BABYLON 5: Vergessene Legenden – auf DVD

Nun geht es also weiter mit den Geschichten rund um die Raumstation im neutralen Raum. Die „Lost Tales“, die sinnigerweise mit „Vergessene Legenden“ eingedeutscht wurden, sind nun auch in dieser Version auf DVD erhältlich. [Anmerkung: „lost“ ist die Vergangenheitsform von „to loose“ und bedeutet „verloren“ und „tales“ mit „Legenden“ zu übersetzen ist zumindest etwas arg holprig] Nach Auskunft von J. M. Straczynski, dem Schöpfer von BABYLON 5, kam Warner Bros. auf ihn zu, um ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Dabei stand auch ein Kinofilm oder eine neue Serie im Raum. Beides gefiel ihm nicht so sehr; außerdem wollte er volle künstlerische Freiheit und Regie führen. Alles das bekam er. Das Resultat sind nun die „Lost Tales“, ein ganz anderes Konzept.

Die Geschichte: 10 Jahre nach der Gründung der Interstellaren Allianz (in der letzten Staffel von B5) kehrt Sheridan auf die Raumstation zurück, um dort den Jubiläumsfeierlichkeiten als Präsident beizuwohnen. Währenddessen hat Colonel Elizabeth Lochley, die die Station noch immer kommandiert ein besonderes Erlebnis mit einer uralten Macht, die sich auf der Station manifestiert. Und auch Sheridan selbst hat Probleme: der Techno-Magier Galen kommt auf sein Schiff und macht ihm unmissverständlich klar, dass er den Prinzregenten der Centauri töten müsse. Ansonsten würde dieser, wenn er einmal auf dem Thron der Centauri-Republik sitzt, aus Rache für den Tod seines Vaters – Imperator Kathargia – die Erde angreifen und die komplette Bevölkerung töten. Galen arrangiert auch gleich noch eine Möglichkeit für einen tragischen Unfall, denn der Prinzregent begleitet Sheridan nach B5. Sheridan muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen…

Man kann mich widerlegen, aber mir kommt das Konzept relativ neu vor. Die beiden Handlungsstränge sind nämlich nicht miteinander verwoben, sondern werden nacheinander erzählt. Deswegen kann man sie auch als zwei Episoden betrachten, und so sind sie auch auf der DVD bezeichnet. Die gesamte Geschichte trägt den Titel „Stimmen aus der Dunkelheit“, die Geschichte um Lochley heißt „Stimmen aus der Vergangenheit“, die um Sheridan „Stimmen aus der Zukunft“. Erstere ist ungefähr 30 Minuten lang, letztere etwas mehr. So gesehen handelt es sich bei beiden Geschichten ungefähr um den Inhalt einer Fernsehepisode ohne B-Story, was das ganze sehr kompakt macht. Die erste Geschichte kommt dann tatsächlich auch mit nur vier Personen aus, die zweite mit fünf (von Komparsen mal abgesehen). Die Geschichten werden sehr geradlinig erzählt und schöpfen ihr Potential aus dem Handeln der Figuren. Spezialeffekte kommen natürlich auch vor, diese haben sich gegenüber den Serien (B5 / CRUSADE) nochmals verbessert, aber diese Effekte bilden nicht die Hauptsache. Die Personen treiben die Handlung voran, und das sehr gut.

Sehr schön eingearbeitet ist auch die Abwesenheit anderer bekannter Charaktere, vor allem von G’Kar und Doktor Stephen Franklin, deren Darsteller Andreas Katsulas und Richard Biggs ja bekanntlich verstorben sind. Nicht eingegangen wird auf die nicht fertig erzählte Geschichte von CRUSADE und LEGENDEN DER RANGER, was aber auch wieder ein Vorteil ist, denn zum einen bleibt dann genügend Material für weitere „Lost Tales“ und zum anderen sind die Auflösungen dieser Geschichten mehr wert als ein Nebensatz in einer anderen Geschichte.

Wenn ich es richtig verstanden habe, soll das ein Versuchsballon sein: Wie wird das Konzept angenommen? Und wenn es angenommen wird, dann folgen weitere Veröffentlichungen. Ich persönlich finde, das Konzept ist innovativ und es passt in das B5-Universum. Ich hoffe sehr, dass mit den „Lost Tales“ weitergemacht wird, damit wir noch mehr Dinge erfahren, die wir bisher nicht erfahren durften.

Die DVD ist neben dem Film auch noch mit Bonus-Material ausgestattet, in dem es natürlich um die Produktion geht, verschiedene Fragen und außerdem wird der Verstorbenen gedacht. Ich kann diese DVD nur empfehlen.

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Veröffentlichung der Gründergeschichte hat begonnen

Mit dem heutigen 8. September 2007 hat die Veröffentlichung der ASTROCOHORS-Gründergeschichte begonnen. Diese Geschichte, die davon handelt, wie es zur Gründung der Organisation ASTROCOHORS kam, wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Sie finden sie hier in einem neuen Blog unter http://astrocohors.blogspot.com.

Auf jeweils die neueste Aktualisierung wird hier in diesem Blog hingewiesen. Wenn Sie also keine verpassen wollen, dann abonnieren Sie die neuesten Beiträge doch per eMail. Es werden in Zukunft noch weitere Neuigkeiten hinzu kommen. Bleiben Sie also gespannt…

C.S.I. Miami: Ein Blick auf den Anfang der neuen Staffel

Staffel 5 von „CSI – Miami“ nimmt den Faden genau dort auf, wo Staffel 4 ihn liegenließ: Bei der Handlung um den Mord an Horatios Ehefrau Marisol Delektorsky Caine. Nun, da ich die ersten beiden Folgen dieser Staffel gesehen habe, hier ein paar Anmerkungen dazu.

Rio„, der Staffelauftakt, schließt die Handlung um Marisol und ihren Mörder Riaz ab. Riaz war am Ende der letzten Folge von Staffel 4 nach Brasilien ausgeliefert worden. Dort wird er prompt freigelassen. Horatio Caine und Eric Delko folgen ihm nach Rio de Janeiro. Sie finden heraus, dass er mit Raymond Caine, Horatios in Brasilien untergetauchten Bruder, Geschäfte macht. Offenbar ist Ray ins Drogengeschäft eingestiegen und Riaz ist gerade dabei, dessen Sohn Ray jr. ebenfalls für seine Geschäfte einzuspannen.
Die zweite Handlung spielt in Miami, ist allerdings sehr kurz gehalten, was die Aufklärungsarbeit betrifft:  Natalia Boa Vista, der „Maulwurf“ aus Staffel 4, wurde in den Außendienst versetzt und soll mit Ryan Wolfe zusammenarbeiten. Dem gefällt das nicht, da er sie immer noch als Verräterin ansieht. Der Fall, den sie bearbeiten, geht um eine ermordete Frau. Ihr Sohn hat den Vater in Verdacht, doch das CSI macht den wahren Täter ausfindig. Als der Vater das Polizeirevier verlässt, erschießt ihn der Sohn und beruft sich auf eine unbedachte Äußerung von Natalia: sie hätte gesagt, das CSI würde seinen Vater kriegen…

Um die Ecke“ handelt vom Mord an einem scheinbaren Mitglied einer Motorradgang. Doch es stellt sich heraus, dass das Opfer ein Undercover-Polizist war und die Motorradgang in kriminelle Geschäfte verwickelt ist. Als Calleigh die Beweise vom Tatort gesichert hat und zum Labor fährt, wird ihr Wagen in einen Kanal abgedrängt und fast alle Spuren sind vernichtet…

Die „CSI“-Serien sind schon manches Mal in die Kritik geraten. Gerade wenn es darum ging, Menschen mit außergewöhnlichen Neigungen, gerade auch sexuell, darzustellen, wurde der Vorwurf laut, man bediene sich Klischees und die Leute würden mehr vorgeführt wie in einer „Freakshow“. Was ich persönlich an „Rio“ hochgradig bedenklich finde, ist die Tatsache, wie dort die Selbstjustiz bejubelt wird, die Caine und Delko begehen. Außerdem wird Rio dargestellt, als gäbe es dort weder Recht noch Gesetz und als wären die brasilianischen Polizeibehörden generell unfähig, Verbrecher zu fangen oder aufzuhalten. Brasilien, so lautet der unterschwellige Ton dieser Episode, ist ein einziger Sumpf aus Verbrechen und Korruption. Außerdem wirkt die Episode, wenn sie in Rio spielt, sehr hektisch. Caine und Delko versuchen, Riaz auf die Spur zu kommen, dabei haben sie diesmal nicht ihr Labor im Hintergrund, in dem sie jede noch so kleine Spur auswerten können. Das scheint den Autor etwas hilflos gemacht zu haben. So rasen die beiden Polizisten von einem Ort zum andern, bevor sie Riaz endlich stellen können. Die Handlung in Miami ist, wie schon gesagt, entsprechend knapp gehalten. Es geht hier weniger darum, die Aufklärung eines Mordes zu verfolgen, sondern Neuling Natalia zuzusehen, wie sie in eine Falle tappt, als der Sohn, der seinen Vater erschießt, eine unbedachte Äußerung von ihr als Anlass nimmt, für sich selbst auf „nicht schuldfähig“ zu plädieren. Ryan gibt ihr ordentlich Zunder, da er sowieso ein Problem mit ihr hat und es liegt an Calleigh, die Fakten zusammenzubringen und auswerten.
Was die stereotype Darstellung von Brasilien betrifft, da werde ich mich mal bei Bekannten in Brasilien erkunden, ob das Land wirklich so schlimm ist, wie in dieser Episode dargestellt. Ich habe den Verdacht, dass hier sehr stark übertrieben wurde, um die Selbstjustiz von Horatio und Eric besser rechtfertigen zu können.

In „Um die Ecke“ wird merkwürdigerweise die Vorlage aus „Rio“ bezüglich Natalia nicht mehr aufgenommen. Ryan geht hier ganz normal mit ihr um, was ein wenig seltsam wirkt, da er sich eine Woche zuvor noch geweigert hat, mit ihr zusammen einen Fall zu bearbeiten. Dafür wird Calleighs Vergangenheit ein wenig beleuchtet, als sie auf einen Ex-Freund von der Akademie trifft. Überhaupt hat Calleigh einiges auszuhalten, sie wird vom Weg abgedrängt und landet mit ihrem „Hummer“ im Wasser, wo sie sich erst einmal befreien muss.

Fazit: Es zieht etwas an in der Serie. Schon wieder muss das FBI ran und der vermeintlich „einfache“ Mordfall an einem Motorradgang-Mitglied entpuppt sich als Fall von internationalen Ausmaßen. Von der Reise nach Rio in der Woche davor mal ganz zu schweigen. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob den Autoren gelingt, hier das Gleichgewicht wieder herzustellen zu den alltäglicheren Fällen, oder ob die Gefahr besteht, dass sich das Ganze zu eine Art „CSI Miami Vice“ entwickelt. Positiv finde ich, dass die paranoische Rahmenhandlung aus Staffel 4 mit dem „Maulwurf“ und der „Person im Hintergrund“, die Horatio Caine unbedingt an den Karren fahren wollte, abgeschlossen wurde. Das ist noch so ein Punkt, mit dem ich nicht so sehr viel anfangen kann, denn hier wird ein seltsames Bild von der amerikanischen Justiz gezeichnet. Scheinbar handelt es sich dabei um eine Anhäufung von Behörden, die statt Verbrecher zu jagen, lieber ihren persönlichen Vendettas nachgeht und sich Grabenkämpfe um Kompetenzen mit anderen Behörden liefern. Da war es erfrischend zu sehen, wie in „Um die Ecke“ die Behörden ausnahmsweise mal zusammenarbeiteten.

Es bleibt spannend in Miami…

“The Simpsons – Der Film”, ein Treffen, eine Petition und andere merkwürdige Ereignisse am oder um den 18. August 2007

Da sieht man mal, was dabei herauskommt, wenn ein paar Leute mit Gedanken im Kopf sich alle auf einmal treffen. Es gab einen angenehmen Tag zu verbringen, zusammen mit einem Kino-Abend, sowie verschiedene Dinge beim Essen zu besprechen.

Fangen wir mit dem an, was sich am Schnellsten abhandeln lässt: Die Simpsons – Der Film. Warum lässt sich das am Schnellsten abhandeln? Weil darüber schon so viel geschrieben wurde, dass man kaum mehr etwas ergänzen muss oder kann. Lediglich die Meinung aller Beteiligten: gut gemacht! Empfehlenswert, anschauen (wer es noch nicht getan hat)!

Nun zu den anderen, etwas ernsteren Dingen, betreffend das „Phantastische Projekt“ und dieses Blog. Seit Stefan Niggemeiers Abmahnung, die mit der Begründung erfolgt ist, er habe einen Kommentar „zu spät“ gelöscht und solle in Zukunft jeden Kommentar in seinem Blog VOR der Veröffentlichung prüfen, sind etliche Blogger dazu übergegangen, genau das zu tun. Andere meinen, man solle sich nicht aufregen, solange nichts entschieden sei (zwischen Niggemeier und dem Abmahner ist ein Rechtsstreit im vollen Gange). Schließlich sei doch schon früher festgestellt worden, dass es nicht zumutbar sei, alle Kommentare in Blogs oder auch Foren zu überprüfen.
Genau zu dem Thema meldete sich dann ein Kommentar auf unserem Blog, dessen Kommentar erst einmal vom Akismet-Spamfilter abgefangen wurde. Der Grund für das Abfangen war vermutlich die Tatsache, dass dieser Kommentar in exakt dem gleichen Wortlaut in verschiedenen Blogs wiedergegeben wurde. Der Kommentator stellt fest, dass sich sein Mitleid für Niggemeier und andere Blogger in Grenzen halte, da sich dieser nie so sehr als Befürworter einer Meinungsfreiheit hervorgetan hätte. Eine Überprüfung des Kommentars und seines Kommentators ergab, dass jener damit eine nach (politisch) stark rechts gewandte Meinung meinte. Im Klartext: Weil sich der Kommentator von Stefan Niggemeier zu unrecht… ja, was eigentlich? Also, Niggemeier hat die Meinung vom rechten Rand offenbar nicht stark genug toleriert. Und weil der Kommentator das für Unrecht hält, ist es nur richtig, dass Niggemeier jetzt selbst wiederum Unrecht widerfährt, dass damit aber nur am Rande zu tun hat. Wir haben dann beschlossen, den Kommentar einfach in Akismet zu belassen, wo er in ein paar Tagen in die Schrottpresse kommt und zu frischen Bits und Bytes recycled wird.

In dem Zusammenhang möchten wir auf eine Petition aufmerksam machen, die beim Deutschen Bundestag eingereicht wurde und das bestehenden Recht in der Hinsicht ändern, dass eine Abmahung nicht mehr möglich ist, wenn sie zuvor nicht kostenlos und ohne Einschaltung eines Anwalts angekündigt wurde; bzw. wenn eine Abmahnung ohne vorherige Ankündigung erfolgt, dass der Abmahner dann 2/3 der Anwaltskosten zu tragen hat, auch wenn die Abmahung berechtigt sein sollte. Für Online-Petitionen benutzt der Deutsche Bundestag die Seite einer schottischen Universität (das ist KEIN Witz, sondern deswegen so, weil sich das Ganze noch im Experimentalstadium befindet). Über die Petition kann man sich hier informieren und wenn man will, gleich eintragen: Petition „Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“. Die Aktion geht noch bis zum 3. September. Jede Stimme zählt! (gefunden hier: PHP-Developer-Blog)

Außerdem haben auch wir inzwischen Probleme mit einem Beitrags-Klauer. Unter der Domain „Tradeboard“ wurde ein Blog eingerichtet, in das offenbar kaum oder keine eigenen Beiträge geschrieben werden. Stattdessen wird das Internet auf Beiträge in anderen Blogs abgegrast und diese wortwörtlich und mit allen Bildern übernommen. Bei uns betraf das sogar einen Beitrag in eigener Sache – dem, in dem wir einem Mit-Blogger zum Geburtstag gratuliert haben [völliger Blödsinn, das in einem anderen Blog zu veröffentlichen, da der Inhalt rein privater Natur und als nette Geste innerhalb dieses Blogs gedacht war]. Offenbar sitzt der Betreiber des Blogs in den Niederlanden. Auf der Hauptseite der Domain ist noch kein Inhalt hinterlegt, es ist daher nicht klar, was der Mensch / die Menschen, der / die dahinter steckt / stecken damit bezweckt / bezwecken. Es ist einfach nur ärgerlich. Warum werden solche Leute eigentlich nicht abgemahnt?

Unter all‘ diesen Eindrücken ging es darum, was wir nun tun, mit diesem Blog und dem „Phantastischen Projekt“. Wir haben im Moment die Projekte X-2, X-3, X-4 und X-5 in der Entwicklung und sind zu keinem rechten Schluss gekommen, in welcher Form wir weitermachen wollen. Nur über das „ob“, da sind wir uns einig: Ja! Trotzdem kann es sein, dass es hier zu einer kleinen, kreativen Pause kommt.

„Denn die Meinungsfreiheit, die wir meinen, ist frei von jeder Meinung!“
Terry Jones: Erik, der Wikinger

Jubiläum: Perry Rhodan wird 2400

Anfang der 1990er Jahre, als sich der „STAR-TREK-Hype“ einem Höhepunkt näherte, gab es eine Scherzfrage, mit der man jeden STAR-TREK-Fan aufs Glatteis führen und ein wenig verwirren konnte: „Wie lautet der Titel der größten und langlebigsten Science-Fiction-Serie der Welt?“ Die Antwort des Fans wäre natürlich „Star Trek“ gewesen. Falsch! Die größte und langlebigste Science-Fiction-Serie der Welt ist „Perry Rhodan“. Am heutigen Freitag erscheint Band 2400 der Heftroman-Reihe.

Die Reihe erzählt die Abenteuer von Perry Rhodan, einem Astronauten, der am ersten Mondlandeprojekt teilnimmt. Angepeilt waren so ungefähr 50 Bände. Dass es sich anders entwickelte, konnte damals niemand ahnen. Die erste Folge erschien 1961 unter dem Titel „Unternehmen STARDUST“. Perry Rhodan und Reginald „Bully“ Bull sind Astronauten, die an Bord der STARDUST im Jahr 1971 den ersten Flug zum Mond unternehmen (gut, da hat man sich im Datum etwas geirrt, aber man bedenke, dass 1961 noch nicht absehbar war, wie schnell die Entwicklung gehen würde). Doch bei der Landung auf dem Erdtrabanten stürzt die Rakete beinahe ab. Der Grund: auf dem Mond ist ein außerirdisches Raumschiff havariert. Die Außerirdischen, ein Mann und eine Frau vom Planeten Arkon, Crest und Thora, sind den „Primitivlingen“ von der Erde zunächst feindlich gesonnen und misstrauisch, müssen jedoch schnell erkennen, dass sie ohne deren Hilfe nichts ausrichten können. Rhodan landet mit dem Beiboot des außerirdischen Raumschiffs in der Wüste Gobi auf der Erde und etabliert dort, zwischen den verfeindeten Weltmächten des kalten Krieges eingeklemmt, die „Dritte Macht“. Im weiteren Verlauf gelingt es ihm, die Menschheit zu einen und für den gemeinsamen Schritt ins All vorzubereiten.

Der erste Zyklus lief 49 Bände. Da der Erfolg der Reihe ungebrochen war, überlegte man sich, was man weiter tun könnte. Rhodan hatte die Erde geeint, das Rätsel um das geheimnisvolle Überwesen „ES“ gelöst und die Erde gegen Angriffe von außen verteidigt. Von ES hatten Perry Rhodan und seine Mitstreiter zudem noch die „Zelldusche“ erhalten, die sie für den Zeitraum von 74 Jahren nicht altern lassen würde. Zwischen Band  49 und 50 wurde ein Zeitsprung gemacht. Rhodan war nun im 21. Jahrhundert angekommen und Atlan taucht auf, ein Arkonide, der vor 10.000 Jahren auf die Erde gekommen war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird auch er ein Weggefährte Perry Rhodans.

Die Zyklen entwickelten sich seither unterschiedlich, aus den anfänglich 50 Bänden Umfang sind es später mal 100, mal mehr, mal weniger. Jeder Zyklus enthält einen großen Handlungsbogen, der Perry Rhodan weiter in die Zukunft bringt. Der Zyklus „Negasphäre“, der mit Band 2400 beginnt, ist der 33. innerhalb der Reihe. Er spielt bereits im Jahr 1346 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, die im Jubiläumsband 1000 etabliert wurde. Das Jahr 3588 unserer Zeitrechnung entspricht dem Jahr 1 der neuen, damit finden die Ereignisse von Band 2400 im Jahr 4933 statt. Damit haben Perry Rhodan und seine Gefährten ein wahrhaft kosmisches Alter erreicht, das sie inzwischen nicht mehr nur der Zelldusche verdanken. Da es unpraktisch war, alle paar Jahrzehnte mal auf ES‘ Welt „Wanderer“ aufzutauchen, erhielten sie schließlich den „Zellaktivator“, der die gleiche Aufgabe wie die „Dusche“ erfüllte, nur eben permanent: wer ihn trug, wurde relativ unsterblich. War am Anfang mit der Übergabe des Zellaktivators noch die Frist von 20.000 Jahren verbunden, so wurde das Konzept später fallen gelassen.

Perry Rhodans Universum, oder „Perryversum“, wie es genannt wird, ist inzwischen so groß und die Handlung der Reihe so weitläufig, dass das „Quereinsteigen“ zwar schwierig, aber nicht unmöglich ist. Die Original-Heftromane mussten des Erfolges wegen in 5. Auflagen nachgedruckt werden, von denen allerdings neben der Erstauflage inzwischen nur noch die 5. regelmäßig erscheint.  Auch auf der offiziellen Seite der Serie, www.perry-rhodan.net, wird einem viel Hilfe angeboten. So gibt es eine Diashow über die Anfänge, kostenlose PDF-Dateien mit Informationen, sowie NATHAN, eine Art Kurzlexikon, das einem die wichtigsten Begriffe und Personen nahe bringt. Des weiteren gibt es einen Überblick über die Zyklen, ihre Handlung, Autoren und so weiter.

Anlässlich des Jubiläumsbands wurde eine eigene Homepage geschaltet (www.pr2400.de) und das Erscheinen mit allerlei Aktionen begleitet. So kann man sich auf dieser Seite den Roman kostenlos (!) als Hörbuch im mp3-Format herunterladen, es gibt Bilder, Wallpaper und verschiedene eBook-Händler bieten die Nr. 2400 ebenfalls kostenlos (!) an. Aber natürlich kann man das Heft auch, wie jede Ausgabe, als gedruckte Version am Kiosk erstehen.

Der Erfolg von Perry Rhodan, dem „ewigen Kosmonauten“, wie er einmal genannt wurde, ist ungebrochen. In diesem Sinne: herzlichen Glückwunsch und auf nochmal 2400 Bände!

Um nochmal auf die Scherzfrage vom Anfang zurück zu kommen: Das Spiel ging noch weiter. Nachdem der STAR-TREK-Fan einigermaßen geknickt darüber war, dass „Perry Rhodan“ früher erfunden wurde und immer noch läuft, stellte man dann die Frage: „Okay, aber wie lautet der Titel der langlebigsten TV-Science-Fiction-Serie?“ Nun gab der Fan meistens wieder „Star Trek“ als Antwort. Aber auch das war leider falsch, die langlebigste TV-Science-Fiction-Serie ist „Doctor Who“, der ja auch wieder stark im Kommen ist. STAR TREK wird sich noch ein wenig anstrengen müssen…

STAR TREK: Woher – wohin?

Gleich zu Beginn: Es war dieser Blogeintrag, der mich über STAR TREK resümieren ließ. In dem Blogeintrag werden Ausschnitte aus einer amerikanischen Talkshow wiedergegeben, die – zumindest was STAR TREK betrifft – beinahe schon historischen Wert hat. Sie entstand nämlich in einer Zwischenphase, zwischen TV-Serie und erstem Kinofilm. In dieser Show sind die STAR-TREK-Darsteller Walter Koenig, DeForest Kelley und James Doohan zu Gast, sowie Al Shuster (der damals die ersten Conventions organisierte) und der Autor Harlan Ellison.

Sie sprechen unter anderem über das, was man damals schon das „Phänomen Star Trek“ nannte. Die Serie war nach drei Jahren abgesetzt worden, wurde aber durch Wiederholungen und Verkauf ins Ausland immer bekannter und beliebter. Shuster berichtet davon, wie er zu seiner ersten Convention 300 Leute erwartete – und 3.000 kamen. Dabei wird aber auch nicht an kritischen Worten gespart, die vor allem von Harlan Ellison kommen. STAR TREK, so stellt er fest, hat ein paar interessante Aspekte aufgebracht, aber leider aus verschiedensten Gründen dort nicht weiter gemacht. Koenig beschreibt die Serie als „ein Sprungbrett“, von dem aus man starten könne, den sie habe verschiedenes möglich gemacht.

Was ist aus diesem Sprungbrett geworden? Wenn man es genau betrachtet, war die Serie irgendwann in eigenen Konventionen gefangen. Als THE NEXT GENERATION dem Ende zuging, ging es um die Frage, wie kann man das fortsetzen. Man wollte etwas anderes machen und entschied sich für die Raumstation DEEP SPACE NINE. Um den Übergang fließend zu gestalten, liefen die letzten Staffeln von TNG und die ersten Staffeln von DS9 parallel. Als die Produzenten sahen, dass zwei parallel laufende STAR-TREK-Serien auch ihre Zuschauer haben, wollten sie das wiederholen. Doch da wurde eine Konvention aufgebaut: Es sei nicht möglich, so hieß es, zwei Serien parallel laufen zu lassen, die „in der gleichen Gegend“ spielen. Es würde zu Handlungskonflikten kommen. Also war man gezwungen, sich auszuhelfen und hob VOYAGER aus der Taufe. Das Schiff wurde im Pilotfilm 75.000 Lichtjahre weit weg entführt und konnte so schnell nicht mehr zurück. Der große Handlungsrahmen der Serie war also die Reise nach Hause. Allerdings wurde es da schon merkwürdig, denn anstatt den direktesten und kürzesten Weg nach Hause zu nehmen, bog die VOYAGER des öfteren mal ab, hielt sich mal hier auf, mal dort… Nach dem Ende der Serie fing es dann an, noch merkwürdiger zu werden.

Offenbar hatte STAR TREK klammheimlich seine Vorreiterstellung abgegeben. Während der Beginn von DS9 noch „klassisch“ war, indem im Pilotfilm ein paar Rätsel aufgeworfen wurden, die vielleicht irgendwann mal gelöst werden würden (vorausgesetzt, es findet sich ein Schreiber dafür), macht sich im Verlauf der Serie der Einfluss des Konkurrenzprodukts BABYLON 5 bemerkbar. Diese Serie bewies, dass auch eine Science-Fiction-Serie mit großem Handlungsbogen erfolgreich sein kann, entsprechend wurden die Geschichten von DS9 immer zusammenhängender, bis auch dort schließlich Ereignisse eintraten, die dem alten „nach der Show ist vor der Show“-Schema (im Sinne davon, dass am Ende einer Episode der gleiche Zustand herrschen musste wie davor) völlig abschworen. VOYAGER hatte dann von vorneherein, wie bereits erwähnt, einen großen Handlungsbogen.

Auch nach dem Ende von VOYAGER begann man nun verstärkt, nach der Konkurrenz zu schauen. Es macht den Eindruck, als ob man nicht mehr den Mut hatte, selbst etwas zu wagen. Nachdem George Lucas mit Erfolg anfing, die Vorgeschichte seiner klassischen STAR-WARS-Filme zu produzierten, befand man offenbar, dass das mit STAR TREK auch gehen müsse. Man hatte nur eines übersehen: Seit den ersten drei Filmen waren die Fans in einer gewissen Erwartungshaltung gegenüber STAR WARS. Sie wollten endlich erfahren, wie sie denn nun beginnt, die große Geschichte. Mit der Ankündigung, diese Vorgeschichte zu verfilmen, trat George Lucas offene Türen ein.
Bei STAR TREK war das eigentlich nicht so. Die Fans waren eigentlich damit zufrieden, dass die Geschichte mit der Mission der ersten ENTERPRISE unter James T. Kirk begann. Doch die Produzenten hatten offenbar das Gefühl, das „CLASSIC“-Gefühl wieder herstellen zu müssen. Und das ging nur, indem man die Serie aus der modernen Zeit von DS9 oder VOYAGER in eine Zeit zurückführte, als es noch ein großes Abenteuer war, Raumfahrt zu betreiben, als die Männer noch Männer waren, die Frauen noch Frauen und kleine, wuschlige Wesen von Alpha Centauri noch kleine, wuschlige Wesen von Alpha Centauri. Die Lösung: ein STAR-TREK-Prequel mit Namen ENTERPRISE. Dass man damit die gewachsene Struktur der bisherigen Serien durchbrach, schien niemand zu stören. Genauso gab es einen Bruch in der Entwicklung, die bisher jeder neuen Serie allein schon durch die neuen, tricktechnischen Möglichkeiten anzusehen waren. ENTERPRISE wirkt wesentlich moderner als das klassische STAR TREK, das ja nun eigentlich später spielt.
Das Resultat: Ende der Serie nach 4 Jahren.

Und damit stand man vor einem Dilemma. Was tun? Was für ein Glück, dass mittlerweile die Serie BATTLESTAR GALACTICA recht erfolgreich wurde. Hier hatte man sich etwas getraut: statt eine Fortsetzung der Serie aus den 1970er- und 80er-Jahren zu produzieren, beschloss man, einfach noch mal von vorn anzufangen. Man scheute sich sogar nicht davor, das Geschlecht mancher Figuren zu vertauschen, ganz zu schweigen von charakterlichen Änderungen und Hintergrund. Die Rechnung ging auf, die Serie hatte Erfolg.
Bei den Produzenten von STAR TREK hat man das offenbar auch bemerkt, denn auf einmal hieß es, man müsse „das Franchise STAR TREK neu starten“. Geschehen sollte das mit dem nächsten Kinofilm, der (bis jetzt) einfach nur den Titel STAR TREK tragen sollte und zu einer Zeit spielen soll, in der sich die Hauptcharaktere der klassischen Serie, Kirk und Spock, erst kennenlernen. Ob das funktioniert? Keine Ahnung. Aber wiederum wurde offenbar ein großer Unterschied nicht wahrgenommen: der Neustart von BATTLESTAR GALACTICA hat deswegen so gut funktioniert, weil die Handlung der Serie damals nicht abgeschlossen war und weil sich nie ein so großes Fandom gebildet hatte, wie STAR TREK es – trotz allem – immer noch hat. Man konnte also etwas mehr wagen. Wenn man aber das „STAR TREK Franchise“ neu starten will und mit einem allzu radikalen Schnitt die Fans verärgert, ist das für das Projekt gefährlicher als hätte man einfach „noch irgendso einen ST-Film“ produziert.

In den Filmausschnitten, die in dem oben erwähnten Blogbeitrag gezeigt werden, wird auf das Problem bereits eingegangen – und das schon in den 1970er Jahren. Das Sprungbrett, wie Koenig es skizziert, wird nicht genutzt, nicht einmal von den Produzenten von STAR TREK selbst.

Also – wo geht es hin? Die Frage wird wohl erst Weihnachten 2008 geklärt werden. Der neue Film soll am 25.12. des Jahres in die Kinos kommen. Aktuelle Informationen darüber gibt es hier.

Monty Python’s Flying Circus

In den 1960er Jahren fand sich eine Truppe von Menschen zusammen, die das Programm der BBC um eine neue Variante von Comedy-Sendung erweitern wollte. Doch mal ganz ehrlich, was wäre passiert, wenn diese Leute, John Cleese, Eric Idle, Terry Jones, Terry Gilliam, Michael Palin und Graham Chapman sich für einen der anderen Namen entschieden hätten, die am Anfang diskutiert wurden? Wäre „A Horse, a Bucket and a Spoon“, „Sex and Violence“, „Owl-stretching Time“, „The Toad-elevating Moment“ oder gar „Gwen Dibley’s Flying Circus“ so einprägsam geworden wie das eigentliche Endresultat „Monty Python’s Flying Circus“? Nein, die Wahl war ausgezeichnet, obwohl damals – wie so oft – niemand ahnen konnte, was diese Idee nach sich ziehen würde.

Die Sendung brachte ein paar Neuerungen, zum einen trauten sie sich Dinge, die sich andere nicht trauten, schrammten mehr als einmal an der Grenze der Zensur und überschritten sie auch hier und da – tatsächlich gibt es einige Sketche, die der Schere zum Opfer fielen, in anderen wurden einzelne Worte nachträglich mit „harmloseren“ überspielt oder ganz ausgeblendet. Eine große Neuerung war, dass die einzelnen Sketche in den wenigsten Fällen eine Schlusspointe hatten, sondern nahtlos in den nächsten Sketch übergingen. Cleese meinte dazu, das sei in den 1960er Jahren in vielen Comedy-Programmen ein Problem gewesen: es wurde ein Sketch gespielt, der unglaublich komisch war, der aber dann völlig zerstört wurde durch eine schlechte Schlusspointe, die geschrieben worden war, um die Szene irgendwie zu einem Ende zu bringen. Das Dilemma hatte der „Flying Circus“ nicht.

Durch die provokante Art griffen die „Pythons“ genau das Fernsehen an, dem sie manchmal selbst zum Opfer fielen: Die doppelbödige Moral. Zum Beispiel gab es eine Episode, in der Graham Chapman als Teilnehmer des „Proust-Zusammenfass-Wettbewerb“ nach seinen Hobbies gefragt wurde und er antwortete, dies sei „Tiere erwürgen und masturbieren“ (original „strangle animals and masturbating“). Der BBC war das zu heikel, und so wurde das Wort „masturbating“ einfach ausgeblendet. John Cleese erklärte dazu in einer Jubiläumssendung Jahre später, er fand es interessant, dass es für die BBC offenbar in Ordnung ging, wenn ein Mensch „Tiere erwürgen“ als Hobby angibt, „masturbieren“ – was ja wesentlich harmloser war – offenbar aber nicht.

Obwohl die „Pythons“ ihren Humor für „nicht exportfähig“ hielten, wurden 1972 zwei deutsche Folgen produziert: „Monty Pythons Fliegender Zirkus“, die eine in Deutsch (ein Kleinod, die „Pythons“ sprechen tatsächlich selbst Deutsch, gaben aber hinterher zu, einfach nur „wie Papageien“ das wiederholt zu haben, was man ihnen vorgesprochen hatte), die andere in Englisch mit deutschen Untertiteln. Die komplette Serie wurde erst später ausgestrahlt, im Original mit Untertiteln, zunächst im österreichischen ORF, dann in den dritten Programmen und auch auf ARTE. In den 1990er Jahren traute man sich im Auftrag von SAT 1 an eine Synchronisation, die allerdings mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da etliche Fans diese Variante ablehnten. Manche Gags erwiesen sich als schlicht unübersetzbar.

Lang erwartet wurde nun eine Box, in der sich die komplette Serie auf DVD befindet und bei der mindestens die Original-Tonspur dabei ist, wenn nicht sogar ausschließlich. Und endlich ist sie erschienen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung mit 7 DVDs (Serie 1 bis 3 mit je 2 DVDs und Serie 4 auf 1 DVD), wobei man allerdings völlig auf die deutsche Tonspur verzichtet hat. Es ist die Serie im Original, die mit etlichen Untertiteln daher kommt – natürlich auch deutschen. Die Übersetzung ist ordentlich, auch wenn manchmal ein übler Hammer eingebaut wurde. Beispielsweise wird der Zwischentitel „Dim of the Yard“ mit „Dim aus dem Hof“ übersetzt, obwohl Dim als Inspektor von Scotland Yard, der Polizeibehörde, vorgestellt wird. Aber vermutlich wird das die Fans nicht groß stören, denen ist es wichtiger, das Original zu hören, etwa wenn der „tödliche Witz“ auf Deutsch erzählt wird: „Wenn ist das Nunstück git und Slotermeyer? Ja! Beierhund das Oder die Flipperwaldt gersput!“

Auf diese Weise bewahrt die Serie ihren Charme, wenn es auch manchmal etwas schwierig ist, den vielen sehr britischen Anspielungen zu folgen (beispielsweise wenn Lord Nelson beim tödlichen Sturz von einem Hochhaus brüllt „Kiss me, Hardy!“, was tatsächliche die letzten Worte des historischen Lord Nelson waren), in einigen Fällen ist es schlicht und ergreifend auch die Zeit, die ihren Tribut fordert, wenn Namen wie Raymond Baxter oder Robin Day fallen, die bei der BBC in den 1960er Jahren sehr bekannt waren, heute aber nicht mehr so geläufig sind. Wer hier mehr wissen will, dem ist mit den deutschen Übersetzungen der Drehbücher geholfen, „Monty Python’s Flying Circus – Sämtliche Worte Band 1“ und „Sämtliche Worte Band 2“, in denen all diese Anspielungen erklärt werden.

Die Serie ist sehenswert, der Preis ist angemessen – bei manchen Serien kostet eine Season doppelt so viel. Noch etwas? Nein, eigentlich nicht. Sie wollen noch mehr wissen? He – ich habe keine spanische Inquisition erwartet!

Haha! Niemand erwartet die spanische Inquisition!

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Jemanden brutal erschießen…

Gerade bin ich im Fernsehen über einen Satz gestolpert, in dem es hieß, jemand wurde (Zitat) „brutal erschossen“.

Spontan stellte ich mir die Frage, ob es dann auch sowas wie „normal erschossen“ gibt. Und aus eigener Erfahrung – in meinem Beruf hatte ich es schon mit Opfern von Gewalttaten zu tun – würde ich sagen: nein. Erschießen ist immer brutal. „Brutalität“ umschreibt rohes, grausames, gewalttätiges Verhalten. Wenn einem ein Metallgeschoss mit hoher Geschwindigkeit in den Körper getrieben und man davon so schwer verletzt wird, dass man stirbt, dann ist das per se roh, grausam und gewalttätig. Das Adjektiv „brutal“ macht daraus einen etwas zynischen Pleonasmus.

Warum also diese Worthülse? Hat man vielleicht die Befürchtung, die Grausamkeit eines Verbrechens würde nicht deutlich genug sein? Unachtsamkeit, weil man gar nicht merkt, wie merkwürdig diese Wortkombination ist? Oder gibt es Medienschaffende, die schon nichts anderes mehr gewohnt sind, als dramatische Dinge noch mehr zu dramatisieren? Sind es wir, die Zuschauer, die in der „Sinnflut“, die täglich über uns hereinbricht, so abstumpfen, dass es einer solchen Dramatisierung bedarf, um bei uns Anteilnahme zu wecken?

Ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt ist das das erste Mal, dass mir sowas aufgefallen ist. Ich frage mich, wie viel da schon an mir vorbeigegangen ist, ohne dass ich es gemerkt habe. Und das bringt mich ins Grübeln.

C.S.I., CSI: Miami und CSI: NY – zwei zum Preis von einem

„Konzentriere Dich auf das, was nicht lügen kann – der Beweis.“
(Gill Grissom in „C.S.I.“)

Im Jahr 2000 wurde das Genre des „Whodunit-Krimis“ um eine Komponente erweitert, die eine ganz neue Betrachtungsweise der Arbeit der Ermittler an einem Tatort ermöglichte: „C.S.I. – Crime Scene Investigation“ wurde zum ersten Mal ausgestrahlt. Die Serie legte Wert aufgrößtmöglichen Realismus und gab dem Zuschauer Einblick in wissenschaftliche Methoden, Biologie und Forensik. Eine weitere Neuerung war, dass nicht nur bei den Rekonstruktionen eines Tathergangs die Tat in Rückblenden gezeigt wurde, sondern wann immer etwas wissenschaftliches erklärt wurde, dies ebenso visualisiert wurde. So sah man Kugeln, die in Körper eindringen und dabei lebenswichtige Organe verletzen, Knochen, die aufgrund von Gewalteinwirkung brachen oder chemisches Prozesse in Großaufnahme und Zeitraffer. Diese Mischung brachte der Serie den Erfolg und dem Ermittler-Team des Kriminallabors von Las Vegas, Gil Grissom, Warrick Brown, Sarah Sidle, Catherine Willows, Nick Stokes, Dr. Al Robbins und Jim Brass einen großen Bekanntheitsgrad.

Der Erfolg bedingte es, dass nach einer so genannten „Backdoor-Episode“ in der laufenden Serie ein Ableger produziert wurde: „CSI: Miami“. Horatio Caine, Calleigh Duquesne, Eric „Delko“ Delektorsky, Dr. Alexx Woods, Tim Speedle, Ryan Wolfe, Frank Tripp und am Anfang Megan Donner arbeiten gemeinsam in der Tagschicht des Kriminallabors Miami (im Gegensatz zur Originalserie, die während der Nachtschicht spielt). In der „Backdoor-Episode“ wurde das Team bereits vorgestellt, als Gil Grissom wegen eines Falls nach Miami reist, deswegen stieg man hier ab 2002 mit Episode 1 in die laufende Handlung ein. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten auf wissenschaftlichen Sektor wurden doch einige Unterschiede eingearbeitet, die allein schon im Ort der Handlung, Miami, das im Gegensatz zu Las Vegas am Meer liegt und an der Stelle, an der viele Flüchtlinge aus Kuba ankommen, begründet lag.

Die zwei parallel laufenden Serien taten sich gegenseitig keinen Abbruch, im Gegenteil. So wurde in „CSI: Miami“ wiederum eine „Backdoor-Episode“ produziert, in der Horation Caine auf der Spur eines Mordfalls nach New York fährt und mit den dortigen Kollegen zusammenarbeitet. Ab 2004 ermitteln Mac Taylor, Stella Bonasera, Danny Messer, Dr. Sheldon Hawks, Don Flack, Lindsay Monroe und am Anfang Aiden Burn in „CSI: NY“, auch „CSI: New York“ genannt. Wieder ist es eine Mischung der typischen „CSI“-Elemente mit Eigenarten, wie man sie nur in New York findet, die auch hier den Erfolg macht.

Mit den drei Serien wurden drei Hits der Gruppe „The Who“ wieder ins Gedächtnis gerufen, nämlich „Who are you?“ als Titelmusik für „C.S.I.“, „Won’t get fooled again“ für „CSI: Miami“ und „Baba O’Riley“ für „CSI: NY“. Letzteres bricht allerdings etwas aus, denn es war nicht die erste Wahl. In den ersten zwei Serien wurden Lieder genommen, die so gekürzt werden konnten, dass sie außer einem Solo eigentlich nur eine gesungene Zeile hatten. Für „CSI: NY“ war ursprünglich das Lied „Behind blue Eyes“ angedacht, mit dem das auch möglich gewesen wäre. Doch die Studiobosse wollten „Baba O’Riley“. Daher wird bei dieser Serie fast eine ganze Strophe des Liedes gesungen.

Die „CSI“-Serien sind nach der FSK ab 16 Jahren freigegeben, was mit ihrer teilweise schonungslosen Darstellung zusammenhängt. Da sie jedoch im deutschen Fernsehen schon um 20.15 Uhr laufen sollten, wurden sie gekürzt. Eine Episode mit Überlänge wurde sogar um einen ganzen Handlungsstrang erleichtert, um sie in das „42-Minuten-ohne-Werbung“-Format zu pressen. Was bleibt also dem Fan der Serie? Richtig – sie auf DVD zu erstehen.

Leider wurde bei dieser Serie wie bei vielen anderen das System „2 Boxen pro Staffel“ verfolgt. Jede Staffel wird also aufgeteilt in zwei Teile, die man separat kaufen muss. Der Preis von um die 30 Euro pro Box katapultiert den Preis pro Staffel auf um die 60 Euro. Das ist es wert, zweimal darüber nachzudenken, ob man sich die drei Serien anschaffen will oder nicht und vielen Fans ist das einfach zu viel. Ob man dies bei den Vermarktern erkannt hat oder ob einfach nur Gewinnstreben dahinter steckt – oder beides -, weiß ich nicht. Jedenfalls wurden nun von allen drei Serien die ersten Staffeln in jeweils eine „Season-Box“ gepackt. Diese Boxen, die jeweils 23 Folgen und Extras beinhalten, werden zu dem Preis angeboten, den vorher eine Box mit der halben Staffel hatte, also ca. 30 Euro.
Ein Grund für mich, sie mir anzuschaffen. Und man bekommt etwas ordentliches für sein Geld. Es sind nicht einfach nur zwei Halb-Staffel-Boxen, die nicht verkauft wurden und die man dann zusammen in eine Pappschachtel gepackt hat, es ist eine neu gestaltete Box mit zusammengefaßtem Booklet und neu gestalteten DVDs (zum Beispiel waren bei „CSI: Miami“ auch die Discs der 2. Box einer Staffel mit Disc 1 bis Disc 3 bezeichnet, nun sind diese durchgehend von 1 bis 6 nummeriert).
Ich hoffe, dass diese Staffel-Boxen erfolgreich genug sind, dass sich das fortsetzt, auch wenn sie hinter der aktuellen Entwicklung der Serie herhinken. Die akutell auf DVD (natürlich in „Halbstaffel-Boxen“) erhältliche Season der Originalserie trägt die Nummer 6, Nummer 7 steht in Deutschland und Nummer 8 in Amerika am Ende der Sommerpause an, bei „CSI: Miami“ ist es 4 und 5 bzw. 6 und bei „CSI: NY“ 2 und 3 bzw. 4. Eine Verlängerung ist für alle Serien angedacht, hängt jedoch natürlich von den Quoten der aktuellen Staffel ab.

Fazit: Wer sich schon immer mit dem Gedanken getragen hat, sich C.S.I. auf DVD zuzulegen, es ihm aber bisher zu teuer war, kann das jetzt relativ günstig realisieren – mit einem Preis von ca. 1,30 Euro pro Episode.

"Entern oder kentern" – "Takeshi’s Castle" meets "Pirates of the Caribbean"

Zum dritten Mal macht uns Captain Jack Sparrow dieses Jahr seine Aufwartung in „Pirates of the Caribbean“, eingedeutscht „Fluch der Karibik“. Und schon kommt RTL auf den Trichter, eine Show ins Leben zu rufen, die sich des Piraten-Themas annimmt: „Entern oder kentern“.

Shows wie diese hat es immer mal wieder gegeben. Sei es „Spiel ohne Grenzen“ in den 1970er Jahren oder spätere Formate, „Fort Boyard“ aus Frankreich, „Desert Forges“ oder der Exportschlager aus Japan, „Takeshi’s Castle“. Letzteres musste auch eindeutig als Vorbild herhalten für „Entern oder kentern“, das gestern Abend Premiere hatte. Während es bei „Takeshi’s Castle“ der japanische Herrscher Takeshi war, dessen Schloss eine Horde Spieler unter der Führung eines namenlosen „Generals“ erobern musste, ist es hier der Piratenkapitän Raff (dargestellt von „James-Bond“-Bösewicht Götz Otto), der der Gouverneurstochter Comtessa Sonja (Sonja Zietlow) die Aussteuerkiste, in der sich haufenweise Gold befindet, gestohlen hat. Drei Teams, angeführt von (mehr oder minder) Prominenten treten für die Comtessa an, den Schatz zurück zu erobern. Dabei müssen verschiedene Hindernisbahnen überwunden werden.

Die Hindernisbahnen werden entweder von allen oder von ausgewählten Spielern betreten. Jedes Team fängt mit einer Stärke von 30 Leuten an; jene, die eine Bahn nicht schaffen, scheiden erst einmal aus, können aber später von den Teamführeren befreit werden. So werden die Spieler über Steine gejagt, die aus einem Teich ragen, wobei manche lose sind und versinken, wenn man auf sie tritt; sie müssen als Fässer verkleidet einen Abhang hinauf, während die Piraten Kunststofffelsen nach ihnen werfen oder als Kokosnuss verkleidet fliegende Fische mit einem Käscher fangen. Im Finale müssen die Spieler ihren jeweiligen Teamführer zum Piratenschiff rudern und über eine Leiter an Deck kommen. Der Teamführer, dem es als ersten gelingt, eine auf dem Deck befindliche Kanone zu zünden, dessen Team hat gewonnen.

Aufgelockert wird das Format durch Einspieler, in denen Captain Raff mit einen Piraten namens „Schmier“ spricht, der sowas wie ein persönlicher Assistent zu sein scheint. Die Show wird dann auch getragen von den beiden Hauptfiguren, von Sonja Zietlow, die ja bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ Erfahrung damit sammeln konnte, andere Leute in schwierige Aufgaben zu schicken, und Götz Otto, der den Bösewicht spielt. Doch seine Rolle ist nicht Ernst gemeint, er ist mehr die Parodie auf das Piratenklischee. Ja, man muss sagen, ein wenig fühlt man sich an die Tage von „The Secret of Monkey Island“ erinnert, jenem Lucasarts-Adventure, in dem der Spieler versuchen muss, ein Pirat zu werden und gegen den bösen untoten Piraten LeChuck antreten. Auch hier gab es neben der Hauptfigur, die der Spieler steuerte, eine Protagonistin, die Gouverneurin Elaine Marley.
In der ersten Sendung traten Andrea Göpel („Pannenshow“, RTL), Axel Schulz (ehemaliger Boxer und langjähriger „Fackelmann“-Käppi-Träger) und Miriam Pilhau (Moderatorin, ProSieben) als Anführer der Teams auf und mussten sich teilweise auch selbst einigen Aufgaben stellen.

Und der Eindruck? Nun, bei dem Spielkonzept ist es schwierig, das Rad neu zu erfinden. Alles war schon mal da und gerade die Verwandtschaft zu „Takeshi’s Castle“ ist unübersehbar. Allerdings ist die Schadenfreude nicht ganz so in den Vordergrund gerückt wie beim japanischen Original. Da weht doch mehr der Geist von „Spiel ohne Grenzen“, Teams, die gegneinander antreten und am Ende etwas gewinnen können. Allerdings waren in Pressetexten von RTL noch von anderen Spielen die Rede, so dass sich das in kommenden Sendungen noch ändern, respektive verschärfen könnte.
Die Sendung ist eine nette kleine Abwechslung auf dem Bildschirm. Mehr nicht. Man kann zusehen, Spaß dabei haben – und sich dann wieder ernsthafteren Dingen zuwenden. Aber mehr ist auch nicht das Ziel der Macher. Es gilt, einfach nur zu unterhalten. Für mich persönlich ist es keine Show, die ich „unbedingt“ anschauen möchte. Ich weiß auch nicht, ob ich weitere Folgen sehen werde. Ja, es ist nett umgesetzt, aber ja, es war halt alles schon mal da. Außerdem habe ich mich den ganzen Abend gefragt, warum Sonja Zietlow sich in der Rolle der Gouverneurstochter mit dem Titel „Comtessa“ schmückt, was ja eigentlich „Gräfin“ bedeutet. Ich dachte immer, ein Gouverneur ist ein lokaler Regierungsbeamter und kein Adliger?

Die Zuschauer haben die Sendung und die relativ teure Umsetzung des Konzepts auf Platz zwei der Quoten für gestern Abend gelegt, mit 21,6 % Quote. Sinnigerweise hat aber eine Wiederholung der 70er-Show, die gleich im Anschluss an „Entern oder kentern“ kam, noch mehr Zuschauer angelockt – sie kam auf Platz 1 mit 22,0 %.
Wenn das kein Grund für die Piraten ist, mit Rum anzustoßen…

Nachtrag: Etliche Leute suchen diesen Blogbeitrag offenbar auf in der Hoffnung, einen Hinweis auf die Titelmusik bzw. den Soundtrack von „Entern oder kentern“ zu erhalten. Nun, diese Lösung ist ziemlich naheliegend – was da ständig gespielt wurde, ist die Filmmusik von „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik“, in der Version von Teil 1.