Leute, hört auf, die sozialen Berufe gegen die Lokführer auszuspielen!

Ich liebe diesen Spruch: „Jeder, der die vergangenen Tage nicht in einer vernagelten Kiste zugebracht hat, wird mitbekommen haben, dass…“ Ich verwende ihn gern, wenn es um etwas geht, in dem das mediale Trommelfeuer der Berichterstattung ein erträgliches Maß so langsam am Überschreiten ist, wenn es nicht sogar schon überschritten wurde. Dabei geht es mir nicht um den Umstand der Berichterstattung an sich, sondern auch die Form, die diese Berichterstattung angenommen hat.

Wie zum Beispiel beim Streik der Lokführer. Also: Jeder, der die vergangenen Tage nicht in einer vernagelten Kiste zugebracht hat, wird mitbekommen haben, dass die Lokführer, die in der „Gewerkschaft der Lokführer“ (GdL) organisiert sind, sich im Arbeitskampf befinden. Die Friedenspflicht ist beendet und die organisierten Lokführer versuchen, ihre Forderungen mit Hilfe von Streiks durchzusetzen. Gleichzeitig nimmt die Berichterstattung über diese Streiks immer bizarrere und teilweise ekelhafte Formen an. Von verschiedenen Boulevard-Medien wird der Streik auf die Person des Gewerkschaftsführers Claus Weselsky zugespitzt und personalisiert, die BILD-„Zeitung“ nennt ihn den „Größen-Bahnsinnigen“ (Verstehste, verstehste? „Größen-Bahnsinnigen“? Weil wegen „Größenwahn“ und „Bahn“? Verstehste? Dit is lustich!) , veröffentlicht die Telefonnummer seines Büros und andere manipulative Berichte, der „Focus“ („Fakten! Fakten! Fakten!“) zeigt Bilder seines Wohnhauses und nennt ihn den „meistgehassten Deutschen“ und das „Magazin“ „explosiv“ des Fernsehsenders „Ratlos, Talentlos, Lustlos“ (RTL) ist sich nicht zu blöde, Weselskys Ex-Frau als Kronzeugin für dessen schlechten Charakter zu befragen und den Schluss zu ziehen, dass es Weselskys „Fanatismus“  im Bezug auf Machtbesessenheit, den er gegenüber seiner Familie zeige, zu verdanken sei, dass die Lokführer „derzeit alles andere als beliebt“ seien. Unaufgeregte Artikel, die die Berichterstattung dahin führen wollen, wo sie hingehört, nämlich auf Fakten und Hintergründe, finden sich kaum. Lieber beteiligen sich die Schreiber am großen „Tieftauchwettbewerb in der Jauchegrube des Niveaus“.

Und dann auch noch das: Angestachelt durch die Medien gibt es nun Menschen, die einen Standpunkt weiterverbreiten und denen vermutlich nicht mal in ganzer Konsequenz klar ist, was sie da tun. In verschiedenen sozialen Netzwerken wie Facebook oder auch Twitter tauchen nämlich seit ein paar Tagen Grafiken auf, die ungefähr folgenden Inhalt haben:

Liebe [soziale Berufsgruppe]! Danke, dass Ihr nicht streikt, obwohl Ihr wirklichen Grund dazu hättet!*

Es existieren verschiedene Varianten davon, mal werden explizit Berufsgruppen genannt („Pflegekräfte“, „Altenpflegekräfte“, „Kindergärtnerinnen“, „Notfalldienste“), mal die „sozialen Berufe“ allgemein angesprochen; mal heißt es, diese hätten „einen wirklichen Grund“ zum Streiken, mal heißt es, diese hätten den Streik „nötiger„. Obwohl kein direkter Bezug auf den aktuellen Streik der Lokführer genommen wird, dürfte auch dem letzten Menschen, der noch zwei Gehirnzellen im Kopf hat, die miteinander verdrahtet sind, klar sein, dass es darum geht, den Streik der Lokführer in die Schmuddelecke zu stellen. Die Lokführer sollen mal ganz ruhig sein, andere haben „einen wirklichen Grund“ für einen Streik! In manchen Tweets wird mit dem Hashtag #GDL der Bezug dann auch direkt hergestellt.

So sehr ich die Intention hinter diesen Bildchen verstehe, meine erste Reaktion war: HÖRT AUF, DIE SOZIALEN BERUF GEGEN DIE LOKFÜHRER AUSZUSPIELEN! Ich bin selbst in einem sozialen Beruf tätig und ich finde diese Sprüche extrem kontraproduktiv. Sie spielen den falschen Leuten in die Hände, nämlich denjenigen, die das Streikrecht der kleinen Gewerkschaften einschränken wollen. Und den Medien, die auf diese Weise noch mehr Material für noch hasserfülltere Berichte bekommen. Obwohl, dank der Satire-Seite „Postillon“  wissen wir ja schon, auf was diese Berichte am Ende rauslaufen werden.

Liebe Kollegen in den sozialen Berufen und alle Menschen, die sich verpflichtet fühlten, die „Danke, dass Ihr nicht streikt“-Grafiken über Facebook, Twitter und so weiter zu verbreiten: Überlegt mal die folgenden Punkte:

1. Was soll dieser arrogante Elitarismus?

Ja, wir erfüllen eine wichtige Aufgabe an der Gesellschaft. Ja, unsere Arbeitsbedingungen sind – vorsichtig formuliert – nicht die besten. Aber warum erheben wir uns selbst dann über andere Berufsgruppen und sprechen denen ein Grundrecht ab? Wenn sich die Arbeitsbedingungen bei uns bessern sollen, brauchen wir die Solidarität der Bevölkerung und anderer Berufsgruppen, anders geht es nicht. Und angesichts dessen lassen wir die Solidarität mit anderen missen? Ausgerechnet die Berufsgruppe, die sich „sozial“ (vom lateinischen „socialis“ = „gesellschaftlich“) nennt? So ein Verhalten ist unwürdig.

2. Was können die Lokführer dafür, dass streiken in den Sozialberufen so schwer bis unmöglich ist?

Die Lokführer können – nach der Einhaltung gewisser Regeln – einfach so streiken. Die sozialen Berufe können das nicht, denn eine totale Arbeitsniederlegung geht aus ethischen Gründen nicht. Würden alle Krankenpflegekräfte streiken, würden die Patienten eines Krankenhauses keine Versorgung mehr erfahren. Es würde zu gesundheitlichen Folgeschäden bis hin zum Tod einzelner Menschen kommen. Deswegen muss während eines Streiks immer eine Notbesetzung vorhanden sein. In anderen sozialen Berufen ist es ähnlich und das ist die Crux: Ein totaler Streik würde die Patienten treffen, ein Streik mit Notbesetzung trifft die Kollegen, die mit „Not-Personal“ einen einigermaßen geregelten Ablauf aufrecht erhalten müssen. Das eigentliche Ziel, nämlich über die Maßnahmen die Arbeitgeberseite zu einem besseren Angebot zu bewegen, ist so nur schwer zu erreichen.

Aber: Ist das die Schuld der Lokführer? NEIN! Aber ich möchte wetten, wenn es nicht doch zu absurd wäre, würden manche Boulevard-Medien das auch gern Claus Weselsky in die Schuhe schieben („Der Größen-Bahnsinnige verhindert Löhnerhöhung der Pflegekräfte!!einself!!“).

3. Sind vielleicht in der Vergangenheit eine Reihe von falschen Entscheidungen getroffen worden?

Von Artikeln wie diesem mache ich im Kopf verschiedene Versionen, bevor ich mich wirklich ans Schreiben mache. Eine erste Version dieses Artikels hatte eine Einleitung, in der ich mich darüber aufrege, dass auch hier in meinem Wohnort keine Züge mehr fahren und der Bahnhof verwaist sei. Die Schlusspointe dieser Einleitung wäre gewesen, dass ich feststelle, dass das ja gar nichts mit dem Streik zu tun hat, sondern mit dem Umstand, dass der Bahnhof hier schon vor Jahren stillgelegt und von Schienennetz abgetrennt wurde. Ich persönlich halte diese Entscheidung für kurzsichtig, aber nun ist es zu spät.

Und bei dem Streik denke ich mir auch: Sind vielleicht bei der Bahn einfach eine Reihe von falschen Entscheidungen getroffen worden, die den Beteiligten jetzt um die Ohren fliegen? Die Privatisierung der Bahn fand nicht nur Zustimmung, sie wurde sogar massiv kritisiert. Aber man hat sie durchgezogen. Zuvor waren die Lokführer Beamte und durften nicht streiken. Jetzt handelt die Bahn nach privatwirtschaftlichen Prinzipien, die Lokführer sind normale Arbeitnehmer und jetzt streiken sie halt. In dem Fall geht halt nur das „entweder – oder“, Rosinenpicken ist nicht erlaubt. Entweder die Bahn ist ein privates Unternehmen, dann ist das, was momentan läuft, einfach nur legitim – oder aber die Dienstleistung der Bahn ist so gesellschaftlich wichtig, dass sie anderen als den marktwirtschaftlichen Regeln unterliegen sollte, dann hätte man sie nicht privatisieren sollen.

Mit anderen Worten: Das Omelett liegt auf dem Teller. Guten Appetit! Aber jetzt ist es zu spät, sich über zerschlagene Eier aufzuregen.

4. Bildchen weiterverbreiten ist so einfach – wirkliche Solidarität zeigen, das ist schon schwerer.

Die Bilder und Sprüche werden ja nicht nur von Angehörigen der Sozialberufe weiterverbreitet, im Gegenteil, oft sind es Menschen, die dieser Berufsgruppe gerade nicht angehören. Mal ganz davon abgesehen finde ich die Anrede „Liebe [soziale Berufsgruppe]!“ peinlich redundant, wenn derjenige, der das Bild teilt, genau dieser Berufsgruppe selbst angehört. Aber zu denjenigen, die keinem sozialen Beruf angehören:

Zum einen schneiden sie sich ins eigene Fleisch. Denn wenn die sozialen Berufe Streiken „nötiger“ haben als die Lokführer, haben sie es dann nicht auch nötiger als andere Berufsgruppen? Zum Beispiel mal pauschal gesagt gegenüber denjenigen, die ihre Tätigkeit sitzend im Büro verbringen, während gerade Pflegeberufe mit schwerer, rückenschädigender Arbeit verbunden sind? Aber natürlich wissen diese Leute unterbewusst, dass ihnen hier keine Gefahr droht, denn:

Zum zweiten ist das Weiterverbreiten eines Bildchens nicht mehr als genau das: Es wurde ein Bildchen weiterverbreitet. Punkt. Es ist völlig egal, ob auf dem Bild steht, dass soziale Berufe einen „wirklichen Grund“ zum Streiken hätten, oder dass Konfuzius einmal gesagt hätte, dass man an Freitagabenden kein Pferd füttern solle, das man nicht reiten könne, oder ob es das Bild einer Katze ist, der jemand ein lustiges Hütchen auf den Kopf gesetzt hat, der Effekt ist immer gleich: Nur von kurzer Dauer! Die Wenigsten werden sich nächste Woche noch an das Zitat von Konfuzius erinnern, geschweige denn, dass sie es anbringen können, wenn die Situation danach ist. Die Wenigsten werden sich in ein paar Tagen noch an das Kätzchen mit dem Hütchen erinnern. Und wenn der Streik der Lokführer mal vorbei sein wird, ist es eine Frage der Zeit, bis die meisten vergessen haben, dass sie mal der Meinung waren, Sozialberufe hätten einen wirklichen Grund zum Streiken.

tldr;

Das bringt mich zum Kern von allem: Was die sozialen Berufe benötigen, ist echte Solidarität. Keine Pseudosolidarität durch Bildchen auf Facebook und keine Pseudokonkurrenz gegen die Lokführer. Doch die ist wesentlich schwerer umzusetzen, als auf „Teilen“ oder „Retweeten“ zu klicken. Zum Beispiel entsprechende Petitionen zu unterstützen (Petitionsausschuss des deutschen Bundestages hier, hier ist eine aktuelle Petition zum Thema „Angemessene Vergütung für Pflegekräfte„) oder dem zuständigen Abgeordneten eine Mail oder einen Brief zu schreiben – oder sie oder ihn bei einer Veranstaltung direkt ansprechen.

Was ganz wichtig ist: Wenn es denn mal einen Streik in einer sozialen Berufssparte gibt (ja, die gibt es tatsächlich auch!) nicht in den Reflex „die sollen nicht streiken, sondern arbeiten“** verfallen. Solidarität auch dann zeigen, wenn es für einen selbst mal ein bisschen unbequem wird. Zum Thema „Solidarität in unserer Gesellschaft“ weiß Max Uthoff noch ein paar kluge Worte zu sagen.

Und wie es der Zufall*** so will, zum Thema „Die Zukunft der Pflege alter Menschen“ ist gerade heute beim „Spiegelfechter“ eine Glosse erschienen, die einem die „schöne neue Welt“ präsentiert, auf die es zuläuft, wenn sich nichts ändert.

Und zu guter Letzt: Vorsicht, wenn man davon redet, dass eine Berufsgruppe einen Streik „nötiger“ habe als eine andere. Denn möglicherweise haben die Lokführer selbst den Streik ja auch „nötiger“ als die Berufsgruppe, der man selbst angehört. Dann kommt man aber ganz schön in Erklärungsnot, wenn man selbst mal für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen streikt. Und Schwupps! Steht mal selbst auf der anderen Seite des Arguments und muss sich anhören, eh keinen wirklichen Grund für den Arbeitskampf zu haben.

Behaltet das mal im Kopf. Und zwar länger als das alberne Bild mit der Katze, die ein lustiges Hütchen trägt.

 

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* = Ich verzichte hier auf die Einbindung von konkreten Tweets, da ich niemanden vorführen will. Wie gesagt, ich nehme mal an, dass die Verbreitung des Bildchens in bester Absicht geschah. Aber wie sagt man so schön? „Die Straße zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.“

** = Dieser Reflex taucht meist im Gespann mit dem „ich muss auch arbeiten und kann nicht streiken“-Reflex auf. Das hässliche Kind beider Reflexe heißt „wenn die noch streiken können, kann es ihnen gar nicht so schlecht gehen“.

*** = Die Gedanken zu diesem Artikel trage ich schon ein paar Tage mit mir herum. Zündfunke dazu, ihn doch noch zu schreiben war der Umstand, dass heute wieder eines der „Liebe Pflegekräfte“-Bildchen auf meiner Facebook-Pinnwand aufgetaucht ist. Erst als ich die Artikel über die GdL und den Streik gesucht habe, habe ich die Glosse entdeckt.

 

Dodokay lässt „Die Simpsons“ schwäbisch „schwätze“!

Im dritten Band der Simpsons Comics Mundart-Reihe von Panini Comics geht’s um „Kehrwoch’ ond Schpätzle“

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Mit dem Auf Hessisch-Band startete die Simpsons Comics Mundart-Reihe vor genau einem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse. Im Sommer erschien der zweite Teil, in dem die kultige Chaos-Familie aus Springfield ihr Unwesen im bayrischen Dialekt trieb. Mit dem am 13. Oktober erschienen dritten Teil Simpsons Comics Mundart: Auf Schwäbisch, kommen Homer, Bart, Marge, Lisa, Maggie und Co nun quasi nach Hause, denn der Panini Verlag ist ja ebenfalls im Ländle, in Stuttgart, ansässig. Wie schon bei den beiden Vorgänger-Alben, zeichnet auch beim Schwäbisch-Band wieder ein Könner seines Fachs für die Dialekt-Adaption verantwortlich: der Ober-Schwäbisch-Macher Dominik „Dodokay“ Kuhn, der mit Clips wie Star Wars auf Schwäbisch oder 24 auf Schwäbisch zum Internet-Star wurde und derzeit mit einer Bühnenshow tourt.

Dominik Kuhn ist ein Tausendsassa. Comedian, Musiker, Schauspieler, Autor, Entertainer, Übersetzer … alles. Vor allem ist er aber DER Schwäbisch-Macher. Seine Internet-Clips, in denen er zum Beispiel die schwäbische Seite der Macht aus Star Wars kitzelte oder dem 24-Ermittler Jack Bauer den Spätzle-Dialekt beibrachte, sind Kult. Im Ländle ist er schon ein Superstar, der derzeit Hallen mit seinem Live-Comedy-Programm Die Welt auf Schwäbisch füllt.

Er war erste Wahl der Redakteure bei Panini, um die gelben Chaoten von den Simpsons, in ihrem dritten Mundart-Band über „Kehrwoch’“, „Viertelesschlotzer“ und „Lombeseggl“ palavern zu lassen – und als riesiger Simpsons-Fan, ließ sich Dodokay auch nicht lange bitten und erklärt:
„Jetzt glotz‘ ich seit 15 Jahren Die Simpsons und denke, ich kenne alle und alles aus Springfield in- und auswendig; und auf einmal wird mir klar, dass Homer bei Moe die ganze Zeit koi Bier sondern Moscht g’soffa hodd …  Die Übersetzung hat einen Heidenspaß gemacht!“

Der in Reutlingen lebende Dominik Kuhn folgt damit anderen prominenten Übersetzern, wie Schauspielerin Sabine Bohlmann – Lisas TV-Stimme – die den Simpsons den bayrischen Dialekt nahebrachte, oder Hessen-Barde Bobby von Schwanheim, der den ersten Band Auf Hessisch umsetzte.

Natürlich gibt es auch diesmal wieder jede Menge zu lachen – für Ur-Schwaben, die vieles aus ihrem Ländle wiedererkennen werden (schon das Cover wartet mit einer Kehrwochen-Reminiszenz auf und in der ersten Geschichte geht es um Bier, des Schwaben zweitliebstes Getränk), ebenso wie für „Nei’gschmeckte“ (also Nicht-Schwaben), denen ein kleines Schwäbisch-Lexikon am Ende bei den gröbsten Verständnisproblemen hilft.

Und wie immer empfehlen wir an dieser Stelle allen das gegenseitige Vorlesen aus dem Band – das führt garantiert zu extremen Lachsalven!

SIMPSONS COMICS MUNDART, BAND 3: AUF SCHWÄBISCH
HC l 48 Seiten l € 10,- l ISBN 978-3-86201-843-7
Das Comic-Album kann unter anderem hier bestellt werden!

 
Quelle: Panini Comics

„Verleiht keine Flügel“ – die deutschen Medien und der Anti-Amerikanismus

Die Amerikaner, die kämpfen wie Weiber!
– Ein Nazi-Soldat in „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“

Du bist gegen TTIP? Das ist nur Anti-Amerikanismus! Du bist kritisch gegenüber den vielen Militäreinsätzen der USA? Anti-Amerikanismus! Was die NSA und ihre Spießgesellen in Deutschland treiben, gefällt Dir nicht? Purer Anti-Amerikanismus!

Mit dieser „Argumentation“ wurden in der Vergangenheit immer mal wieder gern aufkommende Diskussionen erstickt. Schon Schopenhauer hat so ein Vorgehen in seiner „Eristischen Dialektik“ beschrieben, es ist ein „Argumentum ad Personam“: Dem Kritiker werden unlautere Motive unterstellt und damit seine Kritik pauschal abgelehnt. Seine Argumente werden nicht wirklich widerlegt, stattdessen beruft man sich auf die Motive und darauf, dass Argumente aus niederer Motivation nicht widerlegt zu werden brauchen.

Auch die Medien verwendeten das Schlagwort „Anti-Amerikanismus“, um Diskussionen die Grundlage zu entziehen. Doch manchmal schlägt sowas auch zurück. Denn im Moment macht ein Fall die Runde, bei dem die Medien nicht widerstehen konnten und ihn mit dem Etikett „Typisch Amerikaner“ versahen: Drei Amerikaner haben den österreichischen „Red Bull“-Konzern wegen wahrheitswidriger Werbung verklagt. Aufhänger bei einigen Presse- und Fernsehberichten ist dabei Red Bulls Werbespruch „Red Bull verleiht Flüüüügel“, auf Englisch „Red Bull gives you wings“. Drei Amerikaner verklagen also Red Bull, weil ihnen der Energydrink keine Flügel verleiht.

Na, typisch Amerikaner halt, die sind ja so blöd und glauben jeden Werbespruch. Wahrscheinlich haben die auch nie an der Esso-Tankstelle getankt, weil sie Angst vor dem Tiger im Tank hatten. Und Millionen amerikanischer Kinder sind enttäuscht, weil bei ihnen nie Tony der Tiger aus der „Kellog’s Frosties“-Packung gesprungen kam. Ach ja, und war da nicht so eine Dame, die nicht wusste, dass Kaffee heiß ist und die deswegen McDonald’s verklagt hat und Millionen bekommen hat?  Und jetzt also Red Bull. Ts! Die Amerikaner halt… Anti-Amerikanismus? Aber nicht doch, jeder weiß doch, wie die Amis so sind…

Nun, richtig ist, dass man in den USA sehr viel leichter verklagt werden kann. Richtig ist auch, dass drei Amerikaner Red Bull verklagt haben. Richtig ist auch, dass sie das wegen Red-Bull-Werbesprüchen getan haben. Aber nicht wegen „Red Bull verleiht Flüüüügel“ und dass man davonfliegen kann. Wenn man diejenigen Artikel, die das zumindest herausgearbeitet haben, etwas aufmerksamer liest, ging es unter anderem um die Behauptung, der Energydrink würde die sportliche Leistungsfähigkeit steigern. Diese Klage kann man zwar immer noch kritisch sehen, aber es geht mitnichten darum, dass ein paar Amerikaner zu blöd waren, „Red Bull verleiht Flüüüügel“ als das zu sehen, was es ist: ein griffiger Werbespruch, der nicht wörtlich zu nehmen ist.

Aber dennoch machen viele Medien genau den Werbespruch zum Aufhänger ihres Berichts oder sogar zur Schlagzeile. Es wird mit anti-amerikanischen Ressentiments gespielt und vielfach auch gar nicht aufgeklärt, dass es in dem Prozess gar nicht um den Werbespruch an sich ging. n-tv zum Beispiel macht sogar eine Straßenumfrage, in der die Deutschen zeigen dürfen, dass sie den Amerikanern geistig überlegen sind, weil sie von Red Bull nicht erwarten, dass ihnen Flügel wachsen. Zwar wird in der Schlagzeile und im Bericht umschweifig vom „Flügel-Effekt“ geredet, aber das Publikum weiß genau, was es denken soll.

Wenn man sich die Mühe macht, bis an den Anfang zu gehen, kann man direkt nachlesen, dass es in dem Prozess nicht um eine wörtliche Auslegung des Werbespruchs ging, sondern um:

…[Red Bull’s] claims of increased performance, concentration and reaction speed…

Auch bei dem Betrag, der aus dem Vergleich hervorging, ist Vorsicht geboten: Ja, das ganze kostet Red Bull 13 Millionen Dollar. Aber nein, die 13 Millionen bekommen nicht die Kläger allein, sondern jeder amerikanische Kunde, der zwischen 2002 und dem 3. Oktober 2014 Red Bull gekauft hat, kann seine Ansprüche anmelden (Voraussetzung: Er muss den Kauf mit einem Beleg nachweisen). Jeder Kunde, der das tut, bekommt maximal 10 US$ ausgezahlt oder Red-Bull-Produkte im Wert von 15 US$. Sollten allerdings 13 Millionen Kunden bei Red Bull ihre Ansprüche anmelden, bekommt jeder nur 1 US$.

Ja, natürlich kann man an diesem Prozess einiges kritisierungswürdig finden. Manches muss man sogar kritisierungswürdig finden. Zum Beispiel, dass er Menschen von Eigenverantwortung und kritischem Denken freispricht. Einer der Kläger hat etwa berichtet, dass er jahrelang Red Bull getrunken, aber nie eine Steigerung der Leistungsfähigkeit festgestellt habe. Also, wenn etwas nicht die Wirkung hat, die ich mir davon verspreche, dann lasse ich einfach die Finger davon. Hat der immer weitergetrunken nach dem Motto „Bei der nächsten Dose wird alles anders“?

Kritisierungswürdig ist auch, dass eine solche Prozesshanselei für Firmen ständig eine Gefahr ist, denn wie will man denn erreichen, dass jeder Mensch bei einer Werbebotschaft immer alles richtig versteht? Aber bei vielen Medien findet keine Differenzierung statt, einfach nur, weil man eine griffige Schlagzeile hat, bei der der Leser / Zuseher sich so schön überlegen fühlen und sagen kann: „Ach schau an, die Amerikaner mal wieder…“

Und morgen wird den TTIP-Gegnern wieder vorgeworfen, sie seien ja nur anti-amerikanisch.

Was war eigentlich mit der Dame, die McDonalds verklagt hat und immer wieder quasi als Prototyp für den „wegen jedem Dreck klagenden Ami“ herhalten muss? Da bleibt genauso wenig übrig, wenn man genau hinschaut.

Hinweis: Wer sich durch die verschiedenen „Amerikaner klagen, weil Red Bull keine Flügel verleiht“-Artikel arbeiten möchte, gebe bei der Suchmaschine seiner Wahl „klage gegen red bull“ ein (oder hier klicken). Wegen des Leistungsschutzrechts für Presseverleger werden auf diesem Blog keine Presseerzeugnisse mehr verlinkt.

UPDATE: Stefan Niggemeier hat sich in seinem Blog des Themas angenommen und hat die „schönsten“ Schlagzeilen und Artikel zum vermeintlichen Thema „Amerikaner verklagt Red Bull, weil er keine Flügel bekommen hat“ gesammelt.

 

 

Und noch ein persönlicher Hinweis: Unterschreibt unbedingt die Initiative gegen CETA und TTIP! Stoppt TTIP, solange Ihr noch könnt!

 

„seaQuest DSV – Die komplette Serie“ neu auf DVD

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Das 21. Jahrhundert – der Mensch hat die letzte unerforschte Region unserer Erde kolonisiert: den Ozean. Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich, denn unter der Wasseroberfläche liegt die Zukunft.

– Captain Nathan Bridger im Vorwort zu „seaQuest DSV“

Es gibt mal wieder einen Grund, laut „Endlich!“ zu rufen. Denn endlich ist die Serie „seaQuest DSV“ auf DVD erschienen – und zwar komplett. Bisher gab es nur Staffel 1 und Staffel 2 und dann war irgendwie Schluss.

Die Serie spielt in einer nicht zu fernen Zukunft, im Jahr 2018 und später: Der Mensch hat die Ozeane kolonisiert. Doch mit dem Erschließen von neuem Lebensraum sind neue Territoriumskämpfe ausgebrochen, denn immerhin werden auf dem Meeresgrund noch unentdeckte Bodenschätze erwartet. Als die Konflikte zunehmen, beschließen die Länder der Erde die Gründung der „UEO“, der United Earth / Oceans Organization. Sie soll, quasi als Nachfolger der UNO, das Zusammenleben der Menschen regeln und überwachen. Dazu wird ein neues kombiniertes Forschungs- und Militär-U-Boot in den Dienst übernommen werden, die seaQuest DSV (= Deep Submergence Vehicle). Es gelingt einem Admiral, den altgedienten Captain Nathan Bridger zurückzuholen, der das Kommando über das Schiff übernimmt und von einem Notfall zum andern eilt…

Leider war der Serie mit drei Staffeln kein sehr langes Leben beschert, noch dazu, da die dritte Staffel mit einem nicht aufgelösten Konflikt endet. Aber sie hatte durchaus Potential, auch nach heutigen Maßstäben. Die Änderungen, die nach jeder Staffel durchgeführt wurden, machten die Handlung allerdings sehr unruhig. Eigentlich sollten die Änderungen dazu führen, dass mehr Zuschauer angezogen wurden, unter Umständen wurde das genau Gegenteil erreicht. Der größte Bruch ist zwischen Staffel 2 und 3: die seaQuest ist zehn Jahre verschollen und taucht plötzlich wieder auf. Bridger geht von Bord, weil er sich auf die Suche nach seinem Sohn machen will und das Kommando übernimmt Captain Oliver Hudson. Selbst der Titel der Serie wurde abgeändert, sie hieß ab dann „seaQuest 2032“.

Über die Serie selbst wird es in Kürze drüben beim Blog der „FlatFluteDivers“ wieder mehr geben, ich möchte hier allerdings schon mal auf die neue Box eingehen. In Deutschland wird diese Vertrieben von Koch Media, sie ist sehr schön gestaltet. Es handelt sich um eine stabile Kartonbox, die drei Staffeln sind nochmal separat verpackt und zeigen ein einheitliches Erscheinungsbild. Doch wenn man die Boxen von Staffel 1 und 2 öffnet, fällt einem sofort etwas auf, nämlich der Umstand, dass man das schon mal gesehen hat… und in der Tat, die Beschriftungen der DVDs selber verraten es: Es handelt sich dabei schlicht und ergreifend um die bisherigen Box-Sets, die man einfach in eine Packung getan hat. Zu erkennen ist das daran, dass die Discs nicht durchnummeriert sind, sondern sie heißen „Season One Part One Disc 1… 2… 3“ und „Season One Part Two Disc 1… 2… 3“. Das Design der DVDs selbst ist dabei ebenfalls das gleiche geblieben, was bei Staffel 2 besonders auffällt. Dort waren nämlich DVDs und die Packung in grün gehalten, für die Komplettbox wurde aber blau als vorherrschende Farbe gewählt. Wenn man also die blaue Box von Season 2 öffnet, findet man grüne DVDs. Natürlich bricht das Design der DVDs von Staffel 3 dann komplett aus: Nicht nur, dass die Discs von 1 bis 4 durchnummeriert sind, auf ihnen ist einfach nur das Logo der UEO abgedruckt zusammen mti dem Serientitel (die Discs der anderen Staffeln waren mit Bildern der Besatzung versehen, dabei hatte jede Disc ein eigenes Bild).

Entsprechend ist das Bonusmaterial nicht sehr üppig, es beschränkt sich auf Szenen, die aus den Folgen gekürzt wurden. Ob es generell kein anderes gibt, das man hätte mit draufpacken können, weiß ich nicht.

Diese Kleinigkeiten sind Minuspunkte, die eigentlich nicht hätten sein müssen, denn der Gesamteindruck der Komplettbox ist eigentlich sehr gut, sie ist gut verarbeitet und die Box selber hat ein sehr anschauliches Design. Man hat es sogar geschafft, den obligaten FSK-Aufkleber so unterzubringen, dass er nicht stört.

Natürlich ist es ärgerlich, dass es jetzt die Komplettbox gibt, wenn man sich Staffel 1 und 2 schon nach dem Erscheinen gekauft hat und Staffel 3 wohl nicht separat erscheinen wird. Aber auf diese Weise hat man ein schönes Sammlerstück im DVD-Schrank, das sich sehen lassen kann. Ich kann diese Box also zum Kauf empfehlen.

„seaQuest DSV“ ist komplett. Endlich!

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„SeaQuest DSV – Die komplette Serie [17 DVDs]“ kann unter anderem hier bestellt werden!

„Starfire“ wird zu „Earthfire“ – wie ein Science-Fiction-Film die Gegenwart abbildet

Im Jahr 1990 wurde der Science-Fiction-Film „Starfire“ produziert, dem von der Kritik eine ernsthafte Thematik bestätigt wurde, der allerdings arg verworrene Handlungsstränge habe. Der Film spielt im Jahr 2050. Die Aktivität der Sonne hat stark zugenommen. Wissenschaftler entdecken, dass die Ursache dafür in einem sich aufbauenden so genannten „Megaflare“ liegt, einer riesigen Gluteruption auf der Oberfläche der Sonne. Diese Eruption wird so gewaltig sein, dass sie bis in die Planetenbahnen hinaus reicht. Schlimmer noch: Die Erde wird genau im Bereich dieser Eruption sein, wenn sie passiert. Damit steht die Zerstörung des Planeten unmittelbar bevor. Die Lösung ist, eine Antimaterie-Bombe ins Zentrum der Eruption zu schicken und sie so zum Zusammenbrechen zu bringen, bevor sie entsteht. Für diese Mission wurde eine intelligente Bombe namens „Freddy“ konstruiert, mit der man kommunizieren kann. Freddy ist Hauptbestandteil der so genannten „Ra-Sonde“, die in die Sonne geschickt werden soll. An ihren Startplatz gebracht werden soll die Sonde durch das Raumschiff HELIOS, das von Captain Steve Kelso (Tim Matheson) befehligt wird.

Der Plot hat in der Tat viele verwobene Ebenen. Natürlich ist der Hauptplot der Versuch der Besatzung der HELIOS, die Ra-Sonde in Position zu bringen und die Mission zu einem erfolgreichen Ende zu führen. In einer anderen Ebene geht es um Kelso, seinen Vater Admiral „Skeet“ Kelso (Charlton Heston) und seinen Sohn Mike (Corin Nemec). Mike ist auf einer Militärakademie. Da ihm nicht erlaubt wird, seinen Vater vor dem Abflug der HELIOS zu treffen, flieht er mit einem Raumjäger, der in der Wüste von Red Sands abstürzt. Mike trifft auf den Wüstenbewohner Travis (Jack Palance) und später auf den Wissenschaftler Doktor Haas (Paul Koslo), der von seinem Arbeitgeber, dem Großindustriellen Arnold Teague (Peter Boyle) dort ausgesetzt wurde.

Und hier setzt der Teil des Plots ein, den ich aus heutiger Sicht interessant finde: Arnold Teague ist Boss des internationalen Riesenkonzerns IXL und seine Selbstbeschreibung wäre vermutlich „Wissenschaftsskeptiker“. Er glaubt nämlich nicht an die Berechnungen der Wissenschaftler, dass die Erde verbrannt werden würde und sieht seine Chance gekommen. Wenn die HELIOS-Mission fehlschlägt, wären alle Menschen der Welt überzeugt, das Ende wäre nahe. IXL könnte alles in seinen Besitz bringen, weil jeder alles verkaufen würde. Wenn der Megaflare – im Film auch die „Starfire-Theorie“ genannt, daher der Titel des Films – dann nicht eintritt und sich das Leben auf der Erde wieder normalisiert, würde IXL quasi der ganze Planet gehören. Und das auch noch völlig legal. Aber dazu muss HELIOS ein Fehlschlag werden. Teague beauftragt seinen Handlanger Borg (Dorian Harewood), der  genetisch modifizierten Alex Noffe (Annabel Schofield), die auf der HELIOS arbeiten soll, ein Gerät zu implantieren, mit der man sie wie einen ferngesteuerten Roboter lenken kann.  Die Besatzung der HELIOS hat dann auch alle Hände voll zu tun, als es während des Flugs zur Sonne zu verschiedenen „Zwischenfällen“ kommt. Noffe versteht es dabei gut, ihre Spuren zu verwischen und den Verdacht auf den für die Ra-Sonde vorgesehenen Piloten Ken Minami (Tetsuya Bessho) zu lenken.

Wer jetzt neugierig geworden ist auf den Film, er ist auf DVD noch erhältlich. Mir geht es aber um etwas anderes: Arnold Teague, den „Wissenschaftsskeptiker“. Ich muss zugeben, dass ich den Film, als ich ihn damals, Anfang der 1990er Jahre zum ersten Mal sah, sehr spannend fand, aber die Figur von Teague ziemlich übertrieben. Welcher Mensch, der bei klarem Verstand ist, würde daran zweifeln, dass „Starfire“ eintritt, wenn selbst sein eigener Wissenschaftler Haas irgendwann davon überzeugt ist? Allerdings gab es damals die Debatte um den Klimawandel noch nicht. Und da sollte ich eines besseren belehrt werden.

„Starfire“ basiert auf dem Buch Kuraishisu niju-goju nen des japanischen Autors Takeshi Kawata. Ich weiß nicht, wie stark die einzelnen Komponentn aus dem Roman stammen, aber entweder Kawata selbst oder die Drehbuchautoren Joe Gannon und Crispan Bolt haben es geschafft, die Ignoranz eines Mannes gegenüber der Wissenschaft auf den Punkt zu bringen. Und sogar der Grund, warum Teague die Wissenschaftler in Zweifel zieht, der mir damals etwas weit her geholt schien, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht so abwegig. Im Gegenteil, er ist nach heutigen Maßstäben sogar recht realistisch (darauf bezogen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die genau das glauben, auch wenn der Hintergrund himmelschreiender Blödsinn ist) . Als Teague den jungen Mike Kelso gefangen hat, erklärt er gegenüber diesem, dass „Starfire“ nicht kommt wird, weil Nostradamus (!!) gesagt hat, die Erde wird erst untergehen, wenn gewisse andere Zeichen eingetreten sind (man hätte auch darauf eingehen können, dass Nostradamus‘ angebliche Prophezeiungen bis ins 38. Jahrhundert reichen, die Menschheit also nicht 2050 untergehen kann, aber das sind Kleinigkeiten). Ein gestandener Großindustrieller zieht die Erkenntnisse der Wissenschaftler der Erde in Zweifel, weil ein französischer Arzt im 16. Jahrhundert eine Reihe von verworren geschriebenen Vierzeilern herausgebracht hat. Damals musste ich über diese Prämisse lachen. Mittlerweile ist mir das Lachen vergangen.

Denn inzwischen ist aus dem „Starfire“ in der Realität ein „Earthfire“ geworden: der Klimawandel, der von 97 % der Wissenschaftler als real und menschengemacht angesehen wird. Und auch hier melden sich die Arnold Teagues unserer Zeit zu Wort, die so genannten „Wissenschaftsskeptiker“. Ihre Argumente ähneln denen von Teague dabei sehr stark. Zum Teil könnten Aussagen von Teague im Film eine Zusammenfassung der Argumente der Klimawandelleugner sein. Wissenschaftler, so räsoniert der Vorstandsvorsitzende von IXL, hielten sich für was besonderes und dabei ändern sie doch ihre Theorien wie der Wind. Was Teague, wie so manche andere Menschen auch, übersieht, ist der Umstand, dass das nicht willkürlich passiert. Auch gibt es kaum Wissenschaftler, die ihre Theorien von vornherein als unumstößlich Wahrheiten verbreiten. Die Theorien müssen durch relevanten Forschungen bestätigt sein. Dabei kann es sein, dass im Laufe der Zeit Teile einer Theorie durch Forschungsarbeit widerlegt wird und ein Wissenschaftler wäre ein schlechter Wissenschaftler, wenn er darauf nicht einginge und die Theorie entsprechend ändert. Was den Klimawandel betrifft, so wurden diese Anpassungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemacht und es bestätigte sich immer mehr, dass der Klimawandel menschengemacht ist und wir etwas tun müssen, wenn wir nachfolgenden Generationen die Erde nicht als Schlachtfeld der Elemente hinterlassen wollen.

Teague sieht aber auch noch in seiner so genannten „Skepsis“ eine Möglichkeit, Profit zu schlagen: Wenn alle denken, die Welt geht unter, kann ich ihre Häuser, Grundstücke, Waren oder was auch immer billig aufkaufen und bin dann der Herrscher der Welt. Genau das gleiche erleben wir derzeit: Wann immer versucht wird, höhere Umweltstandards einzuführen, gibt es jene, die aus Angst um ihren Profit dagegen sind. Und mit TTIP sollen solche Standards durch die Hintertür ausgehebelt werden: Ein Konzern, der seinen Profit in Gefahr sieht, soll einen Staat verklagen können. Wir sehen das heute schon bei den Stromkonzernen, die Deutschland wegen des Atomausstiegs verklagen. Dass auf der anderen Seite die fortschreitende Umweltzerstörung aber letztlich irgendwann dazu führen wird, dass es nichts mehr gibt, mit dem man Profit machen könnte, wird von den Teagues der Gegenwart gerne ausgeblendet. „Teague setzt darauf, dass ‚Starfire‘ nicht kommen wird“, umschreibt Haas während des Films den Standpunkt des Großindustriellen. Und mehr ist es auch in der Gegenwart nicht: Nichts, was sich auf Fakten oder Forschung gründet, es ist ein „darauf setzen“, ein Wetten, ein Spielen. Russisches Roulette mit der ganzen Welt.

Vieles, was die „Klimaskeptiker“ vorzubringen haben, ist argumentativ nicht besser als Teagues Gerede von Nostradamus. Und ja, tatsächlich ist viel Religiöses oder Pseudo-Religiöses dabei. Mich hat es zum Beispiel sprachlos gemacht, als Bewohner einer Südsee-Insel, die komplett im Meer versinken wird, wenn die Ozeane ansteigen, ihr Unverständnis über die Situation so zum Ausdruck brachten: Gott habe doch in der Bibel versprochen, es gäbe keine Sintflut mehr. Deswegen habe er doch den Regenbogen geschickt. Das bezieht sich auf die Geschichte von Noah und der Sintflut, an deren Ende Gott tatsächlich das Versprechen gibt, dass es keine Flut mehr geben wird. Den Regenbogen erfindet Gott dann als Zeichen seines Versprechens.

Aber der Regenbogen wird die steigenden Meere nicht aufhalten. Das Schlimme ist: Der Mensch offensichtlich erstmal auch nicht mehr, seit die Antarktis des Kipppunkt überschritten hat und ihr Eisschild rapide abschmelzen wird. Die Zeichen des Klimawandels werden langsam aber sicher immer deutlicher. Das Problem ist: Die letzten „Skeptiker“ werden erst überzeugt sein, wenn das Klimachaos da ist. Und dann ist es zu spät.

Deswegen wird es Zeit, den Arnold Teagues unserer Zeit die rote Karte zu zeigen. Endgültig. Dazu kann man sogar ein Zitat aus „Starfire“ abwandeln, das der Wissenschaftler Haas sagt, als er eindringlich an Teague appelliert:

„Es gibt keinen Zweifel: ‚Earthfire*‘ wird kommen! Die Umweltschutz-Mission**, selbst wenn der Risikofaktor enorm ist, sie kann glücken!“

 

* im Original-Zitat „Starfire“
** im Original-Zitat „Ra-Mission“

„Ein Fall fürs All“: Die neue Politsatire mit Urban Priol und Alfons

„Ein Fall fürs All“ – ab 30. September monatlich im ZDF

Urban Priol feiert sein Comeback im ZDF: zusammen mit Alfons ist er ab 30. September im neuen monatlichen Kabarett-Format „Ein Fall fürs All“ im Zweiten zu sehen.

Da sie genug vom politischen Chaos auf der Erde haben, flüchten die beiden Kabarettisten Urban Priol und Alfons auf der Suche nach einer besseren Welt mit ihrem selbstgebauten Raumschiff in die unendlichen Weiten des Alls. Ausgestattet mit fantastischen und futuristischen Geräten wie Gehirnscannern, Beam-Traktorstrahlen sowie Zukunfts- und Vergangenheitsmonitoren versuchen sie mit ganz neuen Einsichten das kabarettistische Licht der Erkenntnis ins Dunkel aktueller Politik zu tragen.

Dabei sind sie nicht allein unterwegs: Eine wechselnde Crew von Kabarettisten und satirischen Gästen von der Erde ergänzen die Besatzung und helfen Urban Priol und Alfons dabei, das Raumschiff einmal im Monat sicher in der Mitte des politischen Geschehens zu landen.

Quelle: ZDF

Happy „Bats-Day“ – Batman wird 75!

Um das Jubiläum zu feiern, findet am 29. November der Batman-Tag statt

 

(c) Panini
(c) Panini

75 Jahre Batman! Ein denkwürdiges Jubiläum für den Fledermaus-Detektiv, das er letztlich seinen Lesern zu verdanken hat, weswegen auch die Batman-Fans zur Feier beschenkt werden sollen. Der Panini Verlag, die deutsche Comic-Heimat des Dunklen Ritters, erklärt deswegen – in Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von Comic-Shops – den letzten Samstag im November (29.11.2014) zum Batman-Tag. An diesem Tag halten alle teilnehmenden Comic-Händler für die Batman-Leser Überraschungen bereit: unter anderem einen Batman-Gratis-Comic und eine exklusiv für Deutschland erstellte Batman-Variant-Cover-Edition.

Im Gratis-Comic 75 Jahre Batman sind der erste Auftritt des Dunklen Ritters aus dem Jahr 1939 (in den USA erschien diese Story in der legendären Ausgabe Detective Comics #27), eine bisher auf Deutsch unveröffentlichte Batman-Story von Zeichnerlegende Neal Adams, eine aktualisierte Batman-Herkunftsgeschichte von Jim Lee, und eine Tribute-Galerie mit Batman-Zeichnungen diverser Künstler enthalten.
Außerdem ist am Batman-Tag die Nummer 1 der neuen Heftserie Batman Eternal erhältlich – eine exklusive Vorveröffentlichung, da die Reihe im deutschsprachigen Raum regulär erst im Januar 2015 startet (enthalten sind die US-Ausgaben Batman Eternal #1 und #2, zum Preis von 5 Euro). Für Sammler ist dabei besonders wichtig: Von jedem an der Aktion teilnehmenden Comic-Laden gibt es ein individuell auf den Shop zugeschnittenes Variant-Cover dieser Ausgabe! Das Cover wurde exklusiv für Panini Deutschland von Guillem March, einem der derzeit besten Superhelden-Zeichner weltweit, erstellt.

Für den US-Verlag DC Comics ist diese Variant-Cover-Aktion eine Premiere, die in Deutschland zum ersten Mal durchgeführt wird – man kann also getrost von einem einzigartigen Event reden. Die Auflagen des Gratis-Comics, wie auch der Vorveröffentlichung sind limitiert.

Und damit am Batman-Tag das richtige Gotham-Feeling aufkommt, gibt es in den Shops außerdem gratis Batman-Masken aus Pappe in vier verschiedenen Designs aus vier unterschiedlichen Batman-Epochen.

Diese Masken sollen die Fans nicht nur tragen, sondern sich am Batman-Tag damit auch in ihren Comic-Shops fotografieren lassen und mit diesen Bildern an einem Gewinnspiel teilnehmen. Unter anderem gibt es dabei limitierte Hardcover-Ausgaben von Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters – signiert vom Zeichner, dem großartigen Klaus Janson persönlich – zu gewinnen.

Eine Liste der am Batman-Tag teilnehmenden Shops findet sich auf der Panini Comics-Website.

Wer außerdem mit Batman durch die Zeit reisen möchte, greift zur Batman-Anthologie (372 Seiten, € 29,99, ISBN 978-3-95798-067-0). Der edle Hardcover-Band erscheint am 14. Oktober und enthält 20 ausgewählte Geschichten, die den Fledermaus-Detektiv und seine Veränderungen von seinen Anfängen im Jahr 1939 bis heute zeigen.

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„Batman: Anthologie: 20 legendäre Geschichten über den Dunklen Ritter“ bei AMAZON

 

Quelle: Panini Comics

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Charmed – die 9. Staffel als Comic!

Die magischen Schwestern kehren zurück mit der offiziellen Fortsetzung der TV-Kult-Serie

Im TV genoss die Serie Charmed um die magischen Halliwell-Schwestern Kultstatus. Acht Staffeln lang kämpften die guten Hexen Paige (gespielt von Rose McGowan) (vor ihr Prue/Shannen Doherty), Piper (Holly Marie Combs) und Phoebe (Alyssa Milano) gegen die Mächte der Finsternis und besiegten schließlich die Quelle alles Bösen. Doch die Geschichte der Mächtigen Drei ist damit noch nicht zu Ende erzählt! Exklusiv als Comic präsentiert Panini Comics jetzt die offizielle Fortsetzung von Charmed, mit den aus der TV-Serie bekannten Gesichtern in grandiosen Zeichnungen und einer ebenso fesselnden wie ungewohnt dunklen Story!

Ein uralter Zauberspruch gab den Mächtigen Drei ihre Zauberkräfte. Drei zauberhafte Hexen-Schwestern, deren Aufgabe es ist, die Unschuldigen zu beschützen. Über die Jahre hinweg kämpften sich die Nachfahren von Melinda Warren, der ersten Halliwell-Hexe, durch Abenteuer voll Freude, Trauer, Liebe und Schmerz und boten dabei acht Jahre lang dem Bösen die Stirn, bis sie die ultimative Schlacht gewinnen konnten, und nun glücklich bis in alle Zukunft leben. Oder war das nur der Anfang der Geschichte …?

Die 9. Staffel Charmed setzt anderthalb Jahre nach den Ereignissen ein, die dazu geführt hatten, dass Piper, Phoebe und Paige erfolgreich das Ur-Böse bezwingen konnten. Seitdem führten die Schwestern ein relativ ruhiges und – soweit es ihre Kräfte und die Zauberschule zuließen – normales Leben mit ihren Familien. Doch der Tod der ersten Unschuldigen, die jemals von den Mächtigen Drei gerettet wurde, erweckt eine uralte böse Macht, die stärker ist als alles, was den Schwestern bisher entgegengetreten ist. Die neue/alte Bedrohung zwingt die Hexen zurück in ihre Bestimmung, zurück zum Kampf für das Gute – und diesmal wankt sogar das Gefüge ihrer Zeitlinie, sodass das Schicksal der ganzen Welt verändert werden könnte.

Um die Kult-TV-Serie Charmed als Comic-Reihe fortführen zu können, schlossen sich die Top-Autoren der Fernseh-Episoden mit Könnern der Comic-Zunft zusammen und erschufen eine Geschichte, die die Geschehnisse der 8. Staffel aufnimmt und ganz im Charmed-Ton weiterspinnt. Dabei verzichteten die Macher darauf, die Geschichte nach Buffy-Vorbild mit einem US-Heft entsprechend einer TV-Episode umzusetzen, sondern schrieben einen in sich geschlossenen Handlungsbogen, der die Story mit hoher Dynamik auf 140 Comic-Seiten komprimiert, ergänzt durch Zusammenfassungen (auf 23 Seiten) der acht vorausgegangenen Charmed-Staffeln in Form von Tagebuch-Eintragungen ins Buch der Schatten. – Wer sich also neue magische Abenteuer mit den Halliwell-Schwestern wünscht, ist mit dem Band bestens aufgehoben und in den USA erscheint derzeit auch schon das erste Heft mit weiteren Charmed-Geschichten, einer Fortsetzung der Fortsetzung steht also nichts im Weg.

Charmed: Bd. 1 hier online bestellen!

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Quelle: Panini Comics