„Maleficent – Die dunkle Fee“: Ein paar Gedanken über Gut und Böse

(c) Walt Disney Pictures
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Die letzten drei Tage haben wir über den Disney-Film „Maleficent – Die dunkle Fee“ berichtet, der am 29. Mai 2014 Premiere feiert (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Vorschau-Video). Ich möchte mich heute dem Thema des Films etwas nähern, denn es gibt hier einen Trend zu beobachten, den ich persönlich grundsätzlich gut finde. Ob er in „Maleficent“ auch gut umgesetzt ist, wird der Film dann beweisen müssen.

Schweifen wir dazu erstmal etwas ab von diesem Film und nehmen wir ein anderes Disney-Meisterwerk: „Aladdin“. Es ist die Nacherzählung der Geschichte „Aladin und die Wunderlampe“ aus der Sammlung „Geschichten aus 1001 Nacht“. In dem Film gibt es einen großen Widersache für den Helden: Dschafar (im Original „Jafar“ geschrieben), der sich der Wunderlampe bemächtigen will, um den Sultan anstelle des Sultans zu werden. Aber warum? Dschafar ist zu Beginn des Films bereits Großwesir, hat also schon eine gewisse hohe Stellung und – da er Magier ist – auch Macht. Warum will er Sultan werden? Und damals, als der Film erschien – 1992 -, wäre als Erklärung noch ausreichend gewesen: Na ja, er ist halt der Bösewicht, und solche Typen wollen immer mehr Macht haben, als sie derzeit besitzen. Ende der Erklärung.

„Ralph – Du Bösewicht! Aber das doch nicht heißt, Du auch… böser Wicht!“*

Es ist die simple Erklärung: Da gibt es das Böse, und es gibt Menschen, die dem Bösen verfallen. Meistens steckt hinter „dem Bösen“ auch eine Person, bei der christlichen Religion der Teufel, respektive Luzifer. In dieser einfachen Erklärung wird die Komplexizität des Menschen einfach geleugnet und teilweise mit Absicht die Augen vor der Möglichkeit verschlossen, dass in jedem Menschen das Potential zu einem „Bösewicht“ steckt. Es müssen nur die entsprechenden Umstände herrschen, und es kommt heraus. Mit der Psychoanalyse des 20. Jahrhunderts wurde dieser Bereich erstmals ernsthaft erforscht. Die Analytiker erkannten, dass es Zusammenhänge gibt etwa zwischen traumatischen – und auch nicht-traumatischen – Erfahrungen, die eine Person gemacht hat und der Persönlichkeit, die diese dann entwickelt. Kein Mensch ist „einfach böse“, er wird es durch bestimmte Sachen. Wobei das mit dem „böse sein“ an sich schon schwierig ist, denn: Wann genau hat man die Grenze überschritten und ist „böse“? Gerade im alltäglichen Leben ist das schwer zu erkennen, denn ich meine, wer hat schon eine dunkle Fee im Bekanntenkreis, die bei der Taufe des eigenen Nachwuchses erscheint und diesen verflucht?

Gleichzeitig wird dabei den Bösewichtern das „Mensch-sein“ abgesprochen. Okay, eine Fee kann im engeren Sinne sowieso nicht als „menschlich“ betrachtet werden, aber ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus möchte. Nehmen wir als besseres Beispiel Scar aus „König der Löwen“, obwohl der per se auch kein Mensch ist. Aber er ist auch kein übernatürliches Wesen, im Gegensatz zu dem Magier Dschafar und der Fee Maleficent. Solchen Bösewichtern wird das „Normal-sein“ abgesprochen, sie sind eben böse, stehen unter dem Bann des Bösen, einer merkwürdigen, nicht greifbaren Macht. Und damit wurde festgelegt, dass man sie auch nicht zu verstehen braucht. Es gibt nichts zu verstehen, so hieß es, denn das ist eben „das Böse“.

Tatsächlich blieb das in den Disney-Filmen auch lange Zeit so, wie man am Beispiel Dschafar oder Scar sieht. Warum will Dschafar den Sultan absägen? Keine Ahnung. Warum trachtet Scar seinem Bruder nach dem Leben? Wird nicht erklärt. Warum ist Ursula, die Meerhexe aus „Arielle“, böse? Erfahren wir nicht. Und so weiter. Aus dieser Zeit fällt mir spontan nur ein Disney-Bösewicht ein, der einen Ansatz von Hintergrund zeigt (aber nicht mehr!): Prinz John Ohneland aus der animierten „Robin-Hood“-Version. Von ihm erfahren wir, dass er neidisch ist auf seinen Bruder Richard Löwenherz und deswegen unbedingt selbst König bleiben will.

In den 1990er Jahren änderte sich das langsam und die Bösewichte bekamen ihre eigene Hintergrundgeschichte. Die neueste Stufe dieser Entwicklung (zumindest was meine Beobachtungen betrifft) war der Roman „Wicked – Die Hexen von Oz„, aus dem 2003 ein Musical wurde. In diesem Buch wird die Geschichte des Films „Der Zauberer von Oz“ genauer beleuchtet, und zwar aus der Perspektive der „bösen“ Hexe des Westens. Hier wurde ein bekannter und in mehreren Werken als „böse“ dargesteller Charakter genommen und erklärt, was sie so hat werden lassen. Das Werk hält einige Überraschungen bereit, so zum Beispiel auch, dass der „Zauberer von Oz“ gar nicht so gut ist, wie man glaubt. Aber genau das ist das Thema: Menschen sind vielschichtig und komplex. Die „bösen“ genauso wie die „guten“.

Und wer sich anschaut, was „Wicked“ zeigt, der wird zweifellos auf die Parallelen zu „Maleficent“ kommen. Das ist auch das Wermutströpfchen, das ich jetzt schon bei der Disney-Produktion sehe: Das Déjà-Vue-Gefühl. Zwar handelt es sich dabei lediglich um das „Konzept“, von dem man sich hat inspirieren lassen, aber wenn man bedenkt, was Disney veranstaltet, was das Urheberrecht und dessen Auslegung betrifft, ist es ein wenig janusköpfig.

Nichtsdestotrotz hoffe ich persönlich, dass sich der Trend fortsetzt, der den Zuschauer auch etwas mehr fordert, nämlich dass Charaktere komplex dargestellt werden. „Maleficent“ ist da ein guter Schritt in die richtige Richtung, es wäre aber großartig, wenn das Konzept auch bei zukünftigen Entwürfen von Schurken und Helden beibehalten würde. Das heißt jetzt nicht, dass die ganzen Disney-Klassiker neu aus der Perspektive des Bösewichts verfilmt werden sollen, sondern dass bei den neuen Filmen da von Anfang an dran gedacht wird und es nicht wieder so sein wird, dass die einzige Motivation, die der Zuschauer erfährt, ein „ist halt so!“ bleibt.

Das ist natürlich auch ein Risiko. George Lucas hat für seine Prequel-Trilogie von STAR WARS viel Prügel einstecken müssen, unter anderem auch dafür, dass viele Dinge „irgendwie total anders“ sein. Nein, eigentlich nicht, sie haben Tiefe bekommen. Denn während bei den Originalfilmen die Fronten klar nach „schwarz“ und „weiß“ getrennt waren, ist das bei den Prequels gar nicht mehr so. Die Jedi machen Dinge, die nicht unbedingt so „gut“ sind und die Sith haben haben auch ein paar Punkte zu sagen, die einen zum Nachdenken bringen können. Aber um dieses Thema kümmere ich mich ein andermal. Und da Disney nun auch STAR WARS gehört, ist es auch in deren Verantwortung, es gutes draus zu machen.

Also hoffe ich auf mehr Schurken, die nicht einfach nur „böse“ sind, sondern hinter denen etwas steckt. Wie war das noch gleich?

„Ich bin böse und das ist gut. Ich werde niemals gut sein und das ist gar nicht schlimm. Es gibt keinen, der ich lieber sein möchte als ich.“*

 

* aus „Ralph reicht’s“

STAR WARS Episode VII: Darsteller bekannt gegeben

29. April, Pinewood Studios UK: Drehbuchautor/Regisseur/Produzent J.J. Abrams (oben Mitte) und die Schauspieler bei der Leseprobe zu Star Wars: Episode VII mit Harrison Ford, Daisy Ridley, Carrie Fisher, Peter Mayhew, Produzent Bryan Burk, Lucasfilm Präsidentin und Produzentin Kathleen Kennedy, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Mark Hamill, Andy Serkis, Oscar Isaac, John Boyega, Adam Driver und Drehbuchautor Lawrence Kasdan (im Uhrzeigersinn von rechts). Copyright und Photo Credit: David James. Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.
29. April, Pinewood Studios UK: Drehbuchautor/Regisseur/Produzent J.J. Abrams (oben Mitte) und die Schauspieler bei der Leseprobe zu Star Wars: Episode VII mit Harrison Ford, Daisy Ridley, Carrie Fisher, Peter Mayhew, Produzent Bryan Burk, Lucasfilm Präsidentin und Produzentin Kathleen Kennedy, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Mark Hamill, Andy Serkis, Oscar Isaac, John Boyega, Adam Driver und Drehbuchautor Lawrence Kasdan (im Uhrzeigersinn von rechts). Copyright und Photo Credit: David James. Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.

Ganz offiziell wurden heute die Darsteller bekannt gegeben, die in STAR WARS Episode VII mitspielen werden:

Die Schauspieler John Boyega, Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson und Max von Sydow werden den Original Stars der Saga Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Anthony Daniels, Peter Mayhew und Kenny Baker im neuen Film zur Seite stehen.

Regisseur J.J. Abrams sagt: “Wir freuen uns sehr, endlich die Schauspieler von Star Wars: Episode VII bekannt geben zu können. Es ist aufregend und surreal zugleich, die beliebten Schauspieler der Original Saga und die großartigen neuen Darsteller dabei zu beobachten, wie sie diese Welt erneut zum Leben erwecken. Wir beginnen in einigen Wochen mit den Dreharbeiten und alle geben ihr Bestes, um die Fans stolz zu machen.“

Star Wars: Episode VII wird unter der Regie von J.J. Abrams, nach einem Drehbuch von Lawrence Kasdan und J.J. Abrams entstehen und wird von Kathleen Kennedy, J.J. Abrams und Bryan Burk produziert. John Williams kehrt als Komponist zurück. Der Film startet in Deutschland am 17. Dezember 2015.

Quelle: Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Pictures

Die Muppet Show – Gaststar: Peter Alexander

(c) Disney
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Wie – was? Eine Muppet-Show mit Peter Alexander? Ja, tatsächlich, und damit bringen es die Muppets genau genommen sogar auf vier Pilotepisoden. Diese Folge sollte nämlich die Muppet-Show dem deutschen Fernsehpublikum nahebringen und war ein Segment von Peter Alexanders eigener Abend-Show „Peter Alexander präsentiert Spezialitäten“. Die Sendung wurde am 1. Dezember 1977 ausgestrahlt und die Muppets waren nicht das erste Mal bei ihm zu Gast: 1975 besuchte Peter Alexander die amerikanische Version der Sesamstraße. Das Muppet-Segment in dieser Show war ganze 18 Minuten lang (!!) und hatte alles, was die Show dann selber auch hatte, Titellied, Sketche… Teilweise waren diese aus der Show selbst entommen (wie etwa das Intro oder die Nummer „Mana Mana“), einige Teile wurden aber extra mit Peter Alexander und den Muppets in den Originalkulissen gefilmt. Natürlich steht Peter Alexander in dieser Show etwas mehr im Mittelpunkt als Gaststars das sonst tun, denn immerhin wurde das ganze im Rahmen seiner eigenen Show ausgestrahlt, aber auch dadurch sieht man, was für ein Showman Alexander war.

Werfen wir einen Blick auf diese Spezialfolge:

Nummern

  • Ankündigung von Kermit und Titellied „Jetzt tanzen alle Puppen…“
  • Kermit und Peter Alexander vor dem Vorhang / Ankündigung der Muppet Show „ab 3. Dezember [1977] jeden Samstag um 16.30 Uhr“
  • Vorstellung Miss Piggy / Fozzie Bär / Statler & Waldorf / dänischer Küchenchef
  • Lied „Mana Mana“
  • Hinter der Bühne: Peter Alexander, Kermit und Piggy
  • Lied „Kleines Comtesschen“ (Peter Alexander / Miss Piggy)
  • Der dänische Küchenchef: Salzburger Nockerln (mit Peter Alexander)
  • Lied „Frühling“ (Peter Alexander / Kermit; das Lied ist eine deutsche Fassung von „Feelings“ von Morris Albert)
  • Abschied / Lied „Dankeschön“ (Peter Alexander und die Muppets)

Übersetzung

Da gibt es hier gar nicht so viel zu sagen, immerhin war die Show in Deutsch produziert. Es wurden auch die gleichen deutschen Stimmen verwendet, wie letztlich in der Serie selbst. Es handelt sich um ein nettes, kleines Promostück für die Muppet Show, das einen guten Eindruck von der Sendung gibt. Wer es selbst einmal ansehen will, leider gibt es diese Spezialshow auf keiner der Muppet-DVDs, aber sie ist in zwei Teilen bei MyVideo hochgeladen:

Teil 1: http://www.myvideo.de/watch/7924248/Peter_Alexander_in_der_Muppets_Show_1

Teil 2: http://www.myvideo.de/watch/7926481/Peter_Alexander_in_der_Muppet_Show_2

 

„Die Muppet Show“ kann man unter anderem hier bestellen:

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Bei Dir stimmt’s doch daheim nicht! (3) – Jacqueline Sparrow

Das entwickelt sich jetzt wirklich zu einer kleinen Serie hier. Und wieder ein Fall, bei dem man sagen muss: „Bei Dir stimmt’s doch daheim nicht!“

Vielleicht hat die Dame, um die es hier geht, aber auch nur den Werbeslogan der Firma Lambrini zu wörtlich genommen, der lautet nämlich: „Lambrini girls just want to have fun.“ Lambrini ist eine englische Birnenmost-Marke. Besagte Dame hat nicht nur dem Birnenmost sehr zugesprochen, sondern auch noch Tollkirschen zu sich genommen, die – neben verschiedenen anderen Wirkungen – auch Halluzinationen verursachen. An diesem Abend – nach einer Zwei-Tages-Birnenmost-und-Tollkirschen-Tour – rief sie einen Rettungswagen, weil sie angeblich einen Anfall gehabt hatte. Als die Rettungsdienstler eintrafen, waren die Dame als auch ihr Begleiter renitent ihnen gegenüber. Da das Paar aber offensichtlich angetrunken war, wollten die Rettungsdienstler die Situation klären, nahmen Abstand und riefen aus Gründen des Eigenschutzes die Polizei dazu. Hinter dem Rücken der Paramedics kletterten die beiden auf eine kleine Flußfähre und lösten deren Haltetaue. Das Boot trieb – unter den verdutzten Augen der Paramedics und der mittlerweile eingetroffenen Polizei – daraufhin mit der Strömung des Flusses mit. Während die Fähre in verschiedene andere Boote krachte, rief die Dame laut:

„Ich bin Jack Sparrow! Ich bin ein Pirat!“

In dem Fall kann ich nur sagen: „Ihr seid der schlechteste Pirat, von dem ich je gehört habe!“ Ein Aufgebot von Polizei, Wasserschutzpolizei und Küstenwache stoppte die Kaperfahrt und verhaftete die Dame. Sie wurde zu 122 Tagen Gefängnis verurteilt. Jack Sparrow hätte an der Stelle wahrscheinlich gesagt: „Aaaaaber Ihr habt von mir gehört!“ Ihr Begleiter bekam eine Strafe in Höhe von 100 Pfund aufgebrummt, weil er einen Paramedic angegriffen hat. Ob er ebenfalls wegen des Schiffsdiebstahls verurteil wurde, geht aus dem Bericht leider nicht hervor.

Also, jetzt wissen wir, warum die „Tollkirsche“ so heißt, sie macht „toll“. Dabei handelt es sich um die ursprüngliche Verwendung dieses Wortes, wie es auch noch in „Tollwut“ vorkommt und bezieht sich auf die „Wildheit“, die Menschen an den Tag legen, wenn die Halluzinogene der Tollkirsche wirken. Da klaut man dann schon mal eine Fähre, weil man sich für Jack Sparrow hält.

Die ganze Geschichte steht hier: —-> DailyRecord.co.uk

Die Muppet Show: Sex & Gewalt

(c) Disney
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Die „Muppet Valentine Show“ war 1974 von ABC als Special ausgestrahlt worden und erfolgreich genug, dass Henson sich an einem zweiten Pilotfilm versuchen durfte. Gegenüber der „Valentine Show“ wurden ein paar Änderungen vorgenommen und neue Figuren eingeführt. „Sex & Violence“ ist dabei näher am endgültigen Konzept, auch wenn es in dieser Folge keinen Gaststar gibt.

The Muppet Show: Sex & Violence

Auch in dieser Folge moderiert nicht Kermit, sondern eine neue Figur mit Namen Nigel (der später in der Serie das Muppet-Orchester leitet). Die ganze Sendung spielt sich hinter der Bühne der eigentlichen Show ab, die darum geht, dass die tödlichste der Sieben Todsünden gewählt werden soll. Die Sketche springen hin und her, wozu Nigel lapidar meint, dass man sich daran schon gewöhnen wird. Mit der Tanzszene im Ballsall und dem skandinavischen Küchenchef (der teilweise asiatische Untertitel hat) sind aber schon Konzepte vorhanden, die später in die Show übernommen wurden. Jim Henson spielt zudem mit der Herkunft der Puppen: In einer Ballsaalszene sagt Kermit zu seiner Tanzpartnerin, er könne sie als Darstellerin in einer Bildungssendung für Kinder (er meint die „Sesamstraße“) unterbringen, in der nächsten ist Bert aus der „Sesamstraße“ zu sehen, der mit einer weiblichen Version von Ernie tanzt und in der dritten Ballsaalszene beklagt sich der Hund Rowlf, dass er früher mit Jimmy Dean gearbeitet habe, sich heute aber niemand mehr an ihn erinnere (Rowlfs erster regelmäßiger Auftritt fand in der „Jimmy Dean Show“ statt). Auch Statler und Waldorf, die ewig nörgelnden Greise, gibt es schon, sie sitzen allerdings nicht in einer Theaterloge, sondern zu Hause auf zwei Lehnsesseln.

Nummern

  • Titel
  • Nigel führt durch die Räume der Muppet-Show und stellt ein paar Charaktere vor
  • Die Weisheit der Vorväter, Teil 1
  • Im Ballsaal, Teil 1
  • Ringersketch, Teil 1
  • Der Küchenchef, Teil 1 (mit Titel als „Järnvägskorsning“ bezeichnet)
  • Nigel und Sam spielen Dame – Wettbewerb der sieben Todsünden, Teil 1
  • Doktor Goldzahn und Band: „Love Ya to Death“ (Eigenkomposition von Joe Raposo)
  • Waldorf & Statler
  • Im Ballsaal, Teil 2
  • Ringersketch, Teil 2
  • Der Küchenchef, Teil 2
  • Vogelsketch
  • Nigel und Sam spielen Karten – Wettbewerb der sieben Todsünden, Teil 2
  • Die Weisheit der Vorväter, Teil 2
  • Das Theater der Dinge
  • Monster-Sketch
  • Im Ballsaal, Teil 3
  • Waldorf & Statler
  • Ringersketch, Teil 3
  • Floyd und Sam spielen Schach – Wettbewerb der sieben Todsünden, Teil 3
  • Filme im Fokus: „Rückkehr unter den Planeten der Schweine“ (Parodie auf „Planet der Affen“)
  • Nigel und Sam spielen Scrabble – Wettbewerb der sieben Todsünden, Teil 4
  • Der Küchenchef, Teil 3
  • Die Weisheit der Vorväter, Teil 3
  • Im Ballsaal, Teil 4
  • Ringersketch, Teil 4
  • Waldorf & Statler
  • Wettbewerb der sieben Todsünden – Ende

Übersetzungshammer

Es gab auch von dieser Sendung eine deutsche Version, die ebenfalls außer der Reihe irgendwann im Fernsehen lief, aber daran kann ich mich kaum noch erinnern. Insofern weiß ich nicht, wie die Übersetzung die Klippen der Wortspiele umschifft haben, die in dieser Folge wie ein Trommelfeuer auf den Zuschauer einprasseln und zum Brüllen komisch sind: der Vogelsketch, in dem die Vögel als Laute verschiedene englische Phrasen von sich geben („Whadda ya say?“ – „For cryin‘ out loud!“ – „Oh, really?“ – „You know.“ – „Oh boy!“ – „Right on right on!“); „Die Weisheit der Vorväter“, wo sich die Steinköpfe vom Monument von Mount Rushmore miteinander unterhalten (und George Washington nie den Gag versteht); oder das „Theater der Dinge“, in dem ein Lineal (englisch „ruler“) zum neuen Herrscher (englisch „ruler“) der Bleistifte ausgerufen wird.

„Sex & Violence“ ist als Bonus-Episode dem Box-Set der ersten Staffel der Muppet Show zugegeben. In der deutschen Fassung ist die Folge original mit Untertiteln.

 

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„STAR WARS – Das letzte Kommando, Teil 2: Allianz der Schmuggler“ erscheint am 25. April

(c) IMAGA
(c) IMAGA

IMAGA hat offiziell den Erscheinungstermin des zweiten Teils der Hörspielreihe „STAR WARS – Das letzte Kommando“ bestätigt, es ist der 25. April 2014.  Der Titel dieses Teils ist „Allianz der Schmuggler“.  Um Leia und ihre Zwillinge in seine Gewalt zu bringen, schlägt Großadmiral Thrawn dort zu, wo es niemand erwartet – auf Coruscant. Er betraut ein imperiales Geheimkommando mit der Entführung. Thrawn weiß, dass er nicht verlieren kann, denn selbst wenn seine Männer scheitern, wird eine andere teuflische Falle zuschnappen. Eine Falle, aus der sich Mara Jade nicht wird befreien können.

Das Hörspiel ist in gewohnter Art mit den Original-Synchronsprechern der ursprünglichen Trilogie, den Soundeffekten von LucasArts und der Musik von John Williams produziert. Verantwortlich zeichnet wiederum Oliver Döring.

„STAR WARS – Das Letzte Kommando, Teil 2“ kann man unter anderem hier bestellen!
 

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The LEGO Movie – Rezension

Originaltitel:     The LEGO Movie
Studio:              Warner Bros. / Warner Animation
Altersfreigabe: Ab 0 Jahren
Sprecher:         Patrick Schröder, David Nathan, Maren Rainer, Uwe Büschken, Bernd Rumpf und andere
Eine Vorschau zum Film gibt’s hier.

Inhalt

Eine Welt, die komplett aus LEGO besteht: Hier stiehlt der finstere Lord Business den „Kragle“, die ultimative Waffe, die der Magier Vitruvius beschützt hat. Doch Vitruvius warnt Business, es gibt eine Prophezeiung von „dem Besonderen“, der kommen wird und mit dem „Stück des Widerstands“ den Kragle außer Gefecht setzt. Lord Business gibt nichts auf die Prophezeiung und achteinhalb Jahre später arbeitet er als „Präsident“ Business an der Verwirklichung seines Plans: Alles in der LEGO-Stadt Steinstadt soll genau so sein und bleiben, wie es die Bauanleitung vorschreibt. Nichts soll sich ändern. Dazu hat Business einige Maßnahmen ergriffen und die Bevölkerung einer wahren Gehirnwäsche unterzogen: Es gibt für alles und jeden eine Anleitung, im Fernsehen ist die Comedy „Wo ist meine Hose?“ der große Hit und das Radio spielt den ganzen Tag nur ein und dasselbe Lied mit dem Titel „Hier ist alles super!“ Ein typisch angepasster Bürger von Steinstadt ist Emmett, der sich immer ganz korrekt an die zahlreichen Anleitungen hält und auf eine der zahlreichen Baustellen arbeitet. Lord Business lässt alles abreißen, was ihm zu chaotisch erscheint und ganz korrekt nach den Bauanleitungen wieder aufbauen. Als Emmett eines Abends seiner Anleitung nachläuft, die ihm ein Windstoss aus der Hand gerissen hat, trifft er auf der Baustelle eine Gestalt, die sich als die weibliche LEGO-Figur Wyldstyle entpuppt. Wyldstyle ist auf der Suche nach dem „Stück des Widerstands“, das sie mittels eines Geräts auf der Baustelle geortet hat. Emmet läuft ihr nach und stürzt in ein Loch. Dort findet er das „Stück des Widerstands“. Als er es berührt, hat er merkwürdige Visionen und wird bewusstlos. Er wacht in Polizeigewahrsam auf und wird von dem leicht schizophrenen „Good Cop / Bad Cop“ verhört. Das „Stück des Widerstands“ klebt auf Emmetts Rücken und damit ist klar: er muss „der Besondere“ sein, von dem die Prophezeiung spricht. Lord Business möchte ihn hinrichten lassen, doch Wyldstyle kann ihn retten. Emmett und Wyldstyle müssen nun den Magier Vitruvius und die Meisterbauer finden, um Lord Business aufzuhalten. Auf der wilden Jagd stehen ihnen solche Figuren wie Batman, Green Lantern, Superman, das Einhorn-Kitty und der Pirat Eisenbart zur Seite. Die Zeit drängt, denn am Taco-Dienstag will Lord Business den Kragle zum Einsatz bringen…

Rezension

Hollywood, SO macht man Filme! „The LEGO Movie“ ist ein Film, der visuelles Spektakel und eine gute Geschichte miteinander verbindet. Denn das, was ich oben als Inhaltsbeschreibung geschrieben habe, deckt nur einen Teil der Handlung ab, aber wenn ich mehr ins Detail gehe, laufe ich Gefahr, zu viel zu verraten. Die Geschichte ist auf mehreren Ebenen clever geschrieben, denn die Handlung um „den Besonderen“ und das „Stück des Widerstands“ ist nur ein Aspekt des Films. Er schafft es unter anderem auch Gesellschaftskritik unterzubringen, etwa wenn alle die – reichlich unterbelichtet wirkende – Comedy-Serie „Wo ist meine Hose?“ so toll finden oder das Unterhaltungsradio nicht einfach nur immer dieselbe Musik spielt, sondern den ganzen Tag lang nur EIN Lied. Und das Lied natürlich – „Hier ist alles super!“ mit einer eingängigen Pop-Melodie. Aber auch vermeintliche Revoluzzer bekommen den Spiegel vorgehalten, etwa wenn das „Gegenlied“ (Wyldstyle nennt es „echte Musik“) eigentlich nur aus harten Gitarrenriffs besteht, über die Batman einzelne Phrasen aus seinem Leben brüllt („Dunkelheit!“ – „Schwarz!“ – „Keine Eltern!“ – „Stinkereich!“).

Während des Films baut sich noch ein weiterer Plot im Hintergrund auf, den man aus bestimmten Anzeichen erahnen kann, der beim Höhepunkt der Handlung zum Tragen kommt, über den ich gar nicht so viel verraten möchte. Dieser Plot spiegelt quasi die Handlung in einem größeren Zusammenhang wieder und zielt auf die Hauptkonfrontation „starre Regeln“ versus „ungebremste Kreativität“ ab. Die Handlung passt von daher perfekt zu den LEGO-Steinen, denn mit denen kann man ja die ungebremste Kreativität voll ausleben.

Oh ja, und beim Thema „Batman“ muss man natürlich über die vielen Anspielungen reden und die Figuren, die alle auftreten und dabei sich selbst parodieren. Batman ist nur einer davon, dazu kommen Superman, Green Lantern, Wonder Woman, Dumbledore, Gandalf und noch einige mehr. Hier hat der deutsche Kinozuschauer sogar noch einen Vorteil: Während im englischen Original nicht alle Originaldarsteller verwendet werden konnten (etwa weil wie im Fall Batman Christian Bale als Sprecher vermutlich zu teuer gewesen wäre), war das in der deutschen Fassung etwas unkomplizierter. Batman wird von David Nathan gesprochen (der diese Rolle auch in der „Dark Knight“-Trilogie synchronisierte), Gandalf von Eckart Dux (der Gandalf in den „Hobbit“-Filmen spricht) und es sind noch ein paar andere Bekannte dabei. Und natürlich wird „Bad Cop“, der im Original die Stimme von Liam Neeson hat, von dessen deutscher Synchronstimme Bernd Rumpf gesprochen. Wer wissen will, wer noch dabei ist, der markiere den Text nach der Spoilerwarnung, um ihn zu lesen:

ACHTUNG, SPOILER! Es wird eine Szene verraten, die eine Überraschung enthält
In einer Szene taucht der „Rasende Falke“ aus STAR WARS plötzlich auf. Als Besatzung sind an Bord Han Solo, C3PO und Lando Calrissian. Im Original werden nur Lando und C3PO von ihren Schauspielern (Anthony Daniels und Billy Dee Williams) gesprochen, Harrison Ford als Han wird durch Keith Ferguson ersetzt. Auf Deutsch sind allerdings alle drei Original-Synchronsprecher zu hören: Wolfgang Pampel (Solo), Frank Glaubrecht (Calrissian) und Joachim Tennstedt (C3PO). In dieser Szene ist übrigens auch Originalmusik aus STAR WARS von John Williams zu hören.

Hat der Film denn auch etwas Negatives? Ja, leider ist die deutsche Fassung etwas uneinheitlich. Zwar hat man mit den Sprechern sehr aufgepasst, aber mit den visuellen Sachen wusste man nicht so recht, was man tun sollte. Die Zwischentitel sind alle übersetzt und manche von den Computerbildschirmen, aber andere Beschriftungen nicht. Dadurch funktioniert beispielsweise der Witz mit dem „Kragle“ im Deutschen leider nicht. Oder sagen wir, er funktioniert nur auf einer „Meta-Ebene“, dass man sich denkt, auf Englisch wäre das sicher ein netter Gag gewesen. Visuell hätte man mehr tun können. Vor allen Dingen am Ende, als die Handlung sehr schnell wird, lenken die englischen Beschriftungen der Bauanleitungen sehr ab, zumindest ist es mir so gegangen. Ich habe versucht, mich auf die Beschriftungen zu konzentrieren, ob da vielleicht noch ein Gag drin ist, und dabei nicht so sehr auf das geschaut, was sonst gerade passiert. Offenbar funktioniert das bei mir nicht so schnell, weil der Rest eben alles auf Deutsch ist und ich plötzlich auf Englisch umschalten sollte, und das bei einem Schriftzug, der gerade mal (gefühlt) eine Sekunde im Bild blieb. Dass man Beschriftungen ändert, gab es schon in anderen Animationsfilmen (zum Beispiel „Der Polar-Express“), es ist also nicht unmöglich. Gerade beim „Kragle“ – zumindest in den Szenen, in der dieser Gegenstand deutlich im Bild ist – hätte das den Film nochmal aufgewertet. Und vielleicht hätte man dann gleich auch den Titel übersetzen können.

Aber dieser negative Punkt ist eigentlich eine Kleinigkeit und dass der Film in den USA mit Erfolg und Rekordbesucherzahl gestartet ist, ist wohlverdient. Es ist eine clever gemachte Handlung, die allerdings im Hinblick auf gerade jüngere Zuschauer nicht zu komplex ist. Im Gegenteil, die „Handlung hinter der Handlung“ zielt auf etwas ab, das gerade Kinder (und deren Eltern) sehr gut kennen dürften.

Noch etwas zum 3D-Effekt: Der Film verzichtet freundlicherweise auf die klischeemäßigen Schreckeffekte, bei den wilden Verfolgungsjagden passt das 3D sehr gut dazu, ohne von der Handlung abzulenken. Aber auch in 2D dürfte „The LEGO Movie“ ein visuelles Fest sein (ich habe ihn in 3D gesehen).

Der Film ist ab „0 Jahren“ und ist auch so zu empfehlen: Für die ganze Familie, für Jung und Alt. Oben bei den Filmdaten ist ein Link zu einem Vorschauvideo. Interessant ist dabei, dass Dialoge für dieses Video komplett umbearbeitet wurden. Als Emmett und Wyldstyle von Batman gerettet werden, fragt Emmett, ob es den „Batwing“ auch in Orange gäbe, worauf Batman erwidert, er arbeite „nur in Schwarz! Und manchmal in ganz, ganz dunklem Grau!“ Zwar sagt Batman den Satz mit dem „ganz, ganz dunklem Grau“ im Film tatsächlich, aber in einem anderen Zusammenhang und die Frage, ob es den „Batwing“ auch in Orange gäbe, kommt gar nicht vor.

Eine kleine unnette Begegnung hatte ich dann aber doch noch, als ich aus dem Kino kam. Da prangte mir von einem Kinoplakat entgegen: „Für immer Single? Zu blöd für die Liebe„. Vielen Dank, liebes Kino! Das hätte an dem Abend nicht sein müssen.

Bei Dir stimmt’s doch daheim nicht! (2) – Meine Frau, der Terrorist

Ein Mann wollte seine Schuhe anzünden, seither dürfen wir alle Barfuß über den Flughafen laufen!“ Das sagt Mac Taylor in „CSI: NY“ über die Paranoia um terroristische Anschläge, die seit dem 11. September 2001 immer wieder neue Blüten treibt. Allenthalben wurde auch kritisiert, dass die Geheimdienste und die Einwanderungsbehörden immer neue Befugnisse bekommen, die niemand so richtig überwachen kann.

Wie richtig diese Kritik ist, zeigt ein Fall aus England, der einen mal wieder den Satz „Bei Dir stimmt’s doch daheim nicht!“ ausrufen lässt: Ein Mitarbeiter der dortigen Einwanderungsbehörde hatte  eine Idee, wie er es seiner aus Pakistan stammenden Frau mal so richtig heimzahlen und sie gleichzeitig loswerden konnte. Als diese ihre Familie in Pakistan besuchte, setzte er sie nämlich einfach auf eine Beobachtungsliste für Terrorverdächtige. Das führte dazu, dass sie drei Jahre lang (!!) Pakistan nicht in Richtung England verlassen durfte. Die Sache flog erst auf, als der Mitarbeiter zur Beförderung vorgeschlagen wurde. Mit dieser Beförderung wäre er in eine höhere Sicherheitsstufe gekommen und wurde überprüft. Dabei stellten seine Vorgesetzten fest, dass seine Frau auf der Beobachtungsliste steht. Damit konfrontiert gab der Mitarbeiter die Manipulation zu. Statt eine Beförderung zu bekommen, wurde er entlassen.

Und mal wieder kann man diesen alten lateinischen Spruch bringen: „Quis custodiet ipsos custodes?“ (Juvenal: „Satiren“) – „Wer überwacht die Überwacher?“ Offenbar niemand.

Die ganze Geschichte steht hier: —> DailyMail.co.uk

„Hier spricht Edgar Wallace…“ – Die Rückkehr der Maritim-Hörspiele

Über Londons Straßen senkt sich dichter Nebel
Und schlägt Big Ben zur Mitternacht
Setzen Gangster in Bewegung alle Hebel
Bald ist die böse Tat vollbracht.

Wenn die Gangster sind auf Draht
Gerät in Aufruhr Scotland Yard
Gerät in Aufruhr Scotland Yard.

Edgar Wallace, bekannt durch seine gruseligen Krimiromane und – zumindest in Deutschland – durch die daraus entstandenen Filme, soll was für Kinder sein? Das war in den 1980er Jahren eine der ersten Reaktionen, als die Eltern am Hörspielstand die Folgen einer neuen Reihe des Labels „Maritim“ (die unter anderem auch „Tim und Struppi“ vertonten) sahen. Diese Eltern kannten die Wallace-Filme nur zu gut und wussten, wie unheimlich sie waren. Aber nein, es war kein Irrtum: Die Hörspielbearbeitung von Maritim wandte sich gezielt an Kinder und Jugendliche.

Und dann kommt Scotland Yard auch schon auf Touren
Ist an des Verbrechens Stelle
Sichert Fingerabdruck und die Reifenspuren
Will den Täter auf die Schnelle.

Kommt man nicht so recht in Fahrt
Gerät in Aufruhr Scotland Yard
Gerät in Aufruhr Scotland Yard.

Nicht weniger als 123 Kriminalromane hat Wallace geschrieben, 38 davon wurden in Deutschland aufwändig verfilmt und formten einen eigenen Stil. Außerdem schien es eine Gesetzmäßigkeit zu sein, dass entweder Klaus Kinski, Joachim Fuchsberger, Eddi Arent oder Heinz Drache mitspielten. Oder auch mehrere dieser Schauspieler zusammen.

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Für die Bearbeitung als Jugendhörspiel mussten die Wallace-Krimis etwas „entschärft“ werden, denn immerhin hatten die Originalfilme damals im Kino wegen ihrer Brutalität eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Man fügte etwas mehr Leichtigkeit und Humor dazu, ohne allerdings eine für die Filme typische Eddi-Arent-Figur einzuführen. Und im Gegensatz zu den Vorlagen, wo in fast jeder Geschichte andere Ermittler am Werk waren, arbeiteten in den Hörspielen die selben Detektive mehrmals.

Aus den Filmen wurde der Anfang des Titellieds übernommen. Eine dunkle Stimme sagt: „Hier spricht Edgar Wallace!“, dann fallen Schüsse. Im Gegensatz zu Peter Thomas‘ dramatischer bis drastischer Filmmusik dient das – gesungene – Titellied der Hörspielreihe mehr zur Einstimmung und Einführung, denn in der dritten Strophe wurde verraten, welche Ermittler in dieser Folge an der Arbeit sind.

Weiß man nicht weiter, muss Inspektor Jenkins her
Und mit ihm kommen Nick und Nicky.
Kein Kriminalfall war den dreien je zu schwer
Sie lösen alle Fälle quicky.

Sind die Gangster wohl verwahrt
Freut man sich bei Scotland Yard
Dann freut man sich bei Scotland Yard.

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Das Team, das in den ersten Folgen ermitteln darf, besteht aus Chefinspektor Joe Jenkins, seinem Assistenten Inspektor Elford und Jenkins‘ Neffen und Nichte Nick und Nicky. Jenkins wurde von Manfred Krug gesprochen (der später einen Tatortkommissar spielte), Elford von Günter Lüdke. Elford ist auch der einzige des Teams, der tatsächlich einem Wallace-Roman entstammt („Der Zinker“, dort ist er sogar der Hauptermittler), Jenkins, Nick und Nicky wurden für das Hörspiel erfunden. Nick hatte eine recht bekannte Stimme, nämlich die von Sascha Draeger (damals bekannt als Tarzan / Tim von „TKKG“, heute unter anderem auch als Synchronsprecher für Dean Cain – „Lois & Clark“). Die Kinder wurden offenbar mit dazuerfunden, damit das Publikum, das angesprochen werden sollte, zwei Identifikationsfiguren haben würde.

Vier Folgen lang durfte das Dreierteam – unterstützt von dem Reporter Joshua – Fälle lösen, nämlich „Der Zinker“, „Der Frosch mit der Maske“, „Der Hexer“ und „Die toten Augen von London“.  In „Der Frosch mit der Maske“ sind die Ermittler in der Vorlage Richard Gordon und Inspektor Elk, bei „Der Hexer“ Inspektor Higgins und bei „Die toten Augen von London“ Inspektor Larry Holt und Sunny Harvey. Interessant ist dabei, dass die Folge mit dem „Hexer“ ja eigentlich kein Ende hat, da dem Verbrecher am Schluss die Flucht gelingt, die Folge „Neues vom Hexer“ kam jedoch nicht im Anschluss und es ist auch ein anderes Team am Werk. Auf Joe Jenkins und Inspektor Elford folgen…

Doch kommt der Chefinspektor Bliss vom Yard dann her
Dann haben die Gangster nichts zu lachen.
Kein Kriminalfall war dem Detektiv zu schwer
Inspektor Bliss, er wird’s schon machen.

Sind die Gangter wohl verwahrt…

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Chefinspektor Bliss und sein Assistent Mander durften ebenfalls vier Fälle lang ermitteln. Sie lösten die Fälle „Die Bande des Schreckens“, „Neues vom Hexer“, „Das Gasthaus an der Themse“ und die Doppelfolge „Der Club der Vier“ / „Der unheimliche Mönch“. Bliss und Mander stammen ursprünglich aus dem Roman „Neues vom Hexer“, den Fall „Die Bande des Schreckens“ löste eigentlich Inspektor Long, „Das Gasthaus an der Themse“ Inspektor Wade, „Der unheimliche Mönch“ Inspektor Bratt und „Der Club der Vier“ der Versicherungsdetektiv Robert Brewer. Inspektor Bliss wird in den Hörspielen von Henry Kielman gesprochen, Mander von Manuel Ponto. Bei den Geschichten fällt auf, dass die jugendlichen Ermittler fehlen. Offenbar dachten die Produzenten, dass nach vier Folgen solche Figuren für das Publikum nicht mehr nötig seien. Bliss und Mander wurden wiederum abgelöst von…

Doch kommt Captain Stone vom Yard dann her
Dann haben die Gangster nichts zu lachen.
Kein Kriminalfall war dem Captain je zu schwer
Captain Stone, der wird’s schon machen.

Sind die Gangster wohl verwahrt…

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Captain Stone entstammt ebenfalls nicht direkt einer Edgar-Wallace-Geschichte. Zwar taucht in „Der grüne Bogenschütze“ ein Inspektor Featherstone auf, aber mit diesem hat Stone nicht viel gemein. Es fällt auch auf, dass Stone keinen Assistenten hat, sondern meist allein ermittelt. Der von Rolf Jülich gesprochene Captain durfte die Fälle „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ (Ermittler im Buch: Inspektor Whiteside), „Die Tür mit den sieben Schlössern“ (Buch: Inspektor Martin), „Der grüne Bogenschütze“ (Inspektor Featherstone) und „Das indische Tuch“ (Anwalt Frank Tanner) bearbeiten. Und dann gab es da noch eine Folge…

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Nein, das ist kein Fehler. Beim Hörspiel Nr. 13, „Bei den drei Eichen“, gibt es in der Titelmusik keine dritte Strophe. Hier ermitteln – wie im Buch – Socrates Smith und sein Bruder. Und das war die letzte Folge der Reihe. Doch diese Reihe war für viele derjenigen, die in den 1908er Jahren im Teenager-Alter waren, der Einstieg in die Welt von Edgar Wallace. Und nur weil die Geschichten für Kinder und Jugendliche aufbereitet wurden, heißt dass noch lange nicht, dass sie deswegen ganz harmlos waren. Immer noch starben in den Episoden Menschen und es war immer noch sehr gruselig. Dabei stimmte alles, das Skript, die Darsteller, die Effekte und die Musik. Die Geschichten sind so geschrieben, dass sie ohne Erzähler auskommen, das heißt, die Figuren binden den Hörer unmittelbar ins Geschehen ein. Auch das trägt zum Gesamteffekt bei.

Gerüchteweise habe ich gehört, dass die Masterbänder der Hörspielreihe durch einen Wasserschaden verloren gegangen seien. Das kann ich leider nicht überprüfen, aber sei es wie es sei und wie auch immer sie es gemacht haben: Maritim hat nun alle Folgen der Edgar-Wallace-Reihe (ausgenommen „Bei den drei Eichen“) als Download im iTunes-Shop herausgebracht. Das heißt, die Fans von damals – und vielleicht auch neue Fans von heute – können sich auf die Reise begeben, wenn sich der Nebel über Londons Straßen senkt und Big Ben Mitternacht schlägt. Denn noch immer gilt der Satz, mit dem jedes Hörspiel endete:

Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein.

Die Hörspiele gibt es hier als Download:

  1. Folge 01: Der Zinker – Edgar Wallace
  2. Folge 02: Der Frosch mit der Maske – Edgar Wallace
  3. Folge 03: Der Hexer – Edgar Wallace
  4. Folge 04: Die toten Augen von London – Edgar Wallace
  5. Folge 05: Die Bande des Schreckens – Edgar Wallace
  6. Folge 06: Neues vom Hexer – Edgar Wallace
  7. Folge 07: Das Gasthaus an der Themse – Edgar Wallace
  8. Folge 08: Der unheimliche Mönch – Edgar Wallace
  9. Folge 09: Das Geheimnis der gelben Narzissen – Edgar Wallace
  10. Folge 10: Die Tür mit den sieben Schlössern – Edgar Wallace
  11. Folge 11: Der grüne Bogenschütze – Edgar Wallace
  12. Folge 12: Das indische Tuch – Edgar Wallace