Schwimmgruppen-Treff :-) (Nachtrag)

Nun ja, mit den Treffen hat es das nun mal so an sich, dass man erst im Nachhinein etwas drüber schreiben kann. Deswegen ein kleiner Nachtrag zum Treffen dessen, das wir im Verlauf des Treffens scherzhaft als die „Star Command Schwimmgruppe“ bezeichnet haben. Die grundsätzliche Idee dazu kam einigen von uns beim „ersten Treffen der Neuzeit“, nachdem wir festgestellt hatten, dass einige von uns gerne schwimmen gehen. Als wir dann den Termin ausmachten, haben wir zur Sicherheit des Wetters wegen die Bodensee-Therme in Überlingen gewählt.

Nichtsdestotrotz haben wir nicht nur entspannt. Begonnen haben wir den Nachmittag bzw. frühen Abend mit Bahnenschwimmen im Schwimmerbecken, bevor uns Jeanette mit der Mitteilung überraschte, dass sie als Hobby Synchronschwimmen betreibe. Sie stellte das auch gleich eindrucksvoll unter Beweis, indem sie ein paar Figuren vormachte. Ihre körperliche Fitness ließ dabei so manchen vor Neid erblassen… trotzdem, falls noch mehr Science-Fiction-Fans mit diesem Hobby zu unserer Gruppe stoßen wollen, werden wir sie nicht zurückweisen, egal wie frustrierend das sein mag.

Natürlich kam auch die Entspannung nicht zu kurz, dazu ist so eine Therme ja schließlich auch da. Hier entstand auch der Name „Star Command Schwimmgruppe“, weil in Deutschland solche Sachen ja gerne eine offizielle Bezeichnung benötigen. Außerdem fanden es alle erstaunlich, dass man sich so schnell auf einen Termin hatte einigen können, was sonst eigentlich gern ein Problem darstellt. Da die Hauptsache des Sommers ja eigentlich erst noch kommen soll, wurde überlegt, vielleicht auch mal ein paar Strand- oder Freibadtreffs zu machen – natürlich nur, sofern das mit dem Termin wieder so hervorragend klappt und das Wetter mitspielt.

Alles in allem war es ein netter Nachmittag – nur nächstes Mal sollte jemand auch Bilder machen. Die kommen dann selbstverständlich hierher.

Dürfen erfolgreiche Prominente sich nicht für die Gesellschaft sozial engagieren?

Wenn man die (teilweise recht zynisch) abgefassten Kommentare in manchen Zeitungen verfolgt, überkommt einen manchmal die Frage: „Darf der das denn nicht?“ Die Rede ist von Prominenten, die sich sozial engagieren. Zum Nachdenken gebracht hat mich ein Auftritt des Komikers Michael Mittermeier in der ZDF-Show von Johannes B. Kerner.

Neben Michael Mittermeier war unter anderem auch Kai Pflaume zu Gast; beide erzählten von sozialen Projekten, die sie unterstützten, Mittermeier für Afrika, Pflaume für Drogenprävention. Im Gespräch mit Mittermeier über das Thema Afrika kam natürlich der G8-Gipfel in Heiligendamm zur Sprache. Der Komiker äußerte sich dann über das Engagement von Bob Geldof und Herbert Grönemeyer, sowie die Reaktion der Presse (und in manchen Teilen auch der Allgemeinheit). Dabei wird gerne das Klischee des beifallheischenden superreichen Promis bemüht, der mit Hilfe von sozialen Themen CDs verkaufen will. Mittermeier meinte dazu, er glaube nicht, dass Geldof oder Grönemeyer es wirklich nötig haben, den CD-Verkauf über solche Aktionen anzukurbeln. Er beobachte diese Sache, die als als „ein deutsches Ding“ sieht, schon länger; auch er selbst sei schon mal bei der Präsentation eines Sozialprojekts von einem Journalisten gefragt worden, was denn ein Komiker bei so einem Projekt mache.

Da zeigen sich zwei Dinge. Das erste gehört nicht ganz zu dem Thema, um das es mir hier geht, aber ich möchte trotzdem kurz darauf eingehen. Mittermeier war bei diesem Projekt gefragt worden, was denn ein „Komiker“ da tue. Das Wort „Komiker“ scheint einen gewissen „Ruch“ zu haben, man sagt lieber „Comedian“, obwohl beide Begriffe das Gleiche bedeuten. Aber redet man – besonders die Presse – von einem Komiker, so hat das den Klang nach einer Person, der billige Lacher über den Torte-ins-Gesicht- oder Auf-der-Bananenschale-ausrutsch-Witz produziert. Die Bezeichnung „Comedian“ klingt scheinbar besser, ein „Comedian“ wäre also sowas wie ein „geadelter Komiker“. Sinnigerweise haben beide Begriffe die gleiche Wurzel, nämlich das griechische „komikos“. Ein guter Grund also, um das Schubladendenken einmal mehr abzustellen. Michael Mittermeier bringt die Menschen mit seinen Programmen zum Lachen, also ist er ein Komiker. Ganz wertfrei.

Das zweite gehört zum Thema und ist dieses „deutsche Ding“, das Mittermeier beschrieb: Prominente oder reiche Leute dürfen sich in den Augen von Presse und Öffentlichkeit offenbar nicht sozial engagieren. Beispiel gefällig? Der wegen eines kritischen Beitrags über „Bild“-Chef Kai Dieckmans Buch „Der große Selbstbetrug“ unlängst vom eigenen Chefredakteur abgestrafte Alan Posener (hier die ganze Geschichte in Episoden: Episode I, Episode II, Episode III, Episode IV) schreibt auf „Welt Online“ einen Kommentar mit der Überschrift „Bob, Bono, Gröni, Angie und Co. retten die Welt„. Er haut dabei genau in die Kerbe, die Mittermeier mit seiner Bemerkung meinte. Der Reporter spricht nicht nur Grönemeyer und Geldof das Recht ab, sich öffentlich sozial zu engagieren, nein, er dehnt das gleich auch noch auf die gesamte Popmusik aus. Posener steht nicht allein, einige Reporter (bevor das missverstanden wird: einige, nicht alle!) haben im Zuge des G8-Gipfels die Prominentenschelte neu entdeckt. Ich möchte jedoch diesen Beitrag herausnehmen, weil er mir sehr beispielhaft erscheint.
Mittermeier meinte dazu, er selbst nutze einfach seine Bekanntheit, um ein Thema, das ihm am Herzen liege, in die Öffentlichkeit zu tragen. Und mal ehrlich – das macht jeder. Die meisten von uns sind zwar nicht so prominent wie Michael Mittermeier (oder gar Bob Geldof), aber trotzdem, wenn wir im Bekanntenkreis über eine soziale Aktion erzählen, die wir selbst unterstützen, versuchen wir doch auch, von diesen Bekannten Unterstützung zu erhalten. Die Promis machen das auf einer anderen Ebene. Nur da heißt es auf einmal, die Prominenten „inszenieren“ sich als Wohltäter und Posener geht in seinem Kommentar noch weiter und meint, dass niemand „den Kontinent (Afrika) schamloser (ausplündert), als … westliche Musiker“.

Das ist eine ziemliche Verallgemeinerung, ja geradezu eine Vereinfachung der Tatsachen. Lustig, dass Posener selbst an anderer Stelle behauptet „Pop ist einfach.“, und sich zwei Sätze weiter zu der Erkenntnis durchringt: „Die einfachsten Lösungen sind immer falsch.“ Genauso einfach ist seine Feststellung dass „westliche Musiker“ Afrika schamlos ausplündern.

Also dürfen sich in den Augen von Journalisten Prominente und/oder Reiche nicht sozial für die Gesellschaft engagieren? Oder zumindest nicht öffentlich. Zahlen, ja bitte! Aber heimlich! Darf ja keiner mitkriegen! Wieder einmal ist ein gefährlicher Mix entstanden. Ja, natürlich gibt es Menschen, die man heutzutage als B- oder C-Prominente bezeichnet (manche auch zynischerweise als X- oder Y-Prominente), und die bei sozialen Aktionen auf den Umkehreffekt hoffen, nämlich dass sich die Öffentlichkeit daran erinnert, dass es sie auch gibt. Aber weder Geldof noch Grönemeyer sind B- oder C-Promis. Wie Michael Mittermeier (auch kein B-Promi!) treffend feststellte, die brauchen die Aufmerksamkeit aufgrund ihres sozialen Engagements nicht. Die haben sie schon wegen dem, was sie sonst so tun. Gerade die Presse redet sonst immer davon, dass man genau differenzieren muss. Dass man nicht verschiedene Menschen in einen Topf werfen darf. Das steht allerdings im krassen Widerspruch zur Aussage über die „westlichen Musiker“, denn der Topf ist verdammt groß!
Zum Schluss möchte ich zwei Bilder zeichnen. Das erste betrifft die Promis: Mal angenommen, man würde einen Menschen wie Bob Geldof oder Herbert Grönemeyer nach seinem Engagement für Afrika fragen – und als Antwort käme sowas wie: „Darüber rede ich nicht.“ Wie klingt das? Vermutlich gäbe es dann wieder Journalisten, den Leuten soziale Kälte vorwerfen würden oder das ihnen die armen Menschen der Erde gleichgültig sind. Wie man’s macht, macht man’s verkehrt…

Das zweite Bild betrifft mich persönlich: Ich vollende mein nächstes Buch und es wird ein Mega-Bestseller. Ab wann darf ich denn nicht mehr darüber reden, wofür ich mich jetzt schon sozial engagiere? Hängt das mit dem monatlichen Einkommen zusammen? Oder wie oft mein Name in irgendeiner Zeitung genannt wird? Das wird aber ganz schön schwierig, überhaupt mitzukriegen, wann ich diese Grenze überschritten habe. Wobei… ich schätze, irgendein Journalist wird mich das schon wissen lassen…

Natürlich sind Prominente nicht frei von Kritik, auch nicht, wenn sie sich sozial engagieren. Aber gerade von Journalisten sollte man doch erwarten, dass sie sich etwas differenzierter mit einem Thema auseinander setzen, zum Beispiel auch mit den Leuten reden. Das ist nicht einfach, aber Posener hat es selbst gesagt: „Die einfachste Lösung ist immer falsch.“

Der allmächtige "Canon"

Unter dem englischen Begriff „canon“ versteht man im Deutschen das – nur wenig veränderte – „Kanon“. Eigentlich ist damit ein Plan gemeint (zum Beispiel ein Lehrplan), in der Typografie ist es ein veraltetes Maß für Schriftgrößen. In modernen Zeiten von Serien bezeichnet man aber noch etwas mit diesem Begriff, und zwar den Hintergrund einer Serie. Der Kanon soll dafür sorgen, dass zwischen einzelnen Episoden einer Serie keine Ungereimtheiten entstehen, dass zum Beispiel eine Hauptfigur in einer Folge erzählt, sie sei ein Einzelkind – und zwei Folgen später erhält sie plötzlich Besuch von ihrem Bruder.

Je komplexer ein Serienbau wird, desto schwieriger wird die Sache mit dem Kanon. Bei STAR TREK beispielsweise ging man deswegen schon einen radikalen Weg. Ich erinnere mich noch an meinen Besuch auf der „Federation Con 2“ 1994. Dort war Richard Arnold zu Gast, Experte in Sachen „Star Trek“. In einer Fragestunde wollte ein Fan etwas über das Verhältnis zwischen William Riker und Deanna Troi wissen (zur Erinnerung: Zu dem Zeitpunkt lief STAR TREK TNG noch, DS9 hatte gerade begonnen). Arnold hakte nach, was genau sie denn wissen wolle, und sie begann, von dem Buch „Imzadi“ zu erzählen, das die Affaire zwischen Riker und Troi etwas genauer beleuchtete als dies in der Fernsehserie der Fall gewesen war. An diesem Punkt unterbrach Richard Arnold den weiblichen Fan: „Vergesst die Bücher!“, sagte er. „Die Bücher haben nichts mit der Show zu tun, außer dass sie auf ihr basieren.“ Er führte weiterhin aus, es gäbe über 200 Bücher zu STAR TREK, man könne es nicht schaffen, dass die alle reibungslos miteinander funktionieren – oder mit der Show selbst. Er zitierte dann Gene Roddenberry, der offenbar einmal gesagt hatte: „Was in der Show passiert, ist Fakt – was in den Büchern passiert, ist Fiktion.“
Bei STAR TREK hatte man es also aufgegeben, den Kanon auf die Bücher zu erweitern. Man hielt sich damit alle Optionen offen, denn wie „Imzadi“, so nahmen sich einige Bücher einiger Dinge an, die in der Serie nur kurz erwähnt wurden. Allerdings konnte es auch sein, dass Drehbuchautoren späterer Folgen oder Filme sich des Themas annehmen wollten – und die wollten natürlich nicht an ein Romanskript gebunden sein. Bestes Beispiel hier ist der Roman „Sie kamen von fremden Sternen“, der vom ersten Kontakt mit den Vulkaniern berichtet. Das Thema wurde in „STAR TREK – Der erste Kontakt“ neu aufgenommen.
Sich an den TV-Serien-Kanon zu halten, war den Leuten schon schwer genug, wenngleich es bei STAR TREK einen ganzen Stab gab, der sich um die Details kümmerte (wie etwa Michael Okuda um die Technik). Also versuchte man es bei den Romanen erst gar nicht.

Das genaue Gegenteil war – zumindest eine Zeitlang – STAR WARS. George Lucas verlangte, dass alles, was offiziell unter dem Namen „Star Wars“ vertrieben wurde, auch in den Kanon passte. Das ging so weit, dass der „European Star Wars Fanclub“ zu dem Zeitpunkt, als er zum „Official Star Wars Fanclub“ wurde, in seinem Magazin keine Fangeschichten mehr abdruckte. Warum? Weil der Club „official“ geworden war, das heißt, alles, was in seinem Magazin abgedruckt wurde, musste dem Kanon entsprechen. Das hätte aber bedeutet, dass jede Fangeschichte, die man hätte abdrucken wollen, erst ins Englisch übersetzt und nach USA hätte geschickt werden müssen, wo sie überprüft worden wäre, ob sie in den „Kanon“ passt. Erst wenn aus den USA das „Okay“ gekommen wäre, hätte sie abgedruckt werden dürfen. Für Fangeschichten wäre das ein ziemlicher Aufwand gewesen.
Aber auch hier kam ein Bruch. Wer die ursprüngliche Romanfassung des Films „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ liest, wird feststellen, dass Obi-Wans Geist Luke erzählt, Owen Lars (der Feuchtfarmer, bei dem Luke aufgewachsen ist) sei sein eigener Bruder gewesen. Außerdem erzählt er, Anakin Skywalker sei in eine Schmelzgrube gestürzt und deswegen so grausam entstellt. Und in der offiziellen Fortsetzung „Erben des Imperiums“ von Timothy Zahn behauptet Mara Jade gegenüber Luke, dass Darth Vader seinen Arm verloren habe, sei die Strafe des Imperators für den Verlust des ersten Todessterns gewesen. Im gleichen Buch wird auch erzählt, die Klone, die in den Klonkriegen als Soldaten verwendet wurden, seien geistig instabil gewesen und deswegen später nicht mehr verwendet worden.
Dann kamen die Prequel-Filme. Owen Lars entpuppte sich tatsächlich als Anakins Halbbruder und machte es plausibel, warum Luke ihn „Onkel Owen“ nannte. Anankin verlor beide Arme, bevor er in die schwarze Rüstung gesteckt wurde. Er stürzte nicht in eine Schmelzgrube, sondern zog sich „nur“ schwere Verbrennungen zu. Was die Klone betrifft, so wurde sogar angedeutet, dass diese selbst 20 Jahre später noch vom Imperium benutzt wurden. Und davon, dass bestimmte Jedi-Meister – wie der in „Erben des Imperiums“ auftauchende Jorus (auch Joruus) C’Baoth – geklont worden seien, weiß man in den Prequels nichts.
Auch bei STAR WARS hat man sich mittlerweile von dem auf alle Medien bezogenen Kanon verabschiedet.

Jemand, der gar nichts von einem Kanon hielt, war offenbar Douglas Adams. Als er „Per Anhalter durch die Galaxis“ schrieb, spielte er mit dem jeweiligen Medium, für das er schrieb. Die erste Variante der Geschichte war ein Radiohörspiel in mehreren Fortsetzungen. Als er dieses in die berühmten „Anhalter“-Romane umarbeitete, veränderte er bewusst die Geschichte, ließ manches weg und fügte manches neues hinzu oder Teile neu zusammen. Als die BBC dann Anfang der 1980er eine Kurzserie produzierte, wurden wieder Teile verändert und neu zusammengesetzt. Und bei dem 2005 in die Kinos gekommenen Film wurden wiederum Teile verändert, neu geschrieben und neu zusammengesetzt (man denke nur an John Malkovichs Auftritt als „Humma Kavula“, eine Figur, die ausschließlich im Kinofilm zu sehen ist und ihm auf den Leib geschrieben wurde).

Der Kanon – geliebt und gehasst. Dadurch, dass es ihn gibt, verleiht es einer Serie oder einem ähnlichen Projekt eine innere Konsistenz. Gleichzeitig mag er auch einschränkend sein. Auf diese Weise ist er eigentlich wie das Leben selbst. Das Problem vieler Serien war nur das gleichzeitige „zurück auf Anfang“, das dort herrschte und besagte, dass am Ende einer Episode der gleiche Zustand zu herrschen hatte, wie am Anfang. Eine Nebenhandlung über mehrere Folgen weiter zu verfolgen, kam im SF-Bereich eigentlich erst so richtig mit BABYLON 5 auf. Bis dahin gab es Geschichten wie „Tuvix“ bei „Star Trek Voyager“, als Tuvok und Neelix durch einen Transporterunfall zu einer Person verschmolzen und diese neue Person für sich beanspruchte, auch ein Recht auf Leben zu haben, das allerdings zum Ende der Episode zwangsweise durch Janeway beendet wurde, damit zur nächsten Folge wieder Tuvok und Neelix zur Verfügung standen. Eine leichte humoristische Anmerkung dazu hingegen gab es in „Der hippokratische Eid“ von „Star Trek Deep Space Nine“, als O’Brien und Bashir eine tiefergehende Meinungsverschiedenheit haben und Bashir am Ende der Episode meint, die beiden sollten ihre gemeinsamen Aktivitäten erst einmal bleiben lassen – für mindestens eine Woche (also bis zur nächsten Episode).

Dass es auch fast ganz ohne Kanon geht, zeigt eine andere Serie, „Die Simpsons“. Hier wird alles der laufenden Handlung untergeordnet, wenn es in einer Folge notwendig ist, dass man vom Haus der Simpsons aus das Gefängnis sieht, dann ist das so, auch wenn in einer anderen Episode dort etwas völlig anderes zu sehen ist. Es gibt lediglich einige wenige Konsistenzen innerhalb der Serie (zum Beispiel der Tod von „Zahnfleischbluter Murphy“ oder Flanders Ehefrau Maud), ansonsten haben die Autoren ziemlich freie Hand. Allerdings spielen sie auch gerne damit, respektive sie parodieren die Versuche anderer Serien, einen Kanon einzuhalten oder die Tatsache, dass denen das eben nicht gelingt. Ein Teil dieses Konzeptes ist es unter anderem, dass Homer Simpson hin und wieder mal von seinem eigentlichen Job im Kernkraftwerk entlassen wird, aber merkwürdigerweise doch immer wieder auf den gleichen Posten wieder eingestellt wird.

Also Kanon oder nicht Kanon, das ist hier die Frage… Ich würde sagen, Konsistenz muss sein. Man möchte seine Lieblingsserie wiedererkennen, wenn man sie sieht. Bei den Simpsons ist das etwas anderes, da weiß man, worauf man sich einlässt – und immerhin dient der Bruch der Konsistenz hier der Unterhaltung. In anderen Serien wirkt es eher störend, vor allem, wenn der Bruch zu auffällig ist. Ich persönlich bin gleichzeitig auch ein Freund von Entwicklungen, deswegen hat mich BABYLON 5 so fasziniert. Während in anderen Serien die Entwicklung sehr unterschwellig und abhängig von den verschiedensten Autoren war – und zumeist auch ein Produkt des Zufalls -, war sie hier von vorneherein gewollt und gemacht. Denn wie heißt es so schön: Im Universum gibt es nur eine Konstante – die Veränderung. Panta rhei, alles fließt.
Es mag schwierig sein, vor allem, wenn ein Projekt schon sehr komplex ist, aber der Kanon gibt ihm auch etwas einzigartiges, einen Boden, auf dem es fest stehen kann. Und das ist auch wichtig. Selbst bei den Simpsons.

Paris Hilton – mal drinnen, mal draußen…

Der Sprecher der „Tagesschau“ sagte einen legendären Satz: „Die Tagesschau ist eigentlich nicht die Art von Nachrichten, über Paris Hilton zu berichten…“ Korrekt. Dass die Tagesschau dann trotzdem über Paris Hilton berichtete, lag daran, dass sich in Amerika momentan die Geister scheiden an Paris Hiltons nicht verbrachter Zeit im Gefängnis. Manche reagieren auch mit Parodie:

Andere fordern – wie hier geschehen -, dass man sich wieder den wichtigen Dingen des Lebens zuwendet.

dieGesellschafter: Kongress zum Thema “Empowerment – Selbsthilfe und Selbstunternehmung in der Bürgergesellschaft”

Vom 19.-21. September 2007 findet in Magdeburg ein Kongress zum Thema „Zivilgesellschaftliches Engagement und Selbstorganisation als Zukunftsmodell“ statt. Durch den Empowerment-Kongress soll eine breite Diskussion auf wissenschaftlicher und professioneller Ebene entfacht werden, auf welche Art sich die Bürgergesellschaft durch Selbsthilfe und Selbstunternehmung im Sinne einer solidarischen Ökonomie („Think global, act local!“) nachhaltig und konvivial organisieren kann. Hier werden Ideen, Konzepte und Umsetzungsvorschläge für die Bereiche soziale Arbeit, Gesundheit, Psychotherapie und bürgerschaftliches Engagement, wie auch für die öffentliche und private Wirtschaft und Verwaltung konkretisiert und konzentriert. Infos unter:
http://www.kongress2007.de/

G8 in Heiligendamm: Jetzt is’ aber rum, oder?

„Und wenn ich ihre Fragen höre, hörst Du auch Fragen? Was sagen Dir ihre Stimmen? Vielleicht denkst Du einfach, sie singen Dir Lieder vor.“ Er dachte darüber nach und entdeckte den Fehler in der Überlegung.
„Vielleicht singen sie Dir Lieder vor“, sagte er, „und ich glaube, sie stellen mir Fragen.“
(Der Mann, der das Universum regiert, führt einen Monolog mit seiner Katze über Menschen, die kommen und Fragen stellen in Das Restaurant am Ende des Universums von Douglas Adams)

So, jetzt ist der G8-Gipfel vorbei. Und was hat man nicht alles vorher erwartet. Der Globalisierung ein menschliches Gesicht geben, das findet auch das ZDF-Magazin „Frontal 21“ ganz „Toll!“ Aber was vorn rein geht, muss auch hinten wieder raus. Was ist also hinten herausgekommen? Eine lächelnde Kanzlerin und elf Minuten Weltpolitik, sagt die ZDF-Nachrichtensendung „heute“. Dafür der ganze Aufwand, der Zaun, die Polizei und so? Muss das sein, das fragt auch der Kommentator von der „Tagesschau“. Und Herbert Grönemeyer sieht keinen Sinn darin, sich mit Politikern gemein zu machen. Diese Redewendung habe ich schon lange nicht mehr gehört. Aber irgendwo hat er Recht, wenn das Resultat nicht mehr ist als ein paar halbherzige Erklärungen. Aber war das nicht zu erwarten?

Aber jetzt, jetzt is‘ rum, endgültig. Endgültig? Nicht ganz, denn die Mitarbeiter von einem Blog sind noch vor Ort und versprechen hier, dass sie noch etwas nachreichen wollen. Erst dann is‘ rum.

Der Beherrscher des Universums döste in seinem Sessel vor sich hin. Nach einer Weile spielte er wieder mit dem Bleistift und dem Papier und war entzückt, als er endeckte, wie man mit dem einen auf dem anderen einen Strich macht. Draußen tönten irgendwelche Geräusche, aber er wusste nicht, ob sie wirklich waren oder nicht. Dann redete er eine Woche lang mit seinem Tisch, um mal zu sehen, wie der reagieren würde.
(Douglas Adams: Das Restaurant am Ende des Universums)

G8 in Heiligendamm: Die Wahl zur “Miss Verständnis”

Das Hauptproblem – eines der Hauptprobleme, denn es gibt mehrere – eines der vielen Hauptprobleme beim Regieren von Leuten ist, von wem man sich das gefallen lässt, oder vielmehr, wer es schafft, die Leute soweit zu kriegen, dass sie sich’s gefallen lassen. Zusammenfassend: Es ist eine allseits bekannte Tatsache dass die Leute, die sich am meisten wünschen, Leute zu regieren, gerade deshalb diejenigen sind, die am wenigsten dazu geeignet sind. Um die Zusammenfassung zusammenzufassen: Jeder, der imstande ist, sich zum Präsidenten wählen zu lassen, sollte um alles in der Welt daran gehindert werden, dass er seinen Job ausübt. Um die zusammengefasste Zusammenfassung zusammenzufassen: Leute sind ein Problem.
(Douglas Adams über Präsidenten und andere „regierige“ Personen in Das Restaurant am Ende des Universums)

Die „Bild“-Zeitung hat Angela Merkel heute zur Miss gekürt. In der Hauptschlagzeile wird verkündet, sie werde (von „Bild“) offiziell zur „Miss World“ ernannt. Begründung: sie hat so viel erreicht, Klimaschutz, Bush und Putin sind wieder lieb zu einander und Afrika wird geholfen. Ja, die Zeitung erlaubt sich sogar ein Wortspiel, indem sie in einer Überschrift feststellt, Angela Merkel sei „auf dem Gipfel der Macht“.
Hurra?

Also, ich weiß nicht. Wenn man auf dem Gipfel ist, gibt es nämlich nur noch eine Richtung: steil bergab…
„Ich denke, Fisch ist was Schönes, aber dann denke ich, dass Regen was Nasses ist, also wer bin ich schon, dass ich mir da ein Urteil erlauben kann?“
(Der Mann, der das Universum regiert in Das Restaurant am Ende des Universums von Douglas Adams)

G8 in Heiligendamm: Wo ist die Republik?

„Dass es noch Sklaverei gibt… die Anti-Sklaverei-Gesetze der Republik besagen…“
„Die Republik existiert hier draußen nicht!“
(Die Politikerin Padmé Amidala wird von Shmi Skywalker auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt in STAR WARS Episode I: Die dunkle Bedrohung)

Zunächst einmal danke für die freundlichen Kommentare auf den ersten Beitrag über den G8-Gipfel (Beitrag steht hier!). Dabei wurde ein wenig erstaunt festgestellt, wie gut doch die STAR-WARS-Zitate auf manche Situation passen. Ja, das tun sie, denn auch STAR WARS erzählt irgendwie vom Leben. Man darf nur nicht den Fehler machen, nach platten Gleichsetzungen zu suchen, also zum Beispiel „Imperator = Hitler und Imperium = 3. Reich“. Zwar mag vieles von historischen Begebenheiten inspiriert sein, aber letzten Endes ist es doch eine ganz andere Geschichte, in deren Verlauf sehr viele verschiedene Wahrheiten gesagt werden.

Wie zum Beispiel das Zitat oben. Wie ich darauf komme? Nun, Shmi Skywalker lebt auf Tattoine, einem Planeten des so genannten „Outer Rim“, oder Deutsch gesagt, in der „Randzone“. Heiligendamm liegt auch in einer „Randzone“, und als ich heute einen Bericht über die Gefangenensammelstelle Rostock las, kam mir das Zitat in den Sinn: „Die Republik existiert hier draußen nicht.“ Zwar geht es nicht um Sklaverei, sondern um die Behandlung von festgenommenen, trotzdem muss man sich fragen, ob das wirklich unsere Republik ist, wenn Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht werden, in dem 24 Stunden am Tag das Licht an ist (Klimaschutz??) und genauso lange Videoüberwachung herrscht; wenn es Anwälten unmöglich gemacht wird, mit ihren Mandanten zu sprechen und diese nicht einmal nach draußen telefonieren dürfen. Ein ausführlicher Bericht der „Tagesschau“ steht hier. Vielleicht mögen diese Menschen Straftaten begangen haben, aber deswegen haben sie trotzdem noch Rechte.

Und gern weise ich hier nochmal auf das Gipfelblog hin. Während ich über tausend Kilometer von Heiligendamm entfernt die Ereignisse nur aus zweiter Hand kommentieren kann, gibt es hier Infos, Ereignisse und Erlebnisse „frisch vom Tisch“.

Nachtrag: Inzwischen gibt es noch mehr Berichte über die so genannten „Gefangenensammelstellen“, auch mit Foto des „Käfigs“. Beiträge stehen im Gipfelblog, bei netzpolitik.org und indymedia. Wer noch weitere Berichte findet, kann diese per Kommentar an diesen Beitrag anfügen.

Wenn man mal zum Fußball will…

Huhuuu!

Ja, okay, ich geb’s ja zu – ich war’s! Wie, was ich war? Verfolgen Sie denn keine Sportnachrichten? Gestern, beim Fußballspiel Finnland gegen Belgien in Helsinki? Da war ich dabei. Ich habe mir einen guten Platz ausgesucht. Kann ich wissen, dass man sich nicht auf die Latte vom Tor setzen darf? Ich bin doch nur ein Waldkauz.
Ich wollte einfach mal herausfinden, was die Menschen so toll an dem Spiel finden. Deswegen bin ich auch gleich nach Finnland, weil ich gehört habe, das Menschen ihrem Lieblingsverein über die Kontinente hinweg nachfolgen, nur um 11 anderen Menschen 90 Minuten lang zuzusehen, wie sie sich um einen Ball streiten. Ich habe deswegen spontan beschlossen, Belgien zu meinem Lieblingsverein zu erklären. Weiß auch nicht, warum. Gefällt mir irgendwie, das Land. Also bin ich meiner neuen Lieblingsmannschaft gefolgt, war ganz schön anstrengend. Aber es verkehren ja genügend LKW, da konnte ich mich ein wenig ausruhen. Leider war ich nicht pünktlich zum Anpfiff da und habe wohl was wichtiges verpasst, nämlich den Zeitpunkt, wenn der Ball ins Netz fliegt. Soll angeblich sehr toll sein. Doch kaum war ich da, da haben alle aufgehört zu spielen. Der Schiedsrichter wollte nicht weitermachen, bevor ich nicht weg wäre. Dafür habe ich dem blöden Kerl einen Häufchen auf sein Auto gemacht. Ich bin ein Vogel, ich darf das. Und nichts fordert uns Vögel so sehr heraus, wie ein frisch gewaschenes Auto.
Leider weiß ich immer noch nicht, was so toll an Fußball ist. Ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, um von Helsinki wieder hier zu sein. Ich glaube, ich schaue mich nach einer anderen Sportart um.

Hey, wie wäre es mit B-OWL-ing?

Ach ja, und ich habe es mit meiner Aktion tatsächlich geschafft: ich bin der Zeitung!

Huhuuuu!
Euer Siegfried