre Wirksamkeit in der „realen“ Welt entfalten können: beispielsweise in der projekteigenen Gesellschafter-Zeitung, die alle zwei Monate erscheint, oder in Anzeigen und auf Plakaten, die für das Projekt und seine Anliegen werben. Im April wird eine neue Phase der Kampagne zum Gesellschafter-Projekt starten, die mit Texten aus dem Netz arbeitet. Und die Antworten auf die Frage „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ sollen als erster Band einer neuen Buchreihe im Herbst erscheinen.

Die Gesellschafter sind im Internet zu erreichen unter www.dieGesellschafter.de.

Es nimmt langsam Formen an…

In der Tat: So langsam nimmt es Formen an. In einem ersten informativen – oder konspirativen? – Treffen online wurde darüber diskutiert, wie man die Öffentlichkeit des WordWideWeb darüber in Kenntnis setzt, wo sie die Science-Fiction- und Fantasy-Fans rund um den Bodensee finden können. Dabei wurde vorgeschlagen, einen Blog-Eintrag zu machen, in dem hauptsächlich Namen genannt werden, Namen von Städten und Regionen. Denn natürlich kann es sein, dass mancher die Suchmaschinen nach Begriffen wie „Science Fiction Fans Bodensee“ absucht, aber einige werden es möglicherweise auch konkreter machen.

Deswegen heute dieser Beitrag, der zum einen eine kleine Beschreibung liefern soll, zum anderen aber auch die Region abstecken. Also – was ist dieses Projekt? Es war, so schien es, ein „süddeutsches Problem“, nämlich gleichgesinnte Fans der Science Fiction zu finden. Und je weiter man in Richtung Süden kam, desto schlimmer wurde es. Die Bodensee-Region, die den südlichsten Punkt bildet, schien gar völlig verwaist. Doch dem ist nicht so! Einiges Fans von Science Fiction und Fantasy, sei es „Star Trek“, „Star Wars“, „Stargate“, „Firefly“, „Babylon 5“, „Raumpatrouille“ oder „Herr der Ringe“ und so weiter, wollen einen regelmäßigen Treff abhalten. Mancherorts würde man es ein Trekdinner nennen, aber wie gesagt, es ist offen für alle Fans. Wer sich angesprochen fühlt oder diesen Beitrag sogar durch eine Suchmaschine gefunden, weil er nach einem der weiter unten genannten Regions- oder Ortsnamen gesucht hat, kann sich bei uns einfach per Mail melden. Die eMail-Adresse findet sich im Impressum. In diesem Blog informieren wir regelmäßig über weitere Ereignisse, stattgefundene Treffen und eventuell Termine für die Zukunft.
Nun aber die Region: Als Region wollen wir grob den „Großraum Bodensee“ definieren (eben weil die Fan-Dichte nich so hoch ist), aber sollten es mal sehr viel mehr Leute werden, kann man ja immer noch über regionale, kleinere Treffs nachdenken. Erst einmal müssen die Fans gefunden werden. Der „Großraum Bodensee“ ist dabei nicht beschränkt auf Deutschland (auch wenn das hier eine de-Domain ist), sondern Österreich und die Schweiz, die ja auch an den Bodensee angrenzen, sind auch angesprochen.

Damit sind schon mal die Länder erwähnt. Gehen wir nun in die kleineren Regionen, die Bundesländer oder Kantone, wie man in der Schweiz sagt. Diese sind Vorarlberg, Sankt Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Konstanz, Tuttlingen, Sigmaringen, Bodenseekreis, Ravensburg und Lindau.

Die flammende Spur

In der Serie „Monty Python’s Flying Circus“ gab es eine Folge mit Sketchen, in denen spezielle Nachrichten gezeigt wurden, Nachrichten für Papageien, Nachrichten für Koalas und so weiter. Die Nachrichten gingen alle ungefähr so:
„Kein Papagei wurde verletzt bei einem Eisenbahnunglück nördlich von London…“

Stefan Niggemeier untersucht in seinem Blog in dem Beitrag „Ein Anschlag auf Diekmanns Kindersitze?“ die merkwürdige Betonung in einigen Agenturmeldungen über den Brandanschlag auf das Auto des Bild-Chefs Kai Diekmann, dass in dem Auto Kindersitze und ein Kinderwagen verbrannt (oder beschädigt worden) seien und stellt die berechtigte Frage, welche Relevanz die Kindersitze in den Meldungen haben. Der Brandanschlag an sich ist schon verurteilenswert genug, wozu also diese besondere Note?
Bekommen wir analog zu den oben zitierten Sketchen von Monty Python vielleicht in Zukunft solche Meldungen zu hören: „Bei den Krawallen gingen fünf Autos in Flammen auf. Zum Glück befanden sich in keinem davon Kindersitze!“?

Das Satire-Magazin „Titanic“ hat übrigens eine ganz eigene Erklärung für den Brand gefunden…

STAR WARS: Episode I – VI als Hörspiele

Wie angekündigt geht es nun weiter mit Hörspiel-Rezensionen. Heute möchte ich meinen Blick den STAR-WARS-Hörspielen zuwenden.

Wie ich schon in dem anderen Bericht angemerkt hatte, gab es in den 1970er und 1980er Jahren noch keine oder noch nicht so viele Videorekorder und die Zweitvermarktung von Kinofilmen für den Fernseher steckte noch in den Kinderschuhen. In dieser Zeit etablierte sich das „Hörspiel zum Film“, das in einigen Fällen parallel zum Film herauskam, meistens jedoch etwas später. Dabei wurde meistens die Original-Tonspur des Films verwendet und mit einem Erzähler ergänzt.

Mein persönliches erstes STAR-WARS-Hörspiel, das ich auch immer noch besitze, ist eine Langspielplatte mit dem Titel „Krieg der Sterne (The Story of Star Wars)“. Als Erzähler fungiert hier F. J. Steffens und der Text ist manchmal etwas eigenwillig, etwa wenn er R2D2s „Sprache“ als „Krks und Tschieps und Rks und Pieps“ bezeichnet oder Chewbacca als „Hundemensch“. Vielleicht entstand aber so die Inspiration für den „Möter“ aus Mel Brooks‘ „Spaceballs“.
Doch ansonsten ist es sehr stimmungsvoll, manchmal etwas übertreibend, etwa wenn die Explosion des Todessterns am Schluss als „Lichtball, wie ihn hundert Sonnen nicht erschaffen können“ beschrieben wird.
Um auf Schallplattenlänge zu kommen, musste natürlich einges des ursprünglich über 2 Stunden langen Filmes eingekürzt werden, aber das geschah sehr geschickt und fällt nicht weiter auf.

„Das Imperium schlägt zurück“, die Fortsetzung, erscheint mir manchmal so ein wenig wie das „Stiefkind“ der Reihe, denn so sehr ich auch gesucht habe, ich fand nie ein Hörspiel zu diesem Film. Mit einer Ausnahme: Ein Verlag für Kleinkind-Hörspiele (!!) adaptierte den Film zu einem „Lesen und Hören“-Erlebnis. Dabei wurde die Handlung auf 20 Minuten (!!!) gekürzt und von komplett anderen Sprechern aufgenommen. Dadurch kam es zu mancher Merkwürdigkeit, etwa als Darth Vader die Kopfgeldjäger ganz höflich als „meine Herren“ bezeichnet.

„Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wurde wiederum bearbeitet, es handelt sich hierbei um eines jener „legendären“ Hörspiele mit Erzähler Volkert Kraeft. Legendär sind an diesen Hörspielen die Erzähltexte von Petra Schmidt-Decker, gepaart mit Volkert Kraefts mitreißender Art zu erzählen. So wird der Hörer gleich zu Beginn darüber aufgeklärt, worum es in der Geschichte geht: „Krieg! Krieg! Krieg! Krieg ist Kampf! Um Macht! Macht aber wird von Macht bestimmt, und über jedem, der sie besitzt, gibt es einen, der noch mehr hat; einen, der nicht genug bekommen kann; einen, dessen Größenwahn die Auslöschung der anderen fördert! Macht… positiv genutzt ist Macht Energie… Kraft… Bewegung… Negativ genutzt führt sie zur Unterdrückung… zum Kampf… zum Krieg. Dieser letzte Krieg, der Krieg in der Galaxis, ist der KRIEG DER STERNE…“. Da es auf Kassette erschien, war man nicht an die Grenzen einer Schallplatte gebunden und die Schnitte in der Handlung waren begrenzt.
Den kraftvollen Texten von Petra Schmidt-Decker verlieh Volkert Kraeft besondere Gestalt, beispielsweise als er bei der berühmten Speeder-Bike-Jagd mit Luke und Leia im Wald von Endor die Worte so schnell sprudeln lässt, dass man den Eindruck hat, er sitzt direkt hinter Luke auf dessen Speeder-Bike und moderiert live mit.

Im Rahmen der Neubearbeitung der ursprünglichen Trilogie und dem Erscheinen von Episode I bis VI machte sich nun WORTART auf, alle Filme neu als Hörspiel zu bearbeiten . Oliver Döring, der auch die Hörspielbearbeitung von „Labyrinth des Bösen“ machte, zeichnet für den Text verantwortlich, als Erzähler wurde Joachim Kerzel, der unter anderem Synchronsprecher von Jack Nicholson ist, verpflichtet. Im Gegensatz zu „Labyrinth des Bösen“, das auf 3 CDs verteilt ist, wurde jedoch hierbei ein Film auf eine CD gebannt. Bei maximal 80 Minuten Laufzeit bedeutet das zwangsweise, dass Dinge eingekürzt werden müssen. Zunächst betrifft das natürlich alle Passagen, die sehr visuell sind, wie etwa Raumschlachten. Daneben wurden kleine Nebenhandlungen entfernt, wie Han Solos Begegnung mit Greedo in Episode IV oder Solos und Chewies Schießerei mit dem imperialen Suchdroiden in Episode V (der Schnitt wurde hier so geschickt gemacht, dass es sich anhört, als würde Leia auf dem Display erkennen, dass es sich bei dem fremden Objekt um einen imperialen Suchdroiden handeln).

Der Text dieser Bearbeitung wurde mit viel Sachverstand angegangen, Namen von Personen und Bezeichnungen von Geräten oder Fahrzeugen, die im Film nicht ausdrücklich genannt werden aber den Fans bekannt sind, sind korrekt verwendet. Der Text beschreibt die Situationen, so weit es nötig ist und ist meiner Meinung nach nicht aufdringlich. Und da WORTART die ganze Serie herausgebracht hat, ist eine Kontinuität vorhanden, bis auf zwei Kleinigkeiten: die Titel. Episode I bis III wird vom Sprecher als „STAR WARS Episode…“ vorgestellt, das Cover von CD und CD-Box ist entsprechend gestaltet, Episode IV bis VI wird als „Krieg der Sterne. STAR WARS, Episode…“ bezeichnet und die Schriftzüge auf CD und CD-Box sind nach den alten Kinofilmen gestaltet.

Alles in allem ist die Bearbeitung sehr gelungen und wie ich schon in meiner Rezension von „Labyrinth des Bösen“ vermerkte, hoffe ich, dass das nur der Anfang einer Reihe sein wird, die noch kommt. Der Möglichkeiten gibt es viele („Schatten des Imperiums“, „Erben des Imperiums“ etc.)…

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