YPS – 40 Jahre und kein bisschen… äh… ja… was eigentlich? Egal: JUBILÄUM!

Am heutigen 13. Oktober gibt es das große Jubiläum zu feiern: YPS wird 40 Jahre alt, am gleichen Tag 1975 – einem Montag – erschien die legendäre Ausgabe Nr. 1, während die Gruppe ABBA mit dem Hit „SOS“ sich an die Spitze der deutschen Charts setzte. Grund genug, dass wir uns hier dem Heft widmen, seiner Geschichte und etwas ausführlicher der Neuauflage, die seit 2012 recht erfolgreich auf dem Markt ist. Den Auftakt bildet diese Episode mit der Geschichte des Heftes bis zu seiner zweiten Einstellung, dann gibt es wöchentlich eine neue Rezension zu den neuen Heften seit 2012, bis wir mit der aktuellen Reihe wieder aufgeschlossen haben. Wem dieser Artikel hier, der zudem zur Hauptsache aus Fakten aus der Wikipedia besteht, zu lang ist, dem gefallen vielleicht die Videos „Die Rückkehr von YPS“ aus der Videoreihe vom „Phantastischen Projekt“, Teil 1 ist hier, Teil 2 hier und Teil 3 hier.

YPS Nr. 1 / (c) Gruner + Jahr
YPS Nr. 1 / (c) Gruner + Jahr

Was ist YPS?

Yps ist ein ComicMagazin, das von 1975 bis 2000 sowie von 2005 (Testausgabe) bis 2006 (3 Testausgaben) als Zeitschrift für Kinder erschien und seit 2012 als Comicheft für Erwachsene herausgegeben wird.[1] Im Oktober 2012 erschien zunächst eine Testausgabe, die sich nun an 30- bis 45-Jährige richtete, die mit der Zeitschrift groß geworden sind. Seit März 2013 erschiendie Zeitschrift vierteljährlich, seit Anfang 2015 im Zwei-Monats-Rhythmus.

Jedem Heft liegt ein Gimmick (oft ein Spielzeug oder ein Scherzartikel) bei; dies hob es in den ersten Jahrzehnten seines Erscheinens von anderen Comic-Magazinen für Jugendliche ab.

Das Konzept von Yps basierte auf dem französischen Heft Pif Gadget, das ursprünglich unter dem Namen Vaillant, le jeune patriote (Vaillant, der junge Patriot) eine Jugendzeitschrift der kommunistischen Partei Frankreichs gewesen war, die zuerst während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund erschien. In den 1960er Jahren wurde die Zeitschrift wesentlich weniger politisch, blieb jedoch locker an die kommunistische Partei angebunden; der Name wurde geändert zu Vaillant, le journal le plus captivant (Vaillant, die spannendste Zeitschrift). Die spätere Titelfigur Pif le chien (Pif der Hund), die 1948 für kurze Schwarz-Weiß-Strips in der kommunistischen Tageszeitung L’Humanité erfunden worden war, erschien darin erstmals 1952 und wurde 1965 zur Hauptfigur. Ab 1967 erschien sie unter dem Titel Vaillant, le journal de Pif. Ab 1969 wurde das Gadget (Gimmick) dazugenommen und die Zeitschrift als Pif Gadget neu gestartet. Sie war daraufhin für einige Jahre außerordentlich erfolgreich und stellt bis heute im Comicbereich unübertroffene Rekorde von mehr als einer Million verkaufter Hefte einer einzigen Ausgabe auf, was einige internationale Nachahmer- und Lizenzausgaben hervorbrachte, darunter auch das deutsche Yps. Aus Pif Gadget wurden für Yps zahlreiche Gimmicks (z. B. die Urzeitkrebse) und Comics (z. B. Pif und Herkules) übernommen, jedoch von Anfang an durch eigene Comics deutscher Zeichner ergänzt. Im Gegensatz zu Pif Gadget war Yps stets eine unpolitische Zeitschrift.

Neben den Comics lag ein Schwerpunkt von Yps auf kreativer Beschäftigung, neben den oftmals zusammenzubauenden Gimmicks zum Beispiel mit Bastelbögen, die in manchen Heften das Niveau professioneller Kartonmodelle erreichten (etwa bei den über mehrere Hefte verteilten Modellen von New Scotland Yard oder der Saturn-V-Rakete), und auf Hintergrundinformationen z. B. zu naturwissenschaftlichen Themen, die manchmal an das aktuelle Gimmick angelehnt waren. Das Niveau dieser Beiträge wurde in den ersten Jahren beibehalten, später lag der Schwerpunkt mehr auf Unterhaltung. Yps wurde bereits kurz nach Erscheinen sehr populär und war eines der erfolgreichsten und auflagenstärksten Comicmagazine der 1970er und frühen 1980er Jahre.

YPS Nr. 201: Mein erstes YPS-Heft / (c) Gruner + Jahr
YPS Nr. 201: Mein erstes YPS-Heft / (c) Gruner + Jahr

Die Originalausgabe von YPS: Nr. 1 bis 1253

Vor dem Start der Reihe brachte der Hamburger Verlag Gruner + Jahr im Sommer 1975 nur in Hessen fünf Testausgaben heraus. In diesen Heften kam das namensgebende Känguru Yps noch nicht vor, ebenso fehlte die Reihe Yinni und Yan, die ab der regulären Ausgabe 1 bis kurz vor der Einstellung der Reihe fast immer vertreten war. Stattdessen wurde das Gimmick von der Figur Gulliver vorgestellt, welche offenbar beim Leser nicht ankam. Ein Großteil der Comics wurde in den ersten regulären Ausgaben wiederverwendet. Vom 13. Oktober 1975 an erschien das Magazin regelmäßig wöchentlich. Yps erschien im Phasenvertrieb, d. h. es erschienen nicht alle Ausgaben überall gleichzeitig. In Bayern lag die wöchentliche Ausgabe beispielsweise immer neun Wochen hinter denen im restlichen Bundesgebiet. Auch in Österreich und der Schweiz waren die veröffentlichten Ausgaben nicht synchron mit denen in Deutschland. Daher verwenden die Yps-Hefte auch keine Ausgabedaten, sondern wurden lediglich der Reihenfolge nach durchnummeriert, was eine zeitliche Einordnung der verschiedenen Ausgaben heute schwierig macht.

1999 kaufte der Konkurrenzverlag Egmont Ehapa (Micky Maus) von Gruner + Jahr die Rechte an Yps. Die Erscheinungsweise wurde auf zweiwöchentlich geändert, die Seitenzahl von 48 auf 32 Seiten gesenkt und alle langjährigen Comicserien außer dem Yps-Känguru aus dem Heft entfernt. Aufgrund der schlechten Verkaufszahlen wurde das Heft mit Nr. 1253 vorerst eingestellt. Die letzte reguläre Ausgabe erschien am 10. Oktober 2000 – drei Tage vor dem 25. Jubiläum.

Der zweite Versuch: YPS Nr. 1254 – 1257

Am 18. August 2005 brachte der Egmont Ehapa Verlag nach fünf Jahren Pause die Nummer 1254 mit einer Auflage von 150.000 Heften heraus. Als Zielgruppe gab der Verlag die 23- bis 32-Jährigen an; das Heft enthielt außer Lucky Luke und dem Yps-Känguru keine Comicserien aus der alten Zeit. Vom 13. März bis 8. Mai 2006 erschienen drei weitere Testausgaben. Nach Unternehmensangaben reichten die Verkaufszahlen nicht für ein monatlich erscheinendes Yps-Magazin aus. Der Verlag ließ die Möglichkeit offen, bei veränderten Rahmenbedingungen oder mit einer tragfähigen neuen Idee die Serie fortzusetzen.

  • Nr. 1254 (August 2005): Die Geldmaschine
  • Nr. 1255 (März 2006): Urzeitkrebse
  • Nr. 1256 (April 2006): Alarmanlage
  • Nr. 1257 (Mai 2006): Finger-Fussball
Der Neuanfang: YPS Nr. 1258 / (c) Egmont Ehapa Verlag
Der Neuanfang: YPS Nr. 1258 / (c) Egmont Ehapa Verlag

2012 – Die Auferstehung: YPS Nr. 1258 – …

Am 25. April 2012 kündigte Egmont Ehapa an, Yps neu aufzulegen. Das neue Yps werde sich mit Themen wie Mode, Automobil und Technik befassen. Laut Egmont Ehapa sollen die „Themen von damals inhaltlich und optisch in die jetzige Lebenswelt der Leser“ übersetzt werden. Das Magazin wurde vom Verlag als Erwachsenenmagazin bezeichnet, da es sich an 30- bis 45-Jährige, die mit dem alten Yps aufgewachsen sind, richtet und es Kindheitserinnerungen wecken möchte. Auch die Beigabe von Gimmicks sei geplant. Die redaktionelle Leitung werde Christian Kallenberg, ehemals Chefredakteur des FHM-Magazins, übernehmen. Dieser kündigte an, es werde versucht, „den Geist von Yps, dieses positive Alles-mal-auszuprobieren, in das neue Yps zu übertragen“.

Die erste Ausgabe mit einer Startauflage von 120.000 Exemplaren erschien am 11. Oktober 2012 (dem 37. Jubiläum von Yps) zum Preis von 5,90 Euro. Es handelt sich hierbei um eine Einzelausgabe. Bei Erfolg wäre dann ab 2013 ein regelmäßiger Erscheinungsrhythmus geplant. Am 13. Oktober 2012 war in den meisten Verkaufsstellen das Magazin schon vergriffen, auch der Online-Shop des Verlags Egmont-Ehapa hatte keine Exemplare mehr und die Urzeitkrebse könnten nicht schnell genug für neugedruckte Ausgaben nachgeliefert werden. Am 19. Oktober 2012 ist eine digitale Ausgabe für das iPad erschienen. Durch diesen Erfolg erschien Yps seit März 2013 regelmäßig alle drei Monate und seit März 2015 zweimonatlich.

Ein typisches YPS-Gimmick: Die Brieftasche für Geheimagenten.
Ein typisches YPS-Gimmick: Die Brieftasche für Geheimagenten.

Was sind Gimmicks?

Das Gimmick war eine Beilage zum Heft, z. B. ein Spielzeug, und sollte einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Gimmicks, wie beispielsweise die Urzeitkrebse, Agenten- und Überlebensausrüstungen, Solarzeppelin, Zaubertricks und U-Boot-Bausätze sind legendär und wurden zu Kultobjekten. Das Gimmick in Heft 1 war ein kleines SchleuderKatapult aus Kunststoff. Mit einem gewissen Abstand vor Heft „Nr.1“ war jedoch zuvor ein Pilotheft erschienen, dessen Gimmick in zwei länglichen Kapseln bestand, die durch eine kleine Stahlkugel im Inneren auf schrägen Flächen hinabpurzelten (das Gimmick erschien später noch einmal in einem anderen Heft). Manche Gimmicks wurden kontrovers diskutiert, z. B. gab es mit Gimmick Nr. 263 (erschienen am 18. Oktober 1980) drei echte tote Tropen-Schmetterlinge in Kästen und bei den „mexikanischen Springbohnen“ waren der Auslöser für das Springen lebende Larven der Motte Laspeyresia saltitans. Es gab auch höherwertige Gimmicks, die allerdings meist in Spezialausgaben (Yps Extra, Yps Spezial und Yps Grün) herausgebracht wurden, wie z. B. ein MWRadio zum Selberbauen oder kleinere technische Modellbausätze wie die Marsraupe (eine Art Mars-Rover).

Das häufigste Gimmick waren die Urzeitkrebse (Artemia nyos), die insgesamt 20 mal als Beilage zum Heft erschienen, gefolgt vom Yps Abenteuerzelt, welches 15 mal Gimmick war. Generell wurden die verschiedenen Serien jährlich in leicht abgewandelter Form wiederholt, so z. B. die Abenteuer-Serie (in der Regel mit dem Abenteuer-Zelt), die Detektiv– und die Agentenreihe. Oft bezogen sich auch die Comics von Yps & Co. oder Yinni und Yan auf das Gimmick. Zu der Detektivreihe gab es auch oft Rätselkrimis, z. B. von Wolfgang Ecke zum Mitdenken und -kombinieren. Populär wurden auch die Mitgliedsausweise für Agenten- oder Detektivclubs oder einfach nur als Yps-Mitglied, wodurch auch ein Augenmerk auf ein Miteinander, bzw. gemeinsames Erleben der Gimmicks durch die gleichaltrigen Leser gelegt wurde.

Auch einige der damals neuartigen Play-BIG– und Playmobil-Figuren wurden als Gimmick verwendet, z. T. zum Selberanmalen (die Stifte gab es dann in der nächsten Ausgabe).

Typischer YPS-Comic: "Yinni + Yan" / (c) Gruner + Jahr
Typischer YPS-Comic: „Yinni + Yan“ / (c) Gruner + Jahr

Comics

Im Laufe der Zeit wurde in YPS eine große Anzahl Comics verwendet, darunter auch bereits bekannte Figuren wie diverse Asterix– oder Lucky-Luke-Serien, die gekürzt auf verschiedene Ausgaben verteilt wurden, oder in den Spätjahren Garfield. In den frühen Ausgaben bis circa 1980 gab es auch noch Fotoserien (Black Beauty nach der gleichnamigen Serie) und eine Vielzahl an realistisch gezeichneten Comics (Davy Crocket, Peter Horn, Hombre, Thomas der Trommler, Wangaroo, Captain York, Gerfried, u. a.), die später kaum noch verwendet wurden.

Die Nummern in der folgenden Auflistung der vertretenen Comics beziehen sich nur auf den Zeitraum, die Reihen waren nicht zwangsläufig in jeder dieser Ausgaben vertreten:

Eigenproduktionen

  • Yps & Co. (ab Ausgabe 1 als einseitiger Comic (Yps, Kaspar, Patsch und Willy) zum Gimmick, ab Ausgabe 88 zusätzlich mit eigenständigen Geschichten)
  • Yinni und Yan (Ausgabe 1–1235, Zeichner: Heinz Körner)
  • Schwyps und Gryps (Ausgabe 41–87, Zeichner: Michael Forster)
  • Wangaroo das Dschungelkind (ab Ausgabe 83 bis ca. 180, Zeichner: Juan Arranz, Texter: Roger Lécureux)
  • Captain York (Ausgabe 95–306, Zeichner: Carlo Raffaele Marcello[14], Texter: Roger Lécureux)
  • Bens Bande (Ausgabe 112–331, Zeichner: Marti (Künstlername von Marti Riera Ferrer), Texter: Peter Wiechmann)
  • Mister Melone (Ausgabe 122–359, Zeichner: Adolfo, (Rojas)/Comicon und Helmut Murek; Texter: Peter Wiechmann, teilweise Rojas/Comicon)
  • Thomas, der Trommler (Ausgabe 132–196, Zeichner: Josep Gual, Texter: Jean Ollivier)
  • Hombre (Ausgabe 145–252, Zeichner: Rafael Mendez, Texter: Peter Wiechmann)
  • Gespenster GmbH (Ausgabe 165–1239), Zeichner: Josip (165-380), Rojas (450-616) (Comicon); Kipkacomics (617-1239); Texter: Peter Wiechmann, Fred Kipka, (Kipkakomiks)
  • Gries, Gram & Grimm (Ausgabe 400–417)
  • Jimmy das Gummipferd (Ausgabe 422–462, basierend auf Geschichten, die 1953 bis 1957 von Roland Kohlsaat für die Beilage Sternchen des Stern gezeichnet worden sind)
  • Punk-Piraten (Ausgabe 864–1233, gezeichnet von Fred Kipkas Unternehmen (Kipkakomiks))
  • Cybertoon (Ausgabe 1248–1253; Texter und Zeichner: Michael H. Musal)

Lizenzcomics – Abgeschlossene Episoden:

Lizenzcomics – Fortsetzungsgeschichten:

Im nächsten YPS

Die letzte Seite eines jeden Heftes war – mit Ausnahme der Zeiten, als nicht sicher war, wie es mit YPS weitergehen sollte -, der Ankündigung des nächsten Heftes vorbehalten, so dass man sich eine Woche lang drauf freuen konnte. An diese Tradition möchte ich anknüpfen: Im nächsten Artikel dieser Reihe geht es um YPS Nr. 1258: Die Urzeitkrebse! Der Artikel erschein in einer Woche an dieser Stelle!

Und ach ja: Alles Gute zum Jubiläum – und auf die nächsten 40 Jahre!

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Grundlage für diesen Artikel ist der Wikipedia-Eintrag „YPS„, Autoren siehe hier. Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern eingebundener Mediendateien stehen im Text darunter. Die Bilder sind selbst fotografiert.

STAR WARS Comics Nr. 2: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Was bisher geschah:
Ein Stoßtrupp der Rebellen, bestehend aus Prinzessin Leia, Han, Chewbacca, Luke und den Doiden R2D2 und C3PO sind in die Anlangen der imperialen Produktionswelt CYMOON 1 eingedrungen, um deren Hauptreaktor zu sabotieren und die Anlagen so zu zerstören. Die Aktion läuft allerdings nicht so wie geplant: Zuerst stoßen die Rebellen auf gefangene Sklaven, dann wird C3PO, der den Millenium Falcon bewachen soll, von Einheimischen auseinander genommen und verschleppt, und dann taucht auch noch Darth Vader persönlich auf.

„Die dunkle Seite gewinnt immer, Obi-Wan. Das solltest Du inzwischen wissen.“

– Darth Vader

Um zu entkommen, müssen die Rebellen mehrfach ihre Kreativität spielen lassen. Nach der kurzen Begegnung mit Luke Skywalker ist Darth Vader wie besessen, ihn in seine Finger zu bekommen. Er erkennt, dass Luke von Obi-Wan unterwiesen worden sein muss, aber noch kein Jedi ist. Während sich den Rebellen eine ganze Streitmacht entgegenstellt, gelingt es Chewbacca, C3PO zu retten und den Falken startklar zu machen. Luke fliegt mit einem Speederbike zurück in die Fabrik, da es imperialen Offizieren mittlerweile gelungen war, die Kernschmelze des Reaktors aufzuhalten. Vader nimmt ihn ins Visier, im letzten Moment – und vor der Explosion des Reaktors – können sich allerdings alle an Bord des Falken in Sicherheit bringen und flüchten. Aber die Episode hat bei allen bleibenden Eindruck hinterlassen: Vader fliegt nach Tatooine, um mit Jabba the Hutt Kontakt aufzunehmen. Nach dem Verlust von CYMOON braucht das Imperium neue Materialwege. Außerdem rekrutiert Vader ein paar Kopfgeldjäger, um Luke zu finden.
Luke seinerseits ist völlig demotiviert. Die Begegnung mit Vader hat ihm gezeigt, dass er nicht mal in Ansätzen ein Jedi ist. Da er nicht weiß, wer ihn unterweisen soll, beschließt er, Kenobis Haus auf Tatooine aufzusuchen, in der Hoffnung, dort antworten zu finden. Doch dort schwärmen gerade die Kopfgeldjäger aus…

Rezension

Die Geschichte geht rasant weiter wie in Band 1 und wieder gelingt den Autoren diese Balance zwischen dem, was schon bekannt ist und der neuen Geschichte: Obwohl man weiß, wohin die Handlung führen muss, fragt man sich doch, wie es genau weiter geht. Durch das Einführen der Kopfgeldjäger bekommt die entsprechende Szene in „Das Imperium schlägt zurück“ etwas mehr Hintergrund und deren Auftauchen kommt nicht ganz so plötzlich und unerwartet. Einen kleinen Kritikpunkt meinerseits gibt es allerdings: Durch eine geschickte Überleitung drückt sich die Geschichte darum, genau zu erklären, wie die Rebellen auf CYMOON sich zum Falken retten konnten. Da hätte ich mir ein wenig mehr Kreativität erhofft. Aber das ist wie gesagt nur ein kleiner Kritikpunkt. Die Geschichte ist gut geschrieben und die Zeichnungen von der gleichen hohen Qualität. Die Filmfiguren sind sehr gut getroffen und neue Figuren fügen sich nahtlos ein. Der Boden für die Zukunft wird gut vorbereitet: In einer Besprechungsszene an Bord des Rebellenflaggschiffs ist nicht nur General Dodonna zu sehen (aus Episode IV), sondern auch Mon Mothma und Admiral Ackbar.

Es ist zwar erst Heft 2, aber ich muss sagen, bislang bereue ich das Abonnement der Comicreihe nicht. Ich bin gespannt auf das Finale der Geschichte „Skywalker Strikes“, das im Oktober erscheinen wird.

 

STAR WARS Comics Nr. 1: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Der junge Rebellenpilot Luke Skywalker hat die größte Waffe des GALAKTISCHEN IMPERIUMS, den TODESSTERN, zerstört. Die imperialen Streitkräfte sind in Unruhe und die Rebellen versuchen, ihren Vorteil zu nutzen, indem sie in den fernen Tiefen des Weltraums eine wagemutige Offensive starten – in der Hoffnung, das Imperium ein für alle Mal zu besigen, um der Galaxis endlich wieder die Freiheit zurück zu bringen…

„Ich habe viele Väter getötet. Da musst Du schon konkreter werden.“

– Darth Vader zu Luke Skywalker

Die Offensive als „wagemutig“ zu bezeichnen, ist dabei noch eine Untertreibung: Ein kleines Vorauskommando, bestehend aus Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker, Chewbacca, R2D2 und C3PO dringt auf die corellianische Industriewelt CYMOON 1 vor. Sie wollen den Hauptreaktor der dortigen Fabrik zur Explosion bringen, was die Anlangen, in denen das Imperium einen großen Teil seiner Fahrzeuge fabrizieren lässt, zerstören würde. Zunächst funktioniert alles nach Plan, doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder: Luke entdeckt einen Zellentrakt mit Gefangenen, die er befreien will, der Millennium-Falke, der für die Flucht gedacht war, wird von einheimischen Plünderern auseinander genommen und außerdem trifft ein Unterhändler des Imperiums ein, der eigentlich darauf eingestellt ist, ein Geschäft mit Jabba dem Hutten unter Dach und Fach zu bringen: Darth Vader…

2015 – Das STAR-WARS-Jahr

Nun werden die Schatten, die die Episode VII von STAR WARS vorauswirft, immer massiver: Mit „Skywalker schlägt zu!“ beginnt das neue „Expanded Universe“. Nachdem Disney Lucasfilm übernommen hatte, wurde verkündet, dass das bisherige „Expanded Universe“, also alle Fortsetzungen der ursprünglichen Trilogie in Romanen, Comics und Spielen, für obsolet erklärt wird. Gültigkeit haben einzig und allein die Filme und die Serien „Clone Wars“ und „Star Wars Rebels“ – und alles, was neu produziert wird. Dazu wurde bei Lucasfilm ein Kreativteam eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, die Kontinuität in diesem neuen Universum zu überwachen. Tatsächlich gab es zuvor ja ein paar Widersprüche, da sich Autoren Dinge einfallen ließen, die nicht zu den Filmen passten oder im Nachhinein durch Ereignisse in den Serien wieder geändert wurden.

Das Kreativteam hat den großen Vorteil, dass es die Entwicklungen bei STAR WARS direkt beeinflusst und man nicht durch Filmhandlungen plötzlich unangenehme Überraschungen erleben kann. Bei der ersten STAR-WARS-Comicreihe, die Ende der 1970er Jahre produziert wurde, kommt es beispielsweise zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und einem Fremden, der Obi-Wan Kenobi in jungen Jahren gekannt hat. Dieser Fremde berichtet, vor langer Zeit habe Obi-Wan dessen Heimatwelt mit „seinen beiden Schülern“ besucht: Anakin Skywalker und Darth Vader. Der Comic entstand, bevor „Das Imperium schlägt zurück“ in die Kinos kam und der Autor wusste nicht, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.

Die „Lücken“ zwischen den offiziellen Filmen sollen „Nebenfilme“, Romane und Comics auffüllen. Der erste „Nebenfilm“, der davon handelt, wie die Rebellen am Anfang von Episode IV an die Baupläne des Todessterns gekommen sind, soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Die Roman-Reihe „Aftermath“, die die Ereignisse unmittelbar nach Episode VI behandelt, soll im September – zumindest auf Englisch – in den Buchhandel kommen. Und schon im Frühjahr wurde die neue Comic-Reihe gestartet, die in diesem Monat hochoffiziell bei Panini Comics auf Deutsch erscheint.

Rin in de Kartoffeln, rut ut de Kartoffeln*

Die erste Comic-Reihe in den 1970er und -80er Jahren wurde von Marvel Comics herausgebracht. Die Reihe wurde eingestellt, nachdem nach Episode VI der Hype abzuflachen begann und George Lucas erklärte, er werde die Prequels erstmal nicht in Angriff nehmen. Als STAR WARS wieder populärer wurde, erwarb die Comicschmiede Dark Horse die Rechte. Aber nachdem Lucasfilm und alle STAR-WARS-Rechte an Disney übergegangen waren, wollte der Mutterkonzern auch die Comics zu einer eigenen Firma heimholen: Marvel Comics, das 2009 von dem Konzern erworben worden war. Man kann sagen, die STAR-WARS-Comics sind wieder dort, wo sie mal angefangen haben.

Allerdings hat sich einiges geändert: die „alten“ Marvel-Comics hatten mehr als einmal das Problem, dass die Darstellungen die Filmcharaktere nicht sonderlich gut wiedergaben und oft nur entfernt an das jeweilige Vorbild erinnerten, außerdem war die Handlung häufig ziemlich übertrieben. Sie folgten außerdem keiner Richtung, da die Autoren ja – wie bereits erwähnt – nicht wussten, in welche Richtung der jeweils nächste Film gehen würde, also durfte nichts passieren, was eventuell der Filmreihe hätte widersprechen können. Entsprechend plätscherten die Geschichten so vor sich hin und die Autoren gaben sich redliche Mühe, zum Erscheinen der neuen Filme die Handlung so hinzubiegen, dass sie einigermaßen passte. Am besten gelungen war ihnen das tatsächlich aber in den Bänden, die unmittelbar vor Episode VI spielten und die tatsächlich beleuchteten, wie die Rebellen an die Pläne des zweiten Todessterns gekommen waren.

Nun ist alles anders. Zum einen sind die Filme und ihre überraschenden Wendungen bekannt, zum zweiten wurde mit John Cassaday ein Zeichner verpflichtet, der einen sehr realistischen Zeichenstil pflegt. Nicht nur sind die Filmcharaktere sehr gut zu erkennen, auch die Figuren, die neu dazu kommen, sind individuell und realistisch gestaltet. Aber halt… wir sind schon mitten drin in…

Die Handlung – Rezension

Das vorliegende Heft, das offiziell am 25. August erscheint, trägt die Nummer 1 und es beinhaltet die Hefte 1 und 2 der US-Ausgaben „Skywalker Strikes“. Die Hefte sind im amerikanischen Comicformat gehalten, haben 68 Seiten Umfang und sind durchgehend farbig. Neben den eigentlichen Comics beinhaltet das Heft zudem zehn Seiten mit redaktionellen Beiträgen, also Leserbriefen, Informationen zu Büchern und Spielen, sowie Zusatzinformationen zu Charakteren und Ausrüstungsgegenständen. Die redaktionellen Seiten zeigen, dass sich dieser Comic (auch) an ein jüngeres Publikum, die Geschichte selbst ist allerdings etwas völlig anderes, als die bunten Marvel-Comics von 1977. Im Gegenteil, auch wenn der Humor nicht zu kurz kommt, so ist die Handlung dramatisch gehalten und spannend geschrieben. Außerdem wird auf einen gewissen Realismus geachtet. Darth Vader ist ein skrupelloser Sith-Lord, der auch mal ein paar Sturmtruppler vor sich als lebende Schutzschilde schweben lässt, um Laserbeschuss abzuwehren. Und als es zu einer Begegnung zwischen ihm und Luke Skywalker kommt, ist Luke kein Gegner für ihn – natürlich nicht, Luke ist ja noch kein Jedi. Der dunkle Lord braucht nur zwei Handbewegungen, um Luke zu entwaffnen, und Luke braucht das Eingreifen seiner Freunde, um gut aus der Sache herauszukommen. Sehr gut wird in der Geschichte herausgearbeitet, wie Vaders Neugier an Luke geweckt wird, die ihn schließlich – am Anfang von „Das Imperium schlägt zurück“ – dazu bringen wird, die Galaxis nach dem jungen Rebellen zu durchsuchen, der den Todesstern zerstört hat.

Damit kommen wir zu einer natürlichen Klippe, die der Comic umschiffen muss, und das tut er verdammt gut: Das Interesse des Lesers zu wecken, damit dieser weiterlesen möchte, auch wenn man eigentlich schon weiß, wohin die Geschichte führen wird. „Skywalker Strikes“ beziehungsweise „Skywalker schlägt zu“ umfasst sechs Teile (also drei Hefte der deutschen Ausgabe) und ja, als ich am Ende von Heft 1 angekommen war, war – und bin – ich gespannt darauf, wie es jetzt wohl weitergeht.

zl;hng (zu lang; hab’s nicht gelesen**): Gesamteindruck

Diese Nummer 1 ist ein sehr vielversprechender Auftakt für das neue „Expanded Universe“ von STAR WARS. Panini hat zudem gut daran getan, mit der Zählung der Hefte von vorne zu beginnen, auch wenn zuvor schon 125 Ausgaben erschienen sind, denn es ist wirklich so, wie es die offizielle Mitteilung vom Verlag sagt: Der Beginn einer neuen Ära. Der Comic macht Lust auf mehr und wenn es so weitergeht, ist es eine gute Überbrückung bis zum Dezember, wenn wir dann endlich Episode VII im Kino sehen dürfen.

Der offizielle Erscheinungstermin für Heft 1 ist der 25. August, aber schon am 22. August wird der STAR-WARS-Comic-Tag gefeiert. In vielen Comic-Shops wird an diesem Tag mit einem Gratis-Comic, exklusiven Variant-Cover-Editionen der Nummer eins, natürlich auch der Normalausgabe und weiteren Aktionen rund um den Krieg der Sterne die neue Star-Wars-Comic-Ära eingeläutet.

Hier im COMMUNIQUÉ werde ich auch in Zukunft einen Blick in die Hefte werfen, hoffentlich ohne zu viel zu verraten. Heft 2 ist für den 23. September angekündigt.

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* = auf Hochdeutsch: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, umschreibt ein wörtliches „hin und her“, zuerst macht man das eine und dann doch wieder das andere.

** = Wörtliche Übersetzung von „tl;dr“ = „too long; didn’t read“. Definition laut der Wikipedia: „„[Der Text war] zu lang; [ich habe ihn] nicht gelesen“, wird als Antwort auf einen als überlang empfundenen Beitrag gesetzt. Die Abkürzung wird manchmal auch vom Autor eines längeren Beitrags selbst ergänzt und leitet dann eine kurze Zusammenfassung ein.“ [Eintrag in der Wikipedia siehe hier, Autoren hier, der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar]

 

30 Jahre „Das Phantastische Projekt“ – Der phantastische Beitrag

1985

In den Top 10 war gerade Falco mit „Rock Me Amadeus“ ganz oben, Deutschland war zweigeteilt in Ost und West (allerdings nur noch für fünf Jahre, was zum damaligen Zeitpunkt aber noch keiner ahnte), Commodore stellte den Amiga Heimcomputer vor und Daniel Küblböck, der Jahre später durch die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ wuseln sollte, wurde geboren. Und noch etwas anderes entstand in diesem Jahr, genauer gesagt, im August: die Idee, die später „Das Phantastische Projekt“ werden sollte.

Schreiben hatte mich schon immer fasziniert und Geschichten ausdenken auch. Meine Idee war: Wenn ich vielleicht jeden Tag – so wie bei Tagebucheinträgen – ein wenig an einer Geschichte schrieb, könnte daraus Stück für Stück etwas größeres werden.

In diesem Jahr verbrachte ich einen Teil der Sommerferien – wie schon häufiger zuvor – bei Verwandten in der Nähe meiner Geburtsstadt Diez. Am 7. August machten wir eine Tour nach Limburg und in einem Geschäft kaufte ich mir ein Tagebuch in der Art, wie sie damals gerade modern waren: im China-Stil. Beziehungsweise, wenn das stimmt, was in den Büchern eingedruckt ist, dann wurden sie auch tatsächlich in China – in Shanghai – hergestellt.

Am Abend schließlich fing ich an mit meinem „Epos“, und der erste Satz, den ich schrieb, lautete: „Irgendwo im Weltall, fern der Erde, lag ein Planet…“ Und damit fing alles an.

Aus Bucheinträgen wurden mit Schreibmaschine beschriebene Seiten. Als ich eine neue Struktur in die Geschichten brachte, schrieb ich das ganze Konzept erneut ab (ja, liebe Kinder, so war das damals, nix mit „halt mal schnell auf dem Bildschirm ändern“, Manuskripte wurden handkorrigiert und dann nochmal abgetippt). Schließlich „hackte“ ich es in den Computer und schrieb und schrieb…

Parallel begann ich mit dem Filmen. 1987 bekam ich meine erste Filmkamera zum Geburtstag, noch im Format SUPER 8. Aber auch hier gab es noch unüberwindbare Hürden: Wer sollte diese Filme, die ich damals erstellte, jemals zu Gesicht bekommen? Eine Veröffentlichungsplattform gab es noch nicht. Trotzdem filmte ich weiter und weiter, wechselte zu Video und kaufte mir schließlich einen Casablanca Schnittcomputer von MacroSystem (allerdings gebraucht bei eBay). Hier begann ich, erstmals mit digitalem Schnitt zu experimentieren.

Die Bemühungen waren dabei nicht immer von Erfolg gekrönt, bedingt dadurch, dass ich zwischen 1987 und 1994 zwei Schulabschlüsse (Mittlere Reife und Fachhochschulreife) machte, eine Ausbildung anfing, dann in den Zivildienst ging und eine weitere Ausbildung aufnahm, war das Nebenbei nicht immer einfach zu organisieren. Mal ganz davon abgesehen, dass sich mein soziales Umfeld ständig änderte. Eben, auch soziale Netzwerke im Internet gab es damals noch nicht, und viele Kontakte, die ich aufgebaut hatte, gingen im Lauf der Zeit verloren. Auch scheiterten so viele kleine Dinge, zum Beispiel versuchte ich, für die Videoreihe mir T-Shirts im Stil einer Uniform, wie sie Sternflotten-Offiziere tragen würden, bedrucken zu lassen. Es gab damals in der Stadt nur einen Laden, der das machte – und es war eine Katastrophe. Über vier Monate hinweg war ich mindestens einmal die Woche in dem Laden und der Auftrag für das Probe-T-Shirt, der eine Woche hätte dauern sollen, zog sich über 16 Wochen hin. Und das Resultat war eher… na ja.

Aber langsam begann, das Zeitalter des Internets zu dämmern. Manche Dinge wurden einfacher. Zum Beispiel Texte zu publizieren. Ja, selbst gedruckte Bücher herauszubringen. Und letzten Endes auch Videos. So konnte ich einige Ideen, die ich schon lang mit mir herumtrug, endlich realisieren. Zwar lief es auch weiterhin nicht immer glatt, aber parallel durfte ich einige Erfahrungen machen, bei denen ich vieles lernte, was mit später half.

Und nun sitze ich hier und schreibe einen Text für den Tag, an dem sich der Anfang zum 30. Mal jährt.

Heute

Aber genug der Nostalgie – was gibt es für die Zukunft? Zunächst mal bei den beiden Hauptseiten: da bleibt es wie gehabt. Das STAR COMMAND Communiqué hat sich etabliert und wird gelesen, deswegen werden hier weiter die Texte veröffentlicht, auf der Seite vom „Phantastischen Projekt“ direkt die ganzen Videos.

Die Videoreihe vom Phantastischen Projekt wird sich etwas ändern, auf dem Kanal werden in Zukunft mehr „Making of“- und „Hinter den Kulissen“-Videos erscheinen, da ich den fiktiven Handlungsstrang, den ich bisher verfolgt habe – und auch weiter verfolgen werde -, zusammen mit den Rezensionen auf einen eigenen Science-Fiction-Kanal verlegen möchte. Das wird in Zukunft ASTROCOHORS sein.

Die Entwicklungen der anderen Abteilungen, sowohl die ErlebnisPostille, als auch Summertime Parcs, haben schon begonnen und gehen einfach weiter.

Quysthali soll auch weitergehen, aber ich muss hier erst noch die richtige Motivation finden. Mich entsetzt immer mehr, wenn ich mitbekomme, wie erwachsene Menschen solche Fiktionen, wie ich sie in meinen Geschichten verarbeite, für bare Münze nehmen und an unheimliche Mächte oder magische Kräfte glauben, wobei sie jede Rationalität hinter sich lassen. Da weiß ich noch nicht ganz, wie ich weitermache.

In diesem Sinne – weiter geht’s!

Notaufnahmeschwester: Da sitzen Sie in der ersten Reihe – oder reihern auf die ersten Sitze

Ich habe hier ja auch immer wieder mal Einsatzerlebnisse aufgeschrieben, grade um den falschen Bild von Notfallrettung, das in den Medien gezeichnet wird, wenigstens ein bisschen entgegen zu wirken. Heute bin ich nun über eine Seite gestolpert, die nur aus solchen Berichten besteht, und zwar über den Alltag auf einer Notaufnahme: die „Notaufnahmeschwester„. Dieses Blog muss ich mir doch gleich mal abonnieren, denn die Schreiberin (ich vermute mal, dass es sich um eine Dame handelt, wäre es ein Mann, dann wäre der Titel des Blogs ja auch noch ironisch, und das wäre mehr als ich fassen kann) hat nicht nur einen unvergleichlichen Schreibstil mit der Art von Humor, die man in dieser Art von Beruf halt nun mal kriegt, sondern macht Referenzen zu so vielen Dingen, es ist… es ist… einfach unglaublich:

Zum Beispiel Kopfkino: „Poetisiert Euch! Kopfkino in der Notaufnahme“ (kenn ich auch)

Die drei ???: „Wir übernehmen jeden Fall! oder: Habt Ihr alle keine Mutti?“ (Naaa, was bedeuten die drei Fragezeichen?)

Star Wars: „Guten Morgen, Mahlzeit und ade“ (…und falls wir uns nicht mehr sehen: Gute Nacht!)

Homöopathie: „Hurra, eine homöopathische Notaufnahme!“ (das Satire-Video ist richtig gut!)

Und der Beitrag, den ich als erstes lesen durfte: „11 Dinge, die Ihr über eine Notaufnahme (und das Personal) wissen solltet

Außerdem werd ich das Blog mal hier auf die Startseite pinnen, damit es noch mehr Leute finden. Gut, damit genug der Lobhudelei. Warum seid Ihr noch nicht drüben und lest die Beiträge der Notaufnahmeschwester? Abmarsch, hier gibt’s nichts mehr zu sehen!

Titeländerung Asterix-Band 36: Der Papyrus des Cäsar

Die Situation gab es bei Asterix schon einmal: Der Band, der korrekt übersetzt eigentlich den Titel „Rose und Schwert“ („La Rose et le Glaive“) tragen müsste, durfte in Deutschland nicht so heißen, weil es schon ein literarisches Werk mit diesem Titel gab. Also einigte man sich auf den deutschen Titel „Asterix und Maestria“.

Mit dem neuen Band 36, der am 22. Oktober erscheinen soll, ist nun etwas ähnliches passiert. Der Band trägt im Original den Titel „Le Papyrus de César“, auf Deutsch sollte er „Cäsars Geheimnis“ heißen. Nun stellte sich heraus: das geht aus rechtlichen Gründen nicht, denn es gibt schon ein Buch, das so genannt wurde. Egmont Ehapa hat nun verkündet, dass der deutsche Titel geändert und damit an den Originaltitel angepasst wird. Band 36 wird „Der Papyrus des Cäsar“ heißen.

JURASSIC WORLD

(c) Universal Pictures
(c) Universal Pictures

Nun ist es also wieder so weit… die Dinos kommen. Am 11. Juni startete die Fortsetzung des Jurassic-Park-Franchise unter dem Titel „Jurassic World“. Was erwartet den Zuschauer?

Die Handlung

22 Jahre sind seit den Ereignissen im „Jurassic Park“ auf der Isla Nublar vergangen. Während John Hammond mittlerweile gestorben ist, lebt seine Idee weiter. Und wie: auf Nublar wurde der neue Freizeitpark „Jurassic World“ gebaut und eröffnet. Doch die Leiterin des Projekts, Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) sieht sich mit den gleichen Problemen konfrontiert wie jeder Themenpark: Die Zuschauer wollen neue Attraktionen. Mittlerweile wurden aber so ziemlich alle bekannten Saurierarten zu Land, zu Wasser und in der Luft in den Park aufgenommen. Was kann man also noch bieten? Nun ja, man könnte doch einfach einen neuen Dino erschaffen. Erfahrung hat man ja: Schon bei den ursprünglichen Exemplaren im „Jurassic Park“ wurde Teile der Gensequenz durch Gene anderer Tiere ersetzt. Wenn man hier statt irgendwelchen Tieren einfach andere Dinosaurier nimmt, hat man einen Hybriden und damit eine neue Art geschaffen. Und damit ist der Indominus Rex geboren. Als Claire dem Geldgeber und Initiator von „Jurassic World“, dem Multimillionär Simon Masrani (Irrfan Khan), die neue Attraktion zeigt, ist dieser überaus skeptisch. Indominus hat nicht nur die Sicherheitsanlagen seines Geheges schwer beschädigt, sondern auch noch seine eigene genetische Schwester gefressen. Masrani verlangt, dass der im Park angestellte Ex-Soldat und Tierbetreuer Owen Grady (Chris Pratt) das Gehege inspizieren soll, ob es wirklich sicher genug ist.

Das kommt für Claire ziemlich ungelegen. Nicht nur teilt sie mit Grady eine Art „Beinahe-Beziehung“, es kommen auch noch ihre beiden Neffen Gray (Ty Simpkins) und Zach Mitchell (Nick Robinson) zu Besuch. Sie sollen eine schöne Woche auf der Insel verbringen, während ihre Eltern heimlich den Hauptteil ihrer Scheidung über die Bühne bringen wollen.

Grady wird indessen von dem schmierigen InGen-Angestellten Vic Hoskins (Vincent D’Onofrino) in Beschlag genommen. Grady ist es gelungen, ein Rudel von Velociraptoren zu bändigen, dass sie auf seine Kommandos hören. Das passt zu einem Projekt, das Hoskins heimlich mit dem DNS-Techniker Henry Wu (BD Wong, einziger Charakter und Schauspieler, der aus dem Originalfilm stammt) betreibt.

Während Claires Neffen von einer überforderten Assistentin durch den Park geschleust werden, sieht sich Grady das Gehege vom Indominus an. Doch er scheint zu spät zu kommen: Die Infrarotabtaster können den Dinosaurier im ganzen Gehege nicht entdecken. Außerdem deuten Kratzspuren darauf hin, dass er die Mauer hochgeklettert ist und sein Gehege verlassen hat.

Auf der Insel halten sich über 20.000 Menschen auf. Claire muss den Notfallplan anlaufen lassen…

Kritik

Möglicherweise liest das jemand, der den Film noch nicht gesehen hat und dem ich auch nicht sämtliche Wendungen der Handlung verraten möchte. Ich halte daher diesen Teil der Kritik – wie man so schön sagt – „Spoilerfrei“. Damit jene, die es wissen wollen, meine Andeutungen aber verstehen, werde ich hier und da Sternchen („*“) anbringen, die zu Fußnoten mit weiteren Erläuterungen gehören. Und in diesen Erläuterungen werde ich genauer ins Detail gehen. Wer sich also die Spannung nicht verderben will, der liest nur den Artikel selbst, aber nicht seine Fußnoten.

Was mir nicht gefallen hat
Ich möchte zunächst mal das behandeln, was mir negativ an dem Film aufgefallen ist, damit es abgehandelt ist. Zum einen gibt es da einen Handlungsstrang, der nicht ganz beendet wird und – wenn die Verkaufszahlen es zulassen – für eine mögliche Fortsetzung zum Tragen kommen könnte.* Ja, so wie dieser Handlungsstrang behandelt wird, schreit es förmlich nach einer Fortsetzung. Dadurch wird das Gefüge des Films etwas unrund.
Zum zweiten wird in die Handlung schon wieder eine Spielberg-typische Familiengeschichte eingearbeitet. Nicht genug damit, dass man zwei Teenager in die Handlung reinschreiben musste, die mitten in das Getümmel gestürzt werden, was ja schon eine Kopie von Tim und Lex aus „Jurassic Park“ ist. Nein, auch ihre Hintergrundgeschichte ist faktisch gleich: Hammond sagt in „Jurassic Park“, dass seine Enkel (eben Tim und Lex) den Park aus der Perspektive des jungen Publikums testen sollen, aber er erzählt auch, dass ihre Eltern sich scheiden lassen. Für „Jurassic World“ wird die Geschichte nur noch etwas breiter ausgewalzt, außerdem dürfen wir die Eltern diesmal kennenlernen. In dem Film gibt es viele Anspielungen auf „Jurassic Park“, aber diese Sache ist einfach nur ein Abklatsch. Noch dazu läuft das ganze auf den „Spielberg-Schmalz“ heraus, die Familie muss zusammenhalten und so weiter. Eine andere Lösung gibt es offenbar nicht.
Zum dritten fehlt die Botschaft über die Natur. Zwar werden hier und da kritische Anmerkungen gemacht, aber eine gesamtkritische Betrachtung des „Mensch spielt Gott“, das in „Jurassic Park“ vor allem durch Ian Malcolm zum Ausdruck gebracht wurde, fehlt völlig. Dabei wäre gerade die Handlung des Films eine Steilvorlage dafür gewesen, immerhin werden hier nicht einfach „nur“ ausgestorbene Lebewesen wieder erschaffen, sondern auch Lebewesen neu kreiert, die es zuvor noch gar nicht gegeben hat.

Jenes, von dem ich nicht weiß, was ich davon halten soll
Ja, und dann gibt es noch diese Sache, die mich etwas ratlos zurückließ. Regisseur Colin Trevorrow erzählte in einem Interview, dass die Figuren am Anfang des Films absichtlich stereotyp daher kommen, um sich im Verlauf der Handlung zu entwickeln. Ich möchte noch hinzufügen: Jene Figuren, die sich nicht entwickeln, werden gefressen – mit je einer Ausnahme in die eine und in die andere Richtung.** Das Problem ist nur, dass einige der Figuren so stereotyp rüberkommen, dass man ihnen geradezu wünscht, von einem Dinosaurier gefressen zu werden. Zum Beispiel ist der ältere von Claires Neffen ein geradezu nervtötendes Exemplar von frühpubertierendem „Null-Bock-auf-gar-nichts“-Teenager, der mit allem flirtet, was auch nur ansatzweise zwei X-Chromosomen besitzt, während zu Hause seine Freundin auf seine Rückkehr wartet. Und als ihm sein kleiner Bruder unter Tränen erzählt, dass er die Briefe von den Anwälten gesehen hat und dass die Eltern sich heimlich scheiden lassen wollen, da benimmt sich der ältere wie der T-Rex im Porzellanladen, gerade so, als würde ihn das alles nicht berühren.
Bei Claire kommt es zu… na ja, einer Merkwürdigkeit: Als sie erklärt, dass sie Owen Grady auf der Suche nach ihren Neffen begleiten möchte, entgegnet er, dass sie in ihrem Businessdress und in „diesen Schuhen“ (sie trägt High Heels) nicht in den Urwald passt. Darauf zieht sie ihr Jacket aus und bindet das Shirt hoch, dass es nicht zu locker liegt – behält aber die Schuhe, also das, was sie am schnellen Rennen hindert, bis zum Schluss an. Kein Wunder, dass der Indominus ständig dicht an ihr dran ist.

Was mir gefallen hat
Eigentlich das meiste vom Film. Die Handlung nimmt sich Zeit, auf den Punkt hinzuarbeiten, den man bei dem Film erwartet: der Ausbruch des Indominus Rex. Die Katastrophe entwickelt sich dann Stück für Stück, es gibt Überraschungen und Wendungen, die sich aufbauen zu einem Finale, das man so nicht erwartet hätte. Die Auseinandersetzungen mit den Dinosauriern sind temporeich und wirken nicht ausgewalzt. Die vielen Anspielungen auf „Jurassic Park“ tun ihr übriges dazu. Manchmal kommen sie zwar rüber wie „Fanservice“, aber ich bin ein Fan, und das hat mir sehr gefallen. Bis auf die Sache mit den Teenagern wirken die Anspielungen auch nicht wie ein Abklatsch.
Auch die vielen neuen Ideen haben mir sehr gut gefallen, besonders der Gedanke, den „Jurassic Park“ tatsächlich laufen zu sehen, wenn auch unter anderem Namen. Es war eine gute Eingebung, dass man hier nicht einfach einen Reboot gemacht hat, wie das heutzutage ja gern mal mit einem Franchise getan wird.
Der Park ist dabei ein Themenpark, wie man ihn kennt, mit Sponsoren und allem, was dazu gehört. Und ein kleiner interessanter Fakt am Rande: In einem der Trailer sehen wir die Statue von John Hammond groß im Bild. Diese Statue sehen wir im Film zwar auch, aber eigentlich immer nur im Hintergrund.

Mit den Schauspielern hat man eine gute Crew zusammengestellt. Am bekanntesten in Deutschland dürften Chris Pratt („Guardians of the Galaxy“) und Vincent D’Onofrino („Men in Black“, „Criminal Intent“ und „Full Metal Jacket“ – hier als „Private Paula“) sein. In einer Nebenrolle ist Omar Sy zu sehen, der sich hierzulande durch seine Darstellung in „Ziemlich beste Freunde“ einen Namen gemacht hat.

In einer anderen Rezension habe ich eine Anmerkung gelesen, die darauf rausläuft, der Film tue so, als habe die Handlung von „Lost World“ und „Jurassic Park III“ nicht stattgefunden. Das kann man so absolut nicht behaupten. „Jurassic World“ bezieht sich zwar nur auf „Jurassic Park“, aber nur weil die Ereignisse in den anderen beiden Filmen, oder auch die Isla Sorna, wo sie stattfinden, nicht erwähnt werden, heißt das noch lange nicht, dass damit Teil 2 und 3 der Reihe ungeschehen gemacht werden. An manchen Stellen bleibt der Film etwas vage, so erklärt Masrani beispielsweise, er habe den Park aufgebaut, weil John Hammond ihm seinen „letzten Wunsch“ anvertraut hätte – und das hätte auch nach Teil 2 sein können. Überhaupt wäre es interessant, den genauen Wortlaut  dieses Wunsches zu erfahren, denn nach den Ereignissen auf der Isla Nublar (und später der Isla Sorna) war Hammond ja gar nicht mehr so begeistert von der Idee vom „Dino-Park“. Ein bisschen ist das so, wie wenn man darüber nachdenkt, ob Walt Disney wohl mit allem einverstanden wäre, was die Disney-Company heute so macht.

Eine Sache noch: Der Film hat eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren, aber es geht ganz schön zur Sache. Zwar sieht man nicht immer alles, aber manches, was man sieht, ist grausam genug.

Fazit

Ein kurzweiliger Actionfilm mit einer Menge neuer Ideen, von denen manche noch etwas besser hätten ausgearbeitet werden können. Er reicht zwar nicht ganz an den ersten Film heran, ist aber ein würdiger Nachfolger.

Am Schluss noch ein kleines bisschen Bildung: „indominus“ bedeutet übersetzt so viel wie „unzähmbar“. Was Owen Grady in der einen Szene an dem Namen zum Lachen findet, bleibt wohl sein Geheimnis.

Und nun heißt es: Abwarten. Gerüchteweise soll „Jurassic World“ nur der erste Teil einer neuen Trilogie sein. Dazu müssen aber zuallererst die Zuschauerzahlen stimmen. Und ob die Autoren tatsächlich den Weg weitergehen, den sie hier schon vorgezeichnet haben, sehen wir dann.

 

 

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ACHTUNG! AB HIER SPOILER!

* = Hierbei geht es darum, dass Vic Hoskins trainierbare Dinosaurier als Waffen für die Armee entwickeln will. Hoskins stirbt zwar im Verlauf des Films, aber Henry Wu, der Genetiker, der das Labor und den Park aufgebaut hat, entkommt der Insel im Hubschrauber mit tiefgekühlten Dino-Embryonen. Was dann passiert, darüber lässt uns der Film im Unklaren. „Jurassic Army“ oder „Jurassic Military“ als Fortsetzung sind also möglich.

** = Bei diesen Figuren handelt es sich um Doktor Henry Wu und Claires Assistentin. Wie schon in der vorigen Fußnote erwähnt entkommt Wu der Katastrophe auf der Insel im Hubschrauber, bevor die Dinosaurier das DNS-Labor erreichen. Er macht keine Entwicklung durch, im Gegenteil, er ist berauscht von der Macht, neue Lebewesen zu erschaffen. Claires Assistentin ist am Anfang des Films ziemlich nervig, aber als die Katastrophe über das Besucherzentrum hereinbricht, will sie Claires Neffen einfach nur in Sicherheit bringen. Dabei wird sie von einem Flugsaurier geschnappt

JURASSIC PARK III

Ich schrieb in meiner letzten Rezension schon davon, dass erfolgreiche Filme es so mit sich bringen, dass es eine Fortsetzung gibt. Manchmal gibt es aber auch eine Fortsetzung der Fortsetzung…

Die Handlung

Die Isla Sorna (aus „Jurassic Park 2“) ist zum Sperrgebiet erklärt worden, was aber manche Veranstalter nicht davon abhält, Kurzbesuche auf der Insel anzubieten. Wie zum Beispiel „Dino-Soar“, wo man am Gleitschirm hängend die Dinowelt von oben betrachten kann. Bei einem Gleitschirmflug kommt es allerdings zu einem Zwischenfall.

Allan Grant, der noch immer als Paläontologe arbeitet, während seine Ex-Freundin Ellie Sattler einen anderen geheiratet und ein Kind gekriegt hat, wird von dem Ehepaar Kirby angesprochen. Sie wollen, dass Grant sie auf einem Überflug über die Isla Sorna begleitet, sozusagen als „Reiseführer vom Fach“. Als Gegenleistung werden sie genug Geld spenden, um damit seine Forschungsarbeiten die nächsten Jahre zu unterstützen. Auf dem Flug nach Costa Rica stellt sich allerdings heraus, dass an der Geschichte einiges nicht stimmt. Grant wird bewusstlos geschlagen und als er wieder aufwacht, ist der Flieger auf der Insel gelandet. Die Kirbys suchen nach ihrem Sohn Eric, er ist seit dem Zwischenfall mit dem Gleitschirmflieger auf der Insel verschollen. Grant soll sie auf der Insel führen, damit sie Eric wiederfinden können. Doch da muss Grant die beiden enttäuschen: Er war nie auf der Isla Sorna, er kennt nur die Isla Nublar. Und er rät, möglichst schnell wieder abzufliegen, doch das wird verhindert von einem Spinosaurus, der das Flugzeug zerstört. Die Kirbys, Allan und dessen Assistent Billy müssen sich nun zur Küste durchschlagen und mit einem Satelittentelefon um Hilfe rufen. Dabei treffen sie auf Eric, aber auch hauf jede Menge Dinosaurier…

Der Roman

Ja, es gibt / gab tatsächlich einen Roman zu diesem Film. Dieser ist allerdings nicht von Michael Crichton, sondern von Scott Ciencin und erschien nicht vor, sondern anlässlich des Films. Er schrieb es nach dem Drehbuch von Peter Buchman, Alexander Payne und Jim Taylor.

Und damit erschöpft sich mein Wissen darüber. Ich habe das Buch nie gelesen, obwohl das vermutlich ganz interessant gewesen wäre wegen einzelner Passagen. Zu diesen Passagen komme ich aber noch explizit bei der Filmrezension.

Also, offen und ehrlich: Ich weiß nicht, ob der Roman gut oder schlecht ist.

Der Film

„Jurassic Park“ trifft „Rudis Resterampe“ – so könnte man diese Kritik überschreiben. Tatsächlich wurden für den Film einzelene Szenen verwendet, die aus dem ursprünglichen „Jurassic Park“-Roman stammen, aber aus Zeitgründen nicht in den Film aufgenommen wurden. Ich habe die Flußfahrt und den Kuppelkäfig mit den Flugsauriern ja in der Rezension zu „Jurassic Park“ schon erwähnt. Und diese Passagen würden mich auch im Buch zu „Jurassic Park III“ interessieren, einfach nur, um sie mit Crichtons Orignalbeschreibung zu vergleichen.

Was kann man vom Rest des Films sagen? Na ja, er ist ein Mordspektakel, mehr aber auch nicht. Sicher, die Kehrtwende, als sich herausstellt, dass die Kirbys gar nicht so reich sind, wie sie behaupten, ist originell, aber ab dem Punkt schleift die Handlung arg. Auch wenn wir endlich die „verlorenen Szenen“ aus Crichtons erstem Buch zu sehen bekommen, das macht es einfach nicht wett. Eben ein Spektakel, man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Noch dazu, da der Film einen der schlimmsten Beiträge zum Jurassic-Park-Universum macht: Offenbar haben sich Grand und Sattler nach dem ersten Film irgendwann getrennt und Ellie hat jemand anderen geheiratet. Es ist zwar schön (und für Filme ein bisschen ungewöhnlich) zu sehen, dass Allan und Ellie sich weiterhin gut verstehen, aber damit wird der Handlungsbogen aus „Jurassic Park“, dass Allan „kinderfreundlicher“ wird, im Nachhinein überflüssig gemacht.

Bleibt noch zu erwähnen: Nicht nur basiert dieser Film nicht auf einem Konzept von Michael Crichton und nicht auf einem Drehbuch von David Koepp, Regie wurde auch nicht von Steven Spielberg geführt, sondern von Joe Johnston und die Musik stammt nicht von John Williams, sondern von Don Davis.

Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

Aber die Geschicht vom Jurassic Park ist noch nicht beendet…

VERGESSENE WELT: JURASSIC PARK 2 – Roman und Film

Große Filmerfolge haben es so an sich, dass eine Fortsetzung folgt. So war es auch bei „Jurassic Park“. Innerhalb relativ kurzer Zeit gab es einen zweiten Roman und schließlich auch einen zweiten Film.

Die Handlung

Kann ich hier nicht einfach so abhandeln, denn tatsächlich unterscheiden sich Film und Buch sehr stark. Deswegen gleich weiter zu:

Der Roman: Vergessene Welt – Jurassic Park II von Michael Crichton

Zuerst einmal möchte ich meine Empörung darüber ausdrücken, dass es von „Vergessene Welt“ aktuell keine neue Auflage gibt. Das hat der Roman nicht verdient.

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass auf dem Cover von „Dino Park“ noch stand „Verfilmt von Steven Spielberg“, während es bei „Vergessene Welt“ heißt: „Die Vorlage zum Film von Steven Spielberg“. Der Drehbuchautor David Koepp hat das Drehbuch zum Film ohne Michael Crichton verfasst und sich nur sehr grob an der Handlung orientiert.

Ian Malcolm ist wieder da und hält Vorträge auf einer Konferenz in Santa Fé. Dort trifft er auf einen reichen Paläontologen namens Richard Levine. Dieser ist besessen von der Idee einer „vergessenen Welt“, wie sie Sir Arthur Conan Doyle in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat: Eine Gegend, in der Dinosaurier bis heute überlebt haben sollen. Tatsächlich stößt er auf Spuren von noch lebenden Dinos und folgt ihnen. Allerdings hat er nicht überlebende Dinos aus der Urzeit gefunden, sondern „Anlage B“ von InGen: die Isla Sorna, auf der ebenfalls Dinosaurier für den Jurassic Park geklont wurden. Nachdem die Pläne vom Jurassic Park fehlgeschlagen sind und das Militär von Puerto Rico die Isla Nublar in Grund und Boden bombardiert hat, ist InGen Pleite gegangen und hat Anlage B sich selbst überlassen. Doch die Dinosaurier dort haben überlebt. Levine macht sich auf den Weg dorthin und verschwindet. Schüler von ihm nehmen Kontakt mit Malcolm auf und er, die Schüler und die Zoologin Sarah Harding begeben sich ebenfalls zur Isla Sorna, um ihn zu retten. Das stellt sich – natürlich – als nicht besonders einfach heraus, insbesondere als plötzlich Jäger auf Sorna auftauchen: Mitarbeiter von InGens Konkurrenzfirma Biosyn, die ein paar Dinos einfangen wollen – für ihren eigenen „Jurassic Park“…

Für diesen Roman musste Crichton eine – wie ich es in der letzten Rezension genannt habe – kleine „Schwammigkeit“ überwinden: den Tod von Ian Malcolm in „Jurassic Park“. Doch da hatte er Glück: Während er den Tod von John Hammond noch sehr bildlich beschrieben hatte und diesen daher im neuen Roman auf gar keinen Fall mehr auftauchen lassen konnte, war das bei Malcolm nicht der Fall. Der Leser erlebt Malcolm zuletzt in einer Szene, als er noch lebt. Seinen Tod bekommt der Leser nicht direkt mit, es berichten nur andere Figuren davon.

[Muldoon:] „… Hammond hatte einen Unfall. Haben ihn an dem Hügel in der Nähe seines Bungalows gefunden. Ist wahrscheinlich hingefallen.“
„Ist er in Ordnung?“, fragte Grant.
„Nein. Die Compys haben ihn sich geschnappt.“
„Was ist mit Malcolm?“
Muldoon schüttelte den Kopf.

Michael Crichton: „Jurassic Park“ – aus dem Kapitel „Vor Anbruch der Nacht“

Am Schluss wird noch davon berichtet, dass die Regierung von Costa Rica weder für Hammond noch für Malcolm eine Beerdigung abhalten will, sondern die Leichen beschlagnahmt hat. In „Vergessene Welt“ taucht Malcolm wieder auf und meint sarkastisch, die Nachrichten zu seinem Tod seien verfrüht gewesen, er sei lediglich „ein bisschen tot gewesen“.

Die Idee, dass jemand die Anlage B auf Isla Sorna entdeckt, weil er nach überlebenden Dinosauriern sucht und dabei Exemplare findet, die von der Isla Nublar entkommen sind, gibt der Geschichte einen neuen, erfrischenden Ansatz. Auf der anderen Seite ist es etwas schwierig, sich vorzustellen, dass Malcolm ausgerechnet Levine, mit dem er sich meistens streitet, auf die Isla Sorna folgt, vor allem, da er ja weiß, wie gefährlich das sein wird. Dennoch hat Crichton eine sehr gute Fortsetzung seines eigenen Werks geschaffen, die es wert wäre, auch heute noch gelesen zu werden. Wenn es sie denn noch regulär zu kaufen gäbe.

Der Film: The Lost World – Jurassic Park II

Ein reiches Ehepaar und deren Tochter landen mit ihrer Jacht an einem Strand einer Insel irgendwo vor der Küste von Costa Rica. Das Mädchen wird dabei von kleinen Dinosauriern („Compys“) angegriffen. Der Zwischenfall ruft zwei sich entgegen stehende Kräfte in der Firma InGen auf den Plan: John Hammond, der sich nach den Erlebnissen im „Jurassic Park“ ganz dem Naturschutz verschrieben hat, und ein Bündnis von Investoren, die InGen vor der Pleite retten wollen, indem sie das Projekt „Jurassic Park“ doch noch durchziehen.

Hammond nimmt Kontakt zu Ian Malcolm auf und erzählt ihm von Anlage B. Auf der Isla Sorna wurden Dinosaurier geklont, um sie später zur Isla Nublar zu bringen. Doch seitdem beide Inseln zu Sperrgebiet erklärt wurden, sind die Dinosaurier sich selbst überlassen und haben sich in ihrem neuen Habität eingerichtet. Hammond will das unbedingt so lassen. Deswegen soll ein Team auf die Isla Sorna fahren und von den dort lebenden Dinos berichten, damit sich die öffentliche Meinung gegen die Pläne von InGen stellt. Malcolm ist zunächst nicht davon begeistert, doch als er erfährt, dass seine Freundin Sarah Harding bereits nach Sorna gereist ist, will er sie unbedingt zurückholen. Seine Tochter Kelly versteckt sich als blinde Passagierin in dem Wohnwagen, den Hammond mitschickt und landet so ebenfalls auf der Insel.

Dort angekommen kommt es natürlich zu einer Reihe von Zwischenfällen, die darin gipfeln, dass das Jagdteam von InGen, angeführt von dem Jäger Roland Tembo, auf der Isla Sorna landet und damit beginnt, Dinosaurier zu fangen. Sie sind bestimmt für einen Dino-Zoo in San Diego…

Der Film lässt gegenüber seinem Vorgänger etwas nach, was vor allem dem Handlungsbruch gegen Ende geschuldet ist: Das Jagdteam und Malcolm, seine Tochter und Harding werden abgeholt, man erwartet schon, dass der Abspann beginnt, doch dann geht die Handlung plötzlich weiter: die InGen-Jäger haben einen T-Rex und sein Junges gefangen und bringen die beiden mit dem Schiff nach San Diego, wo sich die nächste Katastrophe abspielt. Hier steckt auch einer der dicksten Fehler in der Handlung, der dadurch zustande kam, dass das Drehbuch geändert wurde: das Schiff, das den T-Rex nach San Diego bringt, rast steuerlos auf die Küste zu, weil die Besatzung tot ist. Doch wer hat sie getötet? Der T-Rex ist immer noch im Frachtraum eingesperrt (er entkommt erst, als ein unvorsichtiger Wachmann die Ladeluke öffnet, weil er nachsehen will, ob alles in Ordnung ist). Mal ganz davon abgesehen hängt die abgetrennte Hand des Steuermanns noch am Steuer des Schiffes. Wie soll ein T-Rex in so eine enge Kabine kommen, um jemand so exakt zu fressen, dass seine Hand am Steuer zurückbleibt? Die Antwort: Ursprünglich sollten auch ein paar Velociraptoren mit an Bord des Schiffes sein. Die wurden jedoch gestrichen, und so blieb die Logiklücke.

Trotzdem ist der Film ein nettes Spektakel, er enthält ein paar spannende Momente und die Momente, in denen man sich an den Kopf greifen muss, sind zum Glück nicht zu häufig. Der Film ist zwar nicht so gut wie sein Vorgänger, stürzt aber auch nicht total ab. Dennoch ist der Roman besser.

Aber die Geschichte vom Jurassic Park geht noch weiter…

 

Goodbye, CSI – Alles hat ein Ende

So finge es an - und nun endet es... (c) CBS
So fing es an – und nun endet es… (c) CBS

CBS hat endgültig den Sendetermin für die letzte Episode der Erfolgsserie „CSI“ (deutsch „CSI – Den Tätern auf der Spur“, mittlerweile „CSI: Vegas“) bestätigt. Dass die Serie abgesetzt wird, wurde bereits Anfang Mai verkündet. Im Gegensatz zu den Ablegern „CSI: Miami“ und „CSI: NY“ ist es dem Original vergönnt, ein richtiges Finale zu bekommen. Die Episode soll zwei Stunden lang werden, außerdem sollen William Petersen als Gil Grissom und Marge Helgenberger als Catherine Willows zurückkehren. Beide hatten die Serie in ihrem Verlauf verlassen. Ausstrahlungstermin für das Finale in den USA ist der 27. September 2015. Diese, die 15. Staffel, kommt damit auf 18 Episoden plus den Film. Die Serie besteht im Ganzen aus 335 Folgen.

Ted Danson, der bei „CSI“ mittlerweile die Hauptrolle spielt, wird zum neuen Serienableger „CSI Cyber“ wechseln. Die Ableger „CSI: Miami“ und „CSI: NY“ hatten keine wirkliche Schlussepisode, sondern wurden einfach nach der zehnten bzw. neunten Staffel eingestellt.