Noch neuere Geschichten von Vater und Sohn!

Autor/Zeichner Ulf K. plaudert über die Kult-Cartoons bei Panini Comics TV

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Erich Ohser alias e.o.plauen (1903 –1944), ist der Schöpfer der beliebten Vater und Sohn-Geschichten. Er erzählte in Bildern, ganz ohne Worte, die Episoden aus dem Leben des gutmütigen, schnauzbärtigen Vaters und seines pfiffigen Filius‘. Der Siegeszug dieser Bildgeschichten begann im Dezember 1934 in der Berliner Illustrirten und bis heute kennen und lieben noch viele die beiden Helden, denn der Charme und der Witz dieser zeitlosen Cartoon-Strips zündet auch noch in unserer heutigen, stark medialisierten Welt. Im letzten Jahr nutzte das Autoren/Zeichner-Duo Ulf K. (im Bild links) und Marc Lizano (im Bild rechts), zusammen mit Panini Comics, diesen Umstand zu einer Wiederbelebung des Klassikers: angemessen modernisiert und dennoch ganz in der Tradition der Vorlage. Und Neue Geschichten von Vater und Sohn knüpfte fast nahtlos an den Erfolg des Originals an. Nun erscheint Band zwei.

Am 13. Dezember 1934 wurde der erste Vater und Sohn-Strip Der schlechte Hausaufsatz in der Berliner Illustrirten Nummer 50 abgedruckt. Von da an wurde wöchentlich eine weitere Folge veröffentlicht. Die Beliebtheit der beiden Figuren und ihrer Abenteuer wuchs ständig, bis Ende 1937 mit Abschied die letzte Vater und Sohn-Geschichte abgedruckt wurde. Erich Ohser war müde geworden und wollte seine Figuren vor dem Zugriff der Nazis schützen. Er selbst geriet leider in die Fänge des Regimes, wurde inhaftiert und beging 1944 in der Haft Selbstmord.

Seine Figuren überdauerten das Dritte Reich und Ulf K. und Marc Lizano nahmen sich des Ohser-Vermächtnisses mit neuen Episoden an. Sie passten die beiden Charaktere optisch leicht an die Neuzeit an und änderten das ursprünglich schwarz-weiße Layout in eine monochrome Farbgebung, bei der im ersten Band Orange, im zweiten Band Blau den Ton bestimmen. Außerdem lassen die beiden Kreativen ihre Protagonisten auch längere Abenteuer erleben, die nicht auf das Maß einer Seite begrenzt sind.

In der fünften Folge von Panini Comics TV erklärt Ulf K. als Gast in der Sendung die Faszination der Bildgeschichten: „Vater und Sohn ist DER Klassiker der deutschen Comic-Geschichte schlechthin. Die Art von Comics, wie sie Erich Ohser gemacht hat, gab es weder davor noch danach.“

Zu seiner Zusammenarbeit mit dem Franzosen Marc Lizano sagt er: „Marc kenne ich seit gut 16 Jahren. Er hatte die Idee, diese Serie neu zu beleben. Er hat das Leben und Werk von Erich Ohser für sich entdeckt und fand es schade, dass die Figuren und ihre Geschichten nie weitergeführt worden sind, und so kam er auf die Idee, neue Geschichten zu erfinden.“

 

NEUE GESCHICHTEN VON VATER UND SOHN, Band 2*
HC l 72 Seiten l € 14,99 l ISBN 978-3-83323-328-9 l Erscheint am 26. November 2016

NEUE GESCHICHTEN VON VATER UND SOHN, Band 1*
HC | 72 Seiten | € 14,99 | ISBN 978-3-8332-3176-6 l Bereits erschienen

Quelle: Panini Comics


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Im Gedenken – ein Buch für die gefallenen Helden von „Game of Thrones“!

Wer stirbt, gerät schnell in Vergessenheit. Bei der TV-Serie Game of Thrones erinnert nun ein Buch an die Toten

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Game of Thrones ist die derzeit wohl erfolgreichste TV-Serie überhaupt. Sie basiert auf den Fantasy-Romanen Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. Der Autor ist bekannt dafür, dass er ohne mit der Wimper zu zucken auch wichtigste Figuren seiner Bücher sterben lässt – und so ist das auf unterschiedlichste Weise inszenierte Dahinscheiden von Helden wie auch Schurken in der Fernseh-Adaption ebenfalls Alltag. Das Ableben eines Charakters geschieht oftmals so schnell, dass man als Fan kaum Zeit hat, um seine Lieblinge zu trauern. Um die vielen Toten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat sich nun das Buch Im Gedenken ihrer angenommen.

Auf mehr als 50 Totentafeln gedenken die Autoren in dem aufwendig gestalteten Buch den Toten der Königslande von Westeros, wobei sie auf einer Doppelseite je ein Foto-Porträt der Figur mit einem ihr Dasein charakterisierenden Gedenksatz und einem Zitat aus ihrem Mund zusammenstellen. Die wichtigsten Dahingeschiedenen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) bis zum Ende der vierten Game of Thrones-Staffel finden sich in diesem Buch, auf dass sie den Fans auf ewig in Erinnerung bleiben mögen. Eröffnet wird der Todesreigen von Eddard „Ned“ Stark, der den gerne zitierten Satz „Der Winter naht“ prägte und das Opfer höfischer Intrigen wurde. Die letzte Totentafel des Buchs gilt Tywin Lennister, der durch die Hand seines Sohnes Tyrion gemeuchelt wurde. Ebenso wie die Prostituierte Shae (im Buch eine Seite vorher aufgeführt), die von der deutschen Schauspielerin Sibel Kekilli dargestellt wurde. Aber nicht nur den Menschen wird gedacht, sondern auch anderen Kreaturen und Tieren, wie den Schattenwölfen. Lady aus dem Hause Stark, zum Beispiel, die auf Befehl von Cersei Lennister getötet wurde, oder der Riese Mag. Der Wiedergänger Beric Dondarrion findet sich gar fünf Mal in dem Buch wieder, und ward vielleicht nicht zum letzten Mal gesehen. Band Game of Thrones – Im Gedenken ist ein Kleinod für eingefleischte Fans der Serie und derart liebevoll gestaltet, dass diese sich das Büchlein auf keinen Fall entgehen lassen sollten.


GAME OF THRONES – IM GEDENKEN

HC l 112 Seiten l 12,95 Euro l 978-3-8332-3167-4 l Bereits im Handel!
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Quelle: Panini Comics

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Panini-Übersetzer erhalten den Kurd-Laßwitz-Preis

Jürgen Zahn und Justin Aardvark erhalten die Auszeichnung für William Shakespeares Star Wars: Fürwahr, eine neue Hoffnung!

Der Prolog:
CHOR

Der Bürgerkrieg ist wild im Gange schon,
Als der Rebellen kleines Schiff erbeutet
Die Pläne einer mächt’gen Kampfstation,
Die für die Freiheit Unheil nur bedeutet.
Im Kampfgetümmel die Rebellen stahlen
Die Pläne dieser Waffe stark und groß.
Erst später wird enthüllt die Kraft der Strahlen,

Wenn ein’n Planet trifft schnell der Todesstoß!
Prinzessin Leia flieht, verfolgt von Scharen,
Ihr kleines Schiff ist jetzt bewegungslos.
Zu überbringen trotz der grausigen Gefahren,
Die Botschaft einer neuen Hoffnung groß.
In lang vergangner Zeit beginnt das Stück,
In unglücksel’ger Sternenwelt weit, weit entrückt.

(Chor geht ab.)

– SHAKESPEARES STAR WARS: FÜRWAHR, EINE NEUE HOFFNUNG

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Erstmals erhält in diesem Jahr ein Panini-Übersetzer-Duo den Kurd Laßwitz Preis für die beste Übersetzung eines SF-Werkes. Jürgen Zahn und sein Co-Übersetzer Justin Aardvark werden für ihre Übersetzung des beim Panini Verlag erschienenen Bandes William Shakespeares Star Wars: Fürwahr, eine neue Hoffnung! ausgezeichnet.

Der US-Amerikaner Ian Doescher schrieb die Story von Star Wars – Episode IV: A New Hope (Eine neue Hoffnung) in eine Blankvers-Version nach Shakespeare’schem Vorbild, mit dem Titel Verily A New Hope um. Ein in jeder Hinsicht einzigartiges Werk, das Fans der Sternen-Saga, Freunde klassischer Schreibkunst und Literaturwissenschaftler in gleichem Maße beeindruckt und begeistert. Die deutsche Fassung Fürwahr, eine neue Hoffnung ist bei Panini erschienen und steht dem Original in Sachen sprachlicher Finesse in nichts nach, wie nun auch die Auszeichnug mit dem renommierten Übersetzer-Preis beweist.

Sorgfältig, literatur- und sprachwissenschaftlich fundiert haben die Übersetzer Justin Aardvark und Jürgen Zahn – beide Shakespeare- und Star Wars-Kenner in englischer wie deutscher Sprache – das US-Original ins Deutsche übersetzt. Wobei es „übertragen“ wohl besser trifft, denn sie mussten dabei einige Klippen umschiffen, die jedem Übersetzer elisabethanischer Dramen Probleme bereiten. Zum Beispiel, dass in der englischen Sprache wesentlich mehr einsilbige Wörter existieren als in der deutschen, oder, dass sich viele Sprachspiele nicht übersetzen lassen, und nicht zuletzt die Frage, ob man dem „weiblichen“ oder dem „männlichen“ Verschluss den Vorrang geben soll (in diesem Zusammenhang interessant, aufschlußreich und unbedingt lesenswert ist auch das Nachwort von Jürgen Zahn zum Übertragungsprozess).

Das Buch, das im Übrigen von den Star Wars-Lizenzhaltern ganz offiziell abgesegnet wurde, beginnt mit einem Prolog im Weltall, der den Leser mit Hyperantrieb in eine völlig fremde Welt katapultiert und ihn dann bis zur letzten Seite durch seine schiere Sprachgewalt bannt und erfeut.
Derzeit arbeiten die beiden Übersetzer an der Fortsetzung des SciFi-Epos im klassischen Gewand, die im Herbst 2015 erscheinen soll.

„William Shakespeares Star Wars: Fürwahr eine neue Hoffnung“ kann unter anderem hier bestellt werden!

Quelle: Panini Comics

JURASSIC PARK III

Ich schrieb in meiner letzten Rezension schon davon, dass erfolgreiche Filme es so mit sich bringen, dass es eine Fortsetzung gibt. Manchmal gibt es aber auch eine Fortsetzung der Fortsetzung…

Die Handlung

Die Isla Sorna (aus „Jurassic Park 2“) ist zum Sperrgebiet erklärt worden, was aber manche Veranstalter nicht davon abhält, Kurzbesuche auf der Insel anzubieten. Wie zum Beispiel „Dino-Soar“, wo man am Gleitschirm hängend die Dinowelt von oben betrachten kann. Bei einem Gleitschirmflug kommt es allerdings zu einem Zwischenfall.

Allan Grant, der noch immer als Paläontologe arbeitet, während seine Ex-Freundin Ellie Sattler einen anderen geheiratet und ein Kind gekriegt hat, wird von dem Ehepaar Kirby angesprochen. Sie wollen, dass Grant sie auf einem Überflug über die Isla Sorna begleitet, sozusagen als „Reiseführer vom Fach“. Als Gegenleistung werden sie genug Geld spenden, um damit seine Forschungsarbeiten die nächsten Jahre zu unterstützen. Auf dem Flug nach Costa Rica stellt sich allerdings heraus, dass an der Geschichte einiges nicht stimmt. Grant wird bewusstlos geschlagen und als er wieder aufwacht, ist der Flieger auf der Insel gelandet. Die Kirbys suchen nach ihrem Sohn Eric, er ist seit dem Zwischenfall mit dem Gleitschirmflieger auf der Insel verschollen. Grant soll sie auf der Insel führen, damit sie Eric wiederfinden können. Doch da muss Grant die beiden enttäuschen: Er war nie auf der Isla Sorna, er kennt nur die Isla Nublar. Und er rät, möglichst schnell wieder abzufliegen, doch das wird verhindert von einem Spinosaurus, der das Flugzeug zerstört. Die Kirbys, Allan und dessen Assistent Billy müssen sich nun zur Küste durchschlagen und mit einem Satelittentelefon um Hilfe rufen. Dabei treffen sie auf Eric, aber auch hauf jede Menge Dinosaurier…

Der Roman

Ja, es gibt / gab tatsächlich einen Roman zu diesem Film. Dieser ist allerdings nicht von Michael Crichton, sondern von Scott Ciencin und erschien nicht vor, sondern anlässlich des Films. Er schrieb es nach dem Drehbuch von Peter Buchman, Alexander Payne und Jim Taylor.

Und damit erschöpft sich mein Wissen darüber. Ich habe das Buch nie gelesen, obwohl das vermutlich ganz interessant gewesen wäre wegen einzelner Passagen. Zu diesen Passagen komme ich aber noch explizit bei der Filmrezension.

Also, offen und ehrlich: Ich weiß nicht, ob der Roman gut oder schlecht ist.

Der Film

„Jurassic Park“ trifft „Rudis Resterampe“ – so könnte man diese Kritik überschreiben. Tatsächlich wurden für den Film einzelene Szenen verwendet, die aus dem ursprünglichen „Jurassic Park“-Roman stammen, aber aus Zeitgründen nicht in den Film aufgenommen wurden. Ich habe die Flußfahrt und den Kuppelkäfig mit den Flugsauriern ja in der Rezension zu „Jurassic Park“ schon erwähnt. Und diese Passagen würden mich auch im Buch zu „Jurassic Park III“ interessieren, einfach nur, um sie mit Crichtons Orignalbeschreibung zu vergleichen.

Was kann man vom Rest des Films sagen? Na ja, er ist ein Mordspektakel, mehr aber auch nicht. Sicher, die Kehrtwende, als sich herausstellt, dass die Kirbys gar nicht so reich sind, wie sie behaupten, ist originell, aber ab dem Punkt schleift die Handlung arg. Auch wenn wir endlich die „verlorenen Szenen“ aus Crichtons erstem Buch zu sehen bekommen, das macht es einfach nicht wett. Eben ein Spektakel, man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Noch dazu, da der Film einen der schlimmsten Beiträge zum Jurassic-Park-Universum macht: Offenbar haben sich Grand und Sattler nach dem ersten Film irgendwann getrennt und Ellie hat jemand anderen geheiratet. Es ist zwar schön (und für Filme ein bisschen ungewöhnlich) zu sehen, dass Allan und Ellie sich weiterhin gut verstehen, aber damit wird der Handlungsbogen aus „Jurassic Park“, dass Allan „kinderfreundlicher“ wird, im Nachhinein überflüssig gemacht.

Bleibt noch zu erwähnen: Nicht nur basiert dieser Film nicht auf einem Konzept von Michael Crichton und nicht auf einem Drehbuch von David Koepp, Regie wurde auch nicht von Steven Spielberg geführt, sondern von Joe Johnston und die Musik stammt nicht von John Williams, sondern von Don Davis.

Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

Aber die Geschicht vom Jurassic Park ist noch nicht beendet…

VERGESSENE WELT: JURASSIC PARK 2 – Roman und Film

Große Filmerfolge haben es so an sich, dass eine Fortsetzung folgt. So war es auch bei „Jurassic Park“. Innerhalb relativ kurzer Zeit gab es einen zweiten Roman und schließlich auch einen zweiten Film.

Die Handlung

Kann ich hier nicht einfach so abhandeln, denn tatsächlich unterscheiden sich Film und Buch sehr stark. Deswegen gleich weiter zu:

Der Roman: Vergessene Welt – Jurassic Park II von Michael Crichton

Zuerst einmal möchte ich meine Empörung darüber ausdrücken, dass es von „Vergessene Welt“ aktuell keine neue Auflage gibt. Das hat der Roman nicht verdient.

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass auf dem Cover von „Dino Park“ noch stand „Verfilmt von Steven Spielberg“, während es bei „Vergessene Welt“ heißt: „Die Vorlage zum Film von Steven Spielberg“. Der Drehbuchautor David Koepp hat das Drehbuch zum Film ohne Michael Crichton verfasst und sich nur sehr grob an der Handlung orientiert.

Ian Malcolm ist wieder da und hält Vorträge auf einer Konferenz in Santa Fé. Dort trifft er auf einen reichen Paläontologen namens Richard Levine. Dieser ist besessen von der Idee einer „vergessenen Welt“, wie sie Sir Arthur Conan Doyle in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat: Eine Gegend, in der Dinosaurier bis heute überlebt haben sollen. Tatsächlich stößt er auf Spuren von noch lebenden Dinos und folgt ihnen. Allerdings hat er nicht überlebende Dinos aus der Urzeit gefunden, sondern „Anlage B“ von InGen: die Isla Sorna, auf der ebenfalls Dinosaurier für den Jurassic Park geklont wurden. Nachdem die Pläne vom Jurassic Park fehlgeschlagen sind und das Militär von Puerto Rico die Isla Nublar in Grund und Boden bombardiert hat, ist InGen Pleite gegangen und hat Anlage B sich selbst überlassen. Doch die Dinosaurier dort haben überlebt. Levine macht sich auf den Weg dorthin und verschwindet. Schüler von ihm nehmen Kontakt mit Malcolm auf und er, die Schüler und die Zoologin Sarah Harding begeben sich ebenfalls zur Isla Sorna, um ihn zu retten. Das stellt sich – natürlich – als nicht besonders einfach heraus, insbesondere als plötzlich Jäger auf Sorna auftauchen: Mitarbeiter von InGens Konkurrenzfirma Biosyn, die ein paar Dinos einfangen wollen – für ihren eigenen „Jurassic Park“…

Für diesen Roman musste Crichton eine – wie ich es in der letzten Rezension genannt habe – kleine „Schwammigkeit“ überwinden: den Tod von Ian Malcolm in „Jurassic Park“. Doch da hatte er Glück: Während er den Tod von John Hammond noch sehr bildlich beschrieben hatte und diesen daher im neuen Roman auf gar keinen Fall mehr auftauchen lassen konnte, war das bei Malcolm nicht der Fall. Der Leser erlebt Malcolm zuletzt in einer Szene, als er noch lebt. Seinen Tod bekommt der Leser nicht direkt mit, es berichten nur andere Figuren davon.

[Muldoon:] „… Hammond hatte einen Unfall. Haben ihn an dem Hügel in der Nähe seines Bungalows gefunden. Ist wahrscheinlich hingefallen.“
„Ist er in Ordnung?“, fragte Grant.
„Nein. Die Compys haben ihn sich geschnappt.“
„Was ist mit Malcolm?“
Muldoon schüttelte den Kopf.

Michael Crichton: „Jurassic Park“ – aus dem Kapitel „Vor Anbruch der Nacht“

Am Schluss wird noch davon berichtet, dass die Regierung von Costa Rica weder für Hammond noch für Malcolm eine Beerdigung abhalten will, sondern die Leichen beschlagnahmt hat. In „Vergessene Welt“ taucht Malcolm wieder auf und meint sarkastisch, die Nachrichten zu seinem Tod seien verfrüht gewesen, er sei lediglich „ein bisschen tot gewesen“.

Die Idee, dass jemand die Anlage B auf Isla Sorna entdeckt, weil er nach überlebenden Dinosauriern sucht und dabei Exemplare findet, die von der Isla Nublar entkommen sind, gibt der Geschichte einen neuen, erfrischenden Ansatz. Auf der anderen Seite ist es etwas schwierig, sich vorzustellen, dass Malcolm ausgerechnet Levine, mit dem er sich meistens streitet, auf die Isla Sorna folgt, vor allem, da er ja weiß, wie gefährlich das sein wird. Dennoch hat Crichton eine sehr gute Fortsetzung seines eigenen Werks geschaffen, die es wert wäre, auch heute noch gelesen zu werden. Wenn es sie denn noch regulär zu kaufen gäbe.

Der Film: The Lost World – Jurassic Park II

Ein reiches Ehepaar und deren Tochter landen mit ihrer Jacht an einem Strand einer Insel irgendwo vor der Küste von Costa Rica. Das Mädchen wird dabei von kleinen Dinosauriern („Compys“) angegriffen. Der Zwischenfall ruft zwei sich entgegen stehende Kräfte in der Firma InGen auf den Plan: John Hammond, der sich nach den Erlebnissen im „Jurassic Park“ ganz dem Naturschutz verschrieben hat, und ein Bündnis von Investoren, die InGen vor der Pleite retten wollen, indem sie das Projekt „Jurassic Park“ doch noch durchziehen.

Hammond nimmt Kontakt zu Ian Malcolm auf und erzählt ihm von Anlage B. Auf der Isla Sorna wurden Dinosaurier geklont, um sie später zur Isla Nublar zu bringen. Doch seitdem beide Inseln zu Sperrgebiet erklärt wurden, sind die Dinosaurier sich selbst überlassen und haben sich in ihrem neuen Habität eingerichtet. Hammond will das unbedingt so lassen. Deswegen soll ein Team auf die Isla Sorna fahren und von den dort lebenden Dinos berichten, damit sich die öffentliche Meinung gegen die Pläne von InGen stellt. Malcolm ist zunächst nicht davon begeistert, doch als er erfährt, dass seine Freundin Sarah Harding bereits nach Sorna gereist ist, will er sie unbedingt zurückholen. Seine Tochter Kelly versteckt sich als blinde Passagierin in dem Wohnwagen, den Hammond mitschickt und landet so ebenfalls auf der Insel.

Dort angekommen kommt es natürlich zu einer Reihe von Zwischenfällen, die darin gipfeln, dass das Jagdteam von InGen, angeführt von dem Jäger Roland Tembo, auf der Isla Sorna landet und damit beginnt, Dinosaurier zu fangen. Sie sind bestimmt für einen Dino-Zoo in San Diego…

Der Film lässt gegenüber seinem Vorgänger etwas nach, was vor allem dem Handlungsbruch gegen Ende geschuldet ist: Das Jagdteam und Malcolm, seine Tochter und Harding werden abgeholt, man erwartet schon, dass der Abspann beginnt, doch dann geht die Handlung plötzlich weiter: die InGen-Jäger haben einen T-Rex und sein Junges gefangen und bringen die beiden mit dem Schiff nach San Diego, wo sich die nächste Katastrophe abspielt. Hier steckt auch einer der dicksten Fehler in der Handlung, der dadurch zustande kam, dass das Drehbuch geändert wurde: das Schiff, das den T-Rex nach San Diego bringt, rast steuerlos auf die Küste zu, weil die Besatzung tot ist. Doch wer hat sie getötet? Der T-Rex ist immer noch im Frachtraum eingesperrt (er entkommt erst, als ein unvorsichtiger Wachmann die Ladeluke öffnet, weil er nachsehen will, ob alles in Ordnung ist). Mal ganz davon abgesehen hängt die abgetrennte Hand des Steuermanns noch am Steuer des Schiffes. Wie soll ein T-Rex in so eine enge Kabine kommen, um jemand so exakt zu fressen, dass seine Hand am Steuer zurückbleibt? Die Antwort: Ursprünglich sollten auch ein paar Velociraptoren mit an Bord des Schiffes sein. Die wurden jedoch gestrichen, und so blieb die Logiklücke.

Trotzdem ist der Film ein nettes Spektakel, er enthält ein paar spannende Momente und die Momente, in denen man sich an den Kopf greifen muss, sind zum Glück nicht zu häufig. Der Film ist zwar nicht so gut wie sein Vorgänger, stürzt aber auch nicht total ab. Dennoch ist der Roman besser.

Aber die Geschichte vom Jurassic Park geht noch weiter…

 

JURASSIC PARK – Roman und Film

In dieser Woche kommt der neue Film um das „Jurassic-Park-Franchise“ in die Kinos: „Jurassic World“. Eine gute Gelegenheit, nochmal zurück zu blicken auf die Bücher und Filme, die das alles begründet haben. Den Anfang bildet natürlich das erste Werk: „Jurassic Park“ von Michael Crichton und der Film von Steven Spielberg. J-P hat sich der technischen Aspekte des Films bereits zweimal angenommen (JURASSIC PARK 3D und Jurassic Park 3D/2D), deswegen möchte ich hier auf die neu bearbeitete 3D-Fassung nicht so sehr eingehen.

Die Handlung

Der Millionär John Hammond hat für die Firma InGen einen Durchbruch in der Dinosaurierforschung geschafft: Er hat prähistorische Moskitos, die in Bernstein eingeschlossen waren, untersuchen lassen. Einige dieser Moskitos enthielten Dinosaurierblut, das sehr gut konserviert war. Aus der DNS dieses Blutes ist es seinen Forschern schließlich gelungen, lebende Dinosaurier zu klonen. Diese Dinos sollen der Öffentlichkeit in einer Art Zoo präsentiert werden. Dieser Zoo liegt auf der Isla Nublar, einer Insel, die dem Festland von Puerto Rico vorgelagert ist. Dummerweise kommt es beim Transport eines Dinosauriers zu einer Panne, ein Mitarbeiter wird schwer verletzt und stirbt. Das bringt die Geldgeber des Projekts in Aufruhr und sie verlangen, dass unabhängige Experten den Park für „sicher“ erklären sollen, ansonsten ziehen sie ihr Geld raus aus der Unternehmung. Hammond sucht sich als Experten die Wissenschaftler Alan Grant, einen Paläontologen, und seine Kollegin Ellie Sattler, eine Paläobiologin, aus und lässt sie auf die Insel bringen. Sein Anwalt Donald Gennaro hingegen engangiert den Chaostheoretiker Ian Malcolm. Zudem kommen auch noch Hammonds Enkelkinder Tim und Lex mit auf die Reise, sie sollen die „Kindertauglichkeit“ des Parks testen. Die Ankömmlinge sind zunächst begeistert, doch sie beschleichen immer mehr Zweifel. Immerhin hat die Welt seit 65 Millionen Jahren keine Dinosaurier mehr gesehen. Hammond wischt jedoch alle Zweifel weg, obwohl sicher gerade Malcolm von dieser Arroganz entsetzt zeigt. Schließlich gehen Grand, Sattler, Malcom, Tim und Lex auf eine „Probetour“ mit automatischen Jeeps, während sich ein Sturm der Insel nähert. Doch niemand ahnt, dass der Computerspezialist Dennis Nedry ob seiner geringen Bezahlung eine Abmachung mit der Konkurrenz getroffen hat: Er stiehlt Dinosaurier-Embryonen und erspart denen damit Jahre der Forschung. Um das zu bewerkstelligen und hinterher durch den Park flüchten zu können, muss er allerdings das Sicherheitssytem der elektrischen Zäune deaktivieren, die eigentlich dazu gedacht sind, die Dinos in ihren Gehegen zu halten. Und gerade als die Tour-Fahrzeuge vor dem Gehege des Tyrannosaurus Rex angekommen sind, bricht dieser aus. Aus der Tour wird ein Wettlauf um Leben und Tod…

Der Roman: Jurassic Park [vormals „Dino Park“] von Michael Crichton

Das Buch hieß im Deutschen ursprünglich „Dino Park“, was an dem Problem lag, den Begriff „Jurassic Park“ griffig und korrekt zu übersetzen. Wörtlich bedeutet es „Jura-Park“ nach dem Zeitalter „Jura“, dem die Kreidezeit folgte. Allerdings wäre dieser Buchtitel ziemlich missverständlich gewesen. Also einigte man sich im Deutschen auf „Dino Park“. Nach der Verfilmung wurde zunächst auf dem Cover der Hinweis angebracht: „Verfilmt von Steven Spielberg als ‚Jurassic Park'“, in den neueren Auflagen änderte man den Titel ganz.

Auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass Michael Crichton etwas in einem Freizeitpark schiefgehen lässt (zuvor tat er das schon in „Westworld“), hat er für diesen Roman doch ganz neue Ansätze gefunden. Vor allen Dingen die Methode, wie man Dinosaurier klonen kann, war extrem innovativ. Natürlich muss Crichton sich selbst bei dieser relativ realistischen Methode einige Freiheiten nehmen, da natürlich erst einmal ein Moskito gefunden werden müsste, der wirklich Dinosaurierblut enthält, dem Konzept tut das aber keinen Abbruch.

Die Botschaft ist auch ziemlich klar: Der Mensch muss vorsichtig sein, wenn er mit der Natur herumspielt und vor allen Dingen denkt, alle Vorgänge jederzeit kontrollieren zu können. Beide Sicherungsmethoden, die die Forscher einsetzen – es sind nur weibliche Dinosaurier, damit sie sich nicht fortpflanzen können, und außerdem brauchen sie eine Zufütterung des Enzyms Lysin, da sie sonst sterben -, werden durch natürlich Vorgänge ausgehebelt. Und als Nedry das Sicherheitssystem des Parks deaktiviert, ist das Chaos perfekt.

Crichton hat einen sehr spannenden Roman geschrieben, bei dem sich die nachdenklichen Teile (vor allem geliefert durch Ian Malcolm) mit den Spannungselementen gut die Waage halten. Das Ende des Romans ist etwas düster gehalten, aber dafür sehr realistisch.

Der Film: Jurassic Park

Die Handlung ist – natürlich – die gleiche wie im Roman, allerdings mit ein paar Abweichungen und Streichungen. So fallen zum Beispiel Grants Flußfahrt auf der Flucht mit den Kindern und die Begegnung mit ein paar fliegenden Dinos in einem riesigen, kuppelartigen Käfig der Schere zum Opfer, da der Film sonst zu lang geworden wäre.

Tim und Lex wurden altersmäßig getauscht. Im Buch ist Lex die Jüngere und Tim der Ältere. Dadurch, dass aus Lex ein Teenager wird, kommt es zu ein paar lustigen Szenen mit Allan Grant, in den sie sich „verschossen“ zu haben scheint. Außerdem ist sie es, die in einer Schlüsselszene im Computersystem des Parks nach den Sicherheitssystemen sucht.

Ab hier: ACHTUNG! SPOILER! Außerdem sterben ein paar andere Leute, als im Buch. John Hammond überlebt den Film, obwohl er im Buch seiner eigenen Schöpfung zum Opfer fällt. Was Ian Malcolm betrifft, da gibt es ein paar schwammige Dinge (mehr dazu in der Rezension zur Fortsetzung „Vergessene Welt – Jurassic Park 2“). Und der Anwalt Donald Gennaro, der im Film vom T-Rex von der Toilette geholt wird, überlebt im Buch. Spielberg kann offenbar Anwälte nicht leiden (respektive Drehbuch-Co-Autor David Koepp). SPOILER ENDE!

Spielbergs Film ist technisch gesehen eine gelungene Mischung aus (damals relativ neuen) Computereffekten und Animatronic bzw. Kostümen. Beispielsweise wurden sämtliche Nahaufnahmen mit dem T-Rex mit einem mechanischen Dinosaurier gemacht (hier sticht vor allem die Szene heraus, als Lex mit einem Handscheinwerfer nach draußen leuchtet und das Auge des T-Rex mit einer Verengung der Pupille reagiert), alle Aufnahmen aus der Ferne entstanden am Computer.

Fazit

Der Roman entstand 1990, der Film 1993, doch beide haben dem Lauf der Zeit standgehalten. Das Buch ist immer noch spannend und der Film kann sich, auch was die Effekte betrifft, immer noch mit modernen Filmen messen. Und auch die Konvertierung in 3D ist sehenswert, wie J-P in seinen Rezensionen bemerkt – und ich auch nur bestätigen kann. Die 3D-Fassung sieht tatsächlich so aus, als sei der Film schon immer in 3D gewesen.

Doch die Geschichte vom Jurassic Park ist damit noch nicht beendet…

 

„War Porn“ von Christoph Bangert [Rezensions-Hinweis]

Nachdem unser kleiner Jubel über Beitrag Nr. 1.000 nun vorbei ist, können wir mit dem Ernst des Lebens fortfahren – und wie ernst es wird! Beim Foto-Magazin „kwerfeldein“ hat Martin Gommel den Bildband „War Porn“ von Christoph Bangert rezensiert.

Diese Rezension und natürlich auch der Bildband selbst passen sehr gut in eine Zeit, in der hochrangige Politiker unbedacht vor sich her faseln, dass Deutschland endlich wieder in mehr Kriegen mitmischen sollte. Und in einem Lied aus dem Jahr 1969 heißt es passend dazu: „War! What is it good for? Absolutely nothing!“ Und genau das ist auch eine der Aussagen von „War Porn“.

Zur Rezension dieses Buches geht es hier: kwerfeldein – „War Porn“ – Achtung! Der Artikel ist mit Bildern aus dem Band versehen, die es in sich haben (obwohl das Buch selbst noch härtere Bilder beinhaltet). Aber das ist nun mal die Realität des Krieges.

Sensation: 5 Kilo in einer Woche abnehmen! Einfach so!

Wie Sie mindestens fünf Kilo Gewicht in einer Woche abnehmen? Lassen Sie sich ein Bein amputieren… was, das ist nicht das, was Sie sich so vorgestellt haben? Na ja, anders wird es ohne Anstrengungen nicht funktionieren. Warum, das erklärt der österreichische Physiker Martin Apolin in seinem Buch „Mach das!“. Das Buch habe ich zwar selbst letztes Wochenende beim Buchhändler gesehen, leider wusste ich aber nicht so recht was damit anzufangen. Heute bin ich auf eine Rezension des Buchs gestoßen, die Florian Freistetter geschrieben hat (und ich war so frei, den Gag mit dem Bein amputieren von dort zu leihen). Da ich es selbst nicht gelesen habe, kann ich keine eigene Rezension schreiben, deswegen verweise ich auf diese, die sehr aufschlussreich ist:

Florian Freistetter: Wunderdiäten & Co. – Die Physik des Abnehmens