Die MagicCon 2018 der FedCon GmbH hat einen neuen Termin bekommen. Bild: FedCon GmbH
Die bisher für den 31.03. bis 02.04.2018 geplante MagicCon 2018 muss aus wichtigem Anlass um eine Woche vorverlegt werden. Das Event findet jetzt vom 23.03.2018 (Freitag) bis 25.03.2018 (Sonntag) im Bonner Maritim Hotel statt.
Grund dafür sind unter anderem angesetzte Bauarbeiten im Hotelbereich, durch die eine stattliche Anzahl von Zimmern nicht für die Besucher zur Verfügung steht. Zudem wäre durch weitere Begleiterscheinungen wie zum Beispiel erhöhter Lärmpegel, reduziertes Raumangebot im Veranstaltungsbereich oder gesperrten Durchgängen das Convergnügen stark beeinträchtigt.
Selbstverständlich behalten bereits erworbenen Tickets, Autogramm- und Fotogutscheine sowie alle anderen Leistungen ihre volle Gültigkeit. Die bisher erfolgten Zimmerbuchungen werden vom Veranstalter (FedCon GmbH) automatisch umgebucht. Hier brauchen sich betroffene Congäste um absolut nichts zu kümmern. Bei Rückfragen steht das MagicCon-Team selbstverständlich zur Verfügung. Kontaktdaten finden sich auf der offiziellen Homepage.
Durch die Terminverlegung wird in erster Linie das Ziel verfolgt, das maximale MagicCon-Erlebnis garantieren zu können.
Aufgrund verschiedener eigener schlechter Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem werde ich immer hellhörig, wenn jemand von ebensolchen schlechten Erfahrungen berichtet. Besonders wenn diese Erlebnisse nicht so lange her sind wie bei mir, was mich zu dem etwas pessimistischen Eindruck verleitet, dass sich in all den Jahren, die ich nun schon aus der Schule draußen bin, entweder nicht viel getan hat im Bildungssytem oder jenes konsequent „verschlimmbesser“ wurde.
Und wenn die Berichtende dann auch noch eine angehende Lehrerin ist, dann werde ich besonders hellhörig und muss auch schon mal eine Leseempfehlung aussprechen. So wie in diesem Fall: Unter dem Titel „Pommes für Julius Cäsar“ berichtet die Autorin von „Robins Urban Life Stories“ davon, wie das Desinteresse von Lehrern an Fächern, die zu unterrichten sie gezwungen werden, geeignet ist, dem kindlichen Wissensdrang einen Dämpfer zu verpassen. Und das ist nicht gut.
Auch ich war seinerzeit ein Fan des Comics „Clever & Smart“, wie ich in einer Folge des DPP Videokanals einmal darlegen durfte. Sie sind die Gagahelden aus den 1970er-Jahren. Die zeitlosen Slapstick-Abenteuer der beiden Geheimagenten waren der Comic-Renner am Kiosk und haben sich millionenfach in den 1970er- und 1980er-Jahren verkauft. Sie sind eine der großen Comic-Marken, die allseits bekannt sind.
Nun legt Carlsen die klassischen Abenteuer des spanischen Zeichners Ibáñez wieder auf. Zum Start am 30. Januar 2018 erscheinen drei Bände auf einmal: „Keine Angst, wir retten die Welt“, „Wir bringen Nachschub für den Knast“ und „Die Asphalt-Safari“. Die Reihenfolge entspricht nicht der Reihenfolge, wie sie seinerzeit bei Condor erschienen sind, aber wer Carlsen kennt, weiß, dass man dort bei solchen Veröffentlichungen eher auf eine chronologische Reihenfolge achtet: „Keine Angst, wir retten die Welt“ erschien 1969 unter dem Originaltitel „El Sulfato Atómico“ als Band 1, „Wir bringen Nachschub für den Knast“ ebenfalls 1969 mit dem Titel „Contra el ‚Gang‘ de Chicharrón“ als Band 2 und „Die Asphalt-Safari“ 1970 als „Safari Callejero“ mit der Nummer 3 der Reihe „Mortadelo y Filemón“ bei „Ases del Humor“. Die bisher veröffentlichten vorläufigen Titelbilder entsprechen dabei der Aufmachung der Originalreihe.
Was bisher geschah: Darth Vader hat es geschafft, seinen Meister, den Imperator zu beeindrucken und gleichzeitig den Umstand verschweigen können, dass er immer noch auf der Suche nach Luke Skywalker ist. Als „Belohnung“ wird Vader losgeschickt, seinen Widersacher Cylo zur Strecke zu bringen, der sich als Verräter entpuppt hat. Cylo hat jedoch einen Angriff auf das neue Flaggschiff des Imperiums, die EXEKUTOR befohlen und es geschafft, dass der Imperator in seinen eigenen Gemächern festsitzt. Außerdem hat er die Kontrolle über Vaders kybernetischen Anzug übernommen…
Ihr habt zugelassen, dass Euer Zorn und Stolz Euch an die dunkelsten Orte führt. Das ist unser Weg, Lord Vader. Alles, was Ihr im Schatten begangen habt, erfreut mich aufs Höchste. Ihr seid alles, worauf ich jemals hoffen konnte. – Der Imperator
Vader muss sich aus dem Klammergriff von Cylo befreien. Dazu kehrt er im Geist zurück nach Mustafar, wo er von Obi-Wan verwundet wurde und es gelingt ihm, so viel Wut und Hass aufzubauen, dass er mit Hilfe der Macht Kontrolle über seinen Anzug erlangt. Er kann Cylo niederstrecken, doch der hat einen besonderen Schutz: Wird einer seiner Körper getötet, überträgt sich sein Bewusstsein sofort in einen neuen Klon. Vader muss an die Quelle, Cylos Flaggschiff. Die neue Brutalität, mit der er vorgeht, findet ganz das Gefallen des Imperators. Wäre da nicht Doktor Aphra, die ihre Chance gekommen sieht und dem Imperator von Vaders Geheimarmee und seinen Intrigen erzählt…
Tatsächlich schafft es das Finale, das Versprechen aus den letzten Ausgabe einzulösen. Wir sind dabei, wie Vader einen Schritt weiter in der Entwicklung auf der dunklen Seite geht, sehr schön dargestellt durch die Visionen von Obi-Wan und Padmé auf Mustafar. Damit wird auch erklärt, wie Vader von „dem Bösewicht an Tarkins Seite“ in Episode IV zu „dem Bösewicht, der unliebsame Untergebe auch gern mal umbringt“ in Episode V wurde. Gleichzeitig wird die Handlung um Doktor Aphra abgeschlossen, auch hier ist es ein passendes Ende. Wer mehr wissen will, der nächste Absatz ist in weiß geschrieben, damit man ihn nicht aus Versehen liest, wenn man das nicht will. Wer mehr über Doktor Aphras Schicksal erfahren will, muss diesen Absatz mit dem Cursor markieren, dann kann man ihn lesen.
Doktor Aphra wird von Vader aus einer Luftschleuse geworfen. Doch sie hat damit gerechnet und lässt sich von Triple-Zero, BeeTee und dem Wookiee Krrsantan retten. Sie wusste, dass sie vor Vader nie würde davonlaufen können, also musste sie einen glaubwürdigen Tod sterben, damit dieser sie nicht weiter verfolgt. Damit endet Aphras Geschichte innerhalb der „Hauptzeitlinie“, aber ihre Abenteuer gehen weiter in einer eigenen Comicreihe: „STAR WARS – Doktor Aphra“. →Hier der Link zu mehr Informationen bei Panini.
Nach dem Abschluss dieser Geschichte ist für das nächste Heft eine Geschichte angekündigt, die eine Lücke zwischen Episode VII und VIII schließen soll: Die Erlebnisse von Captain Phasma, nachdem sie auf der Starkiller-Basis in einen Müllschacht geworfen wurde.
Es ist schon eine merkwürdige Sache. Da will man ein Jubiläum feiern, aber dann wird das Jubiläum ein Abgesang. Und das ziemlich plötzlich. Weiß der Geier, warum. So erging es dem wieder auferstandenen YPS. Denn die diesen Monat erschienene Nummer 1282 soll die letzte sein (für eine gewisse Zeit, heißt es, aber man weiß ja nicht). Aber der Reihe nach.
Fünf
Fünf Jahre ist es her, dass YPS als Magazin für Erwachsene gestartet ist. Und was für ein Start es war! Dass man das Jubiläum erreicht hat, ist sicherlich ein Grund, um stolz zu sein. Zuletzt wurde die Frequenz der Zeitschriften auf sechs pro Jahr erhöht, gerade richtig, wie ich fand. Aber irgendwie scheint da was nicht richtig funktioniert zu haben. Allerdings wurde das nicht kommuniziert, zumindest nicht in aller Öffentlichkeit. Denn wie man auf dem Cover sieht, wird im Heft noch auf das Jubiläum eingegangen, neben den üblichen Artikeln und Comics. Das einzige Zeichen, das auf eine Einstellung der Reihe hindeutet, ist das Fehlen der Ankündigung für das nächste Heft. Gut, die ersten Hefte hatten auch keine Ankündigungsseite, aber zumindest wurde auf der letzten Seite geschrieben, an welchem Datum das nächste Heft erscheinen würde. Das fehlt in dieser Ausgabe komplett.
Zweiundvierzig
Die Neuigkeit hat der geneigte Abonnent entweder vorher schon auf der Facebook-Seite von Yps erfahren, oder ganz konkret durch die Beilagen des Heftes. Wie allerdings der Kioskleser von der Einstellung erfährt, weiß ich nicht. Der Abonnent jedenfalls fand bei seiner Ausgabe einen Brief, der vorgeblich vom Känguru Yps und einer Mitarbeiterin aus dem Kundenservice geschrieben wurde (ich zweifle hiermit die Urheberschaft der Mitarbeiterin aus dem Kundenservice an, jeder Fan weiß, es gibt nur Yps und sonst nichts). Darin teilt Yps mit, dass er gerne seine Verwandten in Australien besuchen möchte, weswegen die Nummer 1282 „für eine Weile“ das letzte Heft sein wird. Nun hat aber jeder sein Abo zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt abgeschlossen, aber auch da gibt es eine Lösung: Wenn man weiter nichts macht, wird man einfach zu einem Abonnement der „Lustigen Taschenbücher“ übergeleitet. Falls einem die nicht zusagen, werden einem im Postscriptum die „LTB Spezial“ und die „LTB Ultimate Phantomias“ angeboten. Oder man kann sich auch sonst irgendwas im Aboshop aussuchen (da gäbe es so Zeitschriften wie „Micky Maus“, „Galileo Genial“, „Winnie Puuh“, „Die Eiskönigin“… Moment, von der Eiskönigin gibt es eine eigene Zeitschrift, die zwölfmal im Jahr erscheint? Obwohl es bislang nur einen Film gibt? Dinge geschehen, es ist unglaublich…).
Das wirkt erstmal seltsam. Noch dazu, da das Vorwort im Heft mit den Worten „Bleibt weiterhin beharrlich und Yps treu.“ endet, und hier mit keiner Silbe die Einstellung erwähnt wird. Im Heft selbst habe ich bislang auch keinen Hinweis gefunden. Eher das Gegenteil, so wird auf der Seite „Her mit den Bildern!“ noch immer gefordert, Fans mögen ihre Bilder schicken, auf dass sie im Heft veröffentlicht werden.
Nun ist also nach 42 Jahren nach Heft 1 wieder einmal das Ende gekommen. So sieht es aus.
Fünfzig
Ein Jubiläum feiern tatsächlich auch die LTBs, die „Lustigen Taschenbücher“: 50 Jahre. Das gefällt mir nicht, denn es führt mir vor Augen, wie alt ich bin. Okay, das war jetzt gemein. Meine wirklichen Probleme mit den Geschichten in den LTBs beziehungsweise deren Geschichten habe ich an anderer Stelle schon beschrieben, ich weiß nicht, ob sich das nach 50 Jahren vielleicht mal geändert hat (gerade das Disneyversum rund um Mickey und Donald ist ja notorisch bekannt dafür, dass die Zeit gerne mal stehenbleibt). Tatsächlich bin ich aber schon Abonnent der „LTB Ultimate Phantomias“-Reihe, weil es mir schon immer gefallen hat, wenn Donald aus der Verliererrolle (und der Rolle als Spielball seines gemeinen und geizigen Onkels Dagobert) herauskommt. Schwierige Sache. Den LTBs noch eine Chance geben? Dummerweise wurde ich durch den Brief auch noch neugierig gemacht, denn das dort abgebildete Cover der Ausgabe 499 zeigt den Titel „Der Kolumbusfalter kehrt zurück“. Als alter Leser weiß ich natürlich, um was es da geht: „Der Kolumbusfalter“ (ursprünglich „Der Kolumbusfalter und andere Geschichten“) war der Titel von LTB Nr 1. Und nach 50 Jahren findet diese Geschichte eine Fortsetzung? Klingt schon irgendwie spannend. Noch mehr: Als kleiner Bonus hat man eine Ausgabe des LTB diesem Yps-Heft beigelegt, vermutlich, um zweifelnden (oder unwissenden) Abonnenten die Entscheidung für die LTBs schmackhaft zu machen. Eine tolle Geste. Allerdings…
Vierhundertachtundneunzig
(c) Egmont Ehapa
…handelt es sich dabei nicht um die abgebildete Nr. 499, sondern um die Ausgabe davor, Nr. 498 mit dem Titel „Der Drachenkämpfer“. Das hängt damit zusammen, dass die 499 erst im Oktober erscheint.
Ein weiterer interessanter Faktor ist mir im Zusammenhang mit den LTBs aufgefallen, als ich mir den Aboshop angeschaut habe, was es da noch so gibt. Dort werden die LTBs nämlich (auch) als Lesematerial für Erwachsene beworben. Also ist den Leuten dort sehr bewusst, dass zumindest ein Teil des Erfolgs den „alten“ Lesern zu verdanken ist, die immer noch im Boot sind. Bei YPS scheint das nicht so ganz funktioniert zu haben, zumindest auf lange Sicht. Der Anfang war ja phänomenal, aber irgendwo scheinen die Abonnenten und Leser verloren gegangen zu sein. Wenn wir uns erinnern: Die erste Ausgabe vor fünf Jahren war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, so dass blitzschnell eine zweite Auflage beschafft werden musste. Und seither gibt es von der Nummer die schwarze Ausgabe (Auflage 1) und die gelbe (Auflage 2). Am Anfang erschien es auch so, als sei das nicht einfach nur ein kurzfristiger Hype, sondern ein einigermaßen stabiler Trend, so dass die ursprünglich vier Ausgaben pro Jahr auf sechs gesteigert werden konnten. Umso mehr schmerzt dieses plötzliche Ende.
Eintausendzweihundertzweiundachtzig
Auf jeden Fall werde ich mir die letzte Ausgabe auch nochmal anschauen, so wie schon die davor und mir ein paar Gedanken machen. Vielleicht kommt ja etwas konstruktives dabei heraus. Und vielleicht sehen wir YPS irgendwann wieder. Bis dahin LTBs? Oder was anderes? Oder nichts?
Douglas Adams‘ Kult-Detektiv Dirk Gently ermittelt im Comic und auf Netflix! Bild: Panini Comics
Zweieinhalb Romane mit seinem Ermittler der anderen Art, Dirk Gently, schrieb Schriftsteller-Genie Douglas Adams. Für nicht wenige seiner Fans sind Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele, Der elektrische Mönch und das leider unvollendete Buch Lachs im Zweifel noch eine Idee genialer als die Per Anhalter durch die Galaxis-Reihe oder die Doctor Who-Storys, die der britische Kult-Autor schrieb. Nun erlebt der holistische Detektiv, dessen Ermittlungsmethoden so unorthodox und skurril sind wie die Fälle, die er bearbeitet, einen zweiten Karriereschub: Ganz nah am Ton von Douglas Adams erzählen die von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeierte Dirk Gently-TV-Serie auf Netflix und die Comic-Reihe Dirk Gentlys Holistische Detektei, deren erster Band Schrödingers Katzenkiller gerade bei Panini erschienen ist, neue, hirnverknotende Abenteuer mit dem schrägen Schnüffler.
Der holistische Detektiv Dirk Gently ist davon überzeugt, dass alle Dinge miteinander verbunden sind und er deswegen bei der Lösung seiner Fälle nur den Hinweisen folgen muss, die ihm das Universum präsentiert. Dass diese bisweilen so gar nichts mit den Ermittlungen zu tun haben, oder zu haben scheinen, und er sowieso der Einzige ist, der hier Zusammenhänge herstellen kann, stört ihn dabei wenig … Schließlich hängt ja alles zusammen! Diese obskure „Schnitzeljagd“ ist es dann auch, die Dirk Gently in seinem ersten Comic-Abenteuer Schrödingers Katzenkiller aus seiner Heimat England ins sonnige Kalifornien bringt. Dort stolpert er im wahrsten Sinn in seinen neuen Fall, in dem es um wiedergeborene, energiesaugende Pharaonen geht, wobei sich der eigentliche Fall – ein serienmordendendes Touristenpärchen – als Nebenhandlung in die Geschichte einflicht und ebenso beiläufig wie genial im Zuge der Haupt-Neben-Haupthandlung gelöst wird. Es ist eben alles verbunden.
Diese erzählerisch brillant konstruierte Geschichte, die sehr viel von Douglas Adams‘ Geist transportiert, ohne den Versuch zu machen, den Meister kopieren zu wollen, stammt aus der Feder des versierten und mehrfach ausgezeichneten Comic-Autors Chris Ryall, der zudem ein großer Fan von Douglas Adams ist. Er entwickelte die Dirk Gentlys Holistische Detektei-Comics zusammen mit Arvind Ethan David, einem Schüler von Douglas Adams, der sich nach dessen Tod, in Absprache mit der Witwe des Autors, der Fortführung der Dirk Gently-Abenteuer verschrieben hat. Gemeinsam entwarfen sie die Comic-Idee, ebenso wie die Idee zur erfolgreichen und kongenial umgesetzten Dirk Gently-TV-Serie auf Netflix, mit Samuel Barnett als Dirk Gently und Elijah Wood als dessen widerwilligen Sidekick Todd Brotzman.
Arvind Ethan David ist ausführender Produzent der TV-Serie und übernimmt mit Nummer zwei auch die Comic-Reihe als Autor. Chris Ryall, der in der aktuellen Ausgabe von Panini Comics TV im Interview einiges zur Entstehung und den Hintergründen von Dirk Gently erzählt, hatte viel Spaß mit dem Start der Comics, meint aber: „Arvind hat mit Douglas Adams zusammengearbeitet. Er ist prädestiniert, die Geschichte weiterzuführen.“
In Arvind Ethan Davids Händen wird es auch liegen, die Comic-Reihe, die TV-Serie und die Romane, die ihre Handlungsstränge derzeit noch losgelöst voneinander verfolgen, zusammenzubringen. Chris Ryall: „Dazu kann ich noch nicht viel sagen, aber es scheint so, dass es Dirk Gently als eine Art interdimensionale Konstante gibt. Und Arvind wird die verschiedenen Dirks zusammenbringen.“ Dazu wird der Autor mit dem dritten Comic-Band auch die von Douglas Adams begonnene Story Lachs im Zweifel aufgreifen und weiterspinnen. Man darf also schon jetzt auf die zukünftigen Verwirrungen in der genial-chaotischen Welt von Dirk Gently gespannt sein.
Die zweite TV-Staffel läuft in den USA übrigens im Oktober an, Staffel drei ist in Planung. In Deutschland kehrt der Ermittler wohl im November auf die Mattscheibe zurück – bis dahin gibt es zum Glück den Comic: Dirk Gentlys Holistische Detektei: Schrödingers Katzenkiller, um die Wartezeit zu verkürzen.
Sie müssen unterscheiden zwischen „Wollern“, „Nicht-Wollern“ und „Nicht-Könnern“. Die „Woller“ wissen alles, die „Nicht-Woller“ wissen alles besser und die „Nicht-Könner“ wissen alles am besten! – V.I.N.Cent in „Das schwarze Loch“
Disclaimer
Ja, dieser Beitrag hängt seit über einem Jahr in der „Development Hell“ fest. Und das, obwohl er leider die ganze Zeit über aktuell geblieben ist. Je näher die Bundestagswahl 2017 rückte, desto aktueller wurde er, obwohl in der Zwischenzeit ein ein weiterer Eurovision Song Contest stattgefunden hat. Also dachte ich mir, okay, ich hau ihn noch raus, denn so langsam nervt es, wenn selbsternannte Patriotismusexperten auf allen Kanälen etwas von „Leitkultur“ blöken und meinen, alles sei doch so gut und schön. Nein, ist es nicht. Ein bekannter deutscher (!!) Dichter sagte mal: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.“ Und ein Teil dieses Schattens spiegelt sich ausgerechnet in einem Sängerwettstreit wieder.
Und das ganze erfuhr 2016 meine Aufmerksamkeit, obwohl der ESC des Jahres gar nicht so mein Interesse geweckt hatte. Gesehen habe ich ihn mehr oder minder zufällig und nicht vollständig. Doch die Teile, die ich tatsächlich live gesehen habe, machten mich neugierig, zeigten sie doch, wie unverkrampft das Ausrichterland Schweden mit der ganzen Veranstaltung umging und mit dem Parodie-Lied „Love Love, Peace Peace“ , bei dem es um den „perfekten“ ESC-Song geht, den meiner Meinung nach besten Beitrag des Abends ablieferte. Ich habe mir dann die anderen Beiträge mehr oder minder vollständig angesehen und ganz ehrlich, ich fand kein Lied, das meinem Geschmack nach besonders hervorstach. Wenn man die Lieder nacheinander einfach irgendwo im Radio gespielt hätte, wären sie jedem Dudelfunk würdig gewesen. Hätte man mich aber gefragt, welches Lied davon das beste sei, hätte ich mit beredtem Schweigen geantwortet. Ich kann nur ein Lied hervorheben, allerdings im negativen Sinne, denn der niederländische Beitrag hat mir nicht gefallen. Das liegt aber daran, dass Countrymusik generell nicht mein Fall ist und ein Countrysong sehr viel anstellen muss, um mir zu gefallen*. Bei mir hätte es demzufolge 25 Gewinner und einen Verlierer gegeben. Wenn die Niederländer beim ESC trotz meiner gegenteiligen Meinung gewonnen hätten, wäre das ein Drama gewesen? Nein. Warum sollte es? Achso, ja, weil Deutschland nicht gewonnen hätte – so wie es an jenen verhängnisvollen Samstag Abend des Jahres 2016 geschehen ist. Und oh man…
Nun, da sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt, kann das Spiel beginnen, das uns vom Drama einer Kultur berichtet…**
Deutsche Leidkultur
Seit dem Moment, als feststand, dass Jamala aus der Ukraine den ESC 2016 gewonnen hat, wurde das Internet, ganz besonders die sozialen Medien, mit Heulen und Zähneklappern geflutet. Ich gebe mal ein paar Zitate wieder (Namen gekürzt, eventuelle Rechtschreibfehler aus dem Original übernommen):
Wir können hinschicken, wen wir wollen. Die Deutschen werden eben nicht gemocht. – Gabi C.
Deutschland wird schon lange ignoriert , egal wer da singt. Deutschland ist nur gut wenn es ums bezahlen geht und jeden Highopie¹ ins Land lassen . – Petra M. H.
Den letzten Platz hat sie unserer Kanzlerin zu verdanken. Europa hasst Deutschland, eindeutiger geht es nicht. – Carsten C.
Danke Frau Merkel , das sie die ganze Welt gegen Deutschland gebracht haben , das schaffte nicht einmal der A….² – Jürgen H.
Wobei ich mich frage was Australien mit der EU zu tun hat – Stefanie H.
wir werden es auch nicht mehr anschauen. – Angela K., stellvertretend für viele Postings mit gleichem oder ähnlichem Inhalt
Warum bezahlt Deutschland weiter wenn wir eh letzter werden? Das Geld könnte in Deutschland sinnvoller verwendet werden. – Karin B.
Die Frage ist, warum ist Australien dabei?? Hab ich was verpasst, ist Australien in der EU??? – A. J.
Es gab aber auch andere Stimmen, zum Beispiel solche, die dem Jammern mit Humor begegnen:
Wir haben in den letzten 60 Jahren beim ESC 2 mal gewonnen das liegt bestimmt auch daran weil Frau Merkel vor 61 jahren geboren wurde ! (…) Die Merkel ist auch drann Schuld das es Pfingsten so kalt geworden ist . – Heinz S.
Hat was von DSDS (Deutschland sucht den Sündenbock) 😉 – Irene F.
Oder die auf Lücken in der Argumentation aufmerksam machten:
Wenn alles so Politisch sein soll beim ESC, dann wundert es mich das Australien so viele Punkte von Ihren „Europäischen Nachbarn“ bekommen haben… – La K.
Sorry soll jetzt jedes mal Deutschland gewinnen oder wie !!! – Rosaria M.
Einerseits sagen, dass alles politisch manipuliert wäre und im gleichen Atemzug darüber beschweren, dass wir vom Nachbarland keine Punkte bekommen haben. Finde den Fehler. – Sabine M.
Da rieb ich mir verwundert die Augen und fragte mich: „Hä?“ Aus einem Wettstreit mit Musik wird eine internationale Affaire, wenn nicht gar eine internationale Verschwörung gemacht. Wenn jemand in diesen Tagen ein Beispiel dafür gesucht hätte, was „typisch deutsch“ sei, dann wäre er hier fündig geworden. Lauter Menschen, die ganz genau wussten, dass es nur einen Grund gab, warum Deutschland verloren hat und der hatte natürlich nichts damit zu tun, dass anderen der deutsche Beitrag nicht gefallen hat. Neeeeein, alles abgekartet! Man mag die Deutschen nicht und Merkel ist schuld. Was anderes kommt überhaupt nicht in Frage. Ernsthaft? In dieser Diskussion – oder sagen wir lieber, in dieser Disziplin des „Sätze in die Welt husten“ – offenbaren sich ein paar gesellschaftliche Probleme. Mann kann die Reaktion auf den ESC also durchaus als Spiegel der Gesellschaft sehen.
„Europa hasst Deutschland“
Bei einigen Menschen herrscht ein Fehlverständnis dafür, was bei solchen Wettbewerben passiert. Die Aussage „Europa hasst Deutschland“ basiert auf gleich zwei grundsätzlichen Irrtümern, nämlich dass es sowohl ein Europa, als auch ein Deutschland gäbe, also eine homogene Masse von Menschen, die alle von nur einem Gedanken geleitet werden. … Merkwürdig wird es auch, wenn Menschen die Kanzlerin (und vornehmlich ihre Asylpolitik) verantwortlich gemacht werden, gleichzeitig aber betont wird, dass Deutschland ja nie gewinnen würde. Mal ganz davon abgesehen, dass das nicht stimmt, ist das ein Widerspruch in sich: Die letzten Male kann nicht die Asylpolitik der Kanzlerin verantwortlich gewesen sein, da sich die Situation gerade mit den Flüchtenden aus Syrien erst zwischen dem ESC davor und diesem überhaupt so verschärft hat.
„Das hat der deutsche Beitrag nicht verdient!“
Direkt in Zusammenhang mit der ersten Aussage ist immer wieder zu hören, dass die deutsche Sängerin es nicht verdient hätte, ganz hinten zu landen und es wird immer wieder als Beweis dafür herangezogen, dass die Abstimmung in dieser Art aus ganz anderen Gründen erfolgt sein muss. Das kann man schon als Verblendung sehen, denn es gab durchaus kritikwürdiges am deutschen Beitrag. Das Kostüm zum Beispiel, das ja schon sehr speziell ist. Ja, es ist ein Sängerwettbewerb, aber der erste Eindruck bei der Show entsteht nun mal visuell. Aber auch wenn wir solche Dinge außer acht lassen, gibt es Punkte, die einem hätten negativ auffallen können. Ich habe noch ganz genau im Kopf, was ich dachte, als Jamie-Lee ihren Auftritt hatte: „Meine Güte, bei der liegen ja die Nerven blank!“ Sowas ist sicherlich nicht nur mir aufgefallen. Und es gab sicherlich noch ein paar mehr, denen die Performance und / oder das Lied nicht gefallen hat. Manchmal trifft man halt den Nerv vieler Menschen mit einem Lied (man denke nur an Lena Mayer-Landruths nicht ganz gewöhnliches Englisch, das ihr aber offensichtlich Sympathiepunkte gebracht hat), und dann halt auch wieder nicht.
„Australien!? Wieso Australien???“
Jetzt kommt der interessante Brückenschlag zum heutigen Wahltag, und das Stichwort lautet „Fake News“. Gerade in den letzten Wochen haben sich reihenweise Falschmeldungen verbreitet, und sie kamen zur Hauptsache aus dem rechten Eck. Aber wieso wurden die so weiter verbreitet? Beim ESC gab es eine Fraktion, die sich lautstark über die Teilnahme von Australien aufregte, das ja gar nicht „in der EU“ sei. Nun, zunächst einmal ist der Eurovision Song Contest nicht nur EU-Mitgliedern vorbehalten (sonst dürften Länder wie die Schweiz oder die ganzen osteuropäischen Staaten ja auch nicht teilnehmen), aber hier wird schon ein Faktor klar: Es wird nicht mehr differenziert. Europa, EU, alles das gleiche. So gesehen ist es ja schon ein Wunder, dass diese Leute wissen, dass Australien auf der anderen Seite des Globus liegt. Und dann kommen die Kommentare: „Wieso ist Australien dabei?????³“ Gleich wird sich aufgeregt, denn noch ein Konkurrent verringert ja die Chance, dass die glorreiche deutsche Nation den Endsie… äh, ich meine, dass Deutschland den ESC gewinnt (etwas ähnliches erlebt man bei jeder Fußballweltmeisterschaft, da wird tatsächlich die Aussage getroffen, dass Deutschland den Titel so viel leichter erringen könnte, wenn nicht so viele andere Nationen teilnehmen würden).
Wie wäre es, wenn man statt sich gleich aufzuregen vielleicht mal nachdenkt? Australien liegt nicht in Europa, das ist richtig, aber vielleicht gibt es ja einen Grund, warum das Land am ESC teilnimmt? Respektive, vielleicht gibt es ja einen anderen Grund als den, Deutschland auf die letzten Plätze verdrängen zu wollen? Und nach ungefähr dreißig Sekunden Recherche habe ich auch schon die Antwort gefunden: „Australien trat 2015 laut Aussage der EBU als einmaliger Jubiläumsgast an und war direkt für das Finale qualifiziert. Seit 2016 nimmt Australien als assoziiertes Mitglied der EBU, entgegen vorheriger Aussagen, weiter am Wettbewerb teil. Es ist jedoch eine Qualifikation über eines der Semifinale nötig.[4][5][6] Sollte Australien gewinnen, würde der ESC aber nicht in Australien, sondern in einem europäischen Partnerland ausgetragen, das der verantwortliche Sender SBS frei wählen kann.“ So steht es in der Wikipedia. Alles ganz unspektakulär.
Aber man skandalisiert lieber. Man hält nicht inne, man fragt nicht: „Kann das sein? Was für Fakten gibt es?“ Ganz besonders, wenn man sich in eine Opferrolle begeben kann. Ja, immer die anderen. Es heißt ja: „Viel Feind, viel Ehr.“ Blöder Spruch. Er differenziert nicht, denn Feinde kann man sich auch schaffen, indem man einfach ein unerträgliches A*****ch ist. Der Spruch wird aber meist verwendet, um die eigene Position zu rechtfertigen. Alles, damit man selbst sich nicht ändern muss.
„Kennst Du den Faust?“ – „Den Doktor?“º
Tja, und wohin soll dieser Text jetzt gehen? Ich weiß es nicht. Es ist eine Beobachtung, die ich gemacht habe und die mich frustriert. Dieses Beispiel eines harmlosen Sängerwettbewerbs zeigt, wie verbissen manche, die hier leben, sind. Es wird immer die ganz große Nummer draus. Wenn man aber mit Logik daran geht, bleibt etwas zurück, das einfach nur noch lächerlich ist. Aha, alle anderen Nationen „hassen“ also „die Deutschen“. Und sie zahlen es „den Deutschen“ heim, indem sie sie nicht den ESC gewinnen lassen. Wow. Auf sowas muss man erstmal kommen. Beziehungsweise, lieber nicht. Die gleichen Leute reden dann gerne von der deutschen Kultur, wobei sie eine mehr Schlecht- als Rechtschreibung an den Tag legen, dass es einem Goethe oder Schiller gegraust hätte.
Ich würde jetzt gern was Schlaues schreiben. Einen einfachen Vorschlag zur Lösung dieses Problems. Aber den gibt es nicht. Es gibt nur die Lösung, zurückzutreten und versuchen, die Verschränkungen und Zusammenhänge zu erkennen. Und sich nicht gleich von der Skandalisierung packen zu lassen, stattdessen zu schauen, was es für harte Fakten gibt. Aber was rede ich? Es kriegen ja noch nicht einmal gestandene Journalisten hin, ein Zitat richtig einzuordnen. Nein, Peter Altmaier hat NICHT gesagt, man solle nicht wählen gehen. Aber selbst der Deutschlandfunk ist unfähig, das zu durchblicken.
Die Quittung für all das, das Verkürzen, das Nicht-Nachdenken, das Skandalisieren, das Sich-zum-Opfer-stilisieren, die werden wir heute Abend kriegen.
*= Lily Allens „It’s not fair“ wäre ein Beispiel eines Liedes im Countrystil, das mir gefällt, aber hauptsächlich deswegen, weil es die teilweise sehr spießig-konservativen Countrysongs auf die Schippe nimmt, indem hier eine Frau sehr deutlich davon singt, dass sie es nicht fair findet, dass ihr Freund beim Sex immer schneller fertig ist als sie.
**= Vorwort aus dem Lied „MfG“ von den Fanta 4, eigentlich die Eröffnung der deutschen Version der Show „Son & Lumière“ bei der Sphinx und den Pyramiden von Gizeh in Ägypten.
¹ = Vermutlich meint die Dame „Heiopei“.
² = Abkürzung „A….“ so im Originaltext geschrieben. Nach dem Motto, keiner soll merken, dass hier Angela Merkel wegen eines Sängerwettstreits mit Hitler verglichen wird.
³ = Terry Pratchett schreibt in einem seiner Bücher, dass fünf Ausrufezeichen ein sicheres Zeichen dafür seien, dass der Schreiber seine Unterhose auf dem Kopf trage. Auch wenn ich mir das nicht vorstellen möchte, denke ich, dass diese Aussage auch für andere im Überfluss verwendete Satzzeichen gilt.
º = Aus Goethes „Faust: Eine Tragödie“, „Vorspiel im Himmel“
So, nachdem der liebe Orry hier die letzten Monate schon die „Feiertage“ vom Phantastischen Projekt gewürdigt hat, melde ich mich nunmehr selber zu Wort, um das vorzeitige Ende dieser Reihe hier beim STAR COMMAND COMMUNIQUÉ zu verkünden. Allerdings nicht deswegen, weil wir nicht weitermachen, sondern weil sich in den letzten Monaten etwas Neues ergeben hat: Eine wunderschöne Seite mit einer wunderschönen kurzen Adresse, die ab heute das „Dach“ des Projekts bildet: phan.pro! Deswegen gibt es Hintergrundinformationen über das Projekt sowie den nagelneuen und brandheißen Newsletter ab sofort dort.
Der Augenzeugenbericht von Fred Dewilde, der das Attentat auf den Pariser Musik-Club überlebte, in einer beklemmend intensiven Comic-Dokumentation. Bild: Panini Comics
Fred Dewilde, geboren 1966, ist als Grafiker auf medizinische Illustrationen spezialisiert. Er lebt mit seiner Familie in einem Vorort von Paris und liebt Rockmusik. Als Fan der US-Band Eagles of Death Metal war er an jenem verhängnisvollen Abend des 13. Novembers 2015 im Pariser Kult-Club Bataclan, als Terroristen dort ein grauenvolles Blutbad anrichteten. Nach offiziellen Angaben starben 89 Besucher des Konzerts, Hunderte Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Fred Dewilde überlebte das Attentat mit viel Glück körperlich nahezu unversehrt, aber schwerst traumatisiert. Nun hat er, als Teil der Aufarbeitung des Erlebten, seine Erinnerung an die Geschehnisse in einem beeindruckenden und beklemmenden Comic zu Papier gebracht. Die deutsche Version des in Frankreich gefeierten Bandes Bataclan – Wie ich überlebte erschien am 19. September beim Panini Verlag im Album-Format.
„Mitten im Blut eines Toten habe ich gelegen. Mitten unter den zerfetzten Körpern war ich geschützt. Mitten unter den zerstörten Leben habe ich gedacht, dass ich mitten im Entsetzen und im Wahnsinn noch einmal die Chance bekommen habe, euch zu lieben.“ Mit diesen Worten beschreibt Fred Dewilde auf dem Umschlag des Bandes seine Gefühle, als er zwischen Leichen liegend darauf hoffte, seine Familie noch einmal wiedersehen zu können. In seinem Comic werden diese Gedanken zu düsteren Bildern. Durch das Zeichnen versuchte er, sie aus seinem Kopf auf das Papier zu verbannen. „Für ihn war das reine Therapie“, sagt Bettina Frank, die den Band bei Panini übersetzt und redaktionell betreut hat und mit dem Autor und Zeichner in persönlichem Kontakt steht. „Er hat mir erzählt, dass sich das Schlussbild des Comics so in seinen Kopf gebrannt hatte und er den Drang verspürte, den Comic zu zeichnen. Darin sah er einen Weg, mit der Sache abzuschließen.“
Für die Leser schuf Fred Dewilde einen gezeichneten Augenzeugenbericht, der – durchweg in Schwarz-Weiß gehalten – den gesamten Schrecken eindringlich wiedergibt, ohne dabei explizit zu werden. Die Terroristen stellt er als entmenschlichte Gestalten mit Totenschädeln dar; die Toten, inmitten derer er lag, als formlose Masse. Zwischen all den Leichen, so beschreibt er es im Comic, habe er mit einer weiteren Überlebenden, der schwer verletzten Élisa, neben der er lag, einen „Kokon der Menschlichkeit“ geschaffen, um sich von dem Wahnsinn um ihn herum abzuspalten. Diesem Stück Menschlichkeit inmitten der Unmenschlichkeit verdanke er sein Überleben, sagt er. Letztlich war es aber reiner Zufall, dass er nicht auch erschossen wurde. Die Frage nach dem Wieso und warum ausgerechnet er überlebt hat, macht ihm bis heute zu schaffen.
Im Anhang des Bandes betrachtet Fred Dewilde in einer Reihe von Texten Punkte, die im Comic selbst keinen Platz hatten. Er beschreibt dort zum Beispiel, wie sich sein Leben und er selbst nach Bataclan verändert haben, wie er überhaupt wieder ins Leben zurückfand. Er sinniert über Psychotherapie, Schuldgefühle, das Menschsein und den Wert von schwarzem Humor. Außerdem macht er sich Gedanken zu den Eagles of Death Metal, die nach dem Anschlag nicht nur positiv in Erscheinung traten, über den Islam und zur aktuellen Politik – dies im Übrigen sehr differenziert, ohne Hass und vor allem ohne verallgemeinernde Anschuldigungen. Auch die Anschläge von Brüssel, Nizza und auf die Redaktion von Charlie Hebdo bleiben nicht unerwähnt.
Bataclan – Wie ich überlebte ist ein beeindruckendes, sehr eindringliches und in Teilen schockierendes Zeitdokument. Alles andere als leichte Kost, aber ein Band, den man – auch mit Blick auf aktuelle Geschehnisse – unbedingt gelesen haben sollte.
Manchmal gibt es Serien, die die Fernsehlandschaft revolutionieren. Die Serien des „CSI“-Franchise kann man hier dazu zählen, setzten sie doch Maßstäbe, was Dramaturgie und Darstellung von Krimiserien betraf, sowie die Darstellung von Wissenschaft. Leider hat der Boom nicht ausgereicht, der Vernunft zu einer neuen Hochzeit zu verschaffen. Aber wenigstens wurde es versucht.
Von allen drei Serien sind nun Komplettboxen mit allen Folgen und allem Bonusmaterial erschienen. Wessen Sammlung also noch nicht vollständig ist, kann jetzt hier zuschlagen.
Auf unserer Webseite werden Cookies verwendet, um Ihnen die Nutzung so komfortabel wie möglich zu machen. Diese so genannten essentiellen Cookies werden in Ihrem Browser gespeichert, da sie für die Grundfunktionen der Website unerlässlich sind. Wir verwenden auch Cookies von Drittanbietern für Online-Werbung auf unseren Seiten. Diese Cookies werden nur mit Ihrer Zustimmung in Ihrem Browser gespeichert. Mit einem Klick hier stimmen Sie der Nutzung dieser zusätzlichen Cookies zu oder können sie ablehnen:
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may affect your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.