Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2023: Bewerbungen sind jetzt möglich

Ab sofort sind Bewerbungen um den Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes möglich. Mit der Auszeichnung werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. Der Deutsche Kinder- und Jugendpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte bundesweite Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland. Langjähriger Partner ist der Europa-Park in Rust. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2023. Die Preisverleihung findet im Sommer im Europa-Park statt. Neben der Bekanntgabe der Gewinnerprojekte erwartet die Teilnehmenden dort ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Musik-Acts und Prominenten, die das Engagement der Kinder und Jugendlichen wertschätzen. Bei unseren Kollegen von der EXPEDITION R findet man Berichte über die Preisträger vergangener Jahre genau hier.

„Die Beteiligung von Kindern ist ein zentraler Wert einer demokratischen Gesellschaft. Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis zeichnen wir das Engagement von Kindern und Jugendlichen für ihre eigenen Rechte oder die Rechte anderer aus. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, wie wichtig der Beitrag von Kindern und Jugendlichen für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft ist. Kinder und Jugendliche, die sich aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten einbringen, engagieren sich auch als Erwachsene eher an der Gestaltung des Gemeinwesens. Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird somit ein wesentlicher Grundpfeiler unserer Demokratie gestärkt. Wir sind dieses Jahr wieder auf die Einsendung von einfallsreichen Angeboten, die mit viel Kreativität der Kinder und Jugendlichen umgesetzt werden, sehr gespannt“, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, zum Start der Bewerbungsphase.

Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis wirbt das Deutsche Kinderhilfswerk im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Fragen und Belangen. Um ihre aktive Teilnahme zu sichern, stellt das Deutsche Kinderhilfswerk Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Nur so fühlen sie sich wertgeschätzt und lernen Demokratie. Zudem werden die Projekte der Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Preisverleihung in besonderer Weise öffentlich gewürdigt.

Bild: Storyblocks

Vergeben wird der Preis in den Kategorien Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur. Die Gewinner des 1. Platzes jeder Kategorie erhalten ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. Außerdem wird es in jeder Kategorie eine lobende Erwähnung geben, die mit 3.000 Euro dotiert ist. Zusätzlich wird ein Projekt mit dem Europa-Park JUNIOR CLUB Award ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 3.000 Euro gewürdigt wird.

Die Bewerbung erfolgt online unter www.dkhw.de/dkjp. Dort sind weitere Informationen sowie Hinweise zum Ausfüllen der Bewerbung aufgeführt. Die Vorhaben sollen bereits begonnen haben oder im letzten halben Jahr abgeschlossen worden sein. Für die Endauswahl werden je Kategorie sechs Projekte durch eine Fachjury nominiert. Danach wird der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes als Kinderjury die Preisträgerinnen und Preisträger ermitteln. Kinder und Jugendliche der Gewinnerprojekte für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden zur Preisverleihung in den Europa-Park in Rust eingeladen und erhalten während der Veranstaltung die Möglichkeit, ihr Projekt direkt auf der Bühne vorzustellen. Zusätzlich wird von jedem Gewinnerprojekt sowie von den lobenden Erwähnungen ein Kurzfilm gedreht, der zur Vorstellung des Engagements dient.

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Neu

Ja ja, neu. Alles neu. Liegt am Datum. Der eine Tag benannt nach einem Papst, der nächste Tag benannt nach dem Umstand, dass der Ticker für das Jahr um eins weitergestellt wurde. Wurde dabei willkürlich festgelegt. Irgendeinen Punkt hat es halt gebraucht. Orientiert sich sinnigerweise an der Nordhalbkugel, so dass dort beim Jahreswechsel immer Winter ist. Symbolisch für „zur Ruhe kommen“ oder so. Und wenn irgendwas ist, dann ist „zur Ruhe kommen“ umso wichtiger. Aber seit ein paar Jahren – oder Jahrzehnten? – ist ja immer was. Im Moment halt immer noch Pandemie. Und jetzt?

Also, wir haben 2022 und… ja, tatsächlich gibt es etwas neues hier. Auch wenn manche jetzt schon die Augen verdrehen und meinen: och ne, nicht schon wieder eine neue Struktur. Doch. Genau das. Ich habe zwar die Vermutung, dass das nicht die letzte Änderung sein wird, aber so langsam passt es mehr in die Richtung, die ich gehen möchte. Interessant, dass es für die Inspiration dazu eine Pandemie gebraucht hat. Aber so ist es nun mal.

Wer die Berichte, Videos und seit neuestem auch den Podcast hier verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass alles etwas zerstreut ist. Das liegt daran, dass Menschen Gewohnheitstiere sind. Die verschiedenen Abteilungen des Phantastischen Projekts sind nicht umsonst Abteilungen. Es gibt Menschen, die lesen – und schauen – gerne Beiträge zu einem Thema und der Rest interessiert sie nicht. Nehmen wir zum Beispiel die Campingplätze. Deswegen gibt es Summertime Parcs. Oder die „Reisenden Reporter“ für die Reisen. Und so weiter. In den Videos werden aber auch Geschichten erzählt, beziehungsweise, auch eine große Geschichte. Ja, schon bevor Disney mit dem Kram angefangen hat, gab es das hier. Ist aber auch kein Ding, „Story-Universen“ gibt es schon seit einiger Zeit und ich mag es einfach, wenn etwas in sich geschlossen ist und aufeinander aufbaut.

Dazu gehören immer mal wieder auch Geschichten, also geschriebene Geschichten. Und da wurde es etwas schwierig, denn seit den ersten Anfängen zurück Anfang dieses Jahrhunderts (wie das klingt!) kämpfe ich damit, wie ich den fiktiven Inhalt und die Tatsachenberichte von einander trennen kann. Vor allen Dingen ohne dass Leser hier abgeschreckt werden. Einen Schritt bin ich da letztes Jahr schon gegangen. Das Problem von manchen Zuschauern der Videokanäle war, dass sie dem Narrativ, das sich über verschiedene Kanäle erstreckte, nicht folgen konnten. Mit dem Zusammensetzen auf eine Seite in der chronologisch richtigen Reihenfolge hat das schon ganz gut geklappt. Aber da waren ja immer noch die Geschichten, nicht zuletzt auch hier im Blog, das eigentlich die Hintergrundinfos und andere Sachen liefern sollte.

Neu! Neu! Neu!

Nun, wie es der Zufall, das Schicksal oder auch das Fliegende Spaghettimonster so wollte, kam mir just zum Jahreswechsel eine Idee. Und ja, ich weiß, das klingt furchtbar kitschig und zurechtgedreht wegen dem Datum, aber ich habe Silvester gezwungenermaßen allein verbracht und da macht man sich schon mal den einen oder anderen Gedanken. Und ganz so neu ist der Gedanke nicht, er ist sozusagen „recycled“. Irgendwann im Verlauf des Jahres kam mir schon mal eine ähnliche Idee, nämlich die Fiktion chronologisch zusammenzufassen. Da ich das Universum dieser Geschichten „ACELS“ genannt habe, erkundigte ich mich, ob ich wohl eine Webseite mit diesem Namen aufsetzen konnte. Es stellte sich heraus, dass das keine gute Idee war. Obwohl ich den Begriff ACELS schon in den 1980ern für mich und meine Geschichten geprägt hatte, gab es inzwischen einige Unternehmen, die ACELS als Abkürzung führen. Also legte ich die Idee erstmal wieder auf die Seite.

Mal ganz davon abgesehen gab es 2021 noch ein paar andere Dinge, um die ich mich kümmern musste, aber das führt hier zu weit. Jedenfalls, eine Tour nach Lech am Arlberg trug zur weiteren Inspiration bei, aber erstmal wurde alles auf die Seite gelegt. Bis Silvester 2021. Wie gesagt, ich war gezwungenermaßen allein und ging durch meine Notizen und dann fügte es sich zusammen. Einfach so. Manchmal braucht es das eben.

Wer die Geschichte bis dahin verfolgt hat, weiß, dass zu diesem Zeitpunkt das Sonnensystem durch eine große Armada von Raumschiffen vom Rest der Galaxis abgetrennt ist. Daraus, so entwickelte ich die Geschichte weiter, entstand die Notwendigkeit, die Raumflotte des Sonnensystems eigenständig zu machen, da man keinen Kontakt zu irgendwem außerhalb von Sol hat. Und damit entstand die Webseite für die Fiktion:

www.astrocohors.solar

Ich werde in nächster Zeit immer noch daran herumschrauben, denn natürlich ist nicht alles fertig, aber der neue Geschichtenzyklus, der den Titel „Der Ippotis-Effekt“ trägt, beginnt heute. Ich habe auch Konzepte zu einzelnen Geschichten – meist Kurzgeschichten -, die ich auf den entsprechenden Webseiten unterbringen wollte, die nun langsam dort landen werden. Und dann bin ich gespannt, wie es weitergeht.

In diesem Sinne: 2022! Neu! Yay!

Die #FERNGESPRÄCH Convention 2021 auf dem Arlberg – Ein Nachgang

Dieser Text ist ziemlich lang, wer ihn lieber hören möchte, dem sei die entsprechende Episode vom PHANTUM-Podcast (Folge 4) empfohlen!

Zufall. Es war ein Zufall, besser oder genauer gesagt eine Reihe von Zufällen, die mich am Wochenende vom 16. und 17. Oktober 2021 nach Oberlech auf dem Arlberg zur ersten „#FERNGESPRÄCH Convention“ brachten. Und ich möchte betonen, dass ich es für besonders glückliche Zufälle halte, die mir da widerfahren sind. Aber wie es sich gehört, fangen wir am Anfang an.

Das (fast) komplette Gastpanel der #Ferngespräch Convention 2021. Bild: selbst

Teil 1: Die viel zu lange Einleitung

Am Anfang steht… ja, was eigentlich genau? Jeder der Teilnehmer der Convention hatte seine persönliche Verbindung zu den „Ferngesprächen“, einer – wenn man so will – Diskussionsrunde um Tommy Krappweis, die selbiger ins Leben gerufen hatte, nachdem er feststellte, dass die Corona-Pandemie uns noch sehr lange im Griff haben wird, die Situation dank bestimmter leugnender und Unsinn verbreitender Elemente in der Gesellschaft aber immer schlimmer zu werden schien. Und was meine Verbindung betrifft, muss ich lange vorher einsetzen.

Leider weiß ich genaue Daten nicht mehr, außer einem: es gibt in meinem Leben ein besonders tragisches Ereignis, das ich hier nicht genauer auswalzen will, das mich extrem nachdenklich gestimmt hat. Vorher gehörte ich auch zu der Fraktion, die bestimmten gesellschaftlichen Phänomenen eher ambivalent gegenüber stand, wie etwa dem Glauben an Heilsteine, an Homöopathie, Astrologie, der flachen Erde oder der so genannten „Anthroposophie“. Manchmal senkte sich zwar ein Zweifel rein, ob die mit reichlich Fachbegriffen garnierten Erklärungen, wie es funktionieren soll, dass die Verdünnung eines Wirkstoffs zur Wirkverstärkung führt, wirklich so logisch wären. Ich war zudem eine Zeitlang mal von Nostradamus fasziniert und den Erklärungen, wie seine „Propheties“ über einen komplizierten Code die Zukunft voraussagen könnten; nachdem sich aber herausstellte, dass immer wenn es Konkret wurde („im nächsten Jahr wird folgendes passieren…“) die Prophezeiungen die unangenehme Eigenart hatten, einfach nicht einzutreffen, schlief das ein. Aber wie gesagt, im großen und ganzen war mein Empfinden ambivalent. Und wenn ich in meinem Leben noch weiter zurückblicke, muss ich feststellen, dass es auch bei mir Zeiten gab, in denen ich ziemlich blödsinnige Dinge geglaubt hatte. Natürlich hat das auch was mit gesellschaftlicher Prägung zu tun. Ist es denn nicht interessant, dass vermutlich die meisten Menschen in Deutschland ihr Sternzeichen kennen? Aber alle diese Dinge hatte ich für mich ausgemacht. Ich war kein Guru, wenn jemand da anders dachte oder fühlte als ich, was soll’s? Wenn jemand glaubte, ein Stein, der aus einer Mine in Brasilien gebrochen worden war, würde ihm helfen – was würde das schon schaden?

Meine Güte, habe ich mich geirrt. Mir wurde drastisch vor Augen geführt, dass der Glaube an so genannte „alternative Medizin“, für die es keinerlei wissenschaftlichen Wirkbeweise gibt, Menschen davon abhalten kann, eine echte Therapie zu beginnen. Natürlich kannte ich aus der Presse solche Fälle wie den von Olivia Pilhar, aber das schien so weit weg von meiner Lebensrealität zu sein, dass ich darüber zwar den Kopf schüttelte, aber das, was dahinter steckte, nicht weiter beachtete. Außerdem wurde Olivia Pilhar durch das Eingreifen der österreichischen Justiz schließlich einer richtigen Behandlung zugeführt und zum Glück geheilt, bevor größerer Schaden entstehen konnte. Doch mir ganz persönlich wurde dann vor Augen geführt, dass Menschen auch sterben können, wenn sie auf die selbsternannten Heiler hörten und keine Therapie machten.

Das war wie eine Naturkatastrophe größeren Ausmaßes, wie ein Erdbeben, das einen Tsunami auslöst, dessen Wassermassen erstmal alles wegreißen, was ihnen im Weg steht. Irgendwas bleibt zurück. Aber so, wie die Wasser einer Flutwelle den Boden aufreißen und nun Felsen blankliegen, die man sonst nicht so sieht, bemerkte ich immer mehr, dass es noch mehr Dinge gibt, die gar nicht so harmlos sind, wie sie mein ambivalentes Gefühl machte. Menschen, die wüsten Verschwörungsmythen über den 11. September 2001 und den Einsturz des World Trade Centers glaubten und sehr aggressiv wurden, wenn man darauf hinwies, dass diese Mythen schon widerlegt sind. Menschen, die ebenfalls von Nostradamus fasziniert waren, so wie ich es mal war, die aber ihr Leben und ihr Verhalten im kommenden Jahr auf ein Buch stützten, das behauptete, Nostradamus‘ Weissagungen für dieses Jahr „endgültig entschlüsselt“ zu haben. Menschen, die eine Beziehung beendeten, weil ein Horoskop in einer Fernsehzeitschrift sagte, sie sollen „was Neues“ beginnen.

Durch meine Tätigkeit im Rettungsdienst kam ich mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und auch hier sah ich, dass es sich bei manchen Dingen keinesfalls um ein skurriles Hobby oder eine „harmlose Spinnerei“ handelte, wie ich zuvor falsch angenommen hatte. Menschen wollten von mir wissen, ob die Infusion, die sie wegen ihres Gesundheitszustands kriegen sollten, gut mit dem Energiefeld ihres Körpers harmoniert, da sind ja lauter Elektrolyte drin! In einer Behinderteneinrichtung einer bestimmten „Ausrichtung“ entdeckte ich im Aufenthaltsraum ein großes Schaubild, das erklärte, wie alle Menschen der Erde von den Atlantern und ihren Wurzelrassen abstammen. Eine Mutter, die ihr Kind, das eine schwere Atemnot hatte, „erstmal“ mit Globuli behandelte, bevor sie dann doch die Rettung rief.

Ich kann weder sagen, wann diese einzelnen Erlebnisse waren, noch in welcher Reihenfolge sie stattfanden. Es ist alles im Ungefähren in meinem Kopf. Sicher weiß ich nur, dass ich in der Folge dieser Ereignisse irgendwann auf „Psiram„, einer Aufklärerseite mit Wiki, aufmerksam wurde, dann auf die Skeptiker der GWUP. Und irgendwann dann fand ich auch den skeptischen Podcast aus Hamburg, „Hoaxilla„. Entsprechend veränderte sich meine Wahrnehmung noch mehr von „harmloser Quatsch“ zu „gefährlicher Quatsch“. Mir fiel außerdem auf, dass einige satirische Werke, die ich schon Jahre zuvor gesehen und gelesen hatte, sich mit einigen dieser Themen befasst hatten, aber das war damals völlig unter meinem Radar durchgeflogen.

Tommy Krappweis – Bild: selbst

Der Themenwechsel zu Tommy Krappweis mag jetzt ein wenig überraschend kommen (nicht ganz so überraschend, wenn man die „Ferngespräche“ kennt oder auch einfach nur die Einführung zu diesem Text aufmerksam gelesen hat), ist aber notwendig. Tommy hatte ich lange Zeit nicht auf dem Radar. Meine letzte Erinnerung an ihn war „RTL Samstag Nacht“, tatsächlich habe ich im Besonderen zwei Dinge in Erinnerung: zwei Sketche der „Derrick“-Parodie, in der Tommy Derricks Assistenten Harry Klein gespielt hat1 und ein Computerspiel zu der Reihe, wo man Tommy zur Melodie von „Les Toreadors“ aus der Oper „Carmen“ auf Klick tanzen lassen konnte2. Doch das Schicksal wollte es so, dass ich ihm im Jahr 2015 wieder begegnete, als ich mit meiner Reisebegleiterin die HobbitCon in Bonn besuchte. Der Anlass war eigentlich, dass wir im Januar 2016 nach Neuseeland wollten, dem Land, in dem die „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filme gedreht worden waren. Aber eben, neben den Darstellern der Zwerge aus dem „Hobbit“ und Radagast/Doctor-Who-Darsteller Sylvester McCoy war auch Tommy Krappweis anwesend, um den Film zu seinem Buch „Mara und der Feuerbringer“ vorzustellen. Hier hörte ich von dem Buch zum ersten Mal und von den Anstrengungen, die Tommy unternommen hatte, um eine möglichst authentische Geschichte um die nordischen Mythen zu schreiben, ohne Wagner-Walküren und Hörnerhelme. Da mich genau das ebenfalls interessierte und Tommy für das Werk sogar mit einem Wissenschaftler zum Thema zusammengearbeitet hatte, kaufte ich das Buch, ließ es mir signieren und las es natürlich auch. Ich war sehr begeistert, denn aufgrund meiner eigenen Recherchen in dem Bereich kannte ich einige Begriffe, die in dem Buch verwendet wurden, bevor sie erklärt wurden. Auch Tommys Humor ist ganz auf meiner Wellenlänge und die trotzdem vorhandene Ernsthaftigkeit, mit der die Geschichte vorangetrieben wird.

Doch nun wird es wieder etwas verschwommen und unklar, wie Welt von Niflheim. Die HobbitCon war 2015, in den kommenden Jahren verfolgte ich mehr oder weniger regelmäßig, was Tommy Krappweis, Hoaxilla und die GWUP so machten. Gleichzeitig wurde die Situation bezüglich Verschwörungsmythen und Falschmeldungen meinem Empfinden nach immer schlimmer, vor allem als 2016 Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde. Dann kam die Corona-Pandemie. Und damit kommen wir (endlich!) zu den „Ferngesprächen“.

Tommy Krappweis und Alexa Waschkau von HOAXILLA. Bild: selbst

Wie schon erwähnt hatte Tommy Krappweis das Gefühl, in der Pandemie den Schwurblern etwas entgegensetzen zu müssen. Da er wohl schon mit den Leuten von WildMics zusammenarbeitete, die einen Kanal auf Twitch betreiben, schlug er eine Gesprächsrunde vor, in der man wöchentlich über verschiedene Dinge sprechen und Aufklärung betreiben konnte. Zunächst fanden diese Gespräche mit Wigald Boning statt, den Tommy von „RTL Samstag Nacht“ her kannte und der für das Format den Namen „#Ferngespräch“ erfand, und mit Bernhard Hoëcker. Ich selbst wurde erst auf die „Ferngespräche“ aufmerksam, als bereits Alexa und Alexander Waschkau von „Hoaxilla“ zur „Stammbesetzung“ gehörten. Ich glaube, ich bin auch über deren Webseite – oder etwas, das sie auf Twitter oder Facebook über die Webseite gepostet hatten – auf das Format aufmerksam geworden. Inzwischen war auch Bernd Harder von der GWUP mit dabei und das „Ferngespräch“ traf voll meinen Nerv. Jede Woche am Dienstag wurde ein neues Thema ausgemacht aus der weiten Welt der Wissenschaft, es wurden Spezialgäste dazu eingeladen, die fundierte Auskünfte geben konnten. Annika Brockschmidt erzählte vom Aufstieg der radikalen Evangelikalen in den USA, Holm Gero Hümmler, ein Physiker, klärte auf, dass Quantenverschränkung nichts mit der angeblichen Wirksamkeit von Schwurbelequipment zu tun hat, Florian Aigner brachte seine Expertise über wissenschaftliches Arbeiten ein, Martin Moder war als Molekularbiologe natürlich wie geschaffen, die neuen Impfstoffe gegen COVID-19 zu erklären, ebenso wie der Immunologe Carsten Watzl Fragen über die Pandemie beantwortete, Nana Walzer sprach über Kommunikation und Europa und Lydia Benecke ließ uns in die Psyche von Menschen eindringen und berichtete von ihrer Arbeit und ihren Vorträgen (und ihrer polnischen Oma, die Gruselgeschichten erzählte). Schließlich kam noch Tommys Ehefrau Sofia Krappweis mit dazu, die als Diplom-Psychologin dann zusammen mit Alexander Waschkau den Ableger „Alle bekloppt“ und ihr eigenes Format „Todgequatscht“ betreut.

Tommy Krappweis und Alexander Waschkau von HOAXILLA. Bild: selbst

So wurde Woche für Woche informiert und es wurde sehr viel gelacht. Es entstanden legendäre Episoden, in denen die besten Running Gags geboren wurden (Schieferuntersetzer, Zmora, „Oma Barthóry“, Tommys Beißholz, um nur ein paar zu nennen). Man möge mir den Vorgriff entschuldigen, aber während der Convention wurde von einigen Besuchern betont, wie sehr diese Gespräche den Menschen durch die strengsten Zeiten der Pandemie halfen und Hoffnung gaben, dass es nicht nur Schwurbler, Schreihälse und Impfgegner gibt, sondern dass da irgendwo, mitten unter uns, die Vernunft wohnte. Und genau so empfand ich das auch.

Tommy Krappweis und seine Frau Sofia Krappwweis. Bild: selbst

Teil 2: Der Weg zur Convention

Irgendwann kam mal die – vielleicht auch nicht ganz ernstgemeinte – Idee innerhalb eines „Ferngesprächs“ auf, nach dem Ende der Pandemie doch eine Convention zu veranstalten, um die ganzen Leute aus der Community, die wöchentlich immer größer wurde, persönlich kennenzulernen. Da bei Twitch bei den Livestreams auch immer ein Chat mitläuft, konnten die Zuseher gleich ihrem Wunsch Ausdruck verleihen, dass man das doch bitte wirklich manchen möge. Allerdings schien es lange Zeit einfach nur eine verrückte Idee zu sein. Das Problem solcher Veranstaltungen war eben auch, dass sie entsprechend viele Leute anziehen mussten, um sich zu rechnen. Was aber keiner der Zuschauer wusste: Im Hintergrund lief etwas, das den Traum schneller wahr werden ließ, als viele gedacht hätten. Da die „Ferngespräche“ mittlerweile mit der von Nana Walzer mitinitiierten Aktion #EUROPAgegenCovid19 kooperierten und sich besonders hervortaten, wurden sie mit dem Kaiser-Maximilian-Preis des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck ausgezeichnet. Diese Preisverleihung fand am Donnerstag, den 14. Oktober 2021 statt. Mit zu den Bedingungen des Preises gehört es, dass man als Preisträger vor der Verleihung nichts davon erzählen darf, aber Tommy kam eine Idee, die wie folgt ging: Wenn man schon in Österreich ist, könnte man doch von Innsbruck aus den Sprung an einen anderen Ort machen, um dort die lang ersehnte „#Ferngespräch Convention“ stattfinden zu lassen. Tommy kannte da auch ein Hotel, die „Sonnenburg“ in Lech auf dem Arlberg. Dessen Besitzer, Gregor Hoch, war begeistert von der Idee. Durch die Preisverleihung wurde damit auch – recht kurzfristig – der Termin festgelegt: das Wochenende drauf, Samstag, 16.10. und Sonntag, 17.10.2021.

So langsam komme ich ins Spiel. Immerhin. In meinem Beruf ist es leider so, dass spontane Aktionen nicht immer möglich sind. Als ich noch im Rettungsdienst gearbeitet habe, war das schon so, denn wenn ich nicht da sein konnte, musste jemand meinen Platz ausfüllen – und jetzt als Lehrkraft ist das genau so. Der Termin war für mich ziemlich kurzfristig, da ich zu so einer Veranstaltung schon stressfrei am Freitag anreisen wollte, den ich mir natürlich freischaufeln musste. Dann aber stellte ich fest, dass ich den Freitag würde freikriegen können. Da ich aber ein paar Tage brauchte, um das hinzukriegen, dachte ich mir, dass die Zimmer in dem Hotel sowieso schon vergeben sind. Sehr zu meiner Verwunderung stellte ich fest, dass das nicht der Fall war. Da gab es noch ein Einzelzimmer für mich (tja, wenigstens einmal muss das Single-Dasein doch einen Vorteil haben). Ich überlegte (sehr) kurz – und Schwupps! Hatte ich das Zimmer gebucht. Wie aufregend!

Hotel Sonnenburg in Oberlech auf dem Arlberg. Bild: selbst

Teil 3: #Ferngespräch Convention – Hotel und Ankunft

Tommy und seine fröhlichen Gesell*innen hatten vor der Convention angenommen, dass irgendwo zwischen zehn und zwanzig Leute kommen würden. Obwohl die Veranstaltung selber nichts kostete, bewegten sich die Zimmerpreise des Hotels schon im gehobenen Bereich. Außerdem war Österreich nicht aus allen Teilen Deutschlands so ganz einfach zu erreichen (darüber können die Hoaxillas, die ja aus Hamburg kommen, ein Lied singen). Aber weit gefehlt – irgendwann war das Hotel fast ausgebucht. Lediglich ein paar Suiten im hohen Preissegment waren noch übrig. Damit war auch klar, dass der ursprüngliche Raum, die Bibliothek des Hotels, zu klein sein würde. Man zog um in den Konferenzsaal, was sich für mich als Glücksfall herausstellen sollte. Ich selbst machte mich am Freitag, den 15. Oktober 2021 auf den Weg nach Vorarlberg, was zu einem kleinen Stück auch zu einer Reise in die Vergangenheit für mich wurde. Meine Familie hatte in Vorarlberg sehr oft Urlaub gemacht und die gleiche Strecke, die wir damals gefahren sind, kam ich nun entlang. Erinnerungen wurden wach, als ich vor der Abfahrt Feldkirch durch einen Felsgrat kam, der sich links und rechts der Autobahn erhob. Einst war das ein großer Felsen gewesen, den man in der Mitte auseinander gesprengt hatte, um die Autobahn zu bauen. Er sah immer noch so imposant aus wie damals, als ich wesentlich jünger war und im Auto meines Opas saß, während wir auf dem Weg nach Viktorsberg waren. Nur diesmal würde ich nicht bei Feldkirch abfahren, es ging weiter, bis zum Arlberg. Lech liegt oben auf der Höhe und was mir beim Raussuchen der Adresse des Hotels nicht aufgefallen war: „Oberlech“ bedeutete, dass der Ortsteil noch ein gewaltiges Stückchen höher lag.

Das Panorama von Oberlech. Bild: selbst

Den Bergpass hochzufahren bot ein paar imposante Aussichten – aber was soll ich sagen: Am imposantesten war die Aussicht, die man von Oberlech und vom Hotel aus hatte. Das klingt jetzt schon wieder despektierlich, aber der Ortsteil ist eigentlich eine Trabantenstadt, die fast nur aus Hotels besteht. Ich habe zwar ein paar Privathäuser gesehen, aber die sind in einer ziemlichen Minderheit. Außerdem möchte ich wetten, dass dort Leute von den Hotels wohnen. Auch fiel mir auf, dass der ganze Ort eigentlich schlief. Von Lech führt eine Seilbahn nach Oberlech, diese war nicht in Betrieb. Und die Sonnenburg war, zumindest soweit ich es beobachten konnte, das einzige Hotel, das offen hatte. Und was für ein Hotel das ist! Es besteht aus zwei Teilen, dem Haupthaus und dem Landhaus – dazu gleich mehr -, das Haupthaus ist aus der Kategorie „Fünf Sterne“, das Landhaus „Vier Sterne Superior“. Es ist imposant und hat Stil – darüber werde ich an anderer Stelle noch mehr zu berichten haben. Das Hotel gefiel mir schon beim einchecken, wo man sehr freundlich empfangen und behandelt wurde. Gleich wurde ich auch informiert, dass das Hotel die 2G-Regel fuhr: Genesen oder geimpft, und dann fiel im ganzen Hotel die Maskenpflicht weg. Sehr positiv fiel mir auf, dass der Impfausweis auch wirklich kontrolliert und das Datum der letzten Impfung notiert wurde.

Dann bekamen die gerade Angekommenen, zu denen ich auch gehörte, einen Willkommensdrink – wobei das Hotel sogar einen nicht alkoholischen Drink bereithielt3 -, um uns anschließend auf eine kleine Tour mitzunehmen. Die ganze Gruppe bestand aus Gästen, die im Landhaus untergebracht waren und damit hatte es eine besondere Bewandtnis, wie wir feststellten. Zunächst wurden uns die Räumlichkeiten des Haupthauses gezeigt: Das Restaurant, wo Frühstück und Abendessen gereicht wurden (die Zimmer waren alle mit Halbpension), die Massageabteilung, die Bibliothek und das Schwimmbad. Dann wurden wir noch ein paar Treppen tiefer in einen langen Gang geführt. Wie sich herausstellte, führte dieser Gang unter der Erde unter dem Nachbarhotel durch und endete so rund hundert Meter weiter am Berggrat, wo das Landhaus stand, in welchem sich unsere Zimmer befanden. Im Landhaus befand sich außerdem der Konferenzraum, in dem die Convention stattfinden sollte. Immerhin ein halber „Win“ für uns, wir mussten nur zum Essen auf Wanderschaft gehen.

Mein Zimmer im Hotel Sonnenburg. Bild: selbst

Mein Einzelzimmer war ein nettes, kleines Zimmer mit einem sehr bequemen Bett und einem Sofa – also, hier hätte ich es auch noch länger ausgehalten. Dann hätte ich meinem Chef aber erklären müssen, warum ich nicht zurückkomme. Tatsächlich hatte es auf dem Arlberg kurz vorher geschneit, aber der meiste Schnee war schon wieder weg bis zu dem Wochenende. Ich spielte kurz mit dem Gedanken, mich neben einen kläglichen Schneerest auf einer Wiese zu stellen, das ganze zu fotografieren und meinen Kollegen per WhatsApp zu schicken, um zu dokumentieren, wie eingeschneit ich doch sei und ich unmöglich die nächsten Tage zurückkommen kann. Ich habe es dann aber doch gelassen.

Lasst mich stattdessen vom Essen berichten: Großartig. Wie schon erwähnt, gehörte zu den Zimmern Halbpension, das heißt, Frühstück und Abendessen. Das Abendessen war in vier Gänge aufgeteilt, wobei es bei jedem Gang eine Auswahl gab. Das Menü war einem Fünf-Sterne-Hotel angemessen und es gab einiges, das ich auf den ersten Blick nicht zuordnen konnte. Aber das Personal war sehr freundlich und füllte meine Wissenslücken. Außerdem wurde man sehr zuvorkommend behandelt und nie so, als würde man hier nicht hergehören. Die Teilnehmer der Convention waren Gäste wie alle anderen auch.

An dem Abend zog ich mich dann in mein Einzelzimmer zurück und schlief wie auf Wolken.

Tommy Krappweis und Bernd Harder. Bild: selbst

Teil 4: #Ferngespräch Convention 2021 – Tag 1

Frisch wie der junge Morgen kam ich trotz meines Alters am nächsten Tag aus dem Bett. Ich zog dem Anlass angemessen ein bestimmtes T-Shirt an, mit dem ich meine Unterstützung für die Wissenschaft anzeigte: „Stand up for Science!“* stand groß drauf und drumherum wurde einigen Verschwörungsmythen widersprochen: „Wir waren auf dem Mond!“ – „Chemtrails gibt es nicht!“ – „Die Erde ist nicht flach!“ – „Impfstoffe wirken!“ – „Evolution ist eine Tatsache!“ und „Der Klimawandel ist real!“ Als ich den Konferenzraum betrat, waren Tommy und die seinen gerade mit dem Aufbau der technischen Anlagen beschäftigt, nicht nur brauchte man Mikrophone und Vorführtechnik, die ganze Veranstaltung sollte für die „Daheimgebliebenen“ live auf Twitch gestreamt werden. Tommy blickte auf, sah mein T-Shirt und meinte: „Das T-Shirt gefällt mir!“ Besser konnte es eigentlich kaum werden und ich hätte schon wieder gehen können. Ich blieb aber trotzdem und es wurde noch besser!

Das Programm orientierte sich so ein wenig an den „klassischen“ Conventions, es gab eine Eröffnung, Panels mit den einzelnen Gästen und etwas, das Tommy „Meet & Greet“ nannte. Da es zwar mehr Besucher waren, als gedacht, sich die Anzahl aber trotzdem noch in einem gewissen Rahmen hielt, wurde keine strikte Autogrammstunde und eine Fotosession abgehalten, sondern ein Treffen. Die Bücher der Gäste gab es im Konferenzraum auch zu kaufen und man konnte sie sich natürlich signieren lassen.

Gregor Hoch, der Chef vom Hotel Sonnenburg. Bild: selbst

Kurz vor Beginn der Veranstaltung beschloss dann das Internet des Hotels, dass jetzt der bestmögliche Zeitpunkt war, den Riemen von der Orgel zu schmeißen und der Stream auf Twitch war wohl so tot wie Attila Hildmanns Vernunft. Doch Tommys Bruder, der mit der Aussicht auf einen Kurzurlaub auf dem Arlberg an den Ort des Geschehens gelockt worden war, brachte das in Ordnung. Er hielt auch die Technik für das Wochenende komplett am Laufen.

Nachdem nun also der Stream wieder lief, konnte es losgehen. Zur Eröffnung wurde dann gleich Gregor Hoch, der Chef vom Hotel, auf die Bühne geholt, der seine Sicht der Dinge erzählte, wie es zu der Convention kam. Er selbst ist begeistert von Büchern und der Wissenschaft. Da es in der Gegend ziemlich viele Hotels gibt, muss jedes schauen, was es für ein Alleinstellungsmerkmal hat. Er hat die Sonnenburg zum Literaturhotel gemacht, tatsächlich finden hier sehr viele Lesungen statt. Da auch ihm die ganzen Schwurbler, die allen möglichen Unsinn über Corona und die Impfung verbreiten, sauer aufstoßen, war er von der Idee einer solchen Convention begeistert. Um diese zu ermöglichen, hat er alle Gäste, von Tommy über Sofia bis hin zu Lydia Benecke für das Wochenende eingeladen. Sie bekamen also keine Gage, mussten aber immerhin nichts für das Hotel zahlen. Für uns Teilnehmer hatte das den Vorteil, dass für die Convention kein Eintritt genommen wurde. Nun muss man sagen, bei rund 70 Teilnehmern, aber 11 Gästen wäre dieser Preis ziemlich hoch gewesen, damit sich das rechnet. Außerdem muss man ja immer noch die Technik berücksichtigen, die Tommy über seine Filmfirma stellte. Das ließ sich so ausgleichen.

Gregor Hoch hatte das alles also mit möglich gemacht. Er erzählte außerdem noch, dass er – natürlich – doppelt geimpft war, sich trotzdem aber mit Corona infiziert hatte. Dank der Impfung hatte er allerdings nur einen leichten Verlauf. Also nochmal: Impfstoffe wirken!

Tommy Krappweis und Carsten Watzl. Bild: selbst

Dann traten zur Eröffnung alle Gäste auf, auch Lydia Benecke, die noch tief in der Nacht von einer anderen Veranstaltung aus Dresden gekommen war und sich auf dem Weg aufi auf’n Berg erstmal verfahren hatte. An diesem Tag gab es dann zuerst ein Panel mit Florian Aigner, anschließend wurde Martin Moder, der in Wien mit den „Sciencebusters“ auftrat, online zugeschalten. Das nächste Panel gehörte Carsten Watzl, bevor Hoaxilla das Nachmittagsprogramm bestreiten durfte: Alexander Waschkau war ein paar Jahre zuvor an der Produktion eines Interviewfilms mit Dr. Axel Stoll beteiligt, einem (Zitat Psiram) „Geologen, Autor, Betreiber eines Eigenverlags und Internetaktivist in Sachen Neuschwabenland-Mythos aus Berlin“. Der Film mit dem Interview wurde gezeigt, anschließend beantworteten er und seine Frau Fragen. Den Film konnte man neben dem Buch zum Film ebenfalls käuflich erwerben. Ich kannte den Film nicht und es war unglaublich, mit welcher Ernsthaftigkeit der Geologe hier von Reichsflugscheiben, einer geheimen Nazibasis in Antarktika und Zeitreisen erzählte. Es mag albern erscheinen, aber neben dem ganzen Geschwurbel, das Stoll in dem Interview von sich gibt, ist mir vor allem eine Szene im Gedächtnis geblieben: Stoll behauptet, mit Erich von Däniken befreundet zu sein, worauf zu von Däniken geschnitten wird, der völlig empört in die Kamera spricht, dass er Stoll nicht kenne. Von Däniken könne zwar nicht ausschließen, dass er Stoll mal begegnet ist, aber mehr als ein (Zitat) „Vis-à-Vis“ sei das dann nicht gewesen. Stoll ist also selbst anderen Menschen aus der „Szene“ zu peinlich gewesen.

Anschließend fand das erste „Meet and Greet“ statt, und zwar im Bereich der Rezeption des Hotels. Hier ist mir aufgefallen, dass ich meine Ausgabe von „Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl*“ von Florian Aigner leider zu Hause vergessen hatte. Also, keine Widmung – noch nicht! Was die Bücher der anderen betrifft, so hatte ich mir die immer auf die Wunschliste gesetzt, aber wie es manchmal so ist, keiner will es einem schenken und man selbst denkt nicht dran. Vielleicht fanden es meine Familie und meine Freunde etwas merkwürdig, dass ich ein Buch über Psychopathen wollte und hielten davon Abstand es mir zu schenken. Aber hier bot sich mir die Gelegenheit, meine Bibliothek aufzustocken. Zumindest theoretisch.

Der Konferenzsaal im Landhaus des Hotel Sonnenburg. Bild: selbst

In der Praxis war das so: Bedingt durch die Pandemie hatte ich regelmäßig kaum noch Bargeld bei mir. Mir war allerdings klar, dass jemand, der auf so einer Veranstaltung Bücher verkauft, vermutlich kein Kartenlesegerät zum bargeldlosen Bezahlen hat. Also wollte ich mir bei Gelegenheit genügend Bargeld holen, um mich mit Büchern einzudecken. Nun kenne ich mich selbst quasi seit meiner Geburt und sollte eigentlich wissen, dass ich irgendwas machen muss, damit ich mich an solche Kleinigkeiten erinnere, ein Knoten ins Taschentuch oder irgendwas. Ich hatte die ganze Woche bevor ich nach Österreich fuhr, kein Geld geholt. Auf dem Weg nach Österreich hielt ich dann auf der Raststation Bodensee Hörbranz aus mehreren Gründen, Toilette, essen, Pickerl kaufen, sowas eben. Auf dem Weg ins Gebäude entdeckte ich sehr zu meiner positiven Überraschung einen Geldautomat, den aufzusuchen ich mir vornahm, sobald ich alles erledigt hatte, was ich im Innern des Gebäudes tun wollte. Nachdem ich erfolgreich miktioniert, ein Pickerl besorgt und was zu essen hatte, verließ ich das Gebäude wieder – und vergaß, dass ich eigentlich noch Geld holen wollte. Das fiel mir erst auf der Autobahn wieder ein und ich hoffte, das ein so bekannter Ort wie Lech doch wohl auch einen Geldautomat haben würde.

Das Problem war nur: Ich war ja gar nicht in Lech. Und in Oberlech gibt es Hotels, Skipisten und eine Seilbahn. Dazu kommt, Oberlech liegt ein ganzes Stück oberhalb von Lech. Zu Fuß ist es zu weit, oder sagen wir mal, es bedarf einer längeren Wanderung und nachdem ich mal oben angekommen war, wollte ich nicht wieder mit dem Auto runterfahren. Doch als ich an der Rezeption nachfragte, ob ich irgendwo Bargeld herkriegen könnte, möglichst ohne einen unbedarften Wanderer überfallen zu müssen, hatten die eine Lösung parat, von der ich noch nicht gehört hatte: Ich konnte mir vom Hotel Geld auszahlen lassen, das dann auf meine Zimmerrechnung geschrieben wurde. Ausgezeichnet! Die Sonnenburg hat mir da das Wochenende gerettet.

An diesem ersten Tag ließ ich mir daher „nur“ erstmal eine spezielle Autogrammkarte unterschreiben mit den Bildern von allen. Beim „Meet and Greet“ konnte man die Gäste nochmal aus der Nähe erleben und so feststellen, dass Bernd Harder wirklich sehr groß ist. Es war sehr angenehm und die Runde bot tatsächlich auch die Möglichkeit, ein paar Worte mit jedem zu wechseln. Allerdings habe ich es vermieden, Holm Gero Hümmler zu erzählen, dass ich erst vor kurzem am CERN in Genf war, wo er im Rahmen seines Physikstudiums mal gearbeitet hat. Ich habe da lediglich eine Besuchertour mitgemacht, also nichts, was mich dazu qualifiziert, mit einem Physiker fachzusimpeln.

Am CERN in Genf…

Nach dem – wie bereits erwähnt sehr opulenten – Abendessen kam dann noch etwas besonderes: ein #Ferngespräch live, das natürlich auch auf Twitch übertragen wurde. Anschließend machten Tommy und sein Bruder noch Musik in der Bibliothek, doch da war ich schon im Bett. Leider hatte sich seit Freitag mein Weisheitszahn bemerkbar gemacht und er ist der Meinung, dass wir uns auseinander gelebt hätten. Aber wir können ja Freunde bleiben, wenn er ausgezogen ist. Die Trennung wird schmerzhaft werden, aber sie ist notwendig. Jedenfalls hatte mich das bewogen, unter dem Einfluss von Ibuprofen stehend schlafen zu gehen, was ich im Nachhinein etwas bereute, denn was ich am nächsten Tag so mitbekam, war es wohl ein toller Abend.

Das Landhaus des Hotel Sonnenburg. Bild: selbst

Teil 5: #Ferngespräch Convention 2021 – Tag 2

Der Sonntag begann ebenfalls mit einem Frühstück, bevor gleich mit einem Vortrag von Bernd Harder losgelegt wurde. Die Überschrift war „#Ferngespräch – Das Ungesagte“, und auf extrem humorvolle Weise lieferte er ein paar Fakten nach, die aus verschiedenen Gründen bei den „Ferngesprächen“ zu kurz gekommen waren. Anschließend trug Holm Gero Hümmler etwas dem Buch „Fakt & Vorurteil: Kommunikation mit Esoterikern, Fanatikern und Verschwörungsgläubigen*“ vor, das er zusammen mit Ulrike Schiesser geschrieben hat. In dem Buch stellt er fest, dass es doch einen Sinn hat, solchen Menschen zu widersprechen, wenn sie Unfug erzählen und gibt Tipps, wie man das angehen kann.

Tommy Krappweis und Lydia Benecke. Bild: selbst
Tommy Krappweis und Holm Gero Hümmler. Bild: selbst

Als nächstes war Lydia Benecke an der Reihe, die zum Thema „Wie Trickser sich Wissenschaftsskepsis und alternative Heilmethoden zunutze machen“ sprach. Es handelte sich um einen Vortrag, den sie schon auf der SkepKon gehalten hatte. Auf unangenehme Weise wurde ich an eigene Erlebnisse erinnerte, als Lydia von einer Foodbloggerin erzählte, die behauptete, an Krebs erkrankt zu sein, um zu „beweisen“, wie sie den Krebs allein mit ihrer Ernährung bekämpft. Es ist unglaublich, wie skrupellos manche Menschen sind, um Aufmerksam zu erlangen oder um anderen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Tommy Krappweis und Annika Brockschmidt. Bild: selbst

Doch der Vortrag von Annika Brockschmidt war nicht minder verstörend, die Passagen aus ihrem neuen Buch „Amerikas Gotteskrieger: Wie die religiöse Recht die Demokratie gefährdet*“ vorlas und dazu ein paar Zusatzinformationen gab. So räumte sie zum Beispiel mit dem Märchen auf, das die Evangelikalen gerne verbreiten, dass deren „heilige Mission“ mit dem amerikanischen Grundsatzurteil zur Abtreibung begonnen hätte. Im Gegenteil, am Anfang waren die Evangelikalen noch ganz einverstanden mit dem Abtreibungsrecht. Erst als sie feststellten, dass man mit dem Thema Bauernfängerei betreiben konnte, schrieben sie es sich auf die Fahnen und erfanden den Mythos, dass der Sohn eines evangelikalen Führers geweint hätte, als er begriffen habe, was Abtreibung sei und was das Urteil bedeute. Interessant, gab’s da nicht so ein Gebot in der Bibel, das explizit das Lügen verbietet? Es bestätigt mich in meiner eigenen Erfahrung, diejenigen, die am Christlichsten tun, sind die größten Heuchler vor dem Herrn (Pointe beabsichtigt).

Anschließend gab es das zweite „Meet and Greet“ direkt außerhalb vom Konferenzsaal auf der Terrasse mit einer grandiosen Aussicht. Inzwischen hatte ich mich mit Büchern eingedeckt und ließ sie mir signieren. Wieder hatte man die Gelegenheit, ein paar Worte mit den Gästen zu wechseln und es war einfach großartig.

Das Panorama vom Konferenzsaal aus. Bild: selbst

Dann war es aber auch schon Zeit für die „Closing Ceremony“, die große Verabschiedung, die noch ein paar Überraschungen bereithalten sollte. Tatsächlich gab es an dem Abend noch Programm, aber nicht wenige mussten – so wie ich auch – nach dem Abschluss wieder abreisen. Und was für ein Abschluss es war! Alle kamen nochmal zusammen und Preise wurden verlost. Schade, dass es zu Ende war. Mal sehen, wann es mir gelingt, wieder hier zu sein. Das Schwimmbad muss ich unbedingt ausprobieren. Und wer weiß, wenn ich selbst mal wieder etwas Literarisches rausbringe, vielleicht ist das sogar eine Location für eine Lesung.

Zurück zur Convention und dem Abschluss, denn nun kamen die Überraschungen. Von allen Beteiligten gab es noch ein Abschlusswort, doch die von Bernd Harder und Holm Gero Hümmler stachen hervor. Holm erzählte, wie er am „#Ferngespräch“ teilnahm und es ganz witzig fand, dass die Beteiligten für ihn aber mittlerweile Familie seien. Und das beziehe er nicht nur aufs Panel, sondern auch auf die Community. Es war das zweite Mal, das Tommy bei der Abschlusszeremonie sprachlos war.

Das erste Mal war bei Bernd Harders Schlusswort, das er vor Holms gab, das ich aus Gründen aber als zweites wiedergeben möchte: Bernd erzählte, dass ein Skeptiker sein eigentlich nicht immer angenehm sei, da die Skeptiker den Menschen immer nur Sachen wegnehmen, nämlich ihre Weltbilder. Sie beweisen, dass die Erde nicht flach ist oder bestimmte Heilmethoden nicht funktionieren und könnten das nicht füllen. Doch er habe erfahren, dass das nicht stimmt, denn man würde den Menschen doch etwas geben. Zum einen so eine Gemeinschaft wie die Community der „Ferngespräche“, achtsame Menschen, die gut miteinander umgehen. Und damit würde man noch etwas geben, nämlich das, was er „demokratische Herdenimmunität“ nannte, einen Widerstand gegen den Blödsinn und den Schwurbel, eine Immunität, die die Gesellschaft im Ganzen zu etwas besseren mache.

Nana Walzer. Bild: selbst

Ich möchte da gleich mit einsteigen und sagen, dass es sowieso nicht einseitig ist, denn auch die Schwurbler nehmen ihren – wenn ich sie mal so nennen darf – „Opfern“ etwas weg, nämlich die Vernunft und die vielen wundervollen Dinge, die das Leben in diesem Universum so bereithält. Erst vor kurzem habe ich einen interessanten Text eines Skeptikers gelesen, in dem er den Menschen, die an die „flache Erde“ glauben, ein paar interessante Fragen stellt. Unter anderem sowas wie „Wenn die Raumstation ISS gar nicht existiert, sondern nur eine Projektion ist, wo steht dann der Projektor? Und warum sehen wir die Strahlen von dem Projektor nicht, wenn die Nacht mal neblig oder bewölkt ist?“ Das brachte mich auf den Gedanken: Wenn ein Flacherdler glaubt, die ISS sei sowieso nur eine Illusion, dann kriegt er ja gar nichts mit von den vielen erstaunlichen Dingen, die wir herausfinden, wenn wir das Weltall erforschen. Alle diese Wunder werden ihm weggenommen und das Leben wird leer. Wenn die Skeptiker es schaffen, die Menschen gegen diesen Blödsinn zu immunisieren, dann behalten sie die Wunder – oder wenn sie eine Zeitlang den Schwurblern gefolgt sind, dann bekommen sie diese Wunder wieder. Dann müssen sie nichts mehr dazu erfinden, das Leben selbst ist erstaunlich genug.

Das gleiche findet man überall – ist es nicht erstaunlich, was die Medizin kann? Wir sind gerade dabei, Impfstoffe gegen Krebs zu erfinden, damit die Krankheit noch mehr von ihrem Schrecken verliert. Auch das wird den Menschen von den Schwurblern weggenommen und wenn es schlecht läuft durch einen frühen, schmerzhaften, grausamen Tod ersetzt.

In diesem Sinne haben die „Ferngespräche“ sehr viel erreicht. Wir dürfen uns jetzt nur nicht ausruhen. Und eine Veranstaltung wie die „#Ferngespräche Convention“ trägt sicher dazu bei. Ich hatte selbst ein paar sehr interessante Gespräche an diesem Wochenende, aber irgendwie habe ich keine Adressen oder sowas ausgetauscht (wo hatte ich nur meinen Kopf?). Aber immerhin, wenn ich das nächste Mal im Twitch-Stream von WildMics bin und verschiedene Chatnamen entdecke, habe ich eine Vorstellung davon, wer dahinter steckt. Es war richtig schade, dass ich die Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt schon verlassen musste und damit eine Spezialausgabe von „#AlleBekloppt“ verpasste. Außerdem hätte ich gerne noch so eine oder zwei oder drei Nächte in diesem wunderbaren Bett verbracht und im Hotel mal das Schwimmbad oder die Massageabteilung ausprobiert. Ich bin kein Skifahrer, aber ich denke, ich muss da irgendwann irgendwie nochmal hin.

Also, liebe Leserin, lieber Leser, wenn Du noch kein „#Ferngespräch“ miterlebt hast und dieser viel zu lange und ausführliche Bericht Dich neugierig gemacht hast, dann schau doch mal rein, immer Dienstags bei den WildMics auf Twitch. Und ganz egal, ob Du zum ersten Mal dabei bist oder regelmäßig zuschaust, vielleicht sehen wir uns mal im Chat.

Wichtig ist nur, dass wir weitermachen mit der „demokratischen Herdenimmunität“, gerade in den Zeiten der Pandemie. Denn wie heißt es in einem Epos so richtig?

Es ist noch nicht überstanden!

Prinzessin Leia Organa in „Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung“

Teil 6: Anhang

Hier nochmal zusammengefasst die wichtigsten Links und Hinweise auf Bücher. Die mit „*“ gekennzeichneten Links sind so genannte „Affiliate-Links“ und führen auf die Webseite von Amazon, dafür gibt’s eine kleine Vermittlungsgebühr für mein Projekt. Wer das doof findet (oder Amazon allgemein doof findet), schreibe sich den Titel des entsprechenden Buches auf und besorge es sich bei der Buchhandlung seiner / ihrer Wahl. Wichtig ist nur: Diese Bücher helfen bei der demokratischen Herdenimmunität, egal wo Ihr sie herkriegt. Weitere Links befinden sich auch oben im Text.

Ergänzung: Highlights der #Ferngespräche Con 2021 – hier gibt es einen Zusammenschnitt von WildMics.


1 Einer der beiden Sketche ist mir hängengeblieben, weil hier – vermutlich weil „RTL Samstag Nacht“ Jubiläum hatte – die echten Darsteller aus „Derrick“, Horst Tappert und Fritz Wepper auftraten und auf ihre Parodie-Ebenbilder trafen. Nachdem es etwas Verwirrung gab, weil ja nun zwei „Stefan Derricks“ und zwei „Harry Kleins“ auf der Bühne standen, löste sich das auf, indem Tappert sagte: „Ich heiße eigentlich gar nicht Stefan, ich bin der Horst.“, worauf Wepper erwiderte: „Ich bin auch gar nicht der Harry, ich bin der Fritz.“, Tommy (als Harry Klein): „Und ich auch nicht der Harry, ich bin der Tommy.“ Nur Stefan Jürgens (als Derrick) betonte: „Aber ich bin und bleibe Stefan!“
Der zweite Sketch ist eine Diskussion zwischen Derrick und Klein über die Namen der beiden, der ging ungefähr so (Wiedergabe aus dem Gedächtnis):

  • Klein: Du, Stefan?
  • Derrick: Ja, Harry?
  • Hast Du eigentlich einen zweiten Vornamen?
  • Harry, Harry.
  • Dein zweiter Vorname ist Harry-Harry, Stefan?
  • Nein! Mein zweiter Vorname ist Harry… Harry.
  • Ach so.
  • Du, Harry?
  • Ja, Stefan?
  • Hast Du auch einen zweiten Vornamen, Harry?
  • Stefan, Stefan.
  • Dein zweiter Vorname ist Stefan-Stefan?
  • Nein. Mein Name ist Harry Stefan Klein, Stefan Harry Derrick.
  • Meine Mutter… die nannte mich immer „Klein-Stefan“.
  • Ach so.
  • Du, Harry Stefan?
  • Ja, Stefan Harry?
  • Hol schon mal den Wagen.

2 Das klingt jetzt ziemlich despektierlich, ist es aber nicht gemeint. Das „Spiel“ war ziemlich eindeutig nach dem Vorbild des Computerprogramms „Monty Python’s Complete Waste of Time“ gestaltet, eigentlich gab es keine Handlung, sondern man rief auf Mausklick die bekanntesten Sketche und ähnliches aus der Serie auf (so betrauerte Stefan Jürgens zum Beispiel Karl Ranseier wieder und wieder oder Mirko Nontschew gab den „Märchenmänn“).

3Für jene, die das nicht wissen: Ich trinke keinen Alkohol. Mein ganzes Leben lang musste ich mich dafür rechtfertigen, dass ich es ablehne, mir mit einem Neurotoxin die Hirnzellen wegzuschießen. Das ist meine Entscheidung. Ich habe noch nie versucht, irgendjemanden vom Alkohol wegzubringen. Warum kann man mich umgekehrt nicht in Ruhe lassen?

Empfehlung zum Schauen: #FERNGESPRÄCH: Genfrei – Bio & Co | Mit Hoaxilla, M. Moder, H. G. Hümmler, J. Blohm, S. Schmalz & T. Krappweis

Photo by Roberto Lopez on Unsplash

Ich muss heute hier im Blog eine „Anschau-Empfehlung“ loswerden. Eigentlich würden solche Videos ja auf der projekteigenen Videoseite erscheinen, aber die Einbettungen von Twitch funktionieren nicht so ganz, wie ich mir das vorstelle. Deswegen halt eben ein Link, der zum Kanal von WildMics auf Twitch führt. Tommy Krappweis („RTL Samstag Nacht“, „Bernd das Brot“, „Ghostsitter – Geister geerbt“, „Die Phantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg“) hat hier eine Gesprächsreihe gestartet, soweit ich mich richtig erinnere ursprünglich während des so genannten „Lockdowns“ durch Corona. In dieser Reihe, die sich „Ferngespräch“ nennt, bespricht er – in aller Ruhe! – mit Experten verschiedene Dinge des Lebens, über die häufig Gerüchte kursieren. Thema waren schon Prophezeiungen, Impfungen, Homöopathie und vieles mehr. Die neueste Folge von heute Abend handelt von Gentechnik in der Landwirtschaft, Bio-Landbau und auch vom verteufelten Glyphosat.

Ich finde, sehr viel mehr Leute sollten diese Reihe schauen, es ist jede Woche wieder ein Fest der Wissenschaft. Aber wie gesagt, mit dem Einbetten ist das nicht so ideal, deswegen schaut es Euch auf Twitch an. Wenn Ihr live dabei seid, könnt Ihr Euch außerdem auch am Chat beteiligen.

Momentan gibt es jeden Dienstag um 20.00 Uhr eine neue Folge, und zwar genau hier:

WildMics auf Twitch!

„ACELS – Die Reihe“ hat gleich Premiere

Auf in neue Welten!
Auf in neue Welten!
Photo by Kai Dahms on Unsplash

Wenn dieser Artikel erscheint, hat die geneigte Leserin, der geneigte Leser noch ziemlich genau 15 Minuten Zeit, dann beginnt die Premiere der neuen Sektion innerhalb des Phantastischen Projekts: ACELS. In diesem Artikel möchte ich das wichtigste beleuchten, was es darüber zu sagen gibt. Und es würde mich freuen, wenn das neue Projekt ein paar Abonnenten finden würde.

In einem anderen Artikel habe ich es schon erwähnt, ich habe zwei oder drei Mails erhalten, in denen eine Frage gestellt wurde, die ich interessant fand. Und zwar ging es darum, dass in den ganzen Kanälen der unterschiedlichen Abteilungen des Phantastischen Projekts ja auch Geschichten erzählt werden. Teilweise überschneiden sich diese Geschichten in den unterschiedlichen Kanälen und am Schluss gehören sie alle in die gleiche Geschichtenwelt (ich schrecke etwas zurück vor dem Gebrauch des Wortes „cinematic universe“, weil der ist in letzter Zeit etwas überstrapaziert worden). Die Frage lautete nun konkret: Wenn man sich die ganze Geschichte erschließen will, die sich auf den Videokanälen entfaltet, in welcher Reihenfolge muss man dann die einzelnen Episoden anschauen?

Das war eine interessante Frage, denn in der Tat gibt es da eine Reihenfolge, aber die hatte ich mehr oder minder lose in meinem Kopf. Auf YouTube verteilt sich das ganze auf mehrere Kanäle, beziehungsweise außerhalb von YouTube auf mehrere Webseiten. Und so entstand die Idee zu „ACELS“. ACELS ist der Name der Welt der Ersten, der ältesten Wesen der Galaxis, die in den Science-Fiction-Teilen der Geschichten irgendwie im Hintergrund umherspringen und ein bisher nicht näher definiertes Interesse an der Erde und der primitiven Menschheit haben. ACELS ist auch der Name der Wesen selbst, zumindest nennen sie sich so. Da alle die Geschichten in ihrer Welt spielen, erschien es mir nur logisch, die Zusammenfassung so zu nennen.

Und was passiert bei ACELS genau? Auf der Webseite (https://acels.phan.pro) werden ab heute die Videoepisoden in der richtigen Reihenfolge veröffentlicht, und zwar – wie es sich für eine ordentliche Serie gehört – eine Folge pro Woche. Dabei beginnt die Geschichte heute mit einer speziell produzierten Pilotepisode, die in die Geschichte einführen und so ein bisschen als Werbung dienen soll. Mit dieser Pilotepisode geht es auch zurück an den Anfang des Phantastischen Projekts, denn vorausgesetzt bei YouTube klappt alles mit den Rechten, wird diese Folge mit dem Soundtrack von John Barry aus „The Black Hole“ untermalt, der mir vor vielen Jahren als Inspiration für eigene Science-Fiction-Geschichten diente. Falls es mit den Rechten nicht klappt, wird der Sountrack einfach ersetzt durch die Overtüre aus „Wilhelm Tell“… oder so.

Wichtig ist: Es handelt sich dabei nicht um einen eigenen Videokanal. Die ACELS-Pilotepisode erscheint im Kanal vom Phantastischen Projekt, die Episoden in der richtigen Reihenfolge werden auf der ACELS-Webseite einfach wiedergegeben. Daher kann man die ACELS-Serie auch nicht bei YouTube abonnieren, und das ist auch nicht Sinn der Sache. Man kann ein Abonnement auf der Webseite selbst abschließen, was auch den Vorteil hat, dass man auf jeden Fall über die neuen Folgen Woche für Woche informiert wird (im Gegensatz zu YouTube, wo eben nicht jeder Abonnent zuverlässig über Neuerscheinungen unterrichtet wird).

Zur gleichen Zeit, wo dieser Artikel freigeschalten wird, wird auch die erste Folge auf ACELS freigeschalten, sie trägt den passenden Titel „Ouvertüre„. Die Premiere der Episode selbst wird auf YouTube um 20.15 Uhr sein. Also, es wird Zeit…

Ein Hinweis noch: Auf der Webseite von ACELS ist Steady installiert. Das heißt nicht, dass die Beiträge dort hinter einer Paywall stecken, den Hinweis kann man einfach wegklicken. Aber vielleicht findet sich ja der eine oder andere, der das Projekt unterstützen möchte. Mit Werbeeinnahmen ist jedenfalls kein Staat mehr zu machen…

Star Trek: Picard – Folge 1: Gedenken

Star Trek
Star Trek
Photo by Stefan Cosma on Unsplash

Seien Sie der Captain, an den sich die Leute erinnern.

Zhaban in „Star Trek: Picard“

Die Galaxis ist nicht mehr die selbe. Vieles hat sich geändert, seit Admiral Jean-Luc Picard, ehemaliger Captain der USS ENTERPRISE, die Sternenflotte verlassen hat. Doch nun kehren Schatten der Vergangenheit mit Macht zurück und der Admiral muss entscheiden, was er tut. So könnte man die Prämisse der neuesten Serie des STAR-TREK-Universums umschreiben. Und ich muss zugeben, nachdem ich nun die erste Folge gesehen habe, bin ich begeistert, da hier eine Serie produziert wird, wie ich sie seit langem vermisst habe. Zumindest was STAR TREK betrifft. Aber der Reihe nach.

Ich war seit meiner Kindheit ein langjähriger Fan von STAR TREK. Meine Probleme mit dem Franchise begannen dann mit STAR TREK: ENTERPRISE*. Diese Serie wurde als der neueste große Wurf im STAR-TREK-Universum angekündigt, doch ich war von vornherein etwas reserviert, sollte es sich dabei doch um ein Prequel handeln, also eine Serie, die noch vor der Klassischen spielt. Das war eigentlich nicht das, was ich sehen wollte. Ich wollte sehen, wie es weitergeht. Die Produzenten wollten damit in die „wilden Forschertage“ der Sternenflotte zurückkehren. Meine Befürchtung war, dass damit eine Reihe von Anachronismen erzeugt würden, zum einen, was die Handlung betraf und zum anderen wegen des Designs. Man würde eine Reihe von Dingen, die mittlerweile in STAR TREK bekannt waren, nicht anbringen können, weil sie in der klassischen Serie oder noch später erst etabliert würden. Und man würde in diesen Tagen keine Serie produzieren können, die aussieht, als sei sie der Vorläufer einer Fernsehserie aus den 1960er Jahren, sprich: Das Design war sprichwörtlich schon dazu verurteilt, anachronistisch-unpassend zu sein**. Tatsächlich bestätigte der Pilotfilm schon meine Befürchtungen, als die Klingonen im Kinofilm-Design auftauchten und eine komplexe Handlung mit einem „temporären kalten Krieg“ aufgebaut wurde. Spätere Episoden widersprachen dann auch dem, was in bisherigen Serien festgelegt wurde und ich wurde mit ENTERPRISE nicht wirklich warm. Es dürfte sich um die STAR-TREK-Serie handeln, von der ich bislang die wenigsten Folgen gesehen habe.

Dann kamen die neuen Kinofilme und die erste Ankündigung führte bei mir erneut zur Ernüchterung: Ein Reboot also. Classic-Filme mit neuen Schauspielern, die Kirk, Spock, McCoy und all die anderen verkörpern sollen. Dann aber habe ich STAR TREK (nicht zu verwechseln mit STAR TREK: Der Film oder STAR TREK (Die Serie)) gesehen und entgegen meinen Befürchtungen hat mir der Film sehr gefallen. Denn der Neustart wurde in eine STAR-TREK-mäßige Handlung um Zeitreisen und veränderte Zeitlinien eingebaut. Damit konnte ich auch Abweichungen von der klassischen Serie eher akzeptieren. Leider war JJ Abrams‘ Aufguss von „Der Zorn des Khan“ mit Namen STAR TREK INTO DARKNESS da schon wieder eine Enttäuschung (etwas ähnliches sollte ich dann später mit STAR WARS Episode VII und IX erleben, aber das ist eine gute Geschichte für eine andere Zeit). Andererseits hat mir STAR TREK BEYOND wieder ganz gut gefallen und es ist schade, dass die Reihe nun offenbar so sang- und klanglos beendet wurde. Man hätte ihr zumindest ein Finale gönnen können.

Von der Leinwand sollte STAR TREK dann auf den Bildschirm zurückkehren: STAR TREK DISCOVERY wurde angekündigt, und siehe da, wieder ein Prequel. Der Unterschied zu ENTERPRISE sollte sein, dass die neue Serie nicht 70 Jahre vor Classic, sondern rund 10 Jahre davor spielt. Meine alten Befürchtungen meldeten sich. 10 Jahre vor Classic war die Zeit zwischen dem ersten Pilotfilm „The Cage“ und der klassischen Serie selbst (in der Serie wird gesagt, „The Cage“ spiele 13 Jahre zuvor). Mir war klar, dass die neue Serie vom Design her natürlich wieder einen Anachronismus bilden würde. Ich selbst hatte in der Zwischenzeit versucht, mit ENTERPRISE warm zu werden, indem ich mir einen eigenen Head Canon*** zusammenbaute, in dem ENTERPRISE bereits eine geänderte Zeitlinie darstellte, die nun zu den neuen Kinofilmen führen würde, anstatt zu Classic. Aber sehr weit war ich nicht gekommen. Nun also eine weitere Prequel-Serie. Tatsächlich habe ich die auch gesehen, und zwar alle Folgen, die bis jetzt herausgekommen sind. Sie sind auch gar nicht so schlecht (ja, ich weiß, das ist ein blödes Lob), aber der Anachronismus springt einen förmlich an. Nicht nur werden bekannte Charaktere völlig umgekrempelt (Harry Mudd), sondern auch munter anachronistische Logikfehler produziert, über die man um der Handlung willen einfach hinweg sieht (zum Beispiel wird etabliert, dass eine der Brückenoffizierinnen der DISCOVERY einen schweren Unfall hatte und mit Roboterteilen quasi als Cyborg wieder rekonstruiert wird – aber als später Pike seinen Strahlenunfall hat, ist alles, was die Techniker der Sternenflotte hinkriegen, ihn in einen Stuhl mit einem blinkenden Lichtchen zu setzen?).

Doch plötzlich wurde noch eine Serie angekündigt. Vielen Dank an dieser Stelle für die Geduld, ja, wir kommen jetzt zu STAR TREK: Picard. Diese neue Serie sollte nun also (endlich) eine Fortsetzung sein und Patrick Stewart selbst sollte in seiner Rolle als Picard zurückkehren. Nicht nur das: Erste Details, die bekannt wurden, ließen durchscheinen, dass die Zerstörung der romulanischen Heimatwelt durch eine Supernova, die den Auslöser für die alternative Zeitlinie in STAR TREK (nicht zu verwechseln mit STAR TREK: Der Film und STAR TREK (die Serie)) bildete, nicht nur als Ereignis in der neuen Serie festgeschrieben wurde, sondern sogar der Auslöser für die Handlung sein würde. Durch erste Trailer erfuhren wir schließlich, dass auch Brent Spiner als Data, Jonathan Frakes als William T. Riker und Marina Sirtis als Deanna Troi zu sehen sein würden. Und endlich hatte ich das Gefühl: Ja, das könnte tatsächlich eine Serie sein, wie ich sie sehen wollte. Und die große Besonderheit war noch, dass die Serie zeitgleich in der Original- und der synchronisierten Fassung starten würde, was sie schließlich vergangenen Freitag tat.

AB HIER: ACHTUNG SPOILER!

Die Handlung: Jean-Luc Picard, Admiral a. D., lebt inzwischen auf seinem Weingut in Frankreich, dem Chateau Picard. Mit der Sternenflotte hat er vor langer Zeit gebrochen, da diese nicht mehr für die Ideale einstand, die er so lange Zeit hochgehalten hat. Anlässlich eines Interviews zum Jahrestag der Supernova, die die romulanische Heimatwelt und viele Kolonien vernichtet hat, kommt auch zutage, was genau passiert ist: Nachdem klar war, dass die Supernova nicht aufzuhalten war, baten die Romulaner die Föderation um Hilfe. Unter der Federführung von Admiral Picard sollten in den Schiffswerften von Utopia Planitia auf dem Mars unzählige Rettungsfähren hergestellt werden, die die romulanische Bevölkerung in Sicherheit bringen sollten. Doch ein Trupp von Androiden griff die Anlagen der Werften an. In Folge der Attacke wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die zur einer völligen Verwüstung des roten Planeten und zum Tod aller sich dort befindlichen Lebewesen führte. Die Politik der Sternenflotte zog sowohl die falschen Schlüsse als auch den Schwanz ein, man machte nämlich die Romulaner indirekt für die Vernichtung des Mars verantwortlich und blies die ganze Rettungsaktion ab (mit anderen Worten: klassisches Victim Blaming), in einem zweiten Schritt wurde die Entwicklung von künstlichen Lebensformen im Bereich der Föderation vollständig untersagt. Der erste Schritt führte dazu, dass die Romulaner ganz auf sich gestellt waren und die meisten bei der Explosion von Romulus‘ Sonne starben, der zweite Schritt führte zur Einstellung sämtlicher praktischer Forschung auf dem Gebiet künstlicher Lebensformen.

Doch da meldet sich eine junge Frau mit Namen Dahj bei Picard. Sie beschreibt, dass sie von Männern in Kampfanzügen angegriffen worden sei und plötzlich „wie ein Blitz“ gewusst habe, wie sie sich gegen diese verteidigt. Und sie habe in ihrem Kopf das Bild von Picard gesehen. Der stellt mit Erstaunen fest, dass die junge Frau einem Bild sehr ähnlich sieht, das Data 30 Jahre zuvor gemalt hat. Der Titel des Bildes ist „Tochter“. Das würde einiges erklären, wirft aber auch neue Rätsel auf. Selbst Doktor Agnes Jurati, die für das Daystom-Institut im Bereich „Künstliche Lebensformen****“ arbeitet, kann da nur Vermutungen anstellen. Sie berichtet, dass Bruce Maddox sehr weit fortgeschritten war, was die Androiden-Forschung betrifft und es ihn sehr traf, als die Forschungsabteilung geschlossen wurde.

Und Dahj ist in ständiger Gefahr, denn die Gruppe, die die Angriffe auf sie koordiniert, gibt nicht auf…

Mein persönlicher Eindruck: Eine unglaubliche Episode, die mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte wird langsam entwickelt, auch wenn die Action-Sequenzen mit den Angriffen auf Dahj natürlich sehr schnell choreografiert sind. Patrick Stewart hat es immer noch drauf und man nimmt ihm seinen „Admiral a. D.“ absolut ab. Die Handlung nimmt geschickt ein paar Fäden auf, die bei STAR TREK -The Next Generation so ein bisschen liegengelassen wurden. Bruce Maddox beispielsweise, der in der Folge „Wem gehört Data?“ (engl. „Measure of a Man“) Data auseinander nehmen will, weil er in ihm nur eine Maschine sieht und er nach dessen Vorbild viele Datas konstruieren will. Maddox wird in „Datas Tag“ nochmal erwähnt, aber wir erfahren nie, ob er mit seiner Forschung Erfolg gehabt hat. Zumindest bist jetzt. Auch Datas Wunsch nach einem Nachkommen stammt aus der Serie, wo er ja tatsächlich kurzzeitig eine Tochter hatte („Datas Nachkomme“).

Was die Thematik betrifft, ist STAR TREK: Picard im wahrsten Sinne des Wortes auf der Höhe der Zeit. Während des Interviews wird zum Beispiel klar, dass die Vorbehalte gegen Romulaner so weit gehen, dass diese selbst in einer Notsituation nicht als Lebewesen angesehen werden und dass man sich um ihr Schicksal einen Dreck schert, auch wenn diese für die Notsituation, in der sie sich befinden, nichts können. Die letzten Andeutungen der Episode scheinen die Folgen dieser Arroganz noch mehr zu beleuchten, nämlich dass diese zu einer Radikalisierung der Romulaner führen.

Ich bin echt gespannt, wie die Reihe weitergeht. Zusammenfassend kann ich meine Gedanken und Gefühle um STAR TREK: Picard eigentlich nur in diesem Satz:

Ja, das ist STAR TREK! STAR TREK lebt!


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STAR TREK: Picard kann bei AMAZON Prime angesehen werden (Klick auf diesen Text führt zur Website von AMAZON.de).


*= Okay, wenn man es ganz genau nimmt, schon bei VOYAGER, da die Serie bei mir sehr gemischte Gefühle hinterließ, aber ich dann doch gespannt war, was danach kommen sollte.

**= Auf der anderen Seite: Wenn die Produzenten den Mut gehabt hätten, STAR TREK: ENTERPRISE – oder später auch STAR TREK: DISCOVERY – mit Absicht im Stil der Serials der 1930er (wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“) oder der SciFi-Filme der 1950er (wie „Alarm im Weltall“ oder „Kampf der Welten“) zu produzieren, wäre ich mit Begeisterung dabei gewesen.

***= Für diejenigen, die das nicht wissen: Ein „Head Canon“ ist die persönliche Vorstellung, die jemand von einem bestimmten Universum von Geschichten hat und das jeder selbst gestalten kann. Wenn einem zum Beispiel eine Serie, die im gleichen Universum wie eine andere spielt, nicht gefällt, kann man für den eigenen „Canon“ beschließen, dass diese Serie nie passiert ist und sie ignorieren. Das Wort „canon“ kommt eigentlich aus dem Lateinischen und bedeutet „Maßstab“.

****= Natürlich nur theoretisch, einen Androiden konstruieren darf das Institut ja nicht mehr.

Der Dudelfunk – eine unendliche Geschichte

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Die Vorstellung von echten Hörern aus menschlichem Fleisch und Blut scheint längst überwunden. Es regiert die abstrakte Idee eines ausdefinierten, imaginären Durchschnittshörers mit Durchschnittsmusikgeschmack und Durchschnittsinteressen und Durchschnittsleben.
– Zebrabutter

Als ich vor längerer Zeit die verkürzende und falsch verzerrende Berichterstattung beim „SWR3 Topthema“ in meinem Privatblog kritisierte, meldete sich tatsächlich jemand vom „Dudelfunk“ in den Kommentaren zu Wort (Disclaimer: Zumindest behauptete diese Person, beim Rundfunk zu arbeiten, aber im Internet kann man ja alles behaupten. Die Argumentation gegen meinen Beitrag passte jedoch zum „Dudelfunk“). Da ich meinen Artikel selbst wie einen Beitrag zum „Topthema“ aufgemacht hatte, um deutlich zu machen, wie ich mir so eine Berichtserstattung vorstelle, wurde angemerkt, dass mein Beitrag von vornherein viel zu lang sei für diese Rubrik. Sie dürfe maximal drei Minuten lang sein. Als ich erwiderte, dass man den Hörer ruhig mehr „zumuten“ kann als drei Minuten lange Beiträge, meinte mein Gesprächspartner lakonisch, dass Leute wie ich, die sich über zu kurze Beiträge beschweren, sich auch darüber beschweren, dass bei RTL keine Opern laufen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich von RTL nun wahrlich keine Opernsendung erwarte, kam hier ein merkwürdiges Bild vom Hörer zutage, als sei dieser per se intelektualismusfeindlich eingestellt. Gipfel der Ironie: Ausgerechnet auf SWR3 gibt es eine Comedy-Rubrik mit den „Ballermann-Nachrichten„, in der echte aktuelle Nachrichten für die vermeintliche „Generation PISA“ aufbereitet werden in Form eines Liedes, wie man es wohl tatsächlich in den Sauf-und-Gröhl-Bezirken der ohnehin schon arg geschundenen Balneareninsel Mallorca zu hören bekommen könnte. Offenbar scheint das Bild, das man beim „Dudelfunk“ vom Hörer hat, dem Bild der „Generation PISA“ in diesem Comedy-Format angeglichen zu sein.

Nun stellt sich aber natürlich die Frage: Was tun? Zebrabutter widmet sich dieser Frage in einem neuen Beitrag und sagt „Dudelfunk nicht bekämpfen, sondern anpassen„. Der Artikel enthält sehr gute Vorschläge und mein Lieblingssatz ist natürlich folgender:

Hörer müssten auszuhalten lernen, dass ein Wortbeitrag auch drei Minuten überschreiten darf.

Genau, denn die meisten Themen sind einfach zu komplex, um sie in eine begrenzte Anzahl von Minuten zu quetschen. Da wird dann gekürzt und gekürzt – so lange, bis es falsch ist. Zebrabutter schreibt aber nicht nur darüber, s0ndern über die Problematik generell, den nichtssagenden Werbephrasen („Die besten Hits“) und den Versuchen, einen Durchschnittshörer zu analysieren, den es so einfach nicht gibt.

Ich wurde übrigens bis vor kurzem auch noch von der Marktforschung zum „Hörerlebnis“ auf einem bestimmten Radiosender befragt. Mittlerweile nicht mehr. Vielleicht bin ich zu alt für die Referenzgruppe. Der „Durchschnittshörer“ dieses Senders ist „bis 49 Jahre alt“, da passe ich eigentlich noch rein. Aber man weiß ja nicht…

Ich kann den Artikel bei Zebrabutter nur empfehlen. Und bis der Dudelfunk angepasst wurde, hören wir kurz mal zur „Welle Wahnsinn“ rein…