Doktor… wer? Pro Sieben und die Probleme mit einem Zeitwanderer

„I am the Doctor.“
„Doctor… who?“
(Der Text, der einer Kultserie ihren ebenso kultigen Namen gab)

England in den frühen 1960er Jahren. Einem Lehrer und einer Lehrerin einer englischen Schule fällt Susan auf, ein Teenager. Das Mädchen scheint hochintelligent zu sein, hat aber manchmal bei einfachsten Dingen Schwierigkeiten. Als sie nicht weiß, wieviel Pence ein Shilling hat [Anmerkung für Klugscheißer: 1 englischer Shilling hatte 12 Pence], entfährt ihr der Satz: „Stimmt! Das Dezimalsystem wurde noch nicht eingeführt!“ [Anmerkung für Klugscheißer: Das geschah erst 1971.] Die beiden Lehrer folgen Susan zu der Adresse, unter der sie der Schule gemeldet ist und finden nur einen Schrottplatz vor. Die Merkwürdigkeiten hören nicht auf: Mitten auf dem Schrottplatz stehe eine so genannte „Police Box„, eine Notruftelefonzelle, wie sie in England zu der Zeit in Gebrauch war. Ein alter, weißhaariger Mann will sie am Betreten der Police Box hindern. Als sie es schaffen, an ihm vorbeizukommen, finden sie sich in einem riesigen Raum wieder, in dessen Mitte ein merkwürdiges Gebilde steht, so etwas wie eine Steuerkonsole. An dieser wiederum steht – Susan…

An Unearthly Child“ ist der Titel des Pilotfilms der längsten TV-Science-Fiction-Serie der Welt: „Doctor Who“, ausgestrahlt vom 23. November bis zum 14. Dezember 1963 in vier Teilen. Das allzeit knappe Budget der Serie forderte besonders die Autoren, die sich manches mal mit originellen Ideen zu helfen wussten. Bei der Titelfigur der Serie handelte es sich um einen Zeitreisenden, der sich selbst nur „der Doktor“ nennt (was zwangsläufig zu der Frage „Doktor… wer?“ führt; so erklärt sich der Titel der Serie). Er ist unterwegs in einer so genannten TARDIS („Time And Relativ Dimension In Space“), die über einen Tarnmechanismus verfügt und von Außen daher wie eine Police Box aussieht und ist von Innen größer (das Budget erlaubte es nicht, eine aufwändige Zeitmaschine zu bauen). Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass „Doctor Who“ für Kinder konzipiert ist und spannende Geschichten sowie Wissen vermitteln wollte. Deswegen waren der Doktor und seine Begleiter in den ersten Abenteuern auch sehr viel in der Geschichte des Planeten Erde unterwegs, unter anderem bei Richard Löwenherz, als dieser vor Jerusalem stand, oder bei Marco Polos Reise nach China. Immer mehr kamen jedoch „reine“ Abenteuergeschichten auf und mit ihnen die Bösewichte, die die Serie prägen sollten. Die bekanntesten sind sicherlich die „Daleks„, eine Kriegerrasse vom Planeten Skaro, die überdimensionalen Salzstreuern ähneln, an zweiter Stelle folgen die „Cybermen“, eine Art „Doctor-Who“-Variante der „Borg“ von STAR TREK (respektive, man sollte sagen, dass die „Borg“ eine Art STAR-TREK-Variante der „Cybermen“ sind, denn letztere gab es zuerst).

Als William Hartnell aus gesundheitlichen Gründen den Doktor nicht mehr spielen konnte, ließen sich die Autoren wieder etwas einfallen: die Regeneration. Der Doktor, der sich inzwischen als „Timelord“ vom Planeten Gallifrey entpuppt hatte, ließ einen Satz fallen, dass sein Körper so gebrechlich sei und er einen neuen benötige, dann kippte er um und verwandelte sich – in Doktor Nummer 2 (Patrick Troughton). Zwölf Mal könne er sowas machen, verlautbarte er dann, bis zum heutigen Tag hatte er insgesamt 10 neue Gestalten: Nach Patrick Troughton Jon Pertwee, Tom Baker, Peter Davison, Colin Baker und Sylvester McCoy in der bis 1989 ununterbrochen laufenden ursprünglichen Serie. Dann gab es einen Bruch, erst 1996 kam Paul McGann als Doktor Nummer acht zum Einsatz. Und bis 2005 dauerte es, bis die Serie wieder aufgenommen wurde. Doktor Nummer neun – Christopher Ecclestone – blieb allerdings nur ein Jahr, um von Nummer zehn, einem Schauspieler, der sinnigerweise den Namen David TENnant trägt, abgelöst zu werden.

Die Serie lief sehr gut in englischsprachigen Raum, vor allem seit mit Tom Baker der Doktor auch in die USA gekommen war. Dennoch kam 1989 vorerst das „Aus“. Der 1996 einzeln produzierte Fernsehfilm war ein Versuch, die Serie wieder anzukurbeln. Die BBC hatte dabei die Rechte an eine amerikanische Fernsehanstalt vergeben, doch der Film lief nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte, obwohl der Doktor damit tricktechnisch in der Neuzeit angekommen war. Nachdem die Rechte an die BBC zurückgegangen waren, startete 2005 die Serie neu – und mit Erfolg. Und seither läuft sie wieder.

Die Geschichte des deutschen Doktors ist leider nicht so toll. RTL kaufte in den späten 1980er Jahren die damals aktuellen Folgen mit Doktor Nr. 7 (Sylvester McCoy) und macht dem deutschen Publikum den Einstieg damit schwer: in der ersten Folge findet die Regeneration des Doktors statt, ohne dass sie erklärt wird, wodurch für einen Nicht-Kenner die ganze Episode etwas verworren wirkt, da sie zum Teil darauf aufbaut, dass Mel, die damalige Begleiterin der Hauptfigur, den regenerierten Doktor nicht wieder erkennt und ihn für einen Betrüger hält. Als die Serie an VOX abgegeben wird, kaufen diese auch noch die Colin-Baker-Folgen sowie die Sondersendung „The Five Doctors“, die als eine Art Pilotfilm ausgestrahlt wurde. Dabei handelte es sich um eine Jubiläumsfolge von 1983 (zum 20jährigen), in der alle fünf bisherigen Inkarnationen des Doktors von einer finsteren Macht gefangen genommen werden. Zum ersten Mal spielten alle noch lebenden Darsteller in einer Episode gemeinsam mit (William Hartnell war bereits gestorben, Doktor Nummer 1 wurde von Richard Hurndall dargestellt). Leider war das keine sonderlich gute Idee, denn auch diese Folge spielte sehr stark mit der Fähigkeit der Regeneration, ohne diese genau zu erklären. Außerdem hatte man sich verwirrenderweise entschlossen, dem Doktor in egal welcher Inkarnation immer die gleiche Synchronstimme zu verpassen (das wurde auch bei Doktor Nr. 6 und 7 beibehalten). Wenn man die Geduld bewies, den Film ohne Kenntnis der Vorgeschichte ganz anzuschauen, hatte man am Schluss aber doch ungefähr verstanden, worum es ging – was nur leider für die weitere Serie nicht viel brachte. Die Regeneration von Nr. 5 auf Nr. 6 war nämlich schon in der letzten Folge mit „Nr. 5“ (Peter Davison) geschehen, in der ersten Folge mit Nr. 6 (Colin Baker) erlebte der deutsche Zuschauer ohne jede Erklärung einen von seiner Regeneration noch völlig verwirrten Doktor und hatte wiederum Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Nachdem die BBC die Serie eingestellt hatte, wurden auch in Deutschland keine weiteren Folgen mehr gezeigt. Der Film von 1996 wurde aber für den Videomarkt synchronisiert.

Trotz dieser Dinge, die es nicht ganz einfach machten, dem Doktor in Deutsch zu folgen, gab es Fans und Fanclubs in Deutschland (zum Beispiel diesen hier). Entsprechend war die Freude über die Wiederaufnahme der Serie natürlich von einem unguten Gefühl begleitet: Wird der neue Doktor endlich den „richtigen“ Weg ins deutsche Fernsehen finden?

Und die Antwort?

Sagen wir es so: Wer nach der ungeschickten Handlungsweise von RTL und VOX sowas gesagt hat wie „Schlimmer kann es nicht mehr kommen.“, der sei eines Besseren belehrt: es geht schlimmer. Die Rechte an der neuen Serie hat sich PRO SIEBEN gesichert. So weit, so schlecht. Wie das SF-Radio jedoch vermeldet, wird der zunächst angekündigte Termin „Herbst 2007“ nicht eingehalten, obwohl die Folgen längst synchronisiert wurden. „Doctor Who“ steht in den „nächsten drei Monaten“ nicht auf dem Sendeplan, womit es also 2008 wird. Vielleicht. Auch was sonst so von dem Sender vermeldet wird, gibt keinen Grund zum Optimismus. Der Kultstatus, den die Serie bereits genieße, hieß es unlängst von einem Verantwortlichen, mache es nicht einfach. Schließlich müsse die Serie ja auch Quote bringen. Die Folgen werden eher spätabends ausgestrahlt. Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen, hat Pro Sieben zwar alle „normalen“ Folgen eingekauft, nicht aber die „Weihnachts-Spezial-Episoden“. Und ausgerechnet die Spezial-Episode zwischen den Staffeln von 2005 und 2006 ist wichtig, denn hier wird der Wechsel zwischen Doktor Nr. 9 und Nr. 10 vollzogen. Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht. Vor allem, da der Sender nicht dafür bekannt ist, mit Serien, die keine „richtige“ Quote bringen, sehr sanft umzugehen sondern solche eher vorzeitig abbricht.

Meine persönliche Ansicht: Egal welches „TV-Event“ Pro Sieben so ankündigt, es wird normalerweise bis zum Erbrechen „crosspromotet“. Kommt ein Science-Fiction-Film über einen Kometeneinschlag auf der Erde, gibt es ein Galileo-Spezial zum Thema Kometeneinschläge. Ein Actionfilm über Wirbelstürme zieht ein solches Spezial über Wirbelstürme nach sich. Wenn ein Film kommt, in dem ein Sack Reis umfällt, gibt es das Galileo-Spezial zum Thema „umfallende Reissäcke“ – wo gibt es Reis, was ist Reis, warum wird Reis in Säcken gelagert und warum fallen diese um – zusammen mit Aiman Abdallah, der in einem Experiment einen Reissack 48 Stunden ununterbrochen beobachtet, um nur den Moment nicht zu verpassen, in dem er umfällt (ein Teil dieses Films wird einem noch als Appetithappen in der täglichen Galileo-Folge gezeigt, zusammen mit dem Hinweis auf den Spielfilm mit dem umfallenden Reissack sowie das Galileo-Spezial). Und zu „Doctor Who“ gibt es tonnenweise Material von der BBC. Warum kein Galileo-Spezial zum Thema „Zeitreisen“? Und zu einer Dokumentation, in der dieser Doktor ausführlich vorgestellt wird. Eine „Doctor-Who“-Woche, von mir aus bei Galileo? David Tennant als Gast bei Stefan Raab? Oder ist das zu viel verlangt?

„Steuern zahlen… ist das sowas wie Opfer bringen, um die Götter zu besänftigen?“
„Das ist eine sehr lyrische Umschreibung. Steuern zahlen ist sehr viel schmerzhafter.“
(Die Eingeborene Leela und der Doktor über die Strapazen der Zivilisation)

Die Woche von CSI

Hinter uns liegt eine Woche mit neuen Episoden aller drei CSI-Serien, und meiner persönlichen Ansicht nach haben diese nicht nachgelassen.

„CSI: Miami“ eröffente die Reihe mit „Nie wieder im Rampenlicht„: Als ein Ehebrecher auf der Flucht den Motor seines Bootes anlässt, färbt sich das Wasser hinter seinem Boot rot. Die Schiffsschraube hat die Leiche eines Modells erwischt, der überfahren und ins Meer geworfen wurde. Und es bleibt nicht bei dem einen toten Modell.

Die Episode „CSI: NY“ hieß „Eiskalt„. Bei der Präsentation eines neuen Wodkas kommt der Star des Abends tot auf der Bühne an. Das Vertrackte: Offenbar wurde die junge Dame mit einem Eiszapfen erstochen.

„CSI“ kam mit „Happy Slapping“ auf die Schirme. Der Angestellte eines Hotels wird in der Tiefgarage brutal zusammengeschlagen und stirbt. Drei Blocks weiter wird eine junge Frau kurz darauf ebenso brutal überfallen. Und als Greg Sanders auf dem Weg zu einem möglichen dritten Tatort ist, kommt er zufällig an einer Straße vorbei, wo ein neues Opfer von einer Menge Menschen zusammengeschlagen wird. Als er helfen will, gerät er selbst unter die Fäuste der Täter.

Alle drei Folgen hatten ihre starken Momente. Allerdings wird es bei „CSI: Miami“ etwas verworren: der Ex-Mann von Natalia Boa Vista taucht wieder auf. Natalias Vergangenheit war in der vorigen Staffel kurz Thema, als es um häusliche Gewalt ging. Ihr Mann, gegen den sie damals eine Verfügung erwirkte und der im Gefängnis saß, versucht zunächst, im Kriminallabor eine Anstellung zu finden, was sie verhindern kann. Dann aber geht er zu einer Firma, die Tatorte säubert. Als sie ihm gegenüber die Beherrschung verliert, dreht er den Spieß um und erwirkt eine Verfügung gegen sie. Das führt zu der seltsamen Situation, dass Natalia den Tatort verlassen muss, wenn er auftaucht. Das war mir zwar nicht ganz klar, ich persönlich würde in dem Fall sagen, die Polizeiarbeit geht vor – aber sie und ihre Kollegen haben sich dem gebeugt. Das könnte im Verlauf der Staffel noch für einigen Ärger sorgen, auch wenn Natalia ihrem Ex am Ende noch ein Friedensangebot gemacht hat.

Bei „CSI: NY“ wurde die Beziehung zwischen Danny Messer und Lindsay Monroe etwas genauer beleuchtet. Es war interessant, dass es nicht einfach so glatt ging, aber auch etwas ausgetreten, dass auch Lindsay offenbar ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit hat, das sie daran hindert, eine Beziehung einzugehen.

Die stärkste Folge bot diese Woche meiner Meinung nach allerdings „CSI“. Da es um gelangweilte Jugendliche ging, die sich  treffen und zum bloßen Zeitvertreib Menschen zusammenschlagen, wurde hier auch sehr deutlich Kritik am neuen „Way of Life“ ausgesprochen. In der Schlussszene sitzen die Kollegen in der Umkleide zusammen und denken laut darüber nach, was diese Jugendlichen zu ihren Taten gebracht hat. Die Szene ist sehr gut geschrieben, da Catherine, Nick, Warrick und Sarah jeder eine andere Ansicht (Gesellschaft, Eltern, Persönlichkeit etc.) wiedergeben. Es liegt dann an Gill Grissom, ein Resümee zu ziehen aus allen diesen Ansichten und er kommt zu dem Schluss: „Der moralische Kompass kann einem nur die Richtung vorgeben, den Weg muss jeder selbst gehen.“ Soweit ich mich erinnere, wurde in der Serie noch nie so deutlich Gesellschaftskritik ausgesprochen, eher im Gegenteil, manche Methoden – wie zum Beispiel die Todesstrafe – wurden nie in Zweifel gezogen. Einen kleinen Wermutstropfen hat die Episode in ihrer deutschen Übersetzung. Der Originaltitel lautet „Happysmackin'“, der mit „Funnyslapping“ „übersetzt“ wurde. Da hätte man sich etwas besseres einfallen lassen können, sonst ist man auch sehr kreativ, was die deutschen Titel betrifft, noch dazu, da „smacking“ und „slapping“ nicht das gleiche sind.

Nichtsdestotrotz, es bleibt weiterhin interessant…

Gib CO2NTRA – bin ich der Einzige, dem das merkwürdig vorkommt?

Seit einigen Wochen schon führt die PRO7-Sendung GALILEO die Aktion „Gib CO2NTRA“ durch. Hintergrund ist der Klimawandel, dem man durch Vermeidung von CO2-Ausstoß begegnen soll. Meine Frage: Ist es da nicht merkwürdig, dass heute ein „GALILEO XXL“ gezeigt wurde, in dem es um Speed-Boote ging, PS-Schleudern zu Wasser? Und dass in der Vorschau auf die Sendung von morgen auf einen Beitrag über Speed-Trucks hingewiesen wird, hochgezüchtete PS-LKWs, quasi das Gleiche, wie mit den Speed-Booten?

Ist es nicht ein Widerspruch, einerseits den Fernsehzuschauer zum „CO2-Sparen“ aufzurufen, andererseits aber (meiner Ansicht nach) überflüssige Sportarten hochzujubeln, bei denen Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die so viel Erdöl – und damit Rohstoffe – bei einer Fahrt verbrauchen, wie mein Kleinwagen in einem ganzen Jahr?

Bin ich der Einzige, dem das merkwürdig vorkommt?

CSI: „Wachet auf“

Noch letzte Woche habe ich mir überlegt, in welchen Abständen ich über die neue CSI-Staffel schreiben sollte. Heute allerdings hat die Serie die Frage selbst beantwortet. „Wachet auf“ beschreitet einen neuen Weg in der Serie. Zu Beginn finden wir uns im Leichenschauhaus wieder. Zwei tote Frauen liegen nebeneinander auf ihren Bahren. Doch plötzlich erheben sie sich und fangen an, sich zu unterhalten, wer sie waren, als sie noch lebten und wie sie zu Tode kamen. Später kommen noch weitere Opfer dazu, und auch sie haben eine Geschichte. Eine weitere Neuerung ist, dass jeder Abschnitt seine eigene Überschrift erhält. In „American Beauty“ geht es um eine Personenschützerin, die man tot in einem Lift findet. Das Merkwürdige: Offenbar ist sie ertrunken. „Hirnlos“ handelt vom tödlichen Klippensturz einer Frau, die offenbar depressiv war und vor dem Ausflug auf die Klippe noch Medikamente in Kombination mit Alkohol zu sich genommen hat. In „Heute wird einbalsamiert“ wird ein Marine beim Tanken seines Autos niedergestochen. Der Täter rast kurz darauf in ein Polizeiauto und stirbt selbst. Unklar ist das Motiv und wie es zu dem Unfall kam. „Das Nevada-Kettensäge-Massaker“ erzählt von zwei Toten, die mit einer Kettensäge umgebracht wurden (wie der Titel es schon sagt). Eine Verdächtige findet sich in der Ehefrau des einen Mannes, die aber ein hieb- und stichfestes Alibi hat. Das Resümee der Folge zieht am Schluss Gil Grissom persönlich, der die Fälle ein paar Studenten vorstellt…

Ganz ehrlich: Ich bin begeistert. Diese Folge vereint mehrere gute Einfälle, allein die Idee, die Toten zu Wort kommen zu lassen, ist genial. Die Einteilung der Folge in Kapitel ist ungewohnt, weil im Gegensatz zu den üblichen Folgen ein Handlungsstrang allein verfolgt wird und sie sich nicht überschneiden, aber es arbeitet dieser Folge zu. Außerdem werden erstmals Fälle präsentiert, die eine relative geradlinige Lösung haben und ohne ständige Wendungen auskommen. Gute, solide Polizeiarbeit mit Bodenhaftung eben, auch wenn die Fälle (besonders der mit der Kettensäge) natürlich etwas außergewöhnlich sind. Diese Folge beweist, dass die Autoren noch immer gute Ideen haben und aus der Serie noch lange nicht die Luft raus ist.

Die Bahn… kommt? oder „Es fährt ein Zug nach nirgendwo…“

Groß im Gespräch ist derzeit die Privatisierung der deutschen Bahn, obwohl man ja bereits unter dem Namen „Bahn AG“ firmiert. Groß angepriesen als das Allheilmittel schlechthin für alle Probleme der Bahn werden nun immer mehr Stimmen laut, die dieses kritisieren. Und auch sonst ist das Geschäftsgebaren des Möchtegern-Global-Players [furchtbares Wort!] in die Schusslinie geraten. Die NachDenkSeiten haben schon vor einigen Tagen einen kritischen Kommentar zu einem Artikel der BILD-Zeitung abgegeben, in dem diese Privatisierung in den höchsten Tönen gelobt und Kritiker generell als „Ewiggestrige“ verunglimpft werden. Und FRONTAL 21, das Magazin im ZDF, hat diese Woche in einem Beitrag zusammengestellt, wie es jetzt schon aussieht in deutschen Bahnlanden und was uns noch alles drohen kann.

Und als Einwohner einer Stadt, die zwar einen Bahnhof, aber keine Schienen mehr hat, die dorthin führen, kann ich sagen: Ja, es ist so schlimm, wie es dargestellt wird!

Monty Arnold’s Flying Circus

Lange Zeit habe auch ich mich gefragt, wer das wohl ist, der da bei „Upps – Die Pannenshow“ bzw. „Die Superpannenshow“ die Kommentare zu den einzelnen Videos spricht. Denn manches mal, wenn ich ihn hörte, überkam mich ein Gefühl von Nostalgie. Ich wurde an „Männer ohne Nerven“ und „Väter der Klamotte“ erinnert, Sendungen, die das ZDF in den 1970er Jahren aus Slapstick-Stummfilmen von Chaplin, Keaton und Co. produziert hatte. Die Kommentare sprach damals der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch und die Videokommentare stehen dem in nichts nach.

Dann entdeckte ich durch Zufall im Abspann, wer hier verantwortlich zeichnet: Monty Arnold! Aber ich war nicht der einzige, der das entdeckte, denn schon im April schrieb Stefan Niggemeier eine Kolumne für die FASZ, die er nun auch in seinem Blog veröffentlicht. Und was soll ich sagen? Ich habe seinen Worten nichts mehr hinzuzufügen, außer der offiziellen Homepage von Monty Arnold und einer Hörpröbe von ihm, die längst vergangene Zeiten wieder aufleben lässt…

Schööön!

CSI – Den Tätern auf der Spur: Staffel 7 hat begonnen

Mit „Mord nach Modell“ ist nun auch die letzte der CSI-Serien in eine neue Staffel in Deutschland gestartet, obwohl es sich ja eigentlich um die erste Serie handelt. Aber das wollen wir den Fernsehleuten mal nachsehen, sie haben sicherlich ihre Gründe dafür, auch wenn wir diese nicht verstehen. Und was für ein Auftakt, eine Doppelfolge, die uns manches Neues bietet.

Leider sind auch Wiederholungen zu erkennen. Dass ausgerechnet in der letzten Folge der vorigen Staffel eine der Hauptfiguren schwer verletzt wurde, gab es bei „CSI: NY“ auch (dort war es Don Flack, hier Jim Brass). Aber der Reihe nach, in klassischer Manier werden zwei Fälle parallel bearbeitet, da es eine Doppelfolge ist, handelt es sich um insgesamt vier. Bei der Feier zum Abriss des Spielcasinos „Rampart“, das Catherine Willows‘ Vater Sam Braun gehört, wird eine Leiche gefunden, ein Mann hat sich scheinbar selbst erschossen – aber er hält den Revolver fest in der Hand, was eigentlich nicht möglich ist. Beim „Cirque du Soleil“, der gerade in Vegas gastiert, wird unter der Bühnenkonstruktion eine tote Frau entdeckt, die augenscheinlich von der Hydraulik zerquetscht wurde. Aber sie ist keine Mitarbeiterin des „Cirque“, was hatte sie unter der Bühne zu suchen?
Im zweiten Teil wird ein Rockstar erschlagen in seiner Küche gefunden. Das Außergewöhnliche: neben ihm steht ein Miniaturmodell seiner Küche im Massstab 1:25, bis ins kleinste Detail nachgebaut – und mit einer Miniatur-Leiche. Selbst der Blutfleck wurde exakt nachempfunden, und zwar mit dem Blut des Opfers. Gleichzeitig erwacht Catherine in einem Motel. Sie kann sich an nichts mehr erinnern, außer dass sie am Abend zuvor mit Nick Stokes aus war. Doch Stokes ist mit einer Bekanntschaft früher gegangen und jemand anderes hat ihr einen Drink ausgegeben…

Ein Handlungsstrang wird beendet, ein neuer beginnt. So wie am Anfang der Doppelfolge das „Rampart“ in sich zusammenstürzt, so stürzt Catherines Vater über seine eigenen Betrügereien. Und der „Miniaturen-Mörder“ wird das CSI-Team noch auf Trab halten. Aber bleiben wir bei der heutigen Folge. Im Gegensatz zu den beiden anderen CSI-Serien ist man beim Original nicht so experimentierfreudig und verlässt sich komplett auf bekannte Elemente. Keine neuen Schnitttechniken oder Einstellungen, zwei Fälle laufen parallel, so dass das Team aufgeteilt wird. Lediglich in der deutschen Variante fällt auf, dass Doktor Robbins (Robert David Hall) offenbar eine neue Synchronstimme erhalten hat. Die romantische Beziehung zwischen Gill Grissom und Sarah Sidle, die in der letzten Szene der letzten Folge der Staffel 6 begonnen hat, ist in dieser Folge nur unterschwellig zu bemerken, fast so, als wollte man sich offenhalten, ob es sich um eine einmalige Sache handelte oder doch etwas Ernsthafteres wird. Und ohne zu viel verraten zu wollen, ich fand die Auflösung des Falls der toten Frau im „Cirque du Soleil“ mal wieder erfrischend abwechselnd. Der zweite Fall des ersten Teils war es auch, aber auf eine andere Weise, da dieser noch Auswirkungen in den zweiten Teil hinein hat. Nicht so ganz gefallen hat mir die Tatsache, dass mit Catherine Willows schon wieder ein Hauptcharakter in einen Fall direkt hineingezogen wird. Ich finde, Spannung kann man auch erzeugen, wenn man das Publikum nicht um seine „Helden“ bangen lässt. Das ist doch der eigentliche Hintersinn bei Krimis, oder?

Zusammenfassend: Auch diese Serie hat nichts von ihrem Schwung verloren. Doch wie „CSI: Miami“ und „CSI: NY“, so muss auch diese beweisen, dass sie das Niveau im Verlauf der nächsten Folgen bis zum Staffelfinale halten kann.  Dann sehen wir uns wieder und blicken zurück…

„Konzentriere Dich auf das, was nicht lügen kann: der Beweis!“
Gil Grissom

CSI NY: Start von Staffel 3 im deutschen Fernsehen

Als zweite Serie des „C.S.I.“-Kosmos ist diese Woche „CSI: New York“ in die dritte Staffel im deutschen Fernsehen gestartet. Sinnigerweise, möchte man hinzufügen, denn die ursprüngliche Serie „CSI“ startet als letztes mit neuen Folgen. Während „CSI: Miami“ die Schnitttechnik in Richtung „24“ entwickelt hat (mit Bild im Bild oder geteiltem Bildschirm), hat sich bei „CSI: NY“ auch etwas getan. Die Schnitte sind hektischer und es wird viel mehr mit Stadtpanoramen von New York gearbeitet.

„Feier Fall“ heißt der Auftakt der neuen Staffel und gleich als erstes wird der Zuschauer vor vollendete Tatsachen gestellt, was Mac Taylors Liebesleben betrifft. Er hat eine Freundin, die neue Gerichtsmedizinerin Doktor Peyton Driscoll (dargestellt von Claire Forlani). Die beiden begegnen sich dann auch gleich an einem Tatort, ein Mann wurde mit einem Schlüsselanhänger auf der Brooklyn Bridge erstochen. Dieser Mann wollte offenbar jemand einen Heiratsantrag machen, dummerweise passt der Ring nicht zur Größe des Ringfingers seiner Verlobten. Währenddessen sind Messer und Hawkes in der Wohnung eines reichen Partygirls. Diese wurde zu Tode geprügelt, merkwürdigerweise stecken ihre Hände in Sofakissen…

Bei „CSI: NY“ bleibt man beim Staffelauftakt dem Bewährten treu: dem CSI-Schema von zwei Fällen, die parallel bearbeitet werden, aber sonst nichts miteinander zu tun haben. Und die Autoren haben nichts verlernt. Beide Fälle sind spannend erzählt und haben eine unerwartete Auflösung. Erfrischend ist, dass die Beziehung zwischen Taylor und Driscoll  zwar thematisiert wird, es aber nicht darauf hinausläuft, dass die zwei mehrere Folgen lang darüber diskutieren, ob die Beziehung zu einem Arbeitskollegen die Professionalität gefährdet, sondern es – zumindest für den Moment – in dieser Folge abgehandelt wird. Nett ist der Einfall mit Don Flack, der am Tatort Kollegen von seinen in der Folge zuvor erlittenen Verletzungen erzählt und damit aufgezogen wird, er würde das nur machen, um Telefonnummern zu sammeln.
Im Zuge des geänderten Schnitts ist dieser allerdings ein wenig hektisch geworden. Positiv ist mir aufgefallen, dass immer dann, wenn die Ermittler im Gespräch den Namen eines Verdächtigen erwähnen, dieser kurz gezeigt wird, was die Geschichte etwas übersichtlicher macht. Mein persönliches Fazit: die Serie entwickelt sich. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht, da wesentliche offene Handlungsstränge (wie der Vergewaltiger aus Staffel 1, der in Staffel 2 Aiden umgebracht hat) ja schon abgeschlossen wurden. Und nachdem er nun mit Driscoll zusammen ist, haben sich frühere Handlungen um Taylors Treffen mit Frauen auch erledigt. Mal sehen, wie es weitergeht…

„Du darfst den Beweisen nicht vorgreifen!“
Mac Taylor

Monty Python’s Spamalot – Das Musical

„Once in every show there comes a song, that goes like this…“
(aus Monty Python’s Spamalot)

Den Film „Monty Python and the Holy Grail“ (deutsch: „Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss“) kennt man ja schon. Die Handlung in Kürze: Arthur, König der Briten, und seine Ritter der Tafelrunde werden von Gott beauftragt, den heiligen Gral zu finden. Und wie es sich für einen Film des Monty-Python-Team gehört, erleben sie dabei recht merkwürdige und für ein Ritterepos unübliche Abenteuer.

Dieser Film wurde von Eric Idle und John DuPrez in ein Musical umgearbeitet. Und ich muss zugeben, dass ich mich von der etwas kontroversen deutschen Kritik habe beeinflussen lassen, deren Tenor war, dass dieses Musical nicht wirklich notwendig gewesen sei. Gut, nach diesem Gesichtspunkt beurteilt: Welches Musical ist dann „notwendig“? Letztlich habe ich mich von der offiziellen Seite (www.montypythonsspamalot.com) überzeugen lassen und das Album gekauft. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Natürlich muss man Englisch können, um dieses Musical richtig genießen zu können, denn die Texte sind teilweise so herrlich absurd, wie es sich für Monty Python gehört. Es ist nicht einfach „nur“ eine Musical-Variante eines bekannten Films, es ist eine völlig neue Version. Eric Idle, der das Buch geschrieben hat, liefert eine Musical-Parodie ab, die Seitenhiebe auf andere Produktionen und die „Musical-Szene“ generell austeilt. Das ganze Musical ist herrlich überzeichnet, etwa wenn die „Lady of the Lake“ ihre Cheerleaderinnen mitbringt oder das Lied „His Name is Lancelot“ im Discostil dargebracht wird.

Monty-Python-Fans werden einige „Klassiker“ wiedererkennen. Natürlich kommt das Lied „Knights of the Round Table“ aus dem Film vor, aber auch der „Finland-Song“ (von „Monty Pythons Sings“) oder „Always look on the Bright Side of Life“ (aus „Das Leben des Brian“). Sogar auf den „Lumberjack-Song“ (aus „Monty Python’s Flying Circus“) wird angespielt. Alle Lieder wurden natürlich neu arrangiert. Die neuen Lieder treffen hervorragend, etwa wenn Galahad und die „Lady of the Lake“ „Once in every Show“ anstimmen, in dem es darum geht, dass es in jedem Musical ein Lied gibt wie dieses, in dem die Stimmung hochgetrieben wird und jeder völlig übertrieben schauspielert. Genauso schön ist „Diva’s Lament (Whatever happened to my Part?)“, in dem sich die Diva darüber beschwert, dass sie im zweiten Akt kaum vorkommt und wohl mal ein Wort mit ihrem Agenten reden müsse. Arthur hat seine große Stunde, als er traurig feststellt „I’m all alone“, während Patsy, sein Diener und Pferdeersatz ihm klarzumachen versucht, dass er eben nicht allein sei. Die definitive Parodie auf die unterschwellige und manchmal mit dem Holzhammer aufgetragene Botschaft einiger Musicals ist aber das Lied „Find your Grail“, in dem es heißt, dass jeder seinen Gral finden müsse. Entsprechend ist die Auflösung des ganzen Plots im großen Finale gestaltet.

Einziges Manko der Show: sie ist in Englisch, wer nicht so fest ist in der Sprache, dem entgeht einiges an den Wortwitzen und von der Handlung sowieso. Man möchte sich fast wünschen, dass „Spamalot“ als nächstes in Stuttgart läuft, allerdings fürchte ich, dass eine deutsche Version kaum machbar ist. Also nehmen wir mit dem Original vorlieb, das ich nicht nur den Monty-Python-Fans, sondern jedem Parodie-Freund nur ans Herz legen kann.

Übrigens: auf der offiziellen Seite gibt es ein paar Videos, mit denen man sich einen Eindruck von der Show verschaffen kann. Die Show läuft zurzeit am Broadway, in Las Vegas und in London. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie sich anschauen.

Monty Python’s Spamalot – als Download im iTunes-Store