Was bisher geschah: Darth Vader ist beim Imperator in Ungnade gefallen. Nicht nur hat er es zugelassen, dass die Rebellen den Todesstern vernichten, er hat auch die Zerstörung der imperialen Anlagen auf CYMOON nicht verhindern können. Da der Todesstern als „Furchtinstrument“ gedacht war, das als Druckmittel gegenüber den Sternsystemen den Senat ersetzen sollte, gerät das Imperium in unruhiges Fahrwasser. Der Imperator entzieht Vader das Vertrauen und setzt ihm Großgeneral Tagge vor die Nase, der ihn überwachen soll. Vader findet jedoch heraus, dass Tagges Adjudant mit Schmugglern in Verbidung stand, die imperiale Transporte überfallen haben. Er entscheidet, eigene Intrigen zu schmieden, um hinter den Plan des Imperators zu kommen…
„Da gerade niemand hier ist, den es zu töten gilt – wie kann ich behilflich sein?“
-Tripel-Zero
Vader möchte mehr über die neuen Kontakte des Imperators erfahren und eine eigene Armee aufstellen, damit er schlagkräftiger agieren kann. Dazu bedient er sich der Archäologin Doktor Aphra, die Spezialistin für alte Waffensysteme ist. Sie aktiviert den Folterdroiden Tripel-Zero und den Blastomech-Prototyp BT-1. Dann führt sie den dunklen Lord der Sith nach Geonosis, wo er seine gewünschte Armee erhalten soll…
Rezension
Oh wow! Der Comic schafft den Spagat zwischen „sehr dunkel“ und „amüsant“. Und er ist voller raffinierter Einfälle. Doktor Aphra kommt am Anfang wie ein weiblicher Indiana Jones rüber (was durchaus beabsichtigt ist, beispielsweise beklagt sie sich, dass das Stück, das sie aus einem Museum stehlen will, in ein Waffenarsel gehört – was ein Spiegelbild der Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ ist, wo Indy lauthals betont, das „Kreuz von Coronado“ gehört in ein Museum und nicht in Privatbesitz), aber es wird sehr schnell klar, dass sie alles andere als idealistisch ist. Sie ist eine Söldnerin, skrupellos und zudem eine glühende Verehrerin von Darth Vader. Als dieser sie anheuert, ihm eine Armee zu beschaffen, hat sie keine Probleme damit, die zwei Droiden, die sie eigentlich für einen anderen Auftrag beschaffen sollte, ihm zu überlassen. Und da sind wir beim tief-dunklen Teil: diese Droiden sind – auch wiederum beabsichtigt – wie dunkle Spiegelbilder von C3PO und R2-D2. 0-0-0 oder „Triple-Zero“ sieht aus wie C3PO, nur ist seine Außenhülle dunkelgrau. Er stellt sich genau so über-höflich vor wie sein goldenes Ebenbild, aber Tripel-Zero ist ein eiskalter Folter-Droide. Seine Fähigkeiten darf er dann im Verlauf der Geschichte auch noch unter Beweis stellen. BT-1 ist von der Grundform her ein Astromech-Droide, allerdings ist sein Kopfteil zylindrisch (wie der Droide, den Owen Lars auf Tattoine eigentlich ursprünglich statt R2 kaufen wollte), seine Außenhülle ist ebenfalls dunkelgrau und statt nützlicher Instrumente hat er unter seiner Blechhülle verschiedenste Arten von (unter anderem auch Flammenwerfer). Die ganze Atmosphäre der Geschichte passt verdammt gut zu einer Handlung, in der es um den dunklen Lord der Sith geht. Sehr gut gelungen finde ich auch die Einbindung von Schauplätzen aus der Prequel-Trilogie, in dem Fall von Geonosis.
Die Comics sind dazu gedacht, gewisse Lücken zu schließen, die die STAR-WARS-Filme hinterlassen haben. Was Darth Vader betrifft, schaffen sie das sehr gut und man kann gespannt sein, wie sein persönlicher Feldzug weitergeht (auch wenn man weiß, dass alles letztlich in DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK mündet). Die Geschichte von Luke Skywalker hatte einige sehr gute Anklänge, nun bleibt abzuwarten, wie es bei ihm weitergeht. Allerdings: Das war der letzte Comic dieser Heftreihe, der dieses Jahr und vor der Premiere von DAS ERWACHEN DER MACHT erscheint. In einem anderen Artikel werde ich noch einen Blick auf die Sonderpublikation „Prinzessin Leia“ werfen, aber ansonsten wird der nächste Artikel zum Thema „STAR WARS“ eine Rezension über den Film sein.
Zwischen YPS Nr. 1262 und 1263 erschien am 5. Dezember 2013 der zweite Band „YPS-Spezial“ mit Originalcomics aus der „klassischen Ära“ des YPS-Hefts, wiederum ausgewählt mit Hilfe von Dominik Scherer von der YPS-Fanpage. Folgende Comics gibt es in dieser Ausgabe:
Davy Crocket
Niky – der Trucker
Yps & Co
Captain York
Yinni + Yan
Bens Bande
Pif & Hercules
Gespenster GmbH
Punk-Piraten
Robin Ausdemwald
Krimi-Comic
Wieder wurde ein Mehrteiler komplett abgedruckt, nämlich die Geschichte „Die Melonen-Fahrt“ aus der Reihe „Niky – der Trucker“. Im Vorwort wird drauf hingewiesen, dass Nikys Abenteuer auf Deutsch nur in YPS erschienen sind, sonst nirgends. Eine Besonderheit hat auch die Geschichte „Zu Besuch bei den Galliern“ von „Pif & Hercules“: Pif und Hercules gehen auf eine Fantasiereise zu Asterix und Obelix. Damit die Gallier ganz offiziell in diesem Abenteuer erscheinen durften, musste Asterix-Schöpfer Albert Uderzo persönlich sein Okay geben, was er auch tat, einmal für die Erstveröffentlichung, und für die Neuveröffentlichung – die ja passend zum neuen Album „Asterix bei den Pikten“ herauskam – ebenfalls.
Wie schon bei der ersten Ausgabe, so gibt es auch hier einen Rätsel-Comic um Dick Willingby, dem allerdings wiederum die Auflösung fehlt. Auch diesmal gibt es die Auflösung am Ende des Textes („unsichtbaren“ Text mit der Maus markieren, dann kann man ihn lesen).
Leider war diese Ausgabe die vorerst letzte der Reihe. Woran es lag, dass es bislang keine Fortsetzung gab, wurde nicht bekannt gemacht. Aber immerhin gibt es die Comic-Klassiker ja auch noch in jeder neuen, regulären YPS-Ausgabe.
Die Auflösung des Krimi-Rätsel lautet: Willingby hat im Spiegel gesehen, dass der Angreifer den Knüppel in der linken Hand hielt. Und in der Werkstatt arbeitet nur ein Mann, der Linkshänder ist. Es handelt sich um denjenigen, der gerade dabei ist, ein Brett durchzusägen.
YPS Nr. 1262 erschien am 21. November 2013 als letztes Heft des ersten vollständigen Jahres seit der Neu-Einführung der Reihe. Ein Heft war für das gleiche Jahr allerdings noch angekündigt, eine zweite Sonderausgabe mit ausgewählten Comics der klassischen Heftreihe, angekündigt für den 5. Dezember 2013.
Das neue YPS hatte seine Linie gefunden, gleichzeitig probierte man immer mal wieder etwas neues aus. Als Beleg dafür kann man sowohl das Gimmick dieses Heftes sehen, als auch den Comic-Zeichner-Wettbewerb, den YPS ausgerufen hatte. In dieser Ausgabe sollte nun der Sieger vorgestellt werden, zusammen mit einem brandneuen Comic mit Abenteuern von YPS & Co. Passend übrigens zur Jahreszeit gab es in dem Heft auch noch einen Bastelbogen für eine YPS-Weihnachtskugel und den Ausweis für den YPS-Club.
Die Artikel in diesem Heft
Fans und Fragen
Extrablatt
Feuerkugeln
Gestern und Heute
Volle Kontrolle
Promi-Bekenntnisse
Fahrzeuge
Nostalgie-Bewahrer
Ghostbusters!
Wigald Boning
Verkappte Gimmicks
Illusionen
Rüdiger Nehberg
Neue Gimmicks
Voodoo!
Legende (Fred Kipka)
ÜPS-Humor
Die Comics
Comic-Wettbewerb
Gimmick-Comic
Asterix bei den Pikten
Captain York
Yinni + Yan
Das Gimmick
Nach dem „Ei-Brett“ der letzten Ausgabe probierte die Redaktion wieder etwas Neues aus: Die Zensurbrille, die aussieht wie der berühmte „Zensurbalken“, der auf Fotos gerne verwendet wird, um die Identität einer Person zu verschleiern. In Zeiten, in denen ständig und pausenlos irgendwo fotografiert wird, sicherlich keine schlechte Idee.
Die Artikel
Hierzu muss ich gar nicht mehr so viel sagen, denn die Redaktion hat nicht nur eine passende Linie gefunden, sondern hält auch das Niveau der letzten Ausgaben. In der Reihe „Legenden“ wird in dieser Ausgabe Fred Kipka interviewt, der unter anderem die Comic-Reihen „Gespenster GmbH“ und „Punk Piraten“ erfunden hat.
Die Comics
Ein Großteil der Comic-Abteilung wird in diesem Heft von der Top 10 der neuen Zeichner eingenommen, die Beiträge für den Comicwettbewerb eingereicht hatten. Gewonnen hat den Wettbewerb Martin Tazl, der auch in den folgenden Aufgaben neue Abenteuer von YPS + Co gezeichnet hat. Außerdem wurden in dem Heft die ersten Seiten des damals neu erschienenen Asterix-Abenteuers „Asterix bei den Pikten“ veröffentlicht, sowie der erste Comic der Reihe „Captain York“, der in YPS Nr. 95 sein Debut feierte.
Der Gesamteindruck
Mein Gesamteindruck dieser Ausgabe ist wieder einmal gut. Einen Kritikpunkt gab es allerdings, denn offenbar nicht nur ich hatte: vier Ausgaben pro Jahr waren ein bisschen wenig. Doch die YPS-Redaktion sollte sich das zu Herzen nehmen, wie wir noch erfahren werden.
Was bisher geschah: Die Rebellen haben die Fertigungsanlagen des Imperiums auf Cymoon sabotiert, dabei hatte Luke Skywalker eine verheerende Begegnung mit Darth Vader. Nicht nur ist Vader nun endgültig auf den machtbegabten Jungen aufmerksam geworden, Luke ist völlig am Boden zerstört, da er im Vergleich zu Vader ein wahrhaft blutiger Anfänger ist. Er kehrt nach Tattooine zurück, um in den Hinterlassenschaften von Obi-Wan Kenobi einen Hinweis auf die Wege der Jedi zu finden. Gleichzeitig suchen Prinzessin Leia und Han Solo nach einem neuen Versteck für die Rebellion, werden allerdings von einer merkwürdigen Erscheinung aufgespürt: Sana Solo – Han Solos Ehefrau…
„Ein Lord der Sith, der Fragen stellt und erwartet, dass ihm widerstandslos geantwortet wird? Ihr seid ein armseliger Schüler, wenn Ihr das glaubt.“
-Imperator Palpatine
Darth Vader tritt vor Imperator Palpatine, um die Verantwortung für die Vernichtung des Todessterns und des Angriffs der Rebellen auf Cymoon zu übernehmen. Und der Imperator ist mehr als Willens, ihn zu bestrafen. Mit der Vernichtung des Todessterns ist das Imperium instabil geworden, der Senat wurde abgeschafft und die Kampfstation, die den System Furcht vor dem Imperium einflößen sollte, ist vernichtet. Palpatine erkennt an, dass sowohl Tarkin als auch andere Führungsoffiziere die Verwundbarkeit des Todessterns falsch eingeschätzt hatten. Der einzige, der widersprach, war General Tagge (das war der General, der in der Konferenz der Führungsoffiziere auf dem Todesstern anmahnte, dass es möglich wäre, dass die Rebellen eine Schwäche in den Plänen entdecken und sie ausnutzen). Er konnte dem Desaster entkommen, bevor der Todesstern explodiert ist und der Imperator will kein Risiko eingehen: So lange der zweite Todesstern gebaut wird, hat Tagge das Kommando – auch über Vader. Außerdem trifft sich der Imperator mit einer zwielichtigen Person, über die er Vader jede Auskunft verweigert. Im Gegenzug verschweigt Vader, dass er Luke Skywalker entdeckt und Obi-Wan Kenobi im Duell gegenüber getreten ist. Er beginnt seine eigene Konspiration, allerdings bekommt er von Tagge – jetzt Großgeneral – einen Adjudanten zugeteilt, der ihn genau überwachen soll…
Rezension
„Jetzt aber kommen wir zu etwas völlig anderem“, so hieß es bei Monty Python immer. Und Monty Python hat wohl auch Einzug ins Star-Wars-Universum gefunden, denn zu keinem Zeitpunkt der Geschichte in diesem Heft kehren wir zu Luke oder Leia und Han zurück. Wir erfahren nicht, welche Entdeckung Luke in Obi-Wans Aufzeichnungen gemacht hat oder was es mit der geheimnisvollen „Ehefrau“ auf sich hat, die plötzlich aufgetaucht ist. Das ist ein kleines Manko.
Die Geschichte um Darth Vader hat es dafür in sich. In der „Thrawn-Trilogie“ wurde damals gesagt, Vader habe seinen Arm durch den Imperator verloren, weil er für die Zerstörung des Todessterns verantwortlich gewesen sei (was nicht stimmte, aber der Autor Timothy Zahn kannte die Prequels natürlich noch nicht). Das zeichnete ein ziemlich brutales Bild vom Imperator. Der Imperator des neuen „Expanded Universe“ ist nicht minder grausam, aber nicht auf die direkte Weise. Er entzieht Vader das Vertrauen, macht ihn zum Handlanger von Großgeneral Tagge und weiht ihn nicht in alle Pläne ein. Vader lässt das aber nicht auf sich sitzen und arbeitet an eigenen Plänen: Nicht nur will er genau wissen, wer dieser X-Wing-Pilot ist, der den Todesstern zerstört hat und Anakin Skywalkers Lichtschwert trägt, er will auch die Pläne des Imperators aufdecken und sich der Kontrolle von Tagge entziehen.
Die Erzählweise selbst ist für STAR WARS ein wenig ungewohnt: Zuerst wird ein Handlungsstrang erzählt, der sich mit den Rebellen beschäftigt („Skywalker schlägt zu!“), jetzt erfahren wir eine Geschichte rein aus der Perspektive von Darth Vader. Das erinnert stark an die Romane vom „Herrn der Ringe“, wo die Handlungsfäden von Frodo, Sam und Gollum auf der einen, und Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli auf der anderen Seite auch strikt getrennt erzählt wurden. Für den Film wurde das geändert, da die Erzählweise nicht so gut in ein visuelles Medium passt – und genau so ist es bei STAR WARS. Hier wird also ein anderer Stil verwendet, als in den Filmen, wobei ich selbst noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Ja, die Geschichte ist geradliniger, wenn sie nicht ständig unterbrochen wird, auf der anderen Seite würde ich aber auch gerne wissen, wie es bei den Rebellen weitergeht. Aber vorerst bleibt der Fokus auf Darth Vader. Mal sehen, was der Lord der Sith noch ausheckt.
Das nächste Heft ist für den 16. Dezember angekündigt, genau einen Tag vor der Premiere von EPISODE VII.
Interessiert es jemanden, wie mein Schreibtisch aussieht? Katastrophal! Ich bin das, was Psychologen als „Volltischler“ bezeichnen. Das heißt nicht, dass ich berufsmäßig Holzbearbeitung betreibe, sondern es bezieht sich ganz pragmatisch auf den vollen Schreibtisch. Der Tisch eines Volltischlers sieht typischerweise aus wie meiner, voll mit lauter Zeugs. In meinem Fall ist das das neueste Asterix-Heft, verschiedene Star-Wars-Hefte und natürlich YPS. Dazwischen Notizbücher und Kalender sowie Blätter mit Plänen für neue Projekte. Außerdem noch Notizzettel, die mich daran erinnern sollen, wichtige Sachen nicht zu vergessen. Warum ich das erzähle? Na, um Zeilen zu schinden, so wie in den letzten Artikeln auch. Einfach, damit ich einen Text habe, der neben das Cover des YPS-Heftes passt, das ich gerade bespreche. Also, es geht um YPS Nr. 1261, es erschien am 29. August 2013 und das Gimmick war… das Ei-Brett zum Selbstwischen.
Die Artikel in diesem Heft
Leserbriefe
Fans und Fakten
Extrablatt
Das Gimmick
Kellergeister
Gestern und Heute
Taschenspieler
Promi-Bekenntnisse
Fahrzeuge
Neue Gimmicks
Geocaching
Helden: „Die drei ???“
Seltene Gimmicks
Rüdiger Nehberg
Zauberwürfel
Nostalgie-Bewahrer
Fussballer-Fotos
Interview: Norbert Hinze
ÜPS-Humor
Die Comics
Mister Melone
Yps + Co.
Gerfried
Pondus
Pif & Herkules
Kleiner Nerd & Giana Sisters
Sphenisci
Asterix (Kurzcomic)
Das Gimmick
In dieser Ausgabe probierte die Redaktion etwas Neues aus: Ein Gimmick, dass es im klassischen YPS nicht gab. Das „Ei-Brett zum Selbstwischen“ war in seiner Bezeichnung dann auch eine kleine Parodie auf viele Gimmicks, die damals als „der / die / das [Objekt] zum [Tätigkeit]“ beworben wurden. Beim Ei-Brett handelte es sich um ein Frühstücksbrett im iPad-Stil mit YPS-Charakteren. Allerdings nicht Spülmaschinengeeignet.
Es gab außerdem noch einen Bastelbogen als Beilage: Die Uhr von Steve McQueen, wie er sie in dem Film „The Hunter“ getragen hat.
Die Artikel
Also, eins muss man der Redaktion lassen, sie kommt immer wieder mit neuen Themen auf, die zum Gesamtbild passen. Daneben werden natürlich die verschiedenen Reihen fortgesetzt. Das Interview des Heftes wurde diesmal mit Norbert Hinze geführt, der in der Überschrift als „Mr. Y“ bezeichnet wurde, was er wirklich war – er hat YPS erfunden und blieb Chefredakteur bis 1999, als das Heft von Gruner + Jahr an den Ehapa Verlag verkauft wurde.
Die Comics
Ebenfalls wieder eine gute Mischung aus neu und alt. Zwei Dinge fallen besonders auf: Zum einen der Asterix-Comic. Hierbei handelt es sich um einen „One-Pager“, der noch zu Lebzeiten von Rene Goscinny entstand. Uderzo parodiert dabei die Art und Weise, wie er und Goscinny auf die Ideen zu den Asterix-Comics kamen. Bemerkenswert ist das deswegen, weil damit der damals neue Asterix-Band „Asterix bei den Pikten“ beworben wurde, der ja von einem komplett anderen Team geschrieben wurde. Zum zweiten ruft YPS – zusammen mit Alfonz und Comic Report – in dieser Ausgabe einen Wettbewerb aus. Es geht darum, Zeichnernachwuchs zu finden. Dieser Zeichner bekommt nicht nur ein Preisgeld, sondern auch eine Veröffentlichung in YPS mit der Aussicht auf weitere Aufträge.
Der Gesamteindruck
Mein Eindruck ist auch bei diesem Heft wieder einmal gut. Die Redaktion traut sich auch, wieder neue Dinge auszuprobieren, wie man am Gimmick sieht. Das Gimmick selbst ist ein netter Gag, sozusagen der Merchandise zum Heft. Aber auch das ist ja ganz in der Tradition des klassischen YPS.
Zwischen YPS 1260 und 1261 erschien das erste „YPS-Spezial“ der neuen Ära am 13. Juni 2013: Ein ganzer Band angefüllt mit Originalcomics aus dem klassischen YPS. Noch im selben Jahr folgte Band 2, auch hier waren die Leser also begeistert.
Folgende Comics waren in diesem Heft vertreten:
YPS & Co – Vom Blitz getroffen
Captain York – Die Höllen-Armada
Pif & Herkules – Der Tag der Musik
Yps & Co – und der Eierbaum
Ben’s Bande – Freistaat Brandenfels
Robin Ausdemwald
Yinni + Yan – Die Nebelbande
Yps & Co – Ampel-Ärger
Percy Pickwick – Die Stimme aus dem Nichts
Piffi
Gespenster GmbH – Das Gruselfest
Isegrims Abenteuer – Ausflug bei Nacht
Rätselcomic – Welches Alibi ist falsch?
Ausgewählt wurden die Comics von Dominik Scherer von der YPS-Fanpage. Die Mischung ist gut getroffen, interessant ist, dass mit „Die Stimme aus dem Nichts“ ein Percy-Pickwick-Mehrteiler abgedruckt wurde. Ein kleines Manko gibt es zudem noch: die Auflösung des Dick-Willingby-Rätselcomics wurde nicht abgedruckt. Aber da möchte ich gern den rätselnden Lesern helfen, ich habe die Antwort unten aufgeschrieben, allerdings in weiß. Wer sie lesen will, muss den Text mit Hilfe des Mauszeigers markieren.
Dieses YPS-Spezial hat einen Nostalgie-Faktor von 100%, auch wenn ich die meisten der Comics aus meiner Zeit als YPS-Leser bereits kannte.
Die Auflösung des Rätselcomics lautet: Der Verdächtige hat sich verraten, da er behauptet hat, er habe die Kinokarte, die sein Alibi gewesen wäre, in die Mülltonne geworfen, die am folgenden Tag von der Müllabfuhr geleert wurde. Das Problem dabei ist, dass das Verbrechen an einem Samstag begangen wurde. Und Sonntags leert die Müllabfuhr keine Tonnnen.
Tja, und jetzt sitze ich hier und schreibe einen Text, der neben das Cover des YPS-Heftes passen soll und davon handelt, wie erfolgreich und auf was für einem guten Weg das Heft war, obwohl ich das eigentlich ja schon einmal geschrieben hatte. Aber was soll’s, es ist wie es ist, so ist nun mal das Layout dieses Artikels, also kann ich mich ruhig einmal wiederholen. Das ist ein bisschen wie in der Schule, wenn es hieß, ein Aufsatz soll „mindestens soundsoviele Seiten“ umfassen, und man glaubte, schon alles gesagt zu haben, obwohl zur Mindestzahl noch eine Seite fehlte. Da hab ich dann auch immer angefangen, so Blabla-Texte zu schreiben, meistens als einen gigantischen Schlussabsatz, in dem ich nochmal alles durchgekaut habe, das ich sowieso schon geschrieben hatte. Das brachte mir nicht unbedingt Lehrersympathien, aber was sollte ich denn machen? Vorgabe ist Vorgabe! Oder ich sollte mir mal überlegen, ob ich die Vorgabe ändere. Wie auch immer, der Erfolg von YPS blieb. Mit der neuen Ausgabe wurde ein weiterer Klassiker neu aufgelegt: Der Solar-Zeppelin!
Die Artikel in diesem Heft
Leserbriefe
Fans und Fakten
Extrablatt
Agenten-Berg
Gestern und Heute
Konsolenkrieg 2
Prominente
Wohnen im Wagen
Neue Gimmicks
Gimmick-Experimente
Nostalgie-Bewahrer
Klonen
Rüdiger Nehberg
Der Traum von Fliegen
Ivia Litric
Die Comics
Ben’s Bande
YPS + Co
Wangaroo
Pif & Herkules
Zauber
Carl Benz
Das Gimmick
Der Solar-Zeppelin ist das Gimmick, das am meisten Presserummel verursacht haben dürfte. Wenn man einer Zeitung mit großen Buchstaben, die leider keine verlässliche Quelle für wahre Informationen ist, glauben darf, wurden Solar-Zeppeline, die sich von ihren Schnüren losgerissen hatten, mehrfach für UFOs gehalten.
Die Artikel
Die Artikel bieten die gewohnt gute Mischung. Interviewpartner in Sachen „YPS-Vergangenheit“ ist diesmal der Zeichner Ivica Litric, der über 1.000 Titelbilder des „klassischen“ YPS-Heftes gestaltet hat. Außerdem gibt es erstmals einen Artikel, den der Survivalkünstler Rüdiger Nehberg selbst geschrieben hat. Das Thema: Natürlich „Überleben in der Wildnis“, in bester YPS-Tradition.
Die Comics
Das Verhältnis neu zu alt ist ausgewogen in diesen Heft: Drei neue und drei alte Comics, wobei man „Pif & Herkules“ hier als „hybrid“ bezeichnen kann, denn die Serie selbst ist alt, der abgedruckte Comic aber noch nie auf Deutsch erschienen. Weiters fällt auf, dass der „Comic zum Gimmick“ dieses Mal nicht aus einem der regulären Hefte stammt, sondern aus YPS Extra Nr. 3. Der Comic ist damit nicht nur eine, sondern vier Seiten lang. „Yinni + Yan“ fehlen leider. Gleich auf den ersten Seiten des Magazins gibt es aber eine besondere Ankündigung: Ein Spezielheft, gefüllt mit lauter YPS-Originalcomics. Damit wurde dem Ruf nach noch mehr Klassikern Rechnung getragen.
Der Gesamteindruck
Ich kann nicht viel anderes schreiben, als ich schon geschrieben habe: Das neue YPS hatte seinen Weg gefunden und behielt seine Qualität bei. Es gibt keinen Artikel, der wie ein „Auffüller“ wirkt, und der Erfolg gab der Redaktion recht. Die Geschichte ging ungebrochen weiter.
Nachdem der Versuch einer Neuauflage von YPS als Zeitschrift für erwachsen gewordene Fans ein geradezu durchschlagender Erfolg gewesen war, ging die Redaktion mit neuem Schwung an die Sache ran, drehte hier und da an den Stellschrauben und brachte knapp ein Vierteljahr nach dem spektakulären Neustart das zweite Heft der neuen Reihe heraus: Nr. 1259. Als Gimmick gab es einen weiteren Klassiker: Die Maschine, die viereckige Eier macht, allerdings mit einem neuen, gegenüber den klassischen Heften geänderten Verfahren.
Was die Trennung von Comics und Artikeln betrifft, so wurde das in dieser Ausgabe etwas anders gehandhabt als zuvor: Gab es im letzten Heft noch zwei Abteilungen mit Comics – einer Abteilung mit neuen Comics und einer mit Nachdrucke von klassischen, bereits in YPS erschienenen -, so gibt es dieses Mal alle Comics zusammen am Ende des Heftes, egal ob neu oder alt.
Die Artikel in diesem Heft:
Leserbriefe
Presseschau
Fans und Fakten
Extrablatt
Gestern und heute
Azubi der Angst
Peter Illmann
Gimmick
Neue Gimmicks
Heiße Geräte
Zu den Sternen!
Lara Croft
Konsolenkrieg
Selber machen
Ausstellung
Roboter an die Macht
YPS-Quiz
Peter Wiechmann
Die Comics:
Der letzte Bulle
Finnen von Sinnen
Phantomias
Zauber
Gespenster GmbH
Pif und Herkules
Thomas der Trommler
Yps, Kaspar, Patsch und Willy
Das Gimmick
Wie gesagt, ein weiterer Klassiker: Ei hart kochen, Schale entfernen, in die Maschine damit und ab in den Kühlschrank. Nach einger Zeit hat man dann ein würfelförmiges Ei. Ein besonderer Gag als stapelbare Eier für den Frühstückstisch.
Die Artikel
Hier wird die Mischung aus „neu und spannend“ und „alt und nostalgisch“ beibehalten. Als „Legende“ in dieser Ausgabe wird nicht nur Peter Illmann (der Moderator der in den 1980er Jahren legendären Musiksendung „Formel 1“) interviewt, sondern auch Peter Wiechmann. Wiechmann ist bekannt für unzählige Comics, die er im Laufe seiner 45jährigen Karriere geschrieben hat. Eines seiner Werke ist „Thomas der Trommler“, von dem auch eine Episode in dieser Ausgabe abgedruckt wurde.
Die Comics
Bei den Comics fällt natürlich sofort die Episode von „Pif & Herkules“ ins Auge: Diese ist nämlich kein Nachdruck, sondern eine noch nie auf Deutsch erschienene Neuerzählung. Allerdings erkennt der YPS-Fan sofort, dass es eine Änderung gegeben hat: Der bisher unter dem Namen „Belpomme“ bekannte Professor aus den Geschichten heißt ab hier aus irgendeinem Grund „Reagenz“. Die anderen Klassik-Comics sind Nachdrucke aus alten YPS-Heften, einschließlich der „Yps, Kaspar, Patsch und Willy“-Episode zum Gimmick.
Der Gesamteindruck
Der Redaktion ist es gelungen, das zu halten, was in der vorigen Ausgabe angefangen wurde. Die Änderungen im Konzept sind minimal und passend (Zusammenfassung der Comics am Heftende). Auf der letzten Seite gibt es diesmal auch einen Hinweis darauf, wann das nächste Heft erscheint – aber das war’s auch schon. Es gibt keine Ankündigung, welches Gimmick dann erscheinen wird. Vielleicht dachte man, dass ein Vierteljahr eine zu lange Zeit ist, um die Vorfreude auf das nächste Gimmick aufrecht zu erhalten, im Gegensatz zu früher, wo man ja nur eine Woche warten musste. Die Erfolgsgeschichte ging aber unvermindert weiter.
Schon seit ein paar Tagen ist das neueste Abenteuer des kleinen Galliers Asterix im handel zu haben, Band 36. Es trägt den Titel „Der Papyrus des Cäsar“ und ist der zweite Band, der von dem neuen Team Jean-Yves Ferri und Didier Conrad geschrieben wurde. Offenbar ist es bei „Asterix“ üblich, dass jedes zweite Abenteuer in der Heimat spielt, und nach der Reise zu den Pikten im vorigen Album ist nun also eine Geschichte dran, die innerhalb der Grenzen Galliens ihren Lauf nimmt. Gut, mit Einschränkung: Die Helden bleiben innerhalb der Grenzen Galliens, ihren Anfang nimmt die Geschichte aber in Rom, bei Julius Cäsar. Selbiger ist nämlich unter die Autoren gegangen. „Kommentare zum Gallischen Krieg*“ soll das Werk heißen und der Welt die Einzigartigkeit Cäsars vor Augen führen. Seinem Berater Syndicus stößt bei dem Werk nur eine Passage auf: das Kapitel „Rückschläge im Kampf gegen die unbeugsamen Gallier von Aremorica“. Haarklein und ziemlich ehrlich hat Cäsar hier seine Händel mit den Galliern um Asterix und Obelix aufgezeigt. Syndicus ist allerdings der Meinung, dass das niemand zu wissen braucht. Wenn Cäsar diese ganzen Sachen einfach verschweigt, wird er als Held dastehen. Und überhaupt – die Gallier! Wer in Rom weiß schon von denen? Cäsar stimmt zu und so wird eine Rolle aus dem Gesamtpapyrus entfernt. Allerdings gibt es einen nubischen Schreiber namens Bigdatha, der die Rolle in Sicherheit bringt und dem gallischen Aktivisten Polemix zuführt. Polemix will dieses Kapitel aus Cäsars Geschichte unbedingt an die Öffentlichkeit bringen, zuerst muss er sich aber vor den Römern retten. Dazu flüchtet er in das gallische Dorf, von dem in dem Papyrus so viel die Rede ist. Doch Syndicus lässt nicht locker und will die Herausgabe der Papyrusrolle mit Hilfe der Truppen, die um das gallische Dorf stationiert sind, erzwingen. Miraculix sieht nur eine Möglichkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen: Während das Dorf die römischen Legionen ablenkt, brechen er, Asterix, Obelix und Polemix in den Karnutenwald auf. Dort soll Archäopterix, der weiseste der Druiden, sich den Inhalt der Rolle einprägen, damit die Geschehnisse mündlich überliefert werden können…
Das neue Abenteuer nimmt – ganz in der Tradition von Asterix – neben den historischen auch deutliche Bezüge zur Gegenwart. Polemix etwa wurde nach dem Wikileaks-Aktivisten Julian Assange gestaltet und auch die Handlung lehnt sich an dessen Geschichte an: Unbequeme Wahrheiten, die die Regierenden gern verschweigen möchten, ein kleiner Einzelkämpfer aber ans Licht bringen möchte. Auch wird wieder Gegenwartstechnologie ins Asterix-Zeitalter übertragen, etwa mit den Brieftauben, die zum Versand von Kurznachrichten gedacht sind. Sehr originell finde ich auch die Idee, dass die Gallier ihr Horoskop lesen, das aber nicht nach Sternzeichen, sondern ganz in keltischer Tradition nach Bäumen aufgeteilt wird. Auch hier gibt es kritische Anmerkungen zum Zeitgeschehen, etwa wenn Methusalix und Obelix ihr Horoskop zu ernst nehmen und Miraculix dazu meint, dass es ein seltsames Phänomen sei, wenn die Menschen alles glauben, nur weil es aufgeschrieben wurde.
Der Geschichte selbst liegt eine raffinierte Idee zugrunde und Einzelgags, Runninggags und die Handlung selbst bilden eine gute Einheit. Die Gags wirken nie aufgesetzt oder in die Handlung hineingezwungen und die Übersetzung tut ihr übriges, den Spaß ins Deutsche herüberzubringen. Bestes Beispiel der Leistung der Übersetzung ist eine Kaskade von Wortspielen über Bäume in einer Szene, als sich ein paar Römer als Bäume tarnen, um das gallische Dorf auszuspionieren. Natürlich ist nicht jede Szene und jeder Gag vollständig gelungen. Etwas merkwürdig fand ich beispielsweise die Einhörner im Karnutenwald**, aber nach dem Besuch in Atlantis in „Obelix auf Kreuzfahrt“ sind wohl auch pure Fantasy-Momente Teil des Asterix-Kosmos. Der Handlung geliegt es aber, die Schwächen auszugleichen, beziehungsweise, sie macht es einfach, darüber hinweg zu sehen.
Conrad, dem Zeichner, gelingt es immer noch, den Zeichenstil von Uderzo fast perfekt zu kopieren. Alle Figuren, die man bereits kennt, sehen exakt so aus wie von Uderzo gezeichnet, und neue Figuren passen sich perfekt in das Bild ein. Ein eigener Stil blitzt ab und zu, allerdings sehr selten einmal durch.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das neue Album sehr gut gefallen hat. Es ist zwar kein großer Klassiker, aber eine gute Geschichte, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. „Asterix“ befindet sich mit diesem Zeichner/Autoren-Team auf einem guten Weg. Habe ich was vergessen? Ach ja, die traditionelle Schlussformel, mit der man offenbar jede Asterix-Rezension beenden muss: BEIM TEUTATES!
*= Das hat einen realen Hintergrund, denn der echte Julius Cäsar schrieb das Werk „Comentarii de Bello Gallico„. Cäsars „Macke“, die in den Asterix-Alben immer dargestellt wird, nämlich dass er von sich selbst in der dritten Person („er“) spricht, stammt aus dem „Bello Gallico“. Cäsar hat dieses tatsächlich auch in der dritten Person verfasst, um den Anschein der Objektivität vorzugeben.
**= Streng genommen muss man aber auch sagen: Da der Karnutenwald selbst in dieser Form nie existiert hat (Goscinny und Uderzo haben sich vom gallischen Volk der Karnuten und ihren Gebräuchen inspirieren lassen, den Wald allerdings erfunden), können dort selbstverständlich auch Einhörner leben. Ich fand’s nur ein wenig merkwürdig.
YPS war ursprünglich eine Kinder- und Jugendzeitschrift, die im Oktober 1975 das erst Mal erschienen ist und als erste auf dem deutschen Markt eine Beilage hatte, das so genannte Gimmick. Über 1200 Ausgaben sind erschienen, bevor das Heft von seinem ursprünglichen Verlag Gruner + Jahr an Egmont Ehapa verkauft wurde. Sinkende Auflagenzahlen sorgten dafür, dass YPS schließlich eingestellt wurde. Dann gab es einen neuen Anlauf, das neue YPS sollte sowohl neue junge Leser begeistern, als auch die „alten Hasen“ von damals bei der Stange halten. Dieser Spagat funktionierte allerdings nicht so, wie sich die Macher das vorgestellt hatten und YPS wurde ein zweites Mal eingestellt. Aber ein altes deutsches Sprichwort sagt, aller guten Dinge sind drei. Allerdings muss man hier dazufügen, dass das Sprichwort durch die Lautverschiebung der deutschen Sprache uminterpretiert wurde und von daher in seiner Originalfassung nicht so ganz in diesen Zusammenhang passt; ursprünglich hieß es nämlich „Aller guten Thinge sind drei“ und bezog sich auf die „Thing“ genannten altgermanischen Ratsversammlungen, bei denen eine Dorfgemeinschaft Regeln für das Zusammenleben aufstellte (ähnlich einem Gemeinderat) und bei denen auch Recht gesprochen wurde. War nun jemand aus der Gemeinschaft eines Vergehens beschuldigt wurde, so war er verpflichtet, sich vor dem Thing einer Verhandlung zu stellen. Da man aber – wie heute auch – zum Termin des nächsten Things vielleicht schon was vorhatte, wurde dem Beschuldigten eine gewisse Zeit eingeräumt. Spätestens beim vierten Thing nach der Anschuldigung musste er vor dem Rat erscheinen, tat er das nicht, wurde er in Abwesenheit verurteilt, ohne sich verteidigen zu können. Der Beschuldigte hatte also „drei Thinge gut“, daher „aller guten Thinge sind drei“, und durch die Lautverschiebung von „th“ zu „d“ im Deutschen wurde aus „Thing“ „Ding“.
Irgendwie bin ich jetzt gerade abgeschweift… aber da sind wir auch schon im Thema: YPS wollte nicht nur Unterhaltung bieten, sondern die Leser sollten auch etwas lernen, entweder über spezielle Serien und Lexikas, die im Heft abgedruckt wurden, oder durch die Comics selbst, in denen immer mal wieder verschiedenste Sachen eingebracht und erklärt wurden.
Nachdem YPS das zweite mal eingestellt worden war, war der Redaktion aber wohl aufgefallen, dass der Großteil der Leser des zweiten Anlaufs die YPS-Fans von damals waren, die mittlerweile erwachsen sind. Und so kam jemand auf die Idee, einen weitere Neuauflage zu starten und sich dabei gezielt an die heutigen Erwachsenen zu wenden. Das bedeutete, YPS wurde zum Magazin, in dem nun auch Artikel abgedruckt werden sollten. Ende des Jahres 2012 war es dann soweit: die Neu-Neuauflage ging mit der Nummer 1258 an den Start. Und die Resonanz war überwältigend.
Dies ist die erste Ausgabe der „neuen Ära“ von Yps.
Der gewandelte Inhalt
Die Gewichtung im „klassischen Yps“ lag mehr auf den Comics, Artikel waren in der Minderzahl. Für das neue Yps beschloss man, das anders anzugehen: Mehr Artikel und mehr Themen, die man abdecken konnte. Da das Heft aber auch ein Magazin sein sollte, brauchte man ein Thema. Es wurden gleich mehrere gefunden. An erster Stelle natürlich die Nostalgie: Was war das damals (1970er / 80er / 90er Jahre) für eine Zeit, was war damals modern, welche Autos wurden gefahren, welche Spielekonsolen gab es damals schon? Dann aber auch ein Vergleich: Wie haben sich die Dinge von damals weiterentwickelt? Der Schwerpunkt hier wurde recht techniklastig gewählt, aber es geht auch in den wissenschaftlichen Sektor hinein. Ein drittes Themengebiet wurde die „erwachsene“ Betrachtung von Dingen, die die Leser von Yps als Kinder interessiert haben: Wie ist es zum Beispiel wirklich, ein Spion zu sein?
Numm 1258 wurde der Testballon – und war innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft, so dass eine zweite Auflage (mit gelbem Cover) nachgedruckt wurde. Kurz darauf wurde von Seiten des Verlags Egmont Ehapa verkündet, dass Yps fortan vierteljährlich erscheinen würde.
Folgende Artikel und Reportagen finden sich in diesem Heft:
Chronik
Fans & Fakten
Extrablatt
Prominente Fans
Gimmick
Neue Gimmicks
Inteview Comiczeichner
Die Akte Y
Gestern und Heute
Dinosaurier finden
Rüdiger Nehberg
Krieg der Systeme
Fahrzeuge
Michael Groß
Ein Dutzend Kunststücke
Und diese Comics:
Neue Comics (Ruthe, Pondus, Nicht Lustig, Zombilennium)
Mode-Comic
Yinni + Yan
Yps + Co
Hombre
Die Chronik beschäftigt sich natürlich mit der Geschichte von YPS, angefangen im Herbst 1975 bis zum 11. Oktober 2012, als Nr. 1258 erschien. Es werden verschiedene Fakten zu Yps und die „Nebenserien“ vorgestellt.
Unter Fans & Fakten geht die Nostalgie schon los: Fans von damals zeigen Bilder von damals und von heute. Außerdem werden Ergebnisse einer Facebook-Umfrage präsentiert.
Das Extrablatt war lange Zeit das, was eBay, Facebook und ähnliche Webseiten heute sind. In diesem Heft werden daraus „Kleinanzeigen von erwachsenen Kindern für Gleichgesinnte“.
Die Prominenten Fans outen sich „im Zeichen des Ypsilon“ und erzählen, was sie mit Yps erlebt haben.
Das Gimmick, die Urzeitkrebse, hat natürlich seine eigene Seite, wo alles über Aufzucht und Pflege der kleinen Wasserbewohner erzählt wird.
Neue Gimmicks werden auf einer Doppelseite vorgestellt, aber dabei geht es nicht um Ideen, die eventuell in einem der nächsten Hefte landen, nein, es geht um Gimmicks, die zu groß und / oder zu teuer sind, um sie als Heftbeilage zu präsentieren.
Das Interview mit dem Comiczeichner wurde in dieser Ausgabe geführt mit Heinz Körner, dem Zeichner der Abenteuer des YPS-Fernsehteams „Yinni + Yan“.
Die Akte Y erzählt vom wahren Leben als Geheimagent – soweit diese Information nicht geheim ist, natürlich.
Gestern und Heute beschäftigt sich mit der Entwicklung verschiedener Dinge, zum Beispiel Fahrrädern, Uhren oder dem Walkman.
In der Reportage Dinosaurier finden schaut der Redakteur einem Paläontologen über die Schulter auf der Suche nach Fossilien.
Rüdiger Nehberg wird in diesem Heft noch selbst befragt, in zukünftigen darf er selbst etwas über das Überleben in der Wildnis schreiben.
Krieg der Systeme geht zurück in die Anfangszeit der Computerspielsysteme. Es wird ein Blick darauf geworfen, welche Systeme es damals gab und wie diese um einen neu entstehenden Markt kämpften.
Fahrzeuge wurde eine weitere Dauerrubrik: Ein Rückblick auf die Autos (und sonstigen Fortbewegungsmittel) aus der Kindheit und Jugend der Yps-Leser.
Michael Groß ist ein bekannter Schwimmer, der in den 1980er Jahren dreimal olympisches Gold gewann. Er steht in diesem Heft Christian Kallenberg Rede und Antwort.
Ein Dutzend Kunststücke sind Zaubertricks, mit denen man mit wenig Hilfsmitteln jede Party etwas aufpeppen kann.
Die Comics waren in dieser Ausgabe noch strikt getrennt nach neu und alt. In kommenden Ausgaben sollten diese zusammen am Ende des Heftes folgen. In 1258 allerdings gab es die neuen Comics zwischen Seite 26 und 35 und die alten von Seite 81 bis 97. Bei den „Klassikern“ ist Yinni + Yan mit dabei und natürlich einer der YPS-Comic zum Gimmick „Urzeitkrebse“. Mit „Hombre“ findet tatsächlich auch ein Schwarz-Weiß-Comic seinen Weg in dieses Heft.
Außerdem gab es noch einen Fragebogen, aber keine Ankündigung für die nächste Ausgabe. Man schien sich da wirklich unsicher zu sein, was nach zwei Fehlversuchen auch irgendwie verständlich ist. Vermutlich knallten die Sektkorken in der Redaktion, als der Verlag meldete, man müsse das Heft nachdrucken.
Bei der Verpackung fällt auf, dass die Plastikhülle stabiler ist als die „weiche Hülle“ früher, was aber vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass das Heft in dieser Hülle auch verschickt wird. Außerdem scheint nicht bei allen Zeitungshändlern angekommen zu sein, dass YPS seit dieser Ausgabe für Erwachsene gedacht war. In vielen Läden fand sich das Heft zwischen Kinder- und Jugendzeitschriften mit Beilage.
YPS Nr. 1258 war ein Versuchsballon, aber das darf man nicht im Sinne von „reinem Experiment“ sehen. Die Struktur und der Inhalt waren schon sehr durchdacht und große Änderungen am Konzept waren eigentlich keine mehr nötig. Lediglich hier und dort wurde ein wenig geändert.
Etwas merkwürdig in diesem Heft war lediglich die „Modenschau“ mit Yps + Co, wo verschiedene Kleidungsstücke und Accessoirs präsentiert wurden, an denen sich dann Yps und seine Freunde versuchen durften. Da der Comic 8 Seiten einnahm, aber jedes Bild mindestens eine halbe Seite groß war, hatte das ein wenig den Anschein von Seitenfüller, noch dazu, da die ersten und letzten zwei Seiten lediglich jeweils ein Bild zeigten. Aber der Ausrutscher ist angesichts der Qualität des Rests verzeihbar.
Herbst 2012 sah den Neustart von YPS. Frühjahr 2013 sollte es weitergehen.
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