Empfehlung zum Schauen: #FERNGESPRÄCH: Genfrei – Bio & Co | Mit Hoaxilla, M. Moder, H. G. Hümmler, J. Blohm, S. Schmalz & T. Krappweis

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Ich muss heute hier im Blog eine „Anschau-Empfehlung“ loswerden. Eigentlich würden solche Videos ja auf der projekteigenen Videoseite erscheinen, aber die Einbettungen von Twitch funktionieren nicht so ganz, wie ich mir das vorstelle. Deswegen halt eben ein Link, der zum Kanal von WildMics auf Twitch führt. Tommy Krappweis („RTL Samstag Nacht“, „Bernd das Brot“, „Ghostsitter – Geister geerbt“, „Die Phantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg“) hat hier eine Gesprächsreihe gestartet, soweit ich mich richtig erinnere ursprünglich während des so genannten „Lockdowns“ durch Corona. In dieser Reihe, die sich „Ferngespräch“ nennt, bespricht er – in aller Ruhe! – mit Experten verschiedene Dinge des Lebens, über die häufig Gerüchte kursieren. Thema waren schon Prophezeiungen, Impfungen, Homöopathie und vieles mehr. Die neueste Folge von heute Abend handelt von Gentechnik in der Landwirtschaft, Bio-Landbau und auch vom verteufelten Glyphosat.

Ich finde, sehr viel mehr Leute sollten diese Reihe schauen, es ist jede Woche wieder ein Fest der Wissenschaft. Aber wie gesagt, mit dem Einbetten ist das nicht so ideal, deswegen schaut es Euch auf Twitch an. Wenn Ihr live dabei seid, könnt Ihr Euch außerdem auch am Chat beteiligen.

Momentan gibt es jeden Dienstag um 20.00 Uhr eine neue Folge, und zwar genau hier:

WildMics auf Twitch!

Neue Studie belegt: Leute glauben alles, was sie im Internet lesen

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Kleine Frage zum Einstieg: Warum sind Sie hier gelandet? Hat Sie die Frage neugierig gemacht? Ging es um den Erkenntnisgewinn? Oder sind Sie mit der festen Überzeugung hier eingetroffen, den Autor zu widerlegen? Egal wie, eines gleich vorweg: Es gibt keine Studie, die belegt, dass Leute alles glauben, was sie im Internet lesen. Aber mit dem, was Leute im Internet lesen und Studien gibt es ein Problem. Oder zwei.

In den Zeiten von Corona tauchen wieder einmal verstärkt Memes und Behauptungen in den sozialen Medien auf, die manchmal als die „Pest des Internes“ bezeichnet werden. Es sind kleine Beiträge, die schmissige, griffige Aussagen enthalten und vorgeblich zum Nachdenken anregen wollen. Nur ist das oft leider ein vorgeschobener Grund, eigentlich wollen diese Memes und Beiträge dem Leser ihre Meinung überbügeln. Nicht selten wird dabei auf Studien verwiesen ohne diese allerdings zu benennen. Als Beispiel nehmen wir einfach mal meine provokante Überschrift: „Studien beweisen: Leute glauben alles, was sie im Internet lesen“. Da könnte man noch was schönes dazuschreiben, um damit ein Kopfnicken bei denen zu provozieren, die „es ja schon immer wussten“. Man kommt sich dabei so schön kritisch vor, denn „Studien“ haben es ja bewiesen. Wissenschaftlich auch noch.

Wenn man den Behauptungen allerdings auf den Grund zu gehen versucht, kriegt man meistens Probleme, besagte Studien überhaupt zu finden. So kann jemand den Inhalt einer Aussage nicht widerlegen, wenn er die Studie, auf die sich berufen wird, nicht mal findet. Das gehört natürlich zur Strategie dieser Aussagen dazu, sie wollen keinen kritischen Beitrag leisten, sie gaukeln Wissenschaftlichkeit vor, indem sie sich auf „Studien“ berufen und obwohl sie behaupten, nur „kritisch zu hinterfragen“, möchten sie selbst bitte gar nicht kritisch hinterfragt werden.

Im Zuge solcher Memes und Behauptungen kam es immer mehr auf, genau diese Quellen einzufordern. Keine Quellen – unglaubwürdig, der Trend setzt sich langsam durch, zu langsam, fürchte ich. Aber immerhin kam es dazu. Und das war die Stunde, in der die Meme- und Beitragsersteller zurückschlugen. Seit einiger Zeit beobachte ich einen neuen Trend.

Hier wird eine schmissige Aussage getätigt und direkt auf eine Studie verwiesen. Alles in Butter demnach? Nein, nicht ganz. Offenbar verlassen sich einige der Ersteller solcher Aussagen darauf, dass schon keiner sich die Mühe macht, die entsprechende Studie wirklich zu lesen. Das Problem ist, dass solche Studien (und oft handelt es sich um Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten) in spezialwissenschaftlichem Jargon geschrieben sind, viele Tabellen beinhalten, Zahlen und Ergebnisse präsentieren. Das kostet Zeit und man muss sich wirklich reinarbeiten. Die Zeit hat natürlich nicht jeder.

Wenn sich aber kaum jemand die Mühe macht, solche Studien zu lesen, wird auch kaum jemandem auffallen, dass in diesen schmissigen Beiträgen Aussagen gemacht werden, die durch die angegebene Studie überhaupt nicht unterstützt werden. Erst vor ein paar Tagen ging etwas herum, in dem behauptet wurde, das Tragen von Gesichtsmasken sei so schädlich, dass Probanden einer Studie die Masken nur 30 Minuten tragen durften. Wenn man sich die Studie aber durchlas, stellte man fest, dass die behauptete Schädlichkeit mitnichten nachgewiesen wurde und die 30 Minuten daher kamen, dass man das Ausgangsmaterial der Masken testen wollte. Die Durchführenden der Studie befürchteten, dass durch die Feuchtigkeit in der Ausatemluft die Materialeigenschaften der Masken verändert werden. Da die Feuchtigkeit der Ausatemluft aber von sehr individuellen Bedingungen abhängt, hätte sich bei jedem Probanden das Material unterschiedlich verändert und das Testergebnis verfälscht. Mit der Beschränkung auf 30 Minuten wollte man dem vorbeugen. Das ist alles.

Wir sind bei den Behauptern also mittlerweile von „ich sage, das ist wissenschaftlich erwiesen, nenne aber keine Quelle“ zu „ich sage, das ist wissenschaftlich erwiesen, hier ist eine Quelle, die überhaupt nicht das aussagt, was ich sagen“ gekommen. Nur weil jemand eine Quelle angibt, ist das noch lange kein Grund, von Seriösität auszugehen.

Wenn man aber keine Zeit hat, sich selbst durch alles durchzuackern, was einem da so präsentiert wird, sind Seiten wie Mimikama umso wichtiger. Die Geschichte mit der schädlichen Maske haben sie hier aufgegriffen (allerdings nicht wegen den 30 Minuten, sondern wegen der Aussage über die Schädlichkeit generell), und auch sonst fahren sie in den Zeiten von Corona Sonderschichten, um so schnell wie möglich alle diese Falschinformationen, die gestreut werden, zu entlarven. Und weil ihre Arbeit so wichtig ist, kann man sie unterstützen, über PayPal, Steady oder Patreon. Also, schauen Sie sich das mal an und überlegen Sie sich, ob Sie vielleicht den einen oder anderen Euro übrig haben.

Die Arbeit ist schon immer wertvoll gewesen, jetzt allerdings umso mehr!

Verschwörungsmythen und die neue Hexensalbe

Photo by Hannah Xu on Unsplash
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In Geschichten ist es spannend zu lesen: Ein paar Ereignisse werden in Gang gesetzt. Jemand unternimmt Untersuchungen und stellt fest, dass es jemandem im Hintergrund gibt, der die Fäden zieht. Jemand – ein Ermittler oder auch ein Mensch, der mehr oder minder zufällig in die Sache gerät – entwirrt Stück für Stück das Netz, das da gespannt wurde. Bekannte Geschichten, die das zum Inhalt haben, sind unter anderem die Reihe um Robert Langdon aus der Feder von Dan Brown oder die Prequel-Trilogie von „Star Wars“. Fast allen diesen Geschichten ist gemein, dass derjenige, der die Fäden zieht, immer auch Glück braucht, dass seine Pläne so wunderschön aufgehen. Und das zeigt eine der Schwachstellen solcher Verschwörungen in der Realität, denn da fällt nie alles, was jemand plant, so wunderschön an seinen Platz.

Eine zweite Schwachstelle, die in den Geschichten gerne mal unter den Tisch fallen gelassen wird, ist die Verschwiegenheit. Gerade wenn es sich – wie bei Dan Brown – um Verschwörungen handelt, in die sehr viele Leute über lange Jahre (oder gar Jahrhunderte) verwickelt sind, ist es unwahrscheinlich bis unmöglich, dass diese Verschwörung noch nie ans Licht gekommen sind. Aber deswegen sind es eben Geschichten.

Ich selbst habe in meinen Geschichten versucht ein kohärentes Universum aufzubauen mit seinen eigenen Regeln. Doch mit Erschrecken stelle ich fest, dass es offenbar immer mehr Menschen gibt, die solche Geschichten Ernst nehmen. Ich lese Beiträge in sozialen Netzwerken, die den Plot einer puren Science-Fiction-Geschichte beschreiben, von bösen Außerirdischen, die die Politik unterwandern, Völker vernichten wollen und dergleichen mehr – nur dass es sich nach Ansicht der Leute, die das weiterverbreiten, eben nicht um Science Fiction handelt, sondern um die Wahrheit. Verschwörungsmythen greifen immer mehr um sich und je mehr ich darüber lese, desto mehr bin ich demotiviert, selber weiterzuschreiben. Denn das Schlimme ist: Dass es Science-Fiction-Geschichten gibt, die ähnliche Plots haben (wie zum Beispiel John Carpenters „Sie leben„) wird nicht als Widerspruch angesehen, sondern als Bestätigung: Die Filmindustrie ist Teil der Verschwörung und verhöhne die Menschen, indem sie ihnen die Wahrheit als Fiktion vorführe. Solche oder ähnliche Argumente kommen immer wieder.

Doch es braucht nicht mal Außerirdische für einen ordentlichen Verschwörungsmythos: „die Eliten“ reicht schon. Genau genommen reicht irgendeine Gruppe, die jemandem suspekt vorkommt und auf die man seine Wut projizieren kann. Dann ist diese Gruppe auf einmal der große Strippenzieher in der Weltverschwörung. Für diejenigen, die das für bare Münze nehmen, hat das einen Vorteil, denn „Es ist eine Verschwörung!“ ist eine wesentlich einfachere Erklärung als die Realität sie bereit hält. Ja, es gibt Ungleichheit in der Welt und es gibt Menschen, die ein Interesse daran haben, dass diese Ungleichheit bestehen bleibt. Und ja, es gibt auch echte Verschwörungen. Aber in den meisten Fällen sind es einfach komplexe Vorgänge, die nichts miteinander zu tun haben.

Verkaufserfolge alleine verbürgen noch keine Qualität. Menschenverachtung und Verschwörungsgeschwurbel werden seit Jahrhunderten stark nachgefragt.

Michael Blume: „Adrenochrom und Satanskulte – Die dualistischen Verschwörungsmythen…“

Der Mensch mag es nicht, wenn er dem Zufall ausgeliefert ist. In vielen Fällen ist es aber so. Man gerät beim Vorstellungsgespräch zufällig an einen Mensch aus der Personalabteilung, der einen nicht leiden kann und deswegen die Bewerbung ablehnt. Das ist tragisch und unprofessionell, aber kein Beleg dafür, dass dieser Mensch Teil einer Verschwörung ist, die den Bewerber daran hindern soll, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Mein erster Roman wurde von allen Verlagen abgelehnt, die ich kontaktiert hatte. Jeder Verlag hatte sicherlich eigene Gründe, aber solche Ablehnungen werden von den Verlagen in der Regel im Ablehnungsschreiben nicht begründet (da hätten sie viel zu tun). Trotzdem war es keine Verschwörung gegen mich, um zu verhindern, dass mein Buch auf den Markt kommt.

Da kommen wir zu einem weiteren Aspekt: Durch Verschwörungsglauben kann man sich wichtig fühlen und bestätigt in dem, was man tut. Jeder Mensch hat irgendwo eine Unsicherheit, aber diese lässt sich leichter niederbügeln, wenn man auf aus eigener Sicht ungerechtfertigten Widerstand stößt. Und manche möchten gerne herausstechen „aus der Masse“. Das können sie tun, indem sie etwas anhängen, das viele Leute ablehnen. Widerspruch ist dann Bestätigung, wenn sich jemand die Mühe macht, einem zu widersprechen, kann es ja nicht so falsch sein. Und man kann durch jede Alltäglichkeit einen Heldenstatus erlangen. „Die“ haben sich gegen mich verschworen, „die“ wollen nicht, dass ich eine Arbeitsstelle kriege, „die“ wollen nicht, dass mein Buch herausgebracht wird… Seht her, ich bin wichtig, denn „die“ gehen aktiv gegen mich vor.

Dann kommt irgendwann ein neues Problem dazu, denn ähnlich einer Droge müssen solche Dinge immer wieder erneuert und gesteigert werden. Irgendwann interessiert es halt niemand mehr, dass „die“ einen daran hindern, eine Arbeit aufzunehmen. Nicht wenige landen dann in Bereichen, wo wirklich jemand auf sie aufmerksam wird und versucht, ihr Handeln zu unterbinden: Die Staatsmacht nämlich. Solche Menschen fangen an, Straftaten zu begehen. Es kann auch sein, dass das schon früher beginnt, je nachdem welche Gruppe („die“) man hinter der Verschwörung vermutet, kann es sein, dass man sich der Volksverhetzung schuldig macht. Vorher schon kommt es zur sozialen Ausgrenzung, da sich Freunde und / oder Familie von einem abwenden. Kritik am eigenen System wird auch hier wieder als Bestätigung genommen, die anderen durchschauen die Verschwörung nur nicht. Die Presse, die versucht, aufzuklären, ist natürlich Teil der Verschwörung.

Und dann steht man als Autor da und verzweifelt. Ich möchte gerne weiterschreiben, aber ich möchte auch niemandem Ideen liefern, die dafür sorgen, dass er in einer Wahnwelt versinkt. Leider sehen wir das jetzt, zu Zeiten von Corona, sehr viel häufiger. Zumindest ist das mein Eindruck. Michael Blume beschreibt aus aktuellem Anlass in seinem Podcast den Zusammenhang zwischen der so genannten „Hexensalbe“ und dem heutigen Verschwörungsmythos um Adrenochrom. In einem Blogbeitrag beschreibt er hier das generelle Problem mit dem Verschwörungsglauben. Und ich fürchte, das ist alles, was ich tun kann: das Wissen darum weiterverbreiten.

Denn wir sehen auch eine große Gefahr: Während sich Leute mit großen Getöse an nicht-existierenden Gefahren abarbeiten, werden reale Bedrohungen zur Seite gewischt. Im Fall von Donald Trump wird er, der einen unqualifizierten Ratschlag nach dem anderen raushaut, sogar als Erlöserfigur gefeiert. Das heißt, der Verschwörungsglauben nutzt denjenigen, die wirklich Schaden anrichten, da er von ihnen ablenkt oder sie gegen Kritik immunisiert. Michael Blume selbst formuliert das so:

Die gesamte Welt wird gespalten in die vermeintlich absolut gute Eigengruppe, eine absolut böse Superverschwörergruppe und dazwischen der vermeintlich naive Rest. Im Zustand des pathologischen Dualismus kann keine Demokratie mehr gelingen und kein Dialog, keine ergebnisoffene Forschung und auch keine seriöse Medizin.

Michael Blume: „Was ist das Problem mit Verschwörungslgauben?“

Und was bedeutet das für mich? Ich glaube, ich mache mal weiter mit dem Schreiben. Das Tragikomische ist: Es ist völlig egal, wie absurd und abgedreht eine Geschichte ist, es kann sich doch noch jemand finden, der sie für die Wahrheit hält.

Mal sehen, was dabei rauskommt.

COVID-19 / CORONA: Die Medien und das Virus

Photo by CDC on Unsplash
Photo by CDC on Unsplash
Ein Virus – Photo von CDC auf Unsplash

Ich habe hier schon mehrfach betont, dass aufgrund des so genannten „Leistungsschutzrechts für Presseverlage“ hier keine Berichte aus diesen Medien mehr verlinkt werden. In Zeiten von COVID-19 / CORONA ist das besonders schwierig, da man sich auch über die Rolle der Medien unterhalten muss. Ich erlebe es gerade selbst, wie selektiv manche Menschen in meinem Umfeld Berichte lesen und entsprechend ungerechtfertigt selbstsichere Parolen raushauen, warum sie sich an die Anweisung XY nicht halten. Und ich bin erschrocken, wie Arrogant und selbstsüchtig Menschen, denen ich das nie zugetraut hätte, über andere urteilen.

Wo die Pandemie bei den einen die guten Eigenschaften zum Vorschein bringen, offenbaren die anderen, dass ihre Menschlichkeit und Zivilisation nichts weiter ist als eine Fassade, die ganz leicht wegbricht – eine Maske, die sie sich nur allzu willfährig nun vom Gesicht reißen.

In dieser Situation ist Einordnung wichtig und dazu braucht es die Medien. Wie ich geschrieben habe, möchte ich die klassischen Medien aufgrund ihres Verhaltens beim Leistungsschutzrecht nicht mehr verlinken – wer weiß, was denen noch einfällt. Da die Situation aber nun mal außergewöhnlich ist, umgehe ich das selbst auferlegte Verlinkungsverbot, indem ich auf einen Artikel des Bildblog verlinke, das seinerseits auf ein paar Presseartikel verlinkt, die sich um die Pandemie und die Rolle der Medien drehen. Für diejenigen, die das nicht wissen: Das Bildblog ist ein so genanntes Watchblog über die Inhalte der Medien. Wie der Name suggeriert, wurde es ursprünglich gegründet, um die ständigen Falschberichte in der Bild-„Zeitung“ zu korrigieren, aber irgendwann stellte man fest, dass „Bild“ nur die Spitze des Eisbergs ist und man beobachtete fürdehin Medien und Presseerzeugnisse generell.

Jeden Tag bringt das Bildblog eine kleine „Presseschau“ mit besonderen Berichten – beziehungsweise, ich sollte sagen: Jeden Wochentag, denn diese Presseschau gibt es nur von Montag bis Freitag. Aber auch beim Bildblog erfordern ungewöhnliche Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen, deswegen wurde heute ebenfalls ein solcher Artikel veröffentlicht. Und um den geht es.

Der Artikel heißt „Corona in und bei Medien“ und findet sich hier!

Rettungsgasse rettet Leben – Verstöße werden zukünftig härter bestraft

So bildet man die Rettungsgasse richtig. Bild: ADAC
So bildet man die Rettungsgasse richtig. Bild: ADAC
So bildet man die Rettungsgasse richtig. Bild: ADAC

Im Zuge der Reform der Straßenverkehrsordnung werden in Zukunft Verstöße gegen die Rettungsgasse härter bestraft. Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt (wie bisher auch) 200 Euro Bußgeld und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Dazu kommt jetzt noch ein Monat Fahrverbot. Deutlich härter werden künftig auch Fahrer bestraft, die durch die Rettungsgasse fahren oder sich an Einsatzfahrzeuge dranhängen: mindestens 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Damit die Rettungs- und Einsatzkräfte schnell und ohne Behinderung zum Unfallgeschehen kommen, muss die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden. Und so geht`s: Auf Autobahnen und Straßen außerorts mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links aus, alle anderen orientieren sich nach rechts. Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, muss die Rettungsgasse so lange offenbleiben, bis der Stau sich auflöst.

Auch wer jetzt in Richtung Skigebiete unterwegs sind, sollte auf die Regelungen zur Rettungsgasse im Ausland achten. In Österreich besteht die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, auf Autobahnen und Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren je Richtung. Auf zwei- oder mehrspurigen Fahrbahnen müssen sich alle Verkehrsteilnehmer bereits bei stockendem Verkehr auf der linken Spur so weit links wie möglich einordnen. Alle Fahrzeuge auf den anderen Spuren orientieren sich so weit wie möglich nach rechts.

In Frankreich müssen Autofahrern den Einsatzfahrzeugen die Möglichkeit geben, an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbeizufahren. Die Schweiz sieht auf Autobahnen mit zwei Fahrstreifen muss für Einsatzfahrzeuge eine Rettungsgasse in der Mitte der zwei Fahrstreifen frei bleiben. Bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen ist die Gasse zwischen dem linken und dem zweiten Fahrstreifen von links zu bilden. Und in Italien gibt keine speziellen Vorschriften.

Quelle: ADAC

Schule aus der Sicht eines Vertretungslehrers

Photo by NeONBRAND on Unsplash
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Eine der ersten Dinge, die man uns im Studium der Bildungswissenschaft erklärte, ist der Umstand, dass viele Menschen denken, sie wären Experten zu den Themen „Bildung“ und „Erziehung“ einfach nur, weil sie schon mal Bildung und Erziehung (hauptsächlich in Schulen) erlebt haben. Aber das ist genau so falsch, als würde man denken, man sei ein Meisterkoch, nur weil man schon mehrfach in Fünf-Sterne-Restaurants gegessen hat.

Je mehr ich mich in das Thema einarbeite, umso erschrockener bin ich um die Naivität, mit der dieses Thema begleitet wird. Lösungen für tatsächlich existierende Probleme sind meistens simple Phrasen oder verweise auf irgendwelche „Wunderschulen“, wo es angeblich „gar keine Probleme“ gibt (Spoiler: Doch, tut es! Sie sind nur anders und in manchen Fällen noch schlimmer aus die Probleme der öffentlichen Schulen).

Tatsächlich muss ich allerdings zugeben, dass auch ich zuvor nicht frei war von dieser Naivität. So ähnlich ging es Bent Freiwald von den Krautreportern, dessen Spezialgebiet die Bildung ist. Während seines Studiums hat er in den Semesterferien als Vertretungslehrer gearbeitet und den Beruf aus einer ganz anderen Perspektive kennengelernt. Über seine Erfahrungen schreibt er bei den Krautreportern.

Was ist gute Erziehung? Hier scheiden sich die Geister. Und manche Geister scheiden sich so lange, bis sie die Erziehung ihrer Kinder einfach ganz den Lehrern überlassen.

Bent Freiwald: „Dieser verdammte Lärm!“ – auf Krautreporter

Krautreporter hat den Artikel, der bereits 2018 veröffentlicht wurde, nun freigeschalten, so dass man ihn auch ohne Abonnement lesen und weiterverbreiten kann. Und er hat nichts an Aktualität verloren.

Den Artikel kann man hier nachlesen!

Machen Medien Meinung? Medienkompetenz hilft Kindern und Jugendlichen im Umgang mit sozialen Netzwerken

Auf der Suche nach der eigenen Identität lassen sind Heranwachsende von Rollendarstellungen und Aussagen in sozialen Netzwerken beeinflussen. Foto: djd/www.teachtoday.de

Auf der Suche nach der eigenen Identität lassen sind Heranwachsende von Rollendarstellungen und Aussagen in sozialen Netzwerken beeinflussen. Foto: djd/www.teachtoday.de
Auf der Suche nach der eigenen Identität lassen sind Heranwachsende von Rollendarstellungen und Aussagen in sozialen Netzwerken beeinflussen.
Foto: djd/www.teachtoday.de

(djd). Kinder und Jugendliche informieren sich über verschiedene soziale Netzwerke zu Themen wie Mode, Musik, Freizeit, Ernährung oder auch Politik. Sie erstellen eigene Profile, posten Details aus ihrem Privatleben und lassen sich von YouTubern die Welt erklären. So können soziale Medien auch persönliche Ansichten und Meinungen junger Menschen beeinflussen. „Machen Medien Meinung?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich etwa die Initiative Teachtoday in ihrer aktuellen Themenwelle, um Kinder und Jugendliche für die sozialen Medien fit zu machen, sie dafür zu sensibilisieren, mit Informationen verschiedenster Meinungsquellen kritischer umzugehen. Speziell Familien und pädagogische Fachkräfte können unter www.teachtoday.de zahlreiche praxis- und alltagsnahe Materialien finden.

Inszenierte Welten

Kinder und Jugendliche können mit Informationen konfrontiert sein, die ihre Ansichten auf subtile Weise beeinflussen. Viele Formate auf YouTube dienen der Unterhaltung. Häufig handelt es sich um inszenierte Welten, die Meinungen und Ansichten von Kindern prägen können, vor allem wenn diese zu einem Thema noch nicht über ausreichend eigene Erfahrung verfügen oder ihnen Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Informationsquellen fehlen. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es schwierig, zu unterscheiden, was eine persönliche Empfehlung und was eine klare Beeinflussung durch Werbung ist“, stellt der Medienpädagoge Markus Gerstmann in einem Interview mit Teachtoday zu dieser Problematik fest.

Verbreitung von Fake-News

Soziale Netzwerke sind heute Informationsräume, in denen sich Meinungen bilden können, die in Sekundenschnelle geteilt und verbreitet werden. Dabei kann die Art und Weise, wie ein Thema medial dargestellt wird, dazu führen, dass oftmals unbewusst und schnell Meinungen zu einem Thema gebildet werden. Fake-News, also Falschinformationen, präsentieren Themen häufig sehr emotional, was nicht nur Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten kann, sie zum Beispiel mittels WhatsApp oder Facebook selbst zu verbreiten.

Fake-News entlarven

Fake-News lassen sich oft daran erkennen, dass Sachverhalte überspitzt dargestellt sind oder nur aus vereinfachten Fakten bestehen, die keine oder nur erfundene Quellen angeben. Es kann auch sein, dass die Bilder nicht zur Nachricht gehören, was sich etwa anhand der Rückwärtssuche von Suchmaschinen herausfinden lässt. Unter www.teachtoday.de finden sich unter dem Punkt „Informieren“ weitere Hinweise, mit denen sich Falschmeldungen entlarven lassen.

 

Panini auf dem Comicfestival in München – 50 Jahre MAD-Magazin in Deutschland!

MAD wird 50 Jahre alt! Bild (c) Panini Comics

MAD wird 50 Jahre alt! Bild (c) Panini Comics
MAD wird 50 Jahre alt! Bild (c) Panini Comics

In diesem Jahr feiert das MAD-Magazin in Deutschland Jubiläum. Das Magazin, das hierzulande unter Herbert Feuerstein groß wurde, Mitte der 1990er Jahre aber schwächelte und für kurze Zeit ganz vom deutschen Markt verschwand, 1998 vom Dino Verlag wiederbelebt und 2003 von Panini übernommen wurde, wird 50. Beim nächste Woche stattfindenden Comicfestival in München (25.-28. Mai – Alte Kongresshalle, Theresienhöhe 15) steht das Jubiläum im Mittelpunkt. Im Valentin-Karlstadt-Musäum läuft dazu die Ausstellung 50 Jahre deutsches MAD, es sind diverse MAD-Künstler, unter anderem der Spion & Spion-Zeichner Peter Kuper, und die deutsche MAD-Redaktion auf dem Festival und natürlich findet sich am Panini-Stand auch die aktuelle Ausgabe des MAD-Magazins. Der Geburtstag des vernünftigsten Magazins der Welt ist darüber hinaus auch Thema der aktuellen Folge von Panini Comics TV (#11), in der Steffen Volkmer und MAD-Autor Oliver Naatz sich durch die MAD-Historie plaudern.

Das MAD-Magazin wurde in den USA 1952 von den Comic-Verlegern Harvey Kurtzman und William M. Gaines aus der Taufe gehoben und ist inzwischen amerikanisches Kulturgut. Schon immer hatte sich MAD auf die Flagge geschrieben, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Popkultur, Trends, Kino, Musik, Mode und natürlich auch Politik wurden und werden bis heute unter den schrägen Augen von Alfred E. Neumann durch den Kakao gezogen. 1967 kam MAD auch nach Deutschland und leitete die Karriere von Herbert Feuerstein ein, der MAD als Chefredakteur hier zu enormem Erfolg führte.

Das deutsche MAD unterschied sich schon immer vom amerikanischen Original. Viele Teile, wie zum Beispiel die legendären Cartoons von Don Martin, Sergio Aragonés‘ Marginalien, die Movie-Roaster oder Spion & Spion wurden zwar aus dem US-Heft übernommen, deutschlandtypische Themen wurden aber hier erstellt und integriert. Das hat sich auch in der MAD-Ära der Neuzeit nicht geändert, die 1998 vom Dino Verlag eingeläutet und ab 2003 von Panini fortgeführt wurde. Der Anteil der deutschen Beiträge sei von Ausgabe zu Ausgabe unterschiedlich, je nach Thema, erklärt Mathias Ulinski, MAD-Redakteur bei Panini im PCTV-Interview.

„Viele deutsche Künstler“, sagt Chefredakteur Jo Löffler, „finden in MAD eine Plattform“ und verweist auf Größen wie Ralph Ruthe, Martin Frei, Michael Vogt, Matthias Kringe, Sarah Burrini – die Reihe ließe sich um viele Namen erweitern. Die größte Veränderung bei MAD unter der Federführung von Panini/Dino war wohl die Vollfarbigkeit der Beiträge, der die Amerikaner wenig später folgten. „Wir hatten damals die Aufgabe, MAD vorsichtig an die neue Zeit anzupassen und für eine neue Leserklientel attraktiv zu machen“, sagt Jo Löffler und erklärt weiter: „Wir sehen uns auch in der Verantwortung, junge Leser an die Satire heranzuführen. Deswegen bietet MAD für jeden etwas – es ist ebenso ein Nonsens- wie ein Satire-Magazin.“ Die Kritiker gaben MAD nach der Wiederbelebung im Jahr 1998 durch Dino ein, höchstens drei Jahre auf dem deutschen Markt. „Das war vor fast 20 Jahren“, lacht Jo Löffler, „und das MAD-Magazin erscheint immer noch, plus Specials, wie ganz aktuell das Sonderheft zum Thema Trump.“

Jo Löffler, Mathias Ulinski und MAD-Autor und -Übersetzer Oliver Naatz werden nächste Woche für die Fans am Panini-Stand auf dem Comicfestival in München da sein. Ebenfalls die MAD-Künstler Ivo Astalos, Dieter Stein, Martin Frei und Tom Bunk sowie der US-Zeichner Peter Kuper, der seit einigen Jahren die Spion & Spion-Geschichten zeichnet. Neben der MAD-Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum finden beim Festival in der Alten Kongresshalle Signierstunden und Gesprächsrunden zum Thema MAD statt. Am Panini-Stand gibt es die aktuellen Ausgaben des MAD-Magazins, das MAD-Sonderheft: Trump sowie die Bücher MADs Große Meister und MADs Meisterwerke. Diese Prachtbände enthalten die gesammelten Werke von Don Martin,Sergio Aragonés, Spion & Spion und die Themen-Kollektionen zu Superhelden und, ganz neu: TV- und Filmklassikern.

Neben den MAD-Kreativen präsentiert Panini auf dem Comicfestival in München noch weitere Comic-Stars: Mirka Andolfo (Italien) ist Zeichnerin der DC Comics: Bombshells und ihres eigenen Bandes ControNatura. Matteo Lolli (Italien) ist Marvel-Fans unter anderem durch Deadpool bekannt. Enrico Marini (Schweiz) zeichnet das grandiose Westernabenteuer Der Stern der Wüste. Nils Oskamp (Deutschland) ist mit seiner gegen Rechtsextremismus gerichteten Graphic Novel Drei Steine vertreten. Mit ihm findet am 25. Mai (19 Uhr) im Jüdischen Museum in München auch eine Podiumsdiskussion zum Thema Rechte Gewalt statt.

Quelle: Panini Comics

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      „Ein Fall fürs All“: Die neue Politsatire mit Urban Priol und Alfons

      „Ein Fall fürs All“ – ab 30. September monatlich im ZDF

      Urban Priol feiert sein Comeback im ZDF: zusammen mit Alfons ist er ab 30. September im neuen monatlichen Kabarett-Format „Ein Fall fürs All“ im Zweiten zu sehen.

      Da sie genug vom politischen Chaos auf der Erde haben, flüchten die beiden Kabarettisten Urban Priol und Alfons auf der Suche nach einer besseren Welt mit ihrem selbstgebauten Raumschiff in die unendlichen Weiten des Alls. Ausgestattet mit fantastischen und futuristischen Geräten wie Gehirnscannern, Beam-Traktorstrahlen sowie Zukunfts- und Vergangenheitsmonitoren versuchen sie mit ganz neuen Einsichten das kabarettistische Licht der Erkenntnis ins Dunkel aktueller Politik zu tragen.

      Dabei sind sie nicht allein unterwegs: Eine wechselnde Crew von Kabarettisten und satirischen Gästen von der Erde ergänzen die Besatzung und helfen Urban Priol und Alfons dabei, das Raumschiff einmal im Monat sicher in der Mitte des politischen Geschehens zu landen.

      Quelle: ZDF