Das Phantastische Projekt 2013: Lustiges Taschenbuch Fantasy Nr. 1 [Comicrezension] [Video]

In der Reihe „Walt Disney Lustiges Taschenbuch“ haben die Zeichner Micky, Goofy, Donald und all die anderen immer wieder auf Reisen in Fantasy-Welten geschickt oder Geschichten aus Fantasy-Welten erzählt. Egmont Ehapa hat nun einige dieser Fantasy-Geschichten in einer sechsbändigen Spezialreihe neu herausgebracht. Nach einem Standortwechsel kümmert sich das „Phantastische Projekt“ um Band 1 dieser Reihe.
Das „Lustige Taschenbuch Fantasy Nr. 1“ kann man unter anderem hier bestellen: http://bit.ly/LTBFantasy01

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/hqpzbZL6HbE

3.000 Ausgaben „Micky Maus Magazin“ – was, schon so spät?

© Disney
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Seltsam, wie es manchmal so geht. Eigentlich habe ich sowohl das „Micky Maus Magazin“ als auch die anderen Reihen, die „Lustigen Taschenbücher“ und dergleichen, schon vor einiger Zeit aus den Augen verloren. Ab und an, meistens zu Jubiläen, habe ich nochmal ein „Lustiges Taschenbuch“ gekauft. Doch es ist knapp eine Woche her, dass mir die „Disney-Reihen“ aus dem Egmont Ehapa Verlag wieder vor Augen kamen, eigentlich wegen etwas ganz anderem. Und auf dieses „andere“ wurde ich wiederum wegen etwas völlig anderem aufmerksam. Und dabei fiel mir auf, dass das „Micky Maus Magazin“ vor zehn Tagen seine 3.000ste Ausgabe feierte.

3.000 Ausgaben. Wow!

Damit hat wahrscheinlich auch keiner gerechnet. Ganz sicher sogar, denn ich kann mich an eine Geschichte aus einem der ersten „Lustigen Taschenbücher“ erinnern, in dem Donald und seine drei Neffen in die Zukunft reisen, ins Jahr 2001. Dort erfahren sie, dass Onkel Dagobert bereits tot ist. Nun haben wir 2013 und Onkel Dagobert (und die ganzen anderen) ist quicklebendig. Wahrscheinlich sind Donald und seine Neffen in die Zukunft eines Paralleluniversums gereist. Zeitreisen sind da tückisch, und schon „der Doktor“ (der aus „Doctor Who“) bemerkte ja so nett, dass Zeit nicht linear ist, sondern mehr so „wibley-wobley timey-wimey“.

In unserem Universum aber fing die Erfolgsgeschichte des Magazins mit Walt Disney selbst und natürlich Micky Maus an. Zuerst trat dieser ausschließlich in Cartoons, also für das Kino produzierten Trickfilmen, auf. Der Stummfilm „Plane Crazy“, den Walt Disneys Zeichner Ub Iwerks Anfang 1928 quasi im Alleingang mit bis zu 700 Zeichnungen pro Tag angefertigt haben soll, markierte seinen ersten Auftritt. Der große Durchbruch kam aber erst einige
Monate später mit dem ersten Micky-Maus-Tonfilm „Steamboat Willie“. Er wurde am 18. November 1928 im New Yorker Colony Theatre uraufgeführt. Nach großen Filmerfolgen in den 1920er- und 1930er-Jahren liefen Micky im Kino aber bald Figuren den Rang ab, die ursprünglich nur Nebencharaktere waren – zum Beispiel Donald Duck. Ab den 1940er-Jahren kamen deshalb nur noch wenige Filme mit Micky in der Hauptrolle in die Kinos.

Mickys Erfolg auf der Leinwand ließ ihn aber schnell auch gedruckte Abenteuer erleben. Sie
wurden schließlich zu seinem Hauptbetätigungsfeld. Comic-Hefte waren in der späteren Form in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts noch nicht üblich. Comics wurden hauptsächlich über die Tageszeitungen und Zeitschriften verbreitet und waren fast immer in Stripform angelegt. Bereits am 13. Januar 1930 (also gut zwei Jahre nach seinem ersten Auftritt im Film) wurde der erste Micky-Maus-Comicstrip in amerikanischen Zeitungen veröffentlicht. Die Geschichte war eine etwas ausgeweitete Version des Trickfilms „Plane Crazy“, zunächst noch von Disney getextet und von Iwerks gezeichnet. Ab dem 5. Mai 1930 zeichnete Floyd Gottfredson die Micky-Strips dann bis in die 1970er-Jahre hinein. Den Stil früher Heftcomic-Mausgeschichten prägte in den 1950er- und 1960er-Jahren Paul Murry.

Mickys Comic-Auftritte fanden in den USA zunächst viele Jahre lang in Form von Comicstrips statt. Eine Tradition, die sich in Deutschland kaum durchsetzte. Lediglich in den 1930er-Jahren gab es vereinzelt Abdrucke der Strips in den Zeitungen. Deswegen erschienen viele von Mickys Abenteuern hierzulande nicht in der Presse, sondern erst viel später als gesammelte Nachdrucke in Büchern oder Heften. Das erste „Micky Maus“-Heft des Egmont Ehapa Verlages erschien 1951. Als erstes deutschsprachiges Magazin mit Micky erschien 1936/1937 in der Schweiz die „Micky Maus-Zeitung“. Nach dem Vorbild der englischen Ausgabe veröffentlichte der Bollmann-Verlag davon insgesamt 18 Ausgaben. Somit ist Micky also ursprünglich ein Filmcharakter, der dann zur Comicfigur wurde.

Die Geschichte des „Micky Maus Magazin“ beginnt ganz genau gesagt im September 1951: Das Magazin erscheint zum ersten Mal, allerdings noch unter dem Titel „Micky Maus, das bunte Monatsheft“. Es kostete damals 75 Pfennig und war die erste deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt war. Mit den Worten „Hau Ruck!“ und Goofys Versuchen ein Auto zu starten, wird der erste Comic im Heft eröffnet. Das Titelbild der Erstausgabe basiert auf der Story „Mickey Mouse on Sky Island“.

1954: Heft Nummer vier des Jahres ist das erste mit nummerierten Seiten.
1955: Im kalifornischen Anaheim wird ein Vergnügungspark eröffnet, der ganz im Zeichen der Micky Maus steht. Allein am Eröffnungstag zählt Disneyland 30.000 Besucher. Dem ersten Vergnügungspark folgen in den nächsten Jahren noch drei weitere in Orlando, Florida, Tokio und Paris. Bis heute sind weit über eine Milliarde Menschen in die Parks geströmt.
1956: Die Erscheinungsfrequenz des Micky Maus-Magazins wird von monatlich auf zweiwöchentlich umgestellt. Im gleichen Jahr verändert sich außerdem das Schriftbild in den Sprechblasen. Die durchgängig verwendeten Versalien werden durch die Groß- und Kleinschreibung ersetzt.
1957: Seit diesem Jahr gibt es das Micky Maus-Magazin jede Woche zu kaufen.

November 1962: Der Ehapa Verlag veröffentlicht die Heftreihe „Mickyvision“, in der zunächst Comic-Adaptionen von Film- und Fernsehproduktionen und später dann Nachdrucke aus der Micky Maus und dem Micky Maus-Sonderheft sowie unzählige Neukreationen den Fundus, aus dem bis zum letzten Erscheinen im Dezember 1993 geschöpft wird.

15. Dezember 1966: Walt Disney stirbt überraschend an einem Krebsleiden. Damit endet eine Ära der Hochzeit des amerikanischen Zeichentricks. Die Micky Maus steuert aber auch zukünftig auf Erfolgskurs.
1968: „Hallo…hier Micky!“ heißt es zu Beginn des Jahres 1968 in der zweiten Ausgabe von Walt Disneys Lustiges Taschenbuch. Randvoll mit phantasievoll gestalteten Comics.

1970: Zum ersten Mal ändert sich das Logo auf dem Titel des Magazins.
1978: Die Micky Maus bekommt einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood und ist damit der erste Zeichentrickstar, dem diese Ehre widerfährt.

1984: Obwohl es die Extras bereits seit einiger Zeit gibt, wird in Ausgabe 13 erstmals der Begriff auf dem Cover verwendet.
1985: Ein Nachdruck der allerersten Ausgabe liegt dem regulären Micky Maus-Magazin bei.
1987: Die Micky Maus ist ein gefragter Werbeträger für unzählige Produkte und Liebhaberobjekte. Seit März 1987 werden diese in zwischenzeitlich mehr als 400 eigens dafür gegründeten Disney-Stores in der ganzen Welt angeboten.
1988: Das erste Micky Maus-Magazin auf Russisch erscheint.

1990: 17 Ausgaben lang war der Preis auch in Ostmark angegeben.
1991: In der ARD startet der Disney Club, eine Fernsehsendung, die vier Jahre lang immer am Samstagnachmittag mit Zeichentrickserien aus dem Disney-Universum unterhielt.
1992/1993: Die „Sport Goofy Tennis Trophy“ wird ins Leben gerufen. Unter anderem sind Boris Becker und Steffi Graf daran beteiligt.
1993: Das erste Micky Maus-Magazin auf Chinesisch erscheint.
1993: Das Micky Maus-Magazin erscheint ab jetzt komplett auf Umwelt-Papier.
1997: Unter jedem Comic sind nun (ab Nr. 50/97) die Namen von Autor und Zeichner zu finden.
1998: Die Micky Maus wird 70. Allein bei Ehapa werden bis dato auf nahezu 50.000 Seiten gut 4000 Geschichten von verschiedenen Autoren und Zeichnern rund um die Maus veröffentlicht.

2001: In diesem Jahr wäre Walt Disney 100 Jahre alt geworden. Die Walt Disney-Company ehrt den Egmont Ehapa Verlag: Das Micky Maus Magazin feiert 50. Geburtstag und hat bis dato über eine Milliarde Exemplare verkauft.
2002: …wurde das Erscheinungsbild geändert. Der Titelschriftzug ist seitdem dreidimensional. Es wurden viele Sonderseiten wie „Comedy“, „Spot an“, „Maus Zeit“, „Action“ und „Spezial“ eingeführt. Das doppelseitige Inhaltsverzeichnis zeigt nun in einem Kreis (zunächst zentral, mittlerweise auf der linken Seite) die enthaltenen Comics, drum herum sind Extra und Sonderseiten verzeichnet.
2003: Im November erscheint die 2.500ste Ausgabe des Micky Maus Magazins seit 1951.
2005: „Rettet die Orang-Utans“. Der WWF und das Micky Maus-Magazin setzen sich gemeinsam für den Schutz der bedrohten Orang-Utans auf Borneo ein.
2007: Micky Maus-Aktion „Rettet unser Klima“. In Zusammenarbeit mit dem BUND und im Namen des kleinen Eisbären Knut setzt sich die „Micky Maus“ für den Klimaschutz ein.

© Disney
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2011: Das Micky Maus-Magazin feiert sein 60-jähriges Jubiläum mit der 2907ten Ausgabe.
2013: Am 7. Juni erscheint die 3000. Ausgabe des Micky Maus Magazins.

Auch ich muss zugeben, dass Disney eine große Rolle in meiner Kindheit und Jugend spielte. Mein erster Film, den ich im Kino gesehen habe, war die Zeichentrickversion von „Robin Hood“ und die verschiedenen Heftreihen, darunter auch das „Micky Maus Magazin“ (das wir damals allerdings nur „die ‚Micky Maus'“ nannten), gehörten zu meinem Lesestoff. Manche der Hefte und Bücher habe ich sogar noch. Doch es ist eine lange Zeit her, dass ich die letzte Geschichte gelesen habe. Wenn ich mir die Jahreszahlen in dieser Aufzählung so betrachte, ist es sogar seeeehr lang her. Warum ich damit aufgehört habe, hatte verschiedene Gründe, die ich zum Teil an anderer Stelle schon mal geschrieben habe. Doch das Jubiläum hat mein Interesse geweckt. Denn einer meiner Kritikpunkte von damals war, dass eigentlich keine Entwicklung stattfindet. Andererseits können aber 3.000 Ausgaben nicht so spurlos an einem vorüber ziehen. Nicht einmal an einer Comicfigur. Und ich weiß, dass heute auch immer noch Erwachsene begeisterter Leser der Geschichte um Micky, Goofy, Donald, Dagobert und so weiter sind. Grund genug, vielleicht mal wieder reinzuschauen. Ich habe da auch schon was entdeckt…

Auf jeden Fall an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch zu 3.000 Ausgaben und dem ununterbrochenen Erscheinen seit 1951. Reife Leistung!

Mehr Informationen: www.micky-maus.de

Quelle: „Micky Maus-Magazin“ / Egmont Ehapa Verlag für beide Bilder sowie den Großteil des Textes.

DISNEY kauft LUCASFILM und kündigt neue STAR-WARS-Filme an

Wie die Disney Company heute bekannt gab, hat sie die Firma LUCASFILM von deren Besitzer, dem Filmemacher George Lucas, für rund 4 Milliarden US$-Dollar erworben. „Während der letzten 35 Jahre hat es mir große Freude bereitet, STAR WARS von einer Generation zur nächsten übergehen zu sehen“, erklärt George Lucas. „Jetzt ist es an der Zeit für mich, STAR WARS einer neuen Generation von Filmemachern zu übergeben.“

Kathleen Kennedy, bisher Vizevorsitzende neben George Lucas, soll LUCASFILM unter der Ägide von Disney als Vorsitzende übernehmen. Zudem wurde angekündigt, dass die erfolgreiche Filmreihe fortgesetzt wird. Episode 7 ist demnach auf 2015 angesetzt. George Lucas wird hierbei als „Creative Consultant“ fungieren.

Hm.

Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll. Disney hat kurz nach dem Erscheinen des ersten STAR-WARS-Films selbst versucht, in der Space Opera mit dem Film „Das schwarze Loch“ Fuß zu fassen. Aber eine ähnlich erfolgreiche Reihe kam dabei nie heraus. Ich kann mir vorstellen, dass George Lucas – neben verschiedenen anderen Gründen – auch die ewigen Diskussionen mit den Fans leid war, ob die Prequels nun „echtes STAR WARS“ seien oder nicht. Nun haben andere Leute die Verantwortung.

Wenn ich ehrlich bin, was ich beim Lesen dieser Meldung fühlte, lässt sich mit einem STAR-WARS-Zitat umschreiben: „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl…“ (oder im Original: „I have a bad feeling about this…“) Aber: Ich will auch Disney eine Chance geben. Immerhin haben wir Fans ja ständig drauf gedrängelt, es möge weitergehen, nicht nur in Büchern und Hörspielen, sondern auch wieder in Kinofilmen. Also, warten wir’s ab.

Quelle: http://thewaltdisneycompany.com/disney-news/press-releases/2012/10/disney-acquire-lucasfilm-ltd

Update:

Auf dem YouTube-Kanal wurde ein Video veröffentlicht, in dem George Lucas über die Zukunft von STAR WARS spricht. Was er sagt, klingt schlüssig. Okay, ich verspreche, dass ich einfach abwarte, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

10 Comics, die man gelesen haben sollte (Teil 4)

Mein schriftliches Staatsexamen liegt endlich hinter mir, und so kann ich meine kleine Serie zum Thema Comics fortsetzen. Heute widme ich mich einem ganz besonderen Kleinod. Und somit bestätigt sich auch ein weiteres Mal: Keine Regel ohne Ausnahme…

Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden

– Vorbemerkung

Ich wäre wohl kein Comicfan, wenn ich nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt Disneys Lustige Taschenbücher gelesen hätte. Eingefleischten Fans dürfte bekannt sein, dass die Geschichten darin zum größten Teil aus Italien und nicht aus Amerika kommen. Auch einige Figuren wie Gamma aus der vierten Dimension oder Dussel Duck sucht man in den USA eher vergeblich. Doch der unbestrittene Vater der Ducks und all ihrer Geschichten ist sicherlich der Amerikaner Carl Barks. Er prägte die Charaktere wie kein anderer. Nach seinem Tod wurden immer wieder verschiedene Zeichner als Erben Carl Barks bezeichnet, und einer davon sticht dabei besonders aus der Menge heraus: Don Rosa. In Deutschland erscheinen seine Arbeiten schon länger unter dem Titel „Onkel Dagobert“ beim Ehapa-Verlag. Deren ersten 6 Bände enthielten die Geschichte, über die ich hier berichten möchte. Diese Biographie über Dagoberts Aufstieg zur reichsten Ente der Welt wurde so beliebt, dass diese 6 Bände nur noch für horrende Summen auf Tauschbörsen oder Ebay erhältlich sind. Aber Ehapa sei Dank erschien 2003 eine neue Gesamtausgabe, die zugleich Segen und Fluch ist. Mehr dazu später.

Inhalt

In 12 Haupt- und 6 Bonuskapiteln beschreibt Don Rosa detailliert den Werdegang und Aufstieg Dagoberts. Dabei liefert er Erklärungen für viele typische Eigenheiten der liebgewonnenen Figur, zeigt uns etwa, wie er zu seinem Glückskreuzer kam, seine schottischen Wurzeln, wie die Idee des Geldspeichers entstand, und wie er seine große Liebe fand. Wir lernen zahlreiche neue Figuren (und alte Bekannte neu) kennen, darunter sogar Donald Ducks Eltern! Es gibt also eine Menge zu entdecken. Doch damit nicht genug: So nebenbei eröffnet sich uns ein Stück Weltgeschichte wenn Dagobert dem Goldrausch in Alaska erliegt, in Oklahoma beim Rennen um kostenloses Land teilnimmt oder etwa auf dem Mississippi als Schaufelraddampfer-Kapitän Karriere macht.

Kritik

Zu Beginn meiner kleinen Reihe sagte ich ja, dass ich Comics schätze, die nicht so cartoonig, sondern eher detailreich gezeichnet sind. Nun, hier haben wir das Beste zweier Welten: Die Bilder von Don Rosa strotzen nur so vor liebevoller Details, klar skizzierten Hintergründen und Anspielungen auf das Werk Barks und die reale Welt. Die aufwändige Recherche, die Rosa im Vorfeld betrieben hat, macht sich überall bemerkbar. Im Vergleich zu den „normalen“ Disney-Comics können seine Bilder düsterer und überfrachtet wirken, was Puristen ihm übel nehmen. Aber ich kann mich nicht satt sehen und entdecke selbst beim wiederholten Lesen noch kleine Details, wie etwa einen fiesen Cowboy, der so abgebrüht ist, dass er eine Klapperschlange als Gürtel trägt.

Die Geschichte ist ein Meisterwerk: Don Rosa nimmt jeden auch nur klitzekleinen Hinweis Carl Barks auf, prüft ihn und integriert ihn in sein Epos. Und weil das noch nicht genügt, bastelt er noch den realgeschichtlichen Hintergrund darum. Und weil das noch nicht genügt, beleuchtet er noch ganz nebenbei die Beziehung zu vielen anderen Figuren wie Klaas Klever, MacMoneysack (den eigentlichen Erfzeind in den amerikanischen Comics) oder die Panzerknacker. Und weil das noch nicht genügt, verleiht er der Comic-Geschichte unerwartete Tiefe durch feine Psychologisierung, wenn er etwa zeigt, wie sehr Onkel Dagobert Donald und dessen drei Neffen braucht.

In seiner Gesamtausgabe trägt Ehapa leider zum Eindruck der Überfrachtung bei, weil man das Format der Hefte aus Kostengründen verkleinerte und die Bilder dementsprechend einschrumpfte. Das hilft natürlich nicht wirklich. Andererseits ist sie mit ausführlichen Artikeln zur Entstehung der Geschichten nur so gespickt. Selbst Laien, die den Namen Barks noch nie gehört haben, wird somit der Einstieg in die faszinierende Welt der Ducks enorm erleichtert.

Fazit: Wer denkt, Disney sei nur seelenloser Kommerz und Ikonen wie Dagobert Duck könne man keine neuen Facetten mehr abgewinnen, wird hier eines Besseren belehrt. Und dabei königlich unterhalten. Wer die Ducks auch nur ansatzweise mag und dieses Juwel noch nicht kennt, sollte jetzt besser schnell einkaufen gehen!