Noch neuere Geschichten von Vater und Sohn!

Autor/Zeichner Ulf K. plaudert über die Kult-Cartoons bei Panini Comics TV

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Erich Ohser alias e.o.plauen (1903 –1944), ist der Schöpfer der beliebten Vater und Sohn-Geschichten. Er erzählte in Bildern, ganz ohne Worte, die Episoden aus dem Leben des gutmütigen, schnauzbärtigen Vaters und seines pfiffigen Filius‘. Der Siegeszug dieser Bildgeschichten begann im Dezember 1934 in der Berliner Illustrirten und bis heute kennen und lieben noch viele die beiden Helden, denn der Charme und der Witz dieser zeitlosen Cartoon-Strips zündet auch noch in unserer heutigen, stark medialisierten Welt. Im letzten Jahr nutzte das Autoren/Zeichner-Duo Ulf K. (im Bild links) und Marc Lizano (im Bild rechts), zusammen mit Panini Comics, diesen Umstand zu einer Wiederbelebung des Klassikers: angemessen modernisiert und dennoch ganz in der Tradition der Vorlage. Und Neue Geschichten von Vater und Sohn knüpfte fast nahtlos an den Erfolg des Originals an. Nun erscheint Band zwei.

Am 13. Dezember 1934 wurde der erste Vater und Sohn-Strip Der schlechte Hausaufsatz in der Berliner Illustrirten Nummer 50 abgedruckt. Von da an wurde wöchentlich eine weitere Folge veröffentlicht. Die Beliebtheit der beiden Figuren und ihrer Abenteuer wuchs ständig, bis Ende 1937 mit Abschied die letzte Vater und Sohn-Geschichte abgedruckt wurde. Erich Ohser war müde geworden und wollte seine Figuren vor dem Zugriff der Nazis schützen. Er selbst geriet leider in die Fänge des Regimes, wurde inhaftiert und beging 1944 in der Haft Selbstmord.

Seine Figuren überdauerten das Dritte Reich und Ulf K. und Marc Lizano nahmen sich des Ohser-Vermächtnisses mit neuen Episoden an. Sie passten die beiden Charaktere optisch leicht an die Neuzeit an und änderten das ursprünglich schwarz-weiße Layout in eine monochrome Farbgebung, bei der im ersten Band Orange, im zweiten Band Blau den Ton bestimmen. Außerdem lassen die beiden Kreativen ihre Protagonisten auch längere Abenteuer erleben, die nicht auf das Maß einer Seite begrenzt sind.

In der fünften Folge von Panini Comics TV erklärt Ulf K. als Gast in der Sendung die Faszination der Bildgeschichten: „Vater und Sohn ist DER Klassiker der deutschen Comic-Geschichte schlechthin. Die Art von Comics, wie sie Erich Ohser gemacht hat, gab es weder davor noch danach.“

Zu seiner Zusammenarbeit mit dem Franzosen Marc Lizano sagt er: „Marc kenne ich seit gut 16 Jahren. Er hatte die Idee, diese Serie neu zu beleben. Er hat das Leben und Werk von Erich Ohser für sich entdeckt und fand es schade, dass die Figuren und ihre Geschichten nie weitergeführt worden sind, und so kam er auf die Idee, neue Geschichten zu erfinden.“

 

NEUE GESCHICHTEN VON VATER UND SOHN, Band 2*
HC l 72 Seiten l € 14,99 l ISBN 978-3-83323-328-9 l Erscheint am 26. November 2016

NEUE GESCHICHTEN VON VATER UND SOHN, Band 1*
HC | 72 Seiten | € 14,99 | ISBN 978-3-8332-3176-6 l Bereits erschienen

Hier klicken, um den Inhalt von ws-eu.amazon-adsystem.com anzuzeigen.

Hier klicken, um den Inhalt von ws-eu.amazon-adsystem.com anzuzeigen.

Quelle: Panini Comics


*= Sponsored Links, klick führt auf die Webseite von AMAZON.

Die Weltraum-Abenteuer von Mark Brandis als Comic

Der Berliner Michael Vogt gibt dem Roman- und Hörspiel-SciFi-Helden ein Gesicht. (c) Panini Comics
Der Berliner Michael Vogt gibt dem Roman- und Hörspiel-SciFi-Helden ein Gesicht. (c) Panini Comics

Die Weltraum-Abenteuer von Mark Brandis sind längst kein Geheimtipp mehr. An der bis heute ungebrochenen Beliebtheit der 31-teiligen Science-Fiction-Jugendbuchreihe, die der leider verstorbene Nikolai von Michalewsky in den 1970er und 80er Jahren schrieb, sind auch die gleichnamigen Hörspiele zu einem nicht unwesentlichen Teil beteiligt. Die Audio-Produktionen hatten von Beginn an ein extrem hohes Niveau und brachten ein eigenes Fan-Klientel hervor, das sich dann wiederum den Romanen zuwandte. Auf ähnlich hohem Niveau bewegt sich auch die soeben bei Panini erschienene Comic-Album-Adaption des ersten Mark Brandis-Romans mit dem Titel Bordbuch Delta VII.

Die Serie beginnt im Jahr 2119: Die Menschheit hat Raumstationen im Weltall errichtet und erforscht eifrig das Sonnensystem. Auf der Erde selbst herrscht ein fragiler Frieden zwischen den zwei Machtblöcken der Europäisch-Amerikanisch-Afrikanischen Union und den Vereinten Orientalischen Republiken. Auf den bereits kolonisierten Planeten Venus und Mars existieren kleinere Enklaven der Union, der politisch neutrale Mond ist eine Art Zukunfts-Las-Vegas.
Der Berliner Astronaut Mark Brandis ist Testpilot für neue Raumschiffe der neutralen Venus – Erde Gesellschaft für Astronautik (VEGA). Er und seine Crew sind unter dem Kommando von Commander John Harris für einige Wochen mit dem Prototypen Delta VII unterwegs, einem Raumschiff mit revolutionär schnellem Antrieb, als sie von einer alarmierenden Meldung überrascht werden: Die Organisation Reinigende Flamme hat auf der Erde gegen die Union geputscht und versucht binnen kürzester Zeit ein totalitäres Regime zu errichten. Für Mark Brandis heißt dies, dass er sich entscheiden muss, ob er Befehlen gehorchen oder seinem Gewissen folgen will. Eine Entscheidung für sein eigenes Wohl oder für das, woran er glaubt …

Der Berliner Zeichner und Illustrator Michael Vogt erstellte die Comic-Adaption des ersten Mark Brandis-Bandes. Er selbst ist, wie er im Interview mit Panini Comics TV sagt, seit seiner Jugend ein Fan der Weltraumabenteuer von Mark Brandis und war entsprechend begeistert, als er die Genehmigung zur Umsetzung des Plots bekam. Stilistisch wählte der Zeichner für seine Adaption einen Future-Retro-Stil, der sowohl dem SciFi-Aspekt als auch der Entstehungszeit der Romane gerecht wird, was Mode und Designs angeht.

Die Mark Brandis-Romane entstanden zur Zeit des Kalten Krieges, was auch ihren Inhalt prägt, der immanent Kriegstreiberei, Waffen-Lobbyismus, blinden Fortschrittsglauben, Umweltverschmutzung, Fremdenhass und Totalitarismus thematisiert und kritisiert. Themen, die heute leider wieder nahezu so aktuell sind, wie damals. Vogt war es daher wichtig, dass der Mark Brandis-Comic eine so zeitlose Aktualität widerspiegelt, wie es auch die Romane die Hörspiele tun. Außerdem wollte er für die Fans der Audio-Spiele möglichst passende Bilder zum Ton liefern. Das ist ihm nach Ansicht der Mark Brandis-Kenner auch hervorragend gelungen und viele freuen sich bereits auf die geplante Fortsetzung der Alben-Reihe.

Das Mark Brandis-Interview mit Michael Vogt ist Teil der fünften Panini Comics TV-Ausgabe und beginnt ab Time-Code 23:48.

MARK BRANDIS 1: BORDBUCH DELTA VII
Album / HC l 68 Seiten l € 16,99 l ISBN 978-3-95798-809-6 l Bereits erschienen!


WERBUNG

„Mark Branids 1: Bordbuch Delta VII“ kann hier bestellt werden! (Sponsored Link)

 

Hier klicken, um den Inhalt von ws-eu.amazon-adsystem.com anzuzeigen.

Die Graphic Novel „Drei Steine“ – ein mahnendes Werk gegen Rechtsradikalismus

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Nils Oskamp erzählt in seiner autobiografischen Graphic Novel Drei Steine die Geschichte seiner Jugend in den 1980er Jahren in Dortmund-Dorstfeld, wo er das Opfer rechter Gewalt wurde. Er dokumentiert, wie die rechtsradikalen Jugendlichen damals so gut wie ungestraft davonkamen und es später sogar bis in die Politik schafften.

Als ein Mitschüler in der Schulklasse den Holocaust leugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt sich Nils Oskamp dagegen auf und sagt seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe der Neonazis. Ab da beginnt ein Kampf, bei dem es für ihn bald um das nackte Überleben geht. Nils Oskamp zeigt in eindringlichen Bildern, wie die Lehrer und die Polizei die Bedrohung nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen. Die jugendlichen Schläger der Neonazis wurden von „Alten Kameraden“ angeworben und indoktriniert. Diese Seilschaften sind weiterhin aktiv und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen.

Nils Oskamp ist in Dortmund aufgewachsen und studierte im Ruhrgebiet Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. In Hamburg absolvierte er erfolgreich ein Trickfilmstudium und arbeitet dort als Illustrator für Werbung und Zeitschriften. Mit der Arbeit an Drei Steine begann er vor ein paar Jahren als Gastkünstler in der französischen Comic-Hauptstadt Angoulême.

Die Graphic Novel über seine Jugend, sein Leben mit der Angst und die Ohnmacht des Staats und der Bevölkerung gegenüber rechtsradikaler Gewalt, ist eine beeindruckende und beängstigende Mahnung an alle, die den Rechtsradikalismus verharmlosen. Ein Werk, das umso bedrückender ist, da es auch dokumentiert, dass die rechte Bedrohung inmitten unserer Gesellschaft wächst und gedeiht, und die Drahtzieher sich vielerorts an der Spitze von Politik und Wirtschaft positionieren konnten.

Am 28. Juni 2016 erscheint beim Panini Verlag die 160-seitige Graphic Novel Drei Steine als Hardcover-Ausgabe. Bereits jetzt im Mai veröffentlicht die Amadeu Antonio Stiftung eine gekürzte, 96-seitige Softcover-Schulbuchausgabe. Diese kann über die Webseite www.dreisteine.com für Schulen bestellt werden. Dort steht auch ergänzendes pädagogisches Begleitmaterial den Einsatz im Unterricht zur Verfügung.

Die Panini-Ausgabe für den Buch- und Comic-Fachhandel wird auf dem Comic Salon Erlangen (26. bis 29. Mai 2016) offiziell am Stand von Panini präsentiert und durch eine Drei Steine-Ausstellung begleitet. Nils Oskamp wird während des Salons für Signieraktionen am Verlagsstand anwesend sein, außerdem wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema seines Buchs geben.

Weitere Veranstaltungen:

12. Mai 2016
Buchpremiere in der Steinwache in Dortmund
Die Buchpremiere der Drei Steine-Schulbuchausgabe findet am 12. Mai 2016 in der Steinwache in Dortmund (19 Uhr, Steinstraße 50, 44147 Dortmund) statt. Begleitet wird die Präsentation von einer Podiumsrunde mit WAZ-Redakteur David Schraven, der auch Autor der Graphic Novel Weisse Wölfe ist, in der er sich mit den Dortmunder Neonazis der neuen Generation beschäftigt. Mit dabei ist auch Timo Reinfrank, der Programmleiter der Amadeu Antonio Stiftung, die unter anderem auch im Internet die Plattform Netz gegen Nazis betreibt.

20. Mai 2016
Launch der Graphic Novel Drei Steine
Autor Nils Oskamp wird seine von der Amadeu Antonio Stiftung geförderte Graphic Novel Drei Steine vorstellen und die Politikwissenschaftlerin Dr. Britta Schellenberg die dazugehörigen pädagogischen Begleitmaterialien. Die Veranstaltung findet in der Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin statt. Beginn ist um 16.30 Uhr.

26. bis 29. Mai 2016
Präsentation und Ausstellung beim internationalen Comic Salon Erlangen 2016
Auf der Bühne des Kleinen Saals in der Heinrich-Lades-Halle werden Originale, Studien, Dokumentation, Multimedia-Exponate und Leseproben gezeigt. Am Panini-Stand im gleichen Saal kann die Drei Steine-Hardcover-Ausgabe vor dem offiziellen EVT erworben werden und es finden täglich Signierstunden statt.

Links:

Drei Steine-Homepage mit dem pädagogischen Begleitmaterial

Web-Präsenz des Autors

Drei Steine auf Facebook

DREI STEINE
HC | 160 S. | € 19,99 | 978-3-95798-646-7 | Ab 28. Juni 2016 im Handel, vorab exklusiv erhältlich auf dem Comic Salon in Erlangen
>>>„Drei Steine“ von Nils Oskamp zum Vorbestellen bei AMAZON [Sponsored Link].

Quelle: Panini Comics

Batman in Berlin!

Der Dunkle Ritter jagt den irren Joker durch die Hauptstadt und andere europäische Metropolen

(c) Panini Comics / DC
(c) Panini Comics / DC

Mit Batman Europa hat ein Projekt endlich das Licht der Welt erblickt, dessen Wurzeln einige Jahre in die Vergangenheit reichen, und es darf als ein wirklich ganz besonderes Stück DC-Comic-Kult angesehen werden. Die Story des Zweiteilers allein ist schon ein riesiger Lesespaß, gewinnt aber noch mehr durch die vielen bildgewordenen Wegmarken, an denen man die wilde Jagd von Batman und dem Joker durch die Metropolen Europas verfolgen kann. Natürlich profitiert das Werk auch vom Können der federführenden Zeichner: Jim Lee und Giuseppe Camuncoli.

DC-Kopf Jim Lee verbrachte einige Jahre in Italien und Deutschland, bevor er in den USA zum Comic-Superstar aufstieg. Schon damals erzählte er Eingeweihten von seiner Idee, Batman einmal ein Abenteuer in Europa erleben zu lassen. Welche Gründe dafür gesorgt haben mögen, dass es nun einige Jahre gedauert hat, bis das Projekt zu Druckreife gelangte, ist irrelevant – wichtig ist nur, dass Batman erstmals auch mit den Schatten unter anderem der Berliner Nacht verschmilzt.

Als der Dunkle Ritter mit einem tödlichen Virus infiziert wird, muss er sich mit seinem Erzfeind Joker verbünden, um ein Heilmittel zu finden. Die Suche nach dem Serum wird eine gefährliche Schnitzeljagd durch Europa, gegen die Zeit und letztlich auch gegen einander! Zwar reisen Batman und der irre Clown zunächst gemeinsam nach Berlin, um in der deutschen Hauptstadt mehr über den Ursprung der Infektion herauszufinden, aber Batman weiß, dass er dem Joker nicht trauen kann.

Brian Azzarello und Matteo Casali haben die Story für diesen rasanten Batman-Thriller geschrieben und kein Geringerer als DC-Ikone Jim Lee, zusammen mit dem kongenialen italienischen Zeichner-Star Giuseppe Camuncoli, sorgte für die bildhafte Umsetzung.

Teil eins des Zweiteilers kommt am heutigen 3. Mai 2016 offiziell auf den Markt, und für den Comic-Salon in Erlangen (26. bis 29. Mai 2016) hält Panini Comics ein limitiertes Variant-Cover der Nummer eins bereit. Teil zwei erscheint dann im Juni 2016. Auch für diese Ausgabe wird es ein Variant-Cover geben, das die Fans bei der Comic Con Germany in Stuttgart (25. bis 26. Juni 2016) erwerben und dort zudem von Gaststar Giuseppe Camuncoli signieren lassen können.

BATMAN: EUROPA, 1 VON 2
SC | 64 S. | € 5,99 | Ab 3. Mai 2016 im Handel
>>>Zum Bestellen über AMAZON.de [Sponsored Link]

Quelle: Panini Comics

Drei Panini-Titel sind für den Max- und Moritz-Preis 2016 nominiert!

Das Leben ist kein Ponyhof, Die Toten und Ms. Marvel können beim Comic Salon in Erlangen auf den Preis hoffen

Bild: Panini Comics
Bild: Panini Comics

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons Erlangen 2016 (26. – 29. Mai) wird zum 17. Mal der Max und Moritz-Preis verliehen, die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum. 25 Titel sind nominiert, sieben von zehn Preisträgern werden erst am 27. Mai 2016 im Rahmen der Max und Moritz-Gala bekannt gegeben. Nach Marvin Cilfford, der für Schisslaweng im Jahr 2014 mit dem Preis ausgezeichnet wurde, ist Panini in diesem Jahr gleich mit drei Titeln in der Nominierungsliste vertreten: Das Leben ist kein Ponyhof, Sarah Burrinis Cartoons aus der Nerd-WG, Die Toten, die Zombie-Apokalypse auf deutschen Boden, gezeichnet von deutschen Comic-Künstlern, und die Marvel-Superhelden-Serie Ms. Marvel, mit den Abenteuern der ersten muslimische Superheldin.

Der Max und Moritz-Preis wird als die bedeutendste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschen Sprachraum angesehen. Er wird durch eine von der Stadt Erlangen berufene unabhängige Fachjury vergeben und trägt seit über 30 Jahren wesentlich zur künstlerischen und gesellschaftlichen Anerkennung des Comics bei. Mit dem Preis wird die Arbeit herausragender Künstlerinnen und Künstler gewürdigt, verdienstvolle Verlagsarbeit bestärkt, auf Nachwuchstalente aufmerksam gemacht und die qualitative Auseinandersetzung über grafische Literatur gefördert. Die komplette Nominierungsliste findet sich hier – dies sind Auszüge daraus, zur Nominierung der Panini-Titel:

Der Web-Comic Das Leben ist kein Ponyhof geht inzwischen ins siebte Jahr und ist nichts weniger als die großartige Kunst- und Charakterperformance einer Comic-Schaffenden, die an Jahren noch jung, an Ehrungen schon reich ist. Die Printausgabe von Panini gibt Einblick in Burrinis klassischen Vierbild-Strip, doch erst die digitale Präsenz im Netz (jede Woche neu) zeigt das volle Ausmaß ihrer zeichnerischen Kompetenz und Experimentierlust, ihrer Freude an Vernetzung mit Gleichgesinnten und ihrer sonnigen Art, im Blog zum Strip Leser anzusprechen, die die gute Laune in der Kommentarspalte erwidern. Ausgangspunkt der Strips ist der Alltag einer Zeichnerin (Sarah), die mit einem Pony, einem Pilz und einem Elefanten in einer WG lebt. Es versteht sich von selbst, dass sich damit alle Themen der Welt, der Weltgeschichte, und des gleichgültigen Universums abdecken lassen.

Einer der innovativsten deutschen Comics der letzten Jahre ist die von den beiden Zwerchfell-Herausgebern Stefan Dinter und Christopher Tauber erschaffene Zombie-Reihe Die Toten, die inzwischen bei Panini auch ein breiteres Publikum erreicht. Und das völlig zu Recht, präsentiert die Anthologie-Reihe doch in jeder Ausgabe mehrere Kurzgeschichten verschiedener Zeichner und Szenaristen, die zu den interessantesten zeitgenössischen Comic-Künstlern der deutschsprachigen Szene gehören – darunter Ingo Römling, Boris Kiselicki, Christina Reigber, Andreas Völlinger oder Boris Koch. Das wirklich Besondere an der Reihe ist, dass wir hier live dabei sind, wie direkt vor Ort in Deutschland eine Zombie-Epidemie ausbricht. Jetzt werden also nicht mehr nur amerikanische Großstädte von Untoten bevölkert – nein, jetzt sind endlich auch mal Bochum, Potsdam oder Bad Homburg dran!

Ms. Marvel von G. Willow Wilson und Adrian Alphona, Übersetzung: Carolin Hidalgo: Strenge Eltern, die den abendlichen Party-Besuch untersagen, nervige Mitschülerinnen, die sich über Muslime lustig machen und Stress mit Jungs – Kamala Khan, Tochter pakistanischer Einwanderer, schlägt sich in New Jersey mit den üblichen Teenager-Problemen herum. Wie es sich für einen echten Nerd gehört, flüchtet sie sich in das Zeichnen von Avengers-Fan-Fiction und träumt davon, selbst eine intergalaktische Superheldin zu werden – bis genau dies eines Abends geschieht. Ein kosmischer Zufall macht sie zu Ms. Marvel – inklusive klassischem Outfit mit hohen Stiefeln, kurzem Rock und blonden Haaren. Doch während sie langsam aber sicher lernt, mit ihren neuen gestaltwandlerischen Superkräften umzugehen, wird Kamala klar, dass sie diese Art Verkleidung gar nicht nötig hat, um für das Gute einzutreten, und dass das selbstgeschneiderte Kostüm aus einem alten Burkini im Grunde viel besser zu ihr passt. Erstaunlich, wie gut sich das Superheldengenre eignet, kluge und einfühlsame Geschichten über den Alltag zwischen verschiedenen Kulturen zu erzählen!

MS. MARVEL
SC | 124 S. | € 16,99 | Bereits erhältlich Band 1 & 2, Band 3 ab 10. Mai 2016
>>>„Ms. Marvel: Bd. 1: Meta-Morphose“ bei AMAZON.de.
>>>„Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen“ bei AMAZON.de.
>>>„Ms. Marvel: Bd. 3: Der Ernst des Lebens“ bei AMAZON.de.

DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF
SC | 96 S. | € 12,99 | Bereits erhältlich Band 1 & 2
>>>„Das Leben ist kein Ponyhof: Bd. 1“ bei AMZON.de.
>>>„Das Leben ist kein Ponyhof: Bd. 2: Willkommen in der Realität“ bei AMAZON.de.

DIE TOTEN
SC | 124 S. | € 16,99 | Bereits erhältlich Band 1 & 2
>>>„Die Toten: Bd. 1“ bei AMAZON.de.
>>>„Die Toten: Bd. 2“ bei AMAZON.de.

Quelle: Panini Comics

STAR WARS Comics Nr. 5: Darth Vader

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Was bisher geschah:
Darth Vader ist beim Imperator in Ungnade gefallen. Nicht nur hat er es zugelassen, dass die Rebellen den Todesstern vernichten, er hat auch die Zerstörung der imperialen Anlagen auf CYMOON nicht verhindern können. Da der Todesstern als „Furchtinstrument“ gedacht war, das als Druckmittel gegenüber den Sternsystemen den Senat ersetzen sollte, gerät das Imperium in unruhiges Fahrwasser. Der Imperator entzieht Vader das Vertrauen und setzt ihm Großgeneral Tagge vor die Nase, der ihn überwachen soll. Vader findet jedoch heraus, dass Tagges Adjudant mit Schmugglern in Verbidung stand, die imperiale Transporte überfallen haben. Er entscheidet, eigene Intrigen zu schmieden, um hinter den Plan des Imperators zu kommen…

„Da gerade niemand hier ist, den es zu töten gilt – wie kann ich behilflich sein?“

-Tripel-Zero

Vader möchte mehr über die neuen Kontakte des Imperators erfahren und eine eigene Armee aufstellen, damit er schlagkräftiger agieren kann. Dazu bedient er sich der Archäologin Doktor Aphra, die Spezialistin für alte Waffensysteme ist. Sie aktiviert den Folterdroiden Tripel-Zero und den Blastomech-Prototyp BT-1. Dann führt sie den dunklen Lord der Sith nach Geonosis, wo er seine gewünschte Armee erhalten soll…

Rezension

Oh wow! Der Comic schafft den Spagat zwischen „sehr dunkel“ und „amüsant“. Und er ist voller raffinierter Einfälle. Doktor Aphra kommt am Anfang wie ein weiblicher Indiana Jones rüber (was durchaus beabsichtigt ist, beispielsweise beklagt sie sich, dass das Stück, das sie aus einem Museum stehlen will, in ein Waffenarsel gehört – was ein Spiegelbild der Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ ist, wo Indy lauthals betont, das „Kreuz von Coronado“ gehört in ein Museum und nicht in Privatbesitz), aber es wird sehr schnell klar, dass sie alles andere als idealistisch ist. Sie ist eine Söldnerin, skrupellos und zudem eine glühende Verehrerin von Darth Vader. Als dieser sie anheuert, ihm eine Armee zu beschaffen, hat sie keine Probleme damit, die zwei Droiden, die sie eigentlich für einen anderen Auftrag beschaffen sollte, ihm zu überlassen. Und da sind wir beim tief-dunklen Teil: diese Droiden sind – auch wiederum beabsichtigt – wie dunkle Spiegelbilder von C3PO und R2-D2. 0-0-0 oder „Triple-Zero“ sieht aus wie C3PO, nur ist seine Außenhülle dunkelgrau. Er stellt sich genau so über-höflich vor wie sein goldenes Ebenbild, aber Tripel-Zero ist ein eiskalter Folter-Droide. Seine Fähigkeiten darf er dann im Verlauf der Geschichte auch noch unter Beweis stellen. BT-1 ist von der Grundform her ein Astromech-Droide, allerdings ist sein Kopfteil zylindrisch (wie der Droide, den Owen Lars auf Tattoine eigentlich ursprünglich statt R2 kaufen wollte), seine Außenhülle ist ebenfalls dunkelgrau und statt nützlicher Instrumente hat er unter seiner Blechhülle verschiedenste Arten von (unter anderem auch Flammenwerfer). Die ganze Atmosphäre der Geschichte passt verdammt gut zu einer Handlung, in der es um den dunklen Lord der Sith geht. Sehr gut gelungen finde ich auch die Einbindung von Schauplätzen aus der Prequel-Trilogie, in dem Fall von Geonosis.

Die Comics sind dazu gedacht, gewisse Lücken zu schließen, die die STAR-WARS-Filme hinterlassen haben. Was Darth Vader betrifft, schaffen sie das sehr gut und man kann gespannt sein, wie sein persönlicher Feldzug weitergeht (auch wenn man weiß, dass alles letztlich in DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK mündet). Die Geschichte von Luke Skywalker hatte einige sehr gute Anklänge, nun bleibt abzuwarten, wie es bei ihm weitergeht. Allerdings: Das war der letzte Comic dieser Heftreihe, der dieses Jahr und vor der Premiere von DAS ERWACHEN DER MACHT erscheint. In einem anderen Artikel werde ich noch einen Blick auf die Sonderpublikation „Prinzessin Leia“ werfen, aber ansonsten wird der nächste Artikel zum Thema „STAR WARS“ eine Rezension über den Film sein.

Noch 13 Tage…

 

STAR WARS Comics Nr. 4: Darth Vader

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Was bisher geschah:
Die Rebellen haben die Fertigungsanlagen des Imperiums auf Cymoon sabotiert, dabei hatte Luke Skywalker eine verheerende Begegnung mit Darth Vader. Nicht nur ist Vader nun endgültig auf den machtbegabten Jungen aufmerksam geworden, Luke ist völlig am Boden zerstört, da er im Vergleich zu Vader ein wahrhaft blutiger Anfänger ist. Er kehrt nach Tattooine zurück, um in den Hinterlassenschaften von Obi-Wan Kenobi einen Hinweis auf die Wege der Jedi zu finden. Gleichzeitig suchen Prinzessin Leia und Han Solo nach einem neuen Versteck für die Rebellion, werden allerdings von einer merkwürdigen Erscheinung aufgespürt: Sana Solo – Han Solos Ehefrau…

„Ein Lord der Sith, der Fragen stellt und erwartet, dass ihm widerstandslos geantwortet wird? Ihr seid ein armseliger Schüler, wenn Ihr das glaubt.“

-Imperator Palpatine

Darth Vader tritt vor Imperator Palpatine, um die Verantwortung für die Vernichtung des Todessterns und des Angriffs der Rebellen auf Cymoon zu übernehmen. Und der Imperator ist mehr als Willens, ihn zu bestrafen. Mit der Vernichtung des Todessterns ist das Imperium instabil geworden, der Senat wurde abgeschafft und die Kampfstation, die den System Furcht vor dem Imperium einflößen sollte, ist vernichtet. Palpatine erkennt an, dass sowohl Tarkin als auch andere Führungsoffiziere die Verwundbarkeit des Todessterns falsch eingeschätzt hatten. Der einzige, der widersprach, war General Tagge (das war der General, der in der Konferenz der Führungsoffiziere auf dem Todesstern anmahnte, dass es möglich wäre, dass die Rebellen eine Schwäche in den Plänen entdecken und sie ausnutzen). Er konnte dem Desaster entkommen, bevor der Todesstern explodiert ist und der Imperator will kein Risiko eingehen: So lange der zweite Todesstern gebaut wird, hat Tagge das Kommando – auch über Vader. Außerdem trifft sich der Imperator mit einer zwielichtigen Person, über die er Vader jede Auskunft verweigert. Im Gegenzug verschweigt Vader, dass er Luke Skywalker entdeckt und Obi-Wan Kenobi im Duell gegenüber getreten ist. Er beginnt seine eigene Konspiration, allerdings bekommt er von Tagge – jetzt Großgeneral – einen Adjudanten zugeteilt, der ihn genau überwachen soll…

Rezension

„Jetzt aber kommen wir zu etwas völlig anderem“, so hieß es bei Monty Python immer. Und Monty Python hat wohl auch Einzug ins Star-Wars-Universum gefunden, denn zu keinem Zeitpunkt der Geschichte in diesem Heft kehren wir zu Luke oder Leia und Han zurück. Wir erfahren nicht, welche Entdeckung Luke in Obi-Wans Aufzeichnungen gemacht hat oder was es mit der geheimnisvollen „Ehefrau“ auf sich hat, die plötzlich aufgetaucht ist. Das ist ein kleines Manko.

Die Geschichte um Darth Vader hat es dafür in sich. In der „Thrawn-Trilogie“ wurde damals gesagt, Vader habe seinen Arm durch den Imperator verloren, weil er für die Zerstörung des Todessterns verantwortlich gewesen sei (was nicht stimmte, aber der Autor Timothy Zahn kannte die Prequels natürlich noch nicht). Das zeichnete ein ziemlich brutales Bild vom Imperator. Der Imperator des neuen „Expanded Universe“ ist nicht minder grausam, aber nicht auf die direkte Weise. Er entzieht Vader das Vertrauen, macht ihn zum Handlanger von Großgeneral Tagge und weiht ihn nicht in alle Pläne ein. Vader lässt das aber nicht auf sich sitzen und arbeitet an eigenen Plänen: Nicht nur will er genau wissen, wer dieser X-Wing-Pilot ist, der den Todesstern zerstört hat und Anakin Skywalkers Lichtschwert trägt, er will auch die Pläne des Imperators aufdecken und sich der Kontrolle von Tagge entziehen.

Die Erzählweise selbst ist für STAR WARS ein wenig ungewohnt: Zuerst wird ein Handlungsstrang erzählt, der sich mit den Rebellen beschäftigt („Skywalker schlägt zu!“), jetzt erfahren wir eine Geschichte rein aus der Perspektive von Darth Vader. Das erinnert stark an die Romane vom „Herrn der Ringe“, wo die Handlungsfäden von Frodo, Sam und Gollum auf der einen, und Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli auf der anderen Seite auch strikt getrennt erzählt wurden. Für den Film wurde das geändert, da die Erzählweise nicht so gut in ein visuelles Medium passt – und genau so ist es bei STAR WARS. Hier wird also ein anderer Stil verwendet, als in den Filmen, wobei ich selbst noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Ja, die Geschichte ist geradliniger, wenn sie nicht ständig unterbrochen wird, auf der anderen Seite würde ich aber auch gerne wissen, wie es bei den Rebellen weitergeht. Aber vorerst bleibt der Fokus auf Darth Vader. Mal sehen, was der Lord der Sith noch ausheckt.

Das nächste Heft ist für den 16. Dezember angekündigt, genau einen Tag vor der Premiere von EPISODE VII.

STAR WARS Comics Nr. 3: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Was bisher geschah:
Der Versuch der Rebellen, die imperialen Anlagen von CYMOON zu sabotieren, gelingt. Doch es ist zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und dem Sith-Lord Darth Vader gekommen. Lukes Selbstvertrauen ist auf dem Nullpunkt, da er Vader nichts entgegenzusetzen hatte. Vader wiederum ist brennend daran interessiert, den Rebellen, der den Todesstern zerstört hat, in seine Finger zu bekommen. Er heuert Kopfgeldjäger an. Leia macht sich indessen Sorge um die Zukunft der Rebellion. Die Rebellen brauchen dringend eine neue Basis.

„Du hattest Recht. Ich sollte Dich lebendig ausliefern. Aber das heißt nur, Du solltest noch ‚atmen'“.

– Boba Fett

Luke Skywalker ist nach Tatooine zurückgekehrt. Er hofft, in Kenobis Hütte etwas zu finden, das ihn in seinem Streben, ein Jedi zu werden, weiterhelfen wird. Aber nicht nur er sucht in der Hütte nach etwas Brauchbarem, auch die Sandleute  – und ein skrupelloser Kopfgeldjäger…

Gleichzeitig brechen Leia Organa und Han Solo in einem gestohlenen Shuttle des Imperiums auf, um einen Planeten zu finden, auf dem sie eine neue Rebellenbasis errichten können (die alte auf dem Mond von Yavin IV musste geräumt werden, da sie ja dem Imperium bekannt war). Han verhält sich nicht sonderlich geschickt bei einer überraschenden Begegnung mit zwei TIE-Jägern und führt die Prinzessin notgedrungen zu einem alten Schmugglerversteck. Doch dort kommt es zu einer folgenschweren Begegnung…

Rezension

Jetzt erkennt man so langsam ein Muster: Während der Handlungsbogen um Luke und seinen Versuch, mehr Wissen über die Wege der Jedi herauszufinden, in diesem Heft ein vorläufiges Ende findet, beginnt ein anderer Handlungsbogen und Leia und Han Solo. Und der Handlungsbogen um Luke dürfte direkt in den nächsten führen, der in Heft 4 beginnt. Auch diesem Comic gelingt es, den Hintergrund der Filme mit Leben zu füllen. Das Auftreten von Boba Fett ist sehr gut umgesetzt, so dass man mehr über die Verbindung zwischen ihm und Vader erfährt (und das ist mehr als in „Das Imperium schlägt zurück“, wo ja nicht einmal sein Name genannt wird). Es gibt allerdings auch etwas, das mir etwas negativ aufgestoßen ist, da es sich hierbei allerdings um einen wichtigen Plot-Punkt handelt, hier estmal eine…

SPOILERWARNUNG! Ab hier Weiterlesen auf eigene Verantwortung!

Gene Roddenberry hatte für „Star Trek – The Next Generation“ etliche Vorgaben gemacht, was die Geschichten um die ENTERPRISE-D enthalten durften und was nicht. Unter anderem hatte er von vornherein ausgeschlossen, dass es Geschichten um plötzlich auftauchende Familienangehörige der Hauptfiguren, von denen man vorher noch nie gehört hatte, geben sollte. Roddenberry mag ein paar merkwürdige Entscheidungen um TNG getroffen haben, aber mit dieser Vorgabe hatte er absolut Recht. Eine Geschichte zu entwerfen, in der eine der Hauptfiguren plötzlich und überraschend Besuch von einem Verwandten bekommt, von dem noch nie zuvor die Rede war oder dass der Figur noch nicht mal bewusst war, dass es diesen Verwandten gibt, ist einfallslos und platt. Eine solche Geschichte schreibt sich fast von selbst, da das Spannungselement immer das gleiche ist: Die große Frage, wo kommt der / die Fremde her? Warum wusste man bisher nichts von ihm / ihr? Und wie reagiert die Hauptfigur auf die Anwesenheit dieser fremden Person, die gleichzeitig doch zur Familie gehört? Oder falls die Hauptfigur doch von der Existenz des Familienmitglieds wusste, warum hat sie es bisher geheimgehalten? Man sieht, die Möglichkeiten, eine Geschichte draus zu entwickeln, sind begrenzt.
Wenn man schon dergleichen einführen will, ist es wichtig, irgendwann mal vorher einen Fingerzeig zu geben, dass es da jemand geben könnte. Das ist wesentlich raffinierter, aber auch schwieriger, da der Fingerzeig nicht so auffällig sein darf, dass die Leser / Zuschauer schon ahnen, was da kommt.

Warum ich über sowas schreibe? Ganz einfach: Die Person, die Leia und Solo überrascht, als die beiden auf einem fremden Planeten unterwegs sind und eine Unterschlupfmöglichkeit für die Rebellen suchen, stellt sich als Sana Solo vor – Han Solos Frau! Das ist bemerkenswert besonders im Hinblick darauf, dass Han seit dem Abflug von der Rebellenflotte die ganze Zeit versucht, mit Leia zu flirten. Das Auftauchen einer Ehefrau erscheint hier nur als Trickeffekt, denn der Weg ist vorgezeichnet. Es gibt nur drei Möglichkeiten:

  • Sie ist wirklich Han Solos Frau. Das wäre… mäh.
  • Sie ist irgendwie Han Solos Frau, oder aber auch nicht wirklich. Auch… mäh.
  • Sie ist gar nicht Han Solos Frau. Das wäre… mäh.

Ich weiß nicht, was die Autoren geritten hat, schon in dieser frühen Phase des neuen Expanded Universe auf so einen Trick zurückzugreifen. Ich hoffe, dass die Auflösung dieser Geschichte im nächsten Heft doch irgendwie überraschender ist, als es sich im Moment ankündigt.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass die Enthüllung von Solos Frau den Cliffhanger dieses Handlungsstrangs bildet. Das ist ja gleich ein doppeltes Klischee.

Leider ein Minuspunkt in einer ansonsten gut gelungenen Geschichte. Was Luke Skywalker und Darth Vader angeht, so bin ich schon auf den neuen Handlungsbogen „Vader“ gespannt.

 

 

STAR WARS Comics Nr. 2: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Was bisher geschah:
Ein Stoßtrupp der Rebellen, bestehend aus Prinzessin Leia, Han, Chewbacca, Luke und den Doiden R2D2 und C3PO sind in die Anlangen der imperialen Produktionswelt CYMOON 1 eingedrungen, um deren Hauptreaktor zu sabotieren und die Anlagen so zu zerstören. Die Aktion läuft allerdings nicht so wie geplant: Zuerst stoßen die Rebellen auf gefangene Sklaven, dann wird C3PO, der den Millenium Falcon bewachen soll, von Einheimischen auseinander genommen und verschleppt, und dann taucht auch noch Darth Vader persönlich auf.

„Die dunkle Seite gewinnt immer, Obi-Wan. Das solltest Du inzwischen wissen.“

– Darth Vader

Um zu entkommen, müssen die Rebellen mehrfach ihre Kreativität spielen lassen. Nach der kurzen Begegnung mit Luke Skywalker ist Darth Vader wie besessen, ihn in seine Finger zu bekommen. Er erkennt, dass Luke von Obi-Wan unterwiesen worden sein muss, aber noch kein Jedi ist. Während sich den Rebellen eine ganze Streitmacht entgegenstellt, gelingt es Chewbacca, C3PO zu retten und den Falken startklar zu machen. Luke fliegt mit einem Speederbike zurück in die Fabrik, da es imperialen Offizieren mittlerweile gelungen war, die Kernschmelze des Reaktors aufzuhalten. Vader nimmt ihn ins Visier, im letzten Moment – und vor der Explosion des Reaktors – können sich allerdings alle an Bord des Falken in Sicherheit bringen und flüchten. Aber die Episode hat bei allen bleibenden Eindruck hinterlassen: Vader fliegt nach Tatooine, um mit Jabba the Hutt Kontakt aufzunehmen. Nach dem Verlust von CYMOON braucht das Imperium neue Materialwege. Außerdem rekrutiert Vader ein paar Kopfgeldjäger, um Luke zu finden.
Luke seinerseits ist völlig demotiviert. Die Begegnung mit Vader hat ihm gezeigt, dass er nicht mal in Ansätzen ein Jedi ist. Da er nicht weiß, wer ihn unterweisen soll, beschließt er, Kenobis Haus auf Tatooine aufzusuchen, in der Hoffnung, dort antworten zu finden. Doch dort schwärmen gerade die Kopfgeldjäger aus…

Rezension

Die Geschichte geht rasant weiter wie in Band 1 und wieder gelingt den Autoren diese Balance zwischen dem, was schon bekannt ist und der neuen Geschichte: Obwohl man weiß, wohin die Handlung führen muss, fragt man sich doch, wie es genau weiter geht. Durch das Einführen der Kopfgeldjäger bekommt die entsprechende Szene in „Das Imperium schlägt zurück“ etwas mehr Hintergrund und deren Auftauchen kommt nicht ganz so plötzlich und unerwartet. Einen kleinen Kritikpunkt meinerseits gibt es allerdings: Durch eine geschickte Überleitung drückt sich die Geschichte darum, genau zu erklären, wie die Rebellen auf CYMOON sich zum Falken retten konnten. Da hätte ich mir ein wenig mehr Kreativität erhofft. Aber das ist wie gesagt nur ein kleiner Kritikpunkt. Die Geschichte ist gut geschrieben und die Zeichnungen von der gleichen hohen Qualität. Die Filmfiguren sind sehr gut getroffen und neue Figuren fügen sich nahtlos ein. Der Boden für die Zukunft wird gut vorbereitet: In einer Besprechungsszene an Bord des Rebellenflaggschiffs ist nicht nur General Dodonna zu sehen (aus Episode IV), sondern auch Mon Mothma und Admiral Ackbar.

Es ist zwar erst Heft 2, aber ich muss sagen, bislang bereue ich das Abonnement der Comicreihe nicht. Ich bin gespannt auf das Finale der Geschichte „Skywalker Strikes“, das im Oktober erscheinen wird.

 

STAR WARS Comics Nr. 1: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Der junge Rebellenpilot Luke Skywalker hat die größte Waffe des GALAKTISCHEN IMPERIUMS, den TODESSTERN, zerstört. Die imperialen Streitkräfte sind in Unruhe und die Rebellen versuchen, ihren Vorteil zu nutzen, indem sie in den fernen Tiefen des Weltraums eine wagemutige Offensive starten – in der Hoffnung, das Imperium ein für alle Mal zu besigen, um der Galaxis endlich wieder die Freiheit zurück zu bringen…

„Ich habe viele Väter getötet. Da musst Du schon konkreter werden.“

– Darth Vader zu Luke Skywalker

Die Offensive als „wagemutig“ zu bezeichnen, ist dabei noch eine Untertreibung: Ein kleines Vorauskommando, bestehend aus Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker, Chewbacca, R2D2 und C3PO dringt auf die corellianische Industriewelt CYMOON 1 vor. Sie wollen den Hauptreaktor der dortigen Fabrik zur Explosion bringen, was die Anlangen, in denen das Imperium einen großen Teil seiner Fahrzeuge fabrizieren lässt, zerstören würde. Zunächst funktioniert alles nach Plan, doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder: Luke entdeckt einen Zellentrakt mit Gefangenen, die er befreien will, der Millennium-Falke, der für die Flucht gedacht war, wird von einheimischen Plünderern auseinander genommen und außerdem trifft ein Unterhändler des Imperiums ein, der eigentlich darauf eingestellt ist, ein Geschäft mit Jabba dem Hutten unter Dach und Fach zu bringen: Darth Vader…

2015 – Das STAR-WARS-Jahr

Nun werden die Schatten, die die Episode VII von STAR WARS vorauswirft, immer massiver: Mit „Skywalker schlägt zu!“ beginnt das neue „Expanded Universe“. Nachdem Disney Lucasfilm übernommen hatte, wurde verkündet, dass das bisherige „Expanded Universe“, also alle Fortsetzungen der ursprünglichen Trilogie in Romanen, Comics und Spielen, für obsolet erklärt wird. Gültigkeit haben einzig und allein die Filme und die Serien „Clone Wars“ und „Star Wars Rebels“ – und alles, was neu produziert wird. Dazu wurde bei Lucasfilm ein Kreativteam eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, die Kontinuität in diesem neuen Universum zu überwachen. Tatsächlich gab es zuvor ja ein paar Widersprüche, da sich Autoren Dinge einfallen ließen, die nicht zu den Filmen passten oder im Nachhinein durch Ereignisse in den Serien wieder geändert wurden.

Das Kreativteam hat den großen Vorteil, dass es die Entwicklungen bei STAR WARS direkt beeinflusst und man nicht durch Filmhandlungen plötzlich unangenehme Überraschungen erleben kann. Bei der ersten STAR-WARS-Comicreihe, die Ende der 1970er Jahre produziert wurde, kommt es beispielsweise zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und einem Fremden, der Obi-Wan Kenobi in jungen Jahren gekannt hat. Dieser Fremde berichtet, vor langer Zeit habe Obi-Wan dessen Heimatwelt mit „seinen beiden Schülern“ besucht: Anakin Skywalker und Darth Vader. Der Comic entstand, bevor „Das Imperium schlägt zurück“ in die Kinos kam und der Autor wusste nicht, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.

Die „Lücken“ zwischen den offiziellen Filmen sollen „Nebenfilme“, Romane und Comics auffüllen. Der erste „Nebenfilm“, der davon handelt, wie die Rebellen am Anfang von Episode IV an die Baupläne des Todessterns gekommen sind, soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Die Roman-Reihe „Aftermath“, die die Ereignisse unmittelbar nach Episode VI behandelt, soll im September – zumindest auf Englisch – in den Buchhandel kommen. Und schon im Frühjahr wurde die neue Comic-Reihe gestartet, die in diesem Monat hochoffiziell bei Panini Comics auf Deutsch erscheint.

Rin in de Kartoffeln, rut ut de Kartoffeln*

Die erste Comic-Reihe in den 1970er und -80er Jahren wurde von Marvel Comics herausgebracht. Die Reihe wurde eingestellt, nachdem nach Episode VI der Hype abzuflachen begann und George Lucas erklärte, er werde die Prequels erstmal nicht in Angriff nehmen. Als STAR WARS wieder populärer wurde, erwarb die Comicschmiede Dark Horse die Rechte. Aber nachdem Lucasfilm und alle STAR-WARS-Rechte an Disney übergegangen waren, wollte der Mutterkonzern auch die Comics zu einer eigenen Firma heimholen: Marvel Comics, das 2009 von dem Konzern erworben worden war. Man kann sagen, die STAR-WARS-Comics sind wieder dort, wo sie mal angefangen haben.

Allerdings hat sich einiges geändert: die „alten“ Marvel-Comics hatten mehr als einmal das Problem, dass die Darstellungen die Filmcharaktere nicht sonderlich gut wiedergaben und oft nur entfernt an das jeweilige Vorbild erinnerten, außerdem war die Handlung häufig ziemlich übertrieben. Sie folgten außerdem keiner Richtung, da die Autoren ja – wie bereits erwähnt – nicht wussten, in welche Richtung der jeweils nächste Film gehen würde, also durfte nichts passieren, was eventuell der Filmreihe hätte widersprechen können. Entsprechend plätscherten die Geschichten so vor sich hin und die Autoren gaben sich redliche Mühe, zum Erscheinen der neuen Filme die Handlung so hinzubiegen, dass sie einigermaßen passte. Am besten gelungen war ihnen das tatsächlich aber in den Bänden, die unmittelbar vor Episode VI spielten und die tatsächlich beleuchteten, wie die Rebellen an die Pläne des zweiten Todessterns gekommen waren.

Nun ist alles anders. Zum einen sind die Filme und ihre überraschenden Wendungen bekannt, zum zweiten wurde mit John Cassaday ein Zeichner verpflichtet, der einen sehr realistischen Zeichenstil pflegt. Nicht nur sind die Filmcharaktere sehr gut zu erkennen, auch die Figuren, die neu dazu kommen, sind individuell und realistisch gestaltet. Aber halt… wir sind schon mitten drin in…

Die Handlung – Rezension

Das vorliegende Heft, das offiziell am 25. August erscheint, trägt die Nummer 1 und es beinhaltet die Hefte 1 und 2 der US-Ausgaben „Skywalker Strikes“. Die Hefte sind im amerikanischen Comicformat gehalten, haben 68 Seiten Umfang und sind durchgehend farbig. Neben den eigentlichen Comics beinhaltet das Heft zudem zehn Seiten mit redaktionellen Beiträgen, also Leserbriefen, Informationen zu Büchern und Spielen, sowie Zusatzinformationen zu Charakteren und Ausrüstungsgegenständen. Die redaktionellen Seiten zeigen, dass sich dieser Comic (auch) an ein jüngeres Publikum, die Geschichte selbst ist allerdings etwas völlig anderes, als die bunten Marvel-Comics von 1977. Im Gegenteil, auch wenn der Humor nicht zu kurz kommt, so ist die Handlung dramatisch gehalten und spannend geschrieben. Außerdem wird auf einen gewissen Realismus geachtet. Darth Vader ist ein skrupelloser Sith-Lord, der auch mal ein paar Sturmtruppler vor sich als lebende Schutzschilde schweben lässt, um Laserbeschuss abzuwehren. Und als es zu einer Begegnung zwischen ihm und Luke Skywalker kommt, ist Luke kein Gegner für ihn – natürlich nicht, Luke ist ja noch kein Jedi. Der dunkle Lord braucht nur zwei Handbewegungen, um Luke zu entwaffnen, und Luke braucht das Eingreifen seiner Freunde, um gut aus der Sache herauszukommen. Sehr gut wird in der Geschichte herausgearbeitet, wie Vaders Neugier an Luke geweckt wird, die ihn schließlich – am Anfang von „Das Imperium schlägt zurück“ – dazu bringen wird, die Galaxis nach dem jungen Rebellen zu durchsuchen, der den Todesstern zerstört hat.

Damit kommen wir zu einer natürlichen Klippe, die der Comic umschiffen muss, und das tut er verdammt gut: Das Interesse des Lesers zu wecken, damit dieser weiterlesen möchte, auch wenn man eigentlich schon weiß, wohin die Geschichte führen wird. „Skywalker Strikes“ beziehungsweise „Skywalker schlägt zu“ umfasst sechs Teile (also drei Hefte der deutschen Ausgabe) und ja, als ich am Ende von Heft 1 angekommen war, war – und bin – ich gespannt darauf, wie es jetzt wohl weitergeht.

zl;hng (zu lang; hab’s nicht gelesen**): Gesamteindruck

Diese Nummer 1 ist ein sehr vielversprechender Auftakt für das neue „Expanded Universe“ von STAR WARS. Panini hat zudem gut daran getan, mit der Zählung der Hefte von vorne zu beginnen, auch wenn zuvor schon 125 Ausgaben erschienen sind, denn es ist wirklich so, wie es die offizielle Mitteilung vom Verlag sagt: Der Beginn einer neuen Ära. Der Comic macht Lust auf mehr und wenn es so weitergeht, ist es eine gute Überbrückung bis zum Dezember, wenn wir dann endlich Episode VII im Kino sehen dürfen.

Der offizielle Erscheinungstermin für Heft 1 ist der 25. August, aber schon am 22. August wird der STAR-WARS-Comic-Tag gefeiert. In vielen Comic-Shops wird an diesem Tag mit einem Gratis-Comic, exklusiven Variant-Cover-Editionen der Nummer eins, natürlich auch der Normalausgabe und weiteren Aktionen rund um den Krieg der Sterne die neue Star-Wars-Comic-Ära eingeläutet.

Hier im COMMUNIQUÉ werde ich auch in Zukunft einen Blick in die Hefte werfen, hoffentlich ohne zu viel zu verraten. Heft 2 ist für den 23. September angekündigt.

—-

* = auf Hochdeutsch: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, umschreibt ein wörtliches „hin und her“, zuerst macht man das eine und dann doch wieder das andere.

** = Wörtliche Übersetzung von „tl;dr“ = „too long; didn’t read“. Definition laut der Wikipedia: „„[Der Text war] zu lang; [ich habe ihn] nicht gelesen“, wird als Antwort auf einen als überlang empfundenen Beitrag gesetzt. Die Abkürzung wird manchmal auch vom Autor eines längeren Beitrags selbst ergänzt und leitet dann eine kurze Zusammenfassung ein.“ [Eintrag in der Wikipedia siehe hier, Autoren hier, der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar]