Zukunftsvision: Künstliche Körperteile mit ästhetischem Design [Video]

Heute gibt es mal ein Video mit einer Zukunftsvision: Künstliche Körperteile für Menschen, die eine schwere Krankheit oder einen Unfall hatten, sahen am Anfang immer so aus, als seien sie von Ingenieuren entworfen worden, funktional, aber sehr klobig. Ein Designer hat sich mit einem Chirurgen zusammengetan und etwas entworfen, das einen positiven Ausblick auf die Zukunft gibt: Künstliche Körperteile mit ästhetischem Design:

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/6wnnNk91EMs

STAR TREK: Of Gods and Men [Film]

So, heute gibt es mal einen ganzen Film. Produziert von und mit einigen der Originalschauspielern der STAR-TREK-Serien kommt das Projekt „STAR TREK: Of Gods and Men“ mit einer Geschichte aus einer alternativen Realität daher. Der Film dauert knapp 90 Minuten und wurde unabhängig von einem großen Filmstudio produziert. Der Upload auf YouTube erfolgte von den Produzenten selbst, die den Film damit der breiten Öffentlichkeit präsentieren:

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/kFqAME7dx58

Und, wie gefällt Euch der Film?

LEBEN MIT DER ENERGIEWENDE – DER FILM – Teil 1

Aufmerksamkeit durch Schlagzeilen kann man offenbar nur machen, wenn man wie ein Marktschreier „Skandal!“ brüllt. So wie bei den jüngst erschienen Berichten, das Abschalten der Atomkraftwerke (die Energiewende) würde den Strom in Deutschland verteuern. Diese Schlagzeilen wurden vom ARD-Magazin „Monitor“ jüngst der Lüge überführt, beziehungsweise von der Süddeutschen Zeitung als Märchen entlarvt.

Der Journalist Frank Farenski geht nun etwas weiter. Er will, dass möglichst viele Menschen über die Wahrheit informiert werden. „Seit vielen Jahren verfolge ich als Fernsehjournalist die Entwicklung der regenerativen Energieträger und bin immer wieder überrascht, dass sich die Branche in der öffentlichen Diskussion immer wieder in die Defensive drängen lässt. Meine persönliche Meinung: Es ist Zeit, dass die Vertreter der Photovoltaik aus der Defensive herauskommen und publizistisch ihr Anliegen offensiv vertreten“, sagt er. Und er unterstützt sie mit einem Filmprojekt: „Leben mit der Energiewende“.

Dieser Film ist für jeden abrufbar, auf jeder Webseite verwendbar. „Grundsätzliches Prinzip des gesamten Projekts ist die Publizierung per Open Source. Ohne Einschränkungen steht das Material kostenlos und überall einsehbar zur Verfügung“, erklärt Farenski. Mittlerweile ist der erste Teil seines Films auf YouTube veröffentlicht worden.

Wir beteiligen uns an der Verbreitung dieses Films, denn Science Fiction geht häufig um die Zukunft der Menschen – und wir wollen, dass es eine angenehme Zukunft wird. Die Frage der Energiegewinnung gehört dabei sicherlich mit dazu.

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/CqDS3OhGnoM

Link zur Projektwebseite mit weiterführendem Material: http://bit.ly/Leben-mit-der-Energiewende

DISNEY kauft LUCASFILM und kündigt neue STAR-WARS-Filme an

Wie die Disney Company heute bekannt gab, hat sie die Firma LUCASFILM von deren Besitzer, dem Filmemacher George Lucas, für rund 4 Milliarden US$-Dollar erworben. „Während der letzten 35 Jahre hat es mir große Freude bereitet, STAR WARS von einer Generation zur nächsten übergehen zu sehen“, erklärt George Lucas. „Jetzt ist es an der Zeit für mich, STAR WARS einer neuen Generation von Filmemachern zu übergeben.“

Kathleen Kennedy, bisher Vizevorsitzende neben George Lucas, soll LUCASFILM unter der Ägide von Disney als Vorsitzende übernehmen. Zudem wurde angekündigt, dass die erfolgreiche Filmreihe fortgesetzt wird. Episode 7 ist demnach auf 2015 angesetzt. George Lucas wird hierbei als „Creative Consultant“ fungieren.

Hm.

Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll. Disney hat kurz nach dem Erscheinen des ersten STAR-WARS-Films selbst versucht, in der Space Opera mit dem Film „Das schwarze Loch“ Fuß zu fassen. Aber eine ähnlich erfolgreiche Reihe kam dabei nie heraus. Ich kann mir vorstellen, dass George Lucas – neben verschiedenen anderen Gründen – auch die ewigen Diskussionen mit den Fans leid war, ob die Prequels nun „echtes STAR WARS“ seien oder nicht. Nun haben andere Leute die Verantwortung.

Wenn ich ehrlich bin, was ich beim Lesen dieser Meldung fühlte, lässt sich mit einem STAR-WARS-Zitat umschreiben: „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl…“ (oder im Original: „I have a bad feeling about this…“) Aber: Ich will auch Disney eine Chance geben. Immerhin haben wir Fans ja ständig drauf gedrängelt, es möge weitergehen, nicht nur in Büchern und Hörspielen, sondern auch wieder in Kinofilmen. Also, warten wir’s ab.

Quelle: http://thewaltdisneycompany.com/disney-news/press-releases/2012/10/disney-acquire-lucasfilm-ltd

Update:

Auf dem YouTube-Kanal wurde ein Video veröffentlicht, in dem George Lucas über die Zukunft von STAR WARS spricht. Was er sagt, klingt schlüssig. Okay, ich verspreche, dass ich einfach abwarte, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

Ein Zitat aus STAR WARS zur aktuellen Zensur-Debatte

Das so genannte „Internetsperren-Gesetz“, bei dem der Kampf gegen die Kinderpornographie vorgeschoben wurde, um eine Zensurstruktur für auch ganz andere Inhalte zu schaffen, stieß auf heftigen Widerstand. Die Petition gegen das Gesetz erreichte eine Rekordbeteiligung. In der SPD regte sich Widerstand, der abgewiegelt wurden, und dann wurde schnell hinter den Kulissen eine angebliche Verbesserung ausgehandelt: Löschen soll vor Sperren kommen. Doch die Formulierung im Gesetzesentwurf ist so schwammig, dass sie letztlich ins Leere laufen wird. Tatsächlich ließen die Politiker sämtliche Einwände von Experten links liegen und der Entwurf, der heute herausgegeben wurde, ist tatsächlich noch schwammiger als befürchtet. Manche sehen darin einen Dammbruch, und das Bild ist durchaus gerechtfertigt.

Und auf der anderen Seite wird sich gegenseitig auf die Schultern geklopft. Ein „großer Erfolg“ sei das, Ursula von der Leyen wird in der Presse zur „Gewinnerin“ gekürt und Kritiker übel abgestraft.

Da drängt sich ein Zitat auf:

„So geht die Freiheit zugrunde. Mit donnerndem Applaus!“
Padmé Amidala in STAR WARS Episode III: Die Rache der Sith

Das Volk gegen Internetsperren – hat die Zukunft begonnen?

„Die Zukunft hat begonnen“ ist einer der Sätze, mit der der diese Woch gestartete Film „Star Trek“ beworben wird (über den ich noch berichten werde). Doch gerade in Deutschland ist etwas in den letzten Tagen und Wochen passiert, das mich die Frage stellen lässt, ob dieser Satz sich tatsächlich schon bewahrheitet hat.

Gegen alle Kritik haben führende Politiker unter der Federführung von Ursula von der Leyen einen Gesetzvorschlag initiiert, der angeblich gegen Kinderpornographie helfen soll. Seiten, die Kinderpornographie enthalten, sollen hinter einer Sperrseite versteckt werden. Welche Seiten das sind, das soll das Bundeskriminalamt (BKA) auf einer geheimen Liste festhalten. Die Liste ist so geheim, dass niemand sie einsehen oder überprüfen darf, kein parlamentarischer Kontrollausschuss, nichts. Mit anderen Worten: Ob eine Seite Kinderpornographie enthält oder nicht, das entscheidet ein Gremium, das demokratisch nicht legitimiert wurde. Da niemand diese Entscheidungen nachprüfen kann oder darf, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Mal ganz davon abgesehen, dass sich sofort noch andere Leute gemeldet haben und Vorschläge machten, das ganze doch einfach zu erweitern, auf Seiten mit Urheberrechtsverstößen beispielsweise.

Die Argumente für die so genannten „Sperrseiten“ laufen dabei eigentlich ins Leere. Man solle nicht „zufällig“ im Internet über Kinderporno-Seiten stolpern können. Viele Kommentatoren halten dagegen, man könne nicht „zufällig“ über solche Seiten stolpern, wenn man nicht gezielt danach sucht. Die Stoppseite ist auch für technisch nicht so versierte innerhalb von ein paar Sekunden zu umgehen und erfüllt damit ihren Zweck nicht. Und dann wurde noch behauptet, man wolle verhindern, dass Menschen beim zufälligen Surfen auf eine Kinderporno-Seiten „auf den Geschmack“ kämen, also quasi durch den Besuch dieser Webseite zum Pädophilen werden. Das ist völliger Unsinn, bei Pädophilie kommt man nicht einfach so „auf den Geschmack“, das ist eine patho-psychologische Neigung, die zumeist durch ein tiefsitzendes Trauma ausgelöst wird. Die meisten Menschen, die daran leiden, bemerken ihre Neigung nicht, wenn sie „zufällig“ auf einer Kinderporno-Seite landen, sondern wenn sie an einem Spielplatz vorbeigehen und die Kinder dort sehen. Sollen Spielplätze in Zukunft von hohen Mauern umgeben werden?

Da die Politiker sich unbelehrbar zeigten und nur ihre Meinung gelten ließen, hat nun Volkes Stimme gesprochen. Franziska Heine, die sich selbst als „normale Durchschnittsbürgerin“ bezeichnet, brachte auf der Webseite des Deutschen Bundestages eine Online-Petition ein: „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten„. Bei solchen Petitionen gilt wohl, dass alles, was weniger als 50.000 Unterzeichner findet, angehört werden kann, ab 50.000 Unterzeichnern muss die Angelegenheit im Petitionsausschuss besprochen und der Initiator muss sogar angehört werden. Heute, da die Zeichnungsfrist noch lange nicht vorbei ist, gerade jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, sind 61.477 elektronische „Unterschriften“ unter der Petition. Zu verdanken ist das dem Medium, das Politiker so gern für die Wurzel allen Übels halten, dem Internet, denn in den letzten Tagen gab es viele gute Gedanken zu dem Thema. Ich möchte hier mal alle diese Gedanken auflisten, die wirklich lesenswert sind:

Eine Polemik als Antwort auf eine Äußerung von Ursula von der Leyen. Die Minister hat sich hier eindeutig im Ton vergriffen, indem sie alle Menschen, die in der Lage sind, die Internetsperre zu umgehen, einfach mal als „schwer pädokriminell“ abtut. Es ist eine Varation des alten Spruchs „wer nicht für uns ist, ist gegen uns und gegen das Gute“. Lesenswerte Antwort!

Rechtsanwalt Udo Vetter schreibt aus der Praxis und warum die immer wieder als Argument herangezogene „Kinderpornoindustrie“, die es zu bekämpfen gelte, eigentlich nur ein Mythos ist.

Auch hier geht es um die „Kinderpornoindustrie“. In dem Artikel wird auseinander genommen, wie Ministerin von der Leyen vermutlich an völlig übertriebene Zahlen gekommen ist.

Nachdem die Online-Petition größere Bekanntheit erlangte, müßigten sich ein paar Politiker ein paar Äußerungen ab, die nicht dafür sprachen, dass sie verstanden hatten, um was es bei der Petition geht. In diesem Artikel werden die Gegenargumente nochmal zusammengefasst. Leicht verständlich, also auch für Politiker geeignet.

Hier geht es mir nicht um einen einzelnen Artikel, sondern um die Seite an sich. Eine Initiative von Missbrauchsopfern wendet sich gegen die Internetsperre, man möchte sagen: Aus den bekannten Gründen. Da Politiker gern die Unterstützung von irgendwelchen Hilfsorganisationen suchen, wenn sie ihre sozialen Beweggründe belegen wollen, sollte das die Gegenseite auch tun. Betroffene sagen auf dieser Seite, warum sie nichts von Internetsperren halten.

Das Handelsblatt hat ein Interview in der Initiatorin der Petition, Franziska Heine, geführt, in dem diese nochmal ihren Standpunkt klarmacht.

Aber was meinte ich damit, als ich am Anfang dieses Artikels den Satz „Die Zukunft hat begonnen“ zitierte? Nun, durch das Internet wandelt sich die Gesellschaft. Und die Geschichte der Internetsperre und der Widerstand dagegen ist eigentlich eine Darstellung dessen, was in und um die Politik schon seit längerem passiert. Politiker entscheiden etwas aus Gründen der Parteiräson (oder was auch immer), die Stimme des Volkes wird nicht gehört. Die Politikverdrossenheit nimmt zu, weil „die da oben ja doch machen, was sie wollen“. Doch jetzt, durch das Internet, erhält das Volk wieder eine Stimme. Nehmen wir einen Moment lang mal an, es gäbe das Internet nicht – wie hätte dann eine Petition innerhalb kürzester Zeit über 60.000 Unterzeichner finden können? Gar nicht – der Aufwand wäre ungleich größer gewesen. Man hätte bundesweit die Zeitungen dazu bringen müssen, über die Petition zu berichten, damit die Leute überhaupt erfahren, dass es sie gibt. Man hätte in unzähligen deutschen Städten Infostände aufbauen müssen und mühselig jedem einzelnen Menschen erklären müssen, warum er die Petition unterzeichnen soll. Bis das gelaufen wäre, wäre das Kind schon in den Brunnen gefallen, bzw. ein Gesetz schon verabschiedet.

Möglicherweise ist das der Grund, warum Politiker das Internet fürchten – es nimmt ihnen einen Teil ihrer Macht, denn nun kann man sich ohne Weiteres aus verschiedenen Quellen infomieren und seine Meinung kundtun. „Das Internet“ ist keine Presselandschaft, in der es reicht, ein paar einflussreiche Zeitungen auf die eigene Seite zu ziehen und schon kann man das Volk irreführen. Und dank der Online-Petitionen ist es möglich, der eigenen Stimme ohne großen Aufwand das Gewicht zu verleihen, das sie verdient. Es ist noch nicht der Idealzustand, den ich mir vorstelle, aber doch… möglicherweise hat die Zukunft begonnen. Und das ist auch nötig, denn schon steht weiterer blinder Aktionismus unserer politischen Elite am Horizont.

„Wir leben nicht mehr in der Vergangenheit! Auch nicht in der Gegenwart! Das, das ist die Zukunft!“
(Ted Striker in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“)

PS: Jetzt, da ich diesen Artikel beende, sind es schon 61.828 Unterzeichner der Petition. 351 mehr als oben. Ein gutes Zeichen.

Der offene Brief von Winnenden – Ein paar Anmerkungen

Nach dem Amoklauf von Winnenden am 11. März haben sich nun die Familien der Opfer in einem offenen Brief zu Wort gemeldet, den sie ausdrücklich an Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Öttinger, richten. Den vollen Wortlaut dieses Briefs findet man in der „Winnender Zeitung“, im Intertnet unter anderem hier. Ich komme nicht umhin, mir meine Gedanken zu diesem Brief zu machen, denn schon als ich im Radio davon hörte und welchen Inhalt dieser Brief haben soll, bekam ich etwas Bauchschmerzen. Nachdem ich den Brief nun im vollen Wortlaut gelesen habe, haben sich diese bestätigt.

Was ich hier schreibe, ist meine ganz persönliche Meinung. Ich kann sehr viel nachvollziehen von dem, was die Angehörigen gerade durchmachen, bedingt durch meinen Beruf, in dem ich immer wieder mit Leid konfrontiert werde, bedingt aber auch durch ganz persönliche Erfahrungen. Aber einiges kann ich nicht nachvollziehen, deswegen hier zu einzelnen Passagen mein ganz persönlicher Eindruck.

In dem offenen Brief heißt es beispielsweise:

Wir wollen, dass sich etwas ändert in dieser Gesellschaft, und wir wollen mithelfen, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann.

Das ist ein frommer Wunsch, aber ich wage die Prognose, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bevor es wieder einen Amoklauf gibt. Die Ursachen für diesen Amoklauf – und die meisten anderen – ist so tief in der Gesellschaft verwurzelt und hängt an so vielen Faktoren, da braucht es leider etwas mehr als guten Willen von einer Seite. Es müssen so viele verschiedene Seiten zusammenarbeiten – und zwar völlig unaufgeregt und sachlich -, dass man diese Ursachen nicht von heute auf morgen „abstellen“ kann. Das ist ein langsamer, teilweise sogar schmerzhafter Lernprozess, der hier beginnen muss. Und es tut mir leid, in der teils sehr hysterisch geführten Debatte, die zurzeit stattfindet, sehe ich nicht, dass dieser Lernprozess schon begonnen hat. Es wird also noch sehr lange dauern, bis überhaupt irgendwas erreicht sein wird.

Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird.

Ob das eine Lösung sein kann, weiß ich nicht. Fakt ist auf jeden Fall, dass die bisherigen Gesetze gerade beim Amoklauf vom Winnenden ausgereicht hätten. Das Problem war ja, dass der Vater des Täters seine Waffen Pressebereichten zufolge nicht ordnungsgemäß unter Verschluss hatte. In einigen Berichten, die ich mittlerweile gelesen habe, wird auch bemängelt, dass eine Verschärfung des Waffenrechts überhaupt nicht kontrolliert werden könnte, weil das Personal für solche Kontrollen fehlt.

Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. Das Fernsehen, als noch wichtigste Informations- und Unterhaltungsplattform, hat einen sehr großen Einfluss auf die Denk- und Gefühlswelt unserer Mitbürger. Das Fernsehen setzt heute die ethischen und moralischen Standards.

Der letzte Satz in diesem Absatz zeigt einen der Denkfehler in der Debatte. Denn nicht „das Fernsehen“ sollte die ethischen und moralischen Standards setzen, sondern Familie und soziales Umfeld. Dazu gehört meiner Meinung nach auch eine Erziehung zur so genannten „Medienkompetenz“, das man nicht nur „einfach konsumiert“, sondern sich auch Gedanken macht um das, was man da konsumiert. Leider habe ich keinen Link mehr, aber ich habe von einer Studie gelesen, dass viele Menschen zwar behaupten, sehr wohl „das echte Leben“ und „die Welt im Fernsehen“ unterscheiden zu können, aber tatsächlich Verhaltensweisen aus dem Fernsehen, etwa aus Serien, übernehmen. Das Problem ist nicht „das Fernsehen“ (wobei sich sowie die Frage stellt, was „das Fernsehen“ überhaupt ist), sondern die Gesellschaft und das Umfeld, die „das Fernsehen“ nicht mehr reflektiert, respektive nicht mehr zur Reflexion erzieht.

Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden.

Dieser Satz hat mich schwer enttäuscht. Wie gesagt, ich verstehe jeden der Angehörigen in seinem Schmerz und fühle mit ihnen, aber sich auf diese Weise freiwillig vor den Karren der „Killerspiel-Debatte“ zu spannen, ist enttäuschend. Denn auch hier muss sehr differenziert werden. Zunächst einmal, was ist ein „Killerspiel“ überhaupt? In einem Spiel – Computerspieler werden wissen, welches – wird mit Pümpeln auf Hasen geschossen. Ist das schon „gewaltverherrlichend“ oder ein „Killerspiel“? Was ist mit „The Force Unleashed“, einem Spiel aus dem „STAR-WARS-Franchise“, in dem man am Anfang in die Rolle von Darth Vader schlüpft und bewusst die „dunkle Seite“ auslebt? Der Begriff „Killerspiel“ ist schwammig, kann alles und gar nichts bedeuten. Wiederum wäre es viel wichtiger, sich mit diesen Dingen auseinander zu setzen. Denn mal ganz provokant gefragt: Wenn Kinder früher draußen „Räuber und Gendarm“ gespielt haben, und jemand rief: „Peng! Du bist tot!“, war das dann auch schon ein Killerspiel? Und ganz davon abgesehen – unzählige Leute spielen diese Spiele, ohne Amok zu laufen. Dazu gibt es hier einen netten Beitrag, ebenfalls einen offenen Brief, und zwar von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern. Ich finde ihn lesenswert und auch wert, dass man sich darüber Gedanken macht. Und zwar bevor man nach einem Verbot ruft.

Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet.

Wieder ein frommer Wunsch. Auch hier hilft nur Erziehung zur Medienkompetenz. Denn wer soll denn diesen Jugendschutz überwachen? Am Ende haben wir ein von vorn bis hinten zensiertes Internet, wie wir es bei anderen Gelegenheiten Staaten wie China gerne zum Vorwurf machen. Dabei wollen auch die „nur“ das Volk schützen.

Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern.

Das ist die Crux: Diese Aktivitäten kann man nicht eindämmen, indem man irgendwelche Gesetze aufstellt oder Zensur betreibt. Jeder von uns, der Einfluss auf Kinder und Jugendliche hat, Eltern, Familie, Freunde, Lehrer, ist gefragt, an der Bildung der Medienkompetenz des Einzelnen mitzuwirken. Das ist nicht einfach – und leider lässt es sich nicht so schön in einem einfachen Satz unterbringen wie ein Verbot. Da Politiker leider gern Freunde von einfachen Sätzen sind, wird das völlig unter den Tisch fallen gelassen. Lieber fordert man mal schnell irgendwas, was gut klingt.

Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.

An dieser Stelle bin ich voll und ganz mit den Verfassern des Briefs. Ich habe auch den Eindruck, dass gerade die Berichterstattung über Winnenden in manchen Teilen der Medien einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Der Amokläufer hat es sogar auf das Titelblatt des „Spiegel“ „geschafft“. Da eine Komponente bei solchen Taten die Aufmerksamkeit ist, die man damit erreicht, wird dergleichen Nachahmungstäter umso mehr anspornen.  Stefan Niggemeier, Medienjournalist, hat da ein paar Dinge, die sich seine Kollegen geleistet haben, aufgegriffen, hier den „Überfall“ der Medien auf Winnenden, hier die nicht vorhandene Selbstreflexion mancher Medien und hier, wie selbst ein „seriöses“ Medium vom Weg abkommt.

Wir wollen wissen, an welchen Stellen unsere ethisch- moralischen und gesetzlichen Sicherungen versagt haben. Dazu gehören auch das Aufzeigen der persönlichen Verantwortung und die daraus folgenden – auch juristischen – Konsequenzen.

Die Fragen halte ich für die wichtigsten in dem Brief, allerdings muss man auch bereit sein, sich die Antworten anzuhören, wenn sie einem vielleicht nicht so ganz passen. Der persönlichen Verantwortung kann sich der Täter nicht mehr stellen, sein Vater wird es n0ch tun müssen, da ja momentan die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt, weil sein Sohn an die Waffen rangekommen ist. Wie ich oben geschrieben habe, das Problem der „ethisch-moralischen Sicherungen“, die versagt haben, liegt tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Regeln und Grenzen sollen für alle gelten, doch viel zu häufig hat man das Gefühl, dass es Menschen gibt, für die diese Regeln und Grenzen gar nicht gelten. Die sich alles rausnehmen können, solange sie nur die Ellenbogen ausfahren. Und wenn man das kritisiert, heißt es höchstens müde, das „sei heute halt so“, und man müsse „gefälligst“ damit klarkommen. Menschen werden allein gelassen, weil es offenbar so gewollt ist. Desinteressiert an der Umwelt und am Nächsten und emotional abgestumpft heißt es nur: Setzt ihn in den Sattel, reiten wird er schon können. Ja, wir wissen, wer die Reiter sind. Und wer sind wir? Wir sind das Pferd.

Abschließend muss ich sagen, dass dieser offene Brief in der Form und zu diesem Zeitpunkt keine gute Idee war. Selbst wenn er mit den besten Absichten – was ich einfach mal unterstelle – verfasst wurde, fordert er doch die falschen Leute dazu heraus, sich laut für bestimmte Maßnahmen stark zu machen, die entweder nicht durchführbar sind oder gar eine starke Einschränkung im Leben bedeuten. Wahlkampf und Parteienprofilierung auf Kosten von Opfern. Ein weiteres gesellschaftliches Problem, man wünscht sich gern einfache Lösungen. Und die Politik ist gern bereit, diese zu liefern. Und wenn man etwas nicht durchführen kann, kann man immer noch behaupten, „ich wäre ja dafür gewesen, aber die anderen…!“

Wie der offene Brief der Videospielfans fordert, muss die Debatte endlich wieder sachlich werden. Vor allem muss man aber offen nach allen Richtungen sein und sich darauf einlassen, dass einfache Lösungen in so komplizierten Fällen einfach nur falsch sind. Zur gleichen Thematik hat sich an dieser Stelle eine Freundin von mir Gedanken gemacht, auch ein Beitrag, den man lesen sollte. Denn um die ganze Bandbreite dessen, um das es hier geht, zu erfassen, muss man sich beide Seiten der Geschichte anhören.

Und nicht nur „anhören“, auch „zuhören“!

Alphasat: Mit Laserlicht Daten übertragen

Wenn 2012 Alphasat, Europas größter und mit zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien ausgestatteter Kommunikationssatellit in den geostationären Orbit befördert wird, befindet sich auch ein System zur superschnellen Datenübertragung mittels Laserlicht an Bord. Es wird im Auftrag der ESA und des DLR in Deutschland entwickelt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter :
http://www.esa.de

Quelle: ESA